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Die weiss-rassistisch-imperialistische Ideologieentwicklung in den "USA" 1873-1897 als Basis für "Mein Kampf"

3. "US"-Rassist John Fiske


John Fiske, Portrait

von Michael Palomino (2006)

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aus: Hans Ulrich Wehler: Der Aufstieg des amerikanischen Imperialismus. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen, 1974/1987.

-- John Fiske wächst in Massachusetts in der Tradition des Nativismus auf, ein Staat von damals rein angelsächsischen Einwanderern (S.63)

-- John Fiske ist Verbreiter der rassistischen Ideen von Herbert Spencer und Darwin und macht diese populär

-- John Fiske ist Verfasser volkstümlicher Bücher mit vereinfachten Denksystemen (S.60) für alle Laien (S.61)

-- Fiske hat viel Einfluss durch Vortragsreisen, hält Vortragsreihen für Laien, mit Übersetzung komplexer Gedanken

-- das Verhalten von Fiske ist gemäss Wehler eine Ersatzbefriedigung für die entgangene Harward-Professur (S.61).


Rassistenlehre von John Fiske

-- alles "Angelsächsische" sei überlegen, da dem "Angelsachsen" der arische Genius innewohne
-- der wahre Höhepunkt des "Angelsachsentums" sei nicht das Viktorianische Imperium, sondern die Entwicklung der "USA" bis an die Pazifikküste (S.61).

1870
John Fiske prophezeit den "Angelsachsen" die Weltherrschaft
Das englische "Angelsachsentum" werde die ganze Welt in "arische Staaten verwandeln" (S.61).

1878-1881
Washington: Fiske hält Vorlesungen über "Manifest Destiny" - Fiske wird quasi Regierungsberater
auf Einladung von
-- "US"-Präsident Hayes
-- Bundesgerichtspräsident Waite
-- Senatoren Hoar und Dowes von Massachusetts
-- General Sherman
-- Historiker-Diplomat George Bancroft (S.63).

Fiske bekommt weitere Einladungen, z.B. von Innenminister Carl Schurz. Präsident Hayes stellt Fiske gleich dem ganzen Kabinett vor (S.63).


Die magische Wirkung des Vortrags "Manifest Destiny"

-- Fiske gibt der "USA" eine Vorstellung neuer "Grösse"
-- Fiske stellt die Existenz der "USA" in einen geschichtlichen Gesamtzusammenhang

-- Fiske macht die "USA" zum Ausgangspunkt einer Weltmission innerhalb der damals "modernen" Evolutionslehre

-- Fiske bestätigt das "amerikanisch"-traditionelle Überlegenheitsgefühl
-- Fiske spinnt den puritanischen Auserwähltheitsgedanken in eine Verheissung
-- Fiske spiegelt seinen Zuhörern als Gelehrter eine historische "Wissenschaftlichkeit" vor
-- Fiske gibt der Sendungsidee des Nationalismus nach dem Bürgerkrieg einen "modernen" Inhalt

-- Fiske gibt dem Publikum die Vision, die Weltherrschaft des "amerikanischen" Imperiums sei von "Gott" vorherbestimmt

-- die Industrieexporte spielen eine wichtige Rolle am "amerikanischen" Aufstieg und Fiske traut den "angelsächsischen" Produkten alle "Durchschlagskraft" zu

-- Fiske appelliert gegen das "amerikanische" Schutzzollsystem, weil der Wettbewerb sich immer für "amerikanische" Produkte entscheide (S.63).


Fiskes Rassismus gegen Einwanderung

-- Fiske lehnt nichtgermanische Einwanderer ab (S.63)

-- Fiske übernimmt zum Teil die einwandererfeindliche Propaganda der "Immigration Restriction League" ["Gesellschaft für die Einschränkung der Einwanderung"]

-- Fiske behauptet, die "rassische Substanz" der grössten "angelsächsischen" Nation müsse rein gehalten werden, um die Weltherrschaft zu verwirklichen (S.64).

Frühjahr 1879
Vorträge von John Fiske: "Manifest Destiny"
in Boston und London, mit enthusiastischer Reaktion im Publikum (S.61).

Sommer 1880
Fiske-These: Germanischer Siegeszug vom Teutoburger Wald bis zum Pazifik

John Fiske hält Vorträge an der "Royal Society of Great Britain" ["Königliche Gesellschaft Grossbritanniens"] mit absolut rassistischen Inhalten über die "Politischen Ideen Amerikas", die als "Manifest Destiny" ["gegebenes Schicksal"] kaschiert werden:

-- Rom habe "den Frieden gehütet", aber habe viele organisatorische Mängel gehabt

-- erst "Amerika" mit der Eroberung bis an den Pazifik habe die Zentralgewalt mit lokaler Selbstverwaltung kombiniert, sei ein Vorbild der repräsentativen Demokratie für die ganze Welt mit "friedlicher Vielfalt" (S.61)

-- die Rasse "Amerikas" stamme aus Germanien, die Geschichte "Amerikas" beginne somit mit dem Sieg von Arminius im Teutoburger Wald, woraufhin der Siegeszug der germanischen Stämme über die britischen Inseln im 5. Jh.  bis an den Pazifik folgte (S.61-62)

-- Fiske prophezeit ein angelsächsisches Bevölkerungswachstum höher als bei den Chinesen
-- Fiske prophezeit die "angelsächsische" militärische Weltherrschaft

-- Fiske prophezeit für die "USA" bei halber Siedlungsdichte Belgiens eine mögliche Einwohnerzahl von 1,5 Milliarden Menschen, eine Verdoppelung alle 25 Jahre, Ende 20. Jh.  600-700 Millionen Einwohner

-- Afrika werde auch "angelsächsisch" werden
-- Frankreich und Deutschland werden absinken auf das Niveau schweizerischer Zwergstaaten (S.62).

-- der Sieg der englischen Heere gegen die spanischen und französischen Heere auf dem "amerikanischen" Kontinent im 18. Jh.  ist gemäss Fiske "die lenkende Hand des Schicksals"

-- im 19. Jh.  herrscht gemäss Fiske die "Manifest Destiny" der "angelsächsischen Rasse", die nun ihre endgültige Gestalt gewinne und bis auf den Sitz "alter Kulturen" sich die ganze Erde unterwerfe

-- Fiske prophezeit, dass die ganze Erde "angloamerikanisch" werde
-- Fiske prophezeit, bald würden 4/5 der Erdbevölkerung "englische Ahnen" haben

-- Fiske prophezeit, dass Europa abrüsten müsse und eine Union der europäischen Staaten als Gegengewicht unvermeidlich werde, um der Kraft der "USA" standzuhalten

-- unter Führung der "USA" beginne die "wahre Zivilisation der Moderne", erst dann würde die Welt wirklich "christlich" (S.62).

März 1885
Das "Harpers Magazine" druckt Fiskes Aufsatz "Manifest Destiny" ["gegebenes Schicksal"] ab
grosse Resonanz in der "US"-Bevölkerung (S.62)

[Wahrscheinlich ist die "Resonanz" geschürt durch die rechtsradikale, weisse Presse].

1886 ca.
Londoner Vorträge von Fiske über "Manifest Destiny" erscheinen als Buch
(S.62)

1894
Gründung der "Immigration Restriction League" ["Gesellschaft zur Einschränkung der Einwanderung"]
durch neuenglische Patrizier. Erster Präsident wird der Rassist Fiske (S.63), der die League durch Vorträge unterstützt, u.a. in den Einwanderungsstädten St. Louis und Milwaukee (S.64).


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Bildernachweis
-- John Fiske, Portrait: http://www.geocities.com/pastfaces/f.htm


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