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Die
weiss-rassistisch-imperialistische Ideologieentwicklung in den "USA"
1873-1897 als Basis für "Mein Kampf"
4. "US"-Rassist James K.
Hosmer
von
Michael
Palomino (2006)
aus: Hans Ulrich Wehler: Der Aufstieg des
amerikanischen Imperialismus. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen,
1974/1987.
Hosmer studiert an der Harvard
University,
ist dann kurze Zeit
Pfarrer in einem kleinen Ort in Massachusetts.
Das Klima in den "USA"
wird durch den Bürgerkrieg extremisiert und seine liberalen Ideen haben
keine
Chance. Dadurch legt er das Pfarramt nieder. Hosmer
ist stolz auf seinen Stammbaum, der ab 1016 in England
und ab 1635 in Massachusetts nachweisbar ist (S.64).
1866
Hosmer nimmt einen Lehrstuhl für
englische Literaturwissenschaft am Antioch
College in Ohio an
(S.64)
1869 ca.-1888 ca.
St. Louis: Hosmer lehrt in Missouri
englische und deutsche Literaturgeschichte
an der Washington University (S.64).
1873 ca.
Aufenthalt Hosmers im 2.deutschen
Kaiserreich
Kontakt zu den bekanntesten deutschen Historikern (S.64).
ab 1875 ca.
Hosmer pflegt Kontakte zum Historischen
Seminar von Herbert B. Adams
an der John Hopkins University in Baltimore.
Hosmer beginnt, historische Darstellungen zu
schreiben
und wird
dadurch populär (S.64).
1888 ca.
Hosmer wird Direktor der Stadtbibliothek
von Minneapolis
(S.64)
1890
Buch von Hosmer: "Geschichtlicher
Abriss der angelsächsischen Freiheit"
-- Hosmer behauptet eine
"Einzigartigkeit" der "Angelsachsen" zur individuellen und
politischen Freiheit
-- Hosmer äussert sich sehr
skeptisch gegen die Einwanderung keltischer Iren und
von Frankokanadiern
in Massachusetts
-- Hosmer befürchtet durch die
Einwanderung in Massachusetts den
"Verfall" Bostons und der
alteingesessenen Familien
-- Hosmer traut den irischen und
franko-kanadischen Einwanderern das Begreifen des Sinns freier
Stadtversammlungen nicht zu
-- Hosmer befürchtet, dass die
rassische Reinheit der angelsächsischen Einwohner allmählich verdorben
werde
(S.64).
Hosmer verklärt die Geschichte der
"Angelsachsen"
-- die Keimzelle der "Angelsachsen"
seien die Wälder der norddeutschen
Tiefebene, wo die entscheidenden Begriffe und sozialen Formen
freiheitlicher Stammesverfassung ausgebildet wurden
-- die sozialen Formen der "Angelsachsen"
wurden fortan über 1000 Jahre lang beibehalten, was einzigartig sei auf
der
Welt, und zudem habe eine Verbreitung dieser "angelsächsischen
Freiheit" stattgefunden
-- Voraussetzung der weiteren Beibehaltung der "angelsächsischen
Freiheit" sei die Bewahrung der "rassischen Eigenschaften"
-- allen "anderen Rassen" sei der Zugang verschlossen
-- die "Angelsachsen" könnten auf eine 1000-jährige Vergangenheit der
Ausbreitung der "Freiheit" zurückblicken, alle anderen Rassen nicht
-- der "angelsächsischen Freiheit" stehe ein beherrschender Einfluss
auf die ganze Welt zu, indem die Angelsachsen sich auf der ganzen Welt
ausbreiten würden
-- Hosmer fährt im Fahrwasser von
Historiker J.G. Green und des
Londoner Hofpredigers F.B. Zincke,
die beide den Vorstoss der "USA" bis zu den Pazifikinseln prophezeien
(S.65).
Hosmer gegen Einwanderung
-- Hosmer fordert die Abwehr
fremdrassiger Einwanderung, denn diese Rassen hätten nicht die
geringste
Disziplin
-- die Einwanderung sei eine "unerwünschte Zufuhr ausländischen
Blutes" und "verdünne" das angelsächsische Blut (S.65), so dass
die "angelsächsische Freiheit" gefährdet sei (S.66)
-- Hosmer bezieht sich auf den
neuenglischen Dichter James R. Lowell,
der die Existenz der "USA" für so lange gegeben hält, wie "die
Traditionen der englischen Gründergeneration vorherrschend bleiben"
-- Hosmer wirkt zusammen mit Fiske an
der Universität von St. Louis für die "Immigration
Restriction League" ["Gesellschaft zur Einschränkung der
Einwanderung"]
-- Hosmer ist Verbandshistoriker der
vulgärpatriotischen Vereinigungen der "Söhne der Amerikanischen
Revolution" in Missouri
Hosmers Vorstellung der
anglo-"amerikanischen" Weltherrschaft
-- Hosmers Hauptwunsch ist eine
Union zwischen den "USA"
und Grossbritannien, egal in welcher
Form, denn Grossbritannien sei das
Mutterland der "eigentlichen" "Amerikaner"
[Jetzt ist die norddeutsche Tiefebene plötzlich nicht mehr wichtig...]
-- ein Zusammenwachsen von Grossbritannien
und "Amerikanern" hätte nur Vorteile
-- ein angloamerikanischer Block könne zuversichtlich der
heraufziehenden
"gelben" und "russischen Gefahr" begegnen
[sich selbst sieht er aber nicht als Gefahr für die anderen...]
-- Hosmer glaubt, die Ausdehnung der
"angelsächsischen Staaten" sei ein politischer Fortschritt für die
Welt
-- Hosmer fördert mit seinem
Gedankengut den Mythos der rassischen Überlegenheit und den Glauben an
einen
"Auftrag" (S.66).
ab 1897
Das Machtmonopol Grossbritanniens und
der "USA" wird faktische Realität
Die Forderungen Hosmers nach
einer Union mit England sind real und in der "US"-Bevölkerung breit
vertreten (S.66).