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Armut in Deutschland. Meldungen

Deutschland ist durch die Globalisierung auch ein Armenhaus geworden, und den reichen Chefs ist das egal

Meldungen

präsentiert von Michael Palomino

Armer Mensch sucht in Abfallkübel
Armer Mensch sucht in Abfallkübel [1]

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Das "Prekariat"
Seit neuestem definieren die Soziologen in Deutschland die Menschen, die in Armut leben, zum "abgehängten Prekariat", also Leute, die in prekären Zuständen leben.
(http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,466865,00.html)

Damit wird das Wort "Armut" oder "Arme" vermieden. Das haben die Fachleute doch wieder einmal gut gemacht, und die Reichen müssen nicht einmal mehr um das Wort "Armut" diskutieren...


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<Auswirkungen von Hartz IV
Kinderarmut verdoppelt

aus: n-tv online; Dienstag, 16. Oktober 2007; http://www.n-tv.de/866667.html

Die Hartz-IV-Reform hat die Situation von Kindern aus einkommensschwachen Familien nach Einschätzung der Nationalen Armutskonferenz (NAK) drastisch verschlechtert. Die Zahlen seien alarmierend und skandalös, kritisierte die Konferenz. "Etwa jedes sechste Kind in Deutschland lebt in Armut - wird die Dunkelziffer berücksichtigt, sogar fast jedes Vierte", sagte NAK-Sprecher Wolfgang Gern.
 
Etwa 2,2 bis 3 Millionen Jungen und Mädchen leben demnach in Familien mit einem Einkommen in Höhe des Existenzminimums - mehr als doppelt so viele wie 2004, als Arbeitslosen- und Sozialhilfe noch getrennt waren. "Die Hoffnung, dass die Reformen eine Verbesserung bewirken, hat sich nicht erfüllt", sagte Gern. Vielmehr hätten durch die Reformen Niedriglohnarbeiten zugenommen.
 
Realitätsnähe gefordert
 
Die NAK forderte, das Existenzminimum realitätsnäher zu berechnen und bundesweit einheitliche Sachleistungen für Bildung und Betreuung einzuführen.
 
"Kinderarmut ist dort am grössten, wo die Eltern Schwierigkeiten haben, sich auf dem Arbeitsmarkt zu positionieren", erklärte Gern. Betroffen seien davon vor allem die Kinder Alleinerziehender, solche aus Familien mit mehreren Kindern oder mit Migrationshintergrund.
 
Die Armutskonferenz ist ein Zusammenschluss der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege, bundesweit tätiger Fachverbände und Selbsthilfeorganisationen sowie des Deutschen Gewerkschaftsbundes.>

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20 minuten online, Logo

9.12.2010: 9,5% der Einwohner in Deutschland sind von Sozialgeld "Hartz IV" abhängig

aus: 20 minuten online: Armut: Fast jeder zehnte Deutsche ein Hartzer; 9.12.2010;
http://www.20min.ch/news/ausland/story/15082540

<In Deutschland sichert der Staat mit 35,9 Milliarden Euro den Lebensunterhalt von 6,7 Millionen Menschen. Das sind fast 2 Prozent mehr als im Vorjahr.

Fast jeder zehnte Einwohner in Deutschland ist auf Hilfen des Staates angewiesen, um seine Existenz zu sichern. Wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte, erhielten Ende vergangenen Jahres 9,5 Prozent der Menschen Existenz sichernde finanzielle Hilfen des Staates. Ende 2008 waren es 9,3 Prozent der Bevölkerung gewesen.

Der mit Abstand grösste Teil der Personen, die Mindestsicherungsleistungen bezogen, entfiel auf das Arbeitslosengeld II und das Sozialgeld. Insgesamt über 6,7 Millionen Menschen erhielten am Jahresende 2009 diese umgangssprachlich Hartz IV genannten Leistungen, 1,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Knapp drei Viertel (73 Prozent) dieser Menschen waren erwerbsfähig und bezogen Arbeitslosengeld II, 27 Prozent, zumeist Kinder, waren nicht erwerbsfähig und erhielten Sozialgeld. Für die unmittelbaren Leistungen zur Deckung des Lebensunterhalts dieser Menschen gab der Staat im Jahr 2009 rund 35,9 Milliarden Euro aus (47 Milliarden Franken).

(dapd)>

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22.8.2011: Deutschlands Renter müssen oft jobben, damit das Geld reicht

aus: Welt online: Armut im Alter: Hunderttausende Rentner müssen nebenher jobben; 22.8.2011;
http://www.welt.de/wirtschaft/article13557738/Hunderttausende-Rentner-muessen-nebenher-jobben.html

<Um über die Runden zu kommen, müssen zahlreiche Menschen trotz Rente arbeiten. Betroffen sind bundesweit rund 660.000 Ruheständler.

Eine wachsende Zahl von Rentnern muss einem Zeitungsbericht zufolge noch dazu arbeiten oder die staatliche Grundsicherung beantragen, um über die Runden zu kommen.

Wie die "Saarbrücker Zeitung" unter Berufung auf aktuelle Zahlen des Bundesarbeitsministeriums berichtete, gingen im vergangenen Jahr rund 660.000 Menschen im Alter zwischen 65 und 74 Jahren nebenher einer geringfügigen Beschäftigung oder einem Minijob nach.

Das seien 244.000 mehr als im Jahr 2000, was einem Anstieg um 58,6 Prozent entspreche. 400.000 über 65-Jährige beantragten und erhielten demnach im Jahr 2009 die staatliche Grundsicherung im Alter, 2003 waren es 258.000.

"Ruhestand war gestern, malochen bis zum Tode heißt heute das Schicksal von immer mehr Rentnerinnen und Rentnern", sagte der Linken-Abgeordnete Matthias Birkwald, der eine kleine Anfrage an die Bundesregierung gestellt hatte.

Hintergrund sei offenbar die Zunahme prekärer Arbeitsverhältnisse und gebrochener Erwerbsbiografien, sagte er der "Saarbrücker Zeitung". Das Sozialministerium kündigte für den Herbst einen "Regierungsdialog Rente" an. Anfang 2012 solle dann ein Gesetzentwurf vorgelegt werden, mit dem das Rentensystem so angepasst werden solle, "dass Armutsgefährdung im Alter nicht zunimmt", teilte das Sozialministerium dem Blatt auf Anfrage mit.

AFP/tat>

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Deutschland 24.8.2011: Gericht kann Geldgeschenke an arme Kinder aus Hartz-IV-Familien nicht einfordern

aus: n-tv online: Kinder aus Hartz-IV-Familien: Vorsicht bei Geldgeschenken; 24.8.2011;
http://www.n-tv.de/ratgeber/Vorsicht-bei-Geldgeschenken-article4124911.html

<Geldgeschenke von der Oma an ihre Enkel brachten eine Hartz IV-Familie in Teufels Küche: Das Jobcenter forderte die insgesamt 570 Euro zurück. Zu Unrecht, befand nun das Bundessozialgericht. Doch eine allgemeine Obergrenze, wieviel Geld ein bedürftiges Kind bekommen darf, gibt es nicht. Am besten, man verschenkt einfach Sachen statt Geld.

Geldgeschenke an Kinder aus Hartz-IV-Familien sollten nicht zu hoch ausfallen. Andernfalls können die Leistungen gekürzt werden. Sachgeschenke seien hingegen in der Regel unproblematisch, erläutert Stella Schicke, Fachanwältin für Sozialrecht. Hintergrund ist ein Rechtsstreit, der vor dem Bundessozialgericht in Kassel verhandelt wurde (Az.: B 14 AS 74/10 R). Das Jobcenter Leipzig hatte 570 Euro von einer Hartz-IV-Familie zurückgefordert, nachdem die Kinder mehrere Geldgeschenke von ihrer Großmutter erhalten hatten. Die Richter bemängelten jedoch formelle Fehler in den Schriftstücken des Jobcenters. Die Behörde hat die Kürzungsbescheide daraufhin aufgehoben. Ein auf andere Fälle übertragbares Urteil erging somit nicht.

Grundsätzlich würden Geldgeschenke bei Arbeitslosengeld II als Einkommen berücksichtigt, sagt Schicke. Seit April 2011 gilt aber eine gesetzliche Regelung, nach der Geschenke in geringer Höhe von den Jobcentern nicht als Einkommen angerechnet werden. Die genaue Höhe ist dort aber nicht festgelegt. Als Grenze nehmen die Jobcenter bei Zahlungen an Minderjährige in der Praxis Monatsbeträge von bis zu 30 Euro, ein geringes monatliches Taschengeld ist also okay. 

Vermögensgrenze entscheidet

Bei größeren Geldgeschenke an die Kinder in Hartz-IV-Familien muss man aber aufpassen, nicht die Vermögensgrenzen zu sprengen. Wenn schon Geld angespart wurde, gilt beim Antrag auf Hartz-IV-Leistungen für Minderjährige ein Grundfreibetrag in Höhe von 3100 Euro. Zudem stehe ihnen ein Freibetrag für notwendige Anschaffungen in Höhe von 750 Euro zu, so Schicke. "Das über den Betrag von 3850 Euro hinausgehende Vermögen der Kinder wird angerechnet."

Größere Geldgeschenke zu besonderen Anlässen wie etwa der Kommunion werden nicht berücksichtigt, solange sie den Grundfreibetrag von 3100 Euro nicht überschreiten. Bei Sachgeschenken gebe es in der Regel keine Probleme. Sollten sie allerdings sehr wertvoll sein, könne der Leistungsträger laut Schicke verlangen, sie zu verkaufen. "Das sind aber Einzelfälle."

Ferienjob ist okay

Zudem dürften die Kinder eigenes Geld - etwa mit einem Ferienjob - verdienen. Der Job dürfe allerdings nicht länger als vier Wochen dauern und das Einkommen nicht über 1200 Euro im Kalenderjahr liegen. Keine Probleme gibt es, wenn der Ferienjob kürzer ist und der Verdienst unter 100 Euro liegt.

Wollten die Großeltern Geld auf einem Sparbuch anlegen, sei das durchaus möglich. "Sie sollten das Sparbuch dann aber behalten", rät Schicke. Denn in diesem Fall blieben sie Inhaber der Forderung. "Entscheidend ist, dass das Kind nicht über das Geld verfügen kann."

dpa/rts>

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25.8.2011: Beerdigung für Harz-IV-Empfänger darf nicht ärmlich sein

aus: n-tv online: Verbraucher: Urteil zu Kosten für Hartz-IV-Beerdigungen; 25.8.2011;
http://www.n-tv.de/ticker/Geld/Urteil-zu-Kosten-fuer-Hartz-IV-Beerdigungen-article4140331.html

<Kassel (dpa) - Arbeitslose müssen sich nicht mit einer 08/15-Beerdigung zufriedengeben: Die Sozialhilfeträger dürfen die Übernahme von Bestattungskosten für die Angehörigen von Hartz-IV-Empfängern nicht pauschal begrenzen, urteilte das Bundessozialgericht.

Bestattungskosten für die Angehörigen von Hartz-IV-Empfängern dürfen nicht pauschal begrenzt werden. Das hat das Bundessozialgericht in Kassel am Donnerstag (25. August) entschieden. Geklagt hatte eine Frau aus Koblenz, die Arbeitslosengeld II bekam, als 2005 ihr Mann starb (Aktenzeichen: B 8 SO 20/10 R). Der Bestattungsunternehmer schickte ihr eine Rechnung über 1500 Euro. Ebenso viel kostete der Kauf des Grabes. Für die Überführung sollte sie 260 Euro bezahlen. Das alles reichte die Frau beim Sozialhilfeträger ein.

Dort übernahm man zwar die Grab-Kosten, die Rechnung des Bestattungsunternehmers jedoch wurde gekürzt, die Übernahme der Überführung ganz verweigert. Wegen der fehlenden 956,32 Euro zog die Frau gegen die Stadt Koblenz vor Gericht. Das Landessozialgericht lehnte die Klage ab: Mit der übernommenen Summe sei «eine den örtlichen Verhältnissen entsprechende, würdige, aber einfache Bestattung durchführbar».

Dieser Argumentation ist das Bundessozialgericht nicht gefolgt. Die Kostenträger müssten die Rechnungen im Detail auf ihre Angemessenheit überprüfen. Es reiche nicht aus, die Kosten «nach Maßgabe pauschal ermittelter Vergütungssätze» zu übernehmen. Der Hinterbliebene sei nicht verpflichtet, «unterschiedliche Angebote bei Bestattungsunternehmern einzuholen, um das billigste auszuwählen».

Die Sache wurde an das Landessozialgericht zurückverwiesen. Dort muss unter anderem noch geklärt werden, welcher Kostenanteil der Frau selbst zugemutet werden kann.

Quelle: n-tv.de / dpa>


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28.8.2011: Rentner mit Zusatzverdienst von über 400 Euro verlieren einen Teil der Rente

aus: Welt online: Verdienstgrenze: Nebenjob kann zu harten Rentenkürzungen führen;
http://www.welt.de/finanzen/article13570453/Nebenjob-kann-zu-harten-Rentenkuerzungen-fuehren.html

<Zeitungsausträger: Viele Rentner verdienen sich so einen Zuschuss.

Viele Seniorenmüssen arbeiten, weil die Rente nicht reicht. Doch wer mehr als 400 Euro dazu verdient, kann ein Drittel seiner Altersbezüge verlieren.

Mehr und mehr Senioren jobben. Etwa als Pförtner, Touristenführer oder Zeitungsausträger. Viele der gut 20 Millionen Rentner müssten dazuverdienen, weil sie angesichts massiv gestiegener Lebenshaltungskosten finanziell nicht mehr über die Runden kommen, sagt die Präsidentin des Sozialverbands VdK, Ulrike Mascher.

Andere fühlen sich noch fit und möchten wenigstens in Teilzeit weiterarbeiten. Bevor sie einen Nebenjob annehmen, sollten sich Rentner aber immer über Verdienstgrenzen und die fällig werdenden Steuern schlaumachen. Sonst bleibt vom Zubrot womöglich kaum mehr was übrig.

„Viele informieren sich nicht und müssen Geld zurückzahlen“, mahnt Renate Thiemann von der Deutschen Rentenversicherung zur Vorsicht. Unwissenheit schützt aber nicht vor finanziellem Schaden. Aufpassen sollten vor allem Altersrentner unter 65 Jahren. Für sie gelten nach wie vor strenge Höchstverdienstgrenzen.

Eigentlich war für dieses Jahr geplant, dass Frührentner endlich so viel dazuverdienen dürfen, dass sie maximal das letzte Bruttogehalt erreichen. Diese Änderung sei jedoch noch nicht Gesetz, sagt Thiemann. Erst ab dem Alter von derzeit 65 dürfen Ruheständler unbegrenzt dazuverdienen, so viel sie können oder wollen.

Jeder Euro über Verdienstgrenze wirkt sich rentenschädlich aus

Das Zubrot – ob als Mini-Job oder sozialversicherungspflichtiges Einkommen – schmälert dann nicht die Höhe der eigenen Rente. Die Nebenbeschäftigung muss auch nicht dem Rentenversicherungsträger gemeldet werden. Allerdings heißt es auf jeden Fall, an den Fiskus zu denken, sagt Martina Bruse vom Neuen Verband der Lohnsteuerhilfevereine (NVL). Was obendrauf verdient wird, muss in der Regel versteuert werden.

Wer vor Erreichen der Altersgrenze von 65 voll in Rente geht, darf monatlich nicht mehr als 400 Euro brutto im Nebenjob verdienen. Jeder Euro drüber wirkt sich „rentenschädlich“ aus, wie es im Amtsdeutsch heißt. Wer beispielsweise nur 20 Euro mehr verdient als erlaubt, muss eine pauschale Kürzung in Kauf nehmen, mindestens um ein Drittel. Die Vollrente werde dann nur noch als Teilrente ausgezahlt, betont Expertin Thiemann.

Aus einem Rentenbetrag von 1200 Euro kann so schnell nur noch eine Zwei-Drittel-Rente von 800 Euro werden. Oder eine halbe Rente oder ein Ein-Drittel-Betrag – je nach Zusatzverdienst. Bei lukrativem Zubrot kann die Rente schlimmstenfalls sogar ganz gestrichen werden.

Wer einen Nebenverdienst an Land zieht, der regelmäßig über dem Zuverdienst-Limit liegt, sollte sich von einem Rentenberater berechnen lassen, ob das Einhalten der Höchstgrenze unterm Strich nicht doch günstiger käme, empfiehlt Rentenexpertin Thiemann.

Senioren, die wieder unter die 400-Euro-Grenze wollen, weil sich das bisschen Extra-Geld als Bumerang erweist, müssen aktiv werden und innerhalb von drei Kalendermonaten einen Antrag stellen. Bei einer Teilrente müssen die Hinzuverdienstgrenzen immer individuell berechnet werden.

Regelungen sind komplex

Zweimal im Jahr darf der Nebenverdienst überschritten werden, maximal gedoppelt bis zu jeweils 800 Euro. Damit können Sonderzahlungen wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld abgedeckt werden. Wer die Grenze einhält, muss keine Rentenabzüge fürchten.

Auch Frührentner unter 65, die aus gesundheitlichen Gründen ihren Beruf aufgeben mussten und eine Erwerbsminderungsrente bekommen, dürfen dazuverdienen. Bei voller Erwerbsminderung darf das Zubrot allerdings auch nicht über 400 Euro liegen.

Bei teilweiser Minderung gibt es persönliche Limits. Sie richten sich nach dem Einkommen der letzten drei Jahre vor der Rente und sind im Rentenbescheid ausgewiesen. Wird eine individuelle Höchstgrenze überschritten, kann die Rente bis auf ein Viertel des Vollbetrags gekürzt werden. Schlimmstenfalls wird sie komplett gestrichen. Denn dann bewies der Rentner, dass er doch noch arbeiten kann.

Die Regelungen sind in diesem Bereich außerordentlich komplex. Wer eine Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung bekommt, kann beispielsweise in der Regel nur noch weniger als sechs Stunden arbeiten. Allerdings muss die Arbeitszeit wenigsten drei Stunden täglich betragen.

Betroffene sollten sich am besten bis auf den Cent vorrechnen lassen, wie viel sie dazuverdienen dürfen, raten die Experten der Deutschen Rentenversicherung. Unter der kostenlosen Telefon-Hotline 0800-1000 4800 bietet die Deutsche Rentenversicherung kompetenten Rat an. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.deutsche-rentenversicherung.de inklusive Adressen der bundesweit ehrenamtlich tätigen Versichertenberater.

dapd>

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14.10.2011: <Ernährung: Halbe Million Kinder in Deutschland leiden Hunger>

aus. Welt online; 14.10.2011;
http://www.welt.de/politik/deutschland/article13660640/Halbe-Million-Kinder-in-Deutschland-leiden-Hunger.html

<Regelmäßig müssen Hunderttausende Kinder in Deutschland hungern. Nicht nur die Höhe des Hartz-IV-Satzes sei Schuld daran, so ein Experte. Auch "die Inkompetenz etlicher Familien".

Hunderttausende Kinder bekommen in der Bundesrepublik nicht genug zu essen. „Man kann davon ausgehen, dass etwa 500.000 Kinder in Deutschland regelmäßig nicht ausreichend ernährt werden und immer wieder Hunger leiden“, sagte der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), Wolfram Hartmann, anlässlich des Welthungertags am Sonntag.

Auch in Familien mit gutem Einkommen ist das Bewusstsein für gesunde Ernährung oft nicht vorhanden, sagt der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), Wolfram Hartmann

Der Mediziner sprach von einem schlimmen Zustand. „In Deutschland darf kein Kind Hunger leiden.“

Die Folgen einer unzureichenden Ernährung in jungen Jahren sind Hartmann zufolge verheerend. Der Eiweißmangel führe zu einer Unterentwicklung des Gehirns und zu mangelndem Muskelaufbau. „Kinder, die fehlernährt oder unterernährt sind, sind zeitlebens benachteiligt. Die Folgeschäden kann man nie wieder korrigieren.“

Oft wird Geld für überflüssige Lebensmittel ausgegeben

Dass Kinder in Deutschland Hunger leiden, liegt nach Ansicht des Verbandspräsidenten nicht nur an der Höhe der Hartz-IV-Sätze. Verantwortlich sei auch „die Inkompetenz etlicher Familien, mit Geld zu haushalten und Kinder adäquat zu ernähren“. Oft werde Geld für überflüssige Lebensmittel wie Limonade ausgegeben, weshalb am Monatsende kein Geld für mehr als eine Mahlzeit täglich vorhanden sei, kritisierte Hartmann in Köln.

Auch in Familien mit höherem Einkommen fehlt nach Ansicht des Experten oft das Bewusstsein für gesunde Ernährung mit frischen Zutaten. Zu viel Fett und Zucker würden dazu führen, dass Kinder häufig naturbelassene Nahrungsmittel als fad empfänden, sagte Hartmann. Eltern müssten diese Prägung verhindern, aber auch Kindertagesstätten müssten mehr Wert auf gesunde Ernährung legen.

Der Mediziner kritisierte das Scheitern einer Ampel-Kennzeichnung für Lebensmittel. Die heutige Kennzeichnung von Inhaltsstoffen erreiche nur Bevölkerungsschichten, die sich ohnehin gesundheitsbewusst ernährten. „Wir brauchen eine einfache Kennzeichnung, die auch Kinder und bildungsferne Familien verstehen“, forderte Hartmann.

dapd/jm>

Kommentar

Hunger im "reichsten" EU-Land. Nun, besser wird die Situation mit der Euro-Krise ja sicher nicht. Und an Pleite-Staaten wie Griechenland, Italien und Spanien werden sinnlos Milliarden verschenkt. Irgendwann kommt dann die Bewegung "Occupy Reichstag". Frau Merkel, bitte bitte schnell die DM!!!

Michael Palomino, 14.10.2011

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21.12.2011: <Gesellschaft: Studie: Armut in Deutschland verharrt auf hohem Niveau> trotz "guter Wirtschaftspolitik"

<Berlin (dpa) - Jeder siebte Deutsche ist nach wie vor von Armut bedroht. Zu diesem Ergebnis kommt der neueste Armutsbericht, den der Paritätische Gesamtverband in Berlin vorstellte. Seit dem Jahr 2005 verharrt die Armutsquote zwischen 14 und 15 Prozent - unabhängig von der wirtschaftlichen Entwicklung in diesem Zeitraum. Damit sei auch die Behauptung widerlegt, eine gute Wirtschaftspolitik sei die beste Sozialpolitik, bilanzierte der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen, Ulrich Schneider. Allerdings gibt es einen Lichtblick: In einigen Regionen Ostdeutschlands geht es aufwärts.

Quelle: n-tv.de / dpa>

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21.12.2011: <Regionen-Vergleich: Wo Deutschland am ärmsten ist> und am reichsten

aus: Spiegel online; 21.12.2011;
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,805043,00.html

<Die deutsche Wirtschaft wächst - doch die Armut, die das Land zerreißt, bleibt. So die Kernaussage einer neuen Studie, die auch belegt, dass in manchen Städten im Ruhrgebiet die Not größer ist als in ostdeutschen Ländern. Ein bundesweiter Vergleich zeigt die sozialen Brennpunkte der Republik.

Hamburg - Die Armut in Deutschland hat sich von der wirtschaftlichen Entwicklung abgekoppelt. Das ist die Kernaussage eines Berichts des Paritätischen Wohlfahrtsverbands, der am Mittwoch veröffentlicht wurde. Seit sechs Jahren ist die Armutsgefährdung demnach auf Rekordniveau, selbst im Boomjahr 2010 ging die Quote nur geringfügig zurück. Als armutsgefährdet gilt nach EU-Definition, wer über weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen bedarfsgewichteten Einkommens verfügt.

Der Sozialverband spricht von "verhärteter Armut". Dieses Phänomen zeige sich auch bei den Hartz-IV-Empfängern. Kurz nach der Einführung 2005 lag die Quote bei 10,3 Prozent. Im Sommer 2011 notierte der Wert fast unverändert bei 9,8 Prozent. Mit Verweis auf diese Zahlen kritisiert der Wohlfahrtsverband die "arbeitsmarktpolitischen Erfolgsmeldungen der Bundesregierung".

Die wesentliche Aussage des Armutsberichts: "Deutschland ist nicht nur sozial, sondern auch regional ein tief zerrissenes Land." Die Quoten beruhen auf dem Mikrozensus, einer jährlichen Befragung von einem Prozent der deutschen Haushalte. Das entspricht mehreren hunderttausend Menschen.

Während sich in neun Bundesländern seit 2005 kaum etwas bewegt habe, gebe es in den restlichen sieben dem Bericht zufolge durchaus Veränderungen. In Hamburg, Brandenburg und Thüringen gingen die Armutsquoten kontinuierlich zurück. Dabei ist vor allem der positive Trend in den beiden ostdeutschen Ländern auffällig: In Thüringen fiel die Quote von 19,9 auf 17,6 Prozent, in Brandenburg von 19,2 auf 16,3 Prozent - ein Rückgang von 10 beziehungsweise 15 Prozent.

Negativ ist der Trend dagegen in Berlin und Nordrhein-Westfalen. In der Hauptstadt stieg die Armutsquote von 17 auf 19,2 Prozent - ein Zuwachs von 13 Prozent. In NRW stellten die Autoren ein Plus von knapp 14 Prozent fest. Das bevölkerungsreichste Bundesland rutschte damit im innerdeutschen Ranking von Platz sechs auf Platz neun ab (siehe Fotostrecke).

Aber auch innerhalb der Länder gibt es große Unterschiede: Die Studie zeigt, dass Deutschland mehr und mehr als "armutspolitischer Flickenteppich" erscheint. So gebe es im Westen Regionen, in denen die Armutsgefährdung deutlich über dem ostdeutschen Durchschnitt liege - Dortmund zum Beispiel, aber auch Bremen und Hannover.

Als Problemregion bezeichnen die Autoren das Ruhrgebiet: So habe die Armutsgefährdung in Dortmund seit 2005 um 24 Prozent zugenommen. In Duisburg betrug der Anstieg sogar 26 Prozent. Die Hartz-IV-Zahlen unterstreichen diese Entwicklung. So waren im Juli 2011 in den beiden Ruhrgebietsstädten 17,8 Prozent der Einwohner unter 65 Jahren auf Hartz IV angewiesen. In Gelsenkirchen waren es sogar 21,6 Prozent - also rund jeder Fünfte.

Besonders auffällig: Nicht ein einziger Kreis schneidet besser ab als der Bundesdurchschnitt. Im Schnitt bekommt mehr als jeder siebte Bürger im Ruhrgebiet Hartz IV.

cte>


Darte der Armut und des Reichtums in Deutschland, Dezember 2011
Darte der Armut und des Reichtums in Deutschland, Dezember 2011

Grafik der Armut in Deutschland, Dezember 2011
Grafik der Armut in Deutschland, Dezember 2011

Grafik der Armutsgefährdungsquote in Deutschland, Dezember 2011
Grafik der Armutsgefährdungsquote in Deutschland, Dezember 2011



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22.12.2011: Armut trotz Arbeit - der Abstieg der Löhne in Deutschland

aus: n-tv online: Harte Zahlen für Deutschland: Selbst "Arbeit schützt vor Armut nicht"; 22.12.2011;
http://www.n-tv.de/politik/pressestimmen/Selbst-Arbeit-schuetzt-vor-Armut-nicht-article5057791.html

<Jeder siebte Deutsche ist nach wie vor von Armut bedroht.

Im aktuellen Armutsbericht des Paritätische Gesamtverbands wird deutlich: Armut erweist sich als resistent gegenüber dem wirtschaftlichen Aufschwung und sogar einem Arbeitsplatz. Denn nicht nur Arbeitslosen- und Sozialhilfeempfänger haben wenig. Auch die, die arbeiten gehen, verdienen nicht genug. Die Presse sieht unbedingten politischen Handlungsbedarf, um Zustände wie in London abzuwenden. Mindestlohn, Bildung, Solidaritätszuschlag und Umverteilung des Vermögens sollten die Gebote der Stunde sein.

Die Frankfurter Rundschau hält es für einen erschreckenden Befund, dass die Armut bei wachsender Wirtschaft nicht schrumpfe. Ganz im Gegenteil: "Sie hat sich 'verfestigt'." Seit Kohl und Schröder habe es sich eingebürgert, "dies wie ein Naturgesetz hinzunehmen und Gegenmittel wie Mindestlöhne höchstens homöopathisch einzusetzen. Muss es wirklich in Dortmund oder Leipzig brennen wie in London, bis dieser zynische Umgang mit der sozialen Frage ein Ende hat?"

"Arbeit schützt vor Armut nicht", das konstatiert auch die Stuttgarter Zeitung. "Der eigentliche Skandal, um den es hier geht, sind Löhne, die nicht zum Leben reichen." Zwar gebe es im Einzelfall durchaus berechtigte Ansprüche für Transferleistungen, räumt das Blatt ein, aber die helfen im Großen und Ganzen nicht. "Immerhin ist inzwischen ja auch die größte Regierungspartei, Angela Merkels CDU, zur Einsicht gelangt, dass Mindestlöhne ein Gebot der Stunde ist. Sie und ihre Koalitionspartner können aus dem Armutsbericht eine konkrete Handlungsanweisung herauslesen: Es ist an der Zeit, dem wohltönenden Parteitagsbeschluss zu dieser drängenden Frage endlich Taten folgen zu lassen."

Der Kölner Stadtanzeiger sieht eher in der Bildung als das entscheidende Gebot der Stunde. Denn die Reichen zu schröpfen und den Armen davon abzugeben, sei keine Lösung des Problems. "Wer Fische verschenkt, anstatt fischen zu lehren, hängt ärmere Bevölkerungsteile dauerhaft an den sozialstaatlichen Tropf. Sozialhilfefamilien in dritter Generation sind die Folge. Stattdessen bedürfte es einer Strategie, die auf Bildung, Bildung, Bildung setzt. Niemand darf aus der Verantwortung entlassen werden, Hilfsangebote anzunehmen. Allerdings muss es solche Angebote geben. Ein 'vorsorgender Sozialstaat', der auf Befähigung setzt, kostet viel. Auf Dauer aber sind Geldtransfers teurer und unsozialer."

Die Südwest Presse plädiert dagegen für eine Umverteilung des Vermögens: "Die Politik muss der sozialen Gerechtigkeit also auf die Sprünge helfen, wenn sich Armut gegenüber den therapeutischen Heilsversprechen der Ökonomen als resistent erweist. Der Markt produziert Wohlstand und Reichtum, aber er wendet nicht in erwünschtem Maße die Risiken von Abstieg und Hoffnungslosigkeit ab, obwohl die Binnenkonjunktur brummt und der Export boomt. Ohne Umverteilung wird es also nicht gehen angesichts einer in den letzten Jahren unverhältnismäßigen Anhäufung von Vermögen in wenigen Händen. Die Politik sollte es nicht auf einen sozialen Stresstest ankommen lassen."

Die Dithmarscher Landeszeitung deutet die Ergebnisse des Armutberichts als Alarmsignal. Denn "Frustration, sozialer Abstieg und Perspektivlosigkeit in Verbindung mit allgemeinem Werteverfall bilden einen gefährlichen Nährboden. Der Armutsatlas zeigt vor allem eines, nämlich dass manche West-Regionen auf ein Niveau gesunken sind, dass einige Gebiete im Osten zum Glück inzwischen verlassen konnten. Damit ist aber eine Förderpolitik, die allein den Aufbau Ost zum Ziel hat, hinfällig. Eine Reform des Solidaritätszuschlags wäre ein erster Schritt."

zusammengestellt von Julia Kreutziger>













Bildernachweis

[1] Armer sucht in Abfallkübel: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,466865,00.html
[2] Karte der Armut in Deutschland 2011: http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-76556.html
[3] Grafik der Armut in Deutschland 2011: http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-76556-2.html
[4] Grafik der Armutsgefährdungsquote in Deutschland 2011: http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-76556-3.html


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