Lebensbedingungen
der Indianer in den "Reservaten" der "USA" 1999:
wie
"Dritte Welt"
aus:
Lebensbedingungen der Indianer;
http://edvmix.ub.tu-berlin.de/~asnai/themen/t_lebens.htm (1999)
Rund 500 Jahre nach der "Entdeckung" durch Kolumbus hat sich die Kultur
und Lebensweise der Ureinwohner des Kontinents erheblich verändert.
Heute
stellen die Indianer nur noch rund 2 % der Bevölkerung in den "USA"
dar, und lediglich knapp 3% des ihnen früher ganz gehörenden Landes
verteilt
auf 267 Reservationen, ist heute noch "Indianerland".
Früher waren sie Ackerbauern, Sammler, Jäger, unabhängig, konnten sich
selbst
ernähren. Heute hat der "Weisse Mann" ihre Lebensgrundlage erheblich
verändert.
Situation für Indianer in den
"USA" heute: Die Mehrheit unter der Armutsgrenze
Angaben des staatlichen Büros für Indianerangelegenheiten:
Obwohl die Vereinigten Staaten von Amerika zu den "reichsten"
Industrieländern der Welt gehören, zählen die Wohngebiete der Indianer
eher zu
den "Dritte-Welt-Ländern". Bei den letzten beiden Volkszählungen in
den Jahren 1980 und 1990 war der Bezirk Shannon
auf der Pine Ridge Reservation im
Bundesstaat Süd-Dakota die ärmste Gemeinde auf dem Gebiet der "USA".
Bei etwa gleichen Lebenshaltungskosten wie in der BRD betrug das
Pro-Kopf-Einkommen dort rund 5200 DM pro Jahr, obwohl hierbei auch
weisse
Bewohner (z.B. Farmer), die auf der Reservation wohnen, mitgezählt
worden sind.
Rund 60% aller indigenen Bewohner auf Pine
Ridge leben unterhalb der vom Staat festgesetzten offiziellen
Armutsgrenze.
Dass dies kein Einzelfall ist, zeigen auch die Zahlen aus Reservationen
in
anderen Landesteilen der Vereinigten Staaten: Auf der in New
Mexico gelegenen Santo
Domingo Pueblo Reservation leben zum Beispiel 75% aller Bewohner
unterhalb
dieser Armutsgrenze.
Ähnliche Statistiken ergeben sich bei den Arbeitslosenzahlen: unter den
Indianern bis zu 80 % Arbeitslose, teilweise höher, z.B. auf der Rosebud Reservation bei 86%, in der
Pine Ridge Reservation hat in jedem dritten Haushalt keine der dort
lebenden
Personen eine Beschäftigung. Viele Vertreter der Stammesregierungen
schätzen
die Zahlen des Büros als zu niedrig ein.
Keine saubere Wirtschaft oder Industrie
in den Reservaten - Nuklearindustrie bei den Indianern
Die Gewinne werden aber ausserhalb der Reservation investiert.
Industrien
siedeln sich v.a. dann bei den Reservationen an, wenn Umweltbelastungen
oder
sonstige Gefahren keinen anderen Standort zulassen, z.B. das Mohave-Kohlekraftwerk, das Kohle aus
dem Big Mountain-Gebiet verarbeitet.
So finden z.B. rund 80 % der Aktivitäten der Nuklearindustrie auf oder
am Rande
der Reservationen statt.
"Wohlfahrtsprogramme"
Die Einkünfte der Indianer stammen grösstenteils aus
Wohlfahrtsprogrammen
der "US"-Regierung oder aus Tätigkeiten in der Verwaltung:
-- Stammesrat
-- Büro für Indianerangelegenheiten
-- Schulen
-- Krankenhäuser
wobei die Mittel dafür ebenfalls aus Washington kommen. Jedoch haben
sich hier
Budgetkürzungen, vor allem in den letzten Jahren, überdurchschnittlich
ausgewirkt und machen die Abhängigkeit der Indianer von Bundesmitteln
besonders
deutlich.
"Unterkünfte": Einheitshäuser,
die klimatisch nicht angepasst sind und schnell verfallen
desolate Situation für Indianer in Nord-"Amerika":
-- genormte, vorfabrizierte Häuser, in der Regel aus Holz, finanziert
über
besondere "Programme"
-- keine Rücksicht auf traditionelle Wohnformen der jeweiligen Kultur
der
Indianer
-- nur im Südwesten der "USA" konnte sich bei den Pueblo-Indianern
die althergebrachte Art des Wohnens vielfach noch bis in die heutige
Zeit
behaupten
-- ansonsten auch keine Berücksichtigung der verschiedenen klimatischen
Bedingungen
-- Winter mit z.T. -30° C oder heisser Südwesten mit oft 30-40° C ist
den
"Organisatoren" egal, die Häuser sind immer im gleichen Stil gebaut
-- die gesetzlichen Mindestanforderungen werden bei rund 2/3 aller
Häuser nicht
erfüllt: Toiletten im Freien, kein fliessendes Wasser oder
Waschgelegenheit im
Haus
-- bei fast der Hälfte der Navajo- und
Hopi-Haushalte liegt der Wasserbrunnen mehr als 100m vom Haus
entfernt
-- teilweise müssen die Indianer einen Weg von 30-40 km bewältigen, um
an einen
Wassertank der Gemeinde zu gelangen
-- die Häuser werden durch die einfache Bauweise oft schon nach wenigen
Jahren
reparaturbedürftig
-- Geld zur Instandhaltung oder Instandsetzung fehlt den meisten
Indianern
"Gesundheitsversorgung": weite
Wege zu Spitälern, geringere Lebenserwartung
-- kaum Ärzte in den Reservationen
-- "Programme" von der "Regierung" in Washington
-- teilweise ist das nächste Krankenhaus über 150 km weit entfernt
-- schwierige Erkrankungen können nur in den meist sehr weit entfernten
Kliniken der Grossstädte behandelt werden, Geld für die Reise fehlt,
und
wochen- oder monatelange Trennung von der Familie im Spital ist
vorprogrammiert
-- Lebenserwartung ist wegen schlechter medizinischer Versorgung
wesentlich
geringer als der Durchschnitt
-- im Bundesstaat Washington z.B. lag 1985 die Chance für einen
Indianer, älter
als 65 Jahre zu werden, bei 0,5%
-- hohe Säuglingssterblichkeit
-- hohe Rate bei TBC-Erkrankungen, bei den Lakota / Sioux 30-60 mal
höher als
für einen durchschnittlichen US-Bürger
-- rapider Anstieg der "Zivilisationskrankheiten" in den letzten
Jahren: Herzerkrankungen, Leberzirrhose, Diabetes, durch einseitige
Ernährung
und durch die Armut in den Reservationen, durch die isolierte Lage der
Gebiete
,kaum frisches Obst oder Gemüse, und wenn, dann kaum bezahlbar, billige
Ernährung, stärke- und fetthaltig, kaum Nährstoffe, viele Indianer zu
dick,
wirken wohlgenährt, sind aber nicht ausreichend ernährt.
Die Statistik bestätigt die Indianer an
letzter Stelle
"Die offiziell festgehaltenen Statistiken ihrer Lebenserwartung, des
Gesundheitszustandes, der Einkommens- und Wohnverhältnisse sowie der
Arbeitslosenrate zeigen, dass die Indianer nach wie vor die am meisten
benachteiligte ethnische Gruppierung in den Vereinigten Staaten sind
und sich
die Lage auf einer Indianerreservation eher mit der in einem
"Dritte-Welt-Land" vergleichen lässt.