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Städtebombardements Zweiter Weltkrieg

Mai 1940 bis Mai 1943: Düsseldorf. Bombardierungen

Düsseldorf und seine todbringende Rüstungsindustrien - die allmähliche Steigerung der Bombardements ab 15. Mai 1940




Ausstellungsplakat zur Ausstellung "Schaffendes
              Volk", 1937

Ausstellungsplakat zur Ausstellung "Schaffendes Volk", 1937

präsentiert von Michael Palomino (2008)

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aus: Webseiten

Schönes Düsseldorf 1881-1914
Düsseldorf, die Johanniskirche von 1881,
                        Aufnahme von 1900 ca.
vergrössernDüsseldorf, die Johanniskirche von 1881, Aufnahme von 1900 ca.
Düsseldorf, das Rathaus von 1884 im
                        "wilhelminischen" Stil der
                        Neorenaissance. Der Turm wurde um die
                        Jahrhundertwende wegen statischer Probleme
                        herabgesetzt
vergrössernDüsseldorf, das Rathaus von 1884 im "wilhelminischen" Stil der Neorenaissance. Der Turm wurde um die Jahrhundertwende wegen statischer Probleme herabgesetzt
Düsseldorf, der Hauptbahnhof von 1891
                        ersetzt drei Sackbahnhöfe
vergrössernDüsseldorf, der Hauptbahnhof von 1891 ersetzt drei Sackbahnhöfe
Düsseldorf, die Oberkasseler Brücke von
                        1898
vergrössernDüsseldorf, die Oberkasseler Brücke von 1898

Düsseldorf und seine Umgebung waren bereits im Ersten Weltkrieg Waffenschmiede des Kaiserreichs [1]. Düsseldorf wurde auch bereits im Ersten Weltkrieg Opfer alliierter Luftangriffen [2], und wurde dann von 1921 bis 1925 im Rahmen der Ruhrgebietsbesetzung französisch besetzt [2,3].
[1] Schlussfolgerung Palomino
[2] http://www.airpower.maxwell.af.mil/airchronicles/aureview/1967/jul-aug/macisaac.html
[3] http://www.duesseldorf.de/stadtarchiv/stadtgeschichte/zeitleiste/Zeitleiste-VIII.shtml)

Die erste "Modernisierung" zeigte sich in Bauwerken der 1920er Jahre:

Das Wilhelm-Marx-Bürohochhaus, gebaut
                        1922-1924, ist das erste Bürohochhaus
                        Deutschlands
vergrössernDas Wilhelm-Marx-Bürohochhaus, gebaut 1922-1924, ist das erste Bürohochhaus Deutschlands
Düsseldorf 1929, die Südbrücke kurz vor der
                        Fertigstellung
vergrössernDüsseldorf 1929, die Südbrücke kurz vor der Fertigstellung

Die wachsende Rüstungsindustrie und das Militär in Düsseldorf: Das Geschäft mit dem Tod wird dominant

Die dominierende Rüstungsindustrie des Todes in Düsseldorf 1890-1920
Haniel & Lueg Maschinenfabrik, 1890
Haniel & Lueg Maschinenfabrik, 1890
Düsseldorf, der Stahlhof der
                        Stahlwerkverband AG, fertiggestellt im Jahre
                        1908
vergrössernDüsseldorf, der "Stahlhof" der Stahlwerkverband AG, fertiggestellt im Jahre 1908
Das neue
                                  Mannesmann-Verwaltungsgebäude aus dem
                                  Jahre 1912
vergrössernDas neue Mannesmann-Verwaltungsgebäude aus dem Jahre 1912
Die Hauptverwaltung von Rheinmetall
                                in Düsseldorf um 1920
Die Hauptverwaltung von Rheinmetall in Düsseldorf um 1920

Die Konzerne der stahlverarbeitenden Industrie in Düsseldorf (mehrheitlich Rüstungskonzerne) waren
-- Mannesmann
-- Haniel & Lueg
-- Rheinmetall
-- Phoenix AG für Bergbau und Hüttenbetrieb etc.
-- "Vereinigte Stahlwerke", eine Holding, die 40 % der Stahlproduktion und 35 % der Kohleproduktion des Reichs steuerte
-- ausserdem: chemische Industrie.

2/3 der Stahlrohre im Deutschen Reich wurden in Düsseldorf produziert. Und Düsseldorf war Verkehrsknotenpunkt des Ruhrgebiets [1]. Mannesmann produzierte Rohrwalzwerke und Stahlröhren [wohl für Kanonen, nicht für Wasserleitungen], und konnte auch Kohlezechen unter seine Regie bringen [2] und so einen Montankonzern aufbauen. Haniel & Lueg war eine Maschinenfabrik für Kolbenmaschinen im Eisenbahnbau etc. [3]. Rheinmetall produzierte Maschinengewehre (MG3) [4] bzw. Panzer und Maschinengewehre [5].

Die "Phoenix AG für Bergbau und Hüttenbetrieb" in Eschweiler verleibte sich 1910 die Mannesmann-Röhren- und Eisenwalzwerke ein. Ab 1921 wurde der Sitz der "Phoenix AG für Bergbau und Hüttenbetrieb" nach Düsseldorf verlegt. Ab 1926 war die Phoenix AG Teil der "Vereinigten Stahlwerke" [6].

Die "Vereinigten Stahlwerke" in Düsseldorf wurden 1926 gegründet aus der Fusion
-- der Thyssen-Gruppe (26 %)
-- der Phönix-Gruppe (26 %)
-- der Rheinischen Stahlwerke (8,5 %)
-- der Rheinelbe-Unternehmen (39,5 %: Deutsch-Luxemburgische Bergwerks- und Hütten-AG, Bochumer Verein, Gelsenkirchener Bergwerks-AG) [7].

Düsseldorf war ausserdem ab Ende des 19. Jh. Garnisonsstadt mit neuen Kasernen im Norden der Stadt [8].

[1] http://www.duesseldorf.de/stadtarchiv/stadtgeschichte/aufsaetze/ImBombenkrieg1.shtml
[2] http://de.wikipedia.org/wiki/Mannesmann
[3] http://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Lueg
[4] http://www.bimbel.de/artikel/artikel-14.html
[5] http://de.wikipedia.org/wiki/Rheinmetall
[6] http://de.wikipedia.org/wiki/Ph%C3%B6nix_AG_f%C3%BCr_Bergbau_und_H%C3%BCttenbetrieb
[7] http://de.wikipedia.org/wiki/Vereinigte_Stahlwerke
[8] http://www.vg-duesseldorf.nrw.de/wir/gebaeude/intro.htm

Düsseldorf, eine Stadt des Geschäfts des Todes...
Kurz gesagt, Düsseldorf war ein deutsches Zentrum der Eisenverarbeitung, der Waffenproduktion, der Maschinengewehrproduktion, der Panzerproduktion, der Stahlrohrproduktion und der Munitionsproduktion, und war zudem noch die Stadt der Schreibtischtäter, die das Geschäft des Todes organisierten. Nur Kohlezechen waren keine da, die waren nicht weitentfernt in Gelsenkirchen und in Duisburg etc. Da nützten also in Düsseldorf keine schönen Kirchen, und da nützten auch keine hübschen Säulenfassaden, um für das Ausland als "sympathisch" zu gelten. Tragisch war nur, dass die Industrie nach Bombardements ihre Betriebe einfach in andere Regionen Deutschlands verlagern konnte, denn die Alliierten hatten sich nur auf die Städte konzentriert und hatten es praktisch im gesamten Krieg unterlassen, die Verkehrsverbindungen des Reichs nachhaltig zu zerstören, und die Treibstoffproduktion wurde erst Ende 1944 konzentriert zerstört, ohne die keine Verlagerung der Industrie möglich gewesen wäre...
(Schlussfolgerung Palomino)

Düsseldorf zur Nazi-Zeit: Das Geschäft des Todes steigert sich weiter im Rausch des Autos...

Die Stahlkonzerne spendeten sogar für die NSDAP, z.B. gemäss Brüning-Memoiren die Vereinigten Stahlwerke 500.000 RM im Jahre 1932.
(http://de.wikipedia.org/wiki/Vereinigte_Stahlwerke_AG; Brüning-Memoiren 1918-1934; DVA, Stuttgart 1970, S.531)

Ausstellungsplakat zur
                      Ausstellung "Schaffendes Volk", 1937
Ausstellungsplakat zur Ausstellung "Schaffendes Volk", 1937
Reichsautobahn
                      Düsseldorf-Köln bei Opladen, 1938
Reichsautobahn Düsseldorf-Köln bei Opladen, 1938

Hitler hatte der Bevölkerung einen "Volkswagen" versprochen. Die Autobahnen waren z.T. schnell gebaut, und für den "Volkswagen" konnte man im Voraus Geld auf ein "Volkswagen-Konto" einzahlen ("Volkswagen-Sparen") [1]. Die Treue zum "Führer" wurde also durch die Sucht nach Auto und "Freiheit" abgesichert... [2]
[1] In: Eitner: Hitlers Deutsche
[2] Schlussfolgerung Palomino


Rüstungsproduktion aus Düsseldorf: Das Geschäft des Todes produzierte im Krieg nun Millionen Tote...

Rheinmetall Düsseldorf, 60cm-Mörder
                          "Gerät 040", produziert 1940-1942
vergrössernRheinmetall Düsseldorf, 60cm-Mörder "Gerät 040", produziert 1940-1942
Rheinmetall Düsseldorf, eine
                          Selbstfahrlafette "L/61", produziert
                          1939-1942
vergrössernRheinmetall Düsseldorf, eine Selbstfahrlafette "L/61", produziert 1939-1942
Rheinmetall Düsseldorf, Panzer
                          "Panther a8" mit Kanone
                          "L/70"
vergrössernRheinmetall Düsseldorf, Panzer "Panther a8" mit Kanone "L/70"

Hitlers Financiers
Eigenartigerweise war Hitler zu einem Grossteil aus dem Ausland finanziert: "Amerikanische" Rassisten wie Henry Ford, russische Zaristen, französische Antidemokraten, Mussolini, Wall-Street-Bankiers mit Einsitz in den deutschen NS-Betriebsräten, Ölbarone der Firma Shell etc. sorgten bei der NSDAP für die Finanzierung der Propaganda. Für die Rüstungsindustrie floss nach 1933 Motorentechnologie aus den "USA" in Reich... gegen die Sowjetunion, die ihrerseits auch aus den "USA" finanziert war.
(aus: Wolfgang Zdral: Der finanzierte Aufstieg des Adolf H.; http://www.geschichteinchronologie.ch/eu/3R/Hitlers-financiers.html)

Die Bombardierungen von Düsseldorf ab Mitte Mai 1940

Nun wurde die Rüstungsstadt Düsseldorf bombardiert, aber die Rüstungsproduktion wurde dadurch eben nicht entscheidend beeinträchtigt, denn die Rüstungsbetriebe verlagerten ihre Produktion nach Mittel- und Ostdeutschland, zum grossen Teil unterirdisch...
(Film: Das unterirdische Reich. Die geheimen Welten der Nazis (2003). Filmprotokoll:
http://www.geschichteinchronologie.ch/judentum-aktenlage/hol/bunkerbau-SpiegelTV2003_das-unterirdische-reich.htm)

ab 15.5.1940
Erste Bomben fallen auf Düsseldorf Flingern und Oberbilk - Sensationstourismus
Am 15.5.1940 fielen die ersten Bomben auf Düsseldorf auf die Düsseldorfer Stadtteile Flingern und Oberbilk. 6 Sprengbomben forderten 7 Verletzte und ein Todesopfer.

Karte mit Düsseldorf und den
              betroffenen Stadtteilen vom Luftangriff vom 15. Mai 1940
Karte mit Düsseldorf und den betroffenen Stadtteilen vom Luftangriff vom 15. Mai 1940

Die einzelnen Bombentreffer waren dann das Ziel von Familienausflügen, und die Bombentrichter und einzelnen Ruinen wurden bestaunt. Es herrschte ein Sensationstourismus, der so weit ging, dass Leute aus dem Bergischen in Düsseldorf wohnten, um Bombenangriffe mitzuerleben. Die Bombardements steigerten sich schrittweise [1].

Die Luftangriffe von 1940 bis 1941 verursachten nur wenige Todesopfer [2]. Bis zum 1.8.1942 erlitt Düsseldorf 112 Angriffe, manchmal mehrere am Tag [3]. Insgesamt erlitt Düsseldorf 1940-1945 9 schwere und 234 mittlere Luftangriffe [4].

[1] http://www.duesseldorf.de/stadtarchiv/stadtgeschichte/aufsaetze/ImBombenkrieg1.shtml
[2] http://www.exulanten.com/humb.html
[3] http://www.duesseldorf.de/stadtarchiv/stadtgeschichte/aufsaetze/ImBombenkrieg1.shtml
[4] http://www.duesseldorf.de/stadtarchiv/stadtgeschichte/aufsaetze/ImBombenkrieg3.shtml
http://www.duesseldorf.de/stadtarchiv/stadtgeschichte/zeitleiste/Zeitleiste-IX.shtml)


7.12.1940 Grossangriff auf Düsseldorf
Angriff mit knapp 700 Stabbrandbomben und ca. 50 Sprengbomben. Getroffen wurden u.a. die Stadtmitte, Pempelfort, Flingern, Oberbilk und Benrath.
(http://www.duesseldorf.de/stadtarchiv/stadtgeschichte/aufsaetze/ImBombenkrieg1.shtml)

Karte von Düsseldorf vom Luftangriff
              vom 7.12.1940 mit den betroffenen Quartieren
Karte von Düsseldorf vom Luftangriff vom 7.12.1940 mit den betroffenen Quartieren

1941 Flucht aus Düsseldorf, weil die Schlacht an der Ruhr nichts Gutes verheisst
Friedliebende Menschen aus Düsseldorf flüchteten bereits 1941 aufs Land, z.B. nach Iversheim und Pesch in der Eiffel.
(http://www.pankok-museum.de/pankok/flucht.htm)

5.2.1941 Britischer Luftangriff auf Düsseldorf
bei 35 Todesopfern in der Bevölkerung
(http://www.nexusboard.net/archiv/index_b6365_f54325_t296437.htm)

29. Juli 1942: Luftangriff auf Düsseldorf
3 Mosquito-Bomber bombardierten Ziele in Düsseldorf. Keine Verluste an Flugzeugen.
(http://www.raf.mod.uk/bombercommand/jul42.html)

31. Juli / 1. August 1942 Grossangriff auf Düsseldorf und Neuss

In der Nacht vom 31. Juli auf den 1. August 1942 griffen 630 Bomberflugzeuge Düsseldorf an: 308 Wellington-Bomber, 113 Lancaster-Bomber, 70 Halifax-Bomber, 61 Stirling-Bomber, 54-Hampden-Bomber und 24 Whitley-Bomber. Trainings-Bomber waren miteinbezogen. Erstmals waren über 100 Lancaster-Bomber an einem Luftangriff beteiligt. Es wurden über 900 Tonnen Bomben abgeworfen, gemäss den Kontrollfotos z.T. aber über offenes Land.

In Düsseldorf und Neuss wurden durch die 954 Brände - davon 67 Grossbrände - 453 Gebäude zerstört und über 15.000 beschädigt, davon 12.192 nur leicht beschädigt. In der Zivilbevölkerung waren 279 Todesopfer zu beklagen, 245 in Düsseldorf und 34 in Neuss, weiter 1018 Verletzte und 12.053 Obdachlose. Gemäss der British Official History (S.487) waren es 379 Todesopfer.

Die Bomberflotte hatte 4,6 % Verluste: 16 Wellington-Bomber, 5 Hampden-Bomber, 4 Halifax-Bomber, 2 Lancaster-Bomber und 2 Whitley-Bomber gingen verloren. Von den 105 Trainingsflugzeugen (Operational Training Units OTUs) gingen 11 verloren, eine Verlustrate von 10,5 %.
(http://www.raf.mod.uk/bombercommand/jul42.html)

290 Todesopfer und über 1000 Vermisste.
(http://www.exulanten.com/humb.html)

In der Nacht des 31. Juli 1942 fand ein weiterer Grossangriff statt. Getroffen wurden die südlichen Stadtteile, Friedrichstadt und das Stadtzentrum, bei ca. 290 Toten und über 1000 Verletzten.
(http://www.lebensgeschichten.net/selcont3.asp?typ=L&value=1291)

Angriff eines britischen Bomberstroms mit knapp 14.000 Stabbrandbomben auf das Stadtzentrum, südliche Stadtteile und Oberkassel [nordwestliches Düsseldorf], v.a. auf Wohngebiete, bei 279 Toten und über 1000 Verletzten.
(http://www.duesseldorf.de/stadtarchiv/stadtgeschichte/aufsaetze/ImBombenkrieg1.shtml)

über 1000 Brände.
(http://www.derendorf-online.de/default.asp?side_id=geschichte_derendorf)

Der Luftangriff vom 1. August 1942 zerstörte weite Teile der Innenstadt.
(http://www.duesseldorf.de/stadtarchiv/stadtgeschichte/zeitleiste/Zeitleiste-IX.shtml)

<Am 1. August 1942 wurde durch einen Luftangriff nahezu die gesamte Innenstadt in Schutt und Asche gelegt.>
(http://www.rp-online.de/public/article/regional/duesseldorf/duesseldorf-stadt/stadt-infos/geschichte/323643)

Schwere Schäden am Gebäude der Feuerwehr: Das Familienhaus, das Gebäude der Nachrichtentechnik, sowie eine Fahrzeughalle mit 32 Fahrzeugen brennen vollständig aus. Das Wachgebäude wird schwer beschädigt. Provisorische Reparaturen erfolgen ohne Strom und mit viel Improvisation.
(http://www.duesseldorf.de/presse/pld/d2007/d2007_06/d2007_06_13/p22724.shtml)

Eine Mine zerstörte die Kirchenfenster an der Gertrudiskirche [Stadtteil Eller im südlichen Düsseldorf]. Das Kloster Gertrudis wurde fortan in ein Lazarett umgewandelt.
(http://www.sanktgertrud.de/textkrieg.htm)

An der Kirche St. Peter wurde das Dach komplett zerstört, und Regen und Kälte setzten fortan dem Bimssteingemäuer zu. Ein Notdach wurde von der NS-Verwaltung bis Januar 1943 verweigert. Im Mai 1943 stand das Notdach und hielt genau 1 Monat bis zum nächsten Grossangriff.
(http://www.wz-newsline.de/?redid=164295)


Bild 76: Düsseldorf. Am Rheinufer brennt es nach
                einem Angriff im Jahre 1942.
vergrössernBild 76: Düsseldorf. Am Rheinufer brennt es nach einem Angriff im Jahre 1942.

15./16. August 1942: Luftangriff auf Düsseldorf

Der Angriff wurde mit 131 Bomberflugzeugen geflogen mit 5 verschiedenen Bombertypen. Düsseldorf war unter Wolken und die Bomben trafen verstreut auf. Düsseldorf und Neuss berichteten nur von einem leichten Luftangriff. Der schwerste Vorfall war in Neuss, wo eine 4000-Pfund-Bombe an den Gebäuden schwere Schäden durch Luftdruck anrichtete. Die Zivilbevölkerung beklagte 1 Todesopfer in Neuss, in Düsseldorf keine Todesopfer, weiter 13 Verletzte. Der Luftangriff richtete an Industrieanlagen keine Schäden an.
(http://www.raf.mod.uk/bombercommand/aug42.html)

10./11. September 1942: Grossangriff auf Düsseldorf und Neuss

Beim Grossangriff auf Düsseldorf am 10. September kamen 132 Menschen der Bevölkerung ums Leben und über 550 wurden verletzt.
(http://www.derendorf-online.de/default.asp?side_id=geschichte_derendorf)

Der Grossangriff vom 10. auf den 11. September 1942 wurde mit 479 Bomberflugzeugen geflogen, 242 Wellington-Bombern, 89 Lancaster-Bombern, 59 Halifax-Bombern, 47 Stirling-Bombern, 28 Hampden-Bombern und 14 Whitley-Bombern. Trainingsflugzeuge kamen von den Gruppen 91, 92 und 93. Die Pfadfinder-Flugzeuge markierten das Ziel gut, erstmals mit "Rosa Stiefmütterchen" ("Pink Pansies") in umgebauten 4000-Pfund-Bomben-Gehäusen. Ausser den nördlichen Stadtteilen wurde ganz Düsseldorf getroffen, ebenso die Nachbarstadt Neuss. 39 Industriebetriebe wurden in Düsseldorf getroffen und beschädigt, in Neuss deren 13. Weiter wurden 8 öffentliche Gebäude zerstört und 67 beschädigt. 911 Häuser wurden zerstört, 1506 schwer beschädigt, 8340 leicht beschädigt. Die Bevölkerung beklagte in Düsseldorf 120, in Neuss 12 Todesopfer. Zwei Tage später galten 116 Menschen noch als vermisst. 19.427 Leute wurden ausgebombt.

7,1 % bzw. 33 der Bomberflugzeuge gingen verloren: 20 Wellington-Bomber, 5 Lancaster-Bomber, 4 Stirling-Bomber, 3 Halifax-Bomber und 1 Hampden-Bomber. Die 16 Wellington-Trainingsbomber von Upper Heyford verloren 3. Die Industrieproduktion kam für eine gewisse Zeit zum Stillstand.
(http://www.raf.mod.uk/bombercommand/sep42.html)

Bild 77: Düsseldorfs Hauptbahnhof mit
                        Volltreffer und Häuser daneben ausgebrannt wie
                        offene Schachteln, Kontrollfoto von Mitte
                        September 1942 ca.
vergrössernBild 77: Düsseldorfs Hauptbahnhof mit Volltreffer und Häuser daneben ausgebrannt wie offene Schachteln, Kontrollfoto von Mitte September 1942 ca.

Der Hauptbahnhof hatte beim Grossangriff am 10./11. September 1942 einen Volltreffer erhalten. Die Aufklärerkamera blickt in das Gerippe der abgedeckten Häuser.

Die Häuser stehen wie offene Schachteln da.

10. November 1942: Grossangriff auf Düsseldorf
Spezielles Ziel war dieses Mal die Altstadt. Der Grossangriff hinterliess 132 Tote und 550 Verletzte.
(http://www.exulanten.com/humb.html;
http://www.lebensgeschichten.net/selcont3.asp?typ=L&value=1291)

31.12.1942 / 1.1.1943: Luftangriff auf Düsseldorf: Oboe-Experiment

Beim Luftangriff vom 31. Dezember 1942 auf den 1. Januar 1943 wurden 8 Lancaster-Bomber und 2 Oboe-Mosquitos verwendet. Der Luftangriff war ein Versuchsangriff, um das System Oboe auszutesten. Aber nur einer der beiden Oboe-Mosquitos war imstande, das System Oboe auch auszuführen. Der Düsseldorfer Bericht besagte, dass 9 Bombardierungen registriert wurden, 6 davon auf Industrieanlagen, ohne schwerwiegende Schäden. Dafür wurden 10 Zivilisten und 2 Flaksoldaten getötet, 34 Leute wurden verletzt, und 7 galten als vermisst.
(http://www.raf.mod.uk/bombercommand/dec42.html)


ab 1943
Die neuen Gewohnheiten der Bevölkerung durch die Bombardierungen in Düsseldorf
Die Schäden in Düsseldorf durch Bombardierungen waren so gross, dass kaum noch Reparaturen stattfinden konnten, auch wegen Personal- und Materialknappheit. Zwangsarbeiter wurden zur lebensgefährlichen Bergung von Leichen und Blindgängern eingesetzt, sowie zum Bunkerbau. Deswegen standen die Zwangsarbeiter für Gebäudereparaturen nicht mehr zur Verfügung. Zahlreiche Fehlalarme zehrten zudem an den Nerven, wenn "nur" Nachbarstädte betroffen waren. Mit einem "Wegweiser für Fliegergeschädigte" sollte den Menschen Adressen vermittelt werden für Hilfe oder Ausreise. Die Pfarrchronik von St. Suitbertus schildert:
-- mit einem Schlag wurden die Menschen arm, sassen am Strassenrand mit etwas Habe
-- die Menschen standen Schlange vor den "Volksküchen" für einen Napf Suppe oder ein Pack Butterbrote
-- viele zogen in noch intakte Stadtteile, richteten sich notdürftig ein, und dann wurden die noch intakten Stadtteile auch noch bombardiert, die Bomben "laufen ihnen nach"
(http://www.duesseldorf.de/stadtarchiv/stadtgeschichte/aufsaetze/ImBombenkrieg2.shtml)

1943-1944: Düsseldorf: Metallsammlung von Kirchenglocken und Metall-Kunstdenkmälern
Es wurden nun fast alle Kirchenglocken und Metallgegenstände eingesammelt, auch Kunstdenkmäler aus Metall, darunter das Reiterstandbild von Jan Willem [Johann Wilhelm von der Pfalz], das aber nach dem Krieg wieder auftaucht.
(http://www.duesseldorf.de/stadtarchiv/stadtgeschichte/aufsaetze/ImBombenkrieg3.shtml)

23./24. Januar 1943 Luftangriff auf Düsseldorf

In der Nacht vom 23. auf den 24. Januar 1943 wurde Düsseldorf von 80 Lancaster-Bombern und 3 Mosquito-Bombern der Gruppen 1, 5 und 8 angegriffen. Der Angriff fand bei bedecktem Himmel statt. Zwei Lancaster-Bomber gingen verloren.
(http://www.raf.mod.uk/bombercommand/jan43.html)


27.1.1943 Grossangriff auf Düsseldorf [1]
bzw. Nachtangriff auf Düsseldorf [2]
[1] http://www.exulanten.com/humb.html
[2] http://www.euronet.nl/users/wilfried/ww2/1943.htm

Beim Luftangriff vom 27. / 28. Januar 1943 waren 162 Flugzeuge beteiligt: 124 Lancasters, 33 Halifaxes, 5 Mosquitos. Die Pfadfinder-Flugzeuge wandten auf Düsseldorf erstmals das Oboe-Verfahren und das Bodenmarkierungsverfahren an. Trotz einer dünner Wolkenschicht über Düsseldorf war der Angriff so ein grosser Schlag. Die Bomben konzentrierten sich auf die südlichen Stadtteile, bei 66 Toten und 225 Verletzten in der Bevölkerung. 3 Halifax-Bomber und 3 Lancaster-Bomber gingen verloren, 3,7 % der Bomberflotte.
(http://www.raf.mod.uk/bombercommand/jan43.html)

Am 27. Januar 1943 wurde das Opernhaus durch einen Luftangriff weitgehend zerstört. Dachgestühl, Bühnenhaus und Zuschauerraum brannten völlig aus, nur die Fassade blieb erhalten. Der notdürftige Wiederaufbau machte bald wieder Konzerte für Soldaten möglich.
(http://www.duesseldorf.de/stadtarchiv/stadtgeschichte/gestern_heute/StadtgeschichteBildteil/25.shtml)

Opernhaus Düsseldorf vor 1943
vergrössernOpernhaus Düsseldorf vor 1943
Opernhaus Düsseldorf zerstört nach dem
                        Grossangriff vom 27. Januar 1943
vergrössernOpernhaus Düsseldorf zerstört nach dem Grossangriff vom 27. Januar 1943

6./7. Februar 1943: Luftangriff auf Düsseldorf
2 Mosquito-Bomber bombardierten Ziele in Düsseldorf.
(http://www.raf.mod.uk/bombercommand/feb43.html)

12./13. Februar 1943: Luftangriff auf Düsseldorf
2 Mosquito-Bomber bombardierten Ziele in Düsseldorf und Rheinhausen.
(http://www.raf.mod.uk/bombercommand/feb43.html)

24./25. Februar 1943: Luftangriff auf Düsseldorf
4 Mosquito-Bomber bombardierten Brauweiler und Düsseldorf, ohne Verluste an Flugzeugen.
(http://www.raf.mod.uk/bombercommand/feb43.html)

16./17. Mai 1943: Luftangriff auf Düsseldorf
9 Mosquito-Bomber bombardierten Ziele in Berlin, Köln, Düsseldorf und Münster.
(http://www.raf.mod.uk/bombercommand/may43.html)

25./26. Mai 1943: Grossangriff auf Düsseldorf: Fehlschlag

Der Grossangriff mit 759 Flugzeugen (323 Lancaster-Bombern, 169 Halifax-Bombern, 142 Wellington-Bombern, 113 Stirling-Bombern und 12 Mosquito-Bombern) wurde zum Fehlschlag, weil zwei Wolkenschichten über Düsseldorf den Pfadfinder-Markierungsbombern grosse Schwierigkeiten bereiteten. Gerüchteweise hatte die deutsche Seite auch eigene falsche Markierungen gesetzt und falsche Feuer gelegt. Die Hauptkraft des Angriffs verzettelte sich über ein weites Gebiet, bei 3,6 % Verlusten an Flugzeugen (9 Lancaster-Bomber, 8 Stirling-Bomber, 6 Wellington-Bomber, 4 Halifax-Bomber).
(http://www.raf.mod.uk/bombercommand/may43.html)

Weiter zum "Pfingstangriff" auf Düsseldorf mit Feuersturm vom 12. Juni 1943


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Bildernachweis

Stahlindustrie
-- Haniel und Lueg 1890: http://www.duesseldorf.de/stadtarchiv/stadtgeschichte/gestern_heute/stadtgeschichte/9.shtml
-- Rheinmetall Hauptverwaltungsgebäude in Düsseldorf: http://www.cl-historia.de/archivportal/rheinmetall.html

Stadtbauten
-- Johanniskirche 1881: http://www.duesseldorf.de/stadtarchiv/stadtgeschichte/zeitleiste/Zeitleiste-VII.shtml

-- Rathaus 1889 wilhelminisch Neorenaissance:
http://www.duesseldorf.de/stadtarchiv/stadtgeschichte/zeitleiste/Zeitleiste-VII.shtml

-- Hauptbahnhof 1891: http://www.duesseldorf.de/stadtarchiv/stadtgeschichte/zeitleiste/Zeitleiste-VII.shtml

-- Oberkasseler Brücke 1898: http://www.duesseldorf.de/stadtarchiv/stadtgeschichte/zeitleiste/Zeitleiste-VII.shtml

-- Stahlhof 1908: http://www.vg-duesseldorf.nrw.de/wir/gebaeude/intro.htm

-- Mannesmann-Verwaltungsgebäude von 1912:
http://www.duesseldorf.de/stadtarchiv/stadtgeschichte/zeitleiste/Zeitleiste-VIII.shtml

-- Wilhelm-Marx-Bürohochhaus 1924: http://www.duesseldorf.de/stadtarchiv/stadtgeschichte/zeitleiste/Zeitleiste-VIII.shtml

-- Einweihung der Südbrücke 1929, Südbrücke kurz vor der Fertigstellung 1929:
http://www.duesseldorf.de/stadtarchiv/stadtgeschichte/zeitleiste/Zeitleiste-VIII.shtml

-- Ausstellungsplakat "Schaffendes Volk" 1937: http://schaffendesvolk.sellerie.de/

-- Reichsautobahn Köln-Düsseldorf bei Opladen 1938: http://www.leverkusen.com/guide/Archiv1.txt/Lev00160.html

-- Waffenproduktion (Panzer und Mörser) von Rheinmetall in Düsseldorf:
http://www.nexusboard.net/archiv/index_b2571_f21796_t67902.htm

-- Opernhaus vor 1943:
http://www.duesseldorf.de/stadtarchiv/stadtgeschichte/gestern_heute/StadtgeschichteBildteil/25.shtml
-- Opernhaus zerstört 27. Januar 1943:
http://www.duesseldorf.de/stadtarchiv/stadtgeschichte/gestern_heute/StadtgeschichteBildteil/25.shtml


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