aus: Film von Nick Davidson: Der rätselhafte Untergang der
Moche-Kultur
im
alten Peru; 3sat, 5.6.2006, 20:15-21:00
Das Moche-Imperium
Im Norden Perus zwischen Meer und Bergland erstreckt sich heute eine
der
trockensten Wüsten der Welt. Die Archäologie findet immer mehr
pyramidenartige
Palastbauten und Tongefässe etc., die für eine sehr mächtige Kultur
sprechen,
die sich mit den Kulturen Mesopotamiens vergleichen lässt.
Eine solche grosse Kultur kann nur dann untergegangen sein, wenn
Naturgewalten
sie auslöschen.
Auf Tonkrügen werden Köpfungsrituale dargestellt, die auf Menschenopfer
schliessen lassen.
Die Untersuchung von Gletschereis von südperuanischen Gletschern
bringen für
die fragliche Zeit des Untergangs der Moche-Kultur heftige
Klimaschwankungen
zutage. Wenn es über dem Gletscher im Süden Perus heiss und trocken
war,
herrschte im Norden monsunartiger Regen und umgekehrt. Die Eisforscher
stellten
fest:
560-600 n.Chr.
30 Jahre El-Niño-Flut über dem
Moche-Gebiet
-- über den südperuanischen Gletschern: 30 Jahre
El-Niño-Trockenheit (mit
Übergangszeiten)
-- über Nord-Peru: 30 Jahre El-Niño-Flut (mit Übergangszeiten).
Für diese Zeit werden Skelette in Lehm gefunden, also ein typischer
Regenzeit-Boden. Die Knochen weisen Beschädigungen durch Messerspuren
auf. Die
Forschung nimmt an, dass die Menschenopfer für den Wettergott geopfert
wurden,
um mit Anbetung und Opfern das Wetter zu beherrschen.
600-650 n.Chr.
30 Jahre El-Niño-Dürre über dem
Moche-Gebiet
-- über den südperuanischen Gletschern: 30 Jahre El-Niño-Flut
und
Schnee
(mit Übergangszeiten)
-- über Nord-Peru: 30 Jahre El-Niño-Trockenheit mit Sanddünen (mit
Übergangszeiten).
Die Archäologie findet alte Tempelpyramiden in Sanddünen, die diesen
Vorgang
bestätigen.
Damit war das Moche-Imperium zerstört.
50 Jahre Bürgerkrieg zwischen
Moche-Kleinstaaten
Weitere Funde im Bergland förderten Überreste von befestigten
Moche-Städten
für die Zeit 650-700 n.Chr. an den Tag, z.T. mit sehr umfassenden
Stadtmauern.
Gemäss
der Archäologie haben nach
dem Untergang des Moche-Imperiums ab 650 n.Chr. bürgerkriegsähnliche
Zustände
zwischen Moche-Kleinstaaten geherrscht. Um 700 n.Chr. kam es dann zum
endgültigen
staatlichen Untergang.
Die typische Moche-Malerei und Moche-Töpferei haben in Peru bis heute
überlebt.
In den Bergen finden bis heute alljährliche Dorfkämpfe statt, die an
die
bürgerkriegsähnlichen Zustände und an Blutopfer erinnern.