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Städtebombardements Zweiter Weltkrieg

1940 bis August 1944: Düren. Bombardierungen

Die allmähliche Steigerung der Luftangriffe auf Düren 1940-1944 - fehlende Grossbunker wegen der Klassifizierung der Stadt Düren als "Luftschutzort zweiter Ordnung" - fehlende Evakuierung

aus: Webseite, u.a. http://www.geschichtswerkstatt-dueren.de/november/tafel2.html

präsentiert von Michael Palomino (2008)

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Düren in den 1930er Jahren
Düren, Marktplatz 1935
Düren, Marktplatz 1935 [1]

Düren,
              Marktplatz 1938, "Rangierbahnhof"
Düren, Marktplatz 1938, "Rangierbahnhof" [2]

Altenteich
              mit Blick auf Weierstrasse 1935 ca.
Altenteich mit Blick auf Weierstrasse 1935 ca. [3]


Zusammenfassung
Die Luftangriffe auf Düren steigern sich allmählich. Manchmal gibt es ein halbes Jahr gar keinen. Die Stadt hat wie viele Kleinstädte auch die Diskriminierung des NS-Regimes zu ertragen, "Luftschutzort zweiter Ordnung" zu sein. Deswegen dürfen in Düren keine Bunker gebaut werden. Siehe Text.

1940-1941
12. Mai 1940 Erster Luftangriff: eine Sprengbombe

22. Mai 1940 Zweiter Luftangriff
21 Bomben. 1 Toter, 2 Verletzte; mehrere Häuser schwer beschädigt, 12 Familien obdachlos.

10. Juni 1940 Dritter Luftangriff
5 Bomben auf die Autobahn

20. Juni 1940 Vierter Luftangriff
7 Splitterbomben auf Bahngeleise und auf den Güterbahnhof, 20 Brandbomben auf Gutenberg-, Stolze- und Mittelstrasse, kleinere Brandschäden an den Häusern dieser Strassen. Luftdruckschäden und Splitterschäden.

30. Juli 1940 Fünfter Luftangriff
7 Sprengbomben, 20 Brandbomben, geringe Sachschäden.

Donnerstag, 1. August 1940
Gedenken an englische Luftangriffe vom 1. August 1918 mit Toten in der Zivilbevölkerung

21. Oktober 1940 Sechster Luftangriff
verschiedene Sprengbombenladungen und Stabbrandbombenladungen an verschiedenen Stellen im einstelligen oder zweistelligen Bereich:
-- 6 Sprengbomben und 40 Stabbrandbomben nahe der Panzerkaserne
-- 37 Sprengbomben und 45 Stabbrandbomben bei Binsfeld, das Wirtschaftsgebäude der Burg wird durch Feuer teilweise zerstört
-- 14 Sprengbomben und 20 Stabbrandbomben in Girbelsrath
-- 5 Sprengbomben in Golzheim
-- 4 Sprengbomben in Morschenich.

7. November 1940 Siebter Luftangriff
<Abwurf von Brandplatten zwischen Rölsdorf und der Rur sowie in der Nähe der Neumühle und der südlichen Nideggener Strasse, 2 Platten entzündet, keine Schäden.>

13. November 1940 Achter Luftangriff
<Grössere Anzahl Brandplatten nördlich der Kölner Landstrasse bei Distelrath, im Gelände der Heil- und Pflegeanstalt und in der Gemarkung Birkesdorf. Keine Schäden.>

10. Januar 1941 Neunter Luftangriff
2 Stabbrandbomben, geringer Sachschaden

25. Februar 1941
Der Bürgermeister beschliesst im Rahmen von neuen Luftschutzmassnahmen bauliche Änderungen.

26. Februar 1941 Zehnter Luftangriff
1 Stabbrandbombe, und Flugblätter mit den Titeln "Terror" sowie "Roosevelt hat euch gewarnt"

4. April 1941
Nichtöffentliche Tagung der Ratsherren: Es wird projektiert, einige Klöster als Lazarette einzurichten. Düren soll Auffangstation für umliegende Städte werden.

17. Juni 1941 Elfter Luftangriff
2 Stabbrandbomben, davon zündet eine nicht.

18. Juni 1941 Zwölfter Luftangriff
4 Sprengbomben landen auf freiem Feld, Flurschäden. <Stabbrandbomben in der Nähe der Riemannkaserne und im Rurgelände, Phosphor-Kalzium-Bombe (Blindgänger) beim Haus Holzstrasse 20, nicht entzündete Leuchtbombe auf das Haus Blücherstrasse 102.>

8. Juli 1941 13. Luftangriff
2 Leuchtbomben und 5 Sprengbomben bei der Riemannkaserne, nur Flurschäden.

11. Juli 1941 14. Grösserer Luftangriff mit 34 Toten
10 englische Bomberflugzeuge luden 47 Sprengbomben und 100e Brandbomben ab. Von den Sprengbomben explodierten 12 nicht. Besonders betroffen waren Kämergasse, Bongard, Auf dem Altenteich und Weierstrasse. Schäden gab es an 20 Industriebetrieben und 525 weiteren Gebäuden, davon 35 Totalschäden und 34 grössere Teilschäden. In den 33 Bränden und 2 Grossbränden starben 34 Menschen, 45 wurden verletzt. 234 Haushalte wurden obdachlos, davon 30 Einzelpersonen. Am 15. Juli 1941 folgt im Westdeutschen Beobachter eine Anzeige des Bürgermeisters Schmitz mit der Ehrung von 15 Todesopfern und mit der Angabe, dass der Luftangriff völkerrechtswidrig gewesen sei.

21. Juli 1941 15. Luftangriff
1 Stabbrandbombe, 1 Leuchtbombe, geringe Schäden.

2. August 1941
Beschlagnahmung des Karmelitinnen-Klosters ("Karmel") durch die Gestapo
Die Schwestern kommen in anderen Klöstern unter und sind als Schwestern in den Krankenhäusern in Stolberg und Eschweiler tätig.
(http://www.karmelitinnen-dueren.de/index.php/content/ursprung_und_geschichte

30. August 1941
Der Bürgermeister beschloss Massnahmen zur Unterbringung der obdachlosen Familien.

31. August 1941 16. Luftangriff
1 Stabbrandbombe, keine Schäden.

11. Oktober 1941 17. Luftangriff
3 Sprengbomben landeten in den Parkanlagen hinter dem Haus Oberstrasse 64 und verursachen Fenster- und Dachschäden.

14. November 1941
Eröffnung eines "Soldatenheims"

20. November 1941
Artikel im Westdeutschen Beobachter, wer bei Unfällen bei der Verdunkelung haften soll

(http://www.geschichtswerkstatt-dueren.de/november/tafel2.html)

1942-1943

15. Oktober 1942 18. Luftangriff
1 Luftmine, 1 Sprengbombe und ca. 20 Stabbrandbomben hinterlassen Luftdruckschäden an 525 Häusern.

14. Januar 1943 19. Luftangriff
-- ca. 50 Stabbrandbomben auf die Kölner Landstrasse, Schäden an einem Haus, Splitterschäden an 24 weiteren Häusern
-- ca. 25 Stabbrandbomben auf Rölsdorf
-- Spreng- und Brandbomben auf weitere Orte im Kreis Düren.

18. Februar 1943 Goebbels fordert den "totalen Krieg"

19. März 1943
Nichtöffentliche Tagung der Ratsherren,
Es wurde dabei festgestellt, dass Düren nicht mehr Luftschutzort erster Ordnung sei, und die Vorkehrungen würden von der Bevölkerung nicht mehr so ernst genommen.

1. August 1943 Auslagerung von Aktenbeständen und Wertbeständen
Im Bergfried der Burg Nideggen ausgelagert werden
-- das Stadtarchiv Düren
-- einige dem Kreis gehörende Archivbestände
-- das Stadtarchiv Nideggen
-- das Archiv der Evangelischen Gemeinde Düren

12. August 1943 Deutscher Jäger-Absturz über Düren
Ein deutschen Jagdflugzeug stürzt nach einem Luftkampf auf die Schreinerei Wattler an der Kölner Naldstrasse 17, Pilot tot.

9. Oktober 1943 20. Luftangriff
Eine Portion Bomben fällt auf freies Gelände, 3 Sprengbomben fallen am Bretzelnweg nieder und richten an 21 Häusern Schäden an.

25. November 1943: Mangelnder Luftschutz
Nichtöffentliche Tagung der Ratsherren,
Düren war weiterhin Luftschutzort zweiter Ordnung ohne Möglichkeit des Bunkerbaus. Stattdessen wurden Deckungsgräben ausgehoben, z.T. durch Kriegsgefangene.

[Es ist weitherum bekannt, was in Hamburg die Operation "Gomorrha" angerichtet hat].

25. November 1943: Mangelnder Luftschutz
<Klagen der Bevölkerung über mangelhafte Massnahmen zum Schutz vor Luftangriffen; Luftschutzstollen wegen hohen Grundwassers nicht möglich, Hochbunker vom Luftgaukommando abgelehnt. Die Bevölkerung ist auf den Ausbau der Hauskeller und der Luftschutzdeckungsgräben angewiesen.>

1944

30. Januar 1944 21. Grösserer Luftangriff
<8 Sprengbomben, Kölner Landstrasse und in freies Gelände. 6 Tote, 6 Verletzte. Häuser Kölner Landstrasse 167, 169, 171 eingestürzt, Bewohner verschüttet. Leichte bis schwere Schäden an weiteren 101 Häusern. Flurschäden.>

13. April 1944 22. Grösserer Luftangriff
<15 Sprengbomben, davon 8 Blindgänger. 3 Tote, 2 Verletzte. 2 Wohnhäusern (bei den Bendershäusern) zerstört, 4 schwer beschädigt, Schäden an weiteren 207 Häusern. Glas- und sonstige Schäden an den Dürener Metallwerken, der Zuckerfabrik, dem Bahnhof. Am Schlachthof 226 Fenster zerstört.>

21. April 1944 23. Grösserer Luftangriff
<4 Minenbomben, 23 Sprengbomben, davon 5 Blindgänger, 240 Phosphorbrandbomben, 630 Stabbrandbomben. 1 Toter, 4 Verwundete. 3 Wohnhäuser in der alten Siedlung in Rölsdorf und am Neuen Friedhof zerstört, 8 schwer beschädigt, Schäden an weiteren 915 Häusern, meistens durch Luftdruck.
Schäden an Industrie- und Gewerbeanlagen: Paul Emil Hoesch (Farbmühle) in Rölsdorf, Papierfabrik Hugo Albert Schoeller, Elino, Carl Canzler, Lindner & Co. Sprengbombe auf Gut Boisdorf.
1 Grossbrand, 8 mittlere Brände, 1 Kleinbrand.>

30. April 1944 24. Luftangriff
5 Sprengbomben zwischen Marienkirche und Tivolistrasse. 1 Toter, 3 Verwundete. Schäden an Marienkirche, Stadttheater, Museum, Amtsgericht, Marienschule, Peschschule, Röntgeninstitut Tivolistrasse 4. 9 Wohnhäuser mittelschwer beschädigt; 250 Wohnhäuser leicht beschädigt.>

27. Mai 1944 25. Luftangriff
<In der Mittagszeit auf den Personenbahnhof erster Tieffliegerbeschuss. 4 Tote, 7 Verwundete.>

14. Juni 1944 26. Luftangriff mit Volltreffern
<3 Minenbomben auf Lessingstrasse und Lagerstrasse. 1 Toter, 17 Verwundete. 10 Wohnhäuser zerstört, leichte bis schwere Schäden an weiteren 2628 Wohnhäusern. Oberschule für Mädchen in der Tivolistrasse schwer beschädigt, leichte bis schwere Schäden an 8 weiteren Schulen. 2 Kirchen leicht bis mittelschwer beschädigt. 11 Behördengebäude leicht bis schwer beschädigt. 1 Industriebetrieb mittelschwer, 8 Betriebe leicht beschädigt. Bahnhofsgebäude mittelschwer beschädigt. Stromnetz beschädigt. 521 Personen obdachlos.>

6. Juli 1944 27. Luftangriff mit Volltreffern
<3 Minenbomben und 4 Sprengbomben: Neue Jülicher Strasse, Blindenanstalt, Bretzelnweg, Nähe Karlstrasse, zwischen Rur und Mariaweiler Landstrasse. 23 Tote, 70 Verwundete. 15 Wohnhäuser zerstört, 1748 Wohnhäuser leicht bis schwer beschädigt. Blindenanstalt grösstenteils zerstört, Verwaltungsgebäude des RWE zerstört, Joachimskirche und Dürener Faltschachtelfabrik schwer beschädigt. An 11 Industrieanlagen Glas- und Dachschäden. Schäden an Stromnetz, Strassenbahn-Oberleitungen, Reichsbahnanlagen.>

19. Juli 1944 28. Luftangriff mit Volltreffern
<67 Sprengbomben, davon 1 Blindgänger, auf den Grüngürtel. 123 Tote, 122 Verwundete. 151 Personen verschüttet, 51 unversehrt, 37 verletzt, 73 tot geborgen, die letzte Leiche am 25. Juli. 60 Wohnhäuser zerstört, 2409 Wohnhäuser leicht bis schwer beschädigt. 1 Kirche und 2 Krankenhäuser leicht, 1 Schule mittelschwer, Papierfabrik Schleicher & Schüll schwer, die Eisengiessereien Krafft & Söhne und Depiereux leicht beschädigt. Schäden an der Bahnstrecke Köln-Düren, an Gas-, Wasser-, Strom- und Kanalisationsnetz. Aus 255 Wohnhäusern wurden 2620 Personen ausquartiert.>

21. Juli 1944 29. Luftangriff mit Volltreffern u.a. auf Bahngeleise
<98 Sprengbomben, davon 5 Blindgänger, und 120 Flüssigkeitsbrandbomben; davon 40 Sprengbomben und 35 Brandbomben auf die Anlagen der Reichsbahn. 12 Tote, 37 Verwundete. 12 Wohnhäuser zerstört, 798 Wohnhäuser leicht bis schwer beschädigt, 3 Krankenhäuser und 1 Kirche leicht beschädigt.
Teilzerstörungen und schwere Schäden an Teppichfabrik Gebr. Schoeller, Maschinenfabrik O. Dörries, Maschinenfabrik Matthias Brück, Gebr. Fendel, Verwaltungsgebäude der Stadtwerke. Schäden an Gas- und Stromnetz.
Alle Gleise innerhalb des Bahnhofs waren nicht mehr befahrbar. Der Reiseverkehr wurde durch Kraftwagen aufrecht erhalten. Vollaufnahme des Reisezugverkehrs am 21. Juli um 19 Uhr. Durch Brand wurden 40 Güterwagen und 4 Schnellzugwagen, der Güterschuppen und das Kriegsgefangenenlager nördlich vom Empfangsgebäude des Bahnhofs zerstört. Grössere Schäden an 60 Güterwagen mit Ladungen sowie starke Luftdruckschäden an Wagenpark und Gebäuden. 1 Grossbrand, 6 mittlere Brände, 15 Kleinbrände.>

24. Juli 1944 30. Luftangriff
Bomben westlich und nördlich der Stadt: Strasse vor Zimmermann-Jansen, Rölsdorf; Garten gegenüber der Gärtnerei Thelen, Gürzenich; Sportplatz hinter der Fabrik Hoffsümmer, Nähe der Dreigurtbrücke Zuckerfabrik; Nähe der Heil- und Pflegeanstalt, Grüngürtel.

Ende August 1944: Düren wird von der rückfliessenden Wehrmacht eingenommen

(http://www.geschichtswerkstatt-dueren.de/november/tafel3.html)


Die Vernichtung von Düren vom September 1944 bis zum Feuerorkan am 16. November 1944

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Fotoquellen

[1] Marktplatz 1935: http://www.wisoveg.de/dueren/1908-58/dkb1908-58.html

[2] Marktplatz 1938: http://www.wisoveg.de/dueren/1908-78/dkb1908-78.html

[3] Altenteich mit Blick auf Weierstrasse 1935 ca.: http://www.wisoveg.de/dueren/1908-78/dkb1908-78.html; http://www.wisoveg.de/dueren/1908-78/s10.jpg


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