Das Schachspiel der
Mächtigen
1919-1945
oder:
Der Höhepunkt
im
grossen darwinistischen Fressen
Teil 23: April bis
Juni 1942. Chronologie
aus: Valentin
Falin: Zweite
Front. Die Interessenkonflikte in der
Anti-Hitler-Koalition. Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachfolger,
München
1995
ergänzende Strukturdaten:
aus dtv-Atlas der Geschichte
1986, Bd. 2
April
1942
1.4.1942
"USA": Planung für
die 2.Front
ist abgeschlossen: 2.Front am 1.4.1943: "Marshall-Memorandum"
-- Marshall und
Stimson legen die Pläne Roosevelt vor (S.284)
mit
eingeschlossen aber eine Verschiebung der 2.Front vom Sommer / Herbst
1942 auf
1.4.1943 (S.286)
-- Roosevelt stimmt zu- das
Dokument wird als "Marshall-Memorandum"
bekannt
-- Feststellung, dass die
GB-Inseln idealer Aufmarschplatz sind, dass
NW-Europa
"die einzige Region ist, wo die Alliierten in nächster Zeit in der Lage
sein werden, einen Angriff mit starken Kräften vorzubereiten und
durchzuführen", ideal für eine gemeinsame Grossoffensive, die sonst
nirgendwo so vorbereitet werden könne
-- Vorteile: kurzer Seeweg, kaum
geschützte französische Küste (S.284),
Luftüberlegenheit ist herstellbar (S.285)
-- durch den kurzen Angriffsweg
ist ein Mangel an GB-Transportraum
nicht
gegeben
-- wenn GB, die "USA" und die SU
gemeinsam das 3.Reich bekämpfen, so
ist
ein Erfolg wahrscheinlich (S.285)
-- die Operationen sind abhängig
von der Rüstungsproduktion (S.286)
in: Matloff, Maurice / Snell,
Edwin M.: Strategitscheskoje
planirowanije w
koalizionnoi woine 1941-42, Moskau 1955, S.214-215
Der geplante
Hauptschlag gemäss
Marschall-Memorandum am 1.4.1943
-- 48
Divisionen, 30 "amerikanische" und 18 britische
-- 5800 Flugzeuge: 3250
"amerikanische" und 2550 britische
-- die "USA" stellt insgesamt 1
Mio. Mann
-- der Angriff soll mit 25-30
Divisionen erfolgen
-- der Angriff soll nur erfolgen,
wenn die Ostfront noch existiert und
die
Truppen der Achse nicht den Stand von April 1942 übersteigen (S.286).
Falin:
-- die Rüstungsproduktion läuft
aber unabhängig von der
Kriegsentwicklung
(S.286)
-- die SU-Einschätzung nach der
Möglichkeit einer 2.Front ist somit
nicht
erfunden, sondern von den "US"-Stäben bestätigt
-- die Angriffslage ist
eigentlich für GB und "USA" optimal, da die
französische Küstenlinie noch keine grossen Verteidigungsstellungen
aufweist
-- GB kann im Gesamtgeschehen nur
profitieren (S.285).
ab April 1942 ca.
Planung des
"US"-Aufmarsch auf
GB, Operation "Bolero"
wird von
Marshall und anderen immer weiter verzögert (S.287).
Planung der 2.Front
für 1942, Operation
"Sledgehammer" (deutsch fig.: Holzhammer)
(S.288)
GB agiert gegen
Operation
"Sledgehammer"
-- Churchill
ist gegen die Operation "Sledgehammer" und
ähnliche
Operationen, sagt das aber nie, um es sich mit den "USA" nicht zu
verscherzen
-- Churchill behauptet, er
unterstütze die 2.Front, so z.B. an Hopkins
-- Hopkins gibt die Aussage
Roosevelt weiter
-- ebenso führt Churchill die
Desinformation an Marshall, der dies
Kriegsminister Stimson weiterleitet (S.288).
in:
Sherwood,
Robert: Roosevelt i Hopkins. Moskau
1957,
S.437
April 1942
"USA"-GB: London: Streit um die 2.Front
zwischen Marshall und
Hopkins mit GB-Stäben
--
"amerikanische" Vertreter bestehen darauf, dass der Hauptfeind
Deutschland sei
-- "amerikanische" Vertreter
verlangen, dass keine oder nur ein
Minimum an Aufsplitterung der Kräfte stattfindet (S.287)
-- "amerikanische" Vertreter
verlangen, sich in allen anderen
Regionen auf die Verteidigung zu beschränken (S.288)
in: Matloff, Maurice / Snell,
Edwin M.: Strategitscheskoje
planirowanije w
koalizionnoi woine 1941-42, Moskau 1955, S.218
-- die "US"-Stäbe wollen
Deutschland zerschlagen
-- die GB-Stäbe wollen v.a. den
Sieg über Japan, u.a. Brooke, der den
Faktor SU
niedriger einstuft und den Kriegsplänen eine andere Grundlage geben
will
(S.288).
in:
Butler,
J.R.M./Gwyer
J.M.A.: Bolschaja Strategija. Ijun 1941-awgust
1942.
Moskau 1967, S.433
GB-Manöver zur
Verzögerung der 2.Front
Alan Brooke
redet von Europa, wirbt aber v.a. für "die
Unterstützung
der "Amerikaner" für die Operationen im Indischen Ozean und im Nahen
Osten." (S.288)
in: Brayant, A.: The Turn of The
Tide. N.Y. 1957, S.355-356
Abschluss der
Gespräche: Eisenhower
spiegelt eine "Einheit" vor
-- eine
"einheitliche Konzeption des Krieges" sei
"endlich" erreicht (S.289)
-- jetzt können alle Kräfte in
eine gemeinsame Richtung gehen:
"Endlich sind wir nach Monaten
des Kampfes [...] nun alle zu einer
einheitlichen Konzeption des Krieges gelangt. Wenn wir uns über die
Hauptziele
und Hauptgegenstände unserer Aktion einigen könn- (S.289) nen, dann
werden
unsere Anstrengungen in einer Richtung gehen, und wir tappen nicht
länger im
Dunkeln." (S.290)
in: Matloff, Maurice / Snell,
Edwin M.: Strategitscheskoje
planirowanije w
koalizionnoi woine 1941-42, Moskau 1955, S.221
Auch Roosevelt
spiegelt eine
"Einheit" vor
gibt vor, dieser Meinung zu sein
und gratuliert Churchill zur Einigung
in einem
Telegramm
-- mit Hoffnung auf einen Sturz
Hitlers
-- Roosevelt teilt mit, dass ein
Besuch von Molotow und eines
sowjetischen
Generals in Washington bevorstehe, gemäss Falin wahrscheinlich zu
Besprechungen
zur 2.Front (S.290).
in:
Kimball,
Warren .F.: Churchill and Roosevelt. The Complete
Correspondence 1984, S.466
gleichzeitig:
"USA": Die
öffentliche Meinung
will den deutschen Sieg gegen die SU
steht damit
gegen die Meinung der "US"-Stäbe (S.288).
April 1942 ca. / einige Monate
nach dem Dezember 1941
SU: Stalin meint:
"Die Hitlers
kommen und gehen, aber das deutsche Volk, der deutsche Staat, bleibt."
Dies heisst
gemäss Falin, dass Stalin keine Teilung
Deutschlands
nach einer
Niederlage will (S.468).
April-Mai 1942
"USA": Roosevelt
wird
Oberkommandierender
-- Roosevelt
verteilt die Verteilung der Kräfte im
atlantischen und
pazifischen Raum
-- Roosevelt weicht selbst von
"Bolero" ab (S.291)
1.4.1942
Churchill-Telegramm
an Roosevelt: mehr
Lieferungen an die SU und Luftangriffe auf Deutschland als 2.Front
-- der ganze
Krieg sei von der Ostfront abhängig
-- Mitte Mai oder Anfang Juni
1942 sei die nächste NS-Grossoffensive zu
erwarten
-- Churchill
lässt der SU Unterstützung
über Murmansk zukommen, und Stalin
sei "mit unseren Lieferungen zufrieden"
-- ab Juni 1942 sei eine
Steigerung der Lieferungen an die SU um 50%
vorgesehen
(S.290)
-- Deutschland werde laufend
angegriffen mit Bombardements, ausser bei
schlechtem Wetter (S.290)
in: Kimball, Warren .F.:
Churchill and Roosevelt. The Complete
Correspondence
1984, S.438-439
Falin: Churchills
Lügen: Transporte
werden sowieso reduziert
-- Churchill
und Roosevelt wissen genau, dass die Lieferungen
an
die SU
faktisch sogar reduziert werden sollen, weil der Militäreinsatz in
Afrika
geplant ist (S.535)
-- das ganze Verfahren ist gemäss
Falin ein "schnöder Betrug"
-- insgesamt verpflichtet sich
Churchill nicht
zu einer 2.Front 1942 oder 1943
-- Churchill stimmt nur zu, dass
eine 2.Front "wünschenswert" sei,
wenn die Bedingungen einen "Erfolg" garantieren, so Alan
Brookes Biograph (S.290).
in: Brayant, A.: The Turn of The
Tide. N.Y. 1957, S.287
-- auch General Sir
Hastings Ismay
berichtet, dass den "US"-Partnern ein "falscher Eindruck"
vermittelt wurde (S.291)
in: Memoirs of General Lord
Ismay. N.Y. 1960, S.250
gleichzeitig:
"USA": Umstellung der
Industrie auf den Plan "Bolero"
--
Mobilisierung, Rüstungsproduktion, Truppenausrüstung
-- Erstellen von Zeitplänen zur
Ausrüstung, Ausbildung und Überfahrt
nach GB
gleichzeitig:
GB gibt die
Vorbereitung der
Streitkräfte für "Sledgehammer" vor, ohne Hinweis von Abweichungen
von den "besprochenen" Plänen
(S.291)
April - November 1942
D: Das 3.Reich kann
alle Truppen gegen
die SU werfen, weil keine Zweite Front kommt
-- pro Monat
wirft die Wehrmacht ca.
10 neue Divisionen gegen die RA
-- plus 250.000 Mann Infanterie
pro Monat gegen die RA (S.267).
11.4.1942
Persönliche
Botschaft von Roosevelt an
Stalin
(S.292-293)
11.-13.4.1942 ca.
Roosevelt
verspricht Molotow die
"Erörterung" der 2.Front
die
"Erörterung" des "Einsatz unserer
["amerikanischer"] Streitkräfte zur Erleichterung der kritischen Lage
an Ihrer [der sowjetischen] Westfront". Roosevelt schickt für die
"Erörterung" Hopkins nach London und informiert die SU darüber
(S.293).
in: Sowjetsko-amerikanskie
otnoschenia, Bd.1, S.158-160
14.4.1942
Roosevelt
bekräftigt gegenüber Litwinow
die 2.Front
-- Litwinow,
Kommissar für auswärtige Angelegenheiten
-- Roosevelt betont, die 2.Front
sei absolut notwendig
-- beide stellen fest, dass GB
gegenüber der 2.Front immer noch
schwanke
(S.293)
in: Sowjetsko-amerikanskie
otnoschenia, Bd.1, S.162-163
14.-21.4.1942 ca.
Besprechungen in London Churchill - Hopkins - Marshall über die 2.Front
--
Hopkins und Marshall drängen in London vergeblich auf die 2.Front
(S.293)
-- Churchill schildert die
Vorbereitungen für eine 2.Front, schweigt
aber über
seine eigentlichen Pläne (S.295).
in: Churchill, Bd.IV, 1, S.375-377
17.4.1942
Botschaft von
Churchill an Roosevelt:
Churchill stimmt einer reduzierten 2.Front für 1943 zu - die Angst vor der Achsenvereinigung in Indien
--
Churchill betont seinen Vorbehalt zur 2.Front: "Die Vereinigung der
Japaner mit den Deutschen muss unbedingt verhindert werden"
-- Churchill verlangt folglich
die Verstärkung der Kräfte in Asien und
die
Reduzierung der 2.Front: "Infolgedessen müssen wir einen Teil unserer
gemeinsamen Kräfte für den Moment zur Abbremsung
des japanischen Vormarsches abzweigen." (S.288)
-- Churchill stimmt einer 2.Front
für 1943 gemäss Marshall zu
(S.288-289)
-- die ganze Küste zwischen Nordkap
und Bayonne läge offen, v.a. für
Luftangriffe (S.289)
in: Churchill, Bd.IV, 1, S.373
-- Churchill behauptet, eine
2.Front 1942 würde mit "Kosten [...] und
Folgen den Ruin und Untergang von Millionen einfacher Familien"
verursachen (S.289).
in: Churchill-Memoiren
in: Sekretnaja perepiska, Bd.1,
S.233
Falin: Churchill
lügt, um es der SU
schwer zu machen
-- eine 2.Front
hätte denselben Effekt, die Vereinigung von
Japan
und
Deutschland in Indien zu verhindern, weil dann der deutsche Vorstoss
nicht mehr
weiterkommt (S.288)
-- die "einfachen Familien" in
der SU sind für Churchill nicht
schutzwürdig (S.289):
Churchill-Vorschlag
an Roosevelt,
Stalin-Sonderberichterstatter sollen dem Westen ihre "Pläne
mitteilen"
Dies ist gemäss
Falin der Beweis, dass weiterhin keine
gemeinsamen
Pläne
mit der SU existieren (S.289).
21.4.1942
Roosevelt bedauert
gegenüber Litwinow,
Hopkins und Marshall hätten in London die 2.Front für 1943 nicht
durchsetzen
können
-- und GB wolle
die 2.Front erst 1943
-- Molotow solle in die "USA"
kommen und dann in London die
gemeinsame Position betonen (S.293)
in: Sowjetsko-amerikanskie
otnoschenia, Bd.1, S.164-165
->> Molotow lehnt die
Reihenfolge, zuerst in die "USA" und dann
erst nach London zu reisen, ab, der Grund ist Falin unbekannt
->> Falin vermutet
Desinformationen von Churchill gegenüber der
SU
(S.293).
Mai
1942
"USA"-Stäbe: Erste
Formulierungen einer "bedingungslosen Kapitulation"
Gemäss Sherwood
ist General Grant
das Vorbild für diese Formulierung im Krieg gegen den Südstaaten unter
General Lee im "amerikanischen"
Bürgerkrieg (S.343).
in:
Sherwood,
Robert: Roosevelt i Hopkins. Moskau
1957,
S.570
Gemäss Falin ist dies aber eine
"Legende", und es gibt näherliegende
Gründe, wie Roosevelt zu dieser Formulierung kommt: die Forderungen von
General Foch und General Pershing
1918 (S.343).
"USA": Das State
Department
billigt die Formel von der "bedingungslosen Kapitulation"
(S.343)
Mai-Juni 1942
Polemik von
Churchill gegen 2.Front: Der
Kanal werde sich "in einen Strom von Blut verwandeln"
denn
-- es werde starke Gegenwehr der
NS-Truppen geben
-- es würden Reserven der
Alliierten zum Erreichen der entscheidenden
Übermacht
fehlen
-- das Argument wirkt auf
Roosevelt verwirrend, obwohl die
Churchill-Behauptung
jeder Basis entbehrt (S.329).
4.5.1942 [4.3.1942?]
GB-"USA": Churchill
will
Transporte sparen: "US"-Divisionen sollen nach Neuseeland und
Australien
-- Churchill
bittet Roosevelt, dass je eine "amerikanische"
Division
nach Neuseeland und Australien entsendet wird, damit die Dominions ihre
Truppen
im Nahen Osten halten können
-- die "USA" sollen die
Transporte leisten, nicht GB (S.278)
in: Kimball, W.F.: Churchill and
Roosevelt. The Complete Correspondence
1984, Vol.1,
S.379ff.
-- Roosevelt nimmt Churchills
Vorschlag der Schutzherrschaft für
Neuseeland und
Australien an
-- Roosevelt bietet sogar noch
eine dritte Division an
-- Roosevelt sieht aber, dass
erhebliche Transportmittel damit gebunden
werden
(S.278).
5.5.1942
D-2.Front: Bericht
der deutschen
Militäraufklärung: Die Westmächte haben ausreichend Kräfte für eine
Landung in
Norwegen, Frankreich oder woanders
aber wenn die
Westmächte im Nahen und Mittleren Osten
Aktionen
starten,
wird es möglicherweise für eine 2.Front an Schiffsraum fehlen (S.330).
in: Butler, J.R.M./Gwyer J.M.A.:
Bolschaja Strategija. Ijun 1941-awgust
1942.
Moskau 1967, S.492-495
Gemäss Tippelskirch hofft die
NS-Militärführung immer noch auf den Sieg
gegen
die SU, solange die "US"-Truppen noch nicht in GB in Stellung
gegangen sind (S.330).
in: Tippelskirch, Kurt von:
Istoria wtoroi mirowoi woiny. Moskau 1956,
S.254
6.5.1942
"USA": Marshall
warnt
Roosevelt: Entweder 2.Front, oder Krieg im Pazifik
Marshall:
"Wenn wir Plan "Bolero" nicht als
unsere Hauptaufgabe ansehen,
möchte ich empfehlen, ihn fallenzulassen." (S.291)
Roosevelt weicht aus und laviert
zwischen Marshalls und Kings Position
(S.291).
selber Tag:
"USA":
Roosevelt-Denkschrift
mit Darlegung seiner Strategie: 2.Front für 1942
-- an Hopkins, Stimson, Knox und
an alle Mitglieder des Komitees der Stabschefs (S.291)
-- Roosevelt fordert alles Tempo
der Vorbereitungen auf die
Kampfhandlungen,
trotz der
"Einwände des "amerikanischen"
und britischen Marinekommandos
gegen den Beginn der Kampfhandlungen auf dem europäischen
Kriegsschauplatz noch
im Jahre 1942." (S.291-292)
-- Roosevelt hält an "der
Eröffnung von "regulären Kampfhandlungen
jenseits des Atlantik" fest, so werde die SU entlastet
--
Roosevelt: die SU vernichtet an der Ostfront "mehr lebendige Kräfte und
Technik der Armeen der "Achsenstaaten" als alle 25 Alliierten
zusammengenommen"
--
Roosevelt betont den Beginn der 2.Front für 1942:
"Die Lage erfordert den Beginn
der Kampfhandlungen nicht 1943, sondern
im
Jahre 1942"
--
wenn die SU in Not gerät, muss die 2.Front sogar bei ungenügender
Vorbereitung
eröffnet werden, als "Operation der Verzweiflung"
--
Roosevelt: das Tempo der Operation ist dabei wesentlicher Faktor
-- aber alles sei möglich, im
Atlantik wie im Pazifik (S.292).
in: Matloff, Maurice / Snell,
Edwin M.: Strategitscheskoje
planirowanije w
koalizionnoi woine 1941-42, Moskau 1955, S.255-258
Die Möglichkeiten
für eine 2.Front
gemäss Roosevelt
-- "Landung zu
Diversionszwecken" mit Rückzug in 24 Stunden
oder:
-- "Super-Diversionsakte" mit bis
zu 50.000 Beteiligten mit 2-7 Tagen
Dauer
oder:
-- "Einrichtung der ständigen
Front" (S.292).
Falin: Roosevelt
lügt auch
-- Roosevelt
glaubt selbst nicht an eine "ständige Front"
-- Roosevelt wolle die Operation
"Bolero", nur um auf GB
"Flagge" zu zeigen (S.292).
9.5.1942
Hitlers Einschätzung in Poltawa: Hitler braucht das Öl der Wolga
Hitler:
"Ich brauche das Erdöl vom
Kaukasus und von der Wolga, sonst kann ich
diesen Krieg als verloren abschreiben." (S.539)
[nicht erwähnt:
Hitler startet keinen zweiten
zentralen Hauptangriff auf Moskau. Es ist
anzunehmen, dass Hitler nun seinen Zangenangriff auf Moskau starten
will, den
ihm seine Generäle 1941 verweigert haben: über Leningrad im Norden und
über
Stalingrad und das Kaukasus-Öl im Süden].
10.5.1942 ca. / Molotow zum 1.Mal
in London
Molotow in London: Molotow will die 2.Front durchsetzen
(S.292-293)
Churchill: Die
"USA" sollen
schuld sein an Verzögerung für 2.Front: Schiffsmangel
-- Churchill
betont die technischen Vorbereitungen zur 2.Front
-- Churchill meint, er habe
Roosevelt schon im August 1941 den Bau von
Landungsschiffen und Landungsmitteln vorgeschlagen
-- Churchill meint, die "USA"
hätten zu wenig Landungsschiffe gebaut
-- Churchill meint, eine schlecht
vorbereitete Invasion nütze keinem,
weder GB
/ "USA" noch der SU (S.294).
in: Butler, J.R.M./Gwyer J.M.A.:
Bolschaja Strategija. Ijun 1941-awgust
1942.
Moskau 1967, S.453-454
Churchills Lügen:
Churchill gibt seine
Lügen in seinen Memoiren selbst zu
-- GB hat
"übrige Pflichten": Verteidigung Indiens gegen eine
drohende Invasion Japans
-- es droht die Achsenvereinigung
von Deutschland und Japan in Indien
oder im
Mittleren Osten
-- ebenso ist ein Separatfrieden
zwischen dem 3.Reich und der SU nach
dem
Zurückdrängen hinter den Ural möglich
-- ein Landekopf bei Cherbourg
erscheint Churchill "wenig fruchtbar auf
die Dauer" (S.294)
-- Churchill will eher von den
Flanken von Afrika (Operation
"Gymnast") und vom Nordkap (Operation "Jupiter") angreifen
und ein Jahr zuwarten, um keine Kraft an den deutschen
Kanalbefestigungsanlagen
zu verlieren (S.295).
in: Churchill, Bd.IV, 1, S.375-377
[nicht erwähnt:
Die massiven
NS-Befestigungsanlagen an der französischen Kanalküste
sind erst
ab 1944 da. Churchill lügt sogar noch in seinen Memoiren].
Falin über Churchill:
-- "Den nützlichen Betrug fand er
[Churchill] besser als die nutzlose
Wahrheit" (S.295)
-- Churchill will auf alle Fälle
die Operation "Gymnast" in
Nordafrika durchsetzen (S.295).
20.5.1942
Molotow in den
"USA"
Molotow drängt
Roosevelt zur zweiten Front
mit dem
Argument, die Militärs seien doch schon lang dafür
(S.275).
in: Sowjetsko-amerikanskie
otnoschenia, Bd.1, S.179
21.5.1942
"USA"-SU: Molotow
warnt
Roosevelt vor der NS-Überlegenheit
-- Hitler habe
nun die Ressourcen von fast ganz Europa unter
seiner
Herrschaft
-- bei der Besetzung der
Rohstoffe der Ukraine und der Ölquellen am
Kaukasus
werde der Krieg noch langwieriger
-- Molotow sagt den Erfolg der
Roten Armee voraus
-- Molotow fordert eine zweite
Front, so dass die NS-Seite zum Abzug
von 40
Divisionen gezwungen würde (S.275).
in:
Sherwood,
Robert: Roosevelt i Hopkins. Moskau
1957,
S.458
27.5.1942 / Molotow in Washington
Molotow warnt
Roosevelt erneut
Molotow
berichtet:
-- Churchill und Molotow konnten
sich nicht einigen
-- Churchill hätte am liebsten
gar nicht von der 2.Front geredet
(S.296).
gleichzeitig
Roosevelt zu
Molotow über
Nachkriegsfrieden: kein Wettrüsten mehr
-- Roosevelt
betont die Gemeinsamkeiten zwischen der SU und
den
"USA" [!]
--
Roosevelt will kein Wettrüsten mehr (S.296), denn Rüstungen machen die
Welt arm
und die Weltwirtschaft werde bei einem weiteren Wettrüsten nie mehr
gesund
werden (S.297)
--
Roosevelt meint, wenn die "USA" und die SU über Projekte
übereinkommen, werde sich Churchill schon anschliessen (S.296-297)
--
Roosevelt meint, nach dem Krieg wird der Weltfrieden 10-20 Jahre lang
nur mit
Gewalt aufrechterhalten werden können
--
die 4 Mächte werden dabei führend sein, Frankreich soll nicht zu den
Mächten
gehören, vielleicht dafür aber China (S.297).
in:
Sowjetsko-amerikanskie otnoschenia, Bd.1, S.176-178
Roosevelt und
Molotow über Deutschland:
2.Front sei absolut notwendig
-- die 2.Front
sei wichtig
-- 1943 werden die Vorbereitungen
für eine 2.Front abgeschlossen sein
-- Roosevelt will schon im Jahr
1942 6-10 Divisionen in Frankreich
landen
lassen, auch bei 100.000 - 120.000 Opfern
-- Molotow meint, bei einer
2.Front werde Deutschland zum Abzug von 40
Elitedivisionen von der Ostfront gezwungen sein und Hitler könne schon
1942
besiegt werden, zumindest würde dann Hitlers Niederlage klar stehen
(S.297)
in: Sowjetsko-amerikanskie
otnoschenia, Bd.1, S.178-179
28.5.1942 / Churchill-Werbung für
"Gymnast"
Churchill-Telegramm
an Roosevelt mit
Erwähnung der Operation "Gymnast"
(S.302);
Churchill betont die Vorbereitungen für eine Landung
in
Nord-Norwegen und in Nordafrika, so ein Churchill-Telegramm an Molotow
(S.296).
in:
Churchill,
[Bd.IV,
1?], S.395-6
gleichzeitig: weitere
Churchill-Werbung für "Gymnast"
Roosevelt wird von
GB-Admiral
Mountbatten über den Churchill-Plan "aufgeklärt"
-- die 2.Front
wird von Mountbatten gar nicht mehr erwähnt
-- Mountbatten erläutert
führenden "US"-Politikern, dass GB eine
2.Front 1942 ablehnt, formal mit Gründen "technischer" Art
-- Roosevelts Argument der
2.Front im Spätherbst stehen schlechte
Wetterbedingungen entgegen (S.302)
Falin:
Roosevelt muss
lavieren, um GB als
Koalitionspartner zu erhalten
-- Roosevelt
kann keinen Bruch mit GB riskieren, sonst wäre
man bei
einem
Zusammenbruch der SU vielleicht allein gegen Deutschland und Japan
(S.302-303)
-- Roosevelt merkt, dass GB
eigentlich nie eine 2.Front gewollt hat und
auch
zukünftig keine will-- Roosevelt gibt nach und lässt die Möglichkeit
zu, 6
"amerikanische" Divisionen für GB und die 2.Front auch in
Französisch-Nordafrika oder im Nahen Osten einzusetzen (S.303)
in: Matloff, Maurice / Snell,
Edwin M.: Strategitscheskoje
planirowanije w
koalizionnoi woine 1941-42, Moskau 1955, S.273-274
29.5.1942 ca. / Molotow in
Washington
Hopkins empfiehlt
Molotow, den
"US"-Generälen die Ostfront eindrücklich zu schildern
damit die
"amerikanischen" Generale aufhören, die Ostfront zu
verniedlichen (S.297).
Ebenso spricht Hopkins mit
Roosevelt, die "amerikanischen" Generale
von der 2.Front zu überzeugen (S.297)
in: Sowjetsko-amerikanskie
otnoschenia, Bd.1, S.180
30.5.1942 / Molotow in Washington
Roosevelt und
Molotow mit den Generälen
Marshall und King über die 2.Front: Roosevelt wiegelt ab, Churchill
habe sich
noch "nicht entschieden"
-- Roosevelt:
Churchill habe sich immer noch nicht entschieden
-- Roosevelt: er könne Churchill
nicht zu einer 2.Front zwingen (S.297)
-- Roosevelt will aber selbst die
2.Front für 1942 mit dem Ziel, dass
Hitler 40
Divisionen von der Ostfront abziehen müsse
-- Molotow prophezeit den
Umschwung für den Fall einer 2.Front noch 1942
-- Molotow: wenn die 2.Front erst
1943 komme, so hätte Hitler bessere
Siegeschancen als 1942 (S.298).
31.5.1942
Roosevelt fordert
von Churchill die
Beschleunigung der Operation "Bolero"
-- denn ohne
Bodentruppen sei kein Abzug deutscher Divisionen
von
der
Ostfront zu erreichen
-- Roosevelt fordert von
Churchill konkrete Ergebnisse ein, um diese
Molotow zu
übermitteln
-- Roosevelt kündigt an, die
Anzahl "amerikanischer" Schiffe für
"Bolero " zu erhöhen (S.298).
in: Imball,
Warren F.: Churchill and Roosevelt. The Complete
Correspondence 1984, S.503-504
Juni
1942
F-B-NL: Es sind 24
NS-Infanteriedivisionen stationiert, davon aber nur
eine
"komplett kampffähige" Feldfliegerdivision
so
der Monatsbericht des OKW (S.329).
Anfang Sommer 1942 / Anfang Juni
1942 ca.
"USA"-GB: Angriff auf St-Nazaire
(S.330)
->> Hitler lässt das
motorisierte Regiment "Hermann Göring" in
Westeuropa stationieren und plant weitere Schritte (S.330).
Anfang Juni 1942 ca.
GB-D: deutschfreundliche Aktionen von GB
Deutsche
Agenten melden aus London nach Berlin
-- dass der Druck auf Deutschland
gelockert werde (S.306)
-- dass die Lieferungen an die SU
um 50% reduziert werden (S.306-307).
D: Das NS-Regime
sieht, wie die Alliierten
gespalten sind und profitiert davon
(S.307)
1.6.1942 / Molotow in Washington
Erklärung der
GB-Stäbe: Alle Planungen
hängen von der Ostfront ab, ob sie bestehen bleibt oder nicht
(S.329)
in: Matloff, Maurice / Snell,
Edwin M.: Strategitscheskoje
planirowanije w
koalizionnoi woine 1941-42, Moskau 1955, S.334-335, 340
"USA"-SU: Roosevelt will "herrenlose" pazifische Inseln durch die SU verwalten lassen
--
Roosevelt schlägt Molotow die internationale Treuhänderschaft für
"herrenlose" Inseln im asiatischen Raum vor, die Bevölkerungen werden
nicht gefragt (S.279);
Roosevelt meint:
-- Japan sollte die Inseln von
1919 wieder abgeben
-- diese Inseln von 1919 sollten
gar keiner Nation gehören, auch die
britisch
besessenen Inseln nicht (S.279-280)
-- Roosevelt schlägt ein
internationales Komitee von 3-5 Mitgliedern
vor, das
die Inseln verwaltet, die niemandem gehören dürfen
-- für Indochina, Siam, Malaya
und Niederländisch-Indien sieht
Roosevelt eine
Treuhandschaft von 10 Jahren
-- Stalin solle sich das
"überlegen" (S.280)
Angaben im SU-Protokoll:
-- "3-4 grosse Siegermächte"
sollen die "wirtschaftliche
Entwicklung und administrative Verwaltung" übernehmen
-- Roosevelt-Aussage: dies sei
ein Treuhandsystem über Länder, "die
nicht
für die Selbstverwaltung reif" seien
-- Roosevelt-Aussage: die Idee
komme von Tschiang Kai-schek
-- Roosevelt-Aussage: es gäbe
verschiedene Fristen: für Java 20 Jahre,
für
Borneo 150 Jahre etc. (S.280).
Indirekte Aussagen des Gesprächs
Roosevelt-Molotow:
[-- absoluter Rassismus von
Roosevelt gegenüber anderen Kulturen, die
zu keiner
"Verwaltung" fähig seien]
-- Frankreich gehört nicht zu den
"Siegermächten"
-- Roosevelt hat scheinbar enge
Beziehungen zu China und vielleicht
auch schon
Versprechungen an China gemacht
-- Roosevelt gibt klar zu
verstehen, dass ihm europäische
Kolonialreiche nicht
wichtig sind (S.280)
-- gleichzeitig ist Roosevelt
gegen Garantien von sowjetischen Grenzen
vom
22.6.1941 (S.280-281)
-- Roosevelt verfügt schon wie
ein "Schiedsrichter" über die halbe
Weltkugel [ohne die dortigen Bevölkerungen zu fragen, ist absoluter
Rassismus]
-- gleichzeitig lässt Roosevelt
die zweite Front verunmöglichen
->> Absage an die Pläne zur
Eröffnung einer zweiten Front 1942
->> Reduzierung der
Lieferungen von Material und Militärtechnik
in die SU
um über 50 %
->> "US"-Militärs billigen
das Vorgehen nicht und verlangen
erfolglos die zweite Front (S.281).
in: Butler, J.R.M./Gwyer J.M.A.:
Bolschaja Strategija. Ijun 1941-awgust
1942.
Moskau 1967, S.432f.
-- denn die Militärs der "USA"
und GB wissen von den starken
NS-Vorbereitungen als "zweiten Anlauf" auf die SU
-- wenn die RA doch noch
verliert, werden die Westmächte sehr
eingeschränkt und
mit den NS-Staaten nur noch ein Patt möglich sein (S.281).
in: Matloff, Maurice / Snell,
Edwin M.: Strategitscheskoje
planirowanije w
koalizionnoi woine 1941-42, Moskau 1955, S.202-203
gleicher Tag: Molotow in
Washington
Roosevelt macht die 2.Front nun auch von Schiffsraum abhängig
--
Roosevelt schlägt Molotow vor, die Gütermenge an die SU von 4,4 auf 2
Mio.
Tonnen zu reduzieren und so mit den frei werdenden Schiffen die 2.Front
vorzubereiten (S.298).
in: Sowjetsko-amerikanskie
otnoschenia, Bd.1, S.191
-- Molotow reagiert sauer mit der
Frage, ob auch dann keine 2.Front
zustande
käme, wenn die SU weniger Hilfe verlangen würde (S.298).
in:
Sherwood,
Robert: Roosevelt i Hopkins. Moskau
1957,
S.468
->> Roosevelt versichert,
er strebe 1942 noch die 2.Front an, und
es sei
tatsächlich so: Je weniger die SU fordere, desto eher käme die 2.Front
zustande
(S.299).
in: Sowjetsko-amerikanskie
otnoschenia, Bd.1, S.192
->> Hopkins bemerkt, ohne
Übereinstimmung zwischen den "USA"
und GB werde es keine 2.Front geben
->> Hopkins und Marshall
glauben aber an eine 2.Front für 1942,
es
bestände über 50% "Chance", erstes Ziel von Roosevelt bleibe die
Zerschlagung Deutschlands (S.299).
in: Sowjetsko-amerikanskie
otnoschenia, Bd.1, S.193-194
3.6.1942 ca. /
Molotow zum 2.Mal in London
Molotow reist
zurück nach London -
Roosevelt: 2.Front nur bei "vernünftigen Erfolgsaussichten"
Molotow nimmt
Notizen über das Communiqué nach London mit mit
der
Bemerkung, dass die 2.Front für 1942 unsicher ist, dass Versprechungen
unmöglich sind und dass eine 2.Front nur bei "vernünftigen
Erfolgsaussichten möglich" sind (S.301).
in: Churchill, Bd.I, 1, S.401-413
10.6.1942
"USA": Marshall
setzt den
Kriegsschauplatz in Europa fest: SF, N, S, GB, Island, Sp., I, F,
Balkan, D
(S.291)
Marshall setzt
Eisenhower zum
Befehlshaber über die 2.Front ein
(S.291)
11.6.1942
"USA": Streit um
das
sowjetisch-"amerikanische" Kommuniqué um "August 1942"
Roosevelt will den Termin
"August 1942" für die 2.Front erwähnt sehen, General Marshall nicht
(S.299)
in: Sekretnja perepiska, Bd.1,
S.248
gleicher Tag:
SU-GB: Communiqué
in London von
Churchill und Molotow: 2.Front sei "dringliche Aufgabe"
Wiederholung
der Formeln des SU-"US"-Communiqués: Zitat:
"Im Verlaufe der Verhandlungen
wurde über die dringliche Aufgabe, im
Jahre
1942 eine zweite Front in Europa zu errichten, volle Übereinstimmung
erzielt."
(S.301)
in: Churchill, Bd.IV, 1, S.401-413
Der Haken ist die Formulierung
"vernünftige Erfolgsaussichten", die
willkürlich auslegbar ist (S.301).
gleichzeitig:
GB manövriert mit zu hohen erforderlichen Schiffszahlen gegen die 2.Front
--
die "USA" und GB weichen exakten Berechnungen für die 2.Front aus
-- die von den "USA" und GB
genannten Zahlen von 7000
Schiffseinheiten sind gemäss Stalin aus der Luft gegriffen
-- GB behauptet gezielt zu hohe
Anforderungen an eine Landung mit
überhöhten
Schiffszahlen.
Falin:
"Die Briten nutzten mehrfach die
Methode, die Erfordernisse an
Landetechnik überhöht darzustellen, um eine Übereinkunft zu
verhindern."
(S.301)
Beispiel für die
GB-Manipulation der
Transportdaten
-- GB-Politiker
fordern für die Operation "Overlord"
(1944) 8000 Schiffe
-- aber die GB-Stäbe berechnen
dann konkret einen Bedarf von nur 4504
Schiffseinheiten für das Militärmaterial und die Truppen, das in der
Menge um
ein Zigfaches grösser ist als für die geplante 2.Front 1942 (S.301).
gleicher Tag:"USA"-SU:
Vereinbarung:
die
"US"-Regierung sichert das Maximum an Mitteln und
Kräften für die SU zu
um eine
SU-Niederlage zu verhindern. Die Präambel definiert:
Die
Verteidigung der SU gegen die Aggression ist für die "USA"
"lebenswichtig" (S.312).
12.6.1942
Ausdruck des
sowjetisch-"amerikanischen" Kommuniqués mit 2.Front für
"1942"
Der Termin für
die 2.Front wird in den Druck hineingebracht,
aber
Hopkins
streicht den "August" raus, so dass nur noch "1942" drin
steht (S.299)
in: Sekretnja perepiska, Bd.1,
S.248
[nicht erwähnt:
Dies sind Vorgänge, die an die
Betrügereien um den Versailler Vertrag
von 1919
erinnern].
Festlegungen:
-- Plan für die 2.Front für 1942
[de facto ist eine Afrika-Operation
geplant]
-- Aufstocken und Beschleunigung
der Militärhilfe für die SU [de facto
Reduzierung]
-- Nachkriegsregelungen für die
Friedenssicherung [ohne ein Wort über
ein
besiegtes Deutschland]
-- "übereinstimmende Auffassungen
in all diesen Fragen" (S.299)
in: Sekretnja perepiska, Bd.1,
S.203
-- es erfolgt aber bis zum
Abschluss des Besuchs von Molotow bei
Churchill
keine Veröffentlichung des SU-"amerikanischen" Kommuniqués (S.301).
Roosevelt laviert
hin und her zwischen
SU- und GB-Positionen - Kongresswahlen werden zum Argument gegen 2.Front
-- Roosevelt
steht unter dem Zwang, vor Molotow nicht als
Verweigerer
dazustehen
-- die "US"-Truppen und
GB-Truppen haben keine Kampferfahrung
-- Roosevelt schwankt selbst noch
zwischen der "amerikanischen" und
britischen Strategie
-- Roosevelt und die "US"-Stäbe
machen ihre Strategie sogar von GB
abhängig, da GB den Hauptteil der Bodentruppen stellen soll
-- eine "amerikanische" Aktion
ohne GB in Frankreich kommt für die
"USA" nicht in Frage, wäre im Fall einer Niederlage katastrophal für
Roosevelts Partei, denn 1942 sind auch Zwischenwahlen zum Kongress
(S.300)
[nicht erwähnt:
Ein weiterer deutscher Sieg gäbe
Hitler noch mehr Auftrieb]
-- Roosevelt ist auch etwas naiv,
was die britische Taktiererei
betrifft
(S.300).
Churchill verweigert die 2.Front
--
Churchill hat für sich schon lang entschieden, dass 1942 keine 2.Front
stattfinden wird (S.300).
in: Churchill, Bd.IV, 1, S.401-413
Falin:
-- Churchill erwartet immer noch
die SU-Niederlage und einen deutschen
Angriff
auf GB
-- ausserdem spielt Churchill
damit, dass die SU bei GB und den "USA"
weiterhin um Hilfe flehen soll (S.301).
12.6.1942
Publikation des
SU-"US"-Kommuniqués erst einen Tag nach dem SU-GB-Kommuniqué
->> die
Glaubwürdigkeit der "USA" ist in den SU
angeschlagen (S.302).
Mitte Juni 1942 ca.
Rückkehr Molotows
nach Moskau mit
Verkündigung an "US"-Botschafter, der Krieg könnte 1942, sicher aber
1943 gewonnen werden
(S.536)
19.6.1942 / Churchill in
Washington
Churchill kommt in die "USA" mit neuem Plan
"Gymnast"
--
"Gymnast" statt "Bolero" und "Sledgehammer"
-- Churchill wartet die
SU-Stabsberichte über die Ostfront gar nicht
erst ab
-- Churchill wartet auch die
Varianten für die Ostfront der GB-Stäbe
nicht ab
Falin:
Die Stäbe neigen zu "Bolero", und
die SU und die "USA"
wären Hauptkräfte. Dies will Churchill verhindern, dass GB als
sekundäre Kraft
eingestuft wird (S.302).
20.6.1942 / Churchill in
Washington
Churchill präsentiert Roosevelt seine Denkschrift mit neuen Argumenten gegen die 2.Front
--
"Vorbereitungen" zum Aufmarsch in GB (Operation "Bolero")
sollen weitergeführt werden für das Jahr 1942, "bestimmt aber für
1943"
--
Anfang September 1942 könnten 6-8 Divisionen an der nordfranzösischen
Küste
landen
--
aber es muss Aussicht auf einen Sieg bestehen, denn eine Niederlage von
GB /
"USA" in Frankreich ist auch für die SU nicht positiv, und die
französische Bevölkerung würde der "Rache der Nazis ausgesetzt", und
Aktionen für 1943 würden verzögert
--
Churchill rät von einer grösseren Landung 1942 ab, ausser als ein
Diversionsmanöver mit ebensolchem Rückzug:
"Wir
stehen entschieden auf dem Standpunkt, in diesem Jahr von einer
bedeutenden
Landung in Frankreich abzusehen, sofern wir nicht zu bleiben
entschlossen
sind." (S.303)
--
Churchill kommentiert, die GB-Stäbe hätten bisher keinen erfolgreichen
Landungsplan zustandegebracht ausser für den Fall einer deutschen
Deprimierung
--
statt in Europa solle man andere Operationen durchführen, die ebenso
den Druck
auf die SU nehmen, z.B. in Nordafrika (S.304).
in:
Churchill,
[Bd.IV ?], S.440-441
20.8.1942?
Inhaltslose
Erklärung von Churchill und
Roosevelt in Washington nach dem Churchill-Besuch
--
die gemeinschaftliche Erklärung ist gemäss Sherwood "inhaltlich leer"
-- es steht darin kein Wort von
einer 2.Front
-- die Erklärung behauptet, dass
"die bevorstehenden Operationen ...
Kräfte der Deutschen aus Russland abziehen werden"
-- die Erklärung behauptet, dass
sich durch die Operationen die
"Gesamtlage für den Sieg günstiger gestalten" werde. (S.306)
in: Sherwood,
Robert: Roosevelt i Hopkins. Moskau
1957,
Bd.2,
S.221
-- ohne Erwähnung konkreter
Operationen (S.306)
Folgen in der Praxis:
-- ein Truppenaufmarsch auf GB
für eine 2.Front wird auf unbestimmte
Zeit
verschoben
Folgen bei den Militärs der
"USA":
-- die Generäle wollen die
2.Front jedoch noch wenigstens in den
Papieren
erhalten (S.306).
Folgen bei Churchill:
-- Churchill will nun "Jupiter"
(Landung in Narvik) absagen, nachdem
er alle betrogen hat
[nicht erwähnt:
Damit sind für das 3.Reich alle
Erzvorkommen Europas weiter verfügbar]
-- die Erklärung ohne Nennung von
Operationen und Zeitpunkt ist ein
verdeckter
Sieg der britischen Position (S.306).
in: Sekretnaja perepiska, Bd.1,
S.252
Folgen für Deutschland:
-- es ist auf längere Zeit hinaus
keine 2.Front zu erwarten, und alle
Kräfte
können an die Ostfront geworfen werden (S.306).
20.6.1942
Churchill weiss,
dass Roosevelt die
Operation "Gymnast" gefällt
so Henry Stimson (S.304).
Churchill kann gleichzeitig mit seiner
Einkreisungspolitik bei den "USA" jede Unentschlossenheit ausnutzen.
Und Roosevelt akzeptiert Churchills Argumentation gegen die 2.Front
(S.304).
gleichzeitig:
Das OSS arbeitet mit Wissen von
Roosevelt Pläne aus, wie mit Hilfe der
Pétain-Regierung Nordfrankreich unter Kontrolle gebracht werden kann
(S.536).
gleicher Tag:
Weisung von
Roosevelt an Marshall und
King zur Erörterung der 2.Front
für den Fall,
dass die SU wackelt, dass der Kaukasus
NS-besetzt ist
und
dass die NS-Truppen "Leningrad und Moskau gefährlich bedrohen", mit
oder ohne GB (S.304).
in:
Sherwood,
Robert: Roosevelt i Hopkins. Moskau
1957, S.479
in: Matloff, Maurice
/ Snell, Edwin M.: Strategitscheskoje
planirowanije w
koalizionnoi woine 1941-42, Moskau 1955, S.280
[Roosevelts Lüge:
Leningrad ist bereits schwer bedroht].
->>
Roosevelt definiert GB nur noch als "Hilfstruppen"
->> das Kriegsministerium
und der "US"-Stab empfehlen aber, an
der Zusammenarbeit mit GB festzuhalten:
-- von den "USA" kämen 4
Infanteriedivisionen, eine Panzerdivision,
und bedeutende Flugzeugkräfte
-- von GB sind 5 Divisionen und
Teile der Air Force
-- GB will einen garantierten
Erfolg, die "US"-Stäbe wollen mehr
Risiko eingehen und meinen, ein "garantierter Erfolg" sei nie
vereinbart gewesen
-- die "US"-Stäbe meinen, die
2.Front sei die beste Hilfe für die SU,
besser, als an jedem anderen Ort
-- die "US"-Stäbe lehnen
"Gymnast" ab, denn auch bei einem
Erfolg von "Gymnast" ist die NS-Führung nicht zum Abzug von Kräften
von der Ostfront gezwungen:
"Der Hauptmangel dieses Planes
[Operation "Gymnast"] besteht
darin, dass er selbst bei erfolgreicher Verwirklichung die Deutschen
[falsch:
NS-Koalitionstruppen] nicht dazu veranlassen wird, auch nur einen
einzigen
Soldaten, einen einzigen Panzer oder ein einziges Flugzeug von der
russischen
Front abzuziehen." (S.305)
in: Matloff, Maurice / Snell,
Edwin M.: Strategitscheskoje
planirowanije w
koalizionnoi woine 1941-42, Moskau 1955, S.281-282
OSS: Donovan-Plan,
das 3.Reich mit
"Spezialaktionen" in die Knie zwingen
->>
"US"-Militärs halten die Donovan-Pläne für
"unethisch, nicht gentlemenlike und abstossend." (S.537)
in: Brown, A.C.: The
Last Hero. N.Y., 1984, S.217
[-- was für Pläne? Kampfgas?
Bomben wie Japan in China mit Pest-Bazillen etc.?
-- sind die militärsch nutzlosen
Städtebombardements und reihenweise
Städtevernichtungen ethischer
-- hat je ein deutscher Bomber
eine "amerikanische" Stadt
vernichtet?]
"US"-Stäbe wehren
sich für die
2.Front gegen "Gymnast"
-- denn wenn
"Gymnast" durchgeführt wird, gibt es im Frühjahr
1943 keine 2.Front
-- Eisenhower warnt Roosevelt mit
einer Denkschrift, dass Churchill zu
seiner
ursprünglichen Konzeption zurückkehrt mit der ersten Priorität, das
"Empire zusammenzuhalten"
-- Eisenhower wehrt sich für ein
"vernünftiges Risiko und nüchterne
strategische Erwägungen." (S.305)
in: Matloff, Maurice / Snell,
Edwin M.: Strategitscheskoje
planirowanije w
koalizionnoi woine 1941-42, Moskau 1955, S.282-283
"US"-Stäbe erwägen
ein
Ultimatum an GB
(S.305);
-- entweder gemeinsam ein aktives
Vorgehen gegen Deutschland vornehmen
oder
-- die Masse der "amerikanischen"
Bodentruppen wird gegen Japan
eingesetzt (S.305-306)
Hier blockiert aber Roosevelt. Er
lehnt das Ultimatum ab (S.306).
ab 20.6.1942 ca.
"USA": Roosevelt gibt Pläne bei den Stäben zum Plan
"Gymnast" in Auftrag
Die
"US"-Stäbe bemerken, "Gymnast" oder
"Supergymnast" seien nur schwer realisierbar. Marshall und Stimson
und das vereinigte Komitee der Stabschefs sehen eine viel bessere
Wirkung auf
Deutschland durch "Bolero" (S.303).
in: Matloff, Maurice / Snell,
Edwin M.: Strategitscheskoje
planirowanije w
koalizionnoi woine 1941-42, Moskau 1955, S.274-275, 278-279
in: Sekretnaja perepiska, Bd.1,
S.252
Falin: Die Politiker der "USA"
und GBs drängen insgesamt auf eine
Kriegstaktik, die allen Regeln der Arithmetik widerspricht, und der
Hauptfeind
wird militärisch kaum ernsthaft beschäftigt (S.303).
24.6.1942
"USA"-GB: Gespräche
von
Eisenhower mit "US"-Stäben in London ohne 2.Front
Die 2.Front ist
gemäss Falin fast kein Thema mehr, "nur noch
ein
Schatten seiner selbst" (S.291).
26.6.1942
OSS: Der Westfrieden ist vorbereitet
Donovan
berichtet Roosevelt über einen möglichen Westfrieden, erarbeitet und
vermittelt
von Politikern um die profaschistische Worms-Bank (S.537).