Das Schachspiel der
Mächtigen
1919-1945
oder:
Der Höhepunkt
im
grossen darwinistischen Fressen
Teil 29: November
und Dezember 1943. Chronologie
aus:
Valentin Falin: Zweite
Front. Die Interessenkonflikte in der
Anti-Hitler-Koalition. Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachfolger,
München
1995
ergänzende Strukturdaten:
aus dtv-Atlas der Geschichte
1986, Bd. 2
November
1943
DWid:
Gespräch
Goerdeler-Wallenberg
Der versprochene Hitler-Umsturz hat nicht stattgefunden
--
die Städte Leipzig, Berlin und Stuttgart sind von Bombardements
verschont
geblieben
-- Goerdeler gibt weiterhin an,
der Umsturz würde bald erfolgen
-- Wallenberg warnt, dass
Deutschland nicht geschlagen sein dürfe,
sonst sei
alles vergeblich
-- Wallenberg meint, Churchill
sehe die Vorbereitungen von Goerdelers
Verschwörung positiv (S.363).
D Westfront: Beginn grosser Befestigungsbauten entlang der Küste unter Rommel
--
gemäss Falin quasi ohne Kräfte und Mittel
-- Hauptgewicht: Verminung der
Küstengewässer,
ca.
6 Mio. Minen, Verdreifachung gegenüber vorher
-- Errichtung starker
Verteidigungsstellungen zwischen Calais und
Boulogne und
auf einigen Inseln (S.426).
DWid-GB-S:
Trott-Günther-Monckton in
Stockholm
Treffen von
Trott zu Solz mit dem schwedischen Aussenminister
Christian
Günther und dem leitenden Mitarbeiter des britischen
Informationsministeriums,
Sir Walter Monckton in Stockholm
(S.400)
in: Moltke, Freya von/Balfour,
Michael/Frisby, Julian: Helmuth James
von Moltke
1907-1945. Stuttgart, 1975
DWid-"USA": Kairo:
Geplantes
Treffen zwischen Moltke und dem "amerikanischen" Gesandten Kirk
-- Kirk
erscheint aber nicht, sondern der "amerikanische"
Brigadegeneral
R.G.Tindall
-- Moltke spricht im Namen von
Canaris und anderen Militärs
-- Tindall behandelt Moltke wie
einen mittelmässigen Agenten, es kommt
kein
vertrauliches Gespräch zustande (S.395).
ab Anfang November 1943
"US"-Stäbe sind
immer mehr zur
Durchsetzung der 2.Front bereit
Nur die SU
selbst könnte die 2.Front noch stoppen (S.384).
1.-10.11.1943 ca. / nach der
Moskauer Aussenministerkonferenz
Die "USA" legt
ihren
Standpunkt fest
--
Roosevelt-Beratungen mit den "US"-Militärs über Operation
"Rankin", die spezielle Landung,
-- Beratungen über die Teilung
Deutschlands in Zonen
-- Beratungen über die
Neuaufrüstung einer französischen Armee
-- Beratungen über einen
eventuellen türkischen Kriegseintritt
-- Beratungen über die
Zusammenarbeit mit der SU (S.385).
Spekulationen:
Deutschland werde einen
schnellen GB-"US"-Einzug ermöglichen
-- Deutschland
könnte während der Landung ("Rankin")
kapitulieren
-- eventuell ist dann die
Verstärkung von "Rankin" durch
"Overlord"-Truppen möglich
-- Roosevelt will v.a.
"amerikanische" Truppen so schnell wie möglich
in Berlin sehen
->> Roosevelt konstruiert
eine Art Mischoperation aus
"Round-up" und "Rankin"
->> Voraussetzung ist, dass
die Wehrmacht nur geringen Widerstand
leistet
und ein Sieg über Deutschland leicht und rasch zustandekommt (S.386).
Spekulationen über
neue Aufteilung der
Besatzungszonen
-- "USA": NW-D
bis zur Linie Berlin-Stettin
-- GB: Süd- und SW-D
-- SU: Ost-D
-- später: Deutschland soll in
drei oder 5 souveräne Staaten aufgeteilt
werden
-- die Politik kann
"separatistische Tendenzen fördern mit
verschiedener
Politik in den Besatzungszonen (S.386).
Spekulationen
Roosevelts über
Frankreich: schwaches Frankreich
-- Frankreich
soll schwach bleiben
-- Frankreich soll seine
Überseeterritorien nicht mehr militärisch
verteidigen
können
-- Frankreich soll an der
Besetzung der Achsenstaaten oder am Krieg
gegen Japan
nicht teilnehmen können
-- Roosevelt: "Frankreich wird
mindestens 25 Jahre lang keine
Grossmacht
sein"
-- Frankreich soll
Indochina,
Neukaledonien,
Marquesas-Inseln
[Französisch-Polynesien] und
Dakar [Senegal] nicht
zurückerhalten
-- Dakar soll "Vorposten Amerikas
auf dem afrikanischen Festland"
werden (S.386)
-- in Dakar soll im Namen der
Vereinten Nationen
Brasilien
die Kontrolle über Hafen, Flugplätze und andere
Militärobjekte ausüben (S.386-387).
Gemäss Falin verhärtet sich nun
Roosevelts Politik gegenüber Anfang
1943 zu
einer immer deutlicheren Alleinherrschaft der "USA" über die
Nicht-SU-Welt (S.387).
5.11.1943
"USA": Roosevelt sichert seine Forderungen für Teheran ab: Bewilligung für eine UNO im
"US"-Senat
Der
"US"-Senat beschliesst mit 85 zu 5 Stimmen die "
Connally-Resolution"
für
die
Zusammenarbeit
in der Nachkriegszeit und zur Friedenserhaltung mit der
Gründung
einer internationalen Organisation als Nachfolgeorganisation des
Völkerbunds
(S.405).
ab 8.11.1943
Planung von "Overlord"
Hauptsache:
GB-"US"-Streitkräfte müssen der RA zuvorkommen:
1. Etappe
Es sollen
sofort besetzt werden
-- in NW-D: Bremen, Lübeck,
Hamburg
-- in W-D: das Ruhrgebiet, Köln
-- in Mittel-D: Berlin, Dresden
-- in Süd-D: Stuttgarter Region,
München
-- in Italien: Turin, Mailand,
Rom, Neapel, Triest
-- in SO-Europa: Budapest,
Bukarest, Sofia (S.378)
2. Etappe
symbolische
Kräfte sollen stationiert werden in Den Haag,
Brüssel,
Lyon,
Prag, Warschau, Belgrad, Zagreb (S.378)
3. Etappe
symbolische
Kräfte in DK, Raum Kiel, in Griechenland in
Saloniki
und auf
Rhodos (S.378).
-- es sind jetzt schon keine
koordinierten Massnahmen, sondern
Massnahmen gegen
die SU
-- es ist immer noch keine
Koordination mit der SU vorhanden
-- Deutschland soll von GB- und
"US"-Kräften besetzt werden, obwohl
die SU die Hauptarbeit im Krieg gegen die Wehrmacht geleistet hat
(S.378).
19.11.1943
Roosevelt gibt
Marshall eine Zonenkarte
über Deutschland
(S.386)
28.11.-1.12.1943
Konferenz von Teheran
Roosevelts
Scheinheiligkeit
Roosevelt: Ohne
Pearl Harbor und Hitlers Kriegserklärung
gegen die
"USA" hätten die "USA" im "neutralen" Status
bleiben können (S.50).
[Ergänzung:
Pearl Harbor war von der
"US"-Regierung provoziert, der Angriffsplan
der Japaner war 10 Tage vorher durch Funkaufklärung bekannt und wurde
absichtlich zugelassen, um die aktive Rolle im Weltkrieg übernehmen zu
können].
Die Taktiken der
verschiedenen Seiten in
Teheran
-- die "USA"
und die SU wollen die 2.Front und keine
Aufsplitterung der Kräfte mehr (S.387)
-- Stalin meint, die Türkei sei
unwichtig (S.387-388)
-- die Besetzung von Rhodos,
Jugoslawiens und Roms sind gemäss Stalin
"nicht von Wichtigkeit"
-- Stalin formuliert Leitlinien
für die militärischen Stäbe. Die
"amerikanische" Mitschrift:
1. "Overlord" soll fest datiert
werden, um eine Koordination mit der
Ostfront zu ermöglichen, und man solle "Overlord" dann nicht mehr
verschieben
2. zwei Monate vor "Overlord"
solle der Angriff in Südfrankreich
stattfinden, wenn unmöglich, gleichzeitig oder auch "sogar etwas
später"
3. so bald wie möglich soll ein
Oberbefehlshaber für "Overlord"
bestimmt werden (S.388)
in: Sherwood, Robert: Roosevelt i
Hopkins. Moskau 1957, S.644-645
->> Churchill unternimmt
alles, um "Overlord" in der Schwebe zu
halten (S.388).
-- Roosevelt will der SU den
Zugang zu den "warmen Meeren"
ermöglichen
-- Roosevelt fordert eine
Weltorganisation zur Aufrechterhaltung der
internationalen Sicherheit mit den "USA" und mit der SU als Partner
-- Ziel von Roosevelt ist die
Vision einer Welt mit einem Minimum an
Waffen und
einem Optimum an sowjetisch-"amerikanischer" Übereinstimmung (S.405).
-- Hopkins erläutert Molotow und
Eden die Pläne für die
"US"-Stützpunkte gemäss dem Kriterium, "wer der nächste Gegner
sein wird", ohne dabei die SU zu nennen
--
Hopkins
fordert
GB und die SU auf, über die Verhinderung von
Wettrüsten zu
sprechen
-- ein konkretes Einverständnis
bleibt aber aus
-- gleichzeitig spriessen die
Stützpunkte wie Pilze aus dem Boden
(S.406).
in: Sherwood, Robert: Roosevelt i
Hopkins. Moskau 1957, Bd.2, S.489
ab 29.11.1943OSS-D:
Dulles nimmt Kontakt
zu deutschen Konservativen aus, später "Breakers" genannt
(Einbrecher)
(S.394)
in:
Heideking,Jürgen/Mauch,Christof (Hrsg.): Geheimdienstkrieg gegen
Deutschland. Göttingen, 1993, S.22
30.11.1943
Teheran: Der Koordinationsbeschluss:
"Overlord" im Westen - Grossoffensive im Osten Deutschlands
Stalin
an Churchill: Wenn im Mai 1944 keine Landung in Süd-F (Operation "Anvil" (S.389)) stattfindet, wird
die SU 1944 keine neuen Operationen mehr starten
-- Begründungen werden sein:
schlechtes Wetter, oder Schwierigkeiten
beim
Transport, sowie Enttäuschung in der RA
-- Stalin macht den weiteren
Vormarsch auch von der 2.Front abhängig
(S.388).
in: Churchill, S.70
-- Stimson spekuliert daraufhin,
die SU werde bei ihren alten
Staatsgrenzen
Haltmachen, weil "das strategische Hauptziel ihrer Verteidigung
erreicht" sei (S.543).
in: Matloff, Maurice: Ot
Kasablanki do "Overlorda". Moskau 1964,
S.472
->> erst jetzt teil
Roosevelt am selben Tag am 30.11.1943 Stalin
den
Termin für "Overlord" mit: Mai 1944
->> Stalin will
gleichzeitig eine Grossoffensive an der Ostfront
organisieren, um den Widerstand in West-D zu minimieren
->> ist der "Militärische
Beschluss" der Konferenz von Teheran.
Damit hat die 2.Front eine vertragliche Grundlage (S.388).
Zusätzlich werden enge Kontakte
der drei Militärstäbe vereinbart
(S.388).
in: Sowjetsko-amerikanskie
otnoschenia, Bd.1, S.453-454, 459
Teheran: Churchill
verliert seine
Narrenfreiheit
-- Churchill
verliert die Intrigenfreiheit im Grossen, im
Kleinen
intrigiert er weiter
-- Roosevelt lehnt jede
Unterstützung der GB-Pläne im östlichen
Mittelmeer ab:
kein zusätzlicher Schiffsraum für Landungen in Anzio
[südlich von Rom] oder Rhodos
(Operation "Herkules") (S.389).
Teheran:
Bekräftigung der
"bedingungslosen Kapitulation" durch alle Beteiligten
macht auf das
NS-Regime kaum Eindruck, denn die Realität ist
anderswo, wie
schon in der Vergangenheit, so meint das NS-Regime (S.462).
ab November 1943
DWid wird in den
"USA" und in GB unglaubwürdig
--
die deutschen Oppositionsgruppen sind gespalten, haben ganz
verschiedene
Vorstellungen über ein Deutschland nach dem Krieg
-- innerhalb und ausserhalb der
Regierung werden unterschiedliche
Linien
verfolgt
-- es existieren sogar
verschiedene Schattierungen innerhalb von
Personen, je
nach "persönlicher", "geschäftlicher" oder
"beruflicher" Art
-- auf den unteren Ebenen
existieren alle Arten von Beziehungen mit dem
Ziel
"Alternativen zu Hitler" (S.391).
GB-Geheimdienst in D: Geheimdienst MI-5
hat
in Deutschland gemäss Falin eine "solide Basis" (S.391).
Ende November 1943 ca.
DWid-"USA": Brief
von Moltke
an den "amerikansichen" Gesandten Kirk mit Appell, den Krieg sofort
zu beenden
und mit der
Bitte um Weitergabe an Roosevelt (S.395)
in: Hoffmann, Peter: Widerstand.
Staatsstreich. Attentat. Der Kampf
gegen
Hitler. München 1970, S.278-279
in:
Heideking,Jürgen/Mauch,Christof (Hrsg.): USA und deutscher
Widerstand.
Tübingen 1993, S.52-61
"Herman Plan"
OSS-Mitarbeiter
(S.398) Rüstow und Wilbrandt (S.399) fassen den Friedensappell von
Moltke ab
unter dem Titel
"Exposé über die Bereitschaft
einer mächtigen deutschen Gruppe,
militärische Opposition der Alliierten gegen Nazi-Deutschland
vorzubereiten und
zu unterstützen" (S.395), vom OSS "Herman Plan" genannt (S.398)
These der
Ost-West-Teilung des deutschen
Widerstands
Die deutsche
Opposition sei in zwei Flügel geteilt, eine
östliche
Gruppe
v.a. mit der Luftwaffe, die sich an der guten Nachbarschaft mit der SU
orientieren will, mit der Gründung des "Bundes Deutscher Offiziere"
in Moskau (S.395), sowie eine westliche Gruppe in Anlehnung an die
"USA" und GB, mit vielen Schlüsselkräften der Militär- und
Beamtenhierarchie (S.395-396), u.a. auch aus dem OKW, mit Verbindungen
zur
Kirche, ehemalige Gewerkschaftskräfte, Arbeiterorganisationen,
Industrielle und
Intellektuelle (S.396)
Standpunkte
1. Niederlage
Deutschlands sei moralisch und politisch
notwendig
2. die Forderung nach der
"bedingungslosen Kapitulation" sei
berechtigt, eine Staatsexistenz in Übereinstimmung mit demokratischen
Werten
sei anzustreben
3. die Ostfront sollte bis
Tilsit-Lemberg heranrücken, so dass in
Ansicht einer
drohenden SU-Invasion radikale Entscheidungen in Deutschland möglich
werden
(S.396)
4. der deutsche Widerstand
befürwortet weitreichende militärische
Kooperation
mit den Westmächten, wenn ein umfassender militärischer Einsatz der
Westmächte
stattfindet, und ein Erfolg auf breiter Front ist dann absehbar
(S.396), erst
nach einer Ablösung Hitlers und nach einer alliierten Besetzung würde
die
"wirkliche Stimme Deutschlands" laut (S.397)
5. eine unprofessionelle Landung
wie in Italien wird Gegenkräfte wecken
und
eine neue Dolchstosslegende provozieren, für begrenzte Ziele ist die
deutsche
Opposition nicht zu haben
6. bei einer Totalbesetzung ist
die Oppositionsgruppe zu aller
Kooperation
bereit, auch zur Vorbereitung der Invasion
7. eventuell kann der Einmarsch
der Alliierten von intakten
Wehrmachtseinheiten
unterstützt werden
8. die Oppositionsgruppe
behauptet gleichzeitig, mit der Landung würde
eine
provisorische antinazistische Regierung gebildet werden zur Übernahme
nichtmilitärischer Aufgaben, Festlegung der provisorischen Regierung im
Voraus
9. bei Ausbleiben einer 2.Front
besteht die Gefahr der
"Bolschewisierung", eines "nationalen Kommunismus", eine
drohende tödliche Gefahr für Deutschland und die Gemeinschaft der
europäischen
Nationen". Die Gruppe will alles verhindern, dass der Krieg durch einen
Sieg der RA beendet wird und dass Deutschland durch die RA besetzt wird
(S.397), zum Wiederaufbau muss man aber auch prorussische Kreise
miteinbeziehen
(S.397-398)
10. Kooperation der neuen
deutschen Regierung mit Sozialisten und
Gewerkschaften und mit "unabhängigen Kommunisten", um
Linksradikalismus zu vermeiden (S.398)
11. der erste Standort der
Gegenregierung soll am besten in
Süddeutschland,
vielleicht auch in Österreich sein, deswegen sollten dort keine
wahllosen
Luftangriffe gelogen werden, damit die Bevölkerung nicht in
anti-alliierte
Stimmung gerät (S.398).
in: Moltke, Freya von/Balfour,
Michael/Frisby, Julian: Helmuth James
von Moltke
1907-1945. Stuttgart, 1975, S.264-265
[Beweis für sinnlose
Luftangriffe auf
deutsche Städte
Die Luftangriffe provozierten
anti-alliierte Stimmung und gaben dem
NS-Regime
Vorwand für neue Profilierung. Die Alliierten mussten also wissen, dass
die
wahllosen Luftangriffe gegen die Zivilbevölkerung kein nützliches
Mittel zur
Kriegsführung darstellten].
-- das OSS in Istanbul sendet den
"Herman Plan" über das HQ in Algier
in die "USA"
-- der Plan wird offiziell nie
geprüft
-- Donovan sendet den Plan an das
Vereinigte Stabskomitee der
Stabschefs, mit
Bestätigung der Seriosität der Widerstandsgruppe, aber die Gruppe habe
keine
Massenunterstützung
-- Donovan bemerkt, dass die
Linie Tilsit-Lemberg als Ostfrontgrenze
heisst,
dass die Westalliierten ganz Deutschland und Teile Polens besetzen
sollen, und
der Plan sei dann ein antirussischer Vorschlag zu werten (S.398).
in: Moltke, Freya von/Balfour,
Michael/Frisby, Julian: Helmuth James
von Moltke
1907-1945. Stuttgart, 1975, S.268
in: Brown, A.C.: The Last Hero.
N.Y., 1984, S.364
in: Hoffmann, Peter: Widerstand.
Staatsstreich. Attentat. Der Kampf
gegen
Hitler. München 1970, S.278-279, 743
Verdacht Falins:
Rüstow und Wilbrandt
haben den "Herman Plan" "schöpferisch" bearbeitet
-- denn Moltke
erscheint sonst nie so militant antisowjetisch
-- denn Moltke war eigentlich nie
ein Nationalistenfreund wie
Goerdeler, die
Zusammenarbeit mit Deutsch-Nationalen erscheint unwahrscheinlich
-- im "Herman Plan" scheinen
Elemente mit Beschreibung der Gefahr der
"Bolschewisierung" ganz Europas aus OSS-Büros eingeflochten, z.B. von
OSS-Büros aus Bern, Stockholm und Istanbul
-- der Appell des "Herman Plan"
ist eher darauf gerichtet, dass
Deutschland nicht zusammenbrechen dürfe, und kein Friedensplan
-- der "Herman Plan" ist gemäss
Falin an vielen Stellen ein
"amerikanisches" Produkt (S.399).
Moltke, Freya von/Balfour,
Michael/Frisby, Julian: Helmuth James von
Moltke
1907-1945. Stuttgart, 1975, S.268
gleichzeitig:
Schreiben des
deutschen Botschafters
Leverkuehn aus Ankara an das OSS an Donovan
mit der Angabe,
der deutsche Widerstand könne Aktionen der
Wehrmacht an der
Westfront gegen eine alliierte Landung nicht verhindern, wohl aber
verzögern.
Als Gegenleistung fordert der deutsche Widerstand einen
Verhandlungsfrieden mit
den West-Alliierten.
Roosevelts Antwort ist gemäss
Falin nicht eindeutig. Bezeugt ist eine
schwankende Haltung Roosevelts, von der Ablehnung bis zur Bereitschaft,
mit
ausgewählten Widerstandsleuten aus Deutschland zu verhandeln (S.400).
in: Moltke, Freya von/Balfour,
Michael/Frisby, Julian: Helmuth James
von Moltke
1907-1945. Stuttgart, 1975, S.268
in: Hoffmann, Peter: Widerstand.
Staatsstreich. Attentat. Der Kampf
gegen
Hitler. München 1970, S.279
November 1943-Anfang Mai 1945
"USA"-D: weiterhin intakte Beziehungen - die unsichtbare Front gegen die SU
--
die Verbindungen zwischen den "USA" und Deutschland bleiben intakt,
sie sind einfach sorgfältiger verschleiert, um sie vor der SU zu
verheimlichen
-- bis heute sind die meisten
Dokumente darüber in Panzerschränken
versteckt,
z.B. ein Bericht von OSS-Chef Donovan, von dem bis heute nur das
Begleitschreiben öffentlich zugänglich ist (S.390)
in: FRUS 1943, Bd.1, S.490
Die "US"-Kontakte zur NS-Führung
gehen bis Anfang Mai 1945
-- über die Prominente Opposition
-- über "Neutrale"
-- über Geheimdienste der Türkei,
Schwedens oder der Schweiz
-- über Bankiers
-- über die Regierungen von
Spanien, Portugal, der Türkei, der Schweiz,
Schwedens und des Vatikans (S.390).
Gemäss Falin bilden all diese
Aktionen eine unsichtbare Front gegen die
SU
(S.390). Auf den unteren Ebenen existieren unzählige Kontakte und
Verbindungen
(S.391).
in: Schellenberg, Walter:
Memoiren, Köln, 1956, S.279, 283, 294-295,
309-310,
313, 327ff., 350ff.
in: Smith, H.R.: OSS. The Secret
History of America's First Central
Intelligence Agency, N.Y. 1972, S.202
in: Hoffmann, Peter: Widerstand.
Staatsstreich. Attentat. Der Kampf
gegen
Hitler. München 1970, S.448
in: Ritter, Gerhard: Carl
Goerdeler und die deutsche
Widerstandsbewegung.
München 1964, S.449
in: Stehle, H.: Geheime
Diplomatie im Vatikan. Zürich 1993, S.224-228
Dezember
1943
D-S-"USA"-GB:
Himmler verlangt
vergeblich Informationen über die Kapitulationsbedingungen
Himmler sendet
über Schweden eine Bitte nach London und
Washington,
dass
britische und "amerikanische" Vertreter mit einem Armeeoffizier und
einem Parteifunktionär verhandeln sollten, um genauere Informationen
über die
"bedingungslose Kapitulation" einzuholen
->> Himmler erhält eine
Absage
->> die SU wird aber
ebenfalls nicht informiert, was GB und
"USA" sich für Bedingungen ausmalen (S.544).
in: Hull, Cordell: The Memoirs of
Cordell Hull. N.Y. 1948, Vol.2, S.1573
[nicht erwähnt:
Hat Himmler je einmal bei der SU
über Kapitulationsbedingungen
nachgefragt?]
Bern bewilligt die
Reduzierung von
Lieferungen an das 3.Reich
-- Waffen,
Munition, Maschinen: minus 45% (S.411-412)
-- Präzisionsmaschinen und
Kugellager: minus 40% (S.412).
Schweden verspricht, Lieferungen
von "strategischen Rohstoffen" an
Deutschland 1944 auslaufen zu lassen, hält sich aber nicht daran
(S.412).
Verhandlungen "USA"-Türkei über
die Einstellung des Chromerzexports
nach Deutschland
Verhandlungen "USA"-Spanien und
-Portugal über die Einstellung von
Wolframerzexport nach Deutschland.
Die Verhandlungen verlaufen
gemäss Falin "merkwürdig" und der
Grossteil der Akten von Roosevelt und Churchill darüber ist bis heute
[1995] in
Panzerschränken der Öffentlichkeit nicht zugänglich (S.412).
Churchills Haltung für weitere
Lieferungen an Deutschland ist bekannt.
Er
erreicht bei Roosevelt eine Taktik der "kleinen Schritte" mit der
Begründung, sonst würde das 3.Reich die neutralen Länder besetzen
(S.412).
in: Sekretnaja perepiska, Bd.2,
S.101-102
ab 2.12.1943 / ab der Konferenz
von Teheran
SU-"USA"-Beziehungen bleiben lau -
NS-Manipulationen in der Roosevelt-Administration
--
Manipulationen v.a. auf den unteren Ebenen: Anordnungen werden nur
verschwommen
weitergegeben, z.B. durch William Leahy,
Cordell Hull und George Marshall
-- Informationen von Botschaften,
Stäben, Aufklärung und Abwehr für
Roosevelt
werden gemäss Falin "präpariert, um seine edlen Anwandlungen zu
dämpfen,
Argwohn zu wecken und Anzeichen von Grossmachtegoismus zu stärken."
(S.389)
->> die "US"-Behördenchefs
und "US"-Militärs führen
eine eigene Politik neben Roosevelt
->> es ergibt sich die
Unterscheidung in den "USA" zwischen
Beschluss und Durchführung
->> es ergeben sich totale
Missverständnisse und Komplikationen
zwischen
den "USA" und der SU bezüglich Staatsdisziplin (S.389), z.T. ohne
jede Möglichkeit der Rückverfolgung (S.389-390).
[-- es beginnt der unbedingte
Weltbeherrschungswahn im Weissen Haus,
und jeder
will "mitmachen", etwas mitmanipulieren
-- Mittelwege sind nicht gefragt
-- der eigene Rassismus im Land
wird weiterhin befürwortet].
Deutschland ist immer noch De-Facto-Verbündeter der "USA" gegen die SU
Beispiel:
Ribbentrop erhält die Dokumente von
Teheran sofort zugespielt, der "US"-Aussenminister Cordell Hull aber
erst 1/2 Jahr später! (S.550)
"USA": Nachkriegszeit ist wichtiger als der Krieg selbst - Atombombenplanung gegen die SU
--
die "USA" will sich auf lange Sicht Sonderpositionen in der
Weltpolitik sichern, so dass das politische Klima zwischen den "USA"
und der SU wiederum vergiftet wird
-- die SU merkt, dass bei den
"USA" die Nachkriegszeit wichtiger ist
als der Krieg selbst
-- in den "USA" wird an der
Atombombe geforscht, eventuell gegen die
SU gerichtet: Projekt "Manhatten"
-- auch in GB werden Atomideen
gegen die SU geschmiedet (S.390).
"USA": Hopkins
fällt in der
Gunst Roosevelts, Leahy steigt in dessen Gunst
(S.406)
ab 2.12.1943 / ab der Konferenz
von Teheran
SU erwägt die Teilung Deutschlands, Vorlegen von Entwürfen
von Litwinow, Eugen
Tarlé und
anderen, die
Entwürfe werden Stalin und Molotow und
persönlich auch Gussew vorgelegt (S.469).
DWid pokert noch mehr gegen die
"USA" und gegen GB: fordert territoriale uns staatspolitische Zugeständnisse
gegen
Teheraner Beschlüsse und gegen Roosevelts Vorstellungen (S.420).
27.12.1943
Roosevelt-Telegramm
an Churchill: Keine Hilfe an GB ohne Absprach mit Stalin
--
keine Verzögerungen mehr bei "Overlord" oder bei der Landung in
Süd-F, Operation "Anvil"
-- Churchill versucht,
Widersprüche zwischen "Overlord",
"Anvil" und den Italienlandungen zu konstruieren
-- Churchill erreicht, dass die
Landung in Süd-F von der Besetzung Roms
abhängig gemacht wird
-- der Balkan-Feldzug in
Jugoslawien wird abgeblasen, gemäss Roosevelt
und
"US"-Beratern zu riskant (S.389).
Ende 1943
GB-"USA" müssen die
Strategie
für den Krieg auf dem Festland definitiv festlegen
-- aber eine
gemeinsame Strategie zur Zerschlagung
Deutschlands
gibt es
noch immer nicht
-- die Frage, wann die 2.Front
gestartet wird, bleibt offen, und GB ist
weiterhin gegen eine 2.Front
-- es stellt sich die frage, ob
zuerst Deutschland oder Japan
zerschlagen wird
-- es stellt sich die Frage nach
den Rollen im Koalitionskrieg (S.385).
in: Matloff, Maurice: Ot
Kasablanki do "Overlorda". Moskau 1964,
S.372, 403
OSS:
Donovan-Entwurf "Aufbau einer
ständigen Behörde für strategische Aufklärung zu Friedenszeiten im
Militärapparat der USA"
-- an das
Komitee der Stabschefs
-- die "USA" soll die Kontrolle
über die Hauptölquellen im Ausland an
sich reissen (S.405)
-- weitere Pläne für die
"US"-Vormachtstellung in den Weltfinanzen,
in der internationalen Zivilluftfahrt und im Schiffstransport
-- Auswählen der Stützpunkte soll
so geschehen, dass diese alle mit der
Air
Force erreichbar sind (S.406).
in: Hilsman, R.: Strategit
shesckaja raswedka i politit scheskie
reschenia.
Moskau 1957, S.27
"USA"-GB: Die "USA"
schliessen sich [zum Schein] der britischen Strategie an
-- die GB-Pläne
sind gemäss General Embick
"eher auf politischen Überlegungen als auf nüchterner strategischer
Berechnung" aufgebaut
-- General Embick, Hauptberater
für strategische Fragen von George
Marshall
(S.521)
in: Matloff, Maurice / Snell,
Edwin M.: Strategitscheskoje
planirowanije w
koalizionnoi woine 1941-42, Moskau 1955, S.123 (S.519,521).
aber:
-- Roosevelt hält an seiner
Strategie der Weltherrschaft nach der
Zerstörung
Europas fest
-- England wird nie ein
"Bruderland" (S.183).
in: Matloff, Maurice: Ot
Kasablanki do "Overlorda". Moskau 1964,
S.571 (S.527)
Atombombe: Die "USA" planen die Operation
"Alcos": atomare Spionageaktion in Deutschland und in der SU
(S.449)
"USA": Das
"US"-Konsultativkomitee ist mehrheitlich gegen eine Teilung
Deutschlands nach einem Krieg
(S.355)
in: Pautsch, Ilse: Die
territoriale Deutschlandplanung des
amerikanischen
Aussenministeriums 1941-1943. Frankfurt / Main, 1990, S.111, 273
Ende 1943-Anfang 1944
DWid-"USA": Canaris
liegen
erste Pläne für "Overlord" und die Westfrontauflösung vor
(S.545)
Die "USA" kompensieren
offensichtlich die mangelnde Koordination mit
der SU mit Geheimdienstkontakten zum deutschen Widerstand (S.421).
in: Smith, H.R.: OSS. The Secret
History of America's First Central
Intelligence Agency, N.Y. 1972, S.216
ab Ende 1943
"USA"-GB-Neutrale:
die
"USA" und GB fordern die Neutralen zum Lieferstopp an das 3.Reich auf
-- strategische
Rohstoffe
-- Rüstungsmaterial
-- Waffen (S.411).
[aber die "amerikanischen" Firmen
sollen weiter mit dem Hitler-Regime
handeln dürfen...]