China-Chronologie 6: "Kulturrevolution" als Maos Rache
gegen alle Kritiker: Eine Hetze nach der anderen 10 Jahre lang... -
Personenkult - "Viererbande" - Maos diplomatischer
Sieg gegen Taiwan -
Maos Tod 1976 - Mao wird nie verurteilt...

"Kulturrevolution" 1966: Kulturzerstörung im Wahn mit Beil
Kommentar
Mao zieht mit Hilfe seiner treuen "Freunde" im Parteiapparat eine
Revolutionswelle in China durch, die seines Gleichen sucht. 10 Jahre
lang hält er mit seinen Hetzaktionen und "Umerziehungs"-Befehlen China
in Atem, missbraucht dabei die Gefühle der ganzen Bevölkerung, v.a. die
der jugendlichen und
studentischen Massen, und lässt alte Traditionen zerstören, die nach
Maos Tod nach 1976 nicht mehr zu retten oder nur schwer wieder zum
Leben zu
erwecken sind. Die Medien machen alle mit, und die grosse Masse der
Bevölkerung ist dem Terror-Apparat Maos hilflos ausgeliefert. Eine
Verurteilung Maos findet nie statt...
Michael Palomino
Januar 2006
Quellen
-- Robert C. North: Der
chinesische
Kommunismus. Kindler Uni-Bibliothek 1966
-- John F.
Fairbank:
Geschichte des modernen China 1800-1985; dtv 1986
-- Haydt, Mathias
et alia: Ostasien-PLOETZ. Geschichte Chinas, Japans und Koreas zum
Nachschlagen; Verlag Ploetz, Freiburg / Würzburg 1986
-- verschiedene Internetbeiträge
für Rahmendaten:
-- Hermann Kinder/Werner Hilgemann:
DTV Atlas zur Weltgeschichte Bd. I. und II. 21.Auflage, München 1986
1965
Peking-China: Mao
propagiert die
"Kulturrevolution" - Personenkult - Hetze gegen "Konterrevolutionäre",
die am
misslungenen "Sprung nach vorn" Schuld sein sollen - Massenexekutionen
Als Mao den aufkommenden Widerstand gegen seine Politik des
misslungenen "Sprung nach vorn" bemerkt, lanciert er die
"Kulturrevolution". Er hetzt die Studenten gegen die Bevölkerung, die

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Personenkult zum
Schriften lesen: Plakat zur Werbung für Mao-Zitate 1965:
"Lies Maos Werke, um ein Roter Sieger zu werden!" |
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"Konterrevolutionäre" suchen sollen, die am Versagen des "Sprung nach
vorn" Schuld sein sollen. Das Ganze ist eine riesige Vertuschungsaktion.
(http://www.ford.utexas.edu/museum/exhibits/China_exhibit/Mao%27s%20Dynasty.htm)
[Die meisten unteren Kader sind scheinbar bereit, bei Maos Verhetzungen
"mitzumachen". Sie erhoffen sich wahrscheinlich "Punkte" für ihre
Karriere: Je besser gehetzt wird, desto mehr "Punkte"...]
Kulturrevolution: Personenkult
Ausserdem lässt Mao einen bisher nie dagewesenen Personenkult
inszenieren und lässt dabei in der Volksbefreiungsarmee seine Schriften
verbreiten. Hauptausführender in der Volksbefreiungsarmee und von Mao
beauftragt ist Lin Biao, der auch künstlerische Aufträge erteilt, um
Maos Image aufzupolieren. Die Volksbefreiungsarmee wird in "eine grosse
Schule der Mao-Gedanken" umfunktioniert. Die Volksbefreiungsarmee wird
zum Hauptträger der Verbreitung seiner Schriften.
(http://www.iisg.nl/~landsberger/cult.html)
Der von Mao bewilligte, wenn nicht gar von ihm geförderte, Personenkult
übertrifft den Personenkult Stalins.
(http://www.applet-magic.com/cultrev.htm)
[Die
"Kulturrevolution" beinhaltet gleichsam strukturelle Verbesserungen in
der Wirtschaft, die eigentlich schon beim "Sprung nach vorn" hätten
realisiert werden können...].
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Personenkult zum
Schriften lesen 1965: Man soll das ganze Leben
lang Maos Werke lesen: "Mache das ganze Leben lang Revolution, lese die
Bücher des
Vorsitzenden Mao das ganze Leben lang!"
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Kulturrevolution: 10 Jahre Hetze
und Jagd
Die "Kulturrevolution" ist ein Jahrzehnt, das durch nationalen Wahnsinn
und fanatische Gewalt gekennzeichnet ist, mit menschlichem Leid, das im
Namen der "Revolution" gerechtfertigt wird. Das populärste Lied dieser
Zeit heisst "Revolution ist keine Dinner-Party"...
(http://www.cnn.com/SPECIALS/1999/china.50/red.giant/communism/)
Die Armee als Stütze der
Kulturrevolution
Dabei weiss Mao das Militär hinter sich. Nur dank der Armee unter Lin
Biao
(Fairbank, S.319,321) und dank der ihn unterstützenden Fraktion der
"Viererbande" (Fairbank, S.316) kann Mao die Kulturrevolution überhaupt
riskieren (Fairbank, S.319).
Die Armee unter Lin Biao ist
vollständig mit Maos Gedankengut ideologisiert und Lin selbst ist ein
"schlauer Fuchs", gleichzeitig aber von kleinem Wuchs ohne Imposanz
(Fairbank, S.323).
Die ausländischen Beobachter meinen, die "Kulturrevolution" sei der
Höhepunkt von Maos Brutalität und Tyrannei, weil sie von den
Geschehnissen des "Grossen Sprungs nach vorn" noch keine Ahnung haben.
Die
"Kulturrevolution" fordert aber nur einen Bruchteil der Opfer, die die
Fehlplanung beim "Grossen Sprung nach vorn" gekostet hat.
(http://www.gmu.edu/departments/economics/bcaplan/
museum/chinhung.htm)
Die Bauern bleiben an der Kulturrevolution unbeteiligt. Die
Landwirtschaft und die Industrieproduktion bleiben verschont (Fairbank,
S.322).
Weitere Stützen Maos bei der
Kulturrevolution
-- die radikalen Parteiintellektuellen (Fairbank, S.322): Eine Gruppe
radikaler Intellektueller aus Shanghai, die über Maos Frau Chiang Ching zu Maos Fraktion
gelangt [später die "Viererbande"] (Fairbank, S.323)
-- die Massenorganisationen, die am wenigsten strukturiert und am
schwersten zu beherrschen sind (Fairbank, S.322).
Maos Helfer sind v.a. die linksgerichteten Gruppen um
seine Frau Jiang Qing und um
den
Verteidigungsminister Lin Biao.
(http://www.knerger.de/Erlaeuterungen/hauptteil_erlaeuterungen.html)
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Mao-Personenkult: Das
"Kleine Rote Buch", und Mao soll eine "Sonne"
sein. Das Lesen von Zitaten des Vorsitzenden Maos aus dem "Roten Buch"
wird
ein Teil des täglichen Begrüssungsrituals und sozialen Rituals.
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| (http://libraries.claremont.edu/geninfo/news/
exhibits/mao/maofever.htm) |
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Systemveränderer sehen gegen Mao
eine Chance
Eine andere Geschichtsschreibung besagt, dass Maos "Kulturrevolution"
ein grosser Fehler sei, denn dadurch würden konterrevolutionäre Cliquen
unter Lin Biao und Jiang Qing an die Macht kommen wollen.
Dadurch sei
eine 10 Jahre lange landesweite Unordnung entstanden mit den höchsten
Verlusten für die Partei, den Staat und das Volk.
(http://www.cbw.com/asm/xpdeng/revolutionary.html)
[Diese Angabe stimmt zumindest, was die Opferzahl betrifft, nicht, denn
die höchsten Verluste sind beim "Grossen Sprung nach vorn" zu beklagen
und nicht bei der Kulturrevolution].
[Technischer Fortschritt - und
mit der "Kulturrevolution" die eigene Vergangenheit vertuschen
Mit der "Kulturrevolution" kann Mao auch mühelos alte Strukturen zum
Verschwinden bringen, die technisch nicht mehr zeitgemäss sind. Der
Reformstau in China ist dermassen gross, dass die Bevölkerung jede
technische Erleichterung als ein Produkt von "Maos Kulturrevolution"
ansieht und ihn vergöttert, wie wenn Mao die technischen
Errungenschaften alle selbst erfunden hätte...]
1965
Taiwan schliesst ein
Anleihe-Abkommen mit Japan
Die "US"-Wirtschaftshilfe geht zu Ende. Das neue Abkommen
zwischen dem Kuomintang-Regime und der japanischen Regierung geht über
eine Anleihe von 150 Mio. "US"-Dollar. 100 Mio. werden von der
Japanischen Import-Export-Bank zum Zinssatz von 5,7 % jährlich gegeben,
abzahlbar in 15 Jahren, und 50 Mio. kommen vom Japanischen Übersee-Fond
für Wirtschaft und Zusammenarbeit mit 3,5 % Jahreszins, abzahlbar in 20
Jahren. Damit ist weiter Wirtschaftshilfe vorhanden, wenn auch nicht in
dem Mass der "US"-Hilfe. Dafür kommen die Wirtschaften von Taiwan und
Japan in eine sehr enge Kooperation.
Die instabile kommunistische Regierung in China hat keine Zeit, sich
für Aktionen zur "Befreiung Taiwans" zu engagieren. Taiwan hat somit in
der ökonomischen Entwicklung freie Hand, und die Taiwanesen in
Festland-China können immer mehr den Personenkult verstehen, den Mao da
loslässt...
(http://members.shaw.ca/leksu/mainp11e.htm)
Afrika- und Asienreise von Chou
Enlai
Das chinesische Hilfsprogramm zum Bau der Tan-Zam-Eisenbahn in Afrika
ist mit politischer Propaganda und mit Spionage verbunden (Fairbank,
S.329-330).
Der chinesische Versuch zum Abhalten einer Dritte-Welt-Konferenz
scheitert. Nach der Vernichtung der Kommunisten in Indonesien reduziert
China die Aussenpolitik auf ein Minimum (Fairbank, S.330).
13.7.1965
Bildung eines "Fünferausschuss
Kulturrevolution" unter dem Vorsitz von Peng Chen
zur "Verbesserung" der Kultur- und Erziehungsarbeit (Haydt u.a., S.67).
9.9.1965
Tibet wird formal ein "Autonomes
Gebiet"
(Haydt u.a., S.67)
September / Oktober 1965
Mao hetzt gegen den
stellvertretenden Bürgermeister von Peking, Wu Han
Auf einer Arbeitskonferenz des ZK über Probleme im Kulturbereich
fordert Mao Tse-Tung zur
Kritik an Wu Han auf (stellvertretender Bürgermeister von Peking).
Dabei geht es um ein Drama von Wu Han von 1961 (Haydt u.a., S.67) mit
Kritik an einem Kaiser, der einen Beamten zu
Unrecht abgesetzt hatte (Fairbank, S.323-324). Mao fasst dies als
Angriff auf sich selbst auf bzw. bezieht das Theaterstück auf die
Entlassung von Marschall Peng Te-Huai
1959 in Lushan (Fairbank,
S.324). Der Vergleich mit Mao als "Kaiser", der 1961 Peng Te-Huai entlassen hat, ist
offensichtlich. Mao kann sich mit seiner Hetze jedoch nicht durchsetzen
und zieht sich nach Shanghai zurück
(Haydt u.a., S.67).
November 1965
Taiwan: Eröffnung des Museums
für chinesische Kunstschätze ("Palastmuseum") in Waishuanghsi bei Taipeh
Das Museum wird zum Zentrum für chinesische Kunstschätze
und erfährt weltweit Beachtung. Ein Praktikum in Taipeh wird für
chinesische Kunstexperten zur Pflicht. Und alle Fälschungen sind
aussortiert. [Und natürlich bleiben die Kunstschätze vor der
"Kulturrevolution" unzerstört...]
(Taiwan Nachrichten
vom 15.7.2003;
http://64.233.183.104/search?q=cache:_tZAgWbiyIwJ:members.chello.at/gio-vienna/tn/03-12.pdf+Chongqing+bombardiert&hl=de)
10.11.1965
Mao hetzt mit einem
Zeitungsartikel gegen Wu Han
Die Shanghaier Zeitung "Wen-hui-pao"
veröffentlicht auf Veranlassung von Mao und dessen Frau Chiang Ching eine scharfe Kritik,
verfasst von Yao Wen-Yüan, an
dem Drama von Wu Han. Der Artikel wird bald darauf von der Armeezeitung
und schliesslich auch von der Pekinger
Volkszeitung nachgedruckt (Haydt u.a., S.67).
ab 1965
Vietnamkrieg: Die "USA" wagen
keinen Landkrieg in Nord-Vietnam wegen China
Ein zweites Korea soll vermieden werden (Fairbank, S.314).
1965-1978
Pekings: Zwangsversetzung von
1/3 des medizinischen Personals aufs Land
Mao Zedong betont 1965 die Wichtigkeit, den Gesundheitszustand der
Bevölkerung und die Hygiene auf dem Land zu verbessern. Die 15 %
Stadtbevölkerung profitieren am meisten vom Gesundheitssystem, während
die grosse Bauernbevölkerung keinen Zugang dazu hat. Um die Situation
zu verbessern, wird beschlossen, dass 1/3 der medizinisch geschulten
Leute und Verwaltungsangestellten aus den Städten aufs Land geschickt
wird, um die Hygiene zu verbessern.
Also wird eine hohe Anzahl der unteren medizinischen Ränge oder
Gesundheitsexperten mit "politischen Problemen" aufs Land gezwungen,
solche, die einen "unzuverlässigen politischen Hintergrund" haben. Die
später als "Barfuss-Ärzte" bekannten Mediziner
-- verbreiten die Prinzipien der Hygiene und die Hygiene-Politik
-- verwalten die Installation von Wasserleitungssystemen und
Abwassersystemen
-- fördern Brunnenbau, Toilettenbau, Tierzucht, Beheizung und Umwelt
-- führen Impfaktionen und Seuchenkontrolle und führen
Krankheitsstatistiken durch
-- führen einfache medizinische Behandlungen und Rettungsaktionen durch
(http://www.iisg.nl/~landsberger/bfd.html)
Die Folgen sind aber auch negativ:
-- die medizinische Forschung und die Erziehungswissenschaften werden
vernachlässigt
-- und am Ende fehlen Ärzte in den Städten.
(http://www.iisg.nl/~landsberger/bfd.html)
[Eine weitere Folge dürfte die Verdrängung alter, ganzheitlicher
Heilmethoden sein, wie sie auf der ganzen Welt durch die
Vergiftungsmedizin der einseitigen Chemie stattfindet. Das heisst, der
umgekehrte Lernprozess findet nicht statt...].
Ende 1965 bis Sommer 1966
Vorphase der "Kulturrevolution":
Entlassungen
Mao hetzt zur Entlassung von Reformern in der Partei, in der Regierung
und in der Armee. Er bezeichnet sie alle als "Revisionisten" (Fairbank,
S.315).
Gegen Ende 1965
Entlassungen
-- der "abweichlerische" Offizier Lo
Jui-Ching wird verhaftet. Er wird aus allen Ämtern entlassen,
als Abschreckung gegen andere (Fairbank, S.323)
-- auch der Vizebürgermeister von Peking, Wu Han, wird entlassen, wegen
seines Theaterstücks mit Kritik an einem Kaiser, der einen Beamten zu
Unrecht abgesetzt hatte (Fairbank, S.323-324).
In der Folge fühlt sich auch der oberste Parteibeamte in Peking,
Bürgermeister Peng Chen,
betroffen, wenn Mao ihm den Vizebürgermeister für untauglich erklärt
(Fairbank, S.324).
ab Ende 1965
Maos Frau Chiang Ching tritt
politisch immer stärker in Erscheinung
(Haydt u.a., S.67)
"Kulturrevolution" 1966-1976:
Verschiedene Propagandafeldzüge - Plakate ersetzen die Medien
Die Kulturrevolution besteht aus einer enormen Massenkampagne. Neben
der Hauptpropaganda bestehen viele kleine untergeordnete Kampagnen.
Wenn immer die Situation einen Orientierungswechsel im grossen Rahmen
der Kulturrevolution erfordert, wird eine neue Kampagne gestartet. Auch
Kämpfe unter den Fraktionen innerhalb der Führung dienen als Auslöser
für Kampagnen.
Oft werden die untergeordneten Kampagnen so durchschlagend und schnell
organisiert, dass die Propagandaplakate als Hauptinformationsquelle der
Bevölkerung dienen. Im Land im kompletten Chaos geben diese Plakate mit
klaren und unmissverständlichen Befehlen die Richtung vor und sind
historische Indikatoren, wo welches Verhalten wann gefragt war. Die
Plakate übernehmen die Funktion der Medien, vor allem dort, wo eine
"ausgezeichnete revolutionäre" Situation für die unschuldigen Leute
unverständlich wird.
(http://www.iisg.nl/~landsberger/crc.html)
Peking-Chinas Aussenpolitik ruft
alle Botschafter zurück - Empfang von Gleichgesinnten
Die Aussenpolitik wird während der "Kulturrevolution" 1966-1976
vernachlässigt. Die Roten Garden greifen z.B. die britische Botschaft
und den Sitz der sowjetischen Botschaft an. Zu Anfang werden bis auf
Huang Hua in Kairo alle chinesischen Botschafter zurückberufen. Der
"amerikanische" Imperialismus und der "sowjetische" Revisionismus
werden kritisiert, die engen Beziehungen zu Albanien und Rumänien
gelobt und die Solidarität mit Indochina und Vietnam gefördert.
(http://www.iisg.nl/~landsberger/ff.html)
[Die Vietnamesen mögen die Chinesen überhaupt nicht. Dies weiss aber
Washington nicht...]
Für westliche Beobachter wird China nun noch mysteriöser, als es bisher
schon war (Fairbank, S.315).
Während der Kulturrevolution empfängt Pekings Führung Vertreter
befreundeter Nationen und politisch-revolutionärer Parteien aus Asien,
Afrika und Latein-"Amerika" sowie sonstige ideologische
Sympathisanten.
(http://www.iisg.nl/~landsberger/ff.html)
| 1966: Maos Personenkult |
Maos Personenkult Plakat 1966: Mao als strahlende Sonne...:
"Das Sonnenlicht von Mao Zedongs Gedanken erleuchtet die Strasse der
Grossen Proletarischen Kulturrevolution. 1966"
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x
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Plakat zum Lesen von Maos Schriften 1966, um ein Roter Krieger zu
werden, mit Bajonett...:
"Krieger lesen gerne vor allem die Bücher des Vorsitzenden Mao."
|
[Die
Abbildung von Bajonetten scheint besonders stossend, da die japanische
Armee gegen Chinesen sehr oft Bajonette eingesetzt hat. Die Dimensionen
des Massakers von Nanking sind zu diesem Zeitpunkt noch nicht in der
öffentlichen Diskussion].
|
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Plakat zur Einhaltung des
Fünfjahresplans
Plakat zum Lesen von Maos Schriften zur Einhaltung des Fünfjahresplans
1966:
"Studiere den revolutionären Geist von Daqing, halte die grosse, rote
Fahne von Mao Zedongs Gedanken hoch, um für die Realisierung des
dritten Fünfjahresplanes zu kämpfen!"
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Maos Fahnenkult
"Haltet hoch die grosse rote Fahne von Mao Zedong! Denke daran, die
Grosse Proletarische Kulturrevolution zu Ende zu führen! Revolution ist
kein Verbrechen, sondern Rebellion ist gerechtfertigt!"
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| Maos Personenkult: Knöpfe |

Maos Personenkult: Ansteckknopf
mit Schiff
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Maos Personenkult: Ansteckknopf:
Staatsmännische Haltung
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1966
Taiwan: Verschärfung des
Übergangsgesetzes zur Unterminierung der verfassungsmässigen Regierung
Der Präsident wird ermächtigt, eine Spezialorganisation zur
Mobilisierung aufzustellen, um Rebellion zu unterdrücken. Damit wird
ein nationales Verwaltungssystem eingerichtet, das über der vom
Präsidenten geführten Nationalversammlung platziert ist. Die
Spezialorganisation bekommt die vollkommene Macht, die über der der
Exekutive Yuan steht. Der Präsident kann selbst Veränderungen vornehmen
-- an der Organisation
-- bei den Verwaltungskräften
-- bei den ausführenden Organen der Zivilverwaltung.
Der Präsident hat damit eine noch nie da gewesene Macht.
(http://www.twcenter.org.tw/e02/20011224.htm)
Frühling 1966
Peking-China: Schliessung von
Schulen und
Universitäten
Die Schulen und Universitäten
werden geschlossen, damit sich die Jugendlichen und Studenten in "Roten
Garden" der Revolution widmen können. Das Hauptprogramm der Revolution
besteht darin, die "Vier Alten" der chinesischen Kultur auszurotten:
Alte Bräuche, Gewohnheiten, Kultur und Gedankengut.
(http://news.bbc.co.uk/1/shared/spl/hi/in_depth/china_politics/key_people_events/html/5.stm)
Die
Bewegung eskaliert bald.
(http://www.applet-magic.com/cultrev.htm)
April 1966
Entlassung des Bürgermeisters
von Peking Peng Chen - Umstellung der Verwaltung für Maos Macht
Auf einem Mao-Forum in Shanghai (Fairbank, S.324) - in Abwesenheit von Liu Shaoqi - wird Peng Chen heftig angegriffen und
entlassen (Fairbank, S.324), wie auch Lo
Jui-Ching entlassen wird. Auch einige der wichtigsten
Verbündeten Liu Shaoqis werden entlassen (Haydt u.a., S.67).
Mit diesen Entlassungen weiss nun ganz China, dass Mao zu
einem Kahlschlag gegen Abweichler entschlossen ist (Fairbank, S.324).
Mao beseitigt einige weitere hohe Beamte, die gegen die
Kulturrevolution stehen, und sichert sich gleichzeitig die
Unterstützung seiner braven Mitläufer Chou
Enlai, Liu Shaoqi und Deng
Xiaoping. Mao reorganisiert ausserdem die Regierungsabteilungen
so, dass "seine Leute" die Schlüsselstellungen einnehmen (Fairbank,
S.324).
Die Intellektuellen unterstützen z.T. die Säuberungen und kritisieren
nur die pöbelhaften Methoden. Damit aber schaffen sie die
Voraussetzung, selbst von Mao vernichtet zu werden. Sie werden mit in
den Fraktionskampf hineingezogen (Fairbank, S.337).
16.5. 1966
Rundschreiben: Artikel in
Zeitungen der KPCh
machen das Konzept für eine "Grosse Proletarische Kulturrevolution"
bekannt (GPKR)
(http://www.applet-magic.com/cultrev.htm)
In einem Rundschreiben des ZK ist zum ersten Mal von der "Grossen
Proletarischen Kulturrevolution" die Rede, mit der gegen die
ideologischen Positionen vorgegangen werden soll, die noch von den
"Resten der Bourgeoisie und des Feudalismus in Partei, Regierung und
Armee" gehalten werden (Haydt u.a., S.67).
Das Politbüro billigt die ersten Schritte der Kulturrevolution. Es
wird eine Zentrale Kulturrevolutionsgruppe direkt unter dem Ständigen
Ausschuss des Zentralkomitees eingerichtet, wo fast nur Mao-Treue
sitzen (Fairbank, S.324).
7.5.1966
Direktiven von Mao: Einrichtung
neuer "Farmen", das heisst: Umerziehungsschulen
Kader und Intellektuelle sollten von den Städten aufs Land geschickt
werden, wo sie manuelle Arbeit und ideologische Schulung erfahren
sollen, zur Umerziehung missliebiger Stadtbewohner.
(http://www.iisg.nl/~landsberger/m7.html)
Peking-China: Eskalation zwischen
Mao und Liu Shaoqi - "Monster und
Dämonen" und "Rote
Garden"
Juni bis August 1966
Zeit der "50 Tage"
(Fairbank, S.324)
1.6.1966
Kulturrevolution: "Monster und
Dämonen"-Kampagne (niugui sheshen) gegen Konkurrenten
Die von Mao Zedong angeordnete, von Chen
Boda strukturierte und von Maos Frau Jiang
Qing und seiner "Gruppe der Zentralen Kulturrevolution"
geleitete Kampagne gegen "Monster und Dämonen" ist gegen Konkurrenten
gerichtet, die sich in
ideologische und kulturelle Positionen hochgearbeitet haben. Der
Zeitungsartikel des Volkstagblatts vom 1. Juni 1966 "Fegt alle Monster
und Dämonen weg" (englisch: "Sweep Away All Monsters and Demons" im
People's Daily) ist die Initialzündung zur Gründung von studentischen
Roten Garden, Verfolgungsjagden gegen "Monster und Dämonen" zu
organisieren.
(http://www.iisg.nl/~landsberger/mad.html)
Maos Garde 1966 ca., von links nach rechts: Kang Sheng, Zhou Enlai, Mao
Zedong, Lin Biao, Chen Boda und Maos Frau Jiang Qing / Chiang Ching.
Text:
"Lang lebe der Sieg der proletarischen revolutionären Linie mit dem
Vorsitzenden Mao als sein Vertreter! Lang lebe der Sieg der
Kulturrevolution des Grossen Proletariats!"
(http://www.iisg.nl/~landsberger/jq.html)
"Monster und Dämonen": Kampagnen
gegen Liu Shaoqi und Deng Xiaoping
Mao will mit
seinen Hetzkampagnen der "Kulturrevolution" die innerparteiliche
Opposition unter der Führung von Staatsoberhaupt Liu Shaoqi und den Generalsekretär
der KPCh zum Schweigen
bringen, unter der er sich 1961 nach Shanghai zurückziehen musste.
(http://www.knerger.de/Erlaeuterungen/hauptteil_erlaeuterungen.html;
http://www.gmu.edu/departments/economics/bcaplan/museum/chinhung.htm)
Mao fürchtet um seinen
revolutionären Status. Obwohl Liu
Shaoqi versucht, so weit wie möglich der Mao-Politik zu folgen,
ist der
Vorsitzende Mao überzeugt, dass Liu zu entlassen sei.
(http://www.iisg.nl/~landsberger/lsq.html)
Pekings alternative Kommunisten
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Liu Shaoqi,
Portrait 1960er Jahre
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Zhou Enlai / Chou En-Lai (links)
mit Deng Xiaoping (rechts) 1963
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Pekings alternative
Kommunisten (von links nach rechts): Liu Shaoqi, Zhou Enlai und Deng
Xiaoping, 1966 ca.
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Deng Xiaoping hat solch gute Verbindungen zum Militär, dass er
unmöglich kaltgestellt werden kann. Liu Shaoqi hat diese Beziehungen
nicht (Fairbank, S.338).
"Rote Garden" an den Hochschulen
- Maos gewollte Eskalation
An den Hochschulen bilden sich Rotgardistengruppen, die auf
Wandzeitungen die Zerstörung der "alten Autoritäten" fordern. Da sie
von Mao selbst und den publizistischen Organen unterstützt werden,
gelingt es der Partei nicht, sie unter Kontrolle zu bringen. Der Terror
an den Hochschulen weitet sich aus (Haydt u.a., S.67).
Die "50 Tage"
Mao geht auf Urlaub und lässt seinen Stellvertreter Liu Shaoqi
regieren, der für die KPCh in den Städten zuständig ist (Fairbank,
S.324).
Mao verlässt Peking und lässt Liu
Shaoqi und andere hochrangige Führer
mit dem Problem, mit den Roten Garden und mit den sozialen Unruhen
zurechtzukommen, alleine.
(http://www.memoriale.com/mondocontemporaneo-empireo.htm)
-- auf Wandzeitungen werden Universitätsbehörden angegriffen
-- die Studenten werden radikalisiert und organisiert (Fairbank, S.324).
Bremsmanöver von Liu Shaoqi:
Verkleinerung der Massenorganisationen
Liu Shaoqi will die
Massenorganisationen verkleinern, um die
Kulturrevolution zu bremsen. Er lässt durch 400 Kontrollgruppen zu je
25 Mann in Universitäten und Fabriken die unteren Schichten der Partei
überprüfen (Fairbank, S.324). Die Parteiführung unter Liu Shaoqi legt
Mao also intern Steine in den Weg, um die Arbeit mit den
Massenorganisationen zu erschweren. Insgesamt verschärft sich so der
Gegensatz zwischen den KP-Fraktionen (Fairbank, S.325).
Liu Shaoqi organisiert die antirevisionistische Bewegung unter den
Anhängern als Reorganisation innerhalb der Partei. Mao will aber die
öffentliche Reorganisation mit Beteiligung der Bevölkerung (Fairbank,
S.325).
Bremsmanöver von Chou Enlai:
Vermittlungsarbeit
Chou interveniert mehrmals zum Schutz bestimmter Personen und
vermittelt mehrmals zwischen den Fraktionen, um schlimmste Auswirkungen
bei der Kulturrevolution zu verhindern, was auch mehrmals gelingt
(Fairbank, S.325).
18.6.1966
Peking: Beschluss zur
Verschiebung aller Universitätsaufnahmeprüfungen um 6 Monate
Die Pekinger Volkszeitungen gibt den Beschluss des ZK der KPCh und des
Stadtrates von Peking bekannt, dass alle Universitätsaufnahmeprüfungen
um ein halbes Jahr verschoben werden, damit “der revolutionäre Elan der
linken Studenten und Schüler nicht abkühlen werde.”
(http://www.gpkr.de/)
Peking: Beschluss zur
Gesinnungsdiktatur
Ausserdem wird beschlossen, dass das Notensystem / Zensursystem der
"alten" Erziehung seine Priorität verlieren soll. Im Bildungssystem
sollen ab sofort die proletarische Politik und die Massenlinie erste
Priorität haben.
(http://www.gpkr.de/)

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Mao Zedong schwimmt
im Yangtse-Fluss, Frühling 1966. Er hat den Yangtse sicher nie
durchschwommen...
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Juli
1966
Mao lässt in landesweiten
Zeitungsartikeln das Prinzip der "Roten Garden" verkünden - die
Gründungen der Rote-Garde-Verbände
Die Jugendlichen und Studenten sollen als "Rote Garden" bürgerlich
angehauchte kommunistische Parteifunktionäre wegen ihres mangelnden
revolutionären Eifers herausfordern.
(http://www.applet-magic.com/cultrev.htm)
Die Erlaubnis zu reisen zum Zweck des "revolutionären
Erfahrungsaustausches" (geming zhuanlian) beflügelt die Gründung der
Roten Garden. Die Aussicht auf einen Besuch der Stadt Peking beflügelt
ganz besonders. Die Schüler und Studenten schwärmen in die Provinzen
aus, um lokale Rote-Garde-Verbände zu gründen und formell auszurufen.
(http://www.gpkr.de/)
16.7.1966
Mao macht Ferien und schwimmt im
Yangtse-Fluss
Mao macht Ferien und schwimmt im
Yangtse-Fluss (Chang Jiang), was von den Medien gross fotografiert
wird.
(http://www.memoriale.com/mondocontemporaneo-empireo.htm)
Die Schwimmmeldung von Mao im Yangtse-Fluss elektrisiert ganz China.
Mao sei auf seiner Rückreise durch den Yangtse geschwommen. Da die
Bauern meist nicht schwimmen können und noch kaum ein Sportler den
Yangtse durchschwommen hat, ist dies volkswirksam sensationell. Mao
wird als Vollathlet präsentiert. Dabei wird eine unmögliche Zeit
behauptet, in der Mao den Yangtse durchschwommen haben soll. Die Fotos
zeigen meist nur Maos Kopf und keine Arme (Fairbank, S.325).
Das Schwimmen von Mao Zedong im Yangtsekiang im August 1966 wird das
Symbol der chinesischen "Kulturrevolution" und wird jedes Jahr neu
aufgefrischt.
(http://www.memoriale.com/mondocontemporaneo-empireo.htm)
Mao schwimmt im Yangtse.
Fairbank meint, Mao und die anderen würden im Wasser stehen (Fairbank,
S.325).
[Es handelt sich um eine klare Fotomontage, wie an den unten
abgeschnittenen Köpfen ersichtlich ist].
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1.8.1966
11.Plenum des ZK: Maos Aufruf
zur "Grossen
Proletarischen Kulturrevolution" vor dem Zentralkomitee - "Rote Garden"
- die Manipulationen Maos
Das von Mao einberufene Plenum ist mit Mao-Verbündeten
erweitert worden (Haydt u.a., S.68). Am Plenum sind fast nur
Mao-Anhänger anwesend (Fairbank,
S.326). Mao handelt als sakrosankte Person mit kaiserlichen Vorrechten
und steht sozusagen über dem Gesetz (Fairbank, S.336).
In einer Rede vor dem Zentralkomitee ruft Mao ruft im
August 1966 zur Kulturrevolution auf, mit Bildung
"Roter Garden". Die Garden sollen bürgerlich angehauchte
kommunistische Parteifunktionäre wegen ihres mangelnden revolutionären
Eifers herausfordern.
(http://www.applet-magic.com/cultrev.htm;
http://www.applet-magic.com/cultrev.htm)
Mao behauptet,
-- die "geistige Regeneration" solle Vorrang vor der "wirtschaftlichen
Entwicklung" haben
-- der Grundsatz des Klassenkampfes sei auf alle Intellektuellen,
Bürokraten und Parteimitglieder anzuwenden, um kapitalistische
Abweichler auszumerzen, aber niemand weiss, wer damit gemeint ist
(Fairbank, S.326).
Mao sorgt für einen Beschluss zu einem konzentrierten Vorgehen gegen
den "Revisionismus" (Fairbank, S.315). Es gelingt ihm, mit all seinen
Manipulationen und Manövern eine
Massenbewegung gegen den "Revisionismus" in Gang zu setzen (Fairbank,
S.326).
-- Mao degradiert Liu Shaoqi in der Parteihierarchie von Nr.2 auf Nr.8
-- neue Nr.2 wird General Lin Biao als designierter Mao-Nachfolger
-- das Plenum meint, Maos öffentliche Kulturrevolutionsbewegung werde
wahrscheinlich eine drastische Veränderung in der Gesinnung des ganzen
chinesischen Volkes bewirken (Fairbank, S.326).
8.8.1966
16-Punkte-Entschliessung auf dem
11. Plenum des ZK gegen die "Kapitalisten" der Partei
Die Entschliessung legitimiert die Kulturrevolution und ruft zum Kampf
gegen die "kapitalistisch" orientierten Machthaber in der Partei auf
(Haydt u.a., S.68).
August bis Dezember 1966
Aufstellen der "Roten Garden" in
Peking
Mit den "Roten Garden" erklärt Mao seinen alten Yenan-Kollegen, die er
als "Revisionisten" sieht, den Krieg. Mao manipuliert die zentralen
Parteistellen so, dass sie die von ihm gewünschten Richtlinien
ausgeben. Und die disziplinierten Funktionäre tun es auch. Chou Enlai bleibt dabei die ewige
ausgleichende Kraft, ohne gegen Mao richtig aufzutreten (Fairbank,
S.318).
Die "Roten Garden" bestehen hauptsächlich aus der studentischen Jugend
unter 20 Jahren (Fairbank, S.321). Die Jugendlichen sind unerfahren und
stehen unter der Losung:
"Lernt Revolution machen, indem ihr Revolution macht." (Fairbank, S.322)
Anfangs herrscht echter Idealismus (Fairbank, S.336).
Die "Roten Garden" halten in Peking 6 Massenversammlungen ab. Insgesamt
strömen 10 Mio. Rotgardisten in
die Hauptstadt Peking (Fairbank, S.315).
18.8.-26.11.1966
6 Massenkundgebungen der
weiblichen und männlichen Jugend in Peking der "Roten Garden"
organisiert von der Armee und der Kulturrevolutionsgruppe:
-- insgesamt fahren 10 Mio. Jugendliche (Fairbank, S.326) im Alter von
9 bis 18 Jahren (Fairbank, S.327) gratis nach Peking und erhalten dort
gratis Unterkunft
-- die Jugendlichen verbreiten einen fanatischen Radikalismus, u.a. mit
dem "Kleinen Roten Buch"
-- Universitäten und Bildungskurse werden geschlossen (Fairbank,
S.326).
18.8.1966
Peking: Massenkundgebung der
Roten Garden - die rote
Armbinde - gratis Zug fahren...
Mao und Lin Piao nehmen in Peking die erste grosse Massenkundgebung der
Roten Garden ab. er Mao-Kult setzt sich immer stärker durch (Haydt
u.a., S.68).
Bei dieser Kundgebung erscheinen die Roten Garden ersten mal zu
Zehntausenden.
(http://www.gpkr.de/)
Als die jugendlichen Mädchen Mao sehen und reden hören, brechen sie
z.T. in Weinkrämpfe aus.
(http://www.gpkr.de/)
Während einer Rede Maos auf dem Tiananmen-Platz definiert Mao die rote
Armbinde als Abzeichen der Roten Garden und zieht
sich selbst eine rote Armbinde an. Er erlässt zudem den Befehl, dass
die Roten Garden den öffentlichen Verkehr im ganzen Land gratis
benutzen können.
(http://www.applet-magic.com/cultrev.htm)
Durch das Anziehen der roten Armbinde macht sich Mao zum obersten
Anführer der Roten Garden.
(http://www.gpkr.de/)
[Die Parallele zwischen der roten Armbinde und der Nazi-Hakenkreuzbinde
ist offensichtlich].
"Fünf Rote Arten" (Hong wu lei)
bei den "Roten Garden"
Die Roten Garden dürfen nur Leute aus den Reihen aufnehmen:
-- der Arbeiter
-- der armen Bauern
-- der revolutionären Kader
-- der Soldaten
-- der revolutionären Märtyrer
Agitatoren sind aber meist solche, die wortgewandt sind und
keineswegs diesen Kriterien entsprechen.
(http://www.gpkr.de/)
23.8.1966
Das 23-Punkte-Programm der
Rote-Garde-Vereinigungen
Ziele sind:
- Jeder Bürger soll manuelle
Arbeit verrichten
- In allen Kinos, Theatern,
Buchhandlungen, Omnibussen usw.
müssen Bilder Mao Tsedongs aufgehängt werden.
- Überall müssen Zitate Mao
Tsedongs an Stelle der bisherigen
Neonreklamen angebracht werden.
- Die alten Gewohnheiten
müssen verschwinden.
- Die Handelsunternehmungen
müssen reorganisiert werden, um
den Arbeitern, Bauern und Soldaten zu dienen.
- Eine eventuelle Opposition
muss rücksichtslos beseitigt
werden.
- Luxusrestaurants und Taxis
haben zu verschwinden.
- Die privaten finanziellen
Gewinne sowie die Mieten müssen
dem Staat abgegeben werden.
- Die Politik hat vor allem
den Vorrang.
- Slogans müssen einen
kommunistischen Charakter aufweisen.
- Die revisionistischen Titel
haben zu verschwinden
- In allen Strassen sollen
Lautsprecher aufgestellt werden,
um der Bevölkerung Verhaltensmassregeln zu vermitteln.
- Die Lehre Mao Tsedongs muss
schon im Kindergarten
verbreitet
werden.
- Die Intellektuellen sollen
in Dörfern arbeiten.
- Die Bankzinsen müssen
abgeschafft werden.
- Die Mahlzeiten sollen
gemeinsam eingenommen werden, und es
soll zu den Sitten der ersten Volkskommunen im Jahr 1958 zurückgekehrt
werden.
- Auf Parfüms, Schmuckstücke,
Kosmetik und
nicht-proletarische
Kleidungsstücke und Schuhe muss verzichtet werden.
- Die Erste Klasse bei den
Eisenbahnen und luxuriöse Autos
müssen verschwinden.
- Die Verbreitung von
Photographien von so genannten hübschen
Mädchen soll eingestellt werden.
- Die Namen von Strassen und
Monumenten müssen geändert
werden.
- Die alte Malerei, die nicht
politische Themen zum
Gegenstand hat, muss verschwinden.
- Es kann nicht geduldet
werden, dass Bilder verbreitet
werden, die nicht dem Denken Mao Tsedongs entsprechen.
- Bücher, die nicht das
Denken Mao Tsedongs wiedergeben,
müssen verbrannt werden.
(http://www.gpkr.de/;
Nachrichtenagentur Xinhua -
vom 23. August 1966, nach: Machetzki, S.35)
Den Rotgardisten stehen für die Vermittlung der "Kulturrevolution" die
"Vier Grossen Freiheiten" und die "Sechs Kleinen Freiheiten" zur
Verfügung:
-- Redefreiheit
-- Veröffentlichungsfreiheit
-- Versammlungsfreiheit
-- Demonstrationsfreiheit
-- Flugschriften verbreiten
-- Karikaturen anfertigen.
(http://www.gpkr.de/)
August bis November 1966
Peking-China: Die Regierung Liu
Shaoqi folgt den acht Punkten der Roten Garden
und trotzdem wird Liu Shaoqi zum Ziel der Kritik der Roten Garden und
von Mao.
(http://www.iisg.nl/~landsberger/lsq.html)
August 1966-März 1967
Kulturrevolution: Die
Rote-Garde-Studenten marschieren und knüpfen ein Kontaktnetz
Viele aufkommende Gruppen der Roten Garden fühlen sich in ihrem
revolutionären Eifer von Lehrpersonen an Schulen und Universitäten
unterdrückt, die die Situation unter Kontrolle halten wollen. Die Roten
Garden
|
|

Plakat der
Kulturrevolution: Studentenmarsch nach Peking 1965-1966
|
wollen darüber Mao in Peking
richten lassen und dabei auch
andere Gruppen der Roten Garden treffen. Somit entsteht von August 1966
bis März 1967 ein revolutionäres Netzwerk (chuanlian). Viele kommen mit
dem Zug oder mit Autos und überlasten dabei die
Transport-Infrastruktur. Andere marschieren den ganzen Weg nach Peking.
Diese Märsche werden als wahrhaftiges Zeugnis für ihre Anliegen
angesehen.
(http://www.iisg.nl/~landsberger/cl.html)
Die Roten Garden werden auf dem Weg nach Peking von der
Volksbefreiungsarmee begleitet. Das chinesische Transportwesen bricht
zusammen.
(http://www.gpkr.de/)
Peking wird zur
"roten" Studenten- Revolutionsstadt
Peking wird zum Zentrum des Kontaktnetz. Millionen Rotgardisten
strömen in die Stadt. Klassenräume und Schlafsäle von Universitäten
werden in Empfangsstationen umgewandelt. Als "Gäste des Vorsitzenden
Mao" erhalten die auswärtigen Mitglieder freies Essen, ein
Gratis-Abonnement für den städtischen öffentlichen Verkehr und freien
Zugang zu den Parkanlagen. Die grösste Anerkennung ist ein Blick auf
Mao. Insgesamt werden zehn "Audienzen" organisiert, um sich mit Mao
direkt zu unterhalten: 18.8. 31.8., 15.9., 10.10., 18.10., 3.11.,
10.11., 25.11., 26.11. 1966. Mao "inspiziert" an diesen Tagen Millionen
Rotgardisten.
Als Folge dieser Veranstaltungen wird Mao göttlich verehrt. Maos Taktik
geht auf. Er kann den örtlichen und innerparteilichen politischen
Widerstand gegenüber der Kulturrevolution besiegen.
[Mao hat wieder eine Massenhysterie mehr produziert...]
Peking: Szenen der "Kulturrevolution" auf
dem Tienananmen-Platz 1966
|

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Demonstration
auf dem
Tienananmen-Platz. Auf den Schrifttafeln
steht: "Haltet die grosse rote Fahne der Mao
Zedong-Ideen hoch!", "Es lebe der Vorsitzende Mao!" |
Rote
Garden in Peking 1966
mit Mao-Bild davor. |
Peking: Professoren müssen
Universitäten putzen - "Verhöre" - Mao-Zitate
Zum Standardprogramm gehört ein Besuch der beiden berühmten
Universitäten Beida und Qinghua, die Ausgangspunkte der
Rote-Garde-Bewegung. Der viel besuchte Campus ist dauernd mit Erdnuss-
und Sonnenblumenkernen übersät. Die Professoren und
Verwaltungsangestellten müssen täglich die Uni putzen. Infolge der
Hetzaktionen der "akademischen Kriegsherren" steigt an diesen beiden
Universitäten die Selbstmordrate auf eine ungekannte Höhe.
(http://www.gpkr.de/)
An der Beida-Universität in Peking müssen die Professoren und die
Assistenten von 8-11:30 Uhr Mao-Zitate lesen und über deren Bedeutung
diskutieren. Ab 11:30 folgen Verhöre an Professoren, die als "Feinde"
definiert werden. Oft ist es dreimal dieselbe Lehrperson. Da die
Beschuldigten im Allgemeinen wenig zu bekennen haben, stehen sie
einfach stumm da, während die Studenten sie anbrüllen und bedrohen.
Wenn keine Aussicht auf Geständnisse mehr besteht, werden wieder
Mao-Zitate gelesen.
(http://www.gpkr.de/)
Die Universitätsstrukturen nehmen durch diese Vorgänge ersten Schaden.
Unterricht findet kaum noch statt und gegenseitiges Misstrauen
verunmöglicht bis 1970/1971 eine vertrauensvolle Zusammenarbeit.
(http://www.gpkr.de/)
Ein weiteres Beispiel schildert eine Bücherverbrennung und Professoren,
die fu den Knien um das Feuer rutschen müssen, während die Roten Garden
schreien: "Nieder mit den Kapitalisten!"
(http://www.gpkr.de/)
1.10.1966: Peking-Chinas
Nationalfeiertag: Mao fordert von den "Roten Garden" die Zerstörung der
"Vier Alten"
Mao fordert am 1.10.1966 auf dem Tiananmen-Platz von den Roten Garden,
dass sie die "Vier Alten" zerstören: alte Bräuche, alte Kulturen, alte
Ideen, und altes Verhalten etc.
(http://www.applet-magic.com/cultrev.htm;
http://en.wikipedia.org/wiki/Four_Olds)
Die vier Relikte (si lao)
-- alte Kultur
-- alte Sitten
-- alte Gewohnheiten
-- alte Denkweisen
sollen durch die "Vier Neuen" (si xin) ersetzt werden.
(http://www.gpkr.de/)
[Die "Roten Garden" übernehmen für Mao jetzt die Rolle der SA im
Dritten Reich: Alles soll auf Staatsbefehl hin zerstört werden, was Mao
nicht passt. Scheinbar kommt eine Analyse des Dritten Reichs in den
chinesischen Geschichtsbüchern dieser Zeit gar nicht vor...]
Mit der Bewegung gegen die "Vier Alten" und mit der Bewegung gegen
alles "Fremde" kombiniert sich der Anti-Intellektualismus mit einer
starken Fremdenfeindlichkeit (Fairbank, S.329).
Kulturrevolution: Das
Zerstörungswerk der "Roten
Garden" 1966-1968
Millionen Menschen werden von ultra-linken Rote-Garden-Brigaden
vertrieben oder in Arbeitslager gesteckt.
(http://www.msnbc.com/modules/china_taiwan/1960.asp)
Die "Roten Garden" handeln 1966 bis 1968 in einem Klima bäuerlichen
Denkens, das von Mao gefördert wird, als "Abrechnung" in grösstem
Massstab (Fairbank, S.366). Insgesamt werden 1966 bis 1976 rund 60 %
der
als "revisionistisch"
bezeichneten Parteifunktionäre weggesäubert. Schätzungen sprechen von
400.000 Toten (Fairbank, S.318). 100 der 300 höchsten
Wirtschaftsbeamten fallen den Säuberungen zum Opfer mit entsprechender
Schwächung der Wirtschaft. Höchstens 1/4 bleiben im Amt (Fairbank,
S.348).
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"Kulturrevolution"
1966:
Kulturzerstörung im Wahn mit Beil |
Die Roten Garden umfassen 8
Millionen Studenten. Sie rufen Mao-Slogans
aus seinem "Kleinen Roten Buch". Sie überschlagen sich in Angriffen auf
alles Mögliche, bezeichnen Sachen als "ausländisch", "veraltet",
"verhasst" etc. Sie leisten sich Zusammenstösse mit der Armee und mit
Arbeiterorganisationen. Tausende, die von den Roten Garden als
"Verräter" bezeichnet werden, werden exekutiert.
(http://www.ford.utexas.edu/museum/exhibits/China_exhibit/Mao%27s%20Dynasty.htm)
Meist beginnen die Roten Garden, dass sie Strassennamen ändern,
Verkehrsampeln umschalten (“rot” bedeutet von nun an “freie Fahrt”,
“grün” dagegen (“halt”), und dass sie sich über Blumen-, Antiquitäten
und andere “Luxus”-Läden hermachen. In den Roten Garden bilden sich
"kleine Generäle" heraus.
(http://www.gpkr.de/)
Als nächste Stufe beschlagnahmen die “Kleinen Generäle” Romane,
Schallplatten und Spielkarten, werfen die “bürgerlichen Sofas” auf die
Strasse, verprügeln Frauen, die Dauerwelle tragen oder deren Hosenbeine
länger als üblich geschnitten sind, veranstalten Bücherverbrennungen
oder entweihen Gräber.
(http://www.gpkr.de/)
Die "Roten Garden"
-- brechen in Wohnungen von Wohlhabenden, Intellektuellen und Beamten
ein
-- sie vernichten Bücher und Manuskripte
-- sie schlagen und ermorden Bewohner
-- sie tragen rote Armbinden und toben durch die Strassen (Fairbank,
S.326)
-- sie greifen jeden an, der nach ihrer Ansicht eine bourgeoise Neigung
hat (Fairbank, S.327) bzw. einen Hauch von Intellektualismus hat
(Fairbank, S.326).
Die "Roten Garden" vernichten Schätze und Familien:
-- Gelehrten werden die unveröffentlichten Manuskripte ihres
Lebenswerks verbrannt
-- Väter lassen sich scheiden, weil die Frauen als "Rechte"
gebrandmarkt worden sind, damit die Kinder nicht auch verfolgt werden
-- bekannte Autoren werden zu Tode geprügelt
-- Schuldirektoren werden zu WC-Putzern degradiert (Fairbank, S.334).
Terror und Exzesse der studentischen Roten Garden steigern sich und
provozieren den Widerstand von Arbeitern und Bauern. In den Provinzen
blocken die dortigen Parteiführer die Angriffe der Roten Garden
weitgehend ab und können ihre politischen Ämter behaupten (Haydt u.a.,
S.68).
Die Entwicklung läuft
bis Mai 1968 fort.
(http://www.ford.utexas.edu/museum/exhibits/China_exhibit/Mao%27s%20Dynasty.htm)
Die infizierten Studenten
strömen in alle Landesteile - Propaganda mit Orten des Langen Marsches
- die "Roten Garden" jagen "Monster und Dämonen"
Nach den Besuchen Peking strömen die Roten Garden jeweils ins ganze
Land hinaus, einige in die Mongolei, andere nach Xinjiang, nach Guilin,
nach Shanghai etc. Für viele Mitglieder der Roten Garden ist es das
erste Mal, dass sie ihr Land bereisen können.
Propagandamässig werden die Orte des "Langen Marsches" angepriesen, um
bei den Roten Garden das Gefühl zu erzeugen, dass sie selbst auf einem
"Langen Marsch" seien. Solche "Erinnerungsorte der revolutionären
Geschichte" sind
-- Shaoshan (Maos Geburtsort)
-- Jinggangshan (die Wiege der
Kommunistischen Partei)
-- Zunyi (wo Mao Führer der
Partei wurde)
-- Luding Bridge (wo der Fluss
Dadu überquert wurde)
-- Yanan (die Basis der
Parteipolitik nach dem Langen Marsch in den
1930er und 1940er Jahren).
Die Roten Garden verursachen dabei landesweit Stauungen im
Verkehrsnetz.
(http://www.iisg.nl/~landsberger/cl.html)
Die Roten Garden starten eine Hetzkampagne durch das ganze Land. Sie
ziehen jene Leute aus der Gesellschaft und verfolgen jene, die ihnen in
die Beschreibung der "Monster und Dämonen" passen.
Diese Kampagne mit Kuhmonstern und Schlangendämonen (niugui sheshen)
bedient sich der buddhistischen Dämonologie. Die Formulierung "Monster
und Dämonen" ist eine der speziell wirkungsvollen Waffen, um die
Opposition zu dämonisieren. Andere Begriffe sind
-- "Teufel" (mogui)
-- "Dämonen" (guiguai)
-- "Monster" (moguai)
-- "Vampire" (xixie gui)
-- und "Erscheinungen und Spektren" (wangliang guimei).
Alle diese "teuflischen Geister" entspringen dem "Spiegel, der den
Teufel zeigt" (zhaoyao jing) aus den Zitaten von Mao Zedong.
(http://www.iisg.nl/~landsberger/mad.html)
[Maos "Politik" entpuppt sich wahrlich als teuflisch...]
Millionen Menschen werden von ultra-linken Rote-Garden-Brigaden
vertrieben oder in Arbeitslager gesteckt.
(http://www.msnbc.com/modules/china_taiwan/1960.asp)
Die Roten Garden umfassen 8 Millionen Studenten. Sie rufen Mao-Slogans
aus seinem "Kleinen Roten Buch". Sie überschlagen sich in Angriffen auf
alles Mögliche, bezeichnen Sachen als "ausländisch", "veraltet",
"verhasst". Sie leisten sich Zusammenstösse mit der Armee und mit
Arbeiterorganisationen. Tausende, die von den Roten Garden als
"Verräter" bezeichnet werden, werden exekutiert. Die Entwicklung läuft
bis Mai 1968 fort.
(http://www.ford.utexas.edu/museum/exhibits/China_exhibit/Mao%27s%20Dynasty.htm)
Ca. 1 Mio. "Monster und Dämonen"
werden exekutiert
Maos Anordnung zur Jagd auf ihm
nicht genehme Mitglieder in der
KPChina und gegen gebildete Experten hat 1966-1976 den Tod von ca. 1
Million Parteimitgliedern und Intellektuellen zur Folge, durch
Exekution oder in Lagern. Alles in allem nimmt die Todesrate in
Peking-China während der Kulturrevolution aber ab.
(http://www.gmu.edu/departments/economics/bcaplan/museum/comfaq.htm#part7)
Die Bewegung der "Roten Garden" eskaliert. Die "Roten Garden" greifen
nun fast alles und jeden an, der eine Autorität repräsentiert. Es
werden Schulen und Tempel zerstört, die Lehrer und Eltern verteufelt,
und in 1000en von Fällen zu Tode geschlagen oder in den Selbstmord
getrieben.
(http://news.bbc.co.uk/1/shared/spl/hi/in_depth/china_politics/key_people_events/html/5.stm)
Opfer sind alle Intellektuellen (Wissenschaftler, Ärzte etc.). Sie
werden ihrer Ämter enthoben, aufs Land geschickt oder eingekerkert.
(http://www.knerger.de/Erlaeuterungen/hauptteil_erlaeuterungen.html)
Peking-China: Die Roten Garden
bringen das Chaos
In China bricht mit den Roten Garden das Chaos aus. Schulen schliessen,
Büros schliessen, die Transportwege sind unterbrochen - es ist so
schlimm, dass bis ins 21.Jh. keine Klarheit über die Vorgänge herrscht.
Mit den Begriffen Chaos, Blut und Zerstörung ist der Vorgang ähnlich
der Französischen Revolution. Die Roten Garden kämpfen mit
Regierungstruppen vor dem Aussenministerium, oder später bekämpfen sie
sich gegenseitig im Kampf um die Vorherrschaft.
(http://www.chinatour.com/countryinfo/history.htm#prc)
Verteidigungsminister Lin Biao befiehlt dem Militär, die
Kulturrevolution zu unterstützen. Es breitet sich aber bald ein
Chaos aus, weil verschiedene Gruppen der Roten Garden und andere
radikale Bewegungen sich gegenseitig die Kontrolle über Gebiete
streitig machen. Einige dieser Schlachten umfassen 50.000 Leute und
sind als durchdachte militärische Operationen anzusehen.
(http://www.applet-magic.com/cultrev.htm)
Kulturrevolutionäre
Aktionen der Roten Garden (hongwei
bing)
Die "Roten Garden" ziehen
durch Peking, um die "Vier Alten"
auszurotten:
-- jungen Männern werden die Röhrenhosen an den Nähten aufgerissen,
weil die Hosen aus dem Ausland stammen
-- Mädchen werden aufgefordert, eine Bubikopffrisur zu tragen und sich
Haarzöpfe abzuschneiden
-- Restaurants werden aufgefordert, die Speisekarten zu "vereinfachen"
-- die Roten Garden verlangen Nudeln, keine teure "Peking-Ente"
-- die Roten Garden besetzen Geschäfte und verhindern den Verkauf
frivoler Artikel wie Kosmetika
-- Lichtreklamen werden zertrümmert, die Element der feudalistischen
und kapitalistischen Ordnung sein sollen
-- Rote Garden taufen Strassen um und bringen z.B. den Namen
"Anti-Revisionistenstrasse" an
-- die Roten Garden ziehen
sich eine rote Armbinde an,
kidnappen Kapitalisten mit gestohlenen Autos und berauben die Wohnungen
der Kapitalisten, Monate später werden die gestohlenen Gegenstände
zurückgebracht.
Insgesamt gesehen verhalten sich aber nicht alle Roten Garden
gewalttätig.
(http://www.gpkr.de/; Jack Chen: Chinas Rote
Garden, Ernst Klett Verlag Stuttgart 1977, S.229 und 231)
Die Gewalttätigkeiten eskalieren:
-- Familien werden auseinander gerissene, Kinder von ihren Eltern
getrennt, Eltern werden wegen Bemerkungen im Zusammenhang mit Mao
deportiert und zu Zwangsarbeit an schweren Lastkarren verurteilt, oder
Eltern werden als "schlechtes Element" gebrandmarkt und aufs Land zur
Zwangsarbeit verschickt etc.
-- Familien mit verurteilten oder verschleppten Eltern werden zu
"schwarzen" Familien abgestempelt
-- kleine und mittlere Kinder von bestraften und verschleppten Eltern
bleiben ohne Eltern alleine
-- grosse Geschwister sind "auf Revolution" monatelang von zu Hause weg
und fehlen den Familien
(http://www.gpkr.de/)
Drei Jahre lang existiert kein regulärer Unterricht, sondern die
Schüler werden mit "revolutionären" Aufgaben betraut:
-- aufpassen, dass sich kein "Klassenfeind" in die Schule einschleicht
-- die halbwüchsigen Jugendlichen haben das Recht, Wohnungen und
Schränke ihrer Opfer zu durchsuchen, um privates Vermögen aufzustöbern
-- die Kinder befehlen über die Erwachsenen
-- wer seinen Nachbar nicht verrät, wird selbst aus dem Fenster geworfen
-- die Sitten verrohen
-- es kommt vor, dass Opfern die Zunge abgeschnitten wird
(http://www.gpkr.de/)
Tote infolge der Roten Garden
-- jedes Haus hat "seinen Toten"
-- die Selbstmordrate steigt allgemein immens
-- Rotgardisten erschlagen sich gegenseitig
-- Jugendliche flüchten vor Jugendlichen und springen dabei aus dem
Fenster und werden zu Krüppeln.
(http://www.gpkr.de/)
Die Hetze gegen "Aberglauben":
Die Zerstörung der Daoismus-Klöster
Die
Kulturrevolution bringt die daoistischen Traditionen völlig zum
Erliegen. Offizielles Ziel ist es, die im Volk noch vorhandenen alten,
feudal- chinesischen Denkweisen und die westlichen Einflüsse zu
bekämpfen. Während dieser Zeit der Verfolgung und Denunziation kommt es
massenhaft zu Schliessungen daoistischer Klöster. Alte Tempelanlagen,
unzählige lokale Schreine und Heiligtümer werden zerstört oder
zweckentfremdet. Nonnen und Mönche werden zum Teil mit Gewalt
vertrieben.
Das religiöse Leben liegt 20 Jahre lang
brach, wird aber nicht gänzlich ausgelöscht. Die Mönche und Nonnen
harren aus. Im Prinzip spiegelt sich im Ausharren während der
Kulturrevolution auch das daoistische Leitmotiv der Inneren Kampfkünste
wieder. Durch Ausweichen und den vermeintlichen Rückzug in Zeiten der
Gefahr, gelingt es den alten Traditionen zu überleben. 20 Jahre später
wird ein neuer Anfang gesetzt, und 24 Jahre später wird es zur neuen
Blüte kommen.
(http://www.swr.de/lma/archiv/2005/05/29/beitrag9.html)
[Es müssen einfach gewisse Hetzer sterben, die immer nur Krieg und
Kampf im Kopf haben...]
Tibet: Der Terror im Alltag wird
während der Zeit der Roten Garden verschärft
(http://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Tibet)
Herbst 1966
Peking ist voll von
Wandzeitungen der Roten Garden
(http://www.gpkr.de/)
Oktober
1966
Der Tiananmen-Platz wird
zum Zentrum der Demonstrationen |

Tiananmen-Platz: Schüler und Studenten demonstrieren mit roten Fahnen
statt Schulunterricht, Oktober 1966
|

Peking/Beijing: Primarschüler zeigen das Rote Buch |
Die Kulturrevolution fordert, dass das Rote Buch mit den Mao-Zitaten
schon ab der Primarschule für alle Menschen in China zum Pflichtstoff
wird.
(http://news.bbc.co.uk/1/hi/special_report/1999/09/99/china_50_years_of_communism/460953.stm)
Kulturrevolution: Liu Shaoqi übt
öffentlich erste Selbstkritik
aber gegenüber Mao macht dies keinen Eindruck.
(http://www.iisg.nl/~landsberger/lsq.html)
ab Oktober 1966 ca.
Wandzeitungskrieg in ganz
Peking-China: Hetze mit geheimen Details etc.
Plakate werden gegenseitig überklebt und in Minutenschnelle wird ein
"Gegenschriftsatz" angebracht. Die Städte verwandeln sich in riesige
Papiermontagen. Die Plakate enthüllen bisher streng geheime
Einzelheiten aus dem Leben von Parteifunktionären, berichten über
innerparteiliche Auseinandersetzungen und wärmen alte Konflikte neu
auf, um "alte Rechnungen" zu begleichen. Das Instrument der
Wandzeitungen entspricht gemäss der Mao-Führung der Massenlinie, weil
damit die Volksmeinung in aller Öffentlichkeit kundgetan wird.
(http://www.gpkr.de/)
Die "Kampfversammlung": Der
Loyalitätskonflikt der Roten Garden - Professoren mit Papierhut - Hetze
bis zur Exekution
Die Roten Garden haben die Aufgabe, Sündenregister gegen bestimmte
Lehrer anzufertigen und an so genannten Kampfversammlungen
teilzunehmen. Dabei gilt die Regel: Je "revolutionärer" ein Rotgardist
auftritt, desto eher wird er in die Univ
|

Kulturrevolution: Rote Garden mit Funktionär mit
Papierhut
|
ersität aufgenommen. So
verhetzen die Schüler ihre zukünftigen Professoren. Die Lehrer werden
oft mit einer Narrenkappe aus Papier und mit anklägerischen Texten an
Brust und Rücken durch die Strassen geführt.
(http://www.gpkr.de/)
Für "Kampfversammlungen" gilt für jedes Opfer eine Geständnisquote, die
mit Anschreien, Drohungen und Folterungen erreicht wird. Wenn genügend
Geständnisse vorhanden sind, folgt oft ein Erschiessungskommando.
(http://www.gpkr.de/)
Dezember 1966
Demonstrationen -
Demonstrationen - Demonstrationen
Ende 1966 heizt Maos Kulturrevolutionsgruppe die Ausschreitungen der
"Roten Garden" weiter an (Fairbank, S.326-327).
Insgesamt schlägt der Idealismus der "Roten Garden" nun in eine
Desillusion um, mit Heuchelei, Korruption, persönlichem Ehrgeiz und
Opportunismus (Fairbank, S.336).
Da Mao am 26.12.1966 Geburtstag hat, ist der Dezember 1966 voller
Demonstrationen. Mao ist dabei omnipräsent durch Bilder, Ansteckknöpfe
oder durch das Rote Buch. In Hangzhou z.B. werden viele Demonstrationen
auch zur Nachahmung des Langen Marsches organisiert, um die
Entbehrungen des Langen Marsches "nachzufühlen". Die
Demonstrantengruppen marschieren am Ende einer Demonstration oft in
Aussenquartiere oder Dörfer, um dort Quartier und Verpflegung zu
bekommen.
(http://news.bbc.co.uk/1/hi/special_report/1999/09/99/china_50_years_of_communism/460953.stm)
Beispiele von Demonstrationen der
"Kulturrevolution" im Dezember 1966
|

Hangzhou: Frauendemonstration Dezember 1966 |

Hangzhou: Männerdemonstration zur Nachahmung des Langen Marsches,
Dezember 1966 |

Shanghai: Studentendemonstration Dezember 1966 |

Shanghai: Arbeiterdemonstration Dezember 1966 |
26.12.1966
Mao-Geburtstag in
Hangzhou: Rote Garden lesen trotz der Kälte auf der Strasse Maos Rotes
Buch |

Mao-Geburtstag in Hangzhou: Rote Garden lesen Maos Werke trotz der
Kälte auf der Strasse. |

Hangzhou: Demonstration zum Mao-Geburtstag, 26.12.1966 |
Das Ende der Wanderungen der
Roten Garden
Das Zentralkomitee gibt den Befehl heraus, die Wanderungen der Roten
Garden seien nun zu Ende. Die Kulturrevolution sei jeweils am Wohnort
fortzuführen. Bis Februar 1967 werden in Peking die Empfangsstationen
und Verbindungsbüros geschlossen. Die Kontaktnetzbewegung der Roten
Garden hat
für die Mao-Führung ihren Zweck erfüllt.
(http://www.iisg.nl/~landsberger/cl.html)
ab Ende 1966
Zweite Phase der
Kulturrevolution: Kampfveranstaltungen gegen KPCh-Mitglieder: Liu
Shaoqi und Deng Xiaoping
Die "Roten Garden" picken sich Partei- und Staatsbeamte des zentralen
Apparats von Partei und Staat heraus, führen Verhöre durch, verhöhnen
die Opfer und bestrafen sie. Bald sind der frühere Staatschef Liu Shaoqi und der
Parteigeneralsekretär Deng Xiaoping
die Hauptopfer und werden als schlimmste Verräter dargestellt, die
"den kapitalistischen Weg" eingeschlagen und damit den Kommunismus
verraten hätten. Es entsteht ein Chaos, das Mao und seine Anhänger für
eine heilsame Revolution halten (Fairbank, S.327).
Die Kampfversammlungen der
"Roten Garden"
-- das Opfer muss sich auf einem Podium respektvoll verbeugen und
seine ideologischen Verbrechen aufzählen
-- das Opfer muss "Flugzeug" spielen, indem es die Arme
tragflächenartig auseinander streckt
-- oft erleiden die Opfer nach 1-2 Stunden einen Kollaps, und das
Publikum hat eine sadistische Freude am Kollaps
-- im Publikum sind auch Kollegen und alte Freunde des Opfers
-- die Opfer, die Mao und die Partei oft sehr verehrt haben, verstehen
die Welt nicht mehr
-- Ex-Folteropfer der Partei foltern nun oft ihre Peiniger
-- die Opfer unterschreiben oft falsche Geständnisse
-- manche Opfer ziehen den Selbstmord vor (Fairbank, S.335).
Die Menge macht mit, immer im Glauben, dass alles richtig sei, was Mao
macht. Die Zensur ist dabei total. Wer dagegen ist, wird als Abweichler
verfolgt (Fairbank, S.335). Moralische Werte sind alle ausser Kraft
gesetzt (Fairbank, S.336).
In der Folge stellen angegriffene Parteiführer und Funktionäre eigene
"Rote Garden" auf. So wird der Parteiapparat zwar nicht vernichtet,
aber er wird funktionsunfähig. Mao lässt die Partei vernichten und neu
aufbauen. Mao plant daraufhin den Einsatz der Armee (Fairbank, S.327).
1966-1967
Monster und Dämonen: Plakate gegen Liu Shaoqi und gegen Deng Xiaoping
 |
Kulturrevolution:
Hetzplakat gegen Liu
Shaoqi und Deng Xiaoping
1966-1967:
"Haltet hoch die grosse rote Fahne mit den Gedanken von Mao Zedong, und
zerschlagt gründlich die reaktionäre Linie von Liu und Deng!" |

Liu Shaoqi mit Frau Wang Guangmei |
Die Hetze gegen Liu Shaoqis
Frau: Wang Guangmei
Ebenso wird Liu Shaoqis Frau, Wang
Guangmei, ein Opfer der Roten Garden.
(http://www.iisg.nl/~landsberger/lsq.html)
Wang Guangmei wird von den Roten Garden mit einem Lockvogel aus ihrem
Haus gelockt und an eine Massenveranstaltung mitgenommen, wo sie
gezwungen wird, einen Rock anzuziehen, der bis zu den Hüften
ausgeschnitten ist. Wang Guangmei wird vor der ganzen Versammlung als
Hure dargestellt.
(http://www.applet-magic.com/cultrev.htm)
|
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Marschall Peng Dehuai, Briefmarke |
Liu Shaoqi wird
inhaftiert und mit Schlägen gefoltert. Auch seine Frau Wang Guangmei
wird ca. 10 Jahre lang in Gefangenschaft gehalten.
(http://www.applet-magic.com/cultrev.htm)
Monster und Dämonen:
Inhaftierung und Todesfolter an Marschall Peng Dehuai
Ein weiteres Opfer der
Kulturrevolution ist Marschall Peng Dehuai, der
1959 Mao als den Verursacher des Chaos beim "Grossen Sprung nach vorn"
entlarvte und gleich darauf entlassen wurde. Peng soll nun als
Konterrevolutionär hingestellt werden. Er wird von Radikalen ca 10
Jahre gefangen gehalten und wird schwer geschlagen, um aus ihm ein
Geständnis zu erpressen, dass er ein Konterrevolutionär sei. Peng
Dehuai verweigert dies aber standhaft bis zu seinem Tod.
(http://www.applet-magic.com/cultrev.htm)
Monster und Dämonen: Hetze gegen
Ulanfu und seine Gruppe

Plakat der Kulturrevolution 1966: Eine Feder gegen Ulanfus
Antipartei-Clique:
"Ulanfus Anti-Partei-Clique ist nun gründlich ausgestellt!"
1966-1975
Taiwan: Der "Weisse Terror" ist
in vollem Gang - Verhaftung, Folter, 1000e Verschwundene
Das militärische Regime in Taiwan wird immer unterdrückerischer. In der
Mitte der 1960er Jahre ist der "Weisse Terror" in vollem Gang.
Zwischen Mitte der 1960er Jahre und Chiang Kai-Sheks Tod im Jahr 1975
werden Dissidenten regelmässig verhaftet und gefoltert, und Tausende
verschwinden.
(http://www.msnbc.com/modules/china_taiwan/1960.asp)
1967
Peking-China zündet die erste
Wasserstoffbombe
(http://www.msnbc.com/modules/china_taiwan/1960.asp)

Plakat von Chinas Armeekult 1967:
"Volk und Armee sind vereint. Wer
wagt es uns anzugreifen?"
Januar 1967
Dritte Phase der
Kulturrevolution: Die "Roten Garden" dürfen Beamte entlassen -
Destabilisierung
Den "Roten Garden" wird in allen Städten erlaubt, Beamte zu entlassen,
und
-- sie dürfen deren Papiere prüfen oder vernichten
-- es werden junge, unerfahrene Leute an deren Stelle gesetzt
-- die jungen Leute zerfallen sofort in Fraktionen, die sich
gegenseitig wieder bekämpfen (Fairbank, S.327).
Die KPCh mit ihrer Ideologisierung nimmt 1967 bis 1976 viele Mitglieder
auf, die noch Analphabeten sind und nur den Kampf gegen die Oberen im
Sinn haben (Fairbank, S.343). [Diese Struktur destabilisiert
zusätzlich].
ab 4.1.1967
Shanghai: "Januarsturm" der
"Roten Garden": Vertreibung der Politiker aus den Ämtern
In Shanghai bricht der so genannte "Januarsturm" los. Hier wie in
anderen Städten übernehmen die Radikalen gewaltsam die Macht. Die
Entwicklung gerät ausser Kontrolle (Haydt u.a., S.68).
Während der Zeit, die als "Januar-Sturm" bekannt wird, formieren sich
im ganzen Land Rebellenorganisationen analog dem Shanghaier Beispiel.
(http://www.iisg.nl/~landsberger/sc.html)
Januar 1967 bis Mai 1968
Die "Roten Garden" kapern
teilweise den Staat - die Unregierbarkeit
Die Roten Garden übernehmen Teile des Staatsapparats und die Regierung
wird handlungsunfähig (Fairbank, S.315)
Mao versucht Komitees einzusetzen,
zusammengesetzt aus Vertretern der Massenorganisationen der
überlebenden Kader und der Armee. Das Land wird so unregierbar, denn
die Komitees funktionieren nicht. Gleichzeitig beginnen verschiedene
Gruppen der "Roten Garden", sich gegenseitig zu bekämpfen (Fairbank,
S.315).

Kulturrevolution: Demonstration in Shanghai,
Januar 1967
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Plakat der
Kulturrevolution 1967: Appell zur Unterstützung für Maos
Revolutionskomitee in Shanghai: "Unterstützt und verteidigt den
richtigen Plan des Vorsitzenden Mao zur
'Drei-Wege-Allianz' - Gebt alle Macht dem Shanghaier
Revolutionskomitee!" |
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Maos Gegenbefehl gegen die "Roten Garden"
Mao befiehlt der Rebellengruppe in Shanghai, ihren
Einfluss auf alle Partei- und Regierungsorganisationen einzustellen.
(http://www.iisg.nl/~landsberger/sc.html)
Die "Roten Garden" werden gegen
die Rebellengruppen eingesetzt
Nach der Machtübernahme der Roten Garden werden diese durch eine
Verwaltungsstelle koordiniert. So entsteht ein neuer Regierungsapparat,
angeblich vergleichbar mit der Pariser Kommune von 1871. Nun werden die
Rebellengruppen durch die Roten Garden "weggepustet".
(http://www.iisg.nl/~landsberger/sc.html)
1967/68 entstehen zwischen Roten Garden und Widerstandsgruppen
bürgerkriegsähnliche Zustände.
(http://www.knerger.de/Erlaeuterungen/hauptteil_erlaeuterungen.html)
Viele der militärischen Führer in den Provinzen benutzen die
Gelegenheit, die Radikalen unter Kontrolle zu bringen und mit Hilfe
gemässigter Kader den reibungslosen Ablauf der Wirtschaft
sicherzustellen (Haydt u.a., S.68).
Die Partei reagiert mit der Aufstellung eigener Verbände
("Scharlachgarden") und versucht, die Arbeiter und Bauern auf ihre
Seite zu ziehen (Haydt u.a., S.68).
17.1.1967
Maos Befehl an die Armee zur
Herstellung der Ordnung
Mao erteilt der Volksbefreiungsarmee den Befehl zum Eingreifen, da
Streiks, Demonstrationen und Kämpfe die Wirtschaft in ein Chaos zu
stürzen drohen (Haydt u.a., S.68).
Die Armee muss mit regionalen Truppen auf lokaler Ebene die Macht
übernehmen (Fairbank, S.327). Diese regionalen Truppen sind dazu aber
kaum in der Lage, oder deren Offiziere sind gegen die Kulturrevolution,
so dass Mao schlussendlich die reguläre Armee einsetzt (Fairbank,
S.327).
Die [reguläre] Armee gewinnt zunehmend Einfluss und
kann die z.T. blutigen Aktionen "disziplinieren".
(http://www.knerger.de/Erlaeuterungen/hauptteil_erlaeuterungen.html)
26.1.1967
Shanghai: Formierung der neuen
Shanghaier Kommune
mit Zhang Chunqiao / Chang Chun-Kiao
an der Spitze, mit Unterstützung
von Yao Wenyuan.
Wegen verschiedener Gründe kann die Kommune aber erst
am 5.2. 1967 mit ihrer Tätigkeit beginnen.
(http://www.iisg.nl/~landsberger/sc.html)
Heilungkiang: Bildung gemischter
Revolutionskomitees
Die "Revolutionskomitees" sind zusammengesetzt aus Militärs,
"revolutionären Parteikadern" und Vertretern von Massenorganisationen
in Heilungkiang unter Mitwirkung des dortigen Militärbefehlshabers Chen Hsi-Lien (Haydt u.a., S.68).
Anfang Februar 1967
Shanghai: Machtübernahme des
Revolutionären Komitees
mit der Basis der "Drei-Wege-Allianz von Roten Garden, Parteikadern und
Armee". Das Revolutionäre Komitee entzieht der Shanghaier Kommune de
facto die Legitimation. Am 24.2.1967 lässt Mao die Shanghaier Kommune
im Revolutionären Komitee aufgehen. Zhang Chunqiao / Chang Chun-Kiao
bleibt beschäftigt.
(http://www.iisg.nl/~landsberger/sc.html)
Zhang Chungqiao / Chang
Chung-Kiao und Yao Wenyuan
werden später
Mitglieder der "Viererbande".
(http://www.iisg.nl/~landsberger/sc.html)
Februar 1967?
Der Befehl zum Bürgerkrieg der
"Garden" gegen die regionalen Truppen
Mao gibt den "Roten Garden" den Befehl, auch aus der Armee
"kapitalistische" Elemente "herauszuziehen". Nun entsteht der
Bürgerkrieg, indem die Roten Garden regionale Militärs angreifen
(Fairbank, S.328).
Februar 1967
Parteivertreter verlangen die
Einstellung der Kulturrevolution - Mao unterstützt die Kulturrevolution
weiterhin
(http://www.applet-magic.com/cultrev.htm)
Februar 1967 - September 1968
Die Installation der
Revolutionären Komitees in ganz China
Faktisch herrscht im ganzen Land unter den revolutionären Komitees
immer mehr eine Militärdiktatur wie in der Sowjetunion.
(http://www.iisg.nl/~landsberger/rc.html)
Dabei sind die Revolutionären Komitees nicht nur politische
Arbeitsgruppen, sondern auch Arbeitsgruppen für Schulen, Fabriken, oder
auch Arbeitsgemeinschaften und ländliche Gemeinden gründen ihre
eigenen Revolutionskomitees, um Arbeiten effizienter zu gestalten. .
(http://www.iisg.nl/~landsberger/rc.html)
 |
Plakat Kulturrevolution 1967 in Shanghai: Gründung des
Revolutions- komitees einer Lokomotivenfabrik für Diesellokomotiven:
"Begrüssen Sie herzlich die Installierung des Revolutionären Komitees
der Ost-ist-Rot-Diesellokomotivfabrik in Shanghai, 1967"
|
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Plakat der
Kulturrevolution 1967: Formierung des Revolutionären
Komitees der Fremdsprachenschule in Hangzhou:
"Von ganzem Herzen feiert die Gründung des Revolutionären Komitees der
Fremdsprachenschule von Hangzhou, Provinz Zhejiang."
(http://www.iisg.nl/~landsberger/rc.html)
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| Plakat der
Kulturrevolution 1967: Gründung des Pekinger
Revolutionskomitees |
1967: "Monster und Dämonen":
Festsetzung von 100 Clowns...

Kulturrevolution 1967: 100 Monster und Dämonen:
"100 Clowns - zieht die konterrevolutionären revisionistischen Elemente
heraus und stellt sie aus! 1967"
Diese "100 Clowns" werden zum Inhalt der Staatspolitik, werden als
"teuflische Geister" dargestellt, werden gezwungen, bestimmte Mützen zu
tragen, Schals oder Plaketten. Als "Kuhmonster" werden sie ins
Gefängnis gesteckt, das in solchen Fällen ein "Kuhstall" (niupeng)
genannt wird. Dabei handelt es sich um Klassenräume, Warenhäuser,
Dunkelzimmer oder Tempel. Rechtsverfahren gibt es nicht. Die Dauer der
Inhaftierung im "Kuhstall" kann 10 Tage oder 10 Jahre betragen.
(http://www.iisg.nl/~landsberger/mad.html)
| Monster und Dämonen:
"Sowjetrevisionisten" |

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Plakat der Kulturrevolution Chinas 1967: gegen Monster und Dämonen:
gegen Sowjetrevisionisten:
"Nieder mit den Sowjetrevisionisten!" und darunter: "Zerschlagt den
Kopf Breschnews in Stücke! Zerschlagt den Kopf Kossygins in Stücke!"
|
Monster und Dämonen: Gegen
konterrevolutionäre Literatur und Kunst
Plakat
gegen Konterrevolutionäre in
Literatur und Kunst 1967:
"Haltet hoch die grosse rote Fahne von Mao Zedong. Denkt daran, die
bandenmässig organisierte, konterrevolutionäre revisionistische
Linie in Literatur und Kunst zu zerschlagen!" |
Monster und Dämonen: gegen Li Jingquan
Plakat gegen Li Jingquan
1967
"Zerschlagt Li Jingquan und seine Handvoll
Verbündete!"
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1.5.1967: Personenkult: Briefmarken mit
Mao-Zitaten

Kulturrevolution: Personenkult mit Maos Zitaten auf Briefmarken,
1.5.1967
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Unterste
Zeile jeweils: "Chinesische Post"
Mittlere Briefmarke oben: "Beachte die nationalen
politischen Dinge!
Führe die Kulturrevolution zu Ende!"
Briefmarke rechts grosse Schrift am linken Rand:
"Lang lebe der
Vorsitzende Mao!"
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6.4.1967
Verbot der Auflösung der
revolutionären Massenorganisationen
Die von der Linksfraktion kontrollierte Militärkommission des ZK
verbietet die von einigen Militärführern in den Provinzen angestrebte
Auflösung der revolutionären Massenorganisationen (Haydt u.a., S.68).
Juni 1967
Die "Roten Garden" besetzen das
Aussenministerium - Abbruch der Diplomatie mit China - Agitation
Die "Roten Garden" wüten im Aussenministerium:
-- Vernichtung aller Papiere
-- die Kontinuität in den Beziehungen zum Ausland wird zerstört
-- die Aussenpolitik Chinas wird noch mehr eingeschränkt (Fairbank,
S.330).
Der Aussenminister Chen I muss mehrmals vor studentischen
Revolutionsversammlungen Selbstkritik üben und sich verhöhnen lassen.
Demonstrationen schmähen das Ausland. Die "Roten Garden brennen die
englische und die indonesische Botschaft ab und besetzen die russische
Botschaft. Chou Enlai übernimmt de facto die Aussenpolitik (Fairbank,
S.330).
Bis auf einen werden alle chinesischen Botschafter zurückberufen und so
viele dipolomatische Beziehungen abgebrochen. Auch der Aussenhandel
geht zurück (Fairbank, S.330).
Die chinesischen Botschaften im Ausland werden zu Propagandazentren und
agitieren auch unter den Kommunisten des jeweiligen Landes, gegen alle
diplomatische Regeln (Fairbank, S.330). In der Folge werden z.B. die
Beziehungen zu Burma und Kambodscha abgebrochen, und das Regime in
Nord-Korea beginnt mit einer "Zusammenarbeit" mit der Sowjetunion
(Fairbank, S.331).
Steigende Spannung zur
Sowjetunion
Die Spaltung zwischen China und der Sowjetunion verschärft sich. Die
"Grenzzwischenfälle" zwischen China und der SU nehmen zu und die SU
verstärkt ihre Truppen (Fairbank, S.331).
Sommer 1967
Schwere Ausschreitungen in
Hongkong und Macao
(http://www.chinatour.com/countryinfo/history.htm#prc)
Angriffe der "Roten Garden" provozieren in Honkong eine Krise, die erst
1968 mittels der Armee beendet werden kann (Fairbank, S.331).
Spaltung der "Roten Garden" -
Kämpfe zwischen rivalisierenden
Gruppen und Rebellengruppen
Die Roten Garden spalten sich selbst in verschiedene Richtungen, wobei
sie alle ihre inbrünstige Hingabe zum Vorsitzenden Mao beschwören.
(http://www.applet-magic.com/cultrev.htm)
Es kommt zu bewaffneten Kämpfen mit 1000en und 10.000en Beteiligten.
(http://www.applet-magic.com/cultrev.htm)
Die Roten Garden haben sich nach ihrer Herkunft formiert. Die
Rivalitäten zwischen den Schulen werden von den Gruppen der "Roten
Garden" weitergeführt und brechen nun offen aus. Die Jugendlichen aus
Intellektuellenfamilien und
die Jugendlichen aus Familien des ideologischen Kaders
(Klassenkämpfer) bekämpfen sich mit ihren Anhängern gegenseitig bis zum
offenen Krieg (Fairbank, S.322).
Mao ersetzt die Parteikader
Mao ersetzt die Parteivertreter von vor der Kulturrevolution durch
radikale Vertreter, die die Kulturrevolution befürworten.
(http://www.applet-magic.com/cultrev.htm)
Juli 1967
Entführung zweier Mitglieder der
Kulturrevolutionsgruppe des ZK in Peking
durch eine Division des Garnisonskommandos von Wuhan. Peking muss
reguläre Truppen herbeirufen, um die Lage zu "klären", und um die
Revolutionskomitees einzusetzen (Fairbank, S.328).
Bürgerkrieg in Wuhan zwischen
Militär und Roten Garden - Chou Enlai plant, die Roten Garden
einzuschränken
Die radikalen Roten Garden greifen die politische Führung der Stadt
Wuhan an. Die Stadtverwaltung und deren Anhänger verteidigen sich gegen
die Roten Garden militärisch erfolgreich. Der Zwischenfall artet zu
einem voll entwickelten Bürgerkrieg aus. Zhou Enlai interveniert
persönlich, um die Situation zu lösen. Die Stadtverwaltung wird
verhaftet, aber Zhou Enlai sieht, dass auch der Radikalismus der Roten
Garden eingeschränkt werden muss.
(http://www.applet-magic.com/cultrev.htm)
Die Situation bleibt also ungelöst...
26.7.1967
Entmachtung von
Militärkommandeur Chen Tsai-Tao in Wuhan
Seine Entmachtung ist ein wichtiger Erfolg der Linken. Die Angriffe auf
höhere Militärs, die die Massenorganisationen auflösen wollen, nehmen
zu (Haydt u.a., S.68).
10.8.1967 ca.
Peking: Erweiterte Sitzung der
Militär-Kommission des ZK
Mao, Lin Piao und Chiang Ching distanzieren sich von
den "Revolutionären Rebellen" (Haydt u.a., S.68,73).
18.8.1967
Südchina: Befehlshaber Huang
Yung-Shen blockiert die Linken
Der Versuch der Linken der KPCh, sich auch in Südchina durchzusetzen,
scheitert, als der dortige Befehlshaber Huang Yung-Shen mit regulären
Truppen in die Kämpfe eingreift (Haydt u.a., S.68).
Damit ist der Höhepunkt der Kulturrevolution überschritten. Die
Linksextremisten werden aus der "Gruppe Kulturrevolution" entfernt
(Haydt u.a. S.73).
ab September 1967
Maos Befehl zur Armeeneutralität
- Spaltung der Armee
Der Bürgerkrieg lässt nach. Die Reibungen zwischen regionalen und
regulären Truppen bleiben aber. In der Folge verordnet Peking der
regulären Armee Neutralität und befielt ihr politische Ausbildung.
Gleichzeitig spaltet sich nun auch die reguläre Armee. Mao droht der
letzte Rückhalt wegzubrechen (Fairbank, S.328).
Druck des Militärs - Mao gibt
die militärische Repression frei
Als 1967 unter den Militärs Zeichen der Ungeduld über die Unordnung in
der Kulturrevolution aufkommen, befiehlt Mao dem Militär, die Bewegung
zu unterdrücken.
(http://www.applet-magic.com/cultrev.htm)
Mao gibt Lin Biao den Auftrag,
die Armee einzusetzen, um in der
Bewegung der Roten Garden wieder Ordnung herzustellen.
(http://www.applet-magic.com/cultrev.htm)
Die Armee führt die Disziplinierung der "Roten Garden" und der von
ihnen
dominierten Massenorganisationen durch. Die in Heilungkiang erstmals
gebildete Dreierverbindung von Militärkadern, Parteikadern und
Vertretern von Massenorganisationen setzt sich im ganzen Land als
Organisationsform durch, wobei die Militärs dominieren (Haydt u.a.
S.73).
Der Prozess der Installierung der Komitees dauert bis 5.9.1968.
(http://www.iisg.nl/~landsberger/rc.html)
Damit wird Liu Shaoqi faktisch total entmachtet (Haydt u.a., S.73).
Die Armee übernimmt die Kontrolle der Regierungsgebäude, Schulen und
Fabriken.
(http://www.applet-magic.com/cultrev.htm)
Der Versuch, die
Gruppen der Roten Garden zu vereinen, schlägt fehl.
(http://www.applet-magic.com/cultrev.htm)
Ab 1967 ca. beginnen die andauernden Gewalttaten unter Mao und der
Regierung Lin Biao, den Mao-Kult zu verdunkeln (Fairbank, S.340).
14.10.1967
Die Mao-Führung befiehlt den
Schulunterricht an Schulen und Universitäten
(Haydt u.a., S.73)
ab November 1967 ca.
Peking-China: Beginn der
Revitalisierung der Wirtschaft - Pläne zum Wiederaufbau der KPCh
(Haydt u.a., S.73)
1968
Pekings Volkskommunen: Der Titel
"Barfussarzt" wird offiziell anerkannt
(http://www.iisg.nl/~landsberger/bfd.html)
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Maos Personenkult

Maos Personenkult
1968: Mao als rote Sonne:
"Wir wünschen mit Respekt Mao ein ewiges Leben!"
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1968 ca.
Die Kulturrevolution verstärkt
den
Mao-Kult: Installierung von "heiligen Büchertischen" in jedem Haushalt
Mit der zwangsweisen Installierung von "heiligen Büchertischen"
(englisch: "Precious Book Tables") erreicht die Wichtigkeit von Maos
Werken ihren Höhepunkt. An diesem Ort werden Kopien von Maos Werken
aufgestapelt, wie die vier Bände der "Ausgewählten Werke". Die
Tatsache, dass die "heiligen Büchertische" mit den Büchern existieren,
heisst nicht, dass diese auch gelesen werden. Alle Mao-Werke werden
heilig - wie das "Kleine Rote Buch" - wie rituelles Zubehör, "das Wort
wird greifbar."
(http://www.iisg.nl/~landsberger/mzdt1.html)
Frühling 1968
Guangdong / Kwangtung und
Guangsei
(Guangxi?): Tote und Kulturzerstörungen
Bei Kulturzerstörungen und Randalen in Guangdong / Kwangtung und
Guangsei
(Guangxi?) kommen 1000e zu Tode. Traditionelle Opernaufführungen werden
verboten und durch die vier revolutionären Opern ersetzt.
(http://www.gpkr.de/)
CSSR: Sowjetische Besetzung -
Verkündung der Breschnew-Doktrin
Die Breschnew-Doktrin, wonach die SU es nicht mehr gestattet, ein
einmal errichtetes kommunistisches Regime stürzen zu lassen, klingt für
Peking ziemlich aggressiv (Fairbank, S.331).
Mai 1968
Kulturrevolution: Die "Roten
Garden" werden aufgelöst
(http://www.msnbc.com/modules/china_taiwan/1960.asp)
Mao löst die Roten Garden auf, weil er einen Bürgerkrieg befürchten muss
(http://www.ford.utexas.edu/museum/exhibits/China_exhibit/Mao%27s%20Dynasty.htm)
bzw. weil China unter den "Roten Garden" absolut unregierbar geworden
ist. Mao lässt die Armee durchgreifen (Fairbank, S.315).
3. und 24.7.1968
Kulturrevolution: Mao gibt neue
Pläne bekannt
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Plakat der Kulturrevolution über Maos neue "strategische Pläne" gegen
Klassenfeinde im Juli 1968
"Die Verkündigungen vom 3. und 24. Juli präsentieren Maos grosse
strategische Pläne! Vereinigt euch mit Einheiten, die sicher zuschlagen
können, sofort und ohne Verzögerung gegen die Handvoll Klassenfeinde!" |
Sommer 1968 bis April 1969
Vierte Phase der
Kulturrevolution: Mao versucht den Neuaufbau von
Partei und Regierung
(Fairbank, S.329)
Juli 1968
Mao befiehlt die Auflösung der
"Roten Garden"
und überträgt der regulären Armee, in allen Provinzen
Revolutionskomitees einzurichten. Die Armee zeigt in der Folge überall
Präsenz (Fairbank, S.328).
Die Jugendlichen der "Roten Garden" werden aufs Land geschickt, in eine
politische Bedeutungslosigkeit (Fairbank, S.328).
Bildung von "Revolutionären
Aufständischen"
Die "Roten Garden" werden durch Gruppen der "Revolutionären
Aufständischen" ersetzt. Es kommt zu Ausschreitungen wie bei den "Roten
Garden" (Fairbank, S.328). Das Militär beherrscht die
Revolutionskomitees. Die meisten Ersten Sekretäre der KPCh sind nun
Armeeoffiziere (Fairbank, S.328-329). Nun hat das Militär einen
Haupteinfluss (Fairbank, S.316). 2/5 der Führung sind Militärs, die
schwachen alten und neuen Funktionären gegenüberstehen, so dass die
Militärs das Sagen haben (Fairbank, S.329).
Gemäss Gerüchten über Chou Enlai gehen die Verluste der Regionaltruppen
in die 100.000e (Fairbank, S.329).
Die Jugendlichen auf dem Land:
Feldlatrinen säubern
Auf dem Land in China ist es noch Sitte, Kot und Urin mit anderem
organischen Material zu kompostieren, um als Dünger auf den Feldern zu
landen. Die Feldlatrine ist ein normales Bild, und die menschliche
Notdurft ist ein Faktor der Landwirtschaft (Fairbank, S.334).
Die entlassenen Rotgardisten müssen bei der Kompostierung der Latrinen
helfen (Fairbank, S.334-335). Schweinedung gefällt ihnen aber besser.
Schlussendlich ist es die absolute Zwangsarbeit (Fairbank, S.335).
5.9.1968
Peking-China: Revolutionäre
Komitees sind in
ganz Chinas installiert
Erst am 5. September 1968 sind die Komitees landesweit in allen
Provinzen, Bezirken und autonomen Regionen, installiert. Mao erlaubt
den Komitees eine nur vorübergehende Macht. Sie
existieren aber bis 1979.
(http://www.iisg.nl/~landsberger/rc.html)
13.-31.10.1968
12.Plenum des VIII. ZK: Neues
Parteistatut - Parteiausschlüsse
-- das Plenum nimmt ein von Chen
Po-Ta, Yao Wen-Yüan und Chang
Chun-Chiao ausgearbeitetes neues Parteistatut an
-- Liu Shaoqi wir formell
aller Ämter enthoben und aus der Partei ausgestossen (Haydt u.a., S.73).
|
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Kulturrevolution: Hetzplakat 1968 zum
Parteiausschluss von Liu Shaoqi: "Der Abtrünnige, Verräter und Lump Liu
Shaoqi muss für immer von der
Partei ausgeschlossen werden!" |
ab Oktober 1968
Kulturrevolution: "Monster und
Dämonen": Öffentliche
Hetze gegen Liu Shaoqi
Er soll ein "Abtrünniger, Verräter und Lump sein, der sich in der
Partei versteckt hält, ein Diener des Imperialismus, des modernen
Revisionismus und der Reaktionäre der Kuomintang". Formell wird er aus
allen Ämtern enthoben.
(http://www.iisg.nl/~landsberger/lsq.html)
Liu Shaoqi wird 1968 in
Einzelhaft genommen. Er wird geschlagen und gefoltert und wird krank.
(http://www.applet-magic.com/cultrev.htm)
Kulturrevolution: Deng Xiaoping
wird intern exiliert - Zhou Enlai wird weitgehend entmachtet
(http://www.iisg.nl/~landsberger/dxp.html)
Deng Xiaoping kommt schliesslich auf eine "Kaderschule" auf dem Land,
(http://www.iisg.nl/~landsberger/m7.html)
bzw. Deng Xiaoping wird Manager einer abgelegenen Fabrik.
(http://www.applet-magic.com/cultrev.htm)
Zhou Enlai bleibt auf
seinem Posten, aber mit schwindendem Einfluss auf die politischen
Ereignisse.
(http://www.applet-magic.com/cultrev.htm)
November 1968
Kulturrevolution: Hetze gegen
Liu Shaoqi: Er soll der "Oberführer einer schwarzen Bande" sein
(http://www.iisg.nl/~landsberger/lsq.html)
22.12.1968
Maos Befehl an die
Schulabsolventen, aufs Land zu gehen
Mao fordert die Absolventen von Schulen und Hochschulen auf, aufs Land
zu gehen, um sich von den Bauern umerziehen zu lassen. In der Folge
werden mehr als 10 Mio. Jugendliche in die Randzonen Chinas
abkommandiert. Die Rebellion der Jugend ist damit zerschlagen (Haydt
u.a., S.73).
Ende 1968
Peking-China installiert
die Kaderschulen "7. Mai" zur "Umerziehung" auf dem Land - planmässige
Verbannung als politisches Mittel
Zur systematischen Realisierung der Direktive über die "Farmen" vom 7.
Mai 1966 lässt Mao die "Kaderschulen" installieren. Das Zentralkomitee
und
der Stadtrat richten - über 18 Provinzen verteilt - 106 "Kaderschulen
des 7. Mai" ein. Intellektuelle und Kader sollen sich die Praxis bei
praktischer Arbeit auf dem
Land holen. Dies ist eine beliebte Methode, unbeugsame Kader
und Intellektuelle aus den Städten zu verbannen.
Insgesamt werden über 100.000 Vertreter der Zentralregierung, darunter Deng Xiaoping, und 30.000
Familienmitglieder, in diese Schulen
abkommandiert.
(http://www.iisg.nl/~landsberger/m7.html)
Anders gesagt: Die Opposition kann mit diesem System ganz einfach in
die Verbannung geschickt werden, bzw. die Ex-Mitglieder der aufgelösten
"Roten Garden" werden in eine "Umerziehung" zu den Bauern verbannt, um
im Land die Ordnung wieder herzustellen.
(http://www.applet-magic.com/cultrev.htm)
Auf niedrigerer Stufe richten die Büros 10.000e weitere "Kaderschulen"
ein, wohin eine unbekannte Anzahl mittlerer und niedriger Kader zur
Umerziehung hingeschickt werden. Dabei sind die Lebensbedingungen in
diesen Schulen schlecht. Die Kader müssen manuelle Arbeit verrichten,
müssen ihr eigenes Gemüse züchten.
Das Ziel der Schulen ist die Selbstversorgung. Normalerweise werden die
Basis-Rationen aber von den Einheiten geliefert, die den Kadern
zugeteilt sind.
Darüber hinaus wird das Ziel, von den armen Bauern und von den Bauern
der unteren Mittelschicht etwas zu lernen gründlich verfehlt. Viele
Bauern, die in Regionen mit Kaderschule leben, sind über die
Konfrontation mit Kaderleuten gar nicht erfreut, denn die Kader steuern
in ihren Augen keinen Beitrag in Sachen Arbeitskräfte bei, sondern sind
eine Bedrohung für die eigene Existenz. Viele Kader und Intellektuelle
können sich nicht an das strenge Leben gewöhnen und sterben während der
Umerziehung.
(http://www.iisg.nl/~landsberger/m7.html)
Bilanz 1966-1968
-- die "Kulturrevolution" führt zu einem Rückgang der
Industrieproduktion von 12 %
-- Mao und sein radikales Umfeld kontrollieren weiterhin die Regierung.
(http://www.applet-magic.com/cultrev.htm)
Dezember 1968-1975
Wiederaufnahme der Kampagne:
Hoch in die Berge und nach unten ins Dorf - "Umerziehung" und
Umsiedlung
Ab Dezember 1968 wird das Umerziehungsprogramm von 1956 wieder
aufgenommen. Es werden Millionen städtische junge Leute mit
Gymnasialabschluss und Studenten mobilisiert und "hoch in die Berge und
nach unten in die Dörfer" geschickt ("shangshan xiaxiang"), in
ländliche Gebiete und in Grenzregionen. Zwischen 1968 und 1975 werden
12 Millionen Studenten und Kaderleute
"umerzogen", schätzungsweise 10 % der städtischen Bevölkerung (Stand
1970).
(http://www.iisg.nl/~landsberger/xf.html)
Hauptzweck ist dabei der Versuch, die Roten Garden und innere
Flügelkämpfe und drohenden zivilen Widerstand unter Kontrolle zu
bekommen. Die KP-Regierung in Peking weiss mit den Millionen jungen
Leuten einfach nichts anzufangen. Ein Weg, die jungen Leute
loszuwerden, ist, sie aufs Land zu schicken, wo sie für sich selber
sorgen sollen. Mit der Zeit wird dies von den Betroffenen bemerkt und
führt später zu einer politischen Passivität.
Prinzipiell appelliert das Programm, dass man definitiv aufs Land
zieht. Die Betroffenen müssen sich dort einleben und sich verwurzeln
mit dem Ziel, von den Armen und der tieferen Mittelschicht der Bauern
umerzogen zu werden.
(http://www.iisg.nl/~landsberger/xf.html)
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Plakat zur
Kulturrevolution 1969: Studenten auf
Berge und hinab in die
Dörfer, mit dem Roten Buch in der Hand... |
Die Plakatpropaganda für dieses
Programm ist sehr stark. Die Propaganda
zeigt idyllische ländliche Szenen unter dem Kommunistenstern, vom
Bauern wohl versorgt. Damit sollte ein "neuer, kultivierter Bauer"
geschaffen werden. Die jungen Intellektuellen sollen gleichsam neue
Technologie und neues Wissen auf dem Land verbreiten.
(http://www.iisg.nl/~landsberger/xf.html)
Ähnlich wie beim Kaderprogramm des "7. Mai" stösst die Ansiedlung
städtischer Studenten bei den Bauern aber nicht unbedingt auf
Zustimmung. Sie sehen die jungen Leute aus den Städten, die in ihren
Augen keine grosse Arbeit leisten, als eine Bedrohung an. Viele
Studenten können das harte Leben nicht aushalten und sterben während
der Umerziehung.
(http://www.iisg.nl/~landsberger/xf.html)
Gegen Ende und vor allem nach der Kulturrevolution ist es vielen wieder
möglich, in den Städten Arbeit zu finden oder wieder in die Stadt zu
ziehen. Eine grosse Anzahl von ihnen geben sich aber ihrem Schicksal
hin und entscheiden, auf dem Land zu bleiben.
(http://www.iisg.nl/~landsberger/xf.html)
1969
Pekings Stadtmauer wird zerstört
Die Roten Garden lassen Pekings Stadtmauer von Hand abtragen. Die
jahrhundertealten Steine werden zum Bau einer unterirdischen Festung
für Mao Tsedong gebraucht.
(http://www.gpkr.de/)
Januar 1969
Kulturrevolution: Hetze gegen
Liu Shaoqi: Er soll "Chinas Kruschtschow" und "der
Nr.1-Festveranstalter zum Abbiegen auf die Kapitalistenstrasse" gewesen
sein
Gerüchte um den angeblichen Tod von Liu
Shaoqi im Gefängnis Kaifeng stimmen
nicht. Liu Shaoqi
soll die Einnahme von
Diabetes-Medikamenten
verweigert haben. Aber Liu Shaoqi lebt weiter und wird in den 1980er
Jahren rehabilitiert.
(http://www.iisg.nl/~landsberger/lsq.html)
[Die "Entfernung" eines Konkurrenten durch Selbstmord wäre Maos
"Endziel" gegen einen Konkurrenten...]
Gemäss anderen Angaben stirbt Liu Shaoqi 1969 im Gefängnis.
(http://www.applet-magic.com/cultrev.htm)
Januar bis April 1969
Peking-China: Völlige
Destabilisierung durch Grenzkonflikte mit der Sowjetunion und in Vietnam
(http://www.gpkr.de/)
2.3.1969
Chinesische Besetzung einer
Grenzinsel im Grenzfluss Amur
Russland schlägt zurück und übt Vergeltung (Fairbank, S.331).
April 1969
Grenzkämpfe am Fluss Amur
zwischen Peking-China und Russland - China unter Kriegsrecht
(http://www.msnbc.com/modules/china_taiwan/1960.asp)
Am Fluss Amur (Heileongjiang,
deutsch: "Schwarzer-Drachen-Fluss") kommt es zu militärischen
Zusammenstössen zwischen chinesischen und sowjetischen Truppen. Der
Verteidigungsminister Lin Biao
verhängt deswegen über ganz China das Kriegsrecht.
Einige Stimmen
sagen, Lin Biao habe die militärische Auseinandersetzung am Fluss Amur
selber angezettelt, um einen Vorwand zu haben, das Kriegsrecht zu
verhängen, damit die Regierung das Land noch besser kontrollieren kann.
Lin Biaos Spiel mit dem Feuer am Fluss Amur verursacht Ängste bei der
Oppositionsgruppe wie bei Maos Gruppe selber. Maos Frau Jiang Qing stellt sich gegen Lin
Biao, Chen Boda unterstützt
ihn. In der Folge wird die Kommunistische Partei und das Zentralkomitee
von Militärs dominiert.
(http://www.applet-magic.com/cultrev.htm)
Unter dem Eindruck starker sowjetischer Truppenkonzentrationen und des
Einmarsches der Warschauer Pakts in der "CSSR" kann in China ein Klima
der Angst geschaffen werden (Haydt u.a., S.73).
Mao beschliesst, Gespräche mit
den "USA" zu führen als Antwort auf die russische Bedrohung
(http://www.applet-magic.com/cultrev.htm)
Das Verhältnis zwischen China und der Sowjetunion wird derart schlecht,
dass Peking zur "USA" einschwenkt (Fairbank, S.331).
Peking-China: Immer noch
Umsturzparolen gegen aussen:

Plakat mit Mao-Parolen 1969:
"Alle Völker der Welt
vereinigt
euch zum Sturz des amerikanischen
Imperialismus, zum Sturz
des sowjetischen Revisionismus,
und zum Sturz der
Reaktionäre aller Nationen!"
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Und auch die Feier von
Maos Person wird weiter betrieben:

Plakat von Maos Personenkult 1969: Ein Massenmörder
präsentiert sich als grösster Marxist und
Leninist:
"Kamerad Mao Zedong ist der grösste Marxist-Leninist des gegenwärtigen
Zeitalters! 1969"
|
[Tatsächlich hat Maos Politik die Todesraten unter Lenin und Stalin bis
1969 bei weitem erreicht...]
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Lin Biao
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Chou En-Lai / Zhou Enlai, Portrait
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1.-27.4.1969
IX. Parteitag der KPChina:
Wahl von Lin Biao zum Nachfolger Mao Zedongs
Der Parteitag ist strengstens geheim (Haydt u.a., S.73). Von 1500
Delegierten erscheinen 1000 in Uniform (Fairbank, S.329).
Mao erklärt die Kulturrevolution
für beendet - den Bauern wird der Nebenerwerb gestrichen
Der Terrorismus und die Hexenjagd halten aber an, auf dem Land bis zum
9.9.1976 bis zu Maos Tod. Die Bauern werden z.B. gezwungen, ihren
Nebenerwerb durch Tierzuchten aufzugeben. Die Bauern werden wieder in
den Hunger gestürzt (Fairbank, S.331).
40 bis 90 Mio. Leute auf dem Land werden dadurch arbeitslos, während in
den Städten 10 bis 30 Mio. Leute arbeitslos sind (Fairbank, S.344).
Dafür wird die Entwicklung der Schwerindustrie vorgezogen (Fairbank,
S.344).
Lin Biaos Armee-"Arbeit"
Lin Biao präsentiert seinen politischen Bericht (Fairbank, S.329).
Das neue Parteistatut: Lin Biao
als Maos designierter Nachfolger
Die Verfassung von
1956 wird durch eine neue Verfassung ersetzt:
-- die "Gedanken Maos" werden wieder Richtschnur der Partei, samt
Klassenkampf (Haydt u.a., S.73; Fairbank, S.329)
-- die Parteimitgliedschaft wird nach der Gesellschaftsklasse bestimmt
-- die Parteiorganisation bleibt im Dunkeln
-- insgesamt ist die neue Verfassung viel kürzer als die alte
-- Lin Biao wird zum stellvertretenden Vorsitzenden ausgerufen als der
"vertraute Waffengefährte und Nachfolger des Genossen Mao"
-- im neuen ZK sind 45 % Militärs (1956 noch 19 %), 2/3 kommen vom
Land,
viele sind neu, gleichzeitig ist das Durchschnittsalter 60 Jahre
und das neue ZK ist somit militärischer orientiert, weniger gebildet
und in der Aussenpolitik unerfahren (Fairbank, S.329).
Die Wahl der kulturrevolutionär orientierten Führungsgruppe mit Lin
Biao als Nachfolger von Mao scheint für viele Beobachter der
Höhepunkt
der Kulturrevolution.
(http://www.knerger.de/Erlaeuterungen/hauptteil_erlaeuterungen.html)
Radikale Studenten bei den Massenorganisationen werden selten
(Fairbank, S.329).
Die Kulturrevolution wird
offiziell für "beendet" erklärt
Infolge der völligen Destabilisierung Chinas lässt Mao die
Kulturrevolution für beendet erklären.
(http://www.gpkr.de/)
ab April 1969
China besetzt viele
Botschafterposten neu und nimmt die Diplomatie wieder auf
(Haydt u.a., S.75)
15.4.1969
Neuwahl des ZK und des Politbüros
Es dominieren wieder die Vertreter der Volksbefreiungsarmee (Haydt
u.a., S.73).
ab 24.4.1969
Die Rangkämpfe gehen weiter
Nach dem Ende des IX. Parteitags hören die gröbsten Missbräuche auf.
Die politisch
belastete Atmosphäre hält aber bis zu Maos Tod 1976 an,
(Haydt u.a., S.73;
http://www.chinatour.com/countryinfo/history.htm#prc)
denn:
-- Lin Biao gibt seine
Ambitionen nicht auf, Mao zu stürzen
-- die pragmatischen Kräfte um Zhou
Enlai / Chou En-Lai erleben ein Revival.
(http://www.knerger.de/Erlaeuterungen/hauptteil_erlaeuterungen.html)
Die Ausschreitungen gehen bis 1971 weiter, z.T. unter Beteiligung des
Militärs (Fairbank, S.316).
28.4.1969
Das 1. Plenum des IX. ZK wählt
Mao Tse-Tung erneut zum Parteivorsitzenden
(Haydt u.a., S.73)
Mai 1969
Peking-China: Rehabilitation von
Kadern - erneute Spaltung der Partei: Chou gegen Lin
Der Wiederaufbau der Partei wird verstärkt propagiert und eine von nun
an ständig wachsende Zahl von Kadern, die während der Kulturrevolution
"gesäubert" worden sind, auf Betreiben Chou
Enlais rehabilitiert. Chou steuert mit Hilfe der Partei und mit
Unterstützung zahlreicher Regionalbefehlshaber einen Kurs der
politischen und wirtschaftlichen Konsolidierung. Lin Biao dagegen propagiert die
Rückkehr zur Politik des "Grossen Sprungs nach vorn" unter Leitung der
Armee und mit Hilfe einer weitgehend militarisierten Bevölkerung. Die
Partei spaltet sich erneut in Linienkämpfen (Haydt u.a., S.74).
Ende 1960er Jahre
Burma: Ende der Taiwan-Guerilla
- Opiumhandel
Die Angriffe der Burma-Guerilla finden ein Ende, weil die Infrastruktur
von Peking-China sich verbessert. Reste der Taiwan-Kämpfer bleiben in
der Region und werden im Opiumhandel aktiv.
(http://en.wikipedia.org/wiki/Chinese_Civil_War)
"USA"-Peking-China: Chou En-Lai plant ein Treffen
Mao-Nixon
Chou En-Lai ist nach den
Säuberungen derjenige moderate Führer, der sich in China vor der
sowjetischen Militärmacht fürchtet und eine Verbesserung der
Beziehungen zum Westen sucht. Er arrangiert ein Treffen zwischen Mao
und dem "US"-Präsident Richard Nixon
für das Jahr 1972.
(http://www.ford.utexas.edu/museum/exhibits/China_exhibit/Mao%27s%20Dynasty.htm)
Die gegenseitige Annäherung kommt auch den "USA" gelegen, denn im
Vietnamkrieg droht die lange erwartete Niederlage. Nixon glaubt
ausserdem, mit Beziehungen zu China könne die "USA" die
Unterstützerrolle für China spielen, die lange die Sowjetunion
übernommen hatte.
(http://www.ford.utexas.edu/museum/exhibits/China_exhibit/Raising%20the%20Bamboo%20Curtain.htm)
ab 1969
Der Kampf um die Mao-Nachfolge
beginnt: Manöver von Lin Biao und Mao
Alle ranghohen Mitglieder der Hierarchie in der KPCh streben auf den
Platz Nr.2. Lin Biao schiebt seine Offiziere innerhalb der Partei an
Plätze, um seine Position als Nr.2 abzusichern (Fairbank, S.332).
Mao baut gleichzeitig die Position des Militärs ab. Er will sich Lin
Biao entledigen und organisiert eine mehrfache Hetze gegen ihn, in
Koordination mit Chou Enlai, nach alten "chinesischen Methoden"
(Fairbank, S.332). Mao lässt direkt unter Lin Biao zwei Generäle der
alten Mao-Richtung etablieren. Sie werden von Chou Enlai demonstrativ
mit einer Prozession in ihre neuen Aufgaben eingeführt (Fairbank,
S.332-333).
Mao und Lin erscheinen auf Fotos fortan nicht mehr nebeneinander,
sondern Lin erscheint nur noch im Hintergrund. Ein mit Lin Biao
befreundeter Adjutant Maos wird plötzlich angeklagt und an
Versammlungen aufgefordert, Selbstkritik zu üben. Auf diese Weise wird
Lin Biao seine Machtbasis mehr und mehr entzogen. Chou Enlai arbeitet
als Handlanger Maos weiter als Nr.3, vor allem in der Aussenpolitik und
bei der Rehabilition der Regierung gegenüber der Bevölkerung. Mao
streut gleichzeitig bei regionalen Befehlshabern im ganzen Land
negative Nachrichten über Lin Biao (Fairbank, S.333).
Lin Biao versucht angeblich den Umsturzversuch mit Hilfe seines Sohnes
im Zentralkommando der Armee. Angeblich bekommen Mao und Chou Enlai
durch Agenten aber alles mit (Fairbank, S.333).
1970
Mao lässt Chen Boda beseitigen
(http://www.applet-magic.com/cultrev.htm)
Kulturrevolution: Die
"Viererbande" gelangt an die Macht
Als "Viererbande" werden bezeichnet:
-- Maos Frau Jiang Qing
(1913-1991)
-- der Vertreter des
Shanghaier Propagandaministerium Zhang
Chunqiao (1917-1991)
-- der
Literaturkritiker Yao Wenyuan
(1931)
-- und der Shanghaier
Sicherheitswachmann Wang Hongwen
(1935-1992).
Sie dominieren die
Politik Peking-Chinas in den frühen 1970er Jahren.
(http://www.iisg.nl/~landsberger/g4.html)
Jiang Qing und weitere
Radikale setzen sich nun offen gegen Lin
Biao als Kandidat für die Nachfolge Maos ein.
(http://www.applet-magic.com/cultrev.htm)
Hier ist eine "Viererbande", eine von
vielen...
|

Jiang Qing, Maos Frau, Portrait |

Zhang-Chunqiao, Portrait |

Yao Wenyuan, Portrait |

Wang Hongwen |
1970-1971
Die vergebliche Suche nach einer
"Gruppe des 16. Mai" - 1000 Terroropfer
Militärische Sicherheitskräfte suchen aggressiv nach früheren
Mitgliedern einer angeblichen "Gruppe des 16. Mai". Unschuldigen werden
Foltergeständnisse abgepresst, und mehrere 1000 Personen werden
hingerichtet. Dabei ist unsicher, ob eine solche "Gruppe des 16. Mai"
überhaupt je existiert hat (Fairbank, S.331).
1970: Diplomatische Anerkennung
für Peking-China durch Kanada und Italien
(http://www.taipeitimes.com/News/local/archives/1999/12/31/17830)
Die Frage der Anerkennung: 68:53
für Peking-China gegen Taiwan
Bis 1970 kann Peking-China Taiwan in der Frage der Anerkennung
überholen. Peking-China wird von 68, Taiwan-China von 53 Staaten
diplomatisch anerkannt. Und die "USA" öffnen Peking-China die ersten
Türen, um die Beziehungen zu verbessern.
(http://www.taipeitimes.com/News/local/archives/1999/12/31/17830)
1970: Gruppenzwang zur
Familienplanung für die Zwei-Kind-Familie in Peking-China
Im Jahr 1970 nimmt Zhou Enlai / Chou En-Lai - in Übereinstimmung mit
Mao Zedong - ein nachhaltiges Projekt in Angriff, die Familienplanung
als Teil der Politik einzuführen, um die Geburtenrate auf 2 % zu
reduzieren. Die Propaganda verkündet ein neues Familienbild mit Parolen
wie
-- "später, regelmässig und wenig"
-- "ein Kind ist nicht zu wenig, zwei ist gut, und drei sind viel für
dich".
Die Leute sollen dazu gebracht werden, nur noch zwei Kinder zu haben.
Dazu soll ein Quotensystem eingeführt werden. Um die Kampagne zu
verbreiten, wird ein landesweites Netzwerk für den
Familienplanungsdienst geschaffen, in Form von "Komitees zur
Geburtenkontrolle". Die Kader der Komitees - oft Frauen - sind für die
Erziehung zur Familienplanung verantwortlich.
Die Versorgung mit Verhütungsmittel in den ländlichen Gebieten obliegt
den Landspitälern und Barfuss-Ärzten. Andere Mittel zur
Geburtenkontrolle wie Spirale, Abtreibung, Sterilisation sind gratis.
Das Programm wird aber nicht überall gleich stark ausgeführt.
Bei Ausführung des "Programms" werden Frauen persönlich oder in kleinen
Gruppen (xiaozu) "bearbeitet". Die Frauen werden in Grossbetrieben wie
Fabriken, Unternehmen, und in Städten strassenweise und auf dem Land
dorfweise in kleine Gruppen eingeteilt, die von einem Familienplaner /
einer Familienplanerin angeführt werden, der/die die Zusammenkünfte
organisiert und jedes Gruppenmitglied einzeln berät. Die Geburtsquoten
werden durch die administrativen Hierarchien aufgezwungen, bis jede
Kleingruppe die ihr zugeteilte Geburtenrate erreicht. Der staatliche
Zwang und der Gruppenzwang sind dabei offensichtlich.
(http://www.iisg.nl/~landsberger/pop1.html)
[Die Propaganda argumentiert, dass ohne Geburtenplanung die
"Revolution" gefährdet sei...]
ab 1970 ca.
Mao sieht seine "Revolutionen",
die keine Resultate bringen
Die Bauern sind ihm immer mehr gleichgültig (Fairbank, S.364).
[Ursachenforschung will Mao nicht betreiben, denn er müsste sich selbst
als Ursache erkennen...]
März 1970
Mao will das Amt des
Staatspräsidenten abschaffen
mit Hilfe einer Verfassungsänderung. Die Armee wird gleichzeitig
verstärkt zum Gehorsam gegenüber der Partei aufgerufen (Haydt u.a.,
S.74).
24.4.1970
Taiwan: Mordversuch in New York
Huang Wen-Hsiung versucht, den taiwanesischen Präsidenten Chiang
Ching-Kuo in New York zu ermorden.
(http://www.taipeitimes.com/News/archives/2001/02/25/0000075184)
August 1970
Aufnahme diplomatischer
Beziehungen zwischen China und Jugoslawien
das lange wegen der "revisionistischen" Politik angegriffen wurde
(Haydt u.a., S.75)
Gleichzeitig Ausweitung der diplomatischen Kontakte zu Rumänien (Haydt u.a., S.75).
23.8. bis 6.9.1970
2. Plenum des IX. ZK: Mao drückt
die Abschaffung des Staatspräsidenten durch - Putschvorbereitungen
durch Lin Biao
Lin Biao und seine
Anhänger im zentralen Militärapparat, unterstützt von Chen Po-Ta, drängen vergeblich auf
die Beibehaltung des Staatspräsidentenamtes. Daraufhin beginnt Mao
gegen die Lin-Biao-Gruppe Stellung zu beziehen. Seine Kritik
konzentriert sich zuerst auf Chen Po-Ta. Lin Biao beginnt angesichts
der Mao-Attacken, mit seinen Anhängern einen Putsch gegen Mao
vorzubereiten (Haydt u.a., S.74).
ab 6.9.1970
Chen Po-Ta tritt nicht mehr in
der Öffentlichkeit auf
(Haydt u.a., S.74)
1970er Jahre
Taiwan: Zulassen einer
Nischen-Opposition
Bei Kommunalwahlen und Ergänzungswahlen zu den nationalen Organen
entsteht ein wachsender Spielraum für eine politische Opposition. Die
Taiwan-Regierung lässt auch einen "grauen Markt" für kritische
Publikationen zu.
(http://www.taiwan-info.de/html/deutsch/TWPAPERg.htm)
Dezember 1970
Bildung von 26 Provinzkomitees -
Bildung der Parteikomitees von Peking, Shanghai und Tientsin
Die linken Massenorganisationen verlieren dabei an Macht, die neue
Koalition zwischen Parteiveteranen und lokalen Militärbefehlshabern
gewinnt an Macht (Haydt u.a., S.74).
1970/1971
Peking-China: Wiederaufnahme des
normalen Universitätsbetriebs
Erst jetzt sind die strukturellen Schäden behoben und das Vertrauen
zwischen Studenten und Professoren wieder hergestellt. Für die Aufnahme
von Studenten gilt aber noch bis 1973 das Kriterium der Gesinnung.
(http://www.gpkr.de/)
1971
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Plakat der Kulturrevolution 1971: Für Maos Direktiven des 7. Mai zur
Umerziehung von Kadern und Intellektuellen auf dem Land:
"Geh mutig vorwärts auf der grossen siegreichen Strasse der 'Leitlinie
des 7.Mai' des Vorsitzenden Mao!" |
April 1971
Parteikonferenz der KPCh: Chen
Po-Ta wird weggesäubert
(Haydt u.a., S.74)
Guangzhou: Maos Zitate in
Liedform

Guangzhou April 1971: Maos Zitate in Liedform, gesungen von einem
Schülerinnenchor
http://news.bbc.co.uk/1/hi/special_report/1999/09/99/china_50_years_of_communism/460953.stm
|
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Geheimes Treffen
Kissinger und Mao 1971
|
Juli
1971
"USA"-Peking-China:
Geheimer
Besuch
von "US"-Staatssekretär Henry Kissinger
(http://www.msnbc.com/modules/china_taiwan/1971.asp)
"USA": Nixon kündigt seinen
China-Besuch für 1972 an, und die ganze Welt tut geschockt
(http://www.ford.utexas.edu/museum/exhibits/China_exhibit/Raising%20the%20Bamboo%20Curtain.htm)
17.7.1971
Die chinesische Presseagentur
gibt die Einladung Chou-Enlais an Nixon zu einem China-Besuch bekannt
(Haydt u.a., S.74)
August 1971
Peking-China: Chen Boda, der Lin
Biao unterstützt hat, wird verhaftet und verschwindet
(http://www.applet-magic.com/cultrev.htm)
September 1971
Peking: Lin Biao verliert
die Macht: Putschversuch, Flucht, angeblicher Flugzeugabsturz
Mao
und Zhou Enlai decken die
Planung zu einem Putschversuch auf. Lin
Biao flieht aus China, wobei
sein Flugzeug über der Mongolei abstürzt. Die Bevölkerung erfährt davon
aber
erst 1972.
(http://www.iisg.nl/~landsberger/lb.html)
Lin Biao versucht mit
seiner Frau im Flugzeug nach Russland zu fliehen. Das Flugzeug wird
angeblich über der Mongolei abgeschossen.
Ein Jahr lang wird darüber nichts berichtet. Über die Umstände des
Verbleibs von Lin Biao gibt es keine Klarheit (Fairbank, S.333).
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Plakat
des Personenkult Chinas 1971: Mao und Lin Biao: "Lang leben der
Vorsitzende Mao!" |
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Plakat des Personenkult
Chinas 1971: Mao mit Lin Biao mit der Armee im
Hintergrund:
"Schreitet siegreich voran, immer der revolutionären Linie des
Vorsitzenden Mao folgend!"
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Chou En-Lai / Zhou Enlai
1971 ca.
|
Die Geschichte mit dem
Flugzeugabsturz auf dem Weg nach Moskau
ist die
offizielle Version. Es ist zu bezweifeln, ob alle Umstände um den Tod
von Lin Biao je ans Licht kommen werden. Beide Führer, Mao und Lin,
haben das Geheimnis mit ins Grab genommen.
(http://www.chinatour.com/countryinfo/history.htm#prc)
Nach der Flucht von Lin Biao bekommt nun Zhou Enlai wieder grösseren
Einfluss und versucht, China nach den Hauptereignissen der
"Kulturrevolution" zu reorganisieren.
(http://www.applet-magic.com/cultrev.htm)
1971
Die Kaderschulen
auf dem Land werden schrittweise
geschlossen
Den Kadern und Intellektuellen wird die Rückkehr in die Städte erlaubt,
wo sie ihre Arbeit wieder aufnehmen dürfen. Schrittweise werden die
7.Mai-Kaderschulen geschlossen. Einige bleiben auch noch nach 1979
noch in Betrieb.
(http://www.iisg.nl/~landsberger/m7.html)
ab 1971 ca.
Pekings Programm zur
Familienplanung
Vermittler auf dem Land sind wiederum die "Barfuss-Ärzte".
(http://www.iisg.nl/~landsberger/bfd.html)
Die "Viererbande" versucht es...
Nachdem nun Lin Biao und seine militärischen Verbindungen weggesäubert
sind, versucht die "Viererbande" unter Führung von Maos Frau, möglichst
viel Macht an sich zu reissen (Haydt u.a., S.76). Die "Viererbande"
versucht vergeblich, Regierung oder die Wirtschaft in
die Hand zu bekommen. Wirtschaftsentwickler sammeln sich um Chou Enlai (Fairbank, S.338).
Die "Viererbande" beobachtet mit Argwohn die Rehabilitierung ehemaliger
Parteifunktionäre und die allmähliche Zurückdrängung
"kulturrevolutionärer Errungenschaften" zugunsten einer an Rationalität
und Effizienz orientierten Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik, wie
z.B.
-- die Einführung eines leistungsbezogenen Erziehungssystems
-- die Aktivierung des Aussenhandels mit den westlichen Staaten, um die
Mechanisierung und die Modernisierung der chinesischen Wirtschaft und
der Armee voranzubringen.
Gegen solche "kapitalistischen" Staatsstrukturen organisiert die
"Viererbande" Widerstand (Haydt u.a., S.76).
25.10. 1971
Peking-China wird in die UNO
aufgenommen - Taiwan zieht aus der UNO aus
und erhält einen ständigen Sitz im Sicherheitsrat. Wirtschaftlicher
Nutzen der Industrienationen und wirtschaftliche Abhängigkeit
entwicklungsbedürftiger Länder sichern Peking-China grossen Einfluss in
der Welt.
(http://tibet.logic.at/TibetohneMythos/content/page03.html)
Die "USA" widersetzen sich der Aufnahme Chinas in die UNO nicht mehr.
Taiwan zieht sich in der Folge aus Protest gegen die Aufnahme
Peking-Chinas aus der UNO zurück in der Erwartung, dass Taiwan sonst
sowieso aus der UNO ausgeschlossen worden wäre. Die Anerkennung Taiwans
geht in der Folge weiter zurück.
(http://www.taipeitimes.com/News/local/archives/1999/12/31/17830)
Anfang Dezember 1971
"Kampagne zur Kritik am
Revisionismus und zur Korrektur des Arbeitsstils"
-- um die Anhänger von Lin Biao
v.a. im zentralen Militärapparat auszuschalten
-- Lin Biao wird aber bis August 1973 nicht damit in Verbindung
gebracht (Haydt u.a., S.74).
Die Zahl der Rehabilitierungen von Altfunktionären und Militärs nimmt
weiter zu (Haydt u.a., S.74). Zudem wird der Wiederaufbau des zentralen
Verwaltungsapparats beschleunigt vorangetrieben (Haydt u.a., S.75).
1971-1976
Die KPChina ist im Zwiespalt
zwischen Radikalen ("Viererbande") und Reformern (Chou En-Lai)
Durch diesen inneren Konflikt über die Orientierung der Revolution
kommt sogar die Publikation der "Ausgewählten Werke" Maos in dieser
Zeit zum Stillstand.
(http://www.iisg.nl/~landsberger/mzdt1.html)
1972
Taiwan: Keine Neuwahlen -
umgreifende Vetternwirtschaft aufgrund der Übergangsgesetze
Obwohl die abschliessende Revision des Übergangsrechts 1972 ein System
für zusätzliche Sitze in der Legislative eröffnet, ist es auch ein
gesetzlicher Präzedenzfall für unbeschränkte Abgeordnetenzeiten
in der Legislative, wie in Festland-China. Das Übergangsgesetz wird
somit für alle Abgeordneten auf Taiwan das Haupthindernis für
Neuwahlen.
Der grösste Mangel bezüglich der konstitutionellen Regierung ist die
Tendenz in der Regierungsverwaltung, nach ihrem eigenen Gutdünken zu
handeln, ohne gesetzliche Grundlage. Mit administrativen Manövern wird
zügellos gegen das Recht verstossen. Die Kuomintang ignoriert
systematisch dieses "Phänomen"...
(http://www.twcenter.org.tw/e02/20011224.htm)
1972
Peking-China
verzichtet auf Schadenersatz gegenüber Japan
um von Japan die diplomatische Anerkennung zu erhalten.
(http://www.uglychinese.org/war.htm)
|
Peking: Plakate für Studenten
auf Maos "Linie"
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Plakat Peking-Chinas 1972: Studenten auf dem Land sollen Maos Linie
folgen:
"Geh siegreich vorwärts, folge der proletarischen Linie des
Vorsitzenden Mao in Literatur und Kunst! 1972" |
| Peking: Plakate zur Familienplanung |

Plakat zur Geburtenkontrolle in China 1972: "Geburtenkontrolle für die
Revolution! 1972" |

Plakat zur Geburtenkontrolle in China ohne Datum: "Heirate spät für die
Revolution!" |
1972
Mao hat einen Schlaganfall -
Zhou Enlai meint, er habe Krebs - Deng Xiaoping wird geholt
Die durch Krankheit geschwächte Führung lässt Deng Xiaoping von seiner
abgelegenen Fabrik nach Peking zurückkommen.
(http://www.applet-magic.com/cultrev.htm)
Chou Enlai hat, wie sich herausstellt, tatsächlich Krebs (Fairbank,
S.334). Er versucht, Deng Xiaoping zum Nachfolger zu machen (Fairbank,
S.338).
Mao verbietet Chou Enlai die Krebsbehandlung.
(http://www.amazon.de/exec/obidos/tg/stores/detail/-/books/3896672002/customer-reviews/302-2087799-4568036)
Mao hat aber seine "Stellvertreter". Anstelle von Mao kämpft nun die
"Viererbande" mit Maos Frau Jiang Qing gegen Deng und Zhou Enlai.
(http://www.applet-magic.com/cultrev.htm)
ab 21.2. 1972
Peking-China: Besuch von
"US"-Präsident Nixon - "Normalisierung" der Beziehungen
"USA"-Peking-China
(http://www.msnbc.com/modules/china_taiwan/1971.asp)
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Nixon-Mao 1972: Zwei Verbrecher
geben sich die Hand... |
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Nixon mit Studenten vor Wandzeitung mit Marx-Lenin-Überschrift:
"Beherrscht den Marxismus-Leninismus und die Mao Zedong-Ideen!"
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Mao ist in körperlich in einer schwachen Verfassung. Geistig ist er ein
Scharfdenker wie eh und je (Fairbank, S.333).
[Mao denkt zu scharf und verliert die Sicht auf das Ganze aus den
Augen...]
27.2.1972
Nixon-Chou En-Lai: Das
Shanghaier Kommuniqué
Nixon unterschreibt zusammen mit Chou En-Lai das Shanghaier Kommuniqué.
Die "USA" und Peking-China stellen darin fest,
-- die beiden Staaten bekennen sich zum Prinzip der friedlichen
Koexistenz und zur gewaltfreien Lösung von Konflikten
-- die beiden Staaten stellen fest, dass eine Normalisierung der
"amerikanisch"-chinesischen Beziehungen im Interesse "aller Staaten"
liege und verzichten auf hegemoniale Bestrebungen im
asiatisch-pazifischen Raum und verzichten auf eine Aufteilung der Welt
in Einflusssphären der Grossmächte (Haydt u.a., S.75)
-- keine Übereinstimmung in der Frage, was die Regelung in Korea
betrifft
-- keine Übereinstimmung in der Frage, was die "Philippinen" betrifft
-- keine Übereinstimmung in der Frage, was Washingtons
Sicherheitsabkommen mit Japan betrifft.
-- China stimmt zu, dass die "Taiwan-Frage friedlich gelöst werden" soll
-- die "USA" stimmen zu, alles zu tun, damit die Sowjetunion keinen
Einfluss im asiatisch-pazifischen Raum bekommt.
Gleichzeitig sind beide Parteien verunsichert: Die chinesische
Führungsrige fürchtet um ihren immer älter werdenden Mao, und die "USA"
sind daran, sich aus Vietnam zurückzuziehen. Schliesslich ergeben sich
aber konstante Beziehungen, die bis 1979 zur Anerkennung Peking-Chinas
durch die "USA" bei einem integrierten Taiwan führen.
(http://www.ford.utexas.edu/museum/exhibits/China_exhibit/Raising%20the%20Bamboo%20Curtain.htm)
Der Bambusvorhang fällt -
Erweiterung der Beziehungen ins Ausland
Mit dem Treffen zwischen Nixon und Mao im Jahr 1972 beginnt der
Bambusvorhang zu fallen. Jetzt schaut China in die westliche Welt, um
für die Modernisierung des Landes Hilfe zu bekommen. Mao setzt damit
einen Politikwechsel in Gang.
(http://www.ford.utexas.edu/museum/exhibits/China_exhibit/Mao%27s%20Dynasty.htm)
Mit der Verbesserung der Beziehungen Peking-Chinas zu den "USA" nach
dem Nixon-Besuch erhöht sich auch die Anzahl ständiger Beziehungen zu
anderen Ländern stark.
(http://www.iisg.nl/~landsberger/ff.html)
Der Besuch von "US"-Präsident Richard Nixon ist ein weiterer Schlag für
Taiwans Ansehen in der Welt. Peking-China seinerseits betreibt eine
"Ein-China-Politik" und duldet diplomatische Beziehungen nur, wenn
gleichzeitig die diplomatischen Beziehungen zu Taiwan abgebrochen
werden.
(http://news.bbc.co.uk/hi/english/static/in_depth/asia_pacific/2000/taiwan_elections2000/1972_1986.stm)
Mitte 1972 ca.
Gemäss Fairbank erkrankt auch
Mao an Krebs
(Fairbank, S.333, 334). Mao wird mit zwei Krankenschwestern links und
rechts fotografiert (Fairbank, S.333) und die Krankenschwestern vom
Fotographen wegretouchiert, so dass Mao auf dem Foto allein und
aufrecht dasteht (Fairbank, S.334).
25.-30.9. 1972
Besuch des japanischen Premiers
Kakuei Tanaka in China
(Haydt u.a., S.75)
29.9.1972
Peking-China und Japan: Aufnahme
diplomatischer Beziehungen - die ewige Taiwan-Frage
Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen
Peking-China und Japan ist der Friedensvertrag zwischen Japan und
Taiwan
formell aufgehoben.
(http://www.watchingamerica.com/thechinapost000002.html)
Japan erklärt sich bereit, den Friedensvertrag mit Taiwan von 1952 zu
annullieren und anzuerkennen, dass Taiwan ein Teil Chinas sei (Haydt
u.a., S.75).
Trotzdem hat Peking-China kein Recht, die Insel
Taiwan zu besetzen, so lange die dortigen Einwohner keine Vereinigung
mit Peking-China wollen.
(http://www.watchingamerica.com/thechinapost000002.html)
11.10.1972
Aufnahme diplomatischer
Beziehungen zwischen China und BR-Deutschland
(Haydt u.a., S.75)
ab Herbst 1972
Mao und die Linken betreiben
eine Massenkampagne gegen Chou Enlai und seine Anhänger
Dabei ist die Kampagne als "Kritik an Lin Biao und Konfuzius" getarnt
und soll nur indirekt auf Chou Enlai wirken. Chou Enlai kann jedoch
Gegensteuer geben (Haydt u.a., S.77).
Ende 1972
Peking-Chinas Parteiführung ist
ein Wrack - die "Viererbande" hetzt weiter
(Fairbank, S.334)
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"Weiterbildung" durch
"Umerziehung"

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Plakat der
Kulturrevolution 1973 für Maos Direktiven
des 7.Mai zur
Umerziehung: Ein Mann liest ein Buch, und das Rote Buch liegt daneben.
Parole:
"Erwärme dein rotes Herz auf der Strasse des 7.Mai (Kaderschulen),
mobilisiere all deine Schlagkraft, die Revolution zu führen! 1973"
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1973
Die Frage der Anerkennung: 58:39
für Peking-China gegen Taiwan
(http://www.taipeitimes.com/News/local/archives/1999/12/31/17830)
Mao beginnt einen
Philosophie-Krieg gegen Lin Biao und gegen Konfuzius
Mao meint, eine Kritik gegen Lin Biao müsse man mit der Kritik gegen
Konfuzius kombinieren. Mao gibt in der chinesischen Presse eine Flut
von Artikeln heraus mit Log an die Gesetzestreuen / Legalisten und Qin Shihuangdi, den ersten Kaiser
von
China. Mao macht des weiteren befremdliche historische Vergleiche,
diskutiert Geschehnisse der Kriegsperiode (475-221 v.Chr.) und der
danach folgenden Periode der ersten chinesischen Qin-Dynastie (221-207
v.Chr.), um die "Vierarbande" zu unterstützen, die mit den
gesetzestreuen / legalistischen Philosophen sympathisiert.
(http://www.iisg.nl/~landsberger/plpk.html)
Mao sieht sich in der hoch-abstrakten und komplizierten Debatte als ein
Nachkömmling des Kaisers Qin Shihuangdi im Lager der fortschrittlichen
Gesetzestreuen / Legalisten, die den reaktionären Konfuzius und den
personifizierten modernen Konfuzius ablehnen: Zhou Enlai / Chou En-Lai.
(http://www.iisg.nl/~landsberger/plpk.html)
Universitäten: Wieder-Einführung
von Aufnahmeprüfungen
(http://www.gpkr.de/)
ab Frühjahr 1973
Starke Aktivitäten zum
Wiederaufbau der Massenorganisationen
die während der Kulturrevolution aufgelöst worden waren:
Kommunistisches Jugendkorps, Gewerkschaftsverband, Chinesischer
Demokratischer Frauenbund (Haydt u.a., S.77).
Die Linken versuchen, durch den Wiederaufbau dieser
Massenorganisationen ihre Machtbasis zu verbessern (Haydt u.a., S.77).
Mitte 1973 bis Mitte 1974
Peking-China: Die Radikalen der
"Viererbande" beherrschen die Politik
Dabei wird das wirtschaftliche Chaos in China immer
grösser.
(http://www.applet-magic.com/cultrev.htm)
24.-28.8. 1973
X. Parteitag: Die "Viererbande" bringt Wang Hung-Wen in
die höchste Parteispitze
Obwohl es den Linken gelingt, den jungen Shanghaier Parteifunktionär
Wang Hung-Wen in die höchste Parteispitze zu bringen, setzen die
gemässigten Kräfte sich in den Führungsorganen weiter durch. Die Zahl
der Militärs nimmt in den obersten Parteiorganen ab (Haydt u.a., S.76).
ab August 1973
"Kampagne zur Kritik am
Revisionismus und zur Korrektur des Arbeitsstils": gegen Lin Biao
Erst jetzt wird konkret gegen die Politik von Lin Biao gehetzt (Haydt
u.a., S.74).
Die "Viererbande" versucht zudem mit allen Hetzmitteln, Chou Enlai zu
entmachten und die Fortsetzung seiner Politik zu blockieren (Haydt
u.a., S.77).
Ende 1973
Ämterwechsel bei den regionalen
Militärbefehlshabern
mit einem weiteren Machtverlust der Militärs in den obersten
Parteiorganen (Haydt u.a., S.76-77).
Anzahl Parteimitglieder: 28 Mio. (vor der Kulturrevolution: 17 Mio.
(Haydt u.a., S.77)
ab 1973
Taiwan: Industrieprogramm
"10 grosse Bauten"
Transportwesen
-- Ausbau des internationalen Flughafens von Taipei
-- Bau einer Nord-Süd-Autobahn
-- elektrische Doppelspur bei der Eisenbahn
-- Ausbau der Seehafenverbindungen u.a. zu Taichung.
ab 1973: Taiwan modernisiert
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Taiwan: Chiang-Kai-Shek-Flughafen
mit Flagge. |

Taiwan: Elektrifizierte Eisenbahn
in Doppelspur. |
Für die Energieversorgung werden
Atomkraftwerke gebaut [Abfall?] und für die Industrie (Stahlindustrie, die
petrochemische Industrie und für den Schiffbau) werden total 5,8 Mia.
"US"-Dollar investiert. Mit dem Programm der "10 grossen Bauten" hat
die Kuomintang "Taiwan wieder aufgebaut" und die Lage für die
Kuomintang auf Taiwan beruhigt sich. Das spätere Wirtschaftswachstum
basiert auf diesen Investitionen.
(http://members.shaw.ca/leksu/mainp11e.htm)
ab 1973
Die Shanghaier Fraktion der
zentralen Kulturrevolutionsgruppe ("Viererbande") gewinnt immer mehr
Einfluss auf Mao
(Fairbank, S.333)
Ende 1973
Maos Propagandafeldzug
gegen
"Kapitulationismus"
Mao merkt, dass die Moral in der Armee abnimmt und dass sich die
Konflikte zwischen den alten Kadern und der "Viererbande" verstärken.
Zur Stärkung seiner eigenen Position - und um eine Spaltung der Partei
zu vermeiden - entscheidet Mao sich für einen Kampf gegen den
"Kapitulationismus". Er greift dabei den traditionellen Roman "Shuihu zhuan" an ("Alle Männer sind
Brüder, Water Margin" / "Die Rebellen von Liangshanpo"). Die Hauptfrage
ist, ob [die Romanfigur] Song Jiang
Kapitulationismus zur Schau stellt, wenn er als einer der 180 Rebellen
von Liangshanpo das Angebot
des Kaisers für eine Amnestie akzeptiert, und ob es Revisionismus sei,
wenn der Rebell den Kampf gegen den Kaiser nicht fortsetzt.
(http://www.iisg.nl/~landsberger/sh.html)
Also beginnt nun eine Propaganda gegen den Roman "Shuihu"...
Mao bezweckt mit dem negativen Beispiel der Romanfigur Song Jiang die
Bekämpfung des "Kapitulationismus", um die Ablehnung der
Kulturrevolution abzuwenden. Die "Viererbande" versteht anfangs Maos
Idee nicht und startet die Kampagne gegen Lin Biao und Konfuzius.
(http://www.iisg.nl/~landsberger/sh.html)
1974
Philosophiekrieg: Mao fährt
weiter Angriffe auf Lin Biao, die als Angriffe auf Chou En-Lai /
Zhou Enlai und Deng Xiaoping zu verstehen sind
1974 erfolgt die ideologische Rache "danach" mit einem
Ideologiekrieg Maos gegen Lin Biao und gegen den Konfuzianismus
generell.
(http://www.iisg.nl/~landsberger/lb.html)
Obwohl die Bewegung von Mao selber überwacht wird, muss das
Zentralkomitee regelmässig Rundbriefe herumschicken, um Sachverhalte
aufzuklären. In den Augen der Bande kommt die Bewegung nicht so weit
wie beabsichtigt. Speziell Jiang Qing
führt die Hetze zur "Festnahme
der modernen Konfuziunisten" fort.
(http://www.iisg.nl/~landsberger/plpk.html)
Frühjahr 1974
Peking-China: Rehabilitierung
von Deng Xiaoping - die Angst der "Viererbande" vor einem Comeback
Auf Empfehlung von Chou En-Lai / Zhou
Enlai wird Deng Xiaoping
rehabilitiert.
(http://www.iisg.nl/~landsberger/dxp.html)
Mao bleibt nichts anderes als die volle Rehabilitierung von Deng
Xiaoping übrig, denn unter der "Viererbande"
ist das wirtschaftliche Chaos in China einfach zu gross geworden.
(http://www.applet-magic.com/cultrev.htm)
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Deng Xiaoping April
1974 vor der UNO
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10.4.1974
Deng Xiaopings Rede vor der UNO:
Die Dreiwelten-Theorie
Deng behauptet vor der UNO, die Welt würde sich in "drei Welten"
einteilen lassen:
-- die "Supermächte": "USA" und "Sowjetunion" als "Erste Welt"
-- die "entwickelten Staaten in West und Ost" als die "Zweite Welt"
-- die "unterentwickelten Länder" mit China als "Dritte Welt" (Haydt
u.a., S.76).
Dies sei nun die neue Grundlage von Chinas Aussenpolitik (Haydt u.a.,
S.77). Chinas Politik strebt nun die Bildung einer "breitestmöglichen
Einheitsfront" gegen die beiden "Supermächte" an, insbesondere gegen
die Sowjetunion. Deshalb kooperiert China mit allen Ländern der Dritten
Welt, ungeachtet des politischen Systems, und versucht seine
Beziehungen zu den Ländern der Zweiten Welt auszubauen (Haydt u.a.,
S.76).
Deng Xiaoping und Zhou Enlai versuchen in enger
Kooperation, China
wieder auf den rechten Weg zu bringen, politisch wie ökonomisch. Es
werden viele neue Rehabilitationen gegenüber früher verurteilten
Führern und Kadern aller Stufen ausgesprochen und dürfen an ihre alten
Posten zurückkehren. Die "Viererbande" sieht sich dadurch bedroht und
ist überzeugt, dass Deng Xiaoping und seine Gruppe ein Comeback planen.
(http://www.iisg.nl/~landsberger/ard.html)
[Die Viererbande sucht also nach einem nächsten Anlass, gegen Deng
wieder einen Propagandafeldzug zu starten...]
Deng Xiaoping
wieder im Politbüro - die "Viererbande" um Maos Frau
Im Politbüro versucht Deng, seine Machtbasis zu konsolidieren, ist aber
nicht stark genug, um Maos Frau, Jiang
Qing, und der "Viererbande" entgegenzutreten.
(http://www.iisg.nl/~landsberger/dxp.html)
[Die "Viererbande" blockiert also notwendige Restrukturierungen...]
Juli 1974
Mao löst sich von der
"Viererbande" und beginnt, Zhou Enlai und Deng Xiaoping zu unterstützen
(http://www.applet-magic.com/cultrev.htm)
| Propaganda zur Umerziehung für
Ärzte auf dem Land |
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Plakat der Kulturrevolution 1974: Ärzte aufs Land, Zusammenarbeit beim
Pflanzentest:
"Barfuss-Ärzte sind in allen Bergdörfern. Die Zusammenarbeit schafft
eine neue Atmosphäre bei der medizinischen Behandlung. 1974" |
| Plakate zur Geburtenkontrolle
für eine 2-Kind-Familie |

Plakat zur Geburtenkontrolle in China 1974: "Familienplanung hat viele
Vorteile." |

Plakat zur Belieferung mit
Verhütungsmitteln
"Liefere Medizin (Verhütungsmittel) an die Haustüre, mach so eine gute
Arbeit in der Geburtenkontrolle." |

Plakat zur Geburtenkontrolle in China 1974: Geburtenkontrolle für die
Revolution:
"Praktiziere Geburtenkontrolle für die Revolution!" |
| Propaganda gegen Lin Bao und
gegen den Konfuzianismus |
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Plakat
der Kulturrevolution 1974 gegen Lin Biao und gegen den
Konfuzianismus, mit gezogenem Füller:
"Die Kritik an Lin (Biao) und an Konfuzius ist für die ganze Partei,
für die ganze Armee und für die landesweite Bevölkerung eine Sache
erster Wichtigkeit." |
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Plakat
der Kulturrevolution 1974 gegen Konfuzianismus: Beschwörung der
Einheit:
"Kritisiere die reaktionären Gedanken von Lin Biao und Konfuzius,
marschiere streng mit den Arbeitern und Bauern auf der Strasse der
Einheit." |
Dezember 1974 bis Januar
1975
Mao dreht den Ideologiekrieg
gegen die Bande selbst - Abbruch des Ideologiekriegs
Mao diskutiert über die Kritikbewegung mit den Mitgliedern der Bande
und mit Zhou Enlai. Mao realisiert, dass er das Ziel, Zhou zu
verdrängen, nicht erreicht hat. Stattdessen dreht er seine Kritik nun
gegen die Bande. Bald danach wird die Bewegung abgebrochen.
(http://www.iisg.nl/~landsberger/plpk.html)
1975-1976
[Taiwan / Peking-China: Tod von
Chiang Kai-Shek und von
Mao innert zweier Jahre
Innert zweier Jahre sterben die beiden chinesischen Diktatoren Chiang
Kai-Shek und Mao gleich alle beide. Die asiatische politische
Landschaft kommt
in eine grundlegende Umorientierung mit enormen wirtschaftlichen
Wachstumsraten. Das, was 1945-1976 in Peking-China verpasst wurde, wird
ab 1976 alles "nachgeholt"...]
13.-17.1. 1975
4. Volkskongress ohne Mao: Deng
Xiaoping
wird zum Vizepremier gewählt - "4 Modernisierungen" von Chou Enlai -
neue Verfassung
(Fairbank, S.338; Haydt u.a., S.78). Deng
Xiaoping wird nun Nr.3 in der Hierarchie nach Mao und Chou
Enlai.
Deng wird ausserdem zum Chef der Armee (Fairbank, S.338). Chou Enlai
ruft nach 1964 ein zweites Mal seine die "Vier Modernisierungen" aus,
betreffs Industrie, Landwirtschaft, Wissenschaft und Technik (Fairbank,
S.338, 340). Damit kann sich Chou Enlai erfolgreich gegen jede Kampagne
durchsetzen. Chou behauptet, China werde noch im 20.Jh. in den vier
genannten Bereichen eine der führenden wirtschaftlichen Mächte werden
(Haydt u.a., S.77).
Die linke Fraktion um Mao kann Chang Chun-Chiao als 2.
Stellvertretenden Ministerpräsidenten platzieren, mehr nicht. Ansonsten
kann Chou Enlai alle Posten nach seiner Wahl besetzen, z.B. Deng
Xiaoping als ersten Vizepremier. Der Volkskongress verabschiedet eine
neue Verfassung (Haydt u.a., S.78).
Deng Xiaoping wird Vizepräsident
der KPCh und Mitglied des Ständigen Ausschusses des Politbüros
(Fairbank, S.338).
Deng übernimmt die Amtsgeschäfte des erkrankten Chou Enlai (Haydt u.a.,
S.77).
Die neue Verfassung von 1975
hält an der "Diktatur des Proletariats" fest
Die Verfassung definiert die Volksrepublik als einen "sozialistischen
Staat der Diktatur des Proletariats" und enthält die Feststellung, dass
die Phase des Sozialismus von Klassenkämpfen geprägt ist und daher der
Diktatur des Proletariats bedarf. Die Führungsrolle der Partei über
Regierung und Armee wird hervorgehoben, und dem Ständigen Ausschuss des
Nationalen Volkskongresses werden die Funktionen des Staatsoberhaupts
zugewiesen. Das Streikrecht wird garantiert, ausserdem die private
Bewirtschaftung und Nutzung kleiner Parzellen sowie die Ausübung
häuslicher Nebengewerbe in kleinem Umfang gestattet. Aussenpolitisch
enthält die neue Verfassung neben dem Prinzip des "proletarischen
Internationalismus" die Feststellung, dass China niemals anstrebe, eine
"Supermacht" zu werden (Haydt u.a., S.78).
Frühling 1975
Die Hetze der "Viererbande"
gegen Deng Xiaoping - Deng wieder entmachtet
Jiang Qing und ihre "Viererbande" können Mao davon überzeugen, dass
Deng Xiaoping nicht Maos Visionen für Chinas Zukunft realisieren werde.
Mao lässt sich umstimmen, und Deng wird wieder seiner Ämter entmachtet.
(http://www.applet-magic.com/cultrev.htm)
"USA"-Peking-China:
Präsidentenbesuch von "US"-Präsident Gerald Ford in Peking
(http://www.ford.utexas.edu/museum/exhibits/China_exhibit/Raising%20the%20Bamboo%20Curtain.htm)
Peking-China: Weitere Amnestie
für
nationalistische Kuomintang-Generäle
General Wu Dehou wird am 15.12.1975 freigelassen und kehrt als Bauer in
seine verarmte Provinz Shaanxi zurück.
(http://www.uglychinese.org/war.htm)
| Peking-China: Propaganda gegen
Lin Biao und gegen den Konfuzianismus |

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Plakat der Kulturrevolution 1975 gegen Lin Biao und gegen
Konfuzianismus: Gezogene Faust:
"Verstärkt die Kritik gegen Lin (Biao) und Konfuzius. Erhöht die
Energie zur verstärkten Produktion!" 1975 |
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Peking-China: Propaganda gegen
den "Kapitulationismus" im Roman "Shuihu"
Plakat der Kulturrevolution gegen Kapitulationismus 1975: gegen den
Roman "Shuihu"
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Peking-China: Immer noch
Propaganda für Studenten "hinauf auf die Berge und hinab in die
Dörfer"...
Schulstunde für Studenten auf dem Land 1975:
"Frühlingserwachen"
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Pekings Familienpolitik
Plakat zur Geburtenkontrolle in China 1975: "Geburtenkontrolle ist gut"
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5.4.1975
Taiwan: Tod Chiang Kai-Sheks -
Nachfolger wird Vizepräsident Yan Jiagan
(http://de.wikipedia.org/wiki/Chiang_Kai-Shek;
http://www.taiwan-info.de/html/deutsch/TWPAPERg.htm)
Die Frau von Chiang Kai-Shek zieht sich aus dem politischen Leben auf
Taiwan zurück.
(http://members.shaw.ca/leksu/mainp12e.htm)
Sommer 1975: Mao-Kult im Stadion zu den
nationalen "Spielen"

Mao-Kult im Stadion mit farbigen Karten Sommer 1975
http://news.bbc.co.uk/1/hi/special_report/1999/09/99/china_50_years_of_communism/460953.stm
August 1975
Peking-China: Konzentration auf
den Propagandakrieg gegen "Kapitulationismus"
Erst jetzt versteht die "Viererbande" die Gründe für Maos Propaganda
gegen den "Kapitulationismus" und gegen die Figur Song Jiang im Roman Shuihu zhuan. Es folgt eine
landesweite ideologische Kampagne. Sie wird als eine Einführung in Maos
Anweisungen über die Art und Weise angesehen, wie Theorien zu
interpretieren sind (speziell die Theorie der Diktatur des
Proletariats), und über den Kampf gegen und die Prävention gegen
Revisionismus.
Später wird daraus die Kampagne zur Kritik gegen rechte "Abweichler"
entwickelt, zur Schau gestellt an Deng Xiaoping.
(http://www.iisg.nl/~landsberger/sh.html)
1975-1976
Die Ersatz-Volkskampagne zum
Theoriestudium
Die historischen Vorgänge stehen auf dem Spiel, und die theoretischen
Debatten über den Roman Shuihu zhuan
sind den meisten Chinesen zu
verworren. Um die Bevölkerung zu mobilisieren - und speziell die
Arbeiterschaft - wird die Kampagne zur Kritik am "Kapitulationismus"
mit einem erneuten Aufruf zum Studium der Theorien von Marx, Engels,
Lenin, Stalin und Mao verbunden.
Dabei wird der Schwerpunkt auf
die Theorie der Diktatur des Proletariats gelegt.
[Die Menschen sollen beim Lesen der Ideologien glücklich werden...]
Mao predigt: Die Theorie soll den Sieg bringen...
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Plakat der Kulturrevolution 1975: Aufforderung zu Marxismusgruppen:
"Gründet starke marxistisch-theoretische Truppen inmitten der
Schlacht!"
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Plakat der Kulturrevolution 1975: Aufforderung zu Marxismustruppen:
Soldatengruppe:
"Studiert und begreift gut die Theorie der Diktatur des Proletariats!"
1975 |
1976
Und hier kommt die Werbung für die Mao-Theorien in der Praxis
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Plakat der Kulturrevolution 1976: Für Maos Direktiven des 7. Mai zur
"Umerziehung": Mann mit Körben:
"Geh die Strasse der 7.Mai-Kaderschulen, um den Weg der Revolution
durchzuhalten! 1976" |

Plakat der Kulturrevolution 1976 gegen Kapitulationismus: Ein Lehrer
vor einer Schulklasse:
"Kritisiere die kapitulationistische Clique in den Boden hinein!" |
8.1.1976
Peking: Tod von Zhou Enlai
an Blasenkrebs -
Deng Xiaoping besorgt die Beerdigungszeremonie
(www.bbc.co.uk/dna/h2g2/A5141369;
http://www.iisg.nl/~landsberger/dxp.html)
Die "Viererbande" verbietet jede Trauerkundgebung (Fairbank, S.338) und
wittert Morgenluft. Es gelingt ihr, mit einer Reihe von Kampagnen die
Initiative wieder an sich zu reissen (Haydt u.a., S.78).
7.2.1976
Neuer geschäftsführender
Premierminister wird der bisherige Sicherheitsminister Hua Kuo-Feng
und nicht Deng Xiaoping (Haydt u.a., S.78).
Mao lässt eine wochenlange Kampagne gegen Deng Xiaoping zu (Haydt u.a.,
S.78).
Frühling 1976
Peking: Propagandafeldzug der
"Viererbande" gegen "rechte Abweichler"
(http://www.iisg.nl/~landsberger/dxp.html)
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Peking: Demonstrationen am
Tiananmen-Platz zu Ehren des verstorbenen
Zhou Enlai am Volksheldendenkmal, gegen die "Viererbande", Anfang April
1976
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1.-5.4. 1976
Peking:
Gedenken an den Tod von
Zhou Enlai - Massendemonstrationen gegen die "Viererbande"
Anfang April 1976 wird der
traditionelle Tag zu Ehren der Toten
gefeiert. Am Tiananmen-Platz versammeln sich 1000e, um an den Tod von
Zhou Enlai zu gedenken. Es kommen mehrere Millionen Menschen, um am
Tiananmen-Platz vor dem Volksheldendenkmal Kränze niederzulegen.
(http://www.cbw.com/asm/xpdeng/revolutionary.html)
Gemäss Fairbank, sind es 100.000e (Fairbank, S.338).
Es
werden politische Poster aufgehängt, Gedichte rezitiert und Reden für
den geliebten Premier gehalten. Gleichzeitig wird die "Viererbande"
gebrandmarkt. Die "Viererbande" will den Volksauflauf am
Tiananmen-Platz verbieten.
Die Verbote werden nicht eingehalten. Stattdessen kommt es in ganz
China zu Demonstrationen gegen die "Viererbande".
(http://www.cbw.com/asm/xpdeng/revolutionary.html)
5.4.1976
Peking: Gewalt bei
Massendemonstrationen
auf dem Tiananmen-Platz
Jiang Qing, Maos Frau und
die führende Person der "Viererbande", erklärt die
Demonstrationen zu Ehren von Zhou Enlai für konterrevolutionär. Die
Demonstrationen am Tiananmen-Platz werden mit Militärgewalt aufgelöst
und verboten.
(http://www.applet-magic.com/cultrev.htm)
Die Auflösung der Demonstration wird diplomatisch als "Zwischenfall"
beschrieben (Fairbank, S.339).
Es
entsteht die "5.-April-Bewegung",
(http://www.cbw.com/asm/xpdeng/revolutionary.html)
kurz 5-4, analog zur Bewegung 4-5 von der Demonstration vom 4.Mai 1919
(Fairbank, S.339).
Die Demonstrationen können als deutliche Kritik der Bevölkerung am
Mao-Kult und als Unterstützung für einen pragmatischen Kurs gedeutet
werden, wie er u.a. von Deng Xiaoping
vertreten wird.
(http://userpage.fu-berlin.de/~oas/SinoNeu3/chinese_history_online/prc_history/glossar.html)
Peking: Die Bande der Vier
beschuldigt Deng, blutige Ausschreitungen am Tiananmen-Platz
angestiftet zu haben
Die Demonstrationen im 5. April 1976 - so meint die
"Viererbande" - seien von Deng
Xiaoping im Hintergrund
herbeimanipuliert. Die "Viererbande" schlägt zu und verleumdet Deng
Xiaoping als "rechten
Abweichler, der versuche, korrekte Urteile zu widerrufen". Deng wird
ein zweites Mal verhetzt.
(http://www.iisg.nl/~landsberger/ard.html)
7.4.1976
Entmachtung Deng Xiaopings - Hua
Kuo-Feng wird neue Nr.2
Deng Xiaoping wird erneut aller Partei- und Regierungsämter enthoben
(Haydt u.a., S.78)
und wird ein zweites Mal intern
exiliert.
(http://www.iisg.nl/~landsberger/dxp.html)
Damit hat Mao auch das Ziel erreicht, Deng Xiaoping zu "entfernen".
(http://www.knerger.de/Erlaeuterungen/hauptteil_erlaeuterungen.html#grossersprung)
Gleichzeitig wird Hua Kuo-Feng als neuer Premier bestätigt und auf
Vorschlag Maos zum 1. stellvertretenden Parteivorsitzenden gewählt
(Haydt u.a., S.78-79). Angesichts des sich rapide verschlechternden
Gesundheitszustands von Mao Tse-Tung intensiviert die Linksfraktion den
Kampf um seine Nachfolge. Die Kampagnen gegen die Anhänger Chou Enlais
und Deng Xiaopings werden verschärft und der Aufbau von Milizen
vorangetrieben (Haydt u.a., S.79).
Propaganda gegen die Rehabilitationen durch
Deng Xiaoping
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Plakat der Kulturrevolution 1976 gegen die Rehabilitationswelle unter
Deng-Xiaoping:
"Verstärkt die Kritik an Dengs Erdbeben-ähnlichem Werk der Entlastung!"
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Plakat der Kulturrevolution 1976 gegen rechte Abweichler:
"Setzt den Kampf zu Ende, den rechten abweichlerischen Wind zu
zerschlagen, der Urteile widerruft!" 1976
Unten: Plakat der Kulturrevolution 1976: Aufruf zum Kampf gegen die
Urteilsaufhebungen durch Deng Xiaoping:
"Verstärkt die Kritik gegen Deng Xiaoping, zerschlagt den Wind der
rechten Abweichler, die die Urteile umkehren!" 1976
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Plakat der Kulturrevolution 1976: Appell zum Kampf gegen
Urteilsaufhebungen, gezogener Füller:
"Führe den Kampf bis zum Ende fort, um den Wind der rechten Abweichler
zu zerschlagen, die Urteile widerrufen!" 1976
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15.6.1976
Bekanntgabe, dass Mao keine
ausländischen Besucher mehr empfängt
(Haydt u.a., S.79)
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Mao 1976, ein
Verbrecher und Massenmörder auf dem Totenbett.
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Juli 1976
Tangshan: Erdbeben in Nord-China
Das Erdbeben in Tangshan östlich
von Peking fordert 500.000 Tote. Da jeder chinesischer Bauer an eine
mystische Verbindung zwischen Mensch und Natur glaubt, nehmen die
Bauern diese Naturkatastrophe als Zeichen für persönliches Unglück: Es
wird als Zeichen für den baldigen Tod Maos gedeutet (Fairbank, S.339).
Peking stellt nach dem Erdbeben die Auslandshilfe ein.
(http://www.applet-magic.com/cultrev.htm)
9.9.1976
Tod von Mao Zedong -
endlich ist der Massenmörder tot
Der Tod von Zhou Enlai und Mao Zedong in einem Jahr zieht eine neue
Verfassung nach sich.
(http://www.msnbc.com/modules/china_taiwan/1971.asp)
Mao stirbt, nachdem er Peking-China 27 Jahre lang "regiert" hat.
(http://www.ford.utexas.edu/museum/exhibits/China_exhibit/Mao%27s%20Dynasty.htm)
Mit Mao stirbt auch seine "Revolution" (Fairbank, S.340).
Nachfolgekandidat ist Hua Kuo-Feng,
Polizeichef aus Hunan (Fairbank, S.339). Der Kampf um seine Nachfolge
beginnt sofort (Haydt u.a., S.79).
7.10.1976
Ab Maos Tod: Eine neue
Verfassung für neue
Präsidenten
Das Politbüro wählt Hua Kuo-Feng zum neuen Parteivorsitzenden (Haydt
u.a., S.79).

Hua Guofeng 1976
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Mit einer neuen Verfassung wird Hua
Guofeng Premierminister. In der Folge der folgenden politischen
Ränkelspiele geht aber Deng Xiaoping
als neuer Patriarch hervor.
(http://www.msnbc.com/modules/china_taiwan/1971.asp)
Verhaftung der "Viererbande"
Ein Bündnis zwischen Armee und politischen Führern lässt die
"Viererbande" mit Maos Witwe Jiang
Qing und ihren radikalen Anhängern festnehmen.
(http://www.applet-magic.com/cultrev.htm)
Noch am selben Tag am 7.10. wird Maos Frau und ihre Anhänger verhaftet.
Damit wird jeglicher Putsch unterbunden, und die gemässigten
Parteiveteranen und regionalen Militärbefehlshaber und die Führer des
Sicherheitsapparats können sich endgültig gegen die ewigen Revoluzzer
durchsetzen (Haydt u.a., S.79).
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Wang Hongwen -
Zhang Chunqiao
Jiang Qing - Yao Wenyuan:
"Verwerft entschieden die Anti-Partei-Clique von
Wang, Zhang, Jiang und
Yao!" 1976 ca.
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Die Bezeichnung "Viererbande"
verdeutlicht, dass es sich nur um eine
kleine intrigante Gruppe innerhalb der Partei handelt.
(http://www.applet-magic.com/cultrev.htm)
Nach der Festnahme erfolgt eine grosse Propagandakampagne, um sie zu
diskreditieren. Im Vergleich werden aber relativ wenige Plakate
produziert.
(http://www.iisg.nl/~landsberger/g4.html)
Wirtschaftliche Massnahmen
-- Familienhöfe werden wieder zugelassen
-- Einführen eines freien Marktes
-- die strengen Verordnungen der 1950er Jahre werden gelockert
(Fairbank, S.283).
10.10.1976
Taiwan: Paketbombe an den
Vizepräsidenten Hsieh Tung-Min
Am Nationalfeiertag am 10. Oktober 1976 wird der taiwanesische
Vizepräsident Hsieh Tung-Min
durch eine Paketbombe am rechten Arm verletzt. 1977 wird Wang
Hsin-Nan wegen seiner Rolle beim Paketbomben-Zwischenfall
verhaftet.
Später wird Wang Abgeordneter der DPP in der gesetzgebenden Versammlung.
(http://www.taipeitimes.com/News/archives/2001/02/25/0000075184)
Ende 1976
Die Bilanz am Ende der
"Kulturrevolution"
Historiker definieren die "Kulturrevolution" als die "Zehn verlorenen
Jahre" (Fairbank, S.314, 334):
-- Millionen Tote
-- viele kulturelle Wurzeln sind verloren
-- viele traditionelle Werte sind verloren
-- es entsteht ein ideelles und moralisches Vakuum
-- die verrohten Sitten der "Kulturrevolution" werden zur "Normalität"
-- die Kriminalitäten der "Kulturrevolution" werden nicht geahndet
-- das Ansehen der KPCh ist auf Dauer zerstört und die
"Kulturrevolution" wird nie aufgearbeitet (Stand 2006)
(http://www.gpkr.de/)
Es sind ca. 1 Mio. Todesopfer.
(http://www.gmu.edu/departments/economics/bcaplan/museum/comfaq.htm#part7)
Gemäss Fairbank sind rund 1 Mio. Menschen Opfer der Kulturrevolution,
wobei ein erheblicher Teil nicht überlebt. Millionenwerte sind
vernichtet: Denkmäler, Bücher, Tempel, Kunstwerke, "fremde" Gegenstände
(Fairbank, S.335).
Insgesamt wird China noch Jahrzehnte unter den Auswirkungen der
Kulturrevolution leiden. Die Opfer bleiben ohne Gerechtigkeit, und die
Täter werden von Schuldgefühlen geplagt.
(http://www.gpkr.de/)
Bezüglich der Kulturrevolution entsteht eine Opfer-Literatur (Fairbank,
S.334).
[Und wer hat den Massenmördern der Mao-Clique die Devisen-Bankkonten im
Ausland geführt? Schweiz...]
ab Ende 1976
Die Mangelzustände in Chinas
Gesellschaft
-- das Bevölkerungswachstum frisst das Industriewachstum auf
-- den grossen Familien und den jungen Erwachsenen fehlen Wohnungen
-- ca. 1/4 der Bevölkerung bleibt wegen Mangels an Schulkapazitäten
Analphabeten [Mao liess dauernd die Intellektuellen und Lehrer
vertreiben]
-- durch Maschinisierung fallen Arbeitsplätze weg (Fairbank, S.344).
Peking-China: Das Mörderregime
geht auf niedrigem Niveau weiter
Deng Xiaoping wird überragender Führer Chinas.
(http://www.applet-magic.com/cultrev.htm)
Hungersnöte als politisches Mittel werden keine mehr organisiert. Es
gibt weniger politische Gefangene, die nun unter besseren Bedingungen
in
Lagern leben. Die Exekution politischer Gefangener geht aber auf
niedrigem Niveau weiter.
In den nächsten 20 Jahren 1976-1996 bleibt die Mordrate mit Exekutionen
in Gefangenschaft schätzungsweise unter 1 Million. China fällt damit
weit hinter andere Mordraten in anderen
Terror-Staaten zurück, aber der geistige [und auch der leibliche]
Terror bleibt China erhalten...
(http://www.gmu.edu/departments/economics/bcaplan/museum/comfaq.htm)
[Und Mao ist für seine Verbrechen nie verurteilt worden. Die Statuen
mit
dem Massenmörder stehen in China heute noch...]
Das Programm der "4
Modernisierungen" ersetzt den Klassenkampf
Die "Herrschaft der Fakten" setzt sich gemäss der alten chinesischen
Staatsweisheit durch: "Suche die Wahrheit in den Tatsachen" (Fairbank,
S.341).
Peng Chen wird zurückgeholt (Fairbank, S.341).
Entkollektivierung der
Landwirtschaft
-- die neue Führung lässt Nebenerwerb für die Bauern wieder zu, mit
freier Verkaufsmöglichkeit
-- Einführung des "Systems der Produktionsverantwortung" mit
festgelegten Produktionsraten und festgelegtem Einkommen mit Vertrag
zwischen den Bauern und den Dorfkadern (Fairbank, S.345)
-- die Produktionsgenossenschaften werden auf 25 Höfe je Einheit
reduziert
-- moralische Predigten fallen weg (Fairbank, S.346).
Insgesamt ist es ein neues System der Kontraktwirtschaft, eine neue
Phase der Staatswirtschaft. Die Lage der Bauern wie die Lage des
Staates werden gestärkt (Fairbank, S.346).