aus: Hans Ulrich Wehler: Der Aufstieg des
amerikanischen Imperialismus. Vandenhoeck & Ruprecht,
Göttingen, 1974/1987.
Adams stammt aus einer alteingesessenen
neuenglischen Familie, absolviert sein Geschichtsstudium
im 2.deutschen Kaiserreich. Adams
unterrichtet 1880 ca.-1884 ca. am Drury
College. 1886 schreibt er in Leipzig
seine historische Doktorarbeit unter Wilhelm
Arndt, was Adams in den "USA" grosses Ansehen verschafft (S.67).
1886-1917
Adams lehrt Geschichte am Yale College
-- und baut die Universität zu einer der bekanntesten
Universitäten aus
-- Adams verfasst zahlreiche Handbücher
und Monographien
-- Adams ist eine starke Persönlichkeit
mit Wirkung auf Dozenten in den ganzen "USA"
-- Adams ist einer der einflussreichsten
Vertreter der "akademischen Geschichtswissenschaft" in den
"USA"
-- Schwerpunkte von Adams Arbeiten sind
europäisches Mittelalter, frühe englische
Verfassungsgeschichte und die Entwicklung Englands
zum "modernen" Staat (S.67).
1895-1913
Adams gründet und ist
Herausgeber
der "American Historical Review" ["Amerikanische
Zeitschrift für Geschichte"]
(S.67)
Mitte 1890-er Jahre
Imperiale Ansichten von George B. Adams:
Bündnis "USA"-GB - Hoffen auf einen grossen Krieg als
"Feuerprobe" für das Bündnis
-- Adams wird Geschichtsschreiber der
"Imperial Federation"-Bewegung ["Imperiale Gesellschaft"]
-- Adams befürwortet jede Ausdehnung des
spätviktorianischen Grossbritannien
-- Adams befürwortet den lockeren
föderalistischen Zusammenschluss der viktorianischen
Reichsteile
-- Adams meint, die "angelsächsische"
Rasse sei überlegen, und in den "USA" habe diese Rasse
ihre klarste Ausprägung erfahren (S.67).
1895-1896
Venezuelakrise und "Visionen"
von George B. Adams
-- Adams stellt fest, die "USA"
nähmen nun den vordersten Rang ein auf der Welt
-- Adams prophezeit für die "USA"
neue Gebietsbesetzungen
-- die "USA" hätten den "Höchsten
Zivilisationsstand" erreicht mit der grössten
Entfaltungsmöglichkeit für Individuen
-- die "USA" verkörperten das Beste an
geistiger und institutioneller Entwicklung
-- aber: Das einende "ideelle Band" zwischen den "Angelsachsen" fehlt (S.67)
-- die "Imperial Federation" wird für Adams
zur Hoffnung
-- die Auflösung des britischen Weltreichs wertet Adams als "grosses Unglück
-- der Grenzstreit zwischen Venezuela und
Britisch Guayana birgt gemäss Adams
die Gefahr des Bürgerkriegs zwischen den "USA" und England
-- Adams stellt die Führungsfrage, ob England oder die "USA" nun
in der Welt führend sein sollen
-- die geographische Lage und das föderative
Regierungssystem der "USA" bestimmen die "USA" zur Weltführungsmacht
-- England habe es verpasst, eine
Reichsregierung zu errichten und autonome Regierungen in
den Kolonien einzusetzen, die die Eigenheiten der
Bevölkerungen berücksichtigen
-- die "USA" seien dadurch zur Führung in
einer "angelsächsischen Union" bestimmt, aber es fehlt an
der Gelegenheit, die Führung zu beanspruchen (S.68)
-- Voraussetzung zur Verschmelzung von "USA"
und Grossbritannien sei mindestens ein
grosser Krieg als "Feuerprobe" (S.69)
-- Adams ist für die Aufnahme "Kanadas" in die Union (S.69).
Gleichzeitig ist der Widerstand gegen Allianzen in den "USA" noch nicht gebannt. Adams hofft auf
neue Strukturen im britischen Weltreich (S.68).
Adams über den Sinn des "angelsächsischen"
Imperiums
-- das "angelsächsische" Imperium rückt erstmals einen
"Weltstaat" in den Bereich des Möglichen zur
Friedenssicherung
-- "freiheitlich im Innern, gerecht und grosszügig nach
aussen"
-- "Gesetz und Ordnung" soll den mächtigsten Völkern
gelehrt [aufgepresst] werden
-- "unterentwickelte Länder auf den Weg rechten Wachstums
führen" [zwingen oder ausrotten]
-- nur die "angelsächsische" Rasse könne diese Aufgabe
meistern, die "Weltrasse"
-- das 19. Jh. sei erst die
Vorstufe zur "angelsächsischen" Ausdehnung des 20. Jh.
-- Perspektive von Adams: ein
"Vereinigtes Commonwealth aller Nationen unter
angloamerikanischer Führung"
-- Adams bezieht sich auf ein
"angelsächsisches" Sendungsbewusstsein, nicht auf
germanische Abstammung
-- Adams Thesen fallen auf fruchtbaren
Boden in den "USA", im Land des "Neuen Zion" (S.69).
1907-1908
Adams ist Präsident der "American Historical
Association" ["Amerikanische Historische Gesellschaft"]
(S.67)
bis 1917
Adams lehrt am Yale College, dann Ruhestand
(S.67).