Kontakt / contact     Hauptseite / page principale / pagina principal
                    / home     zurück / retour / indietro / atrás
                    / back

Ägypten. Meldungen

Weiterbildung in Sachen Ägypten - da haben die Geschichtslehrer und die Regierungen doch so allerhand Unsinn erzählt...

Meldungen

präsentiert von Michael Palomino


Teilen:

Facebook








n-tv online,
            Logo

27.12.2007: Der jüdische "Auszug aus Ägypten" soll mit einem Massenraub einhergegangen sein - Schadenersatzforderung

Einleitung
"Religiöse Quellen" sollen einen jüdischen Massenraub während des "Auszugs der Juden aus Ägypten" beweisen. Nun, gemäss Aktenlage hat dieser Auszug aber nicht stattgefunden, weil nie eine Verschleppung von Juden nach Ägypten stattfand. Das haben jüdische Archäologen im Buch "Keine Posaunen in Jericho, Kapitel 8" festgestellt. Dies ist die Angabe der jüdischen Archäologen Finkelstein und Silberman aus Tel Aviv. Wenn man die "religiösen Schriften" wissenschaftlich und logisch untersucht, dann kann es keinen "Auszug" gegeben haben, weil es auch keine Verschleppung gegeben hat. Nun, im folgenden Artikel ist die Phantasie einiger Ägypter dargestellt, die meinen, sie hätten von Juden etwas "zu Gut".  Gleichzeitig bleibt die Frage, wie diejenigen, die am "Auszug aus Ägypten" beteiligt gewesen sein sollen, 320 Tonnen Gold durch die Wüste transportiert haben sollen.  Gleichzeitig propagieren Juden, sie hätten die Pyramiden erbaut und reklamieren Schadenersatz von Ägypten. Man sieht, die religiösen Verirrungen sind hier einzigartig, denn ein Pharao wird seine Pyramiden sicher nicht von "Ausländern" bauen lassen. Aber lesen Sie selbst, zu was man Religionsbücher alles so brauchen kann, um neuen Unfrieden zu stiften:

aus: n-tv online: Panorama: Raub beim Auszug aus Ägypten: Klage gegen "alle Juden" geplant; 27.12.2007;
http://www.n-tv.de/panorama/Klage-gegen-alle-Juden-geplant-article284488.html

<Ägypter in der Schweiz wollen „alle Juden der Welt“ verklagen und Schadensersatz für einen historischen Diebstahl vor genau 5758 Jahren einfordern.

In der angesehenen ägyptische Wochenzeitung „Al Ahram Al Arabi“ erklärte Dr. Nabil Hilmi, Dekan der Jura-Fakultät der Universität von Al-Zaqaziq, dass die Juden während des biblischen Exodus mindestens 320 Tonnen Gold „gestohlen“ hätten. Das hätten jene Ägypter in der Schweiz aufgrund „historischer und religiöser Quellen“ herausgefunden. Neben Gold hätten die Juden bei ihrem „großen Auszug aus Ägypten“ Schmuck, Küchengeräte, Silberornamente, Kleidung „mitten in der Nacht“ gestohlen. Diese Gegenstände hätten heute einen „unbezahlbaren Preis“, wenn man deren Wert mit nur 5 Prozent jährlich verzinst und auf 5758 Jahre hochrechnet.

Alle monotheistischen Religionen, so auch die Juden, kennen das Gebot „Du darfst nicht stehlen“. Deshalb seien die Juden aus religiösen Gründen verpflichtet, das Raubgut zu erstatten. Vom rechtlichen Standpunkt, so Hilmi, wenn die Juden das Gold nicht „gestohlen“ sondern nur „entliehen“ hätten, seien sie heute verpflichtet, den Wert der Anleihe mit Zinseszins zu erstatten.

Hilmi weiß, dass die Rückzahlung dieser Schuld nicht von Heute auf Morgen zu bewerkstelligen sei. Er schlug deshalb einen „Kompromiss“ vor: Ratenzahlungen „auf tausend Jahre verteilt“.

Eine ägyptische „Polizeiuntersuchung“ gegen Moses und Aaron habe ergeben, dass es den Juden „wegen ihrer perversen Einstellung“ unmöglich gewesen sei, die „Annehmlichkeiten des Lebens in Ägypten“ zu genießen. Mit dem geheimen Codewort „Um Mitternacht“ hätten deshalb die „jüdischen Rabbis“ rund 120.000 Familien den Befehl erteilt, bei Nacht und Nebel Ägypten in einem Konvoi von Eselskarren zu verlassen. Erst nachdem sie die Pharaonenarmee in der Sinaiwüste in die Irre geführt hatten, sei es ihnen möglich gewesen, ihre mitgeführte Beute zu zählen, insgesamt 300 Tonnen Gold. Bis heute sei den ägyptischen Frauen „unverständlich“, wie die Juden neben den Wertgegenständen auch deren Küchengeräte geraubt hätten. „Der Pharao war erstaunt, eines Tages tausende weinende Frauen auf den Balkonen zu entdecken, die nach Hilfe riefen und den Raub ihres Schmucks und ihrer Kleidung beklagten, dem größten historischen Raub in der Weltgeschichte.“

Hilmi sagt: „Selbstverständlich zweifeln die Juden diese Geschichte an, weil das in ihrem Interesse ist.“ Gleichwohl gebe es sogar in der Bibel (Exodus 35, 12-36) Hinweise auf diesen historischen Diebstahl.

Dr. Gamil Yaken, Vizepräsident der ägyptischen Gemeinde in der Schweiz sei kürzlich nach Ägypten gekommen, um Informationen zu sammeln und ein Juristenteam zu finden, um mögliche Einwände wegen „Verjährung“ abzuwehren.

Ein Israeli reagierte lachend auf den Artikel: „Dann sollen die Ägypter erst einmal den Juden den Lohn für die Fron als Zwangsarbeiter zahlen, als Pharao sie zwang, die Pyramiden zu bauen.“>

-----

20 minuten
            online, Logo

2.5.2009: Ägypten lässt alle Schweine töten - Hauptbetroffene sind koptische "Christen"

Einleitung
Die "Schweinegrippe-Hysterie" treibt die ägyptische Regierung in einen Schweine-Holocaust, mit gewissen politischen Hintergedanken gegen "Christen". Aber lesen Sie selbst:

aus: 20 minuten online: Schweinegrippe: Ägypten schreitet zu Massenschlachtung; 2.5.2009;
http://www.20min.ch/news/dossier/schweinegrippe/story/18089596

<In Ägypten hat am Samstag die umstrittene Massenschlachtung von Schweinen begonnen. In Alexandria wurden rund hundert Tiere getötet. In Kairo wurden 28 000 Schweine zu Schlachthöfen gefahren.

Insgesamt wurden nach Behördenangaben am Samstag 550 Schweine gekeult, wie die amtliche Nachrichtenagentur Mena meldete. Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums soll die Aktion drei bis vier Wochen dauern. Die Behörden hatten erklärt, die Massenschlachtung habe nichts mit der Schweinegrippe zu tun. Es handle sich um eine «allgemeine Gesundheitsmassnahme». In Ägypten ist bislang kein Fall von Schweinegrippe bekannt

Die etwa 250 000 Schweine in Ägypten werden vor allem von koptischen Christen gezüchtet und verspiesen. Die Schweinezüchter hatten empört auf die Schlachtanordnung reagiert, da die Schweinegrippe laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nicht durch den Verzehr von Schweinefleisch ausgelöst wird.

(sda)>


-----

Tagesspiegel,
              Logo

28.12.2009: Kairo erstickt im Müll, weil die Schweine fehlen

Einleitung
Die ägyptische Regierung befahl in der Schweinegrippe-Hysterie Anfang 2009, alle Schweine zu töten. Der Befehl wurde ausgeführt und die Schweine entweder getötet oder in der Wüste ausgesetzt, wo sie qualvoll verhungerten. Nun fehlen die Schweine bei der Müllentsorgung des pflanzlichen Mülls, und Komposthaufen kennen die Ägypter scheinbar noch nicht. Die Konsequenz in Kairo ist ein stinkendes Kakerlaken-Kairo. Die Komposthaufen-Technik wie auch Kakerlaken sind im Artikel natürlich nicht erwähnt. Gleichzeitig hat die arme Bevölkerung von Ägypten kein billiges Schweinefleisch mehr und die Anämie bei Kindern nimmt zu. Aber lesen Sie selbst:

aus: Der Tagesspiegel: Grippe: Die Stadt, der Müll, kein Schwein; 28.12.2009;
http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/die-stadt-der-muell-kein-schwein/1654644.html

<Von Sandra Fejjeri

Geschlachtete Existenz. Auch der Müllsammler Morgan Girgis hat sich vor einigen Monaten von seinen Schweinen trennen müssen – wie Tausende andere steht er vor dem Ruin, während... - laif

Borstentiere fraßen den Abfall von Kairo. Wegen der Grippe ordnete die Regierung ihre Tötung an – und schaffte ein neues Problem.

Die Luft an diesem Morgen ist noch frisch, hoch oben am Kloster auf dem Mukattamberg. Schaut Hakim Raggaie von hier zum Horizont, kann er die Hochhäuser in der Innenstadt von Kairo erkennen. Wie ein Versprechen auf Fortschritt ragen die Bürotürme in den dunstigen Morgenhimmel der Metropole, doch zu seinen Füßen liegt ihr Auswurf: Manshiet Nassr, ein Millionenslum. Acht Tonnen Abfall verdaut der Stadtteil pro Tag: Müll aus Kairos bürgerlichen Wohnvierteln, den die Zabbalin, Manshiet Nassrs gut 50 000 Müllsammler, täglich an den Haustüren sammeln.

Hakim Raggaie ist Unternehmer. Seinen runden Bauch umspannt eine schwarze Nadelstreifen-Jallabiya, ein goldener Ring funkelt am kleinen Finger. Läuft er die morastigen Gassen zu seinem Grundstück hinunter, sieht er Müll in allen Größen, Formen und Farben, verpackt, gestapelt und verschnürt. Nichts Ungewöhnliches also – und dennoch ist hier nichts mehr wie zuvor. Denn seit die Regierung im Frühjahr alle Schweine des Landes töten ließ, brachte sie in Manshiet Nassr einen ganzen Kreislauf zum Erliegen: Ein auf dem Schwein beruhendes Wirtschaftssystem. Seitdem steht Raggaies Existenz vor dem Aus. Und Kairos Straßen verwandeln sich zu stinkenden Müllhalden.

Als sich im Frühjahr das Schweinegrippe-Virus rund um den Globus ausbreitete, gab es in Ägypten keinen einzigen Krankheitsfall. Doch das Land wurde erfasst von einer Art Massenhysterie. Die Schweine seien gefährlich, hieß es plötzlich. Hatte Ägypten bei Ausbruch der Vogelgrippe zu spät reagiert, beschloss das Parlament, nun umso schneller zu handeln: Alle 350 000 Schweine des Landes sollten getötet werden. Männer in weißen Anzügen kamen damals auch nach Manshiet Nassr, warfen die Tiere auf Lastwagen, die mit der quiekenden Ladung davonfuhren. Einige Schweine wurden zwangsgeschlachtet. Die anderen, erzählen die Zabbalin, seien qualvoll in der Wüste verendet. Einzig der Staat hält heute in Ägypten heute noch Schweine – in einem Labor zur Insulinproduktion.

[Die Schweineschlachtung war gegen koptische Christen gerichtet]

Die Regierung, sagt ein Mann in Manshiet Nassr, habe nur auf eine Gelegenheit gewartet, um die Schweine loszuwerden. Auch wenn es Muslime gab, die Schweine hielten, so traf die Aktion in erster Linie die koptischen Christen. Jeden Donnerstag strömen sie zu Tausenden in den Gottesdienst von Vater Samaan in die Freiluftkirche, hoch oben auf dem Mukattamberg. Und vielleicht hilft ja nur noch das. Schon einmal, so geht eine Legende aus dem zehnten Jahrhundert, rettete Gott die Christen von Mukattam. Nur wenn ihr Glaube den Berg versetze, verfügte der Kalif, dürfe ihr Patriarch am Leben bleiben. Drei Tage und Nächte lang beteten sie – und das Wunder geschah.

Um zu verstehen, wie die Symbiose aus Müll, Mensch und Schwein in Manshiet Nassr entstand, muss man zurückblicken auf die Migrationsbiografien seiner Bewohner. Es waren koptische Christen aus Oberägypten, die in den 50er Jahren mit ihren Schweinen nach Kairo zogen. Sie flohen vom Land in der Hoffnung auf Wohlstand, um doch nur in der Armut der Großstadt zu enden. Als einfache Bauern schien ihnen einzig das Müllgeschäft viel versprechend, konnten sie mit den organischen Abfällen ihre Tiere mästen. Die Schweinezucht wurde zur Haupteinnahmequelle, zur Grundlage ihrer neuen Großstadtexistenz. Seitdem ziehen die Zabbalin von Tür zu Tür, sechs Tage pro Woche, ohne Krankenversicherung, ohne Arbeitsschutz. Für einen Lohn, der schon mit Schweinen kaum für ein Leben reichte.

[Nun kann man keine pflanzlichen Abfälle mehr sammeln - und den Armen fehlt das Schweinefleisch]

Wenn Jussif Shukri mit seinem Pick-up spät in der Nacht nach Hause kommt, war er 16 Stunden auf den Beinen. Er hat mit einem großen Korb auf den Schultern die Stiegen der Häuser im noblen Viertel Zamalek erklommen, hat alles mitgenommen, was die Leute vor ihre Türen gestellt haben. Doch seitdem seine Familie keine Schweine mehr hält, hat auch er so gut wie kein Einkommen mehr. „Das Müllsammeln allein ist die Mühe kaum wert“, erzählt er. Von dem Erlös aus dem Recycling muss er die Miete für den Pick-up bezahlen. So bleibt ihm am Ende oft nicht mehr als das Trinkgeld, das er beim Sammeln verdient.

Mehr als 80 Prozent allen nicht-organischen Abfalls werden in Manshiet Nassr recycelt, doch der Preis für diese Effizienz ist hoch. Das Sortieren ist immer noch Handarbeit, Hautkrankheiten und Hepatitis sind verbreitet. Seitdem es keine Schweine mehr gibt, erzählt der Arzt Atif Salib vom lokalen Krankenhaus in Manshiet Nassr, leiden viele Kinder des Viertels an Anämie. Denn Schwein war das einzig bezahlbare Fleisch, das sie hier auf die Teller bekamen.

In Manshiet Nassr ist es inzwischen Abend geworden. Die Sonne steht tief über dem Mukattamberg, als Hakim Raggaie auf seiner Müllhalde Tee serviert. Raggaie ist einer der wenigen, die reich geworden sind mit dem, was andere wegwerfen. Doch letztlich ist auch er nur ein weiterer Verlierer. Raggaie hielt 5000 Schweine, betrieb vier Metzgereien, die nun geschlossen sind. Das Schweinegeschäft machte 80 Prozent seines Einkommens aus. Er hatte 50 Mitarbeiter, alle Brüder arbeiteten als Metzger, ihr Fleisch fand unterschiedlichste Abnehmer: Produzenten, Hotelküchen, private Metzgereien. Es war eine lange Wertschöpfungskette, die mit dem Tod der Schweine ihr Ende fand. Und vielleicht ist dies die eigentliche Tragik des Ganzen, dass es zurzeit für niemanden eine Alternative gibt.

„Es war die Arbeit unserer Eltern und Großeltern“, sagt Raggaie und schweigt eine Weile, bis seine kleine Nichte Juliana inmitten des stinkenden Mülls, der Ziegen, Schafe und Fliegen, eine kleine Gummiratte aus der Hosentasche zieht, und sie plötzlich alle zu lachen anfangen, gar nicht mehr aufhören können, bis Raggaie irgendwann in Richtung des Berges deutet, und sagt: „Wir sind die Menschen des Wunders von Mukattam. Die Schweine werden wiederkommen.“>


-----

Thurgauer
                Zeitung online, Logo

30.7.2010: Kairo ohne Schweine muss umdenken - Mülltrennung und Biogasanlagen im Projekt

Eigenartigerweise wird die Komposthaufen-Technik nie erwähnt, die in Kairo sicher lohnen würde. Aber lesen Sie selbst:

aus: Thurgauer Zeitung: Die Müllstadt ist ohne Schweine verloren; 30.7.2010;
http://www.thurgauerzeitung.ch/ausland/naher-os

<Aktualisiert am 30.07.2010

In der 18-Millionen-Stadt Kairo fallen jeden Tag 25.000 Tonnen Müll an. Ein kleiner Teil wird von Abfallfirmen abgeholt. Der Rest bleibt auf der Strasse liegen und stinkt zum Himmel. Auch Schweine spielen dabei eine Rolle.

Keiner frisst mehr den Abfall: Die ägyptische Regierung hat auf dem Höhepunkt der Schweinegrippe-Hysterie alle Schweine keulen lassen.

«Mutter der Welt» nennen die Ägypter ihre Hauptstadt Kairo zärtlich. Doch die Liebe der Einwohner zu ihrer Stadt wird getrübt: Denn die Verwaltung der Metropole bekommt das Müll-Problem nicht mehr in den Griff. Auch in den Vierteln der Reichen und Ausländer türmt sich inzwischen der Abfall am Strassenrand.

Ein Grund für die Müll-Krise ist der Konflikt zwischen den vor einigen Jahren angeheuerten grossen Entsorgungsunternehmen und den Familien der Müllsammler, die seit Jahrzehnten von der Müllabfuhr und dem Recycling der Wertstoffe leben.

Die Schweine der Müllsammler

Zugespitzt hat sich die Lage im vergangenen Jahr, als die Regierung auf dem Höhepunkt der Schweinegrippe-Hysterie befahl, die Schweine der Müllsammler zu töten, die bisher einen Grossteil der organischen Abfälle gefressen hatten.

Dass Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) diese Massnahme damals als völlig untauglich zur Bekämpfung der Schweinegrippe einstuften, störte die Regierung in Kairo nicht.

Ziegen sind kein Ersatz - [der Hass der Regierung gegen das Quartier der Müllsammler]

Das unweit der Innenstadt gelegene Viertel der Müllsammler, wo Erwachsene und Kinder in Wohnhäusern Abfall sortieren und recyceln, ist den Behörden schon seit Jahren ein Dorn im Auge. Angeblich gibt es sogar bereits Pläne, die «Müllmenschen» umzusiedeln.

Ausserdem erntete die Regierung für ihre Entscheidung, die mehr als 150'000 Schweine der christlichen Müllsammler keulen zu lassen, Lob von konservativen Muslimen. Denn das Schwein gilt im Islam als «unreines» Tier.

Die Müllsammler hatten erst versucht, sich gegen den Beschluss der Regierung zu wehren. Doch weil sie keine Lobby haben, verhallten ihre Proteste ungehört.

Einige Familien versuchten, die Schweine durch Ziegen zu ersetzen. Doch Ziegen fressen weniger und sind bei der Auswahl ihrer Kost auch viel wählerischer, so dass immer noch viel Abfall übrigblieb.

Vor Ort sortieren - [die Hauseingänge der Reichen stinken immer mehr]

Schliesslich gingen die Müllsammler dazu über, den Abfall direkt neben den Häusern der Menschen zu sortieren, die ihn produziert haben. Plastik, Glas, Papier und andere Wertstoffe nehmen sie noch mit, den organischen Müll aber lassen sie liegen.

Mit dem Ergebnis, dass es auf den Strassen, vor den Hauseingängen und auf den «Dienstboten»-Treppen der herrschaftlichen Häuser aus der Kolonialzeit nun ziemlich schmutzig ist.

Lediglich dort, wo die Bewohner zusätzlich zu dem von der Behörde mit der Stromrechnung erhobenen Müllgebühren noch ein Bakschisch für den Müllsammler zahlen, sieht es etwas besser aus.

Freiwillige Mülltrennung - [Gedanken an Biogasanlagen - Protestaktionen der Vermüllten - Putzaktionen und Mülltrennung]

Umweltminister Magid George denkt zwar inzwischen über den Bau von Biogas-Anlagen für Haushalts- und Agrarabfälle nach, doch praktische Massnahmen in diese Richtung wurden von der Behörde bisher nicht ergriffen. In einigen Bezirken haben frustrierte Anwohner deshalb Protestaktionen und «Nachbarschafts-Putztage» organisiert.

In Zamalek, einem Viertel, in dem viele wohlhabende Ägypter und Ausländer wohnen, wurde im vergangenen Juni eine Stadtteil-Initiative gegründet, die auf freiwillige Mülltrennung setzt. Dann können die Müllsammler den einen Sack mit den für sie interessanten Materialien mitnehmen und den zweite Sack in den Lastwagen der Müllabfuhr werfen. (bru/sda (Anne-Beatrice Clasmann)>


-----


Ägypten
            Heute Magazin, Logo

Gräberfunde 12.1.2010: Die Pyramiden wurden aus Verehrung für den Pharao gebaut - und die Arbeiter verschafften sich dadurch einen gesellschaftlichen Aufstieg - Pyramiden-Sklaverei mit Juden gab es nicht

Einleitung
Nun kann die jüdisch-zionistisch-rassistische Regierung in Jerusalem nicht mehr gegen Ägypten hetzen, Juden hätten die Pyramiden bauen müssen, eine Propagandawaffe weniger. Ob die neuen Daten in den Schulbüchern Einzug finden, ist eine andere Sache. Aber lesen Sie selbst:

aus: Ägypten Heute Magazin: Keine Sklaven für den Pharao; 12.1.2010; http://aegyptenheute.com/wp/archives/969

<Wer baute die Pyramiden? Sklaven, wie in Hollywood-Filmen dargestellt? Jüdische Sklaven gar, wie der frühere israelische Ministerpräsident Menachem Begin einmal mutmaßte? Alles falsch, sagen ägyptische Archäologen. Sie stellten jetzt Gräberfunde vor, die sie und andere Experten in ihrer schon lange gehegten Annahme bestärken: Die Pyramiden wurden von ganz normalen Arbeitern errichtet, die sich aus Verehrung für den Pharao krumm schufteten, für ihre Arbeit bezahlt und mit einer letzten Ruhestätte an den gigantischen Bauwerken belohnt wurden.

Von Katarina Kratovac

In den vergangene Woche entdeckten Gräbern fanden sich ein Dutzend Skelette, im trockenen Wüstenklima perfekt erhalten. Dabei lagen Krüge, die einmal Bier und Brot als Speise im Jenseits enthalten hatten. Die drei Meter tiefen gemauerten Schächte lagen außerhalb einer größeren Begräbnisstätte, die bereits 1990 entdeckt worden war. Sie stammt aus der Zeit der 4. Dynastie von 2575 bis 2467 vor Christus, als die Pyramiden von Gizeh entstanden.

Schon der frühere Fund wies darauf hin, dass in den Gräbern Arbeiter der Pyramidenbaustellen ruhen. Die neuen Grabkammern stützen diese Theorie, erklärte der Leiter der ägyptischen Altertümerbehörde, Zahi Hawass, am Sonntag (10 Januar 2010). Erstmals wurde darin Proviant fürs Jenseits gefunden, was darauf schließen lässt, wie geachtet die Arbeiter waren. Eines enthielt einen Kalkstein mit einer Inschrift, die den Toten als einen Vorarbeiter ausweist.

Nicht die Kinder Israels

Der griechische Geschichtsschreiber Herodot hatte – wenn auch viel später – die Erbauer der Pyramiden als Sklaven beschrieben. Kinofilme, die diese Idee aufgriffen, und eine Bemerkung Begins bei einem Besuch in den 70er Jahren führten zu der Vorstellung, diese Sklaven seien die Israeliten [Juden] gewesen. Dieser Mythos ärgert die stolzen Ägypter und wird von Archäologen als Erfindung abgetan.

„Die Pyramiden wurden nicht von Juden gebaut, weil es die Juden zu der Zeit noch gar nicht gab“, erklärt Amihai Mazar vom Archäologischen Institut der Hebräischen Universität Jerusalem. „Wenn die Hebräer überhaupt etwas gebaut haben, dann die Stadt Ramses, wie es in Exodus steht.“ Im alttestamentarischen Buch Exodus, 2. Buch Moses, heißt es unter anderem: „Und die Ägypter zwangen die Kinder Israel zu Dienst mit Unbarmherzigkeit und machten ihnen ihr Leben sauer mit schwerer Arbeit“.

Nur wenige Juden glaubten „diese Phantasievorstellung, dass ihre Vorfahren die Pyramiden gebaut haben“, erklärt Menachem Friedman, emeritierter Professor der Universität Bar Ilan. „Die meisten Juden glauben, dass die alten Hebräer in Ägypten Zwangsarbeit leisten mussten wie die anderen Sklaven dieser Zeit.“

„Ohne Unterdrückung, sondern aus Ergebenheit“

Der ehemalige Direktor des Ägyptischen Museums Berlin, Dieter Wildung, weist außerdem darauf hin, dass zwischen dem Bau der Pyramiden und der Geschichte der Israeliten in Ägypten Jahrhunderte liegen. Der Pyramidenbau durch Sklaven sei bloß ein Hollywood-Märchen. „Die Welt konnte einfach nicht glauben, dass die Pyramiden ohne Unterdrückung und Zwangsarbeit, sondern aus Ergebenheit zu den Pharaonen errichtet wurden.“

Hawass zufolge arbeiteten etwa 10.000 Arbeiter – nicht 100.000, wie Herodot schilderte – in Schichten zu drei Monaten. Zu ihrer Verpflegung wurden demnach jeden Tag 21 Rinder und 23 Schafe herangeschafft. Die Arbeiter stammten aus armen ägyptischen Familien und wurden so hoch geachtet, dass jene, die ihre Arbeit mit dem Leben bezahlten, mit einer Bestattung nahe den Pyramiden und Grabbeigaben für das Jenseits geehrt wurden.

Die Gebeine lagen den Glaubensvorstellungen der alten Ägypter gemäß mit dem Kopf nach Westen und den Füßen nach Osten. Da sie nicht mumifiziert wurden, sind nach Angaben von Grabungsleiter Adel Okasha wahrscheinlich keine DNA-Hinweise mehr zu entnehmen. Doch der Zustand der Knochen verrate, wie schwer sie zu Lebzeiten zu arbeiten hatten. Auch Wildung bekräftigt, die Arbeiter seien freie Männer und normale Bürger gewesen. Doch: „Ihr Leben war kurz und ihr Gesundheitszustand schlecht, sehr wahrscheinlich deshalb, weil ihre Arbeit so hart war.“>

=====

19.11.2011:

tv
                      orange online, Logo



SPIEGEL Interview with Mohamed ElBaradei

Reforms in Egypt - presidential elections end of the year in project - the West deliberately defrauding documents in the nuclear conflict with Iran

AFP

Spiegel-Interview mit Mohamed ElBaradai

Reformen in Ägypten - bevorstehende Präsidentschaftswahlen Ende Jahr - der Westen unterschlägt im nuklearen Konflikt mit Iran absichtlich Dokumente

AFP
(Übersetzung von Michael Palomino)

from / aus: TV orange: Egypt's Military Leadership Is Reacting Too Slowly; 19 november 2011;
http://tv-orange.de/2011/11/elbaradei-der-iran-und-die-unerwuenschte-wahrheit/

Nobel Peace Prize laureate Mohamed ElBaradei plans to run in the Egyptian presidential election scheduled for the end of this year. In a SPIEGEL interview, he discusses the arrest of former President Hosni Mubarak and the growing mistrust of Egypt's military leadership.

SPIEGEL: Mr. ElBaradei, more than nine weeks after he was forced to resign, former Egyptian President Hosni Mubarak is now in custody. Does this make you happy?

Mohamed ElBaradei: Yes, it's wonderful that the government and the military council, which is supposed to guarantee the transition to a new Egypt, could bring themselves to do it. This takes our revolution an important step further. But it was also high time to take action against Mubarak and everyone else who belonged to his system…


Der ausgezeichnete Nobelpreisträger Mohamed ElBaradei plant, die ägyptischen Präsidentschaftswahlen zu gewinnen, die Ende dieses Jahres stattfinden. In einem Spiegel-Interview diskutiert er die Haft für den frúheren Präsidenten Hosni Mubarak und das wachsende Misstrauen der ägyptischen Militärführung.

SPIEGEL: Herr ElBaradei, nun sind es über 9 Wochen her, seit Präsident Hosni Mubarak zum Rücktritt gezwungen wurde, und nun ist er in Haft. Macht Sie das glücklich?

Mohamed ElBaradei: Ja, das ist wunderbar, dass die Regierung und der Militärrat, der plant, ein neues Ägypten zu schaffen, dies so gemacht haben. Dies bringt unsere Revolution einen entscheidenden Schritt vorwärts. Es war aber auch höchste Zeit, gegen Mubarak vorzugehen und gegen alle, die seinem System angehörten.

SPIEGEL: …like his sons Gamal and Alaa, who were also arrested.

ElBaradei: The arrests were overdue. Countless demonstrators had called for this step in recent days.

SPIEGEL: Could the arrest be a calculated move on the part of the military council, which the Egyptians on Tahrir Square have recently accused of inaction?

ElBaradei: I don't want to accuse the military leadership of that. (The military council) argues that the courts needed time to prepare for the arrest. However, I think that it should have acted much earlier. Instead, Mubarak had too great an opportunity to cover up anything incriminating. The mere fact that, before stepping down, Mubarak allegedly issued the order to shoot at the protesters would have been reason enough to arrest him immediately.


SPIEGEL: ... wie seine Söhne Gamal und Alaa, die auch inhaftiert wurden.

ElBaradei: Die Inhaftierungen waren überfällig. Unzählige Demonstrationen in den letzten Tagen forderten diesen Schritt.

SPIEGEL: Könnte die Inhaftierung ein kalkulierter Schritt von Seiten des Militärrats sein, den die Ägypter auf dem Tahrir-Platz vor kurzer Zeit der Untätigkeit bezichtigt haben?

ElBaradei: Ich will die Militärführung wegen dem nicht angreifen. (Der Militärrat) argumentiert, dass die Gerichtshöfe Zeit brauchten, um die Inhaftierung vorzubereiten. Dennoch denke ich, dass man viel früher hätte handeln müssen. Stattdessen hatte Mubarak die grosse Gelegenheit, alles Mögliche verschwinden zu lassen. Allein schon die Tatsache, dass Mubarak vor seinem Rücktritt angeblich den Schiessbefehl gegen die Demonstranten ausgegeben hat, wäre schon Grund genug für seine sofortige Verhaftung gewesen.

SPIEGEL: Nevertheless, if it hadn't been for the most recent protests on Tahrir Square, Mubarak would not be in detention today.

ElBaradei: It seems, at least, that the military leadership needs pressure. This doesn't exactly strengthen the population's confidence in the generals, which is why the relationship between the two sides is so tense. But the military leaders are gradually learning how to handle their new role. They understand that they now have political responsibility, that they must act and that they will be criticized if they don't do so. This is something new for them, and they'll have to get used to it.

SPIEGEL: You have no doubt that the former president and his sons will be put on trial?

ElBaradei: The military council has no other option than to try Mubarak and bring everyone else to justice who is responsible for human rights violations or corruption. If the president had resigned right away, at the beginning of the revolution, as I advised him to, he would have preserved the chance of a dignified departure.

SPIEGEL: But then he and his clan could have squandered the billions of dollars they have supposedly accumulated.

ElBaradei: I don't know whether such claims about his assets are true and on which sources they are based. We should wait for the trial, which will clear up these charges.

SPIEGEL: Mubarak denied all the charges in an audio message shortly before his arrest.

ElBaradei: It's outrageous. First the military leadership gives him enough time to move his money, and then he's allowed to claim poverty. Giving Mubarak the opportunity to make this statement was a serious mistake. This self-righteous portrayal, this insistence of not having a fortune, these clumsy attempts to clear his name -- this is what fuelled the protests once again.


SPIEGEL: Aber wenn es die neuesten Proteste am Tahrir-Platz nicht gegeben hätte, dann wäre Mubarak heute nicht in Haft.

ElBaradei: Es scheint so, dass die Militärführung Druck braucht. Dies stärkt nicht gerade das Vertrauen der Bevölkerung in die Generäle, denn das Verhältnis der beiden Seiten ist zu angespannt. Aber die Militärführung lernen schrittweise, ihre Rolle zu beherrschen. Sie verstehen, dass sie nun auch politische Verantwortung haben, dass sie aktiv agieren müssen, und dass sie kritisiert werden, wenn sie untätig bleiben. Das ist neu für sie, und sie werden sich daran gewöhnen müssen.

SPIEGEL: Sie haben keine Zweifel, dass der einstige Präsident und seine Söhne vor Gericht gestellt werden?

ElBaradei: Der Militärrat hat gar keine andere Möglichkeit, als Mubarak und jeden vor Gericht zu stellen, die für die Menschenrechtsverletzungen oder für die Korruption verantwortlich sind. Wenn der Präsident schon zu Beginn der Revolution sofort zurückgetreten wäre, wie ich ihm damals angeraten habe, dann hätte er eine Chance eines würdigen Abgangs gehabt.

SPIEGEL: Aber dann hätte er über die Milliarden Dollars selber verfügt, die er zusammengerafft hatte.

ElBaradei: Ich weiss nicht, ob solche Behauptungen übersein Vermögen wahr sind und auf welchen Quellen sie basieren. Wir sollten auf den Prozess warten, der diese Anschuldigungen untersucht.

SPIEGEL: Mubarak hat kurz vor seiner Inhaftierung in einer Radiobotschaft alle Anschuldigungen zurückgewiesen.

ElBaradei: Das ist unverschämt. Zuerst gibt ihm die Militärführung genügend Zeit, um sein Geld zu verschieben, und dann kann er noch behaupten, er sei arm. Mubarak die Gelegenheit zu geben, sich so zu äussern, war ein Fehler. Diese selbstgerechte Selbstdarstellung, die Behauptung, er habe kein Vermögen, diese plumpen Versuche, seinen Namen aus den Schlagzeilen zu bringen -- dies war es, was die Proteste erneut in Gang gebracht hat.

SPIEGEL: Many are also suspicious about the supposed deterioration of Mubarak's health. Could this be an attempt to prepare a loophole that will save the former president from having to appear in court?

ElBaradei: There may be delays, because the illness of a defendant must, of course, be taken into account. In the end, however, Mubarak will have to stand trial. He won't be able to escape that. If the military leadership hopes to remain credible, it cannot stand in the way of a trial.

SPIEGEL: The protesters in Tahrir Square have also been calling for the resignation of General Mohammed Hussein Tantawi, the chairman of the military council.

ElBaradei: I am on the side of the protesters when it comes to calling for a national dialogue, for participation and transparency. But I think risking a clash with the army …

SPIEGEL: … which intends to take decisive action against further protests …

ElBaradei: … would be the worst thing that could happen to us. Then we will plunge into chaos. The military council is the only institution that still works well in Egypt. That's why it is all the more important that the military leaders do not gamble away the trust of the people. They must open up and take action. Giving statements on television isn't enough. That's not a dialogue.



SPIEGEL: Viele glauben auch den Angaben nicht, Mubaraks Gesundheit sei angegriffen. Könnte dies ein Versuch sein, für ihn ein Schlupfloch zu schaffen, das den Ex-Präsidenten vor einem Erscheinen vor dem Gericht bewahrt?

ElBaradei: Da können Verzógerungen auftreten, weil die Krankheit eines Angeklagten natürlich in Betracht gezogen werden muss. Am Ende aber wird Mubarak den Prozess erwarten. Er wird aus dieser Situation nicht flüchten können. Wenn die Militärführung hofft, glaubwürdig zu bleiben, dann kann sie den Prozess nicht verunmöglichen.

SPIEGEL: Die Demonstranten am Tahrir-Platz verlangten auch den Rücktritt von General Mohammed Hussein Tantawi, den Vorsitzenden des Militärrats.

ElBaradei: Da bin ich mit den Demonstranten einer Meinung, wenn es zu einem nationalen Dialog kommt, für eine Mitbestimmung und für Transparenz. Aber ich denke, das Risiko eines Zusammenstosses mit der Armee...

SPIEGEL: ... das natürlich starke Aktionen gegen die Demonstranten mit sich bringt...

ElBaradei: ... das wäre dann der Wort Case, der uns passieren könnte. Dann geraten wir ins Chaos. Der Militärrat ist die einzige Institution, die auch dann noch in Ägypten gut arbeitet. Deshalb wird es immer wichtiger, dass die militärischen Führer sich das Vertrauen des Volkes nicht verspielen. Sie müssen sich öffnen und agieren. Stellungnahmen am Fernsehen abzugeben ist nicht genug. Das ist kein Dialog.

SPIEGEL: Many are now saying that "Mubarak and Tantawi are the same hand." The general was a close adviser to the president for more than 20 years.

ElBaradei: Egypt is in a very critical phase. Every change from an autocratic regime to a democracy comes with compromises. I believe Tantawi and the military leaders and assume that they really only want to manage the transition.

SPIEGEL: You apparently have more confidence in the general than the US Embassy in Cairo. According to a 2008 report made public by WikiLeaks, Tantawi opposed reforms because he apparently perceived them as "eroding central government power."

ElBaradei: That's why it's all the more important to keep urging the military council to act. Why have all provincial governors remained in their positions to this day? Why is it that the old dignitaries and politicians throughout the country still haven't been removed from office? We should remain very vigilant, because the army leadership is reacting very slowly -- too slowly.

SPIEGEL: But the generals can act very quickly when it comes to punishing their critics. Only a few days ago, a military court sentenced the blogger Maikel Nabil Sanad to three years in prison for insulting the "national institution" of the army.

ElBaradei: It's incomprehensible for a civilian to be sentenced by a military court. This is a relic from the era of Mubarak, who used the emergency laws …

SPIEGEL: … which are still in effect …

ElBaradei: … to make sure that critics disappeared into prisons. This conviction shouldn't have happened in the new Egypt. It increases the loss of trust in the military. The officers must learn to live with criticism. If the young man's case is retried before a civilian court, it will be an important step in the right direction.

SPIEGEL: One of the military's promises was to relinquish power by no later than the end of the year. Will that happen?

ElBaradei: Whether it takes 10 months or a year isn't so important, as long as the military leaders do their jobs honestly. We shouldn't rush the preparations for the parliamentary election and the discussion about a new constitution.

SPIEGEL: It sounds as if you are arguing in favor of allowing the military council to stay in power longer.

ElBaradei: I wouldn't have a problem with it. Many statesmen, especially those in Eastern Europe, whose countries went through a similar transformation, have advised me in personal conversations not to do things too quickly. What good is it if we quickly hold elections that are free and fair, but not representative? The important thing is that we stick to a timetable, at the end of which the military returns to its barracks. I have no doubt that that's what they will ultimately do.



SPIEGEL: Viele sagen nun, dass "Mubarak und Tantawi ein und dieselbe Hand seien." Der General war über 20 Jahre lang ein naher Berater des Präsidenten.

ElBaradei: Ägypten ist in einer sehr kritischen Phase. Bei jedem Wechsel von einem autokratischen Regime zu einer Demokratie kommt es zu Kompromissen. Ich glaube, Tantawi und die Militärführer, und ich nehme an, dass sie wirklich nur den Übergang managen wollen.

SPIEGEL: Herr ElBaradei, Sie haben offensichtlich mehr Vertrauen in den General als die US-Botschaft in Kairo. Gemäss dem Bericht aus dem Jahre 2008, publiziert von WikiLeaks, war Tantawi gegen Reformen, weil er diese offensichtlich"einen Machtverlust für die Regierung" befürchtete.

ElBaradei: Deswegen ist es um so wichtiger, den Militärrat zum Agieren anzuhalten. Warum haben wir bis heuet all die Provinzgouverneure in ihren Positionen gelassen? Warum wurden all die alten Würdenträger und Politiker im ganzen Land nicht von ihren Posten entfernt? Wir sollten sehr wachsam sein, weil die Führung der Armee sehr langsam agiert -- zu langsam.

SPIEGEL: Aber die Generäle können sehr schnell agieren, wenn es um die Bestrafung ihrer Kritiker geht. Nur schon vor ein paar Tagen bestrafte der Militärrat den Blogger Maikel Nabil Sanad zu 3 Jahren Gefängnis, weil er die "Nationale Institution" des Militärs beleidigt hatte.

ElBaradei: Es ist für einen Zivilisten unbegreiflich, von einem Militärgericht verurteilt zu werden. Das ist ein Relikt aus der Zeit von Mubarak mit der Anwendung von Notrecht...

SPIEGEL: ... das immer noch in Kraft ist ...

ElBaradei: ... um sicher zu gehen, dass die Kritiker in den Gefängnissen verschwinden. Diese Verurteilung hätte im neuen Ägypten nicht passieren dürfen, denn sie führt zu weiterem Vertrauensverlust in das Militär. Die Offiziere müssen lernen, mit Kritik zu leben. Wenn der Fall des jungen Mannes vor einem Zivilgericht erneut behandelt wird, wird das ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung sein.

SPIEGEL: Eines der Versprechen der Militärs war es, die Macht bis Ende Jahr abzugeben. Wird das so passieren?

ElBaradei: Ob es 10 Monaten dauert oder ein Jahr ist nicht so entscheidend, so lange die Militärführer ihren Job ehrlich machen. Wir sollten die Vorbereitung für die Parlamentswahlen und die Diskussion über die neue Verfassung nicht zu eilig angehen.

SPIEGEL: Es scheint, als ob Sie den Militärs mehr Regierungszeit gönnen würden.

ElBaradei: Damit hätte ich kein Problem. Viele Staatsmänner, speziell jene aus Osteuropa, deren Länder einen ähnlichen Wandel erlebt haben, rieten mir im persönlichen Gespräch, die Dinge nicht zu schnell durchzuführen. Denn was bringt es, wenn wir schnell freie und faire Wahlen durchführen, die aber nicht repräsentativ sind? Das Wichtige dabei ist, dass wir einem Zeitplan folgen, an dessen Ende wir die Militärs wieder in ihre Kasernen verweisen. Ich ahbe keine Zweifel, dass dies am Ende auch passiert.


[Atomic energy, Iran, Herzl Israel, and "U.S.A."]

SPIEGEL:
Your optimism is admirable. When you were still the director general of the International Atomic Energy Agency (IAEA) in Vienna, you even felt confident that you could solve the nuclear conflict between Iran and the international community. But that didn't work out.

ElBaradei: We were in fact on the verge of a solution on several occasions. The Iranians were willing in 2003, but the administration of then US President George W. Bush was not. Then, in 2010, when President Barack Obama extended his hand, the Iranians couldn't take it, because of domestic political power struggles.

SPIEGEL: In your soon-to-be-published memoirs, you describe how you were deceived in your attempts to investigate.

ElBaradei: I adhere strictly to the facts, and part of that is that the Americans and the Europeans withheld important documents and information from us. They weren't interested in a compromise with the government in Tehran, but regime change -- by any means necessary.

SPIEGEL: And the poor Iranians were completely innocent?

ElBaradei: No, they too engaged in trickery. But the West never tried to understand that the most important thing for Iran was getting recognition and being treated as an equal.


[Atomenergie, Iran, Herzl-Israel und "USA"]

SPIEGEL: Ihr Optimismus ist bewunderswert. Wenn Sie immer noch der Generaldirektor der Internationalen Atombehörde (International Atomic Energy Agency IAEA) in Wien wären, dann würden Sie sich auch zutrauen, den nuklearen Konflikt zwischen Iran und der inaternationalen Gemeinschaft zu lösen. Aber das gelang nicht.

ElBaradei: Wir waren tatsächlich mehrmals nahe an einer Lösung dran. Die Iraner wollten im Jahre 2003 eine Lösung, aber die Regierung von US-Präsident George W. Bush wollte nicht. Dann im Jahre 2010, als Präsident Barack Obama seine Hand ausstreckte, konnten die Iraner nicht wegen innenpolitischen Machtkämpfen.

SPIEGEL: In ihren Memoiren, die bald erscheinen werden, beschreiben Sie, wie Sie bei ihren Versuchen zu untersuchen getäuscht wurden.

ElBaradei: Ich halte hier die Fakten fest, und ein Teil der Fakten ist, dass die Amerikaner und die Europäer wichtige Dokumente und Informaitonen von unserer Seite der Öffentlichkeit vorenthalten haben. Sie waren an einem Kompromiss mit der Regierung Teherans nicht interessiert, sondern das Regime wechselte -- aus irgendwelchen Gründen.

SPIEGEL: Und die armen Iraner waren komplett unschuldig?

ElBaradei: Nein, sie haben auch ihre Tricks angewandt. Aber der Westen versuchte nie zu verstehen, dass das Wichtigste für den Iran war, Anerkennung zu erhalten und als gleichwertiger Partner behandelt zu werden.

[Candidate for President of Egypt]

SPIEGEL: Your negative experiences in politics don't seem to have deterred you enough that you would withdraw your bid for the presidency in Cairo.

ElBaradei: I am confident that by the time of the presidential election, which is currently scheduled for the end of the year, we will have created the democratic conditions that I have always made a condition of my candidacy.

SPIEGEL: You aren't afraid that Egypt's process of democratization could fail, just as the mediation in the Iranian nuclear conflict did?

ElBaradei: Both cases can be resolved, but perhaps the Egyptian situation can be fixed sooner, because the number of players is smaller.

Interview conducted by Dieter Bednarz and Volkhard Windfuhr


[Kandidat für die Präsidentschaft von Ägypten]

SPIEGEL: Ihre negative Erfahrung in der Politik scheint Sie nicht davon abgehalten zu haben, sich nun als Kandidat für die Präsidentschaft Ägyptens zu präsentieren.

ElBaradei: Ich habe volles Vertrauen darauf, dass bei den Präsidentschaftswahlen, die Ende Jahr abgehalten werden, wir im Land demokratische Strukturen schaffen werden, die immer ein Teil der Bedingungen waren, mich als Kandidat zu präsentieren.

SPIEGEL: Sie haben keine Angst, dass der äyptische Demokratisierungsprozess fehlschlagen könnte, so wie die Vermittlung im iranischen Nuklearkonflikt?

ElBaradei: Beide Falle können gelöst werden, aber vielleicht wird die Situation in Ägypten eher gelöst, weil die Zahl der Mitspieler kleiner ist.

Das Interview wurde geführt von Dieter Bednarz und Volkhard Windfuhr


xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx







^