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Afghanistan-Krieg seit 2002: Meldungen Teil 4

Die kriminellen "USA" in Afghanistan, und es nimmt kein Ende...

präsentiert von Michael Palomino

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19.4.2012: Afghanistans Bevölkerung will keine Ami-Schweine mehr sehen

aus: n-tv online: US-Soldaten schänden Leichen: Der Kampf um die Köpfe scheitert; 19.4.2012;
http://www.n-tv.de/politik/Der-Kampf-um-die-Koepfe-scheitert-article6063681.html

<von Christoph Herwartz

Seit über zehn Jahren tobt in Afghanistan ein Krieg, in dem es vor allem um die Köpfe der Bevölkerung geht. Fotos von Leichenschändungen durch US-Soldaten sind dabei ein herber Rückschlag. Sie treiben die Bevölkerung in die Arme der Taliban.

Es war ein Routineeinsatz für die US-Soldaten in Afghanistan: Ein Selbstmordattentäter hatte sich vor einer Polizeistation in die Luft gesprengt, zur Identifikation wird seine Leiche von den Soldaten untersucht, sie nehme Fingerabdrücke und scannten seine Netzhaut. Dann wird es bizarr: Die amerikanischen Soldaten sammeln zusammen mit den örtlichen Polizisten die herumliegenden Gliedmaßen des Attentäters ein, binden Seile um die Füße und halten an ihnen die zerfleischten Beine in die Höhe. Mit erhobenen Daumen grinsen sie in die Kamera, der Kamerad drückt ab. Einige Monate später posieren Soldaten derselben Einheit mit getöteten Aufständischen, auch hier entstehen Fotos.

Die Bilder wurden der "Los Angeles Times" zugespielt. Entgegen der Bitte des US-Verteidigungsmisters veröffentlichte die Zeitung ein Teil des Materials.

Einzelfälle, wie es Nato-Generalsekretär Fogh Rasmussen ausdrückt? Ein Ausdruck von krasser Verrohung? Mitnichten. Massive Demütigungen und Leichenschändungen sind in Kriegen an der Tagesordnung, berichtet der Gewaltforscher Prof. Bernd Greiner im Interview mit n-tv.de. Das Töten von Unschuldigen, Vergehen an Gefangenen, Vergewaltigungen und Leichenschändungen seien in Kriegen an der Tagesordnung.

Auch dass die Gewalttaten fotografiert und gefilmt werden, sei nicht neu. Dennoch ist es heute mit Handykameras, E-Mail, Youtube und Facebook so einfach wie nie zuvor, Bilder und Videos aufzunehmen und weiterzugeben. Die grausamen Aufnahmen können sich genauso schnell verbreiten wie Schnappschüsse und Urlaubsvideos. Besonders viel Gewalt entstehe, wenn Soldaten feststellten, dass ihr Krieg nicht zu gewinnen ist, so Greiner.

Und das scheint in Afghanistan der Fall zu sein. Dabei geht es weniger um kontrollierte Gebiete und Truppenstärken. Der eigentliche Kampf, der in Afghanistan geführt wird, ist der um die Köpfe der Bevölkerung. Die internationale Gemeinschaft hat es verpasst, diese Herausforderung frühzeitig anzunehmen und stattdessen versucht, die Aufständischen mit Gewalt zurückzudrängen. Dabei sind sich Konfliktforscher einig, dass es im Kampf mit Aufständischen vor allem darauf ankommt, ihnen die Unterstützung in der Bevölkerung zu nehmen.

Erst im Jahr 2010, mehr als acht Jahre nach Beginn des Krieges, schwenkten die ISAF-Truppen der Nato von der klassischen Kriegsführung auf die Strategie der Aufstandsbekämpfung, (engl. "Counterinsurgency") um und versuchten, die Zivilbevölkerung für ihre Ziele zu gewinnen. Damit soll den Terroristen die Rekrutierungs- und Rückzugsbasis entzogen werden. Bilder von Leichen schändenden Soldaten untergraben diese Vorgehensweise. Das Video, auf dem Soldaten auf getötete Taliban urinieren, die Koranverbrennung, der Amoklauf und die neuesten Fotos – zusammen schädigen sie nachhaltig das Bild, das die Nato in Afghanistan und der ganzen muslimischen Welt abgibt.

Gleichzeitig wird die Lage in Afghanistan immer unsicherer. Die Zahl der Anschläge mehrt sich, auch wenn der Winter einigermaßen ruhig blieb und die letzte "Frühjahrsoffensive" kleiner ausfiel als befürchtet. Die Abwärtsspirale von fehlender Sicherheit und fehlender Unterstützung aus der Bevölkerung dreht sich weiter. Die Fotos und Videos verantwortungsloser Soldaten verleihen ihr zusätzlichen Schub.

Quelle: n-tv.de>

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Welt
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1.5.2012: Es gibt keinen Frieden mit Lügner Obama: Truppen bleiben auch nach 2014 in Afghanistan

aus: Welt online:
Partnerschaftsabkommen: US-Truppen bleiben über 2014 hinaus in Afghanistan; 1.5.2012;
http://www.welt.de/politik/ausland/article106241895/US-Truppen-bleiben-ueber-2014-hinaus-in-Afghanistan.html

<Ein Jahr nach der Tötung Bin Ladens ist US-Präsident Obama nach Afghanistan gereist. Es geht um Pläne für die Zeit nach dem Abzug der US-Truppen. Obama dürfte aber auch den Wahlkampf im Blick haben.

US-Präsident Barack Obama ist am Dienstag überraschend nach Afghanistan gereist. Er traf sich dort mit dem afghanischen Präsidenten Hamid Karsai und unterzeichnete eine Vereinbarung über eine strategische Partnerschaft. Obama erklärte, der Sicherheitspakt setze die Rahmenbedingungen für die amerikanisch-afghanischen Beziehungen nach dem Abzug der US-Truppen aus dem Land 2014.

Die US-Armee bleibt dem Partnerschaftsabkommen zufolge auch nach dem geplanten Abzug aller ausländischen Kampftruppen Ende 2014 am Hindukusch präsent. Nach Angaben des Weißen Hauses können demnach US-Truppen nach 2014 im Land bleiben, um die Sicherheitskräfte auszubilden und das  Terrornetzwerk Al-Kaida zu bekämpfen. Die Kosten des Krieges seien hoch gewesen. Karsai sagte, die Vereinbarung besiegele eine gleichwertige Partnerschaft zwischen beiden Ländern.

Mit seiner Unterschrift unter den Vertrag leitet Obama nach Irak quasi den Anfang vom Ende des zweiten Krieges ein, den er von seinem Vorgänger George W. Bush geerbt hatte.

Seltene Zehn-Minuten-Rede an die Nation

Dass sich Obama zudem noch von Afghanistan aus zur allerbesten Sendezeit im Fernsehen live an das amerikanische Volk wendete, zeigte die Bedeutung dieses dritten Kurztrips seit seinem Amtsantritt vor dreieinhalb Jahren. Solche Zehn-Minuten-Reden an die Nation sind selten und häufig historisch erinnerungswürdig – Obamas letzte liegt mehr als ein Jahr zurück.

In der TV-Ansprache aus Bagram versprach Obama seinen Bürgern, den Zeitplan für die Heimkehr der US-Soldaten einzuhalten. "Wir haben einen klaren Pfad, unsere Mission zu erfüllen", sagte er.

Der Präsident, der bei der Wahl am 6. November für eine zweite Amtszeit antritt, verkündete das Ende einer "Dekade der Konflikte". "Diese Zeit des Krieges begann in Afghanistan, und dort ist es, wo sie enden wird", sagte er. Im Vorjahr seien schon die letzten US-Soldaten aus dem Irak-Krieg zurückgekehrt. Nun sei es Zeit, Amerika im Inneren zu erneuern.

Obama bekräftige die Nato-Pläne, den Kampfeinsatz in den kommenden zweieinhalb Jahren zu beenden. "Wie unsere Koalition vereinbart hat, werden die Afghanen bis Ende 2014 voll verantwortlich für die Sicherheit ihres Landes sein", sagte er. Ein früherer Abzug komme nicht infrage, weil dies erzielte Erfolge im Kampf gegen das Terrornetzwerk Al-Kaida gefährden könnte.

"Wir haben unsere Mission zu erfüllen"

Aber die USA wollten auch nicht viele Jahre länger in Afghanistan bleiben. Das würde zu viel Geld und Leben amerikanischer Soldaten kosten. Zudem sollten die Afghanen die volle Souveränität über ihr Land erhalten und selbst dauerhaften Frieden schaffen. Die USA würden keine Militärbasen in dem Land bauen. "Ich werde Amerikaner keinen Tag länger in Gefahr belassen, als absolut notwendig ist."

So ging es für ihn bei der Reise um wesentlich mehr, als nur um die Verkündung eines Erfolges: Vor den TV-Schirmen sitzen Millionen (kriegsmüde) Wähler, die in genau sechs Monaten bestimmen sollen, ob der 50-Jährige eine weitere Amtszeit verdient hat oder ob der republikanische Herausforderer Mitt Romney nicht doch das bessere Staatsoberhaupt und der bessere Oberste Befehlshaber ist. Alles, was Obama derzeit tut, ist also auch Wahlkampf, selbst wenn er seine Kampagne erst am Samstag offiziell startet.

Gerade in außenpolitischen Fragen steckt er deshalb auch sehr viel Kritik von der Opposition ein. Romney bezeichnet es als großen Fehler, öffentlich das Abzugsdatum aus Afghanistan zu nennen.

Romney: Obama sei zu weich

Das würde die radikal-islamischen Taliban nur darin bestärken, den Krieg einfach auszusitzen, um danach die Macht zurückzuerobern. Er würde die Truppen erst dann nach Hause holen, wenn seine Generäle dafür grünes Licht gäben, meinte Romney häufiger. Ohnehin sei Obama zu weich, wenn es um die US-Sicherheit gehe.

Auch das Pentagon sieht bei allen Fortschritten "akute" und langfristige Herausforderungen in Afghanistan, wie es in einem zufällig ebenfalls am Dienstag veröffentlichen Lagebericht an den Kongress hieß.

Taliban-Rebellen und Al-Kaida-Terroristen würden weiterhin "ungestraft" von Pakistan aus operieren. Zusätzlich habe es die afghanische Regierung mit weit verbreiteter Korruption zu tun, die ihre Effektivität sowie Legitimität einschränke und die "Botschaft" der Rebellen verstärke.

Reise zum Jahrestag von Bin Ladens Tötung

Für Obama und seine Amtskollegen dürfte es daher Mitte Mai beim Nato-Gipfel in Chicago noch einiges zu besprechen geben, wie es in Afghanistan weitergehen soll. 

Obama war in der US-Basis Bagram gelandet. Die Reise findet zum Jahrestag der Tötung des Terroristenchefs Osama bin Laden in Pakistan statt und war bis zuletzt streng geheim gehalten worden. Berichte über die Reise waren kurz zuvor noch vom Weißen Haus dementiert worden.

Die mitreisenden Journalisten mussten sich wegen möglicher Taliban-Anschläge zu Stillschweigen verpflichten, bis Obama sicher mit dem Hubschrauber in der Hauptstadt Kabul eingetroffen war.

dpa/AFP/dapd/sara>

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Welt
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7.5.2012: Taliban schreiben auch Gedichte - ein britischer Verlag will die Publikation

aus: Welt online: Afghanistan: Darf man Verse der Taliban veröffentlichen? 7.5.2012;
http://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article106266868/Darf-man-Verse-der-Taliban-veroeffentlichen.html

<Ein britischer Verlag will Gedichte der Taliban zum Buch machen. Kritiker nennen das Propaganda und Wehrkraftzersetzung. Dabei könnte man aus den Strophen manches über das Denken der Kämpfer lernen. Von Matthias Heine

Wenn der Krieg der Vater aller Dinge ist, dann ist er selbstverständlich auch der Vater der Poesie. Das älteste literarische Großwerk Europas beschreibt ein zehnjähriges Gemetzel in einem Winkel der heutigen Türkei, das aus nichtigem Anlass losbrach und mit einem Völkermord endete. So trivial die Motive des Krieges und so verschlagen und brutal seine Protagonisten auch waren, als Literatur ist die "Ilias" unsterblich.

Es ist also keineswegs ausgeschlossen, dass auch Taliban gute Gedichte schreiben können. Es hat schließlich nennenswerte Poesie sogar von Faschisten und Kommunisten gegeben. Die Existenz von tollen Taliban-Gedichten ist umso wahrscheinlicher, weil die afghanische Kultur geradezu mit Poesie getränkt ist. Der amerikanische Journalist David Rohde, der Gefangener einer Taliban-Gruppe war, wird im "Guardian" zitiert: "Jeden Abend nach dem Essen sangen sie und rezitierten Gedichte. Im Privaten sangen sie Liebesgedichte, aber wenn ihre Kommandeure in der Nähe waren, trugen sie nur Kriegsgedichte vor."

Anlass für das Interview mit Rohde ist ein Band mit Gedichten von Taliban-Kämpfern, die der britische Verlag C. Hurst, veröffentlichen will. Das hat dem Unternehmen Kritik eingetragen, "Propaganda" eines Feindes zu verbreiten, mit dem englische Soldaten täglich auf Leben und Tod ringen. Es herrscht Sorge, dass die Gedichte zur Wehrkraftzersetzung beitragen könnten, indem sie den Gegner allzu menschlich erscheinen lassen.

Faschisten und mörderische Schurken

Im "Guardian" kommt der pensionierte Oberst Richard Kemp, ein ehemaliger Befehlshaber der in Afghanistan stationierten Isaf-Truppen, mit dem Satz zu Wort: "Wir müssen uns immer vergegenwärtigen, dass das Faschisten sind, mörderische Schurken, die Frauen unterdrücken und Menschen gnadenlos töten, die nicht einer Meinung mit ihnen sind."

Doch die Herausgeber sind über den Verdacht, nützliche Idioten der Taliban zu sein, wohl erhaben. Einer von ihnen, Alex Strick van Linschoten, berichtet unter anderem für das angesehene US-Magazin "Foreign Policy". Seine Absicht ist erklärtermaßen, besser zu begreifen, was einfache Taliban-Kämpfer umtreibt.

Deren Motive sind vermutlich nicht gar so viel anders als die der Männer, die vor 30 Jahren gegen die Sowjets kämpften. Oder vor 150 Jahren gegen die Briten. "Afghanistan hat eine reiche und uralte Tradition epischer Poesie, die den Widerstand gegen fremde Invasoren und Besetzer feiert", schreibt der Historiker William Dalrymple. Die Faszination für die dichtenden Krieger vom Hindukusch trug in den Achtzigerjahren viel dazu bei, den afghanischen Widerstand bei westlichen Intellektuellen populär zu machen. Der Inbegriff jenes Typus war der Tadschike Ahmad Schah Massoud, dessen Spitzname "der Löwe von Pandjschir" wie eine Formel aus einem Heldenpos klingt . Zumindest im Literaturgeschmack unterscheiden sich Mudschahedin von einst und Taliban von heute nicht so sehr.

Spannung innerhalb der Bewegung

Aber der literarische Wert der talibanischen Verse ist sowieso nicht die entscheidende Frage. Es geht hier nicht um naive Taliban-Versteherei. Sondern darum, zu kapieren wie diese Leute ticken. Der "Guardian" berichtet auch von vereinzelten Gedichten, die Zweifel andeuten. Und der Journalist Rohde sagt über Kriegs- und Liebesgedichte: "Das zeigt die Spannung innerhalb der Bewegung. Die Frage ist, welche Richtung sie am Ende nehmen wird."

Spätestens 2014, wenn die ausländischen Truppen abgezogen sind, werden die Taliban zu einem Faktor, dem der Westen nur noch mit diplomatischen, geheimdienstlichen Mitteln und vielleicht mit einer geschickten Politik des divide et impera beikommen kann, bei der man in den sicher aufbrechenden Kämpfen zwischen jetzt noch durch den gemeinsamen Feind vereinten Fraktionen bestimmte Teile instrumentalisieren kann.

Wie einst zum Großkhan

Da kann es nichts schaden, diese Leute etwas besser zu kennen. Und sei es nur, um zu begreifen, warum wir in den Augen diese Leute die neuen Sowjets sind. Lange genug hat der Westen diese Art von Studien sträflich vernachlässigt: Nach dem 11. September 2001 kam heraus, dass es in der ganzen CIA angeblich niemanden mehr gab, der Paschtu konnte.

Solche unvoreingenommene Betrachtung und Analyse des Fremden ist immer eine Stärke Europas (und seines großen kräftigen Kindes Amerika) gewesen. Die Mongolen waren einst beispielsweise viel schrecklicher und gefährlicher als die Taliban. Aber kaum standen sie nicht mehr direkt vor den Toren Europas, schickten die Päpste Delegationen zum Großkhan, um herauszufinden, wie dieses ferne Volk funktioniert, um seine Sprache zu lernen, um es als Verbündeten gegen den Islam zu gewinnen und um es möglicherweise zu missionieren. Kaufleute, die mit den Mongolen Handel treiben wollten, gingen auf der gleichen Route gen Osten. Man musste sie nicht lieben, aber jedes Quäntchen Wissen über sie half, im Umgang mit den Tataren schlauer und geschickter zu werden>

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Der
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10.7.2012: <UNO äußert Folterverdacht gegen afghanischen Geheimdienst> - bei Ermittlungen zu den Vergiftungsfällen gegen Schülerinnen

aus: Der Standard online; 10.7.2012;
http://derstandard.at/1341844989205/UNO-aeussert-Folterverdacht-gegen-afghanischen-Geheimdienst

<Kritik an Ermittlungen zu mutmaßlichen Vergiftungen an Schulen

Kabul - Die Vereinten Nationen haben den Verdacht geäußert, dass der afghanische Geheimdienst NDS bei Ermittlungen zu mutmaßlichen Vergiftungsfällen an Schulen Verdächtige gefoltert haben könnten. Die UN-Mission in Afghanistan (UNAMA) sei beunruhigt, dass Geständnissen durch Folter erzwungen worden sein könnten, sagte der Chef der UNAMA-Menschenrechtsabteilung, James Rodehaver, am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP. Der UNO sei bisher kein rechtsmedizinischer Nachweis von Gift an den betroffenen Schulen bekannt.

Die afghanischen Geheimdienste hatten Anfang Juni die Festnahme von 15 Verdächtigen bekanntgegeben, darunter ein Lehrer und mehrere Schüler. Alle hätten gestanden, in die jüngsten Vergiftungsfälle verwickelt zu sein, erklärten die Behörden damals. Rodehaver kritisierte die Veröffentlichung der Geständnisse. Damit sei gegen das Recht der Betroffenen auf einen gerechten Prozess und gegen die für sie geltende Unschuldsvermutung verstoßen worden. Rodehaver forderte die zuständigen Gerichte auf, die Geständnisse für nichtig zu erklärten, sollte sich herausstellen, dass sie unter Folter zustande gekommen seien.

Innenministerium weist Vorwürfe zurück

Ein Sprecher des Innenministeriums in Kabul wies den Folterverdacht zurück. "Das ist absolut falsch. Niemand wurde gefoltert", sagte Sedik Sedikki. Vielmehr lägen neben den Geständnissen auch "Beweise" vor. Bei Vergiftungsfällen in den nördlichen Provinzen Tachar und Sar-i-Pul seien beispielsweise Pillen und ein Spray gefunden worden.

In Afghanistan gibt es regelmäßig Berichte über angebliche Vergiftungsfälle an Schulen. Seit 2008 wurden an 22 Schulen mehr als 1600 solcher Fälle gemeldet. Allerdings wurde niemals Gift nachgewiesen. Die Weltgesundheitsorganisation geht von einer eingebildeten Massenhysterie als "wahrscheinlichste Ursache" für die angeblichen Giftanschläge aus, bei denen Schüler über Übelkeit klagten und teilweise gar das Bewusstsein verloren. (APA, 10.7.2012)>

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n-tv
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Helmand (Afghanistan) 15.10.2012: NATO-Bomben gegen "mutmassliche Aufständische" töten auch zwei Kinder, die Brennholz suchten

aus: n-tv online: Bomben richteten sich gegen Taliban: Kinder bei Luftangriff getötet; 15.10.2012;
http://www.n-tv.de/politik/Kinder-bei-Luftangriff-getoetet-article7473116.html

<Die Nato nimmt in Afghanistan eine Gruppe mutmaßlicher Aufständischer ins Visier, die Sprengfallen installiert haben sollen. Bei dem Bombardement sterben neben den Taliban auch Kinder, die in der Nähe nach Brennholz suchen. Die Isaf kündigt eine Untersuchung des Falls an.

Bei einem Luftangriff der Nato auf mutmaßliche Aufständische in Afghanistan sind zwei Kinder getötet worden. Der Angriff habe sich gegen Taliban gerichtet, die selbst gebaute Sprengsätze installiert hätten, sagte der Polizeichef des Bezirks Nawa in der Unruheprovinz Helmand. Dabei seien zwei Taliban getötet worden sowie ein Mädchen und ein Junge, die in der Nähe Holz gesucht hätten. Der Sprecher der Provinz Helmand bestätigte den Vorfall und die Angaben zu den Toten.

Ein Sprecher der Nato-geführten Isaf-Truppe bestätigte einen Luftangriff in der Gegend. Dabei seien drei Aufständische getötet worden. Die ISAF untersucht seinen Worten zufolge, ob bei dem Bombardement auch Kinder ums Leben gekommen sind.

In Afghanistan sterben immer wieder Zivilisten bei Luftangriffen der internationalen Truppen. Anfang Juni wurden in Logar südlich der Hauptstadt Kabul 18 Menschen durch Nato-Bomben getötet, vor allem Frauen und Kinder. Der Bundeswehr-Oberst Georg Klein hatte im September 2009 einen Luftangriff auf zwei von Taliban entführte Tanklaster veranlasst. Dabei waren mehr als hundert Menschen getötet worden, auch viele Zivilisten.

Quelle: n-tv.de, AFP>

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20 minuten online, Logo

17.10.2012: "US"-Sicherheitsfirma in Kabul: Alkohol, Ketamin, Sex und Waffenhandel - die Firma gefährdet das Leben ihrer Angestellten: "Ein Albtraum, dort zu leben"

aus: 20 minuten online: Was die Amerikaner treiben: Alkohol, Ketamin, Sex und Waffen in Kabul; 17.10.2012;
http://www.20min.ch/ausland/news/story/10039295

<Ein Video aus Kabul bringt eine US-Sicherheitsfirma in Verlegenheit und ihren Milliarden-Vertrag mit der US-Regierung in Gefahr: Es zeigt das wilde Treiben ihrer Angestellten in Afghanistan.

Ein mit einem Handy aufgenommenes Video zeigt skandalträchtige Szenen aus dem Kabuler-Hauptquartier der US-Sicherheitsfirma «Jorge Scientific»: Ein stämmiger, muskelbepackter Mann mit halbnacktem Oberkörper taumelt offensichtlich stockbetrunken im Raum umher. Hinter ihm steht ein Tisch voller Wodkaflaschen und anderen alkoholischen Getränken. Der Mann macht aggressive Luftsprünge und liefert sich mit einem anderen halbnackten Betrunkenen einen harmlosen Ringkampf. Ein dritter Mann starrt teilnahmslos in die Kamera. Er ist ganz offensichtlich auf Droge.

Die Männer des Sicherheitsunternehmens sollen faktisch als US-Söldner in Kabul für Ruhe und Sicherheit sorgen. Die US-Regierung hat mit ihrer Firma Verträge im Wert von nahezu einer Milliarde US-Dollar abgeschlossen. Doch in ihrem Zustand vermögen sich die Männer kaum auf den Beinen zu halten. Würde ihr Quartier jetzt angegriffen, wären sie nicht in der Lage, sich oder andere zu verteidigen.

Zwei in Kabul stationierten Mitarbeitern von «Jorge Scientific» wurde dieses Treiben zu bunt und zu gefährlich. Kenny Smith und John Melson, der zuvor als Unteroffizier im Irak und Afghanistan diente, haben gegen das Unternehmen Klage eingereicht. «Die Firma gefährdete das Leben ihrer Angestellten, sie gefährdete der US-Mission in Afghanistan und das Leben der dort noch stationierten US-Truppen», heisst es in der Klageschrift, die «ABC News» vorliegt.

Alkohol, Ketamin, Sex, Waffen

«Die US-Army hat die Aufsicht über die US-Sicherheitsfirmen in Afghanistan. Davon haben wir nichts bemerkt», sagt ein namentlich nicht genannter Mitarbeiter. «Im Gegenteil: Mindestens ein Major der US-Armee, eine Frau, besuchte die Alkohol- und Drogen-Partys regelmässig und hatte Sex in einem Nebenraum.»

«Es war ein Gelage, wie bei einer Studentenverbindung für Erwachsene», sagt Ex-Soldat und Kläger John Melson. «Einige Männer tranken bis zur Bewusstlosigkeit. Es lagen überall geladene Waffe herum.»

Am wildesten soll es ausgerechnet der Vorgesetzte der Gruppe getrieben haben. Er habe die Partys organisiert und sei dabei mit einer geladenen Pistole im Hosenbund betrunken umhergelaufen. «Er forderte jeden auf, viel zu trinken. Diejenigen, die sich weigerten, nannte er Feiglinge», so der zweite Kläger, Kenny Smith. Oft seien bei diesen Gelagen mit Alkohol und Drogen wie Ketamin auch Munition oder Feuerlöscher ins offene Feuer geworfen worden. Die Explosionen hätten jeweils für grosses Gejohle gesorgt. «Es gab nicht jede Nacht Party, aber immer wieder», sagt Smith gegenüber ABC News.

«Ein Albtraum dort zu leben»

Ein weiterer ehemaliger Angestellter von «Jorge Scientific» bestätigt die Vorwürfe weitgehend: Kevin Carlson, der mittlerweile in Deutschland lebt, gab zu, dass er sich regelmässig Drogen spritzte, als er als Werksarzt für die Firma in Kabul war. «Es war ein solcher Albtraum dort unten zu leben, dass ich dem irgendwie entfliehen musste.» In den Unterkünften der Sicherheitsfirma habe es «einen massiven Alkohol- und Dorgenkonsum» gegeben.

«Jorge Scientific», besorgt um die Aufkündung ihrer Milliarden-Verträge mit der US-Regierung, beeilt sich zu versichern, dass mehrere Angestellte aus Kabul abgezogen und entlassen worden seien. Dazu gehörten alle drei Männer aus dem Skandalvideo. Dennoch hat die US-Armee eine Untersuchung eingeleitet.

«Das Bild der arroganten Amerikaner»

Bis Ende 2014 wollen die Nato-Truppen aus Afghanistan abziehen. Dazu gehören auch die 68 000 US-Soldaten, die zur internationalen Afghanistan-Truppe ISAF gehören. Ein strategisches Abkommen zwischen Afghanistan und den USA aber sieht vor, dass die USA auch in den kommenden Jahren die afghanischen Sicherheitskräfte ausbilden, demokratische Strukturen stärken und die Menschenrechte voranbringen wollen.

Im Rahmen ihrer Abzugsstrategie setzen die USA also noch so gerne auf Sicherheitsfirmen wie «Jorge Scientific». Bereits 2010 waren gemäss US-Verteidigungsministerium insgesamt 112 000 Söldner solcher Sicherheitsfirmen in Zusammenarbeit mit der US-Armee in Afghanistan. Hier sollen sie in erster Linie Personal, Konvois und militärische Einrichtungen bewachen.

Auf das Skandal-Video von «Jorge Scientific» angesprochen, sagt ein Sprecher der ISAF gegenüber «ABC News»: «Stimmen diese Vorwürfe, sollte diese Firma so schnell wie möglich aus Afghanistan verschwinden.» Es sei genau dieses Benehmen von US-Amerikanern in Afghanistan, das die Wut der Einheimischen immer mehr anfache: «Kultur und lokale Bräuche werden nicht respektiert. So etwas nährt das Bild der arroganten Amerikaner enorm.»

(gux)>

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Obama macht den Imperialismus weiter, wie ihn Bush angefanagen hat:

Welt online,
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25.11.2012: <Nach 2014: 10.000 US-Soldaten sollen in Afghanistan bleiben>

aus: Welt online; 1.12.2012;
http://www.welt.de/politik/ausland/article111491357/10-000-US-Soldaten-sollen-in-Afghanistan-bleiben.html

<Auch nach dem Abzug 2014 sollen noch US-Soldaten in Afghanistan bleiben, um afghanische Truppen auszubilden. Einem Bericht zufolge werden es 10.000 Mann sein. Experten fordern jedoch eine höhere Zahl.

Die US-Regierung will einem Bericht der Zeitung "Wall Street Journal" zufolge nach dem Abzug der internationalen Truppen aus Afghanistan Ende 2014 rund 10.000 Soldaten am Hindukusch belassen. Unter Berufung auf nicht namentlich genannte ranghohe US-Regierungsmitarbeiter berichtete die Zeitung, dass die Pläne den Forderungen des US-Oberkommandierenden in Afghanistan, General John Allen, entsprächen.

Allen hatte eine Truppenstärke von 6000 bis 15.000 Soldaten empfohlen, wie die Zeitung weiter berichtete. Experten gingen jedoch davon aus, dass für die Erfüllung der Aufgaben nach 2014 etwa 30.000 Soldaten nötig seien. Die US-Soldaten sollen afghanische Truppen ausbilden und gegen Extremisten vorgehen.

Derzeit sind rund 67.000 US-Soldaten in Afghanistan stationiert, hinzu kommen 37.000 NATO-Soldaten und insgesamt 337.000 afghanische Soldaten und Polizisten. Mitte November begannen die USA und die afghanische Regierung mit Gesprächen über die nach dem Abzug 2014 in Afghanistan verbleibenden US-Truppen.

Präsident Hamid Karsai ist dem Vernehmen nach bereit, US-Soldaten im Land weiter zu belassen. Nach Informationen des "Wall Street Journal" ist jedoch eine der Kernforderungen Karsais, dass die US-Soldaten afghanischer Gerichtsbarkeit unterstellt werden.

AFP/smb>
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