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Die Geschichte Eritreas: Von der ersten Aufzeichnungen bis zu Munzinger - ab 1945 50 Jahre Kampf zwischen Kolonialmächten und Supermächten für das eigene Recht

Wie Eritrea fast eine schweizer Kolonie geworden wäre - wie die weisse "Zivilisation" andere Völker in den ideologischen Kampf zwischen Kapitalismus und Kommunismus verwickelt und dadurch zerstört - die destruktive Rolle Italiens, Englands, Russlands und Israels mit den "USA" und Äthiopien gegen Eritrea

von Michael Palomino (1999 / 2003 / 2005 / 2007)


Eritrea
                            Position Die verschiedenen Ethnien in Eritrea:
                              Afar, Bilen, Hedareb, Kunama, Nara,
                              Rashaida, Sabo, Tigre und Tigrinya
Die Position von Eritrea
vergrössernDie verschiedenen Ethnien in Eritrea


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aus:
-- Eritrea. Geschichte und Gegenwart eines Konflikts. Verlag SUKE, Schwyzerstr. 12, 5430 Wettingen
-- Alex Capus: Munzinger Pascha. Roman. Diogenes. Zürich 1997
--- www.ertra.com

Diese Volksgruppen mussten sich von weissen Kolonialmächten 1880-1990 mehr oder weniger ununterbrochen  - direkt oder indirekt - systematisch erniedrigen, versklaven und ausrauben lassen:

Frau der Ethnie der Afar in Eritrea
Frau der Ethnie der Bilen in Eritrea
Frau der Ethnie der Hedareb in Eritrea
Frau der Ethnie der Kunama in Eritrea
Frau der Ethnie der Nara in Eritrea
Frau der Ethnie der Rashaida in
                            Eritrea
Frau der Ethnie der Saho in Eritrea
Frau der Ethnie der Tigre in Eritrea
Frau der Ethnie der Tigrinia in
                            Eritrea
Afar
Bilen
Hedareb
Kunama
Nara
Rashaida
Saho
Tigre
Tigrinia
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Gibt es ein Schmerzensgeld?


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Inhalt

1. Kommentar
2. Allgemeine Angaben über Eritrea
3. Erste Geschichte des Gebietes Eritrea
4. Eritrea unter Werner Munzinger und den Handelsgesellschaften Europas
5. Frauenfeindliche Sitten in Eritrea vor dem Befreiungskampf mit Beschneidungen an Babys und Mädchen
6. Italienische Kolonialausbeutung in Eritrea
7. Sieg der britischen Armee 1941 gegen die italienische Armee in Eritrea - und weitere Ausbeutung - England montiert alle Industrien ab
8. Eritrea im Machtkalkül der Supermächte nach 1945: Die strategischen Begehrlichkeiten am "Horn von Afrika"
9. Der 30-jährige Befreiungskampf um Eritrea gegen die Supermächte 1958-1990 - Die Untergrundorganisationen

10. Allianz Äthiopiens mit Herzl-Israel, mit den "USA", mit der Sowjetunion
10.1. Eritrea wird 1962 annektiert und 14. äthiopische "Provinz"
10.2. Machtergreifung durch  Mengistu in Äthiopien
10.3. Erster Einheitskongress der EPLF
10.4. Äthiopische Offensiven mit sowjetischer und kubanischer Hilfe
10.5. Zweiter Einheitskongress der EPLF

11. Militärische Siege der EPLF gegen Äthiopiens Truppen ab 1988 - Äthiopien unter Mengistu verbündet sich wieder mit Israel
12. Sturz und Zersetzung in Äthiopien mit Herzl-Israel nach 1990 - Anerkennung für Eritrea


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1. Kommentar

Die ausführliche Chronologie zeigt auf, wie ein "Entwicklungsland" entsteht: Die Kultur wird "entdeckt", wobei eine kleine schweizer Gruppe mit Werner Munzinger eine gewisse Rolle spielt. Dann wird Eritreas Kultur durch die italienische Besetzung zerstört und versklavt. Die englische Besetzung beraubt Eritrea ab 1941. Schliesslich raubt Grossbritannien 1945 in Eritrea vor dem Abzug noch schnell alle Industrie und baut alle Fabriken ab.

Ab 1948 steht Eritrea zwischen kapitalistischen und kommunistischen Kräften als strategische Zielscheibe am "Horn von Afrika" in einem 50-jährigen Krieg mit den Supermächten und dem Nachbarn Äthiopien, samt den rassistischen israelischen Militärs der 1960-er bis 1980-er Jahre, die mit äthiopischen Diktatoren verbündet gegen Eritrea agieren. 
Napalmbomben, Massaker, Sprachverbote, Hunger als Taktik etc.

Erst 1997 stellt Äthiopien die letzten Angriffe auf Eritrea ein.

 Hat jemand etwas von Entschädigung gesagt?

"Entwicklungshilfe" nützt nichts, wenn der Weisse Mann sich nicht endlich der Schuld bewusst wird. Europa feierte ab 1945 30 Jahre Wirtschaftswachstum, während Afrika und Asien grösste Zerstörungen erlitten haben...

Michael Palomino
1997 / 2003 / 2005


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2. Allgemeine Angaben über Eritrea

Eritrea hat ein gemässigtes und mildes Klima mit zwei Regenzeiten (SUKE, S.14). Hauptstadt Asmara auf 2400m Höhe mit einem angenehm mediterranen Klima (SUKE, S.15). Die Kulturen sind patrilinear organisiert ausser die Kunama, die mutterrechtlich (matrilinear) organisiert sind (SUKE, S.17).

Karte
                      von Eritrea

Eritrea feiert zwei "Nationalfeiertage":
--  8. März: der Internationale Frauentag
--  1. September der Nationalfeiertag (SUKE, S.20).

In Asmara wird traditionell eine Kaffeezeremonie gefeiert (SUKE, S.21).

Die aussergewöhnliche Geographie von Eritrea zeigt sich in den folgenden Karten:

Eritrea
                            Höhenkarte
Eritrea
                            Regenmengen
Eritrea
                            Provinzen
vergrössernEritrea Höhenkarte
vergrössernEritrea Regenmengen
vergrössernEritrea Provinzen



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3. Erste Geschichte des Gebietes Eritrea

3. Jahrtausend v.Chr.
In Ägypten tauchen Bejas auf und bewegen sich Richtung des nordwestlichen Eritrea: Erste menschliche Besiedelung nilotischen Ursprungs.
(SUKE, S.24)

Seit pharaonischen Zeiten wird in Eritrea Gold abgebaut.
(SUKE, S.197)

2. Jh. v.Chr.
Semitische Ethnien kommen über das Rote Meer und errichten im heutigen Eritrea und in Tigray verschiedene Stadtstaaten.
(SUKE, S.24)

Karte
                      Tigray mit Aksum, Äthiopien

2. Jh.v. Chr. bis 3./4. Jh. n.Chr.
Auf dem Boden der heutigen äthiopischen Provinz Tigray entwickelt sich das Königreich von Axum, das im 3.-4. Jh. n.Chr. als drittgrösstes Reich der Welt gilt (SUKE, S.24-25).

4. Jh.
Der König von Axum nimmt den christlichen Glauben an.
(SUKE, S.25)

6. Jh.?
Untergang des Königreichs von Axum
(SUKE, S.222)

710-14. Jh.
Im Rahmen der ersten islamischen Expansion treten die Beja zum Islam über, zerstören den Hafen von Adulis und errichten in der Folge fünf unabhängige Königreiche, die Eritrea und die sudanesische Küste bis ins 14. Jh. beherrschen.
(SUKE, S.25)

[Gemäss neuster Chronologieforschung (Stichwort: "Chronologiekritik") sind in der Zeitenrechnung mindestens 298 Jahre zu viel. Die ganze Zeit Karls des Grossen scheint von Mönchen erfunden, um die Kirche besser darzustellen. Dadurch wäre das Jahr 710 eigentlich das Jahr 412. Andere Chronologie-Forscher meinen, in der Zeitenrechnung würden sogar 1000 Jahre gelogen sein und alle Entwicklungsprozesse seien viel schneller abgelaufen].

14.-Mitte 15. Jh.
Das Hochland Eritreas ist zeitweise unter der Herrschaft der Amhara.
 (SUKE, S.222)

14.-19. Jh.
Vorkoloniale Zeit Eritreas
Prägung durch religiöse Schulen:
Die orthodoxe und die islamische Kirche bilden aus Priestern und Scheichen eine kleine Elite. Dabei ist das System aber kontraproduktiv:

--  Priester und Scheiche kontrollieren die Bevölkerung in ihrer Unwissenheit
-- es fehlt die elementare Bildung und das elementare Wissen im Volk.

So entsteht in der Bevölkerung eine fatalistische Haltung, die die Unterdrückung und Ausbeutung als schicksalshaft und gottgewollt hinnimmt (SUKE, S.120).

15.-19. Jh.
Äthiopisch-portugiesische Eroberungsversuche scheitern - türkische Besetzungen
-- äthiopische und äthiopisch-portugiesische Versuche, Eritrea zu erobern, scheitern mehrmals
-- türkische Armeen besetzen mehrmals die Küste Eritreas und Gebiete im Landesinnern, in gewissen Teilen der Sahel-Provinz bis ins 19. Jh. (SUKE, S.25)

Das Hochland Eritreas bleibt entweder unabhängig oder es leistet Tribute an die Provinzen von Tigray (SUKE, S.222).

15. Jh.
Grenze zwischen dem Königreich Medri-Bahri (Land am Meer) und Äthiopien ist der Fluss Mereb
(SUKE, S.25)


1700

16.-Ende 19. Jh.
Äthiopien existiert nicht
Äthiopien existiert als einheitliches äthiopisches Reich gar nicht: Es sind mehrere einzelne, voneinander unabhängige Reiche (SUKE, S.222).

Portrait
                              James Bruce
James Bruce, Portrait


   
1770
Kämpfe zwischen Äthiopien und Eritrea
Der schottische Forscher James Bruce beschreibt Eritrea und Abessinien als verschiedene Länder, die sich oft bekämpfen (SUKE, S.25).

19. Jh.
In Äthiopien herrschen mehrere Könige gleichzeitig mit uneinheitlicher "Aussenpolitik"
(SUKE, S.222)



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4. Eritrea unter Werner Munzinger und den Handelsgesellschaften Europas

1852
Werner Munzinger in Kairo
Werner Munzinger aus Olten, Sohn des Bundesrates Josef Munzinger, hält sich für einen Studienaufenthalt im türkisch regierten Kairo auf (vom Vater finanziert). Werner Munzinger spricht fliessend arabisch und hebräisch (Capus, S.46).


1853

Werner
                                Munzinger, Portrait
Werner Munzinger, Portrait

    
Werner Munzinger für Dupont auf Expedition im Roten Meer
Werner Munzinger nimmt einen Auftrag der Firma Dupont & Cie. an: Er soll für die Firma die Märkte rund ums Rote Meer untersuchen und Handelsmöglichkeiten ergründen für den Handel mit Gummi, Myrrhe, Weihrauch, Baumwolle; Perlen, Perlmutt, Schildpatt, auch Lebensmittel wie Reis, Datteln, Kaffee, Pfeffer.

Im arabischen Gewand, der "Galabiya", fährt Munzinger nach Suez ans Rote Meer, dessen eisenhaltige Felsen im Abendrot rot aufleuchten (Capus, S.53-54, 59).



Werner Munzingers Ankunft an den Märkten: Mekka-Pilger - Sklaverei - die Rapporte für Dupont
Werner Munzinger beobachtet im Hafen von Janbo Mekka-Pilger, die sich im Meer reinwaschen und nur mit einem Tuch bekleidet, ohne Hut und barfuss, nach Mekka pilgern. Munzinger wird auf dem Markt als "Christ" erkannt und bedroht.

Auf der Weiterreise bemerkt Munzinger Sklavenschiffe mit schwarzen Mädchen für die arabischen Harems und Schiffe mit schwarzen Männern für das türkische Heer.

Für die Firma Dupont rapportiert er bei jedem Markt Waren und Preise (Capus, S.68-70).

Werner Munzinger als Händler in Massawa / Massaua (Eritrea): Handelsstadt für Produkte und Sklaven
Werner Munzinger landet in Massaua, der wichtigsten Hafenstadt in Abessinien, die auf einer Insel vor dem Festland liegt.



Karte
                              Eritrea klein: Nak'fa, Keren, Akurdet,
                              Massawa / Massaua, Asmara, Kulul, Tio,
                              Assab; Denakil
       Karte von Eritrea mit Massawa / Massaua

Massaua ist Handelsknotenpunkt afrikanischer Karawanen für den Handel mit Sklaven, Kaffee, Elfenbein und Gold für Handelsschiffe aus Arabien, Indien und China. Frisches Wasser gibt es nicht und Durchfall ist die Folge. Dupont beauftragt Munzinger, dort 1 Jahr zu bleiben (Capus, S.71-76).

1854
Werner Munzingers Reise nach Keren
Als Lieferschwierigkeiten der Karawanen eintreten, droht Dupont mit der Schliessung der Niederlassung. Munzinger reist mit einem Diener auf Eseln nach Keren, um dort Ware direkt einzukaufen. Er  lernt dort seine zukünftige Frau kennen (Capus, S.84-89).

1855
Entlassung von Werner Munzinger - Forschungspläne in Eritrea
Werner Munzinger wird von Dupont entlassen. Für die Teilnahme am Begräbnis seines Vaters reicht es nicht mehr.

Munzinger ist jedoch in Eritrea gebunden. Er möchte wissenschaftliche Arbeiten in Keren durchführen, über das Volk der Bogos forschen und das Land vermessen. Munzinger notiert, das Hochland von Keren habe ein Klima wie Italien, der Boden sei ausgezeichnet, und die Bewohner seien edel und gastfreundlich. Ziel sei es auch, die christlichen Lehren der Barmherzigkeit in Keren zu verbreiten.

Munzinger kauft sich vom ausbezahlten Gehalt von Dupont 2 Gewehre, Munition und Sämereien und kündigt seiner Familie in Olten seine Rückkehr in 1-2 Jahren an (Capus, S.98-99).

1856
Heirat Munzingers und Gutsbesitz in Keren
Werner Munzinger heiratet in Keren und wird einflussreicher Gutsbesitzer. Als Heiratszeremonie muss das Paar einen Monat im Haus bleiben und wird von einem Mönch versorgt.

Munzinger muss sich wegen seinem Reichtum Bedienstete leisten und beginnt mit Landvermessungen. Er beteiligt sich auch an verschiedenen Expeditionen (Capus, S.114-119; Capus, S.126-129).

1859
Die destruktive Blutrache in Eritrea - das erste Buch von Munzinger
Über die Völker Eritreas stellt Munzinger fest, dass die Blutrache ein Hauptgrund für die Bevölkerungsarmut in Eritrea ist. Munzinger gibt ein kleines Buch heraus: "Über die Sitten und das Recht der Bogos." (Capus, S.136-139, 140)

1861
Auftrag vom Bundesrat an Munzinger: Expedition
Der schweizer Bundesrat gibt Munzinger den Auftrag, an einer deutschen Expedition zur Auffindung des Forschers Dr. Eduard Vogel teilzunehmen. Zusätzlich wird Munzinger verpflichtet, völkerkundliche und geographische Forschungen anzustellen. Hierzu bekommt Munzinger ein "Taschengeld" von Fr. 5000.-

Die Expedition startet mit dem deutschen Geographen Dr. Theodor Kinzelbach, 7 Dienern und 7 Maultieren. Ziel ist der Ort Wadai, wo Dr. Vogel zuletzt war.

Als Hauptschwierigkeit zeigt sich die Malaria. Am 22. Dezember erreicht die Expedition Kassala (Capus, S.141-145, 147).

1862

Am 18. März 1862 erreicht die Expedition Khartoum (Capus, S.145-146).

Aufbruch aus Khartoum am 6. April in Richtung Wadai, Ankunft in El Obeid am 20.4.1862.

Die Expedition muss auf die Nachricht des Sultans warten, ob sie Wadai betreten dürfen. Schliesslich wird ihnen die Weiterreise nicht erlaubt. Der Grund des Reiseverbots scheint ein Pferd gewesen zu sein: Dr. Vogel wird als ein Mann beschrieben, der seinen Schimmel dem Sultan nicht schenken wollte und deswegen ermordet wurde (Capus, S.148-156).

Genesung von Werner Munzinger in der Schweiz
Werner Munzinger kehrt nach seiner Genesung von der Malaria im Oktober 1862 zur Erholung in die Schweiz zurück und bestaunt die inzwischen errichteten Eisenbahnnetze und Bahnhöfe. Sein Bruder Walther ist inzwischen Professor, verheiratet und arbeitet am einheitlichen Obligationenrecht (OR) (Capus, S.163-165).

1863

Rückkehr Munzingers nach Keren: Munzinger als Zwischenhändler für Europa
Im Auftrag von Handelsfirmen handelt Munzinger in Eritrea mit Leopardenfellen und Elfenbein, das nach Europa geschickt wird (Capus, S.167-168).

Kreuzzugspläne des äthiopischen Heerführer Kassa "Theodor II": gegen Mekka, Kairo und "Befreiung" von Jerusalem
Kassa
plant Kreuzzüge der abessinischen und europäischen "Christenheit" gegen die islamischen "Erbfeinde". Er bittet Victoria von England brieflich um Militärhilfe. Mehr als einen Revolver sendet Victoria ihm aber nicht, dabei hatte Kassa Fachleute erwartet, die Kanonen giessen können... (Capus, S.171)

1864

Massaua ägyptisch
Der ägyptische Khedive kauft dem türkischen Sultan Massaua ab (Capus, S.168).

Äthiopischer Heerführer Kassa "Theodor II" nimmt europäische Geiseln
Nachdem Kassa von England keine Unterstützung für seine Kreuzzugspläne erhält, greift er zu "anderen" Mitteln: Kassa lässt alle Europäer in Äthiopien in Ketten legen, insgesamt 64 Leute, um Victoria um Militärhilfe zu erpressen. Unter den Gefangenen ist auch der englische Konsul Charles Duncan Cameron (Capus, S.171).

Die Geiselbefreiung mit Hilfe britischer Truppen
Victoria schickt britische Kolonialtruppen nach Massaua und beauftragt Munzinger, die britischen Kolonialtruppen in Abessinien gegen Kassa anzuführen.

Es werden neue Heerstrassen gebaut, Elefanten tragen Kanonen, Dorfbevölkerungen fliehen. In Zusammenarbeit mit dem englischen Marschall der britischen Kolonialtruppen, Sir Robert Napier, gelingt die Befreiung. Kassa begeht Selbstmord (Capus, S.178-183).

Juni 1868
Abzug der englischen Truppen aus Abessinien
Der letzte britische Soldat verlässt Ende 1868 Abessinien. Dem Fürsten Kassai werden 12 Kanonen, 725 Musketen und viel Munition überlassen.

Fürst Kassai erobert den Thron von Theodor II. und nennt sich fortan "Johannes IV". Munzinger bleibt in Massaua (Capus, S.186).

15.9.1869
Die Bucht von Assab wird von einem Italiener "gekauft"
Im Auftrag des Reeders Raffaele Rubattino aus Genua "erwirbt" der ehemalige Strassenräuber Giuseppe Sapeto von den Gebrüdern Ben Ahmed die Bucht von Assab. Der Kauf ist von der italienischen Regierung unterstützt (SUKE, S.25).

28.9.1869
Attentat auf Munzinger
Munzinger wird mit vier Schüssen verletzt, jedoch nicht gefährlich (Capus, S.231).

1869
Eröffnung des Suezkanals - ägyptische Besetzung Eritreas
Die Eröffnung des Suezkanals hat für Eritrea absolut negative Folgen, denn Eritrea erlangt nun für den gesamten Welthandel eine wichtige "strategische Bedeutung" und wird zum Zankapfel am "Horn von Afrika".

Ägyptens Truppen sind die ersten und erobern mit englischer Unterstützung Massaua, Keren und Teile von Zentraleritrea (SUKE, S.25).

[Die arabische Welt verliert mit dem Suezkanal jeglichen Zwischenhandel zwischen Indien und Europa. Beginnende Verarmung und Wut auf die "christliche" Welt; siehe Haarmann: Geschichte der arabischen Welt].


1870

1871

Eritrea: Aufstieg von Werner Munzinger als Gouverneur von Massaua und Pascha-Anwärter
Munzinger wird vom ägyptischen Khedive Ismail zum Gouverneur von Massaua und den Provinzen am Roten Meer ernannt. Munzinger
-- besitzt ein eigenes Dampfschiff
-- nimmt den schweizer Expeditionsforscher Haggenmacher mit nach Massaua
-- residiert mit seiner Frau Oulette-Mariam in einem Gouverneurspalast
(Capus, S.195).

Neue Projekte von Munzinger für Massaua
-- Dammbau zwischen Insel Massaua und dem Festland
-- Planung einer Wasserleitung vom Festland auf die Insel Massaua
-- Telegraphendraht über Keren nach Kouala, eventuell bis Kairo
-- Eisenbahnprojekt der Küste entlang (Capus, S.195).

Steuer-Terror Ägyptens gegen Munzingers Regierungsgebiet
Munzinger beklagt sich beim Khedive Ismail, dass die 1000 jährlichen Taler, die von der Provinz Massaua verlangt werden, nur unter Entbehrungen in der Bevölkerung aufzubringen sind (Capus, S.199).

Khedive
                            Ismail, Portrait
Khedive Ismail, Portrait

    
1.2.1872
Anschlussbegehren der Bogos
Die Bogos, die von Fürst Kassai (Johannes IV) regiert werden, stellen Antrag auf Anschluss an die von Munzinger regierte Provinz Massaua (Capus, S.200).

21.5.1872
Bewilligungen von Projekten
Khedive Ismail
-- bewilligt die Wasserleitung
-- bleibt bei seiner Steuerforderung stur
-- begrüsst den Anschluss der Bogos, eventuell auch der Belen und der Mareas
-- schickt ein Bataillon von 800 Mann, 40 Mitrailleusen und 4 Gebirgskanonen (Capus, S.200-201).


31.10.1872
Bericht von Munzinger an den Khedive Ismail: Expansionsvorhaben gegen Äthiopien und Italien
Munzinger berichtet:

-- auch die Belen und die Mareas haben sich unter seinen Schutz und somit unter ägyptischen Schutz begeben, ebenso ein Teil der Danakil

-- Munzinger schlägt vor, auch Beylul und Raheita "unter Kontrolle" zu bringen

-- Munzinger schlägt die Annexion der Provinz Aussa und der grossen Salzebene vor: Aussa sei als fruchtbares, reichbevölkertes Land an einer der grossen abessinischen Handelsstrassen strategisch wichtig, so dass ein Grossteil der Karawanen aus Schoa und Galla an die Häfen von Munzinger gezogen werden können.

Gleichzeitig besteht die Absichten Italiens, sich zwischen Beylul und Raheita "festzusetzen".

Deswegen plant Munzinger konspirativ:
->>  das Gebiet soll unter höchster Geheimhaltung besetzt werden
->>  Munzinger beantragt für dieses Vorhaben gleichzeitig neues Schiff (Capus, S.201-202).

26.11.1872
Bericht von Werner Munzinger an Walter Munzinger in der Schweiz: Soziale Verbesserungen und Dammbau für Massaua
Munzinger berichtet:
-- das Gebiet der Bogos sei besetzt, die europäischen Zeitungen haben darüber berichtet
-- die Stammeskämpfe seien beendet, wie auch der Mädchenhandel unterbunden sei
-- die Dämme vom Ufer zu den Massaua-Inseln seien bald fertig (Capus, S.202-203).

10.2.1873
Munzinger beklagt beim Khedive Ismail Sklavenhandel in Abessinien und Geldmangel für befreite Sklaven
Der Bericht Munzingers:
-- Munzinger bestreitet, er sei in Sklavenhandel verwickelt, sondern bestätigt die Sklavenbefreiung
-- Johannes von Abessinien betreibe weiter Sklavenhandel
-- der Onkel von Johannes von Abessinien habe Munzinger wegen der von ihm befreiten Sklaven gedroht
-- die 300 Meilen lange Küstenlinie sei unmöglich zu überwachen
-- die befreiten Sklaven kämen selber weniger gut zurecht als die Sklaven, für die der Hausherr zu sorgen hat
-- Munzinger beklagt, die befreiten Sklaven zu unterrichten und einzukleiden sei ohne zusätzliche Gelder nicht möglich (Capus, S.203-205).

12.3.1873
Angebot des Khedive: Ein Amt für Munzinger in Kairo
Nachricht:

-- es gäbe kein Geld für Schulen und Spitäler, denn andere Provinzen bringen "Gold, Elfenbein und Negersoldaten in grossen Mengen an unseren Hof", so werde auch Munzinger zumindest ein ausgeglichenes Budget möglich sein

-- wenn das Amt zu schwer werde und er sich überfordert fühle, so solle er nach Kairo kommen (Capus, S.205-206).

1875
Massaua, die "ägyptischen Provinzen am Roten Meer": Munzinger regiert 2 Mio. Leute
-- Werner Munzinger regiert über 2 Millionen Menschen vom roten Meer bis in die Wüste des Sudan
-- Munzinger fördert die Provinz mit Strassenbau, Landwirtschaft und Wasserbohrungen. Europäische Einwanderung ist zugelassen (Capus, S.209, 211).

31.7. 1875
Handelsweg zwischen Schoa und dem Roten Meer
Khedive Ismail gibt Munzinger den Auftrag, einen Handelsweg zwischen Schoa und dem Roten Meer einzurichten (Capus, S.209).

5.10.1875
Munzingers letztes Lebenszeichen
Munzinger befindet sich mit 350 Mann und zwei Kanonen in Tadjura Bay und gerät dort scheinbar in Auseinandersetzungen (Capus, S.209).

24.11.1875
Krieg zwischen Massaua-Provinzen und Äthiopien
Khedive Ismail schreibt Munzinger in einem Brief, der Stellvertreter von Munzinger in Massaua, Arakel Bey, habe eigenmächtig mit 1000 Mann Abessinien angegriffen. Dabei seien fast alle Krieger der Massaua-Republiken gefallen und Rache werde erwartet. An Munzinger ergeht der Auftrag, sich ruhig zu verhalten (Capus, S.222-223).

Dezember 1875 ca.
Mord an Munzinger und seiner Frau (?)
Gemäss einem Bericht des Dieners Eduard Dor sind Werner Munzinger und dessen Frau Oulette-Mariam überfallen und ermordet worden. Munzinger stirbt ohne Nachkommen. Somit bleiben die Massaua-Provinzen ohne schweizerischen Nachfolger (Capus, S.223-225).

1879
Rücktritt von Khedive Ismail
Ismail in Kairo muss wegen zu hoher Schulden bei den europäischen Gläubigern abtreten. Nachfolger wird sein Sohn Tawfiq Pascha. Ismail begibt sich ins Exil nach Neapel und Istanbul (Capus, S.226).



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5. Frauenfeindliche Sitten in Eritrea vor dem Befreiungskampf mit Beschneidungen an Babys und Mädchen

Rassistische Behandlung der Nomadenfrauen

Bericht der Barfussärztin Zarah Ibrahim:

"Traditionelle Rituale, basierend auf dem Islam, beschränken das Leben der Nomadenfrau auf ihr Zelt; kein Fremder darf sie sehen, und sogar gegenüber ihrem Ehemann bleibt sie verschleiert. Das Leben der Nomadenfrau ist unglaublich grausam. Während der Menstruation zum Beispiel muss sie ihre Arbeit in sitzender Position über einer Sandgrube verrichten. Binden kennen sie nicht.

Die Nomadenfrau kocht traditionsgemäss nie für sich, sondern nur für ihren Mann, dem sie das Essen unter dem Zelt hervorreicht, ohne ihn anzusehen. Ein fairer Ehemann lässt ihr dann noch eine Portion übrig, die sie später isst. Ihr gesundheitlicher Zustand ist entsprechend schlecht, mit 30 Jahren kommt sie oftmals vorzeitig ins Klimakterium, und ihre Chance, die erste Geburt zu überleben, ist nur 70 Prozent." (SUKE, S.71)

Die Frauen der traditionellen Nomadengesellschaft leiden unter Mangel- und Fehlernährung:

"In der traditionellen Nomadengesellschaft isst zuerst der Mann, dann der Sohn und was übrig bleibt, essen Frauen und Mädchen." (SUKE, S.112)

Die Frauen bei den Hedareb-Nomaden
Die Frau bei den Hedareb ist noch weniger wert als die Kamel- und Viehherden:

"Zuerst ass der Mann, dann die Söhne, und was übrig blieb von der kargen Mahlzeit, reichte knapp für das Überleben der Mütter und Töchter." (SUKE, S.88)


Klitorisbeschneidung an Babys und Infibulation (Entfernung der inneren Schamlippen) an Mädchen in Eritrea

Die Klitorisbeschneidung am Mädchensäugling erfolgt am 8. Tag nach der Geburt (SUKE, S.73).

Damit ist die Beschneidung des weiblichen Geschlechts aber noch nicht beendet. Am 4-5 Jahre alten Mädchen wird die "Infibulation" durchgeführt (SUKE, S.73-74), die Entfernung der kleinen Schamlippen (SUKE, S.112). Vor allem im islamischen Kulturbereich gilt das Ritual der Infibulation als das Zeichen, dass die Frau "Besitz" des Mannes sei (SUKE, S.73-74).

Der Ablauf einer Schamlippenentfernung an 4-5 Jahre alten Mädchen

[-- Fesselung des Mädchens] und Wegschneiden der Schamlippen [unter unsäglichen Schmerzen und Schreien]
--
die Scheide wird durch die grossen Schamlippen bis auf eine kleine Öffnung mit Nadeln zugenäht. Weihrauch, Salz und Zucker dienen zur "Desinfektion"
-- wenn die "Hebamme" findet, die Öffnung sei nicht klein genug, wird die "Operation" wiederholt
-- die Oberschenkel des Mädchens werden 7 Tage zugeschnürt und
-- nach jeder Geburt wird die Scheide wieder zugenäht, bis die Frau an den Geburten bzw. an den "Operationen" stirbt.

Folgen der Infibulation:
-- langwierige Infektionen
-- schmerzhafte Narben
-- Probleme beim Wasserlösen
-- Infekte und Blutverlust bei der Geburt
-- Angst vor Geschlechtsverkehr [und immer Schmerzen beim Geschlechtsverkehr]

-- die Müttersterblichkeit bei Geburten beträgt bis zu 25% (SUKE, S.112-113)
-- Komplikationen unter der Geburt: Infektionen oder Absterben des Kindes, Blasen-, Scheiden-, Darmfisteln [unnatürliche Verbindungen zwischen den Organen].

Die Frauen mit ihren Gesundheitsproblemen erleiden durch die Beschneidungen eine unüberwindbare soziale Isolation (SUKE, S.75).


Heirat
Mädchen: Verheiratung im Alter von 9-12
Jungen: Verheiratung im Alter von ca. 17

Der Heiratsvertrag wird zwischen den männlichen Familienoberhäuptern geschlossen (SUKE, S.75). Frauen über 30 gelten in der Tradition nicht als heiratsfähig (SUKE, S.82).

Brautpreis
-- der Brautpreis ist abhängig vom Wohlstand und Ansehen der Brautfamilie
-- der Preis für Jungfrauen ist am höchsten ->  reiche, ältere Männer heiraten öfters ganz junge Frauen
-- eritreische Männer armer Familien sparen jahrelang oder wandern aus, um sich Geld für einen Brautkauf zu erarbeiten
-- Hochzeitsfeiern: das Brautpaar verschuldet sich auf Jahre hinaus (SUKE, S.75)
-- "Damoz-Heirat": Heirat in städtischen Gebieten auf Zeit möglich mit festem Entgelt für die Frau (SUKE, S.76).

Erbrecht
Töchter erben halb so viel wie die Söhne (SUKE, S.76)
[und das ist schon viel].

Scheidungsrecht
Im islamischen Recht sind geschiedene Frauen weitgehend rechtlos und Kinder verbleiben grundsätzlich beim Vater (SUKE, S.77)

Scheidungsgründe können sein:
-- Impotenz und Zeugungsunfähigkeit des Mannes
-- lange Abwesenheit
-- schwere körperliche Misshandlungen durch den Mann
-- Schliessung von Nebenehen ohne Wissen der Frau.

Untreue des Ehemannes ist kein Scheidungsgrund. Bereits "Ungehorsam" und "mangelnde Anpassungsfähigkeit der Frau" gelten als Scheidungsgrund für den Mann (SUKE, S.77).

Das Volk der Kunama dagegen kennt die matrilineare Tradition (SUKE, S.78).


"Landrecht" in Eritrea
Die Völker Eritreas sind mehrheitlich sesshafte Bauern im Hochland. Hirten und Nomaden sind in der Minderheit. Nomaden im Hochland sind einzig die Blin. In der Tiefebene und in den Küstenbereichen ist der Anteil halbnomadischer Bevölkerung hoch.

"risti"-/"tsilmi"-Land
bedeutet privates Eigentum, d.h. Familienbesitz. Das Land wird innerhalb der Familie vererbt, selten auch an Frauen. Die Erbfolge hat eine Aufsplitterung zur Folge. Für modernen Ackerbau ist das "risti"/"tsilmi"-Land folglich sehr destruktiv.

"diasa"-Land
ist der Gemeinbesitz des Dorfes und wird alle 7 Jahre gemäss den jeweiligen Bedürfnissen der Familien oder des Dorfes neu verpachtet. Traditionelle Familien und reiche Bauern jedoch, die "restagna", bekommen immer grösseren Einfluss und können sich gegen andere Familien durchsetzen. Mittlere, kleinere und landlose Bauern (zurückgekehrte Landarbeiter und alleinstehende Frauen) werden von den reichen Bauern abhängig. (SUKE, S.53-54)


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6. Italienische Kolonialausbeutung in Eritrea



Karte von Eritrea mit Assab
            Karte von Eritrea mit Assab

1879
Assab wird italienisch
Die Bucht von Assab wird von italienischen Truppen "übernommen" (SUKE, S.25).


1880

15.3.1881
Italien "kauft" die Bucht von Assab
Die Bucht von Assab wird vom italienischen Staat gekauft und offiziell zur "Colonia di Assab" umbenannt. Italien zeigt fortan einen Eroberungsdrang der Küste entlang Richtung Norden (SUKE, S.26).

[Das Wort "Eroberungsdrang"
"Eroberungsdrang" heisst, dass weisse europäische Offiziere durch Eroberungen fremden Landes befördert werden wollen, um zu Hause in Europa höheren Lohn zu erhalten oder eventuell sogar einen "Schoggijob" zu erhalten, wo man nichts zu tun braucht etc. Für diesen Zweck, einen "Schoggijob" zu erhalten, werden Kriege mit 1000en von Toten in Kauf genommen, so lange es geht. Für die "USA" gilt dieses Prinzip heute noch: Wer in einem Krieg war, wird befördert... (2005)]

1885-1888
Eritrea wird italienisch beherrscht

1885 erobern italienische Truppen Massaua (SUKE, S.26; Capus, S. 227).

1888 erobern italienische Truppen Keren und Asmara und besetzen das ganze Gebiet Eritreas bis an den traditionellen Grenzfluss Mereb (SUKE, S.26).

vergrössernÄthiopiens Kaiser Menilek II., Portrait

Menilek
                                II., Portrait

vergrössernItaliens König Umberto 1844-1900 Italiens König Umberto 1844-1900     
1889
Machtwechsel in Abessinien
Kaiser Johannes von Abessinien wird 1889 von Menelik II. gestürzt (Capus, S.226).
[Es sind beide Namen zu finden, Menilek und Menelik].

Vertrag von Wichale (it. Ucciali) zwischen Italiens und Äthiopiens Regierung über Eritrea
Im Vertrag zwischen Italien und Äthiopiens Kaiser Menelik werden die italienischen Ansprüche auf Eritrea "bestätigt". Der italienische König Umberto anerkennt Menelik als Kaiser von Abessinien. Definition der Grenzen nach "internationalem Recht" (SUKE, S.26).

1889 bis Anfang 1930-er Jahre
Erste Phase der italienischen Kolonialherrschaft: Die "Erschliessung"
Eritrea wird aufgrund des gemässigten Klimas und der fruchtbaren Böden zur Siedlungskolonie. Baumassnahmen sind:
--  Ausbau der Infrastruktur
--  Erschliessung des Hochlands von Asmara durch Strassen, Häfen und Eisenbahnlinie
--  Luftseilbahnbau zwischen Massaua und Asmara für den Gütertransport
--  erste industrielle Projekte.

Die Anzahl italienischer Siedler bleibt unter 5000 (SUKE, S.55).

    

Eritrea: Die Strasse von Massawa nach
                              Asmara durchs Gebirge heute
vergrössern Die Strasse von Massawa nach Asmara durchs Gebirge (2003).
["Erschliessung" Afrikas mit Strassenbau und Eisenbahnbau
Die italienische Kolonialmacht baut ausserdem ein Strassensystem und ein Eisenbahnsystem, um Einfuhren und Ausfuhren schneller ausführen zu können. Alle Kolonialmächte richten für sich in Afrika Strassen- und Eisenbahnsysteme ein, die dem Weissen Mann dienen. Die Engländer planen sogar Eisenbahnen von Küste zu Küste, von Südafrika bis Ägypten und von der Westküste zum Roten Meer. Es ist ja wohl klar, wer da versklavt wird bzw. wer da gratis arbeiten muss...].



1890

1.1.1890
Die Ausrufung der Kolonie "Eritrea"
Eritrea wird als erste Kolonie Italiens erklärt und in Zukunft "Eritrea" genannt (altrömisch für "Rotes Meer") mit Anlehnung an das römische Weltreich (SUKE, S.26; St. Poscia: Eritrea - Colonia tradita. Rom 1989).

1890-1922
Diskriminierung der eingeborenen Bevölkerung
Die eingeborene Bevölkerung wird im Gesundheitswesen und im Schulwesen diskriminiert. Auf Industrialisierungspolitik wird verzichtet, stattdessen werden die vom Land vertriebenen Bauern zur Zwangsarbeit herangezogen. Es gründen sich Gegenbewegungen (SUKE, S.27).

1890-1941
Bildung im italienischen Eritrea erfolgt nur auf Italienisch
Schulstunden im Bildungssystem der italienischen Kolonialisten in Eritrea werden nur auf Italienisch abgehalten. Es wird eine Elite heranerzogen, die in subalternen kolonialen Verwaltungsfunktionen eingesetzt werden kann.

Die Folgen sind für die Eingeborenen katastrophal und sind eine faktische Entmündigung:

->>  das breite Volk bekommt weiter keine Elementarschule
->>  gleichzeitig zeigt der Weisse Mann ein Überlegenheitsgehabe
->>  Eritreer und Eritreerinnen werden nur als Bedienstete ihrer "Herren" eingesetzt

->>  insgesamt werden durch die Diskriminierung nur wenige Schulen errichtet. Der Unterricht, der nur in Italienisch stattfindet, beinhaltet ein paar Grundoperationen, ein wenig Hygiene und die Geschichte der "grossen" Italiener.

Es entwickelt sich mit der Zeit eine Rebellion gegen das Kolonialsystem (SUKE, S.120-121).



1900

ab 1901
Italienischer Goldabbau in Eritrea
Beginn des Goldabbaus in Mendri Zien, Adio Shumagle, Adi Konzi und Adi Nefas in der Nähe von Asmara durch die italienische Firma "Societ
a  Eritrea per le Miniere d'Oro"  (SUKE, S.197).

ab 1908
Beginn mit Bewässerungssystemen in Eritrea
-->  das ganze Gebiet von Sh'eb wird terrassiert
-->  bei immerwährender Bewässerung werden 4 Ernten pro Jahr möglich (SUKE, S.51).

1909
Italienisches Landgesetz über Eritrea: "terra domeniale"
(SUKE, S.55)


1911-1941
Produktion von Baumwolle und Sisal (Seilfasern und Sackfasern aus Blättern) in Eritrea
1911 bis 1912: 11.075 Zentner (SUKE, S.197).


1920

ab 1922
Mussolini in Italien
Mussolini kündigt eine "Begleichung der Rechnung von Adua" an (SUKE, S.27)

7.2.1923
Zweites italienisches Landgesetz über Eritrea: Der italienisch definierte Landraub und die Entrechtung der Landbevölkerung

Als italienisches Staatseigentum gelten in Eritrea:
-- alle durch die Regierung gebauten Strassen
-- alle Meeresküsten, Häfen, Strände und Wälder
-- alle Telegrafen- und Telefonlinien sowie die Wasserläufe
-- alles Land, das ausgestorbenen Stämmen gehörte oder sich nicht im Besitze anderer Stämme oder Familien befindet

-- alles Land, das früheren Regierungen gehörte
-- Wälder und Buschland, das nicht für die sesshafte Bevölkerung reserviert ist
-- Minen, Abbaugebiete, Salzminen, vorbehaltlich anderer Rechte
-- alles Land im östlichen und westlichen Tiefland, das nicht von einer sesshaften Bevölkerung bewohnt ist (SUKE, S.55).


Die Folgen sind für die Bevölkerung katastrophal:

->>  rund die Hälfte des Bodens Eritreas kommt unter die Kontrolle italienischer Kolonialverwaltung

->>  Zusammenbruch des einheimischen disea-Landsystems

->>  die einheimische ländliche Bevölkerung wird zur Lohnarbeit gezwungen

->>  Entwicklung einer mechanisierten Landwirtschaft für Exportprodukte wie Tabak, Kaffee, Baumwolle und Zitrusfrüchte mit Beschäftigung von Saisonarbeitern

->>  der Einfluss des Kapitalismus verändert das Verhalten der Bevölkerung: Abwanderung aus den traditionellen Dorfgemeinschaften (SUKE, S.56-57).


1929: Sisalexport: 686 Zentner (SUKE, S.197).



1930

1930-1940
Zweite Phase der Kolonialpolitik Italiens: Italienische Besiedelung
Es folgt die Industrialisierung Eritreas und eine massive italienische Einwanderung von 1930 bis 1935 von 5000 auf 50.000 ItalienerInnen, bis 1940 70.000 Kolonialisten (SUKE, S.27, 55).

1930 ca.
Italienische rassistische Lohnpolitik in Eritrea
Es bestehen Lohnunterschiede zwischen ItalienerInnen und EritreerInnen um den Faktor 3 bis 5. Die Unzufriedenheit der Einheimischen wächst (SUKE, S.201).

1931-1960
Italienischer Goldraub in grossem Stil
durch das "Sindicato delle Miniere auriferi di Cheren" (SMAC), bis 1960 (!). Die Ausbeute schwankt zwischen 3 und 422 kg Feingold pro Jahr (SUKE, S.197).

[1935
Massive Ausweitung der italienischen Herrschaft in Eritrea mit Giftgaseinsätzen
Italien wird von Frankreich und England deswegen boykottiert, und Italien wird von Deutschlands Kohlelieferungen abhängig, die alle durch die Schweiz führen.
In: Heiniger: 13 Gründe. Warum die Schweiz im Zweiten Weltkrieg nicht erobert wurde].

1939-1945
Landwirtschaft: Produktionssteigerung
Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion von 57.000 Hektar (1939) auf 260.000 Hektar (1946)
->>  Enteignung fruchtbarer Böden
->>  Einführung neuer Steuern
->>  die Landbevölkerung wird in die Lohnabhängigkeit gezwungen
->>  die Unzufriedenheit und Rebellionsbereitschaft der Einheimischen nehmen weiter zu (SUKE, S.58).



1940

1941
Eritreische Unterstützung für die englischen Truppen
Die eritreische Bevölkerung unterstützt offen die englischen Truppen gegen die italienischen Kolonialherren (SUKE, S.121).



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7. Sieg der britischen Armee 1941 gegen die italienische Armee in Eritrea - und weitere Ausbeutung - England montiert alle Industrien ab

1941

England "übernimmt" den grössten Teil Eritreas

Der englische Kolonialimperialismus erreicht seinen Höhepunkt
Die englische Besatzungsmacht fördert die Spaltung des Landes durch animistische Christen im Süden und arabische Islamisten im Norden (SUKE, S.27-28, 29, 30).

Die Sowjetunion "vertritt" Eritreas Unabhängigkeit
-- Sowjetunion, Irak und Pakistan sind für eine eritreische Unabhängigkeit
-- die westlichen Industrienationen sind für eine Föderation Eritreas mit Äthiopien (SUKE, S.214).

Bodenschätze in Eritrea
Die Industriellen der westlichen Welt schätzen, dass in Eritrea die grössten Kupfererzlager der Welt liegen: in den Regionen Adi Cuscet, Shiketti, Lamza, Abarda und in weiteren Regionen. Totale geschätzte Reserven: 14.933.000 Tonnen.

Ausserdem sind in Eritrea weitere Bodenschätze in kleineren Mengen vorhanden wie Eisenerz, Gold, Pottasche. Vor der Küste wird Erdöl vermutet (SUKE, S.196-197).

Weitere Vorkommen sind: Salzlager, Glimmer, Zink, Nickel, Asbest, Kaolin, Magnesium, Mangan, Titan, Feldspat, Marmor (SUKE, S.197).


1941-1945
Englische Kriegswirtschaft in Eritrea
Die britische Verwaltung baut in Eritrea eine kriegswirtschaftlich orientierte Zulieferindustrie auf. Folgen:
->>  an den kolonialen, soziologischen Strukturen ändert sich nichts (SUKE, S.57).
->> durch die Kriegswirtschaft wird die Fischmehlproduktion aufgegeben
->> durch die Kriegswirtschaft wird die Papier- und Sisalverarbeitung aufgegeben (SUKE, S.204).

Schulen in Eritrea für die Kriegswirtschaft - weiterhin keine Allgemeinbildung und keine Bildung für Frauen
Die britische Verwaltung erhöht die Anzahl Volksschulen von 24 auf 59 mit dem Ziel, Verwaltungskräfte und Facharbeiter für die englischen Kriegsindustrien auszubilden.

Gleichzeitig werden weiterhin religiöse und stammesspezifische Vorurteile verbreitet.

Eine Allgemeinbildung wird weiterhin nicht erreicht, und die eritreischen Frauen erhalten weiterhin keine Ausbildung (SUKE, S.121).

Koptische Kirche: Hoffen auf Äthiopien
Die koptische Kirche will den Kirchenbesitz zurück und beantragt die Rückgabe des von Italien enteigneten Landes. Sie meint, die Rückgabe würde durch eine Vereinigung mit Äthiopien erleichtert werden können, wo die koptische Kirche alle Rechte besitzt.

Dieser Plan der Vereinigung mit Äthiopien gefällt der äthiopischen Kaiserregierung: Sie unterstützt die koptische Kirche in Eritrea.

Als Reaktion auf die Land-Rückforderungen kommt es zur Gründung der "Unionspartei", unterstützt von den Kolonialisten und Feudalherren (SUKE, S.58-59).

1942-1949
Aufstandsbewegung gegen die englische Fremdherrschaft und die englischen Pläne

-- gegen den Zwang zur Lohnarbeit und die Enteignungen, die auch nach der britischen Übernahme kein Ende finden

-- gegen die Absicht der britischen Regierung, keine Unabhängigkeit für Eritrea zuzulassen, sondern Eritrea dem äthiopischen Kaiserreich zuzuschlagen (SUKE, S.58).


1945
Kriegsende 1945: Die Engländer demontierten die gesamte Industrie Eritreas - Zusammenbruch
Bei Kriegsende bricht der industrielle Sektor der eritreischen Wirtschaft zusammen, da nur für den Krieg produziert wurde. Die Industrieanlagen werden geschlossen. Zum Teil kommt es zur totalen Demontage und Überführung ganzer Industrieanlagen in andere britische Kolonien (SUKE, S.57-58). Die Briten schlachten das Land aus und demontieren alles, was sich in der Heimat nutzen lässt (SUKE, S.27-28, 29, 30).

Als Folge werden ganze Bevölkerungsgruppen arbeitslos, z.B. die Saho, die ihre Viehherden nicht mehr an die fleischverarbeitende Industrie verkaufen können (SUKE, S.57-58).



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8. Eritrea im Machtkalkül der Supermächte nach 1945: Die strategischen Begehrlichkeiten am "Horn von Afrika"

1945

Italiens "Anspruch"
Italien erhebt weiterhin Anspruch auf Eritrea als "präfaschistische Kolonie" (SUKE, S.28).

Kalkül der Westmächte: Unterstützung Äthiopiens am strategischen Horn von Afrika

Selassie, Äthiopiens Kaiser 1933-1974, ein Pokerspieler gegen Eritrea, der - wie andere Diktatoren in Afrika und Asien auch - aufgrund des Ideologiekampfes zwischen Kapitalismus und Kommunismus von den Systemen jede militärische Unterstützung erhält. Die Lage am "Horn von Afrika" lässt ihn zum Despoten werden.
Selassie,
                            Äthiopiens Kaiser 1933-1974

   
Die "USA", England, Italien und Israel unterstützen die äthiopische Regierung Selassie, um am "Horn von Afrika" eine prowestliche Herrschaft zu etablieren. Eritrea bekommt keine eigenen Rechte (SUKE, S.214).

Englands Kolonialverwaltung stimmt der Gründung von Parteien in Eritrea zu mit dem Absicht, dass so die religiösen Gegensätze in Eritrea auch politisch zementiert würden. Die Bevölkerung aber erkennt die Gefahr und gründet die Gegenbewegung "Eritrea den Eritreern", die "Vereinigungspartei".

Im Tiefland kämpft die "Islamische Liga" zuerst für eine Vereinigung der arabischen Zone mit dem Sudan, dann aber auch für die Unabhängigkeit Eritreas (SUKE, S.29).


1946

Italiens "Anspruch": "Veteranen" werden unterstützt
Roms Regierung träumt immer noch von der präfaschistischen Eritrea-Kolonie. Sie unterstützt die Veteranenvereinigungen und die pro-italienische Partei in Eritrea finanziell massiv  (SUKE, S.29-30).

Äthiopiens "Anspruch" auf Eritrea: Anti-italienische Attentate
Äthiopiens Regierung tätigt eine Welle von anti-italienischen Attentaten. Die Attentate werden so dargestellt, als würde die lokale Kriminellengruppe Shifta dahinterstecken (SUKE, S.30).

4 Grossmächte tun nichts für Eritrea
Die "USA", England, Frankreich und Russland überlassen das Problem "Eritrea" den neu gegründeten "Vereinten Nationen". Die "USA", Frankreich und Russland wollen so dem Kolonialismus Englands entgegenwirken (SUKE, S.30).

Bevin-Sforza-Plan über Teilung Eritreas: Frankreich dagegen
Die beiden Aussenminister von England und Italiens arbeiten auf Anregung der "Vereinten Nationen" den Bevin-Sforza-Plan aus:
-- Aufteilung Eritreas und Libyens nach den Wünschen Londons
-- Italien soll ein Mandat über Somalia erhalten.

Der Plan scheitert v.a. wegen der Opposition Frankreichs, das selbst einen Teil Libyens für sich beansprucht und sich einer Ausweitung des englischen Kolonialreichs bis nach Tunesien widersetzt.

Russland sähe am liebsten ein Mandat der UNO über Libyen und Eritrea, hat aber gegen eine italienische "Treuhandschaft" nichts einzuwenden (SUKE, S.30-31).


1948

UNO-Charta zur Selbstbestimmung der Völker
als ein Grundrecht der Völker (Art.1 Abs.2, Art 55) (SUKE, S.221).

[Nur das Wort "Selbstbestimmung" scheint nicht definiert, so dass der grosse Kolonialismus noch bis in die 1960-er Jahre anhält].

Urteil britischer "Wissenschaftler" über Eritrea: nicht "überlebensfähig"

Die britischen "Wissenschaftler" behaupten, Eritrea sei nicht "überlebensfähig":

"Auf sich selbst gestellt kann Eritrea aller Voraussicht nach nicht leben, im Falle einer Unabhängigkeit hat sein Volk keine Chance zum Überleben."

(Gray, J.C./Silberman, L.: in "The Fate of Italian Colonies. A Report to the Fabian Colonial Bureau with contributions by an observer in Eritrea". London 1948)

->>  der Zustand der Zerstörung der eritreischen Wirtschaft wird zum Vorwand genommen, Eritreas Unabhängigkeit nicht zuzulassen

->>  die italienische Kolonialpolitik war darauf ausgerichtet, für den Export Industrien aufzubauen, nicht für das eritreische Volk zu produzieren, somit kann noch gar keine Industrie für das eritreische Volk vorhanden sein

->>  die britische "Einschätzung" entspringt "statistischem Denken" [ohne den Abbau der Industrien durch England zu berücksichtigen] (SUKE, S.47, 247).


1950

2.12.1950
Resolution 390A (V) der "Vereinten Nationen" über Eritrea: Diktat zur Föderation
Beide Grossmächte sprechen sich gegen den Befreiungswillen des eritreischen Volkes aus. Es wird die Föderation Eritreas mit Äthiopien diktiert: Eritrea wird mit 40:10 Stimmen bei 4 Enthaltungen Äthiopien "angegliedert",
als "autonome Einheit in Föderation mit Äthiopien unter der Souveränität der äthiopischen Krone". Eine demokratische Verfassung für Eritrea wird von einem Kommissar der UNO bis zum September 1952 ausgearbeitet werden. Die "USA" setzen ihre "Interessen" durch. Der "amerikanische" Staatssekretär John Foster Dulles:

"Vom Standpunkt der Gerechtigkeit aus hätte man die Meinung der Eritreer in Betracht ziehen müssen. Doch die Interessen der Vereinigten Staaten am Roten Meer und Erwägungen bezüglich der Sicherheit und des Weltfriedens machen es nötig, dass das Land an Äthiopien angegliedert wird." (zitiert nach Poscia 1986, S.31)

Die Länder des Ostblocks sind gegen diese Lösung und für eine Unabhängigkeit Eritreas.

Gleichzeitig werden die Unabhängigkeit Libyens und ein 10-jähriges Mandat von Italien über Somalia beschlossen.

->  die "vorfaschistischen Kolonien" Italiens werden somit liquidiert

->  Eritrea und seine Volksgemeinschaft wird aber nie gefragt und muss sich den "Interessen" von "Weltmächten" unterwerfen (SUKE, S.31-32, 33, 207).

[Gleichzeitig muss man berücksichtigen, dass "US"-Banken den Kommunismus seit 1917 finanzieren, und seit 1945 wieder. Der ganze Kampf zwischen Westblock und Ostblock ist eine Inszenierung der "USA", um Kriegsgründe und eine "Frontier" zu haben. Wir sagen: Danke, du dumme "USA". Wann bezahlst du endlich Schmerzensgeld?]

April 1950 ca.
UNO-Bericht über Eritrea: Eritrea ist überlebensfähig
Die UNO-Kommission für Eritrea äussert die Meinung, dass ein Getreideanbau in Eritrea von zusätzlich 40.000 Tonnen Getreide mit den neuen technischen Hilfsmitteln möglich sei. Durch die Erschliessung des Landes mit Brunnenbauten und Kanalbauten soll unbenutzter fruchtbarer Boden in der Tessenai-Gulluj-Ebene, in Om Hager Gulluj, Bashis, im Gash-Tal und in Mansura fruchtbar gemacht werden. So wird sogar ein Überschuss möglich sein, meint die UNO (SUKE, S.51).


Dezember 1950
Zusammenarbeit zwischen den "USA" und Äthiopien: Militärbasen
Abkommen zwischen den "USA" und Äthiopien, das die englischen Basen in Eritrea für 25 Jahre der "amerikanischen" Verwaltung unterstellt.

->>  wieder wird Eritrea und seine Volksgemeinschaft nicht befragt
->>  Eritrea wird wegen seiner "strategischen Lage" zum Werkzeug der "Grossmächte".

Nebenbei steht der autokratische Absolutismus in Äthiopien der demokratischen Verfassung in Eritrea konträr entgegen (SUKE, S.32-33).


1952

Zwangsföderation Eritreas mit Äthiopien
Die UNO beschliesst die zwangsweise "Eingliederung" Eritreas mit Äthiopien. Die diktatorischen Zustände aus Addis Abeba lassen Eritrea verarmen:

-- Festigung des ländlichen Feudalismus
-- die breiten Volksmassen verarmen weiter
-- Bildung einer feudalen Grundherrenklasse und eines ersten städtischen Bürgertums, das nun meint, es verträte die Interessen Eritreas
-- die eritreische Wirtschaft verkrüppelt
-- die noch funktionierenden Institutionen der Kolonialherrschaft verkrüppeln unter der äthiopischen Herrschaft
-- keine Investionstätigkeit
-- am diskriminierenden Bildungssystem ändert sich nichts (SUKE, S.59, 121).

1952-1996 ca.
Eritrea als Opfer der Strategien der Supermächte ("USA") - Kampf um die Unabhängigkeit
Eritrea wird wegen der strategischen Ziele der beiden Supermächte "USA" und Sowjetunion die Selbständigkeit bis in die 90-er Jahre verwehrt werden. Als Argument dient immer die "Sicherung des Weltfriedens" (SUKE, S.221).

[In Tat und Wahrheit finanziert die "USA" den Kommunismus und organisiert sich so einen Krieg nach dem andern].

Die eritreischen Gewerkschaften kämpfen gegen die Schliessung von über 800 Fabriken und ihre Verlegung nach Äthiopien (SUKE, S.33).


2.1.1953
Massenkundgebung in Eritrea
Es ist die grösste Massendemonstration, die je abgehalten wurde, geleitet vom Präsidenten der eritreischen Gewerkschaften, Woldeab Woldemariam. Diplomatische Vertreter aus verschiedenen Ländern sind mitbeteiligt. Äthiopiens Regierung fühlt sich angegriffen (SUKE, S.33).


    
 
Woldeab Woldemariam, eritreischer
                              Gewerkschaftsführer gegen die äthiopische
                              Besetzung

 
Woldeab Woldemariam, eritreischer Gewerkschaftsführer gegen die äthiopische Besetzung, 30 Jahre muss er im Exil verbringen.

4.1.1953
Attentat auf Woldeab Woldemariam: Exil in Ägypten
Auf den Präsidenten der eritreischen Gewerkschaften, Woldeab Woldemariam, wird ein Attentat verübt. Er wird schwer verwundet und wird gezwungen, nach Kairo ins Exil zu gehen, von wo aus er das eritreische Radio leitet.

März 1952
Wahlen in Eritrea: Auflösung von Parteien
Es kommt in Eritrea zu einem Gleichgewicht der Unionisten und der Unabhängigen.

->>  Die Parteien werden bis auf die Unionisten aufgelöst und der Führer der Unionisten, Tedla Bairu, mit der Regierungsbildung beauftragt (SUKE, S.33).

In der Folge protestieren die aufgelösten Parteien bei der UNO gegen die wiederholten Verletzungen der Föderationsverfassung. Die UNO zeigt sich machtlos... (SUKE, S.33, 34).

[Die von den "USA" grossenteils bestochene UNO - Eritrea wird z.T. in die Steinzeit zurückversetzt
Grosse Teile der UNO-Mitglieder sind von der Supermacht "USA" bestochen. Da die Diktaturen in Äthiopien sich "amerikatreuer" zeigen als Eritrea, wird Eritrea bis zur Auflösung der Sowjetunion in einen Kampf verwickelt, der nun das ganze Land zerstört und die Bevölkerung zum Teil in die Steinzeit zurückwirft. Entschädigung? Gibt es nicht...

Die Financiers der Freimaurer der "USA" finanzieren den Kommunismus mit. Durch den Dauerkrieg auf der Welt - das Ziel der Freimaurer, die Welt immer "in Atem zu halten" - ist Eritrea nicht das einzige Land, das in die Steinzeit zurückgeworfen wird. Entschädigung gibt es nicht. Danke Scheiss-USA, danke Eisenhower...]

1953-1958
Widerstand der Gewerkschaften in Eritrea und schrittweise Diktatur
Der Widerstand der eritreischen Gewerkschaften nimmt bei den Arbeitern an der Basis ständig zu.
->  Aufhebung der Pressefreiheit

->  Die Amtssprachen Tigrinia und Arabisch werden durch die offizielle Sprache Äthiopiens, das Amharische, ersetzt.

Mondgedicht in Tigrinia
vergrössernMondgedicht in Tigrinia
in tigrinischer Schrift
Eine Fabel in Amharisch
vergrössernEine Fabel in Amharisch
in amharischer Schrift


Und 1958 werden auch noch die Gewerkschaften Eritreas aufgelöst (SUKE, S.33).



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9. Der 30-jährige Befreiungskampf um Eritrea gegen die Supermächte 1958-1990  -  Die Untergrundorganisationen

Mai 1958
Generalstreik in Eritrea

gegen die schleichende Annexion durch Äthiopien. Es kommt zu Dutzenden von Toten und Verletzten, 100e von Verhafteten, Oppositionelle werden ins Exil geschickt (SUKE, S.34).

  

Karte des
                          Sudan mit Port Sudan im Norden
Karte des Sudan mit Port Sudan im Norden
Gründung der Untergrundbewegung in Eritrea: ELM (Eritrean Liberation Movement)
Bildung der Untergrundbewegung nach dem Generalstreik: "Eritreische Befreiungsbewegung" / "Eritrean Liberation Movement" (ELM), von einigen Exilierten gegründet, bald bekannt als "Mahber Showatte" / "Gruppe der Sieben", Sitz der Leitung in Port Sudan (SUKE, S.34).

[Die Scheiss-"USA" unter Kennedy und Johnson, später unter Nixon und Carter halten an der Bindung an Äthiopien gegen Eritrea fest, bis Äthiopien selbst das Lager zur Sowjetunion hin wechselt. Gibt es eine Entschädigung? Gibt es eine Entschuldigung? eine Kompensation für das?]


1960

1960-1990
Zitat aus Eritrea:
"Sie schiessen mit Munition auf uns, um uns zu töten - wir machen aus den Geschosshülsen Musik."

"die tanzenden Revolutionäre":
Am Ruhetag (Mittwoch) werden Gemeinschaftstänze abgehalten mit dem eritreischen Saiteninstrument Krar und der Trommel, mit Liedern und Tänzen aller neuen ethnischen Gruppen Eritreas (SUKE, S.20).

1961
Zweite Untergrundbewegung in Eritrea: ELF (Eritrean Liberation Front)
Gründung der zweiten Untergrundbewegung, die "Eritreische Befreiungsfront" / "Eritrean Liberation Front" (ELF), gegründet von exilierten eritreischen Führungspersonen im Sudan und in Ägypten, hauptsächlich aus dem Tiefland Eritreas stammend und mehrheitlich islamisch, geführt von Idris Mohamed Adem (von 1955-1956 Präsident des eritreischen Parlaments). 

Die Führer der ELF propagieren in offener Polemik den bewaffneten Kampf für die eritreische Unabhängigkeit zusammen mit der ELM. Die ELF ist in den ersten Jahren eine typische Guerillabewegung. Die militärische Ausbildung findet in der sudanesischen Armee statt.

Mitglieder der ELF sind v.a. die Ethnie der Beni und Amer aus der Region Barka (SUKE, S.35).

1.9. 1961
Beginn des bewaffneten Kampfes zur Befreiung Eritreas
ELF-Überfall von 13 ELF-Männern auf einen Polizeiposten in Barka im westlichen Tiefland (SUKE, S.35).

1962
Schulunterricht in den Sprachen Tigre und Tigrinia
Die Anzahl Schulen in Eritrea wird 1962 auf 145 erhöht

vergrössernText in der Sprache Tigre
in Eritrea
Text in der Sprache Tigre in
                              Eritrea
   
[wohl sicher auch in Hinsicht, die Bevölkerung in gewisse politische Richtungen zu manipulieren. Um die Bevölkerung mit Flugschriften und mit Scheinargumenten manipulieren zu können, muss die Bevölkerung lesen können...]

Die ländlichen Gebiete bekommen zum ersten Mal ein bescheidenes Bildungsangebot, Unterrichtssprachen sind neu Tigre und Tigrinia bis in die 4.Klasse (SUKE, S.121).

1962
Diktatur: Der äthiopische Kaiser Haile Selassie zwingt das Parlament von Asmara zur Selbstauflösung
(SUKE, S.35)

[wohl mit Rückendeckung der Scheiss-"USA", die gleichzeitig den Kommunismus finanziert und auf der ganzen Welt Krieg verbreitet. In den "USA" streitet man sich zu dieser Zeit um Atombomben auf Kuba, alles indirekt von "amerikanischen" Financiers finanziert...]



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10. Die äthiopische Allianz mit Israel, mit den "USA", mit der Sowjetunion

10.1. Eritrea wird 1962 annektiert und 14. äthiopische "Provinz"

14.11.1962
Annexion Eritreas und Proklamation des "Anschluss"
Annexion Eritreas durch äthiopische Truppen und Kaiser Selassie
-- Eritrea wird zur 14. äthiopischen Provinz erklärt
-- die UNO und die internationale Öffentlichkeit beachten den Vorgang nicht (SUKE, S.35).

[Das Diktat der "USA" zugunsten des "amerikafreundlichen" Äthiopiens wird immer heftiger. Danke Kennedy, danke Johnson...]

am gleichen Tag am 14.11.1962
Allianz zwischen Selassie und der israelischen, [rassistischen, US-freimaurerischen] Regierung
Kaiser Selassie und seine Militärs sind in der Allianz mit israelischen Beratern (SUKE, S.36, 37).

Mit der Erklärung zur 14. äthiopischen "Provinz" unterschreibt Kaiser Selassie gleichzeitig den Untergang seines eigenen Kaiserreichs, weil die Annexion von der Afrikanischen Gemeinschaft wohl nicht akzeptiert würde. Deswegen hofft Selassie auf ein Fait accomplie, noch vor der Gründung der OAU. Die [nachweislich von den "USA" mehrheitlich bestochenen] Vereinten Nationen interessieren sich nicht für Eritrea...

Da jegliche weltpolitische Hilfe für Eritrea ausbleibt, sieht die eritreische Bevölkerung nur die Möglichkeit, im bewaffneten Kampf gegen die Truppen von Kaiser Selassie die Souveränität zu gewinnen (SUKE, S.36, 208).

am gleichen Tag am 14.11.1962
Bücherverbrennungen in Eritrea gegen Schulbücher
Kaiser Selassie lässt alle Schulbücher verbrennen, die in einer eritreischen Sprache geschrieben sind. Arabisch und Tigrinia werden durch das äthiopische Amharische ersetzt.

In Eritrea wird die Pflicht zur Verherrlichung von Kaiser Selassie mit Liedern und Gedichten eingeführt [in Anlehnung an kommunistische Methoden].

De facto führt die Selassie-Diktatur das koloniale System der Bildungsunterdrückung gegen die eritreische Bevölkerung weiter, wie es in der italienischen und englischen Besatzung bereits einmal bestanden hat (SUKE, S.122).

ab 14.11.1962
Arabische Hilfe für die ELF
Arabische Länder senden der ELF Hilfsgüter im Kampf gegen Selassie (SUKE, S.36).

1962
Sowjetische Hilfe für Eritrea bleibt nur verbal
(SUKE, S.214)

ab 14.11.1962
Interne Streitigkeiten in der ELF und Niederlage
Die ELF beschliesst die Theorie der "Existenz einer einzigen Organisation" mit der Behauptung, dass nur eine einzige "Organisation"  Eritrea befreien könne.
->>  die ELF bekämpft nicht nur äthiopische Truppen, sondern auch die ELM (SUKE, S.36).

->>  es kommt kein geschlossener Widerstand gegen Selassies Truppen zustande

->> die Selassie-Truppen können jede Provinz separat angreifen

->>  die ELF erleidet eine Niederlage im Massaker

->>  es ergiesst sich ein Flüchtlingsstrom von Eritreern in den Sudan (SUKE, S.37-38).


25.5.1963
Gründung der OAU [in Addis Abeba unter Führung von: Selassie...]
(SUKE, S.208)

Fahne der Afrikanischen Union
                            (Organization of African Unity, OAU)
Plakat für die Eröffnungsfeier der OAU
                            in Addis Abeba 1963
OAU-Fahne:
                          Detail
vergrössernFahne der Afrikanischen Union (Organization of African Unity, OAU)
vergrössernPlakat für die Eröffnungsfeier der OAU in Addis Abeba 1963
Detail der Fahne der OAU


[Bei dieser Versammlung afrikanischer Diktatoren in Äthiopien in Addis Abeba kommt Eritrea nicht vor. Die Diktatoren werden jeweils von mehreren Seiten - dem Kapitalismus wie dem Kommunismus und z.T. auch vom Judaismus - mit Geldsummen umworben. Die Diktatoren bunkern das Geld meist in der Schweiz. Die schweizer Politik in Bern stellt sich "neutral"...]


Beginn sowjetischen Einflusses gegen Äthiopien
über Hilfe an Somalia und den Sudan (SUKE, S.214).

[Der Ideologienstreit zwischen Kapitalismus und Kommunismus breitet sich auf den ganzen afrikanischen Kontinent aus. Die neu gegründeten Staaten in Afrika finden den Mittelweg zwischen Kapitalismus und Kommunismus nicht].


1964

Zweite OAU-Konferenz in Kairo: Selassie gelingt die Manipulation der OAU
Kaiser Selassie gelingt vor den anderen afrikanischen Staaten eine Verschleierung seiner Absichten in Eritrea. Er stellt die Situation so dar, dass seine Annexion in Eritrea nicht gegen die UNO-Resolution verstosse und nicht gegen eine Unabhängigkeit des eritreischen Volkes gerichtet sei (SUKE, S.208).

OAU: Anerkennung der Grenzen aus dem Kolonialismus
Die OAU-Konferenz beschliesst, die von den weissen Kolonialisten definierten Grenzen in Afrika anzuerkennen.

Die Konferenz "garantiert die dauerhafte Aufteilung Afrikas, indem die vom Kolonialismus geerbten Grenzen anerkannt und als unantastbar bezeichnet werden." (SUKE, S.208)

Eritreas Selbständigkeit wird von der OAU de facto gestrichen

Im Fall Eritrea bleibt unklar, ob die Grenzen von 1941 oder 1964 als annektiertes Land anerkannt werden.
->>  das Selbstbestimmungsrecht Eritreas wird de facto gestrichen
->>  in der OAU existiert Eritrea nicht!
->>  die Dekolonisation von Eritrea kann nicht stattfinden

->  die OAU gilt nur der Machterhaltung der afrikanischen Machthaber, nicht für die afrikanischen Völker
->  die Kolonisation eines afrikanischen Landes durch ein anderes afrikanisches Land wird total verdrängt (SUKE, S.208).

1966
Kaliabbau für Kunstdünger: jährlich bis zu 600.000 Tonnen, Lagerstätte in der Danakil-Wüste
->>  ist die grösste Produktion auf der ganzen Welt (SUKE, S.52)

[und Selassie bekommt wahrscheinlich den ganzen Gewinn].

1968
Politische Arbeit und Besinnung in der ELF
Beginn der bewussten politischen Arbeit in Eritrea nach der Besetzung durch Selassie-Truppen.

-- Ziel: Abschaffung der Feudalsysteme mit Landreform
-- Formulierung der "Einheit der Drei"
-- Forderung nach Reform der ELF
-- die Intellektuellen operieren vom Sudan aus
-- eine christliche kleine Gruppe beschliesst die Weiterführung des Kampfes im Guerilliakrieg vom Hochland aus (SUKE, S.37, 38).



1970

  
Die Fahne der EPLF. Der Stern in der Fahne weckt zu dieser Zeit in der westlichen Welt kommunistische Aversionen, so wie die "amerikanische" Flagge in den kommunistischen Ländern Aversionen auslöst. Und die Freimaurer-Financiers der "USA" finanzieren beide Seiten gleichzeitig, als ein "Spiel"...

Fahne der EPLF


Gründung der EPLF (Eritrean People's Liberation Front)
Zusammenschluss der Widerstandsgruppen im Sudan und der Guerilleros zur "Eritrean People's Liberation Front (EPLF), bis 1976 repräsentiert vom Verantwortlichen für Diplomatie der ELF, Osman Saleh Sabbeh (SUKE, S.38).

Reserven der landwirtschaftlichen Produktion Eritreas
In der Landwirtschaft Eritreas werden ca. 1 Mio. Hektaren genutzt. Möglich wäre das Doppelte (SUKE, S.51).

Auch riesige Kalilager im östlichen Eritrea, im Danakil-Tiefland, werden nicht genutzt. Der Mineraldünger für die Böden ist praktisch unbegrenzt vorhanden (SUKE, S.52).


1970-80-er Jahre
Bürgerkrieg trotz Hungersnöten
   
Karte: Eritrea als Provinz von
                                  Äthiopien 1970.

  
vergrössernKarte: Eritrea als Provinz von Äthiopien 1970.
Ein schwarzes Land will ein anderes schwarzes Land kolonisieren...

Trotz Hungersnöten führt die EPLF gegen die äthiopischen Truppen einen Bürgerkrieg, mit unterschiedlicher Heftigkeit. Dabei kommt es zur Spaltung der EPLF:

-- die ELF zerfällt in verschiedene Flügel, die sich gegenseitig mit Putschen und Säuberungen dezimieren

-- die ELF-Gruppen werden aber durch die arabischen Lieferungen immer wieder an einen Tisch gezwungen (SUKE, S.38).

1971
Saudi-Arabien lehnt sich an die "US"-Politik an
um den Einfluss Libyens, Äthiopiens und der Sowjetunion in der Region einzudämmen (SUKE, S.214).

1973
Offensive der äthiopischen Armee gegen Eritrea trotz Hungersnot in Äthiopien
(SUKE, S.39)

Hilfswerk RRC in Äthiopien gegen Hungersnot
Die Hilfsorganisation RRC (Relief and Rehabilitation Commission) ist zu dem Zeitpunkt eine effiziente Hilfsorganisation (SUKE, S.179).

12.9.1974,
Niederlage der äthiopischen Armee (II. Division) - Sturz Selassies - der "Derg"-Militärrat Äthiopiens

Die militärische Niederlage führt zu neuen Abläufen:

-> Militärrevolte und antifeudale Erhebung
-> Sturz von Kaiser Haile Selassie
-> Gründung eines provisorischen äthiopischen Militärrats: "Derg".

Der Derg will ein unabhängiges Eritrea. Gleichzeitig strebt er einen starken Zentralstaat an (SUKE, S.39, 122).


10.2. Machtergreifung durch Mengistu in Äthiopien

23.11.1974
Umsturz im Derg: Innerhalb des Derg wird Aman Andoms entmachtet und von Teferi Bante abgelöst
->> ein Teil der Armee und der Polizei reisst die Macht an sich
Äthiopiens Diktator Mengistu
Äthiopiens Diktator Mengistu

    
->> die Volkserhebung wird abgewürgt
->> die "sozialistische" Fraktion um Haile-Mariam-Mengistu setzt sich durch und lässt linke Oppositionskräfte in Äthiopien liquidieren (SUKE, S.39, 122).

[Inwiefern die "USA" in diesen Umsturz im Derg verwickelt ist, müsse untersucht werden. Der CIA unter Johnson und Nixon bis hin zu Carter hat so manchen Regierungswechsel auf der Welt herbeimanipuliert, um im Ausland "befreundete" Staaten zu haben...]

9.12.1974
Eritreische Angriffe auf Keren und Asmara
  

Kamele am Stadtrand von Keren 2003
vergrössernKeren: Kamele am Stadtrand von Keren (2003)


durch die ELF und die EPLF, auf Keren und Asmara. 20.000 vorgeschobene äthiopische Soldaten geben ihre Stellungen auf und ziehen sich in einige wenige Städte zurück (SUKE, S.40).

1974
Die "USA" setzen die Militärhilfe für Äthiopien fort

(SUKE, S.214)

[Die "amerikanischen" Financiers der Freimaurer finanzieren den Kommunismus, um immer einen Gegner in der Welt zu haben...].

bis 1975
Kupfererzlager wechseln den Besitzer zur EPLF
Bis 1975 sind die Kupfererzlager unter äthiopischer Kontrolle und werden vom japanischen Multi "Nippon Koei Co." ausgebeutet.

Das Gebiet kommt 1975 unter eritreische Hoheit. Es sind die reichsten Kupfererzlager der Welt: die Regionen von Adi Cuscet, Shiketti, Lamza, Abarda sowie weitere Regionen (SUKE, S.196).


1975-1978
Die EPLF in Keren, Dekemhare, Dongolo u.a.
->> Reaktivierung der Industrien und der Dienstleistungen
->> Etablieren der neuen EPLF-Strukturen
->> Produktion für die Bedürfnisse der Bevölkerung
->> auch Verbesserung der Arbeitsbedingungen (SUKE, S.203).

ab 1975
Repression Äthiopiens unter Mengistu gegen Eritrea: Bombardements - Flüchtlingslager
Der neuen äthiopischen Regierung Mengistu gelingt es nicht, die EPLF militärisch zu schlagen.
->> Versuch einer grausamen Repressionspolitik gegen die Zivilbevölkerung
->> die äthiopischen Truppen bombardieren vor allem Dörfer und Schulen
->> 10.000 bis 20.000 Opfer unter der eritreischen Zivilbevölkerung

->> die Landbevölkerung bleibt ohne Bildung
->> 10.000e ziehen in Flüchtlingslager und verlassen die Dörfer
->> soziale Entwurzelung, Ernährungsprobleme, Analphabetismus, wenn keine Betreuung durch die ERA stattfindet (SUKE, S.40, 122).

[Mengistu versucht, Eritrea mit einer Vietnam-Taktik zu vernichten. Die erfolglose "amerikanische" Taktik in Vietnam wird nun gegen Eritrea angewandt, ganz legal, und am Ende auch erfolglos...]


Schulen in besetzten Gebieten in Eritrea
Die Schulen sind auf einem sehr schlechten Niveau und mit brutalen Erziehungsmethoden der Äthiopier (SUKE, S.123).

Förderung der Landwirtschaft Äthiopiens - Vernachlässigung Eritreas
Nach der Sturz Selassies herrscht die "sozialistische" Militärregierung

-- führt im äthiopischen Kernland Staatsfarmen ein, denen der Hauptteil an Entwicklungsgeldern zufliessen

-- die Produkte der äthiopischen Staatsfarmen werden von der äthiopischen Vermarktungsgesellschaft AMC zu höheren Preisen aufgekauft als eritreische Produkte

-- keine Investitionen in Eritrea

-- die Bauern werden zwangsweise in "Bauernvereinigungen" zusammengefasst

-- privat-bäuerliche Investitionen in die ländliche Infrastruktur wird so verhindert (SUKE, S.59).

ab Mitte 1975 ca.
Äthiopien: Gründung einer neuen Bauernmiliz des Derg gegen Eritrea
Der Derg ruft gegen Eritrea eine äthiopische Bauernmiliz ins Leben. Er präsentiert einen neuen "9-Punkte-Plan". Eritrea wird nur noch Autonomie gewährt (SUKE, S.40).

Vergewaltigungen - die Frauen gehen aus Rache in die eritreischen Armee
Die äthiopischen Besatzer führen in Eritrea 1975 eine Vergewaltigungswelle durch [um die Bevölkerung systematisch zu demütigen]: Frauen werden auf der Strasse angehalten, grundlos verhaftet und im Gefängnis vergewaltigt. Da die Vergewaltigungen nicht aufhören, strömt die Bevölkerung immer mehr zur EPLF, um  mit Gewehren gegen die Äthiopier zu kämpfen. Nun sind aber auch Frauen in der eritreischen Armee zugelassen.

Die EPLF muss in der Folge einen angstfreien Raum für die Frauen schaffen, um einen neuen Umgang zwischen Frauen und Männern möglich zu machen (SUKE, S.83, 94).

Zitat der EPLF:
"Kämpfe mit der einen Hand, arbeite mit der anderen!" (SUKE, S.158)

Hilfswerk für Eritrea: ERA
als Antwort auf die grosse humanitäre Not 1975 gegründet: die kleine afrikanische Organisation "Eritrean Relief Association" ERA
-- einige Gründer sind gleichzeitig Mitglieder der EPLF
-- andere Mitgründer sind Mitglied aus humanitärem Interesse (SUKE, S.169-170).

Äthiopien: Gründung der Oppositionsgruppe "Tigray People's Liberation Front" (TPLF)
Ziele:
-- Sturz der Mengistu-Herrschaft
-- die Provinz Tigray soll politische und ökonomische Autonomie bekommen (SUKE, S.209).

Gründung der Oromo Liberation Front (OLF)
mit zahlenmässigem Zentrum in der Provinz Wollega. Ziel ist ein selbständiges eigenes Land OROMIA (SUKE, S.209).

Äthiopien: Weitere Oppostionsgruppengründungen gegen Mengistu
-- amharische Gruppen, z.B.
-- Ethiopian People's Revolutionary Party (EPRP), von Mengistu später liquidiert
-- Ethiopian People's Democratic Movement (EPDM), eine Abspaltung der Ethiopian People's Revolutionary Party (EPRP)
-- All Ethiopian Socialist Movement (Meisone): von Mengistu später liquidiert
-- Afar Liberation Front (ALF): eine ethnische Bewegung der Afars
-- Western Somali Liberation Front, eine somalistämmige Bewegung aus dem Ogaden.

Die Oppositionsgruppen sind in sich uneins, v.a. gegenüber der Oromo Befreiungsfront (OLF) (SUKE, S.209-210).

Gleichzeitig hilft die EPLF den äthiopischen Oppositionsgruppen, v.a. beim Aufbau der Tigre Volksbefreiungsfront (TPLF). Ideologische Differenzen führen später zur Abkühlung des Verhältnisses (SUKE, S.210).


1976

Eritrea: Demonstration  der Grundbesitzer und Gegendemonstration
Demonstrationen der Grundbesitzer gegen die von der EPLF geplante Landreform
-> die politisierten Bauern organisieren massive Gegendemonstrationen (SUKE, S.63).


ab 1976

Eritreische Flüchtlinge im Ausland: Männer contra Frauen
Die weiblichen Flüchtlinge Eritreas werden zunehmend feministischer gegenüber dem Machogehabe der männlichen eritreischen Flüchtlinge (SUKE, S.92).

Erste Frauenorganisation in Eritrea: "Eritrean Women's Association"
(SUKE, S.80)

Erste "Zero-Schule" in der Provinz Sahel
gegründet von 300 Studenten, eine Elementarschule 1.-5.Klasse, Mittelschule 6. und 7.Klasse. Die Schule muss infolge der Bombardierungen mehrmals den Standort wechseln (SUKE, S.135-136).

13.7. 1976
Die äthiopische Bauernmiliz erleidet Niederlagen
und zieht sich zurück (SUKE, S.40).


10.3. Erster Einheitskongress der EPLF


Januar 1977
Erster Einheitskongress der EPLF
Verabschiedung des ersten "National-Demokratischen Programms" (NDP)
-- Landreform: Regelung der Landfrage mit Bildung und Unterstützung von Genossenschaften
-- Überführung der Grossfarmen in Staatsbetriebe zum Nutzen der Massen

-- die eritreischen Nomaden "Beni Amer" sollen sesshaft "gemacht" werden und zu Ackerbau "angeleitet" werden
-- Programm zur Alphabetisierung und Frauenemanzipation, v.a. der vom Islam beschränkten Nomadenfrauen

-- Programm zur Verhinderung der Klitorisbeschneidungen und Infibulationen (Schamlippenbeschneidung) von Frauen: erste Durchsetzung erst in den eigenen Reihen möglich
-- Programm zum Zusammenschluss der Frauen mit Möglichkeit der Kampfteilnahme

-- Befreiung der Frauen vom häuslichen Zwang, Teilnahme der Frauen an der gesellschaftlichen Produktion bei gleichem Lohn
-- Mutterschutz, Versorgung von Mutter und Kind, Ausrottung der Prostitution

-- Schutz vor gesundheitsschädlicher Arbeit
-- Förderung weiblicher Kader und Ausbildung in "Männerberufen"
-- Förderung der Selbstorganisation (SUKE, S.61, 66, 70-71, 74, 80, 84, 85).



ab Februar 1977

Umsetzung des Frauenprogramms
Für die Mitglieder der EPLF wird verbindlich erklärt:
-- Mindestheiratsalter 18 Jahre für Frauen, 21 Jahre für Männer

-- Verbot des Brautpreises, der Mitgift und anderer Transaktionen bei Verlobung und Heirat
-- Prinzip der freiwilligen Partnerwahl und Monogamie

-- bei Scheidung: Hälfte des Besitzes geht an die Frau, die Frau kann Unterhaltsansprüche bis zum halben Einkommen des Mannes stellen, beide haben das gleiche Recht, die Scheidung einzureichen

-- Verbot der Mädchenbeschneidung und Überzeugungsarbeit bei den traditionellen "Hebammen"
-- Gleichstellung von Söhnen und Töchtern im Erbrecht

-- Witwenanspruch auf Landbesitz
-- Frauen über 30 ("nicht heiratsfähig") erhalten die Hälfte eines Familienanteils
-- Gleichstellung von ehelichen und unehelichen Kindern.

Die Gegenwehr der Nomadenmänner gegen Frauenrechte
Bei den Nomaden versagt das Programm: Es ist keine Durchsetzung möglich. Die Nomadenmänner versuchen sogar, Frauen, die Kontakte zur EPLF haben, umzubringen (SUKE, S.80-81, 113).

-> die EPLF fordert besondere Hardliner bei den Nomaden auf, aus dem Koran zu beweisen, dass den Frauen keine Bildung zustehe

-> der Beweis ist aus dem Koran nicht herleitbar (SUKE, S.81-82).

"Sowjetische" Berater aus Sudan ausgewiesen

Nach der Ausweisung "sowjetischer" "Berater" aus dem Sudan macht sich die "sowjetische" Politik an Äthiopiens Mengistu ran, um in Afrika keinen Einfluss zu verlieren (SUKE, S.214-215).

Eritrea: Die Landlosen und die Frauen dominieren die Volksversammlungen
Landlose, arme Bauern und Frauen bilden zusammen in den Volksversammlungen (People's Assemblies) eine deutliche Mehrheit [wahrscheinlich, weil die jüngeren Männer bei Kriegshandlungen engagiert sind, an den Versammlungen deswegen nicht teilnehmen können und dort eine hohe Todesrate haben] (SUKE, S.82).

Die Erfordernisse für eine Selbstversorgung Eritreas

-- unabhängiges wirtschaftliches und politisches Modell (SUKE, S.185)

-- Abkoppelung vom Weltmarkt mit Schutzzöllen (SUKE, S.187)

-- bei gleichzeitiger Erziehungsarbeit, um dann auf dem Markt bestehen zu können (SUKE, S.192)

-- Änderung der Binnenstruktur (SUKE, S.188):

oo  Selbstverwirklichung in der Arbeit finden
oo  das Recht haben, nicht durch Produktionsprozesse veräussert zu werden
oo  die Menschen nicht als Werkzeuge benutzen
oo  Entwicklung des Binnenmarktes zugunsten der breiten Masse
oo  schrittweise Verkettung der Landwirtschaft mit dem Handwerk und der Industrie (SUKE, S.190).

Die Entwicklung muss die gesamte Gesellschaft umfassen (SUKE, S.191).

Von den Bodenschätzen her ist Eritreas ein reiches Land und kann alleine leben (SUKE, S.197).


Karte Eritrea klein: Nak'fa, Tessenai /
                            Teseny, Keren, Akurdet, Massawa / Massaua,
                            Asmara, Kulul, Tio, Assab; Denakil     

Karte von Eritrea mit Nakfa und Tessenai



21.3.1977
Eroberungen der EPLF: Nakfa
Nakfa, Hauptstadt der Sahel-Provinz, wird von der EPLF erobert (SUKE, S.40).

22.3.1977
Tessenai wird von der EPLF erobert
(SUKE, S.40)

August 1977
Die EPLF beginnt die Belagerung von Asmara
(SUKE, S.40)

1977?
Pläne der Atommüllversenkung Äthiopiens vor Eritreas Küste
Die äthiopische Regierung will vor Eritrea im Meer Atommüll versenken. Die EPLF wehrt sich und fordert als erste afrikanische Autorität ein Anti-Giftmüll-Abkommen (SUKE, S.198).


1977

Bündnis Äthiopiens mit der Sowjetunion, Kuba und der DDR
Im
Derg bilden sich Flügelkämpfe. Leute werden standesrechtlich erschossen.
->> der prosowjetische Flügel unter Mengistu setzt sich durch
->> Abschluss eines Militärabkommens mit der Sowjetunion
->> der Krieg in Eritrea bekommt mit dem direkten Bündnis mit der Sowjetunion eine neue Dimension (SUKE, S.40, 44).

Als Gegenleistung Äthiopiens für das "Bündnis" darf die Sowjetunion die Dahlak-Inseln vor Massaua als Flottenstützpunkt benutzen (SUKE, S.215).

Keine Wende bei den westlichen Mächten
Das Bündnis zwischen Äthiopien und der Sowjetunion hat in Hinsicht auf Eritrea bei den Westmächten keine Folgen: Eritrea bekommt keine Unterstützung. Im Gegenteil: Die westlichen Mächten versuchen über wirtschaftliche und humanitäre Hilfe, die Beziehung zu Mengistu warm zu halten: aus strategischen Gründen... (SUKE, S.215).

[Danke, Scheiss-"USA"...]

Der Ogaden-Krieg verursacht Verschiebung einer Offensive gegen Eritrea
Die geplante äthiopische Offensive gegen Eritrea mit russischer und kubanischer Hilfe muss wegen dem Ogaden-Krieg um ein Jahr verschoben werden.

Äthiopien kann mit Hilfe der überlegen kämpfenden kubanischen Soldaten den Ogaden-Krieg gewinnen (SUKE, S.41).

Eritrea: Erster Lehrplan in den Sprachen Tigrinia und Tigre für die Primarschulen
Der Lehrplan wird 1978 und 1980 für gewisse Regionen modifiziert. Die Lernziele stehen dem kolonialen Bildungssystem konträr gegenüber:

1. "Erziehung ist ein Sozialisierungs- und Lernprozess, in den die Lernenden wechselseitig und partnerschaftlich mit einbezogen sind.
2. Wir versuchen die Theorie immer mit der sozialen Praxis zu verbinden.
3. Unsere pädagogischen Bemühungen gehen vom Schüler, seinen Erfahrung und seinem kulturellen Hintergrund aus."

Damit ist in Eritrea ein Schulsystem etabliert, das den Widerspruch zwischen Stadt und Land, Geringschätzung der Bauern durch "gebildete" Städter usw. und zwischen Hand- und Kopfarbeit überwinden kann (SUKE, S.128-129).



10.4. Äthiopische Offensiven mit sowjetischer und kubanischer Hilfe


Juni 1978
Äthiopische Offensive gegen Eritrea von drei Seiten her
-- Eritrea wird von einem mit neuesten sowjetischen Waffen ausgerüstetes Expeditionskorps angegriffen
-- verstärkt mit MiG-Düsenjägern, die von kubanischen und südjemenitischen Piloten gesteuert sind
-- mit Kanonenbooten der sowjetischen Flotte vom Roten Meer her wird Massaua gegen die EPLF verteidigt (SUKE, S.41).

Juli 1978
Rückzug der EPLF ins Sahel-Gebiet
Die EPLF beschliesst den strategischen Rückzug in die Berge der Sahel-Provinz. Folge:

-- es schliessen sich tausende Zivilpersonen an, denn sie wissen von der Arbeit in der Industrie, dass die EPLF-Strukturen menschlich sind

-- Aufbau einer funktionierenden Infrastruktur im neuen Basisgebiet
-- Demontage und Transport der wichtigsten Maschinen in die Kernregion
-- Aufbau von Reperaturwerkstätten und diversifizierter Kleinindustrie
-- Aufbau einer neuen Front südlich von Nakfa (SUKE, S.41, 203).

Die Sahel-Berge werden zum uneinnehmbaren Reduit (SUKE, S.164). Die Schulen müssen aufgegeben werden, ausser in Nakfa, Barentu, Tessenei und Agordat (SUKE, S.143).

ab 1978
Unterkunft mit Steinbetten in den Sahel-Bergen
(SUKE, S.158)

[Jetzt ist Eritrea in der Steinzeit angekommen...]

In dieser Zwangssituation wird die EPLF "die disziplinierteste Guerillaarmee der Welt", so die Weltwoche, 21.6.1990 (SUKE, S.164).

[Gibt es Entschädigung für das, was die "USA" und die Sowjetunion in Eritrea angerichtet haben? einen Gedenktag?].


ab Juli 1978
Insgesamt 9 Angriffe Äthiopiens
-- mit sowjetischen Beratern
-- mit ungeheuren Verlusten an Menschen und Material
-- auch mit Giftgas (SUKE, S.41).

Erfindungen aus der Not

-- Lichtschalter aus gebrauchten Injektionsspritzen
-- Recycling von gebrauchtem oder erbeuteten Kriegsmaterial (SUKE, S.202).

Frauen in der eritreischen Armee
Ab 1978 erfolgt ein kontinuierlicher Zustrom von Frauen zur EPLF, die auch den Kampf am Gewehr erlernen. In Extremsituationen des Kampfes sind die EPLF-Kämpferinnen mutiger und ausdauernder als die Männer (SUKE, S.83).

Die totale Verarmung der eritreischen Landbevölkerung durch ausbleibende Regenfälle

Faktoren auf dem Land sind:

-- ausbleibende Niederschläge
-- zunehmende Bodenerosion durch Kriegsrodung
-- Entvölkerung ganzer Landstriche

Die Bevölkerung Eritreas verarmt total (SUKE, S.61).

Im Zuge der äthiopischen Angriffe verlassen von 50.000 Menschen 28.000 die Sh'eb-Landwirtschaftsregion. Die Landwirtschaftsproduktion sinkt (SUKE, S.51).

[Kein Regen durch die globale Verdunkelung ("globel dimming")
Die Verschmutzung in der Atmosphäre durch die Industriestaaten und die Verfrachtung der verschmutzten Luft bis zum Äquator ("globale Verdunkelung" / "global dimming") hat zur Folge, dass die saisonnalen Regenfälle auf der Höhe der Sahelzone ausbleiben, weil die Sonneneinstrahlung für die Verdunstung und Wolkenbildung nicht mehr intensiv genug ist. Die "Wissenschaft", die meint, alle Schadstoffe würden sich "verdünnen" und dadurch sei kein Schaden zu befürchten, produzieren in Afrika dadurch einen Holocaust und eine Völkerwanderung ungeahnten Ausmasses. Seit 1995 ca. nimmt die globale Verdunkelung durch Umweltmassnahmen der Luftreinhaltung wieder ab und die Feuchtigkeit auf Saharahöhe nimmt wieder zu].


vergrössern Fotos aus dem Krieg in Eritrea: Beispiel 1977 und 1978: David gegen Goliath...
(aus: www.ertra.com)
Hamid Idris Awate
1
Der Märtyrer Hamid Idris Awate, der Mann, der am 1. September 1961 den ersten Schuss für die Freiheit abgegeben hat.

(Martyr Hamid Idris Awate, the man who fired the first shots of freedom in Sept 1, 1961).


Beginn des Offensive des Widerstands
2
Nach 16 Jahren bewaffneten Kämpfen begannen die Eritreer die Offensive mit dem Ziel, ihr Land endgültig von der äthiopischen Besetzung zu befreien.

(After 16 years of armed struggle, the Eritreans began the offensive for the final liberation of their country from Ethiopian occupation).


Keren befreit 1977
3
Keren, die zweitgrösste Stadt, wurde am 8.Juli 1977 nach dreitägigem Kampf befreit.

(Keren, the second largest city was liberated in July 8, 1977 after a fighting of three days).


Rückzug vom Strand von Massawa
4
Im Jahr 1977 war der Hafen von Massawa faktisch unter eritreischer Kontrolle. Die Eritreer bezahlten einen hohen Preis, konnten den Hafen aber nicht komplett befreien. Massives Feuer von See und aus der Luft zwangen die Eritreer zum Rückzug.

(In 1977, the strategic port of Massawa was virtually under the control of the Eritreans. The Eritreans paid high price but were not able to liberate the port completely. Massive fire power from the sea and air forced the Eritreans to retreat).


Rückzug vom Damm von Massawa
5
Im Jahr 1977 waren die Eritreer nahe dran, den strategischen Hafen von Massawa zu befreien. Im November 1977 unterbrachen die Eritreer die lebenswichtige Strasse zwischen Asmara und Massawa. Im Dezember 1977 griffen sie den Hafen selber an. Drei Viertel von Massawa fielen den Eritreern in die Hände. Aber nach heftigem Feuer sowjetischer Kriegsschiffe und durch von der Sowjetunion gelieferten Kampfflugzeugen verhinderten die totale Befreiung.

(In 1977, the Eritreans were this close to liberate strategic port of Massawa.
The Eritreans cut the vital road Asmara-Massawa in November 1977 and December of the same year, they attacked the port itself. Three-fourth of Massawa fell in Eritrean hands. However, savage bombardment from Soviet warships and Soviet supplied fighter planes prevented its total liberation).


Dekemhare befreit 1977
6
Die Stadt Dekemhare, 40 km vor der Hauptstadt Asmara, wurde am 6.Juli 1977 befreit. Davor waren die Städte Teseney, Akordat und Mandefra befreit worden. Damit war die Hauptstadt Asmara eingekreist.

(Dekemhare city, 40 Km from the capital city Asmara was liberated in July 6, 1977. Earlier the towns Teseney, Akordat and Mendefra were liberated.
The encirclement of the capital city Asmara was complete).


Vordringen bis Digsa vor Asmara
7
Die eritreischen Kämpfer drangen bis Digsa vor, nahe der Hauptstadt Asmara.

(The Eritrean fighters advanced further to Digsa and were close to the capital city, Asmara).


Ein äthiopischer Panzer in Segheneiti
                            muss aufgeben
8
Im August 1977 wurde die äthiopische Armee in Segheneiti besiegt. Dieses Bild zeigt einen Panzer mit der Gefangennahme der Besatzung.

(In Aug 1977, The Ethiopian army was defeated in Segheneiti. This pictures shows a tank being captured).


Sowjetische Raketen für Äthiopien
9
Sowjetische Raketen für Äthiopien. Mitte 1978 wurden von der Supermacht Sowjetunion Waffen und Ausrüstung geliefert mit dem Ziel, die Freiheitskämpfer zu vernichten. Die Eritreer  realisierten, dass der weitere direkte Kampf gegen die Übermacht der äthiopisch-sowjetischen Militärmaschinerie selbstmörderisch wäre. Die Eritreer beschlossen den strategischen Rückzug.

(In mid 1978, the arms and resources of the Super Power Soviet was employed to wipe out the freedom fighters.
The Eritreans realized it was suicidal to confront head on the might of the Ethio-Soviet military machine.
The Eritreans decided on a strategic retreat).


Rückzug und erstes Anlegen von Gräben
                            praktisch ohne Werkzeug
10
Zum Grabenbau waren kaum Werkzeuge vorhanden.

(Scarce rudimentary tools were used to move mountains).


Abwehrkanone des eritreischen
                            Widerstands
11
Schweres Geschütz wird in Stellung gebracht.

(Heavy weapons were ready for action).


Äthiopischer Vormarsch bei schweren
                            Verlusten: Panzer abgebrannt
12
Die äthiopische Armee bezahlte für jedes Stück erobertes Land einen hohen Preis. Die Eritreer konnten die weitere Szenerie abschätzen, die sich nach dem Einsatz sowjetischer Panzer ergeben würde. Nach einer kurzen Zeit der Zermürbung glaubten sie, das Schicksal würde sich zu ihren Gunsten wenden.

(The Ethiopian army paid heavily for every piece of ground it gained.
The Eritreans were able to see beyond the dust blown up by the soviet tanks.
After a short period of attrition, they believed the tide will turn to their favor).


Eritreische Widerstandskämpferin mit
                            Maschinengewehr
13
Eine junge eritreische Freiheitskämpferin. Die Liebe zur Freiheit treibt sie an, dafür zu kämpfen.

(Young Eritrean freedom fighters. It is love of freedom that spurs them to fight for it).


Sowjetische und kubanische Berater und
                            Soldaten für Äthiopien
14
Die Berater und die Kräfte von Sowjets und Kubanern sind gegen das Ziel einer kleinen Nation gerichtet.

(The advisors and resources of the Soviets and Cubans against the determination of a small nation).


Eritrea ab 1978: Frauen
                            graben Schützengraben 15
Eritreische KämpferInnen graben 100e Kilometer Gräben, denn der Grabenkrieg ist entscheidend. Sie waren überzeugt, dass das Ziel und der unermüdliche Widerstand des eritreischen Volkes den Ausgang entscheidet, nicht der Umfang der Armee oder die Qualität der Waffen.

(Eritrean fighters dug hundreds of kilometers of trenches for a final trench warfare.
They were convinced that the determination and indefatigable resistance of the Eritrean people will decide the outcome, not the size of army or quantity of weapons).
Mengistu beschwört die zehnfache
                            Übermacht gegen Eritrea

16
Neue Waffen, Truppen und die Intervention der Sowjets gegen eine kleine Nation. Der äthiopische Führer, Mengistu, feuert seine Truppen an: "Wir haben eine Überlegenheit von mindestens 10 zu 1 über die Banditen. Wir werden sie vernichten..."


(New arms, troops and intervention of the soviets against a small nation.The Ethiopian leader, Mengistu, addressing his troops "We have a superiority of at least 10 to 1 over the bandits, we will crash them...", he said).
Eritrea: Gasmasken gegen die
                            6.Offensive Mengistus 17
Um der 6. Offensive von Äthiopien Widerstand zu leisten, waren Gasmasken erforderlich.

(Gas masks were required to withstand the 6th offensive of the Ethiopians).
Bombardements von Äthiopien in den
                            Bergen 18
Die Äthiopier können die Berge nicht durchdringen.

(The Ethiopians could not penetrate the mountains).
Ausbildung der eritreischen Armee

19
Immer mehr Eritreer begannen, sich der Freiheitsbewegung unter der ELF und der EPLF anzuschliessen.

(More Eritreans started to join the liberation movements lead by ELF and EPLF).

Ausbildung an erbeuteter Abwehrkanone
20
Eritreische Kämpfer lernen, neue erbeutete Waffen zu bedienen [hier eine Abwehrkanone].

(Eritrean fighters learning the newly captured weaponry, [here a defense canon]).


Instruktion gegen die äthiopische
                            Operation "Roter Stern"
21
Vorbereitung zur Vereitelung der äthiopischen Operation Roter Stern.

(Preparation to foil Ethiopia's Red Star Operation).


Der Widerstand fährt erbeutete Panzer
22
Der Widerstand erbeutete viele äthiopische Panzer. Der Eritreer lernten sehr schnell, die erbeuteten Panzer zu bedienen.

(Many Ethiopian tanks were captured. Eritreans mastered the captured tanks very quickly).




vergrössern Fotos aus den Rückzugsgebieten in Eritrea: Schule, Ernährung und Bunkerbau
(aus: www.ertra.com)

Diese Fotos aus den Rückzugsgebieten gleichen denen des Vietnamkriegs. Der Bunkerbau aber war viel schwieriger, weil sich die Widerstandskämpfer z.T. in Felsen eingraben mussten...

Eritrea Rückzugsgebiet: Mutter lernt
                            lesen
1
Mütter kämpfen zur Überwindung des Analphabetismus.

(Mothers struggling to eliminate illiteracy).


Rückzugsgebiet Eritrea: Kinder lernen
                            lesen
2
Junge Buben und Mädchen in einer der 150 Schulen.

(Young boys and girls in one of the 150 schools).


Eritrea Rückzugsgebiet: Schule im
                            Freien, egal wo
3
Es gilt, keine Zeit zu verlieren. Schule wird abgehalten, wo es nur immer möglich ist.

(No time to waste, classes were setup wherever possible).


Eritrea Rückzugsgebiet: Schulung auch
                            für ältere Männer
4
Ungeachtet ihres Alters war Erziehung eine ernste Angelegenheit für alle.

(Regardless of their age, education was a serious business for all).


Eritrea Rückzugsgebiet: Hühnerfarm
5
Selbstversorgung musste in allen Lebensbereichen gewährt werden. Die Versorgung mit Hühnern und Eiern war für Spitäler lebenswichtig.

(Self-reliance in all aspects of life. The supply of chickens and eggs were vital for hospitals).


Eritrea Rückzugsgebiet: Geissenherde /
                            Ziegenherde
6
Selbstversorgung in allen Lebensbereichen. Tierhaltung war auch während des Kampfes eine Notwendigkeit.

(Self-reliance in all aspects of life. Animal farming while fighting was a necessity).


Eritrea Rückzugsgebiet: Gartenbau
7
Selbstversorgung in allen Lebensbereichen. Gartenbau während des Kampfes.

(Self-reliance in all aspects of life. Gardening while fighting).


Eritrea Rückzugsgebiet: Ernte im
                            Garten
8
Selbstversorgung in allen Lebensbereichen. Gartenbau während des Kampfes: Ernte.

(Self-reliance in all aspects of life. Gardening while fighting: [harvest]).


Eritrea Rückzugsgebiet: Backen im
                            Freien
9
Selbstversorgung in allen Lebensbereichen. Kochen während des Kampfes.

(Self-reliance in all aspects of life. Cooking while fighting).


Eritrea Rückzugsgebiet: Bunkerbau gegen
                            die Luftangriffe
10
Die Kämpfer bauten Spitäler, Schulen, Munitionslager, Fabriken, Garagen und sogar Konferenzräume unterirdisch. Dies war die einzige Möglichkeit, die intensiven Bombardements der äthiopischen MIG-Kampfflugzeuge zu überleben.

(The fighters built hospitals, schools, ammunition depot, factories, garages and even conference rooms underground. This was the only way to survive the intense bombing of the Ethiopian MIG jet fighters).





1979
Neue Frauenorganisation in Eritrea: "National Union of Eritrean Women" (NUEW)
Verbreitung des Frauenprogramms von der EPLF in die allgemeine Zivilbevölkerung: Die NUEW hat Überzeugungsfunktion und Vorbild und plädiert auf

oo  Ausbildungsgleichheit
oo  Emanzipation der Gesundheit
oo  Schaffung von Kleinviehhaltung wie Hühnerfarmen und Kaninchenzucht
oo  Gründung von kleinen Dorfläden mit Haushaltwaren.

Die NUEW betreibt ausserdem eine Forschungs- und Informationsabteilung (SUKE, S.80, 90).


1980

Die Eritrea-Frage in der UNO

Ein Expertenbericht des Völkertribunals stellt fest:

oo  ein äthiopischer Anspruch auf Eritrea lässt sich nicht rechtfertigen
oo  die Ereignisse der Antike (Reich von Axum) spielen nur eine unwesentliche Rolle
oo  der Bericht äussert die Anerkennung der Existenz eines eritreischen Volkes
oo  das Recht auf Selbstbestimmung ist gegeben (SUKE, S.222-223).

1980-1990
Eine Volksbefragung in Eritrea wird unterdrückt
Eine solche Befragung des eritreischen Volkes würde die Fragen zur Zukunft von Eritrat umfassen über
oo  die Integration in Äthiopien, oder
oo  die Föderation mit Äthiopien, oder
oo  die Selbstbestimmung als unabhängiger Staat (SUKE, S.227).

1980-er Jahre
Ost-Berlin: Gespräche zwischen Vertretern Eritreas und Äthiopiens
auf Initiative der "USA". Die Gespräche bleiben "erfolglos" (SUKE, S.226).

Februar 1982
6. äthiopisch-sowjetische Offensive "Roter Stern"  gegen Eritrea
Trotz des UNO-Berichts, der keinen Anspruch Äthiopiens auf Eritrea feststellen kann, werden über 100.000 Soldaten auf Eritrea losgelassen:
oo  massivste Bombardierungen
oo  aber keine Einnahme von Nakfa (SUKE, S.41-42).

April 1983
7. äthiopisch-sowjetische Offensive gegen Eritrea: "stille Offensive"
Ziel ist der Zermürbungskrieg auf grossem Gebiet. Die EPLF lässt sich aber nicht auf den Kleinkrieg ein (SUKE, S.42).


1984

Januar 1984
Tessenai von der EPLF besetzt und Erbeutung von Waffen
(SUKE, S.42).

Im Verlauf des Jahres 1984 gelingt der EPLF das Vordringen in den Osten bis ans Rote Meer mit der Besetzung der Bucht von Mersa Teklay.

Dies ist die entscheidende Wende, mit Erbeutung einer grossen Zahl leichter und schwerer Waffen, Panzern und Artilleriegeschützen. Die Eroberungen können aber nicht gehalten werden (SUKE, S.42).

Hilfsgelder vom SUKE an ERA
(= Schweizerisches Unterstützungskomitee für Eritrea). Geldspenden werden an das internationale Koordinationsbüro der ERA in Köln überwiesen (SUKE, S.176-177).

ERA und die Verbindungen ins westliche Ausland
Zusammenarbeit  mit kirchlichen und privaten Organisation aus den skandinavischen Ländern, v.a. Norwegen, aber auch aus der Schweiz, der  BRD und anderen Ländern Europas, den "USA", Kanada, Australien. Es sind meist private, nicht regierungsgebundene Organisationen, die teilweise staatliche Gelder für ihre humanitäre Einsätze in Eritrea erhalten (SUKE, S.181).

Erste Monatsbindenfabrik in Eritrea
zur Emanzipation der Frau. Bisher wurden Binden im Flüchtlingslager New Solomona von Hand hergestellt. Die Monatsbindenmaschine wird von eritreischen Frauenorganisationen im Ausland finanziert, v.a. von Eritreerinnen in Italien (SUKE, S.90).

1984-1985
Hungersnot in Eritrea
Das Alphabetisierungsprogramm läuft auf Sparflamme. Es nehmen nur etwa 15.000 Frauen teil (SUKE, S.89).

[Hungersnot durch globale Verdunkelung
Die globale Verdunkelung / global dimming zeigt ihre schlimmsten Auswirkungen, und die "Wissenschaft" zu dieser Zeit hat keine Ahnung von der Ursache].

[Auswanderung und Flucht aus Eritrea: Eritreische Diaspora
Das Zusammenfallen von Kriegshandlungen und Hungersnot lässt 1000e von Eritreern ins Ausland flüchten. Es bildet sich eine eritreische Diaspora, die entsprechend die eritreischen Feste im Ausland feiert].

ab 1984
Hilfsorganisationen für Eritrea: ERA
Das kleines afrikanisches Hilfswerk "Eritrean Relief Association" (ERA) organisiert Hilfe für die eritreische Bevölkerung, die grossen internationalen Hilfswerke rühren keinen Finger.

Die ERA beweist in der Hungersnot ihre Fähigkeiten. Die Freiwilligenstruktur verhindert jede Form von Korruption bei minimalen adminstrativen Kosten. Nahrungsmittel werden vom Sudan von Port Sudan aus nach Eritrea gebracht (SUKE, S.169-170).

1985
Frauenanteil in "Männerberufen"
Der Frauenanteil in den Werkstätten der EPLF liegt zwischen 15 und 42 % (SUKE, S.85).


vergrössern Kriegsfotos: Der Frust der äthiopischen Armee: "Verbrannte Erde" - plus Hungersnot durch Dürre
(aus: www.ertra.com)

Die Vorgänge an der Ostfront 1941-1945 wiederholen sich in Eritrea und werden mit einer Dürre durch die globale Verdunkelung ("global dimming") noch verschlimmert...

Gleichzeitig muss man aufpassen, was die Fotos zeigen, denn auch die EPLF war auf Propaganda angewiesen, um Unterstützung zu erhalten.

Verbrannte Erde: Äthiopier zerstören
                            aus Frust ein eritreisches Dorf
Die äthiopische Armee verübt die Verbrannte Erde...
23
Durch ausbleibende Kriegserfolge auf dem Schlachtfeld frustriert wurde es für die äthiopische Armee Routine, eritreische Dörfer zu brandschatzen und ganze Dorfbevölkerungen zu massakrieren.

Ergänzung: Das Foto zeigt ein abgebranntes Rundhaus, und im Hintergrund steht ein intaktes Rundhaus.

(Frustrated by the lack of battle field successes, burning villages and massacring the civilians in cool blood was a routine reaction of the Ethiopian army).


Eritrea: Verletzte Kinder 24 und 25
Zivilisten, darunter Frauen und Kinder, waren anerkannte Ziele der äthiopischen Armee.

Ergänzung: Der Kopfverband ist keiner, sondern eine Fotomontage. Die Verbände sind alle tadellos weiss ohne jede Blutflecken. Bei 500% Vergrösserung sind gerade geschnittene Köpfe sichtbar.

(Civilians including women and children were legitimate targets for the Ethiopian army).

Eritrea: Verletzte Kinder ohne Kleider
Ergänzung: Die Verbände sind alle verdächtig weiss. Bei 500 % Vergrösserung wird sichtbar, wie das Mädchen ohne Kleider die rechte Hand (Daumen sichtbar) am linken Arm hat.
Verbrannte Erde: Todesopfer in den
                            Dörfern, bedeckt 26
Frustreaktion der äthiopischen Armee: Brandschatzung von Dörfern und Massaker an der Zivilbevölkerung wird bei der äthiopischen Armee Routine.

Ergänzung: Diese Beinstellung ist bei einer Leiche nicht möglich.

(Frustrated by the lack of battle field successes, burning villages and massacring the civilians in cool blood was a routine reaction of the Ethiopian army).

Zwei Leichen mit
                            verschiedenen Todeszeitpunkten 27
Helikopter und MIG-Kampfflugzeuge machten das Leben in den Dörfern am Tag unmöglich. In den befreiten Gebieten wurde jedes Gebäude oder jedes bewegende Objekt zum militärischen Ziel. Alle Aktivitäten der EritreerInnen konnten nur im Schutz der Dunkelheit durchgeführt werden.

Ergänzung: Die Hinterköpfe weisen bereits Pflanzenwurzeln auf. Also sind die Leichen bereits beerdigt gewesen. Der obere Kopf hat keine Augen mehr und ist bereits seit mehreren Monaten tot. Der untere Kinderkopf scheint ein Brandopfer zu sein, hat aber noch die Augen.

(Helicopters and MIG fighters made life during the day impossible.
Villages, buildings or any moving object in the liberated area was a military target.
All activities of the Eritreans were conducted under the cover of darkness at night).

Eritrea: Verschiedene Leichen mit
                            verschiedenen Todeszeitpunkten 28
Chemische Bomben und Clusterbomben vom internationalen Markt wurden dazu benutzt, um die Zivilbevölkerung zu terrorisieren und maximalen Schaden anzurichten.

Ergänzung: Das Foto ist gestellt. Die oberste Tote mit angewinkeltem Arm scheint einen intakten Körper zu haben. Bei Vergrösserung zeigt sich eventuell sogar eine Fotomontage, da die Frau drei Beine hat. Das aufgestellte Bein des mittleren Körpers mit gespreiztem Rock scheint in totem Zustand nicht möglich zu sein. Die unteren Körper sind schon seit mehreren Wochen tot, da Hautflecken auf angefaulte Haut hinweisen. Die linke Hand des ersten Körpers ist zu klein. Die seitliche Körperhaltung des Körpers am rechten Rand ist in totem Zustand unmöglich.

(Internationally prohibited chemical and cluster bombs were used to terrorize and inflict maximum damage under the civilians).

Eritrea Widerstand: Spital im Freien 29
Medizinische Versorgung der Zivilisten war ein grosses Vorhaben und belastete die medizinischen Mittel der Bewegung bis an die Grenze.

(Medical care for civilians was a huge undertaking and stretched the medical resources of the movement to the limit).



Dürre in Eritrea: Ausgetrockneter
                            Boden
Die Dürre in Eritrea durch die globale Verdunkelung ("global dimming")
1
Dieser Ort hatte vor der Dürre immer Wasser. An diesem Platz konnten weder Pflanzen noch Insekten überleben.

(This place used to contain water before the drought. No insects and no animals could survive in such a place).


Dürre und Hungersnot in Eritrea:
                            Abgemagerte Frau
2
Die hilfespendenden Länder verweigerten aus politischen Gründen, mit den "Rebellen" (Befreiungsbewegung) zusammenzuarbeiten und die Hungeropfer in den befreiten Gebieten zu unterstützen. Stattdessen beantragten sie bei der äthiopischen Regierung die Erlaubnis, Transporte zu den Gebieten zuzulassen, die "von den Rebellen gehalten wurden". Die äthiopische Regierung benutzte Lebensmittelhilfe als Waffe und verweigerte eine sichere Durchfahrt. Ausser wenigen Nichtregierungsorganisationen wurden die Eritreer von der Welt einmal mehr fallen gelassen.

(The aid donor countries refused, for political reasons, to work with the "rebellions" (liberation movement) to support the famine victims in the liberated area.
Instead it asked the Ethiopian government to allow aid be transported to "rebel held areas". The Ethiopian government used food aid as a weapon and refused to provide a safe passage. Except few nongovernmental organizations, the world once again let the Eritreans down).


Heuschreckenbefall in Eritrea
3
Heuschreckenbefall. Die wenigen Bauern, die noch Land bebauen konnten, wurden durch Heuschreckenangriffe überwältigt.

(The few farmers who were able to farm were overwhelmed by locust attack).


Dürre: Hilfstransport der EPLF für
                            Eritrea
4 und 5
Hilfstransport der EPLF. Die Befreiungsbewegung mobilisierte die Kräfte aller Eritreer im Ausland, um der drohenden Gefahr Herr zu werden. Die Eritreer organisierten mit wenig Hilfe von aussen, der Gefahr zu begegnen.

The liberation movement mobilized the resources of all Eritreans abroad to deal with the threatening danger. The Eritreans, with few outside help, managed to avert and contain the danger.


Dürre in Eritrea: Lastwagen in Reih und
                            Glied



Eritrea Widerstand: Abschuss einer
                            Drohne Direkter Kampf gegen die äthiopische Invasionsarmee
1
Ein genaues Luftfeuergeschütz hält die Äthiopier davon ab, eritreische Kämpfer an der Front anzugreifen.

(Accurate anti aircraft fire prevented the Ethiopians from attacking the Eritrean fighters at the front).


Eritrea Widerstand. Minenverlegung im
                            besetzten Gebiet 2
Mit aller Vorsicht und Mut versenken die Ingenieureinheiten tief hinter den feindlichen Linien eine Mine.

(Skillful and courageous engineering units, deep behind enemy lines [a mine is installed])..


Eritrea Widerstand: Explosion der Mine 3
Das Resultat.

(The pay off).


Eritrea: Widerstand mit
                            Panzerabwehrkanonen
4
[Widerstand mit Panzerfäusten]: Keine Herausforderung ist für die Bestimmung zu gross, für die Unabhängigkeit zu kämpfen.

([Resistance with bazookas]: No challenge can stop the determination to fight for independence).


Eritrea Widerstand:
                            Verwundetentransport
5
[Widerstand Verwundetentransport]. Enthusiastische lokale Bevölkerung mit dem Ziel, für ihr Land zu kämpfen.

([Resistance transport of wounded people]. Enthusiastic locals, determined to fight for their country).



Ende 1985
8. äthiopisch-sowjetische Offensive gegen Eritrea: "Rotes Meer"
-- der EPLF gelingt der Widerstand mit Hilfe der erbeuteten Waffen
-- der EPLF gelingt das Vordringen nahe an die befestigten Garnisonen von Asmara und Massaua
-- Zerstörung Dutzender von MiG-Düsenjäger (SUKE, S.42).

20.1.1986
ERA-Generalversammlung
Die Versammlung findet in einem schmalen Seitental bei Dämmerung statt. Es versammeln sich fast 400 Leute in einer "Kongresshalle" aus Steinstufen, hervorragend getarnt und von oben nicht sichtbar.

Beschluss des landwirtschaftlichen Wiederaufbaus:

-- Verteilung von Saatgut, Ackergerät, Zugtieren
-- Neukultivierung von Land
-- Anwendung neuer Bewässerungsmethoden
-- Wiederaufforstung und Bodenschutz-Massnahmen
-- Ausbau des Veterinär-Dienstes
-- Ausbau der landwirtschaftlichen Schulen
-- Forschung über Bodenkonservierung, Aufforstung und Anbau- und Bewässerungsmethoden.

Erosionsgeschädigte Böden sind rehabilitierbar, und Umsiedlungen sollen nicht nötig sein.

Korruption kommt beim ERA im Gegensatz zu äthiopischen Hilfswerken weiterhin nicht vor (SUKE, S.173-175).


ab Februar 1986

Bau der Schule "WINA"
WINA ist der Name eines landwirtschaftlichen Hochlandes in Eritrea (Papayas, Zitronen, Bananen). Aufbau einer technischen Schule für Handwerk für Angehörige islamischer und christlicher Religion. Die Schule wird mehrmals bombardiert.


Schulfreier Tag ist als Kompromiss zwischen den Religionen der Mittwoch (SUKE, S.145-146).

Äthiopische Kriegsgefangene in Eritrea
Direkt hinter der Grenze hält die ERA etwa 7000 äthiopische Kriegsgefangene, die von der ERA versorgt werden. Sie erhalten gleiche Nahrung wie EPLF-Mitglieder, haben eine eigene medizinische Versorgung, Schulen, Werkstätten und Kulturgruppen (SUKE, S.173).

Entlassene äthiopische Kriegsgefangene sind heimatlos (!)
Die äthiopische Regierung streitet ab, dass es äthiopische Kriegsgefangene gibt. Um die eigenen Soldaten vom Desertieren abzuhalten, behauptet sie, die EPLF würde alle Kriegsgefangenen umbringen.

Äthiopier, die aus der Kriegsgefangenschaft entlassen sind, können in der Folge nur in jene Gebiete zurückkehren, die nicht unter der äthiopischen Regierungskontrolle sind, oder sie können im Sudan als Flüchtlinge leben. Manche ziehen es vor, bei der EPLF zu bleiben (SUKE, S.173).

[Der Vorgang ist ein kommunistisches Kampfschema: Soldaten, die in Gefangenschaft geraten, werden entehrt und entrechtet].


Bilanz 1890-1987
100 Jahre koloniale Schulen in Eritrea

-- Interessen und Bedürfnisse der eritreischen Bevölkerung werden in keiner Phase berücksichtigt oder befriedigt

-- Analphabetismus ist Mittel zur Unterdrückung und Durchsetzung kolonialer Machtansprüche

-- das europäisch bestimmte Bildungsangebot ist Mittel zur Dressur: Vermittlung einer fremden Wirklichkeit und "Entafrikanisierung" (SUKE, S.123 )

-- die eritreischen Sprachen haben sich aufgrund der Unterdrückung nicht weiterentwickelt, so dass sie heute für abstrakte, wissenschaftliche und technische Zusammenhänge kaum brauchbar sind (!) (SUKE, S.133)

->> die Schulen der Kolonialisten dienten nicht der Gesellschaft, sondern dienten isoliert den fremden Herrschern, mit Stockschlägen und Riemenstrafen

->> die SchülerInnen sind nur danach bestrebt, Bestrafungen zu vermeiden, die Lernziele werden für die SchülerInnen zweitrangig

->> die EPLF durchbricht die schulische Unterdrückung und schafft Grundvoraussetzung, die feudalen Fesseln abzustreifen (SUKE, S.126, 130-131).



10.5. Zweiter Einheitskongress der EPLF

[In der Sowjetunion beginnt gleichzeitig die Perestroika].


19.3.1987
Zweiter Kongress der EPLF in den befreiten Gebieten mit 1287 Delegierten
Ins ZK werden 6 Frauen gewählt (von 71 Mitgliedern), was wenig bleibt.

Modifizierung des Landprogramms

-- Einteilung der Gesamtwirtschaft in einen öffentlichen und privaten Sektor
-- die Grossbetriebe werden nationalisiert

-- neues Zivilrecht in Anlehnung an die Frauenemanzipation geplant
-- Ermöglichung des Familienbesitzes mit privater Landbebauung

-- Einführung moderner Anbautechniken und Werkzeuge
-- Aufbau Beratungs- und Expertennetzes, Veterinärdienst

-- Brunnenbau, Dammbau
-- Transportwesen entwickeln
-- Kreditvergabe

-- Einführung von Strategien zur Konfliktlösung ohne Verluste

-- das diesa-System wird mit neuem, demokratischem Inhalt gefüllt: Auch an abwesende Mitglieder eines Dorfes wird Land zugeteilt
-- demokratische Durchführung der Dorfversammlungen

-- die Nomaden "Beni Amer" werden belassen und deren Viehzucht in die Wirtschaftsprogramme aufgenommen, Problem: Überweidung und Erosion der Böden.


Bildungsprogramm

1. Kampf gegen Analphabetismus, um das eritreische Volk aus der Unwissenheit zu befreien

2. Garantie einer allgemeinen, obligatorischen Schulbildung bis zur Mittelschule in der Muttersprache

3. Errichtung von Institutionen für höhere Ausbildung in verschiedenen Bereichen in englischer Sprache: Wissenschaft, Kunst, Technologie, Landwirtschaft

4. Arabisch soll auf allen Stufen Unterrichtsfach sein

5. Stipendien für unterstützungsbedürftige Studenten

6. Errichtung von neuen Schulen v.a. in den Gebieten, die bisher keine Schule hatten

7. Trennung von Schule und Kirche / Religion

8. Unterstellung der Schulen unter den Staat und kostenlose Ausbildung

9. Verbindung von Erziehung und Produktion im Dienst der Massen

10. Anleitung zum Selbststudium und zur selbständigen Weiterbildung

11. Schaffung günstiger Arbeitsbedingungen für Experten und Fachkräfte, um ihr Wissen und Können in den Dienst der Massen zu stellen

12. Förderung des Austauschs mit anderen Ländern auf der Basis der Gegenseitigkeit und Gleichheit (SUKE, S.43, 61-62, 82, 95).


19.3.1987
Weitere Punkte zum Erziehungsziel der
EPLF

-- Vermittlung einer progressiven Weltanschauung, von Liebe zu Land und seinen Menschen

-- die Geschichte des Volkes und der Völker soll verstanden werden

-- die SchülerInnen sollen Feinde und Freunde erkennen lernen

-- Zerstörung der reaktionären Kultur, Entwicklung einer nationalen und fortschrittlichen Kultur ohne Opportunismus und Liberalismus

-- Entwicklung der künstlerischen und literarischen Fähigkeiten

-- gründliches Geographiewissen vermitteln mitsamt den wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Aspekten


-- Umweltschutz vermitteln, Nutzbarmachung von Ressourcen vermitteln

-- Denkfähigkeit entwickeln, gute Grundlage in Mathematik vermitteln

-- Jugend in Landwirtschaft und Handwerk ausbilden, Erziehung und Produktion verbinden, arbeitsfeindliche Tendenzen bekämpfen

-- Hygiene und Erste Hilfe vermitteln

-- Kreativität fördern, so dass damit auch wissenschaftliche Probleme gelöst werden können

-- Sport fördern für eine gesunde Jugend, die sich in der Produktion bewährt

-- Kooperationsbereitschaft, Bewusstheit, Intelligenz vermitteln (SUKE, S.131-132).


ab 19.3.1987
Staatsprogramm
-- Schaffung eines Staates mit Mehrparteiensystem mit nationalem Parlament, das demokratisch und frei gewählt ist (Änderung des Programms von 1977)
-- freie Meinungsäusserung, Pressefreiheit, Religionsfreiheit und Versammlungsfreiheit
-- blockfreie Politik
-- Garantie einer freien Entwicklung in Ökonomie, Kultur, Religion und Sprache für alle ethnische Gruppen (SUKE, S.154-155).

Wirtschaftsprogramm
-- Entwicklung einer gemischten Wirtschaft bei Kontrolle der wichtigsten nationalen Ressourcen und Dienstleistungen durch den Staat

-- extensive Agrarreform, welche den Besonderheiten der Bauern, der Viehzüchter und der Agro-Pastoralisten angepasst ist

-- Industrieförderung, die den Bedürfnissen der Landwirtschaft und der Leichtindustrie dient

-- Investitionsförderung (SUKE, S.154-155).

-- Planung der Wiederaufnahme der Fischmehlproduktion, der Papierherstellung und der Sisalverarbeitung, die nach 1941 von den Engländern eingestellt worden war (SUKE, S.204)

-- demokratische Selbstverwaltung der Dörfer auf dem Land (SUKE, S.162-163).


1988

In Eritrea fehlt Schulmaterial und fehlen Lehrmitteln
(SUKE, S.127).

Einschüchterung der Weltpresse und der Diplomatie gegen Eritrea
Die Weltmeinung propagiert gegen Eritrea
-- ein Sieg gegen Äthiopien sei unmöglich
-- in einem andauernden Krieg werde die äthiopische Seite immer die Oberhand haben, weil sie Zugang zu den entsprechenden Ressourcen habe (SUKE, S.230).

Flüchtlingslager Wad Sherifay im Ost-Sudan bei Kassala an der eritreisch-sudanesischen Grenze
Es sind etwa 100.000 Flüchtlinge:
-- bei guter Versorgung
-- bei guter medizinischer Betreuung v.a. vom schweizerischen Roten Kreuz.

Aber die Flüchtlinge sind ohne jede Perspektive (SUKE, S.171).

Flüchtlingslager Wad Sherifay von Ärzte ohne
                  Grenzen 1988
Flüchtlingslager Wad Sherifay von Ärzte ohne Grenzen 1988

Flüchtlingslager der ERA in Eritrea östlich von Wad Sherifay
Dieses Lager ist weniger perfekt organisiert. Dafür geht es den Flüchtlingen stimmungsmässig gut:

-- die Leute sind im eigenen Land

-- die Heimatdörfer sind in ein bis zwei Tagesmärschen erreichbar, und so kann man dort auch Landwirtschaft betreiben

-- nach den äthiopischen Bombenangriffen wird immer wieder aufgebaut (SUKE, S.171).


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11. Militärische Siege der EPLF gegen Äthiopiens Truppen ab 1988 - Äthiopien unter Mengistu verbündet sich wieder mit Israel


1988

Die EPLF erobert 
Afabet
Dabei werden riesige Mengen Kriegsmaterial erbeutet.

Darauf folgend entsteht eine neue militärische Kooperation zwischen der EPLF und der äthiopischen Oppositionsgruppe TPLF, aber ohne Überwindung der ideologischen Gegensätze.

Es entwickeln sich auch gute Kontakte zur OLF (SUKE, S.165, 210).

ERA-Kongress: Warnung vor zu viel Hungerhilfe und bleibender Unterentwicklung des Landes

  
Issayas
                          Afeworki, EPLF-Generalsekretär in Eritrea,
                          Foto von 1991
Issayas Afeworki, EPLF-Generalsekretär in Eritrea, Foto von 1991.

Der EPLF-Generalsekretär Issayas Afeworki warnt, sich an die Nahrungsmittelhilfe aus dem Ausland zu gewöhnen. Das Ziel sei die Selbstversorgung des Landes (SUKE, S.179).

Die destruktiven Programme der "Weltbank"
Die Programme der "Weltbank" sehen keine Förderung der schwächsten Schichten im medizinischen und schulischen Bereich vor (SUKE, S.192).

Einschüchternde westliche Diplomatie gegen Eritrea
Die Diplomatie des Westens schüchtert die eritreischen Einheiten weiterhin ein in dem Sinn, dass jeder Kampf gegen Äthiopien hoffnungslos sei:

-- Äthiopien habe die grösste Armee Schwarzafrikas
-- es sei nur eine zeitweise Selbstbehauptung für Eritrea möglich (SUKE, S.230).

Mengistus Halsstarrigkeit - das "Stalingrad" der äthiopischen Armee
Mengistu beharrt weiter auf einer militärischen Eroberung Eritreas. Die EPLF verstärkt entsprechend ihre Operationen:

-- die EPLF weitet den Guerillakrieg mit Hilfe der eroberten Waffen nun zu einem konventionellen Krieg aus

-- im März 1988 findet eine vorentscheidende Offensive statt: Einige 10.000 äthiopische Soldaten werden eingekesselt und vernichtend geschlagen

-- dies ist das "Stalingrad" für Mengistu bzw. das "Dien Bien Phu" der äthiopischen Armee

-- die äthiopischen Truppen ziehen sich aus mehreren eritreischen Städten zurück und beziehen eine letzte Verteidigungsstellung um Keren und Asmara (SUKE, S.43).

Mengistu rückt zum ersten Mal von einer militärischen "Lösung" des Konflikts ab und erklärt sich zu friedlicher Lösung bereit, lässt aber schon die Vorgespräche an unannehmbaren Vorbedingungen scheitern (SUKE, S.43).

Mengistu bittet China und Nordkorea um Waffenlieferungen
weil er von der Sowjetunion nicht mehr alles bekommt, was er will (SUKE, S.216-217).

Eritrea: Beschneidungs- und Infibulationsverweigerungen
Die Verweigerungsrate an weiblichen Babys im ländlichen Gebiet von Rora Habab in der Sahel-Provinz beträgt nun fast 100 Prozent. Bei der Mädchenbeschneidung der Schamlippen ist aber noch nicht  100 Prozent erreicht (SUKE, S.75).

Februar 1988
3. Kongress der NUEW-Frauenorganisation
Die NUEW zählt inzwischen 67.000 Mitglieder: 50.000 in Eritrea, 17.000 im Ausland.

Vorhaben:
Da die Analphabetenrate unter eritreischen Frauen immer noch 90 % beträgt, soll die Alphabetisierung weiter vorangetrieben werden. Es soll verhindert werden, dass bei einem Frieden die Frauen wieder an den Herd gedrängt werden (SUKE, S.89, 97).

1988-1989
Erfolge der EPLF und der TPLF in Tigray - schwankende äthiopische Armee
Durch erfolgreiche Zusammenarbeit der EPLF und der TPLF sind Erfolge möglich, aber eine ideologische Annäherung zwischen der EPFL und der TPLF kommt nicht zustande.

Inzwischen zeigt die äthiopische Armee wegen der Repressionsmassnahmen selbst innere Spannungen. Es kommt zu ersten Zersetzungserscheinungen und zu fehlender einheitlicher Gegenwehr (SUKE, S.210, 225).



1989

Letzte Mobilisierung in Äthiopien
-- Zwangsrekrutierung von Kindern
-- Zusammenbruch der äthiopischen Wirtschaft
-- Repression gegen die Armee.

Die Widersprüche innerhalb der äthiopischen Armee weiten sich aus und es kommt zur endgültigen Zersetzung (SUKE, S.225).

Ein Putschversuch an Äthiopiens Armeespitze bleibt erfolglos
(SUKE, S.225)

September 1989
Zweite Gespräche zwischen Vertretern Äthiopiens und Eritreas
dieses Mal in Atlanta ("USA"). Die Delegationen beider Parteien einigen sich auf die Abhaltung von weiteren Gesprächen (SUKE, S.226).

Dezember  1989
Gespräche Äthiopien - Eritrea
in Nairobi: Es werden konkrete Modalitäten für künftige Friedensgespräche festgelegt (SUKE, S.226).

Äthiopische Kriegsgefangene
Zeitweise hält die EPLF 12.000 äthiopische Kriegsgefangene direkt hinter der Grenze, die von der ERA versorgt werden: mit denselben Nahrungsmitteln wie für die EPLF-Mitglieder (SUKE, S.173).


1990

1.1.1990
Freilassung von 10.000 äthiopischen Kriegsgefangenen
Die Heimkehr für die Äthiopier hat sich vereinfacht, da weite Teile des Landes nicht mehr unter Regierungskontrolle stehen (SUKE, S.173).

Anfang 1990
Äthiopiens Regierung missbraucht die internationale Hungerhilfe
Der Missbrauch ist offensichtlich: Die staatliche äthiopische Hilfsorganisation RRC (Relief and Rehabilitation Commission) ist zu einem "korrupten Haufen" degeneriert, "der den Militärs stets zu Diensten steht" (Die Zeit, 13.4.1990):

-- 1000e von Tonnen Getreide lagern in der Stadt Nazareth  im Freien, gegen Feuchtigkeit und Rattenfrass ungenügend geschützt

-- in den Lagerhallen für Lebensmittel werden dafür behelfsmässig 40.000 Rekruten untergebracht

->> das Getreide wird z.T. von den Rekruten verbraucht, statt es der hungernden Bevölkerung abzugeben

->> in der Hafenstadt Assab verrotten rund 90.000 Tonnen Hungerhilfe-Getreide

->> die UNO-Hilfsorganisationen und die Europäische Union, die Lieferer, protestieren nicht, denn sie fürchten bei Reklamation diplomatische Komplikationen

->> auch die internationale Presse reagiert nicht (SUKE, S.179-180).

8.2.1990
Überraschungsangriff der EPLF gegen äthiopische Stellungen
-- eritreische Befreiungskämpfer überrennen die Verteidigungslinien der äthiopischen Armee
-- eine zweite Gruppe rückt gegen das besetzte Massaua vor
-- eine dritte Gruppe greift den Marinehafen von Massaua an (SUKE, S.43-44, 225).

10.2.1990
Eroberung von Massaua durch die EPLF - die Lügen der Mengistu-Regierung

-- es werden riesige Mengen Kriegsmaterial erbeutet

-- die internationale Presse verbreitet gegen Eritrea, dass nun die letzte Versorgungslinie gegen den Hunger gekappt sei

-- der äthiopische Aussenminister Tesfaye Dinka spricht davon, dass die "jüngst Offensive der EPLF eine schwere Bedrohung für die hungernde Zivilbevölkerung darstellt"...

->> es ist ein Schauspiel der Lüge, denn die Mengistu-Regierung hat selbst die Nothilfe für die befreiten Gebiete Eritreas und Tigrays blockiert: Die Hilfe hat die Zivilbevölkerung nur zu einem sehr kleinen Teil erreicht

->> die äthiopische Armee verkauft in Asmara weiter das Hilfsgetreide für 50 äthiopische Birr pro 100 kg! (SUKE, S.165, 180).

März 1990 ca.
->> Journalisten, die nie die EPLF-Gebiete gesehen haben, halten weiter an der äthiopischen Darstellung fest und behaupten, die EPLF betreibe Politik auf dem Buckel der Bevölkerung (SUKE, S.181).

Die [von den "USA" bestochene] UNO verweigert die Kooperation mit EPLF (!)
Die EPLF bietet dem UNO-Generalsekretär den Hafen von Massaua für Hilfsgütertransporte an sowie den Transport von Hilfsgütern durch den Sudan nach Asmara.
->> der UNO-Generalsekretär schweigt
->> die äthiopische Mengistu-Regierung sagt empört Nein (SUKE, S.181).

[Es ist nicht ausgeschlossen, dass eine Aversion gegen die Fahne der EPLF mit dem fünfzackigen Stern eine gewisse Rolle spielt].

Äthiopien wirft Napalm und Splitterbomben auf Massaua
Äthiopische Bomber bewerfen als Reaktion auf die Befreiung von Massaua die Insel mit Napalmbomben und Splitterbomben.
->> 100e von Toten
->> kein Protest der grossen Hilfsorganisationen! (SUKE, S.181)

[Äthiopien scheint immer noch der Verlierer-Taktik der "USA" in Vietnam zu vertrauen...]


Die grossen Hilfsorganisationen stehen vor der Entscheidung
zwischen dem diplomatischen Druck Äthiopiens oder der Zusammenarbeit mit der ERA (SUKE, S.181).

April 1990 ca.
Die Sowjetunion zieht sich zurück - Israel wird neuer und alter Bündnispartner für Äthiopiens Mengistu
Die Sowjetunion und die DDR stellen ihre Unterstützung für das Mengistu-Regime ein. Neuer und alter  Partner für Mengistu ist  Israel mit seinen Mossad-"Spezialisten" (SUKE, S.44)

->> es handelt sich um zionistischen Imperialismus (SUKE, S.211) [im Namen des allgemeinen Krieges von Israel gegen den Islam, obwohl Eritrea zur Hälfte christlich orientiert ist]

->> Israel sorgt für Waffennachschub an Äthiopien... (SUKE, S.218).


16.4.1990
Die EPLF warnt die israelischen Verantwortlichen vor einer direkten Intervention in Eritrea
(SUKE, S.44)

Die EPLF hat Bauern und Frauen befreit und somit einen Grossteil der Bevölkerung hinter sich und erzieht die Leute zur Demokratie. Bewusstheit und Organisationsgrad verhindern ein Scheitern (SUKE, S.166-167).

Die Oppositionsgruppen Äthiopiens
scheinen eine Unabhängigkeit von Eritrea anzuerkennen (SUKE, S.210).

Die OAU ab der Präsidentschaft Mubaraks: für Eritrea

Aber einige Länder bleiben gegen Eritrea eingestellt:
-- Libyen und Süd-Jemen bleiben gegen Eritrea
-- Saudi-Arabien unterstützt eine eritreische Splittergruppe, um die EPLF zu schwächen (SUKE, S.211)
-- die Arabische Liga verhält sich passiv.

Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate unterstützen eine friedliche Lösung in Eritrea politisch und finanziell.

Nur langsam setzt sich der Gedanke durch, dass es sich mit Äthiopien um eine schwarze Kolonialmacht handelt (SUKE, S.213).


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12. Sturz und Zersetzung in Äthiopien mit Israel nach 1990 - Anerkennung für Eritrea

Juni 1990 ca.
Mengistu wird von innen her bedroht - Israel als Komplize
In Äthiopien beginnen sich die verschiedenen Volksgruppen zu befehden und zu bekämpfen. Mengistu ist dadurch immer mehr durch seine eigenen Landsleute bedroht.

->> Mengistu handelt nicht mehr aus der Position der Stärke

->> äthiopische Widerstandsorganisationen und Organisationen unterdrückter Nationen tragen ihren Kampf immer näher an die Hauptstadt Addis Abeba heran (SUKE, S.226)

->> Mengistu hofft, dass die traditionellen Militärbeziehungen zu Israel mit israelischen Kriegsinstruktoren und Materiallieferungen das Blatt noch einmal wenden werden (SUKE, S.227).

Anerkennung für Eritrea in der Weltpresse und Diplomatie
Erst nach den militärischen Siegen wird Eritrea auch in der Weltpresse und Diplomatie mit Respekt behandelt:

-- die Anerkennung ist ein wichtiger Faktor in Eritrea und in der ganzen Region, auch Anerkennung durch Vertreter des "US"-Aussenministeriums

-- Eritrea erfährt auch durch die rechtmässige Behandlung der äthiopischen Kriegsgefangenen Anerkennung

-- es setzt sich der Glaube durch, dass die EPLF ein stabiler Faktor sein werde, wenn das äthiopische Mengistu-Regime verfällt und Äthiopien eine destabilisierte Phase nach Mengistu durchlebt (SUKE, S.231).


Bedingungen der EPLF für die Hilfswerke
Die EPLF hat Richtlinien, die alle Menschen gleichberechtigen:

-- Projekte müssen den am wenigsten privilegierten Schichten zugute kommen

-- die Bevölkerung muss in die Arbeit der Projekte auf allen Stufen, auch dem Management, von Anfang an einbezogen werden

-- technisches und administratives Personal muss so ausgebildet werden, dass das Projekt vollumfänglich von Eritreern übernommen werden kann

-- kurz- oder langfristiges Ziel sämtlicher Projekte muss nicht nur die Verbesserung der Lebenslage der Bevölkerung sein, sondern sie müssen zur allgemeinen Entwicklung des Landes und, wenn möglich, auch zur Selbstversorgung (self-reliance) beitragen (SUKE, S.205).

1990
Die Selbstversorgung Eritreas setzt sich gegen beide Supermächte "USA" und Russland und deren strategischen Ziele am "Horn von Afrika" durch
(SUKE, S.218)

Bilanz 1945-1990
Eritrea wurde nie ernst genommen, und alle Verantwortlichen der Welt verdrängen diese riesige Menschenrechtsverletzung
"Obwohl wir Recht und Gerechtigkeit auf unserer Seite haben, wollte niemand mit uns reden, bis wir bewiesen haben, dass wir gewinnen können." (SUKE, S.230)

Das Gewinnen ist wichtig, nicht das Recht: Auch das Völkerrecht ist nur zweitrangig. Es tritt erst in Kraft, wenn man beweist, dass man Macht hinter sich hat (SUKE, S.231).


1990

1993
Volksabstimmung in Eritrea über die Unabhängigkeit: Über 90 % stimmen für die Unabhängigkeit
Die Abstimmung ist international überwacht.
(http://www.globalsecurity.org/military/world/para/eplf.htm)

Daten über das neue Eritrea
Fahne des neuen Eritrea
vergrössernDie Fahne des neuen Eritrea.

[Da Wälder im Laufe aller Kriegshandlungen z.T. radikal abgeholzt wurden, um dem Gegner die "Deckung" zu nehmen, gilt es nun, viele neue Bäume anzupflanzen].

Eritrea ist 3mal so gross wie die Schweiz, etwa so gross wie Österreich (SUKE, S.13).

Konfessionen
-- je fast die Hälfte Christen und Muslime, die Christen unterteilt in 95% koptisch-orthodox und 5% Katholiken und Protestanten)
-- kleine Minderheiten sind Anhänger von Naturreligionen (SUKE, S.15-16)
-- Mittwoch ist Ruhetag als Kompromiss zwischen Christen und Moslems (SUKE, S.16).

Sprachen in Eritrea
-- drei semitische Sprachen: Tigrinya, Tigre und Arabisch
-- vier hamitische Sprachen: Saho, Bilen, Afar und Gewa (Hedareb)
-- zwei nilotische Sprachen: Nara (Baria) und Kunama / Baza (SUKE, S.16).

Alphabet
Tigrinia
und Tigre werden in der alten semitischen Kirchenschrift Geez geschrieben mit 300 Buchstaben. Die Umschrift in die 22 lateinischen Buchstaben ist in Diskussion (SUKE, S.18-19).

1996 / 1997
Die letzten äthiopischen Angriffe auf Eritrea erfolgen noch 1996/1997
Durch die wiederholten äthiopischen Angriffe wird ein Teil der Reformen in Eritrea zurückgeworfen und Wahlen, die zu diesem Zeitpunkt stattfinden sollten, werden verunmöglicht. Äthiopien hört nicht auf, gegen Eritrea destruktiv zu wirken.
(http://www.globalsecurity.org/military/world/para/eplf.htm)

Aber dann kehrt mehr oder weniger Ruhe ein. Gemäss Zeugenaussagen gegenüber dem Autor bestehen unglaubliche soziale Spannungen. Familienmitglieder getrauen sich nicht nach Hause, haben z.T. auf der "falschen Seite" gekämpft etc. Menschenrechte fehlen immer noch...

Und wieder Kleinkrieg

Im Jahr 2000 startet Äthiopien erneut eine Invasion, die zurückgeschlagen werden kann. Wichtige Industriebetriebe werden dabei total zerstört.

Eritrea seinerseits benutzt "amerikanische" Gelder für den Strassenbau zum Kauf neuer Waffen.

Im Jahr 2004 eskaliert die Situation an der Grenze zwischen Eritrea und Äthiopien erneut fast bis zur Auseinandersetzung.

Im Jahr 2005 steigern sich Äthiopien und Eritrea beide weiter in diktatorische Zustände, so dass Eritrea sogar UNO-Beobachtern die Ausreise aus dem Land aufzwingt.

Es fehlen die Menschenrechte. Scheinbar können beide Seiten die Anleitungen zu militärischem Krieg lesen, aber die Menschenrechte nicht?

Die langsame Entwicklung eines normalen Lebens in Eritrea

Asmara
Asmara: Asmara
                              Gebrauchtmöbelmarkt 2003 Eritrea:
                              Kinder auf dem Markt Medeber in Asmara
                              2003 Asmara:
                              Kathedrale Nda Mariam der orthodoxen
                              Kirche
vergrössernAsmara: Gebrauchtmöbelmarkt 2003 vergrössernKinder auf dem Markt Medeber in Asmara 2003
vergrössernAsmara: Kathedrale Nda Mariam der orthodoxen Kirche



Eines der
                              wenigen noch traditionellen Häuser in
                              Asmara Velorennen in Asmara 2003 Dampfeisenbahn von Asmara nach
                              Nefasit 2003
vergrössernEines der wenigen noch traditionellen Häuser in Asmara vergrössernVelorennen in Asmara 2003
vergrössernDampfeisenbahn von Asmara nach Nefasit 2003

Massawa / Massaua
Massawa / Massaua in den 1960-er Jahren
                            mit äthiopischen Fahnen Massawa
                            Altstadt Massawa: Traditionelle Häuser 2003
vergrössernMassawa / Massaua in den 1960-er Jahren mit äthiopischen Fahnen
vergrössernMassawa Altstadt
vergrössernMassawa: Traditionelle Häuser 2003


Schlusswort

Endlich ist der äthiopische und
"amerikanisch"-russisch-israelische Terror

am "Horn von Afrika" zu Ende.

Die Schweiz gibt nur nach langen Gerichtsverfahren all die Diktatorengelder aus Afrika und Asien heraus.

Gibt es eine Entschädigung für Eritrea?
Gibt es einen Gedenktag?


Es gibt beides nicht...

Die Freimaurer-Financiers der "USA" werden für ihre Weltmanipulationen mit Finanzierung des Kommunismus nie bestraft, die schweizer Bankiers auch nicht. Die Regierung in Bern sagt zur Geldanhäufung durch Diktatoren, die ganze Bevölkerungen ausrauben, einfach: "Finanzplatz Schweiz" und "Neutralität".

"Amerikanische" und schweizerische Bankiers arbeiteten scheinbar Hand in Hand.
Die Bankiers sind sich keiner Schuld bewusst. Gibt es einen Richter?

Hat jemand einmal eine Berechnung gemacht, welcher Schaden 1880-1990 in Eritrea entstanden ist? Wer bezahlt?

Die Nationen, die den Schaden angerichtet haben, bezeichnen sich als "Erste Welt"...






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Bildernachweis
Asmara: Kinder auf dem Markt von Medeber: http://www.asmera.nl/eritrea2003/eritrea-2003-1022.htm
Asmara: Orthodoxe Kathedrale Nda Mariam: http://www.asmera.nl/eritrea2003/eritrea-2003-1021.htm
Asmara: Gebrauchtmöbelmarkt: http://www.asmera.nl/eritrea2003/eritrea-2003-1021.htm
Asmara: Traditionelles Haus: http://www.asmera.nl/eritrea2003/eritrea-2003-1026.htm
Asmara: Velorennen: http://www.asmera.nl/eritrea2004/eritrea516.htm

Dampfeisenbahn Asmara-Nefasit: http://www.asmera.nl/eritrea2003/eritrea-2003-1018.htm

Fahne der EPLF mit fünfzackigem Stern: http://www.globalsecurity.org/military/world/para/eplf.htm
Fahne von Eritrea mit Baum und Lorbeer: http://www.fao.org/ag/AGP/AGPC/doc/Counprof/Eritrea.htm

Flüchtlingslager Wad-Sherifay: http://medecinetropicale.free.fr/refugie2.html

Karte von Eritrea: Position: http://www.mydivetravel.com/Travel/Country.asp?ID=431
Karte von Eritrea in Äthiopien integriert: http://www.asmera.nl/eritrea2001/ethiopia.jpg
Karte von Eritrea: http://unimaps.com/eritrea/
Karte von Eritrea klein: http://www.globalsecurity.org/military/facility/assab.htm

Karte von Eritrea: Höhenkarte: http://www.grida.no/eis-ssa/contry/eritrmap.htm
Karte von Eritrea: Provinzen: http://www.freewebs.com/eritrea2001/infocenter.htm
Karte von Eritrea: Regenmengen: http://www.fao.org/ag/AGP/AGPC/doc/Counprof/Eritrea.htm
Karte von Eritrea: Ethnien: http://home.wxs.nl/~hans.mebrat/eritrea-people.htm
Karte von Massawa / Massaua: http://home.planet.nl/~hans.mebrat/eritrea-massawa.htm

Karte von Tigray mit Aksum / Axum: http://home.wxs.nl/~hans.mebrat/eritrea-ethiopia.htm

Karte des Sudan: http://www.forceten.org.au/html/projects_sudan.html

Keren: Kamele: http://www.asmera.nl/eritrea2004/eritrea517.htm

Kriegsfotos: Fotos aus dem Krieg in Eritrea: Beispiel 1977 und 1978:
http://www.ertra.com/History_pictures/military_1.htm; generell: www.ertra.com
Kriegsfotos: Fotos aus den Rückzugsgebieten: http://www.ertra.com/History_pictures/history.htm; generell: www.ertra.com
Kriegsfotos: Der Frust der äthiopischen Armee - "verbrannte Erde" - plus Hungersnot durch Dürre:
http://www.ertra.com/History_pictures/history.htm

Massawa 1960-er Jahre mit äthiopischen Fahnen: http://www.trainweb.org/eritrean/scrapbook/where/massawa/massawa-island.html
Massawa Altstadt: http://home.wxs.nl/~hans.mebrat/eritrea-massawa3.htm
Massawa: Traditionelle Häuser: http://www.asmera.nl/eritrea2003/eritrea-2003-1023.htm

OAU: Fahne Detail: http://www.survivorsunited.com/au3.html
OAU: Gründungsversammlung, Plakat; Fahne: http://home.intekom.com/southafricanhistoryonline/pages/chronology/thisday/1963-05-25.htm

Portrait: Woldeab Woldemariam: http://www.gre.ac.uk/~bd09/his.html
Portrait: König von Äthiopien, Haile Selassie: http://www.4dw.net/royalark/Ethiopia/shoa6.htm
Portrait: König Umberto von Italien: http://worldroots.com/brigitte/royal/umberto1italyalbum.htm
Portrait: Khedive Ismail: http://weekly.ahram.org.eg/2001/543/chrncls.htm
Portrait: James Bruce: http://www.visitdunkeld.com/bruce-explorer.htm
Portrait: Werner Munzinger: http://www.richardwolf.de/latein/dillmann.htm
Portrait: Menilek II.: http://www.macalester.edu/courses/geog61/kshively/development.html
Portrait: Mengistu: http://news.bbc.co.uk/1/hi/world/africa/553257.stm
Portrait: Issayas Afeworki: http://www.lemonde.fr/web/illustration/0,32-0,40-639254,0.html

Portraits: Frauen der verschiedenen Ethnien Eritreas: http://home.wxs.nl/~hans.mebrat/eritrea-people.htm

Sprache: Tigrinia, Mondgedicht: http://www.meskot.com/werHi_werHi.htm
Sprache: Amharisch, Fabel: http://cas1.elis.rug.ac.be/avrug/illtal/amharic.htm
Sprache: Tigre, Textbeispiel: http://www.language-museum.com/t/tigre.htm

Strasse Massawa / Massaua - Asmara durchs Gebirge: http://www.asmera.nl/eritrea2003/eritrea-2003-1025.htm

Fahne von Eritrea: http://www1.ocn.ne.jp/~infinite/Download.html


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