Deutsche
Besatzungsmacht in Frankreich 1940-1944. Chronologie
1.
Die Vorgänge in Frankreich generell
von
Michael
Palomino (2000)
aus: Ludger Tewes: Frankreich in der
Besetzungszeit 1940-1943. Die Sicht deutscher Augenzeugen.
Bouvier-Verlag,
Bonn, 1998.
Chronologie
ab 16. Jh.
Französische
Hasspolitik gegen
Deutschland
(S.113)
1871
Versailles:
Gründung des Zweiten Deutschen
Kaiserreichs
auf französischem Boden mit
deutschen Wachposten, durch König
Wilhelm von Preussen
im Beisein von
Bismarck
und
Roon sowie aller deutscher Fürsten.
Kaiserkrönung
Wilhelms (S.54).
ab 1871 ?
Französische
Geschichtsbücher und Manipulation
Beispiel
Völkerwanderung:
-- die Gallier besetzen Frankreich
-- alles, was von Osten kommt,
sind "Barbaren"
-- das Wort "Franken" fehlt
-- die "Barbaren" werden durch
die Gallier zivilisiert (S.164).
Beispiel:
Französische
"Fünfeck"-Propaganda
Im
Landschlösschen
Étampes bei
Paris wird ein Geographielehrbuch für die Grundschule entdeckt mit
der
Darstellung Frankreichs als Fünfeck, das es für jeden
Franzosen zu
vollenden
gelte, mit dem Rhein als Ostgrenze bis und mit
Mainz
und ganz
Rheinland-Pfalz
(S.113).
1918
Compiègne:
Französisches Denkmal für
den
Sieg gegen das 2.Reich
wo ein
französischer Soldat den deutschen Adler zertritt.
Solche
Nachbildung stehen in weiteren französischen Städten (S.341).
1919
"Friede" von
Versailles:
Deutsche Delegation und die "Schandtafel" von 1919
Die deutsche
Delegation mit Quartier im Grand
Hôtel
Trianon wird gezwungen, in der "Galerie des Glaces", im
sogenannten Spiegelsaal des Schlosses Versailles bei Paris, den
"Vertrag
von Versailles" zu unterzeichnen (S.54). Die französische Seite
lässt
diesen
Moment durch eine Bronzetafel im Grand Hôtel Trianon verewigen,
wo die
deutsche
Delegation ihr Quartier hatte (S.55-56).
Deutsch-französische
Verbindungen
Manche französische Frau
folgt dem deutschen Soldaten nach
Deutschland
und
weicht so das Feindbild auf (S.110).
1919-1930
Rheinlandbesetzung:
Französisches Gehabe
Die Rheinländer und
Pfälzer müssen eine
französische Besetzung
ertragen. Sie
werden "besatzungsgeschädigt" (S.110):
-- die Siegermächte lassen
für sich in Deutschland ganze
Wohnviertel
räumen
(S.129)
-- raues französischem
Benehmen von weissen Franzosen, noch
schlimmer
aber die
schwarz-französischen Legionäre
-- herrisches Verhalten der
französischen Offiziere (S.111).
Die Reparationsforderungen der
französischen Seite werden zum
politischen
Dauerbrenner (S.111).
Besetzung des Saarlands und von
Rheinland-Pfalz
Dekadente und
gewalttätige französische Offiziere
. Wenn
eine deutsche Person einem französischen Offizier begegnet,
-- muss der Deutsche den
Bürgersteig verlassen
-- muss der Deutsche seine
Kopfbedeckung abnehmen
-- muss der Deutsche eine
ehrerbietige Haltung einnehmen.
-- bei Verweigerung schlägt
der Offizier die Reitpeitsche ins
Gesicht.
Hunde werden von Franzosen oft
Mélac
genannt, der Name eines Generals von
Louis
XIV., der die Pfalz dreimal verwüstet hat und das Heidelberger
Schloss
niederbrennen liess (S.112).
ab 1919
Versailler
Vertrag/Weimarer Republik:
Orientierungslose deutsche Soldaten
Deutsche, die als Soldat unter
dem deutschen Kaiser gedient haben,
werden
politisch orientierungslos (S.103).
Deutschland: Das
Frankreich-Bild der
Väter
Väter, die
ehemalige Soldaten waren, geben ihr
Frankreich-Bild an
die
Kinder weiter, und dieses Bild dominiert die Kinder. Fotos vom Krieg
lassen die
Kinder neue Kriege fürchten, so dass die deutschen Kinder oft
keinen
Kriegsfanatismus mehr entwickeln (S.113).
1920
Frankreich: Jacques
Bainville:
Tornisterschrift "Frankreichs Kriegsziel"
über die Langzeitwirkungen
des Versailler Vertrags mit der These,
dass
es wegen
Danzig zu einem neuen Krieg kommen
wird (S.170).
1923
Französische
Ruhrgebietsbesetzung
Der "Ruhreinbruch" (S.108):
-- ehemalige deutsche
Frontsoldaten aus der Kaiserzeit haben
Tränen in
den
Augen, als französische Truppen durch Bochum ziehen
-- die Franzosen schiessen auf
Kinder, die von beschlagnahmter Kohle
ein paar
Stücke entwenden
-- deutsche Frauen verwehren
französischen Soldaten zum Teil den
Eintritt in
die Häuser
-- es kommt zu "Übergriffen"
auf deutsche Frauen (S.110).
Wuppertal:
Schikanen der französischen
Besetzung
mit willkürlicher
Grenzziehung mitten durch die Stadt zwischen
Vohwinkel und
Elberfeld mit willkürlichen Kontrollen. Die Franzosen geben keinen
Anlass, dass
man zu ihnen ein freundschaftliches Verhältnis entwickelt (S.111).
1929
Deutschland: Buch
von Friedrich
Siegburg: "Gott in Frankreich" Ein Versuch"
(S.15)
1933
HJ: Lied:
"Siegreich woll'n wir
Frankreich schlagen, sterben als ein tapfrer Held"
Schulprogramm:
Deutschland soll das beste sein, das
Volksfrontregime von
Léon Blum sei dekadent
(S.112).
1933 ca.
Hitlers
Machtübernahme: Gebete für
Hitler
Junge Deutsche
beten für Hitler, und der Eintritt in die
Hitler-Jugend wird
als Opfer für die "gemeinsame Sache" angesehen. Es erfolgen
massenweise
Eintritte in die SA, die NS-Kraftfahrkorps, den NS-Studentenbund. Die
junge
Generation verdrängt die Warnungen der älteren Generation und
lebt in
den neu
propagierten Feindbildern. Die junge Generation meint, sie seien die
Protagonisten Europas und seien für die "Befreiung" Europas
zuständig
(S.106).
ab 1933
Drittes Reich:
Französisch in der Schule
nur teilweise
in Ober-, Real- und Handelsschulen (S.175).
Drittes Reich:
Schüren von Vorurteilen
gegenüber Frankreich
Der Schulunterricht vermittelt
keine Ausländerfeindlichkeit,
jedoch ein
Überlegenheitsgefühl.
Vorurteile gegenüber
Franzosen ergeben sich durch Karikaturen: Der
Franzose sei
klein und dick und werde mit 40 bereits Rentner (S.106).
Zusätzlich ergibt sich ein
Vorurteil durch öffentliche
Stehaborte an
Strassen
in Paris. Schule, HJ, Radio und Zeitungen betonen einen grossen
Unterschied
zwischen Deutschen und "anderen" Völkern (S.107), v.a. gegen die
Urheber
des "Versailler Diktats" von 1919, das den Jugendlichen genauestens
unterrichtet wird. Viele deutsche Jugendliche haben Vorbildung oder
Familienerinnerungen des Vaters mit Frankreich aus dem 1.Weltkrieg und
glauben
den Feindbildern nicht (S.107-108).
Die Literatur
über Frankreich überlagert
die Feindbilder
z.B. von
Georges
Bernanos:
"Tagebuch eines Landpfarrers", oder von
Léon Bloy:
"Briefe an meine Braut" (S.111).
1936 ca.
Frankreich:
Coloradokäfer aus den
"USA" eingeschleppt
grosse
Schäden an Kartoffelernte über Jahre hinaus
(S.334).
[Der Coloradokäfer breitet
sich über ganz Europa aus].
ab 1939
Drittes Reich:
Coloradokäfer in Deutschland
eingewandert, grosse Schäden an Kartoffelernte
(S.334)
ab Mitte 1939 ca.
Drittes Reich:
Coloradokäfer in Deutschland
eingeschleppt, grosse Schäden an Kartoffelernte
(S.334)
Juli 1939
Wehrmacht:
Diktatorische Begeisterung
für Hitler - Unterdrückung von Kritik
Die Begeisterung für Hitler
in der Wehrmacht wirkt diktatorisch
gegen
Kritiker.
In der Folge:
-- Anschläge auf das
Eigentum der Kritiker
-- Terror und Folter von Kritikern
-- Erpressung gegen Kritiker
(S.169).
Gleichzeitig geht die
Befürchtung um, dass im Fall eines Sieges
der
Soldatendienst auch auf den Sonntag ausgedehnt würde. Es kommt zu
reserviertem
Verhalten der Soldaten gegenüber Offizieren (S.169).
Auf U-Booten herrscht angeblich
kaum Kriegsbegeisterung, jedoch Freude
an der
Seefahrt... (S.170).
Flieger sprechen nur selten. Alle
tun so, als ob sie an einen Sieg
glauben
würden. Das Thema wird gemieden. Jagdflieger erfüllen
Aufträge, sehen
den Krieg
als Notwendigkeit für "Grossdeutschland", der hingenommen wird
(S.171).
Die Germanisierungspläne in
Osteuropa bis in die Ukraine und
andere
Geheimpläne
des Hitler-Regimes sind den Soldaten nicht bekannt. Die Vision
"Lebensraum
im Osten" wird nie erläutert (S.171).
[Hitler spricht im 2. Band von
"Mein Kampf" vom
"Germanenzug" gegen Russland, ohne Details zu nennen].
31.8.1939
Berlin:
Vorbereitung des OKW an der
Westfront
Das OKW macht
sich in Bezug auf die Westgrenze auf alles
gefasst:
-- Alarmbereitschaft im
Pfälzer Wald,
Waffen und Verteilung von Handgranaten
-- die Zivilbevölkerung
hinter der Frontlinie wird evakuiert
-- die Kompanien beziehen
anstelle der Zivilbevölkerung Position,
wobei
grosse
Mängel an der Tagesordnung sind:
-- keine Karte
-- abgeschlossene Bunker
-- keine Kenntnis über den
genauen Grenzverlauf
-- die neuen Maschinengewehre
passen nicht in die alten
Bunkerschiessscharten
etc. etc. (S.19).
Demzufolge müssen offene
Feldstellungen errichtet werden
(S.19-20). Der
Krieg
an der deutsch-französischen Grenze bleibt aber aus, ist ein
"Sitzkrieg",
"drôle de guerre" ["Witzkrieg"].
Tewes:
"Die Franzosen liessen alle
günstigen Gelegenheiten verstreichen,
die
Deutschen anzugreifen, solange diese noch in Polen oder Norwegen im
Kampf
standen." (S.20)
ab 1.9.1939
Frankreich
interniert deutsche
Emigranten
Alle Männer "deutschen
Ursprungs" werden interniert, obwohl es
meist
Hitler-Gegner sind. Nicht-Betroffene müssen meist illegal im Land
leben.
(aus:
http://www.drafd.de/htdocs/veranst/resist_2.html)
Deutsche
Antifaschisten in
französischen und anderen Armeeteilen
Deutsche Antifaschisten in
Frankreich melden sich wenige Tage nach
Kriegseintritt zur französischen Armee und treten auch in die
französische Armee ein, z.B. Harald Hauser, Henrik Keisch und
andere
deutsche Emigranten. Deutsche mit tschechoslowakischen
Fremdenpässen
treten der neu gebildeten tschechoslowakischen Einheit innerhalb der
französischen Armee bei, z.B. Werner Knapp, Kurt Böhme, Karl
Veken,
Erich Szczyrbowski, Heinz Saar und Lex Ullmann.
(aus:
http://www.drafd.de/htdocs/veranst/resist_2.html)
ab Okt 1939
Polen:
Militärbordelle mit nur jungen
Polinnen
(S.268)
1940
Drittes Reich:
Neuauflage der Tornisterschrift
von Jacques Bainville "Frankreichs Kriegsziel"
und lebendige Diskussion unter
Panzergrenadieren (S.170).
ab Anfang 1940
Keine Debatte um
den Krieg
Die Besetzung Frankreichs als
rechtmässig oder unrechtmässig
wird unter
den
Soldaten nie debattiert (S.172).
[Die Besetzung Frankreichs ist im
OKW schon für Februar 1940
vorgesehen, wird
dann aber mehrmals verschoben].
Mai
1940
Deutsche Propaganda
gegen den
französischen "Erbfeind"
(S.79)
Frankreich
interniert deutsche
Emigrantinnen
Alle Frauen "deutschen
Ursprungs"
werden interniert, obwohl es meist Hitler-Gegner sind. Nicht-Betroffene
müssen meist illegal im Land leben.
(aus:
http://www.drafd.de/htdocs/veranst/resist_2.html)
9.-20.5.1940 ca.
Frankreich: Flucht
grosser Teile der
französischen Bevölkerung
Flucht Hals über Kopf. Die
Bevölkerung lässt zum Teil
das Vieh draussen
stehen,
das verendet, weil es nicht gemolken wird. In Hausställen
verhungert
das
Kleinvieh und die Schweine. Stärkere Schweine fressen zum Teil
kleinere
Schweine an (S.23).
Massenflucht von
Nord- nach
Südfrankreich - Juden aus Polen flüchten nach Spanien
mit Emigration über die
Grüne Grenzen oder nach Übersee.
Polnische
Juden sind
in
Lourdes und warten auf die
Schleusung nach Spanien über die Pyrenäen, organisiert von
der "
Jeunesse de Montagne" mit Wanderungen.
Die Gruppe zieht mit Flüchtlingen los, kehrt dann getrennt wieder
ohne
Flüchtlinge zurück (S.179).
Der deutsche Zoll ist hilflos und
schmunzelt zuerst. Dann aber werden
Flüchtlinge zum Teil von den Schleppern verraten und zum Teil
erschossen. Das
Geld, das die Juden für die Flucht bezahlten, bleibt in den
Taschen der
Schlepper (S.179).
Nordfrankreich:
Plünderungen durch
afrikanisch-französische Militäreinheiten
in der Zeit nach der Flucht der
Bevölkerung, bevor die deutsche
Besatzung
eintrifft (S.203).
ab 9.5.1940
Frankreich:
Gerüchte um "die
Deutschen"
Gerüchte von
Plünderungen, Brandschatzungen, Vergewaltigungen
und Mord.
Die
deutschen Soldaten wissen von den Gerüchten aber nichts und
forschen
nicht nach
(S.23).
Drittes Reich:
Inmarschsetzung der deutschen
Truppen zur Besetzung Frankreichs
von der Nordsee bis zum Bodensee
(S.20).
Deutsche
Verpflegungssätze in drei
Stufen
--
Verpflegungssatz I für deutsche Soldaten in der Heimat
-- Verpflegungssatz II für
deutsche Soldaten im
rückwärtigen Dienst im
Kampfgebiet
-- Verpflegungssatz III für
deutsche Soldaten an der Front (S.140).
Wehrsold für
deutsche Soldaten in Soldatengeld:
Kurs: 1 Soldatenmark = 20 FF
-- einfacher
Soldat: 1 Soldatenmark täglich
-- Gefreiter: 1,20 Soldatenmark
täglich
-- Unteroffizier: 1,40
Soldatenmark täglich (S.142).
10.5.1940
Westfeldzug - Jubel
bei deutschen
Soldaten
Deutsche
Soldaten jubeln über den Beginn des deutschen
Angriffs auf
Belgien, Luxemburg, Holland und Frankreich (S.20-21).
Tewes:
"Unteroffizier B., dem Tags zuvor
der Urlaub gesperrt wurde, war dabei.
(AJ, Jg. 1922, K.v. 1.Juli 1988). An diesem Morgen trat ebenso die
4.Batterie Artillerieregiment
75 der 3. Panzerdivision nach der Alarmierung an. Vor der Kompanie
verkündete
der Batterie-Chef Hauptmann
Nebel,
im Zivilberuf Turnlehrer an einem Berliner Gymnasium:
'Seit heute Morgen greifen
deutsche Truppen Frankreich an!'
Ein allgemeiner Jubelschrei
bildete die stürmische Antwort, und
schenkt
(S.20)
man verschiedenen Augenzeugen Glauben, so war die Reaktion typisch."
(S.21)
ab 10.5. 1940
Wehrmacht:
vorwiegend
"Halbstarke"
Die Masse der
deutschen Besatzer ist zwischen 19 und 30 Jahre
alt.
Diese
Männer verbringen ihre "besten Jahre" als Okkupanten in
Frankreich. Die
jungen deutschen Besatzer können den "Erbfeind" begutachten, eine
Vorstellung, die ihnen von der älteren Kriegsgeneration des
1.Weltkriegs im
Reich eingetrichtert wurde.
Französische
Bevölkerung: Überwindung
der Verhetzung
Die
französische Bevölkerung kann die Deutschen
kennenlernen,
lernt
dabei
ihre Schreckensvisionen, die ihnen ihre Väter aus dem Ersten
Weltkrieg
beigebracht
haben, zu überwinden (S.16).
Umstände
für deutsche Beteiligte am
Frankreichfeldzug
-- deutsche
Kriegsgerichte ahnden deutsche Diebstähle
schwer,
z.B.
für den
Diebstahl von 1 kg Wolle 9 Monate Festungshaft
-- Truppenteile singen das
"Deutschlandlied" beim Überschreiten
der
deutsch-belgischen Grenze
-- Vorgesetzte, die Versailles
1919 erlebt hatten, spüren
"Genugtuung"
-- deutsche Luftangriffe decken
die deutschen Fusstruppen (S.21)
-- abgeschossene deutsche Piloten
und die Schützen abgeschossener
deutscher
Flugzeuge geraten in Haft, Einzel- und Dunkelhaft, bei ungeniessbarer
Nahrung
-- zum Teil begrüsst die
französische Bevölkerung
deutsche Panzer auf
Deutsch
(S.22)
-- zum grossen Teil ist die
französische Bevölkerung von
Angst und
Schrecken
erfüllt, von aufgebautem Hass gegen den "boche" traumatisiert
(S.23)
-- die belgische und
französische Bevölkerung flüchtet
zum Teil vom
Esstisch
weg unter dem Schreckensruf "Les Allemands!" ["die Deutschen!"]
(S.26)
Beispiel
Charleville-Mézière:
"Wilde Marokkaner" verstümmeln Deutsche
durch ihre
afrikanische "Kampfweise" (S.146).
Deutsche
Kampfanweisung: Der Gegner soll
kampfunfähig gemacht werden
Die Farbigen in
den französischen Truppen wollen
verstümmeln
und
werden von
deutschen Soldaten oft als Zumutung empfunden (S.146), z.B. Tunesier
bei
Versailles, Senegalesen bei
Paris
(S.147).
ab 12.5.1940 ca.
Strenges Regime
gegen Kriminalität
deutscher Soldaten
-- Plakat der
Feldgendarmerie: "Wer plündert, wird
erschossen!",
wobei
tatsächlich Erschiessungen wegen Plünderns vorkommen (S.23)
-- deutsche Soldaten erhalten
Französische Francs, um alles
bezahlen zu
können
und um nichts requirieren zu müssen (S.25)
-- Soldaten, die Französisch
können, können sofort
Kontakt zur
Bevölkerung
aufnehmen (S.25-26).
Absichtliche
Kriminalität und Mundraub
deutscher Soldaten
-- Soldaten
berauben die Bevölkerung um ihr Geld und
verstecken es
so, dass
auch bei getrennten Untersuchungen das Geld nicht entdeckt wird (S.24)
-- deutsche Soldaten bezahlen mit
Reichsmarkscheinen der Inflationszeit
und
ergaunern sich so französische Waren, geahndet durch das
Kriegsgericht
mit
einem Jahr Gefängnis ohne Bewährung (S.73)
-- deutsche Soldaten
plündern in Belgien in den leeren
Dörfern (S.26),
müssen
sich Verpflegung "organisieren" (S.27)
-- deutsche Truppen werden in
unzerstörten Dörfern
untergebracht
-- Plünderung von Esswaren,
Hühnern und Eiern, allgemein nur
Esswaren.
Der
normale Soldat kann nicht viel mehr als Esswaren plündern, weil er
ja
alles
mittragen muss (S.31)
-- ein deutscher Soldat will mit
falschem 20 RM-Schein seinen Wein in
einer
französischen Kneipe bezahlen und wird erwischt (S.100).
12.-20.5.1940 ca.
Belgien und
Nordfrankreich: Erbitterte
Gefechte
(S.24). Die
deutschen Truppen treffen vor der Maas auf leere
Städte
und
Dörfer, da die Bevölkerung zur Flucht aufgefordert worden
ist. Die
Regale der
Geschäfte sind leer, in Metzgereien gibt es nur altes Fleisch.
Schwere Gefechte bei
Maubeuge
und
vor dem
Maas-Übergang mit hohen
Verlusten. Die Soldaten haben keinen Kontakt zur Bevölkerung
(S.25).
Kämpfe südlich von
Sedan
bis 18.5.1940
(S.26).
ab Mitte Mai 1940
Deutsches
Soldatenleben während dem
Marsch - kaum französische Verteidigung
Die Soldaten schlafen in Zelten,
Scheunen und Fahrzeugen (S.64).
Deutsche
Soldaten beginnen in Urinstinkten zu leben:
-- Traurigkeit beim Anblick toter
deutscher Soldaten, Hemmung zu essen
-- Scherz und Schmaus beim
Anblick toter englischer und
französischer
Soldaten,
denn die Gefahr um das eigene Leben ist mit jedem gegnerischen Toten
reduziert
-- Steigerung der Lust am
Töten, weil so die eigene Gefahr
vermindert
wird
(S.65).
Die junge Generation der
Franzosen will nicht sterben und verteidigt
Frankreich
kaum (S.64).
Wäschewechsel
in leeren Häusern
Wäsche darf in leeren
Häusern gewechselt werden, wenn die
alte
dagelassen wird.
Sind die Bewohner anwesend, muss alles bezahlt werden. Das Klauen von
Hühnern
und vollen Weinflaschen aus leeren Häusern ist erlaubt. Vor
Plünderungen wird
gewarnt mit Schildern: "Wer plündert, wird bestraft." (S.204)
Weinexzesse
Soldaten schiessen in ein Fass,
saufen den Wein aus Essgeschirr, das
Fass aber
läuft ganz leer (S.204).
17.5.1940
Nancy: Abschuss
deutscher Flugzeuge bei
Nancy
so dass die
deutschen Piloten in Gefangenschaft geraten, ins
Lager
bei
Cravant, wo schon 112 deutsche
Gefangene sind, Nummerierung der P.G. ("prisonniers de guerre"
["Kriegsgefangener"]) (S.96).
18.5.1940
Belgien und
Nordfrankreich: Flüchtlinge
fragen nach Sammelstellen
Flüchtlinge,
meist Belgier, fragen deutsche Militärs,
wo die
nächste
Gefangenensammelstelle sei. Sie beklagen sich über die schlechte
Behandlung
durch die Franzosen, die sich alles hätten bezahlen lassen (S.28).
Die Flüchtlinge versperren
der deutschen Wehrmacht zum Teil den
Weg,
beginnen
selbst, leere Geschäfte zu plündern, um zu überleben
(S.28).
19.5.1940
Deutsche Besetzung
von Cambrai
eine
Stätte der "Tankschlacht" aus dem Ersten Weltkrieg (S.29).
20.5.1940
Belgien und
Nordfrankreich: Englische
Munitionslager der "Tommies" - Chaos und Kämpfe
Viele englische
Munitionslager fallen in deutsche Hände,
einige
davon
explodieren. In
Croisilles treffen
deutsche Truppen auf erste "Tommies". Deutsche Truppen "säubern"
Waldränder (S.29). Umstände:
-- in
Artois
sind viele Hecken
gepflanzt, überraschenderweise sind aber keine Heckenschützen
da (S.29)
-- Flüchtlinge stehen den
Truppen beider Seiten im Weg und
müssen sich
verkriechen (S.29-30)
-- in
Frévent
werden Häuser nach
französischen Heckenschützen, "Franzmännern", durchsucht
(S.30)
-- in
Lille
Strassenkämpfe um die
Festung Lille (S.31)
-- in
Arras
ereignen sich Kämpfe
zwischen deutschen und britischen Truppen (S.31).
ab 20.5.1940 ca.
Deutsch besetzte
französische Gebiete:
Verhalten und Verhaltensregeln deutscher Soldaten
-- Volkslied
"Ein Heller und ein Batzen" wird zum deutschen
Marschlied
(S.13)
-- Ausgang für Soldaten:
18-22 Uhr
-- da deutsche Soldaten nur wenig
Französisch sprechen, sind
Liebschaften kaum
möglich
-- Wehrsold: 2 Mark pro Tag
-- Deutsche haben einen
unheimlichen Vorteil durch den
Reichsmarkwechselkurs in
Frankreich (S.75)
-- deutsche Truppen verteilen
ihre Feldküchenverpflegung oft an
hungernde
Frauen und Kinder (S.45).
20.-30.5.1940
Nordfrankreich:
Selbstzerstörung
französischer Flugzeuge
z.B. auf dem Flugplatz
St-Omer,
eigentlich ein Pferderennplatz. Es sind Flugzeuge vom Typ Potez 63 und
Westland
Lysander (S.39).
ab 20.5.1940 ca.
Drittes Reich:
Siegespropaganda durch die
"Deutsche Wochenschau"
Manipulation im
Film mit kraftstrotzenden, gebräunten
Kämpfern, mit
lärmenden motorisierten Verbänden, mit brausenden Flugzeugen,
mit
Präsentation
"technischer Glanzleistungen", mit "fröhlichem Optimismus" gegen
"zaghafte Feindarmeen", mit "Ohrwürmern" als Melodien und Texten,
mit
suggestiv-psychologischer Verführung (S.79).
20./21.5.1940
Nordfrankreich:
Hirson: französischer
Gegenangriff und Durchbruchversuch
(S.44)
21.5.1940
Arras: Die
Engländer ergeben sich nach
Durchbruch der deutschen Panzerdivisionen
(S.32); viele SS-Gräber bei
Aires
zeugen von heftiger englischer Gegenwehr (S.39,42).
Nordfrankreich:
Abschuss eines
englischen schwarzen Fliegers "Hurricane"
(S.33)
23.5.1940
Nordfrankreich und
Belgien: Rückkehr
vieler Flüchtlinge in ihre Dörfer
-- die Häuser sind zum Teil
durch Granaten zerstört (S.32)
-- die Flüchtlinge beginnen
selbst mit Plünderungen, z.B.
Tuchläden
(S.34).
Nordfrankreich:
Wamin: Deutsche Dominanz
-- Erbeutung von Kartenmaterial
französischer Stäbe durch
deutsche
Soldaten
-- Verteilen von Champagner aus
einem Weinkeller (S.34).
Beginn neuer
Kämpfe bei Sedan
(S.26)
24.5.1940
Nordfrankreich:
Flüchtlinge fliehen vor
englischen Flugzeugen
vor einer Bristol Blenheim.
Engländer und Franzosen sind in
Belgien
eingeschlossen (S.35).
25.5.1940
Nordfrankreich:
Englische Piloten im
Ausgehanzug
Dilettantische englische Flieger
(S.39); englische Piloten betrachten
den Kampf
um Frankreich als "Sport". Tewes zitiert aus dem Tagebuch des Gefreiten
der 1. Batterie I. / Flakregiment 3 aus Gotha (AN, Jg. 1920, K.v.
20.Juli
1988):
Zitat:
"Der abgeschossene [englische]
Pilot kam direkt aus London geflogen. Er
ist noch im Ausgehanzug und scheint die ganze Sache als Sport zu
betrachten.
Man fliegt da so am Nachmittag mal an die Front für ein
Stündchen,
kehrt wieder
heim und geht anschliessend abends aus." (S.35)
26.5.1940
Belgien: Kampf in
Hazebrouck
Angeblicher Kampf der deutschen
SS-Standarte "Deutschland" gegen die
englische Königsgarde (S.38).
Nordfrankreich:
allgemeines
Flüchtlingschaos
Ausserdem:
--
Calais ist
schon deutsch besetzt
(S.36)
-- Chaos: Zum Teil deutsche
Fehlangriffe auf eigene deutsche SS-Truppen
(S.36-37). Die deutsche Luftwaffe zerstört französische
Industrieanlagen (S.37)
-- Flucht der französischen
Bevölkerung
-- französische
Flüchtlinge berauben französische
Höfe
-- die Franzosen geben an
französische und belgische
Flüchtlinge das
Trinkwasser nur gegen Bezahlung ab (S.63).
27.5.1940
Nordfrankreich:
Rückkehr vieler
Flüchtlinge
die zum Teil um Brot betteln
müssen (S.33).
27.-29.5.1940
Dünkirchen:
72.000 Engländer werden nach
England ausgeschifft
(S.38)
28.5.1940
Kapitulation
Belgiens
(S.38)
[nicht erwähnt: Grausame
deutsche Luftangriffe auf belgische
Städte und
Rotterdam, Festnahme der Juden, Zwangsarbeit und Deportation nach
Südfrankreich]
29.5.1940
Dünkirchen:
Schlacht um Dünkirchen
-- viele Verwundete, Lazarette in
Schulen und Krankenhäusern
-- deutsche Truppen requirieren
Lebensmittel, weil die
Feldkücheneinheiten zu
weit zurückbleiben
-- viele Rinderherden sind von
der Zivilbevölkerung verlassen
(S.36).
Belgien: Kampf um
Hazebrouck
Deutsche Truppen "organisieren"
Unterwäsche, englische
Regenjacken,
Regenhosen, ein Fass Bier (S.38).
30.5.1940
Belgien und
Nordfrankreich: Chaos und
Vorteile durch umherstehende Trosswagen
Englische und französische
Trosswagen stehen überall,
blockieren zum
Teil die
deutschen, nachrückenden Truppenteile (S.38).
Stockungen werden von den
deutschen Soldaten ausgenutzt, die die
verlassenen
Trosswagen plündern: Munition, Kleidung, Hemden, Gummistiefel,
Nahrungsmittel,
Schokolade, Kekse, Konserven, Fisch, Milch etc. (S.39).
Übernachtung in
"Zeltgemeinschaften" (S.39).
31.5.1940
Dünkirchen:
68.000 Briten (S.39),
darunter Franzosen (S.42), werden ausgeschifft (S.39)
Mai/Juni 1940
Frankreich: Wenige
Deutsche, die in
französische Gefangenschaft geraten
(S.96)
Deutsche treffen auf unbewaffnete
Franzosen und Belgier, auf
Flüchtlinge, v.a.
auf Alte, Frauen und Kinder, auf z.T. verwüstetem Land und in von
deutschen
Bomben verwüsteten Städten (S.96).
56.Infanteriedivision:
Vorstoss zum
Ärmelkanal
Bei Gegenangriffen der
belgischen, französischen und englischen
Truppen
verliert die deutsche Infanterie die Hälfte ihrer Offiziere,
über 20 %
der
Unteroffiziere und Mannschaften (S.58).
Viele Kanalüberquerungen in
Holland bedeuten Kämpfe um jeden
Übergang.
Viele
Offiziere älteren Jahrgangs haben schon den 1.Weltkrieg miterlebt
und
erleben
den deutschen Sieg als Kompensation (S.58).
Kriegslazarett:
Deutsche fürchten die
"wilden Gestalten Marokkos"
Deutsche
Soldaten werden von Marokkanern verstümmelt,
Hände
zum
Teil
abgeschnitten etc., und trotzdem werden Schwarze mit Fussschüssen
von
Sanitätern in deutsche Lazarette getragen und dort behandelt
(S.146).
Frankreich: Flucht
französischer
Flüchtlinge nach Bordeaux
v.a. die
reichen Franzosen. Sie können dort weiter ihren
Geschäften
nachgehen, bis die deutschen Truppen eintreffen (S.141).
Deutsche
Kriegsfilmproduktion in
Frankreich
Filmteams der
Berichterstaffel des Oberbefehlshabers des
Heeres,
Propagandakompanien sowie Trupps der Heeresfilmstelle machen
Bildberichte.
Zusammen mit erbeuteten Filmen der britischen und französischen
Seite
produziert die
Noldan-Produktion in
Berlin den Film "Sieg im Westen", mit Musik von
Herbert
Windt (S.158).
Gründung der
Truppenzeitung:
"Soldat im Westen"
(S.158)
Marschlied:
"Kamerad, wir
marschieren im Westen"
Marsch: "Der
Gott, der Eisen wachsen liess." (S.158)
Die dämpfende
Wirkung von
Soldatenfriedhöfen
in
Flandern,
in
Langemark
und in
Ypern sowie das französische Massengrab
auf dem
Kemmelberg mahnen deutsche Soldaten vor
einem Massaker. Die Gräber wirken v.a. auf junge Deutsche, die
ihren
Vater im
1.Weltkrieg verloren haben und ohne Vater aufgewachsen sind (S.114).
Frankreich:
Franzosen unterscheiden
genau zwischen Deutschen, Österreichern und Sudeten
(S.115)
Das Soldatenlied
"Siegreich woll'n
wir Frankreich schlagen" ist bei Soldaten verboten
Rheinländer und Pfälzer
denken negativer über Franzosen
als
Niedersachsen und
Brandenburger. Die Übergriffe von 1923 werden nicht gerächt,
weder bei
der
Wehrmacht, noch im Staat oder in der Partei (S.110).
"Denkzettel"-Denken
Viele deutsche Soldaten aus dem
Ruhrgebiet gönnen den Franzosen
aber
den
"Denkzettel" für die Ruhrbesetzung. Es entsteht aber kein Hass
(S.111).
Der Vergleich des Stellungskriegs
von 1916-1918 und des schnellen
Vormarsches
1940 beeindruckt die älteren Offiziere (S.104).
Frankreich: Flucht
der französischen
Bevölkerung ins Landesinnere
um nicht dieselbe Not wie
1914-1918 zu erleben (S.102).
Juni
1940
Reims:
Zusammengebrochene
Wasserversorgung
Deutsche Besatzung trinkt
Mineralwasser und wäscht sich mit Sekt,
der
sich sehr
klebrig und widerlich anfühlt (S.206).
Deutsches Ziel: die
Rache für die
Schmach des Diktats von 1919
Die Folgen von
1919 sollen ein für allemal beseitigt
werden.
Deutsche
Soldaten sollen im Auftrag ihrer Väter Revanche nehmen. Viele
deutsche
Soldaten
sind in der Folge dieser deutschen Propaganda der Meinung, das Elend
der
französischen Bevölkerung sei selbst verschuldet (S.96).
Millionen
Flüchtlinge in Südfrankreich
Gemäss Schätzung von
Tewes sind 10 Millionen Franzosen und
1,5
Millionen
Belgier auf der Flucht. Ganze Dörfer und Städte sind
entvölkert (S.98).
In der Folge
kommt es in südfranzösischen Ortschaften durch die
Flüchtlinge z.T. zur
Verdoppelung der Einwohnerzahl. Die Flüchtlinge sind ausgehungert
und
obdachlos
(S.99).
Lothringen: Toul:
Zerstörung durch
Franzosen
4 Tage totaler französischer
Beschuss. Die Bevölkerung harrt
mit
deutschen
Soldaten in Kellern aus. Toul wird total zerstört; völlig
zerschossene
Häuser
(S.100).
Lothringen: Flucht
der Dorfbevölkerung
mit der französischen Armee - deutsche Bomben auf de Konvoi
(S.100-101).
Die Flüchtlinge müssen Papiere,
Möbel und
Verpflegung
zurücklassen. Die französische Armee schützt sich mit
Flüchtlingen
(S.101).
Zerstörung von
Neufchâteau durch
deutsche Bomben
Umstände:
-- französische Soldaten
übernachten in Scheunen mit
Flöhen
-- französische Soldaten
sehen sich in den Häusern um und
stehlen zum
Teil
Wertpapiere
-- französische Soldaten
befinden sich in verlassenen Häusern
und
zerstören
wahllos Mobiliar und Geschirr, richten Aborte in den Küchen ein
etc.
(S.101),
zerstören sinnlos, damit nichts heil in deutsche Hände falle
(S.102).
Dünkirchen:
Gewaltige Zerstörungen durch
deutsche Bombardements
der Stukas. Die französische
Bevölkerung deckt den
Rückzug der
Engländer
(S.102).
Drittes Reich:
Junge Deutsche melden sich
freiwillig zum Frankreich-Feldzug
wie sie sehen, dass bereits
Ältere eingezogen werden. Die Jungen
wollen
nicht
als "Drückeberger" gelten (S.113-114).
Hitler will
Frankreich immer noch auf
seine Seite ziehen
und betont den "Friedenswillen",
womit für die deutschen Soldaten
jede
Siegespose entfällt (S.127).
Juni-Okt 1940
"Schlaraffenland"
Frankreich
für deutsche Soldaten
Für
Deutsche wird Frankreich zum "Schlaraffenland", bis
die
Genussmittel knapp werden und die Preise sich verdoppeln. Die Deutschen
bewundern die Warenvielfalt und Produktepalette (S.141).
Juni 1940-1943
Frankreich als
"Oase der Ruhe"
im Vergleich
zur Front oder zum Reichsgebiet, wo
Städtebombardements die
Zivilbevölkerung gefährden (S.221).
ab Anfang Juni 1940
Nordfranzösische
Flüchtlinge flüchten
bis über Paris hinaus
(S.76)
Reims: spröde
Atmosphäre der
Zurückgebliebenen zu den deutschen Besatzern
(S.76).
Sommer 1940
Paris: Anschlag in
der Métro:
Nachrichtenhelferinnen werden vor die Métro gestossen
und getötet. Deutsche Rache
durch Erschiessen von einigen
gefangenen
Partisanen
(S.216).
ab 2.6.1940
Lothringen: Die
Stimmung ist auf der
deutschen Seite
(S.101)
4.6.1940
Dünkirchen:
Letzte Franzosen evakuiert,
80.000 Franzosen müssen sich ergeben
wobei es sich um die
französische Nachhut handelt. Ju 52
beherrschen
den
französischen Luftraum.
Deutsche Reserveeinheiten stossen
nach und positionieren sich (S.42).
5.6.1940
5 Uhr früh:
Beginn der "Schlacht um
Frankreich"
mit Vorstoss
von Nordfrankreich her in Richtung Paris.
Durchbruch
der
Weygand-Linie an der
Somme und an
der
Aisne (S.43).
ab 5.6.1940
Frankreich:
Deutsche Truppen auf
schnurgeraden Strassen Napoleons
Verteilung von Champagner (S.44).
Französische Truppen haben
mit Alleebäumen die Strassen
blockiert.
Deutsche
Truppen fahren neben der Strasse, niemand räumt die Bäume weg
(S.45).
[Für den Krieg mussten die
Alleebäume sterben...]
ab 5.6.1940 ca.
"Kriegspraxis" in
Frankreich
-- deutsche
Infanteristen ("Landser") konfiszieren
Fahrräder
von
Flüchtlingsautos (S.24)
-- deutsche Soldaten betreten
leere Häuser, wechseln dort ihre
Wäsche
gegen
saubere französische Wäsche, indem sie sich in
Kleiderschränken
"bedienen"
(S.25)
-- die Bevölkerung, die
nicht geflohen ist, versorgt die deutschen
Soldaten
"freundlich", weil nicht geplündert wird (S.25)
-- die Bevölkerung muss den
deutschen Soldaten die Wäsche
waschen
(S.39,42).
6.6.1940
Frankreich: Harter
französischer
Widerstand südlich von Péronne und Amiens
(S.43)
6.6.1940 ca.
Briefmarkenklau
Das deutsche Infanterieregiment
71 klaut aus einem brennenden Postamt
Briefmarken und bezahlt damit noch monatelang Waren, da die Marken
weiter
gültig sind (S.46).
ab 6.6.1940
Frankreich:
Deutsche Militärverwaltung
Die deutsche
Militärverwaltung trifft harte Massnahmen gegen die
französische
Bevölkerung bis zu Geiselerschiessungen (S.18).
7.6.1940
Frankreich/Amiens:
Totale Zerstörung der
Altstadt (S.44), Kathedrale bleibt erhalten (S.45)
7.6.1940 ca.
Nordfrankreich:
Einrichten einer
deutschen Militärverwaltung
Brauchitsch,
Oberbefehlshaber des
Heeres, bestimmt den Oberbefehlshaber der Heeresgruppe A, Generaloberst
Johannes Blaskowitz, zum Chef der
deutschen Militärverwaltung in Frankreich, mit einem
Militärverwaltungsstab
(S.81).
9.6.1940
Nordfrankreich:
Dienstantritt der
deutschen Militärverwaltung
unter Generaloberst
Johannes
Blaskowitz,
mit Kommandostab und Verwaltungsstab für Zivilsachen, die zivile
Administration
unter Staatssekretär
Posse, zuerst
nur in sechs Nord-Départements (S.81).
Deutsche Offensive
an der Maas und an
der oberen Aisne
Vorstoss in den Sektor von
Vernon
und
Rouen. Die
Loire-Brücken
sind
gesprengt, Überquerung der Loire westlich von
Saumur
(S.45).
Deutsches Vorrücken ohne
Vergewaltigungen. Die deutschen Soldaten
dürfen dafür
Seidenstrümpfe kaufen und diese nach Hause schicken (S.45).
Verdun: deutsche
Erstürmung
Zurückweichen
der französischen Armee,
Verdrängen der
französischen
Flüchtlinge in die Felder. Vorrücken der deutschen Truppen,
die die
Verhetzung
der französischen Flüchtlinge feststellen:
-- deutsche Uniformen seien aus
Papier
-- deutsche Soldaten wollten die
französische Bevölkerung
vergiften
(S.62).
9.6.1940 ca.
Belgien / Lille:
Einrichtung einer
deutschen Militärverwaltung
(S.81)
ab 9.6.1940
Frankreich: Die
deutsche
Militärverwaltung will die französische Verwaltung
reaktivieren
-- Einzug aller Waffen bei
Strafandrohung
-- Unordnung und Emotionen sollen
verhindert werden
-- Gefangene werden "nach hinten"
abgeschoben (S.24).
10.6.1940
Frankreich:
Deutsches Überschreiten der
Seine bei Rouen
mit Panzerkorps. Brände
werden von französischer Feuerwehr
gelöscht.
Die
deutschen Stäbe feiern im Hotel zur Post [?] mit einem deutschem
Barmixer und
Klavier bis zum nächsten Befehl. Sie fahren so viel wie
möglich in der
Stadt
herum, um eine grosse Besatzung vorzutäuschen (S.46).
Eine Gruppe Engländer wird
in einer Kirche eingesperrt (S.46-47).
Erbeutete
Fotokameras sind grösste Schätze (S.46). Der Fall wird aber
nicht
publik
(S.47).
Zum Teil laufen die deutschen
Soldaten in kurzen Hosen oder in Badehose
herum.
Abwehrfeuer und Abschiessen englischer Flieger vom Typ Bristol Blenheim
in
Badehose. Das abstürzende englische Flugzeug lässt
Brandbomben fallen
und
trifft dabei einen deutschen Konvoi, aber auch französische
Häuser
(S.47-48).
um 10.6.1940
Deutsche Truppen
holen französische
Flüchtlinge ein
die nun auf den
Feldern campieren müssen (S.76).
10.-11.6.1940
Saint-Valéry-en-Caux:
Evakuierung von
"rund" 3300 britischen und französischen Soldaten - englische
Bombardements
Beginn des Abtransports von
"rund" 11.000 Briten aus
Le
Havre nach
Cherbourg
und England (S.48).
Englische Flugzeuge schiessen
Dörfer in Brand und zerstören
Seine-Brücken.
Der Flugzeugtyp Fairy
Battle ist von den deutschen 2 cm-Geschützen kaum abzuschiessen.
An der Somme befinden sich 60.000
französische Gefangene (S.49).
Sitzverlegung der
französischen
Regierung von Paris nach Tours
Die
französische Regierung verlegt ihren Sitz nach
Tours
an der
Loire.
Kämpfe an der
Seine (S.49).
12.6.1940
Saint-Valéry-en-Caux:
40.000 Franzosen
und Briten ergeben sich
Sie hofften,
noch mit Schiffen evakuiert zu werden (S.49-50).
Weitere Geschehnisse:
-- in der Seine sollen
französische Treibminen die deutschen
Pontonbrücken
zerstören. Sie müssen mit Netzen abgefangen werden
-- Entdecken eines deutschen
Massakers an einem französischen
Konvoi
-- Ausrauben eines
französischen Güterzugs, der zwischen
Paris
und
Le Havre
gestoppt wurde
-- Ausrauben eines Bauernhofs
durch deutsche Soldaten, um Lebensmittel
zu
sichern (S.50)
-- Rast in einem Schloss "
Ferme-de-la-Folie".
Deutsche Soldaten plündern die Vorratskammer. Sadistische
Fresslust,
obwohl
kein Hunger mehr besteht. Konfiskation eines Filmapparats (S.51).
Übergang
über die Oise - Panik in Paris
Das deutsche VIII. Armeekorps
erzwingt den Übergang über die
Oise. Die
letzte Schutzstellung vor
Paris ist gefallen, woraufhin sich in Paris Panik ausbreitet.
Gerüchte
erzählen
von einer Verteidigung bis zuletzt oder von der Öffnung der Stadt,
um
eine
Zerstörung zu vermeiden. Niemand weiss, was kommen wird (S.51).
13.6.1940
Beginn der
Verfolgungskämpfe auf die
Loire - Stationen Evreux, Belline, Le Mans, Château Gontier
Die deutschen
Militärs schlemmen im Luxus, Früchten,
Ananas,
Himbeeren
(S.66).
Vorbereitung von
Angriffen auf Paris mit
deutschen Fliegerstaffeln - deutsches Verhandlungsangebot
Die französische Seite lehnt
ein deutsches Kapitulationsangebot ab
und
beschiesst den Konvoi des deutschen Majors i.G.
Heinrich.
Die deutschen Truppen haben gleichzeitig ein
Verbindungsproblem zum OKW wegen der überlangen Kabelverbindungen.
Die französische Seite unter
General
Henri
Fernand Dentz muss um Verhandlungen nachsuchen. Der
französische
Militärgouverneur,
General Héring,
verlässt Paris. Geplantes Treffen
Dentz-Heinrich
in
Sarcelles bei
St-Denis:
-- für die voraussichtliche
deutsche Besetzung von Paris
-- mit nächstem
Gefechtsstand in Versailles (S.52).
14.6.1940
Deutsch-französische
Verhandlungen um
Paris in Sarcelles
im Schloss, während deutsche
Truppen vorbeiziehen und deutsche
Marschlieder
singen (S.53).
Deutscher
Einzug in Paris - Telefonvermittlung bleibt
unzerstört
Einzug am Mittag.
Deutsche
Funker wissen den Stadtplan
inzwischen auswendig. Besetzung des Fernsprechzentrums. Der
französische
Direktor der Telefonvermittlung erwartete die deutsche Besetzung erst
eine Tag
später. Entfernung der französischen Sprengladungen, so dass
das Haus
intakt in
deutsche Hände fällt (S.53). Neuer Nachrichtenkommandant von
Paris wird
Oberst
Schrader. Errichtung einer deutschen
Funkstelle am "Triumphbogen" / "Arc du Triomphe" (S.54).
Peugeot-Werke und
Schneider-Creuzot-Werke unzerstört
Öllager um Paris brennen.
Die Peugeot-Werke mit Panzer- und
Lkw-Produktion
bleiben unzerstört, auch die Schneider-Creuzot-Werke samt
Geschützproduktion
(S.55).
Einholen der
Tricolore-Fahnen und Hiessen der Hakenkreuzfahnen in Paris
Kaum Zerstörungen. Der
Grossteil der Pariser Bevölkerung,
durch
Propaganda
aufgehetzt,
wartet auf die Apokalypse
im Kampf um Paris, aber alles bleibt ruhig (S.56). Die Strassen sind
abends
"leergefegt" (S.56-57). Paris wird abgeriegelt, damit die Stadt von
deutschen Soldaten nicht überlaufen wird (S.57).
Deutsche Besetzung
von Versailles -
Siegesparade - Entfernung der "Schandtafel" von 1919
Einige
französische Soldaten an Barrikaden bekommen von
der
Übergabe von
Paris nichts mit und werden erst durch deutsche Panzerspähwagen
aufgebracht.
Die französische Stellung bei Versailles wird mit deutschen
Kanonen
beseitigt.
Kampflose Einnahme des Schlosses. Schmuck, Gemälde und Möbel
wurden von
der
Verwaltung vorsorglich entfernt (S.54).
Die deutsche
Siegesparade wird auf die französische
Bevölkerung
abstossend -
deutscher Siegestaumel
(S.55). Der Eiffelturm ist
gesperrt. Leutnant
Schulte
klettert aussen hoch auf die erste Plattform, um eine Fahne
anzubringen. Durchmarsch der deutschen Truppen nach
Versailles
(S.55).
Versailles
Besetzung des
Hôtel Trianon, wo
die deutsche Delegation 1919 untergebracht war (S.55-56); Demontierung
der
"Schandtafel" durch Oberstleutnant
Wülcknitz,
die an den Vertrag von Versailles 1919 erinnert. Wülcknitz mach
Hitler sofort Meldung (S.56).
Keine
Feindseligkeit der Bevölkerung
gegenüber den deutschen Soldaten
Die französische
Bevölkerung lehnt grösstenteils jeden
Krieg ab (S.55).
Kaum
Feindseligkeit der Bewohner. Sogar kommunistische Familien sind
entgegenkommend, weil Hitler mit Russland den Pakt von August 1939
geschlossen
hat (S.57).
Bordellbesuche der deutschen
Soldaten mit ihrem Wehrsold (S.57-58).
Bordelle
sind sicherer als Mädchen auf der Strasse (S.316).
Schlager "J'attendrai" von
Jean
Sablon, wo die Frauen um ihre Männer weinen, die noch nicht
wieder
zu Hause
sind (S.58).
Deutsche Angriffe auf
Lothringen
(S.71)
14.6.1940 ca.
Elsass: Evakuierung
der Rheindörfer
Fessenheim und Neubreisach
(S.72)
ab 14.6.1940
Frankreich:
Raubfahrten am Abend auf dem
Land für Waren des alltäglichen Bedarfs
(S.66)
15.6.1940
Elsass: Deutsche
Truppen überschreiten
den Oberrhein
(S.66)
Cravant: Transport
der 114 deutschen
Kriegsgefangenen vom Lager Cravant in Viehwaggons
zu 35 Mann mit
Verpflegung für zwei Tage: Brot,
Ölsardinen
und
Käse. 4 Tage
Transport, kein Wasser, aufgefangenes Regenwasser durch das Essgeschirr
(S.96).
15.6.1940 ca.
Frankreich:
Nachrückende deutsche
Truppen aus dem Sudetenland - Hunger bei Flüchtlingen
Die sudetischen Einheiten kommen
wegen des schnellen Vormarschs gar
nicht mehr
zum Fronteinsatz.
Belgische Flüchtlinge, die
aus Frankreich zurückkehren
wollen, bekommen
im Zug
von den französischen Behörden tagelang keine Verpflegung
(S.102).
Mitte Juni 1940
Frankreich:
Einrücken der deutschen
Spezialeinheiten, nur eigene Quartiere
Aus Spionagegründen
können deutsche Soldaten der
Spezialeinheiten nicht
in
private Quartiere (S.129-130), aber französische Frauen arbeiten
in
deutschen
Kasernen (S.130). Die Spezialeinheiten bleiben über Jahre in
Frankreich, so
dass sich ausserhalb der Kasernen soziales Leben entwickelt.
Beispiel: St-Malo:
Ein Spezialfunker mit
jahrelanger Stationierung
-- der Gemüsezug als
"Blumenkohlexpress" in St-Malo
-- Gründung deutscher
Fussball- und Handballmannschaften und
Spiele am
Strand
-- Feste, Kuchen-Wettessen,
solange es noch Kuchen gibt
-- Hobby-Angeln
-- Soldatenkino
-- Sturmfluten als "Erlebnis"
(S.131).
ab 15.6.1940
Frankreich:
Die deutsche Verwaltung zerreisst
Frankreich
Paris und die Departements
Seine,
Seine-et-Marne
und
Seine-et-Oise unterstehen einem einzigen
Militärbefehlshaber, nicht
der Militärverwaltung von Nordfrankreich. Die Departements
Nord
und
Pas de Calais
werden der deutschen Militärverwaltung in
Belgien
zugeteilt, sehr zum Ärger der französischen Bevölkerung
(S.81).
Deutsche Verwaltungstaktik:
-- französisches Personal
soll übernommen werden, um
deutsches
Verwaltungspersonal zu sparen
-- Übernahme der
französischen Zentralbehörden
-- Übernahme der
französischen Präfekturen und
Bürgermeisterämter
(S.81).
Deutsches oberes Personal:
-- Leiter der deutschen
Zivilverwaltung:
Dr.
Jonathan Schmid bis Juni 1942, ehem. Württembergischer
Staatsminister
-- Chef des militärischen
Kommandostabes: Generalmajor
Helge
Auleb, Militärbefehlshaber: bleibt vorerst unbesetzt
-- Chef der
Militärverwaltung: General
Alfred
Streccius (S.81).
16.6.1940
Doubs: Deutsche
Besetzung von Besançon
durch das Panzerkorps
Guderian
(S.66).
[Die deutschen Panzer unter
Guderian fahren bis zur schweizer Grenze.
Hitler
verbietet jeden Übergriff auf die Schweiz].
Loiret: Deutsche
Besetzung von Orléans
(S.66)
16.6.1940 ca.
Paris: Einzug der
deutschen
Militärverwaltung
mit "rund" 1100 Beamten, im "
Hôtel
Majestic", meist Juristen, Verwaltungsbeamte, Archivare,
Professoren:
-- Zentralabteilung unter
Haug
-- Verwaltungsabteilung unter
Dr.Werner
Best
-- Wirtschaftsabteilung unter
Dr.Elmar
Michel.
Funktion: Kontrolle der
französischen Verwaltung: Schulwesen,
Polizei,
Kultur,
Kommunalwesen, Finanzwesen, Medizinalwesen, Veterinärwesen,
Justiz,
Propaganda,
Verkehr, Strassenbau, Post, Archivwesen, Kunstschutz (S.81), deutsche
Vermögen
(S.81-82), Wirtschaft, Organisation, Gewerbe, Ernährung,
Landwirtschaft, Waren-
und Zahlungsverkehr, Transport, Kredit, Geldverkehr, Währung,
Zoll,
Preise
(S.82).
16.-18.6.1940
Bretagne:
Übersetzen englischer und
französischer Kontingente
aus
St-Malo, Brest,
St-Nazaire und
Nantes
(S.66).
Weitere Ereignisse:
-- Aufenthalte der deutschen
Truppen in Kirschplantagen, Kirschen
"organisieren" (S.67)
-- Zerstörung
französischer Flugzeuge bei
Dreux
-- die deutschen Truppen stossen
geschlossen von Paris bis zur
schweizer Grenze
vor - französischen Truppen der "Maginot-Linie" entlang des
Oberrheins
und
in Lothringen sind eingeschlossen
-- deutscher Vorstoss bei Dijon
-- die französische
Regierung bittet die spanische Regierung um
Vermittlung
eines Waffenstillstandes mit der deutschen Seite.
Waffenstillstandsangebot von
Pétain (S.67)
-- die deutsche Infanterie
"organisiert" sich Fahrräder, weil der
Vormarsch mit Marschtempo nicht mehr zu halten ist (S.68).
17.6.1940
Erst jetzt:
Deutscher Angriff auf das
Elsass von Baden-Württemberg aus
Die deutschen Truppen im
südlichsten Süden sind am
schlechtesten
ausgerüstet,
tragen ausrangierte Handfeuerwaffen. Pontonbrücken aus
tschechischem
Kriegsgerät. Kaum noch Widerstand der französischen Soldaten.
Sie geben
sich
gefangen und feiern, dass für sie der Krieg vorbei sei: "Pour
nous, la
guerre est finie!" ["Für uns ist der Krieg vorbei!"] (S.72).
Elsass und
Lothringen: keine deutschen
Jubelausbrüche beim Waffenstillstandsangebot Pétains
nur vereinzelte "Bravo"-Rufe,
aber diese Rufe sind eher peinlich. Es
erfolgt kein "deutscher Gruss", auch von den Offizieren nicht (S.74).
Breisach ist
überbelegt. Deutsche
Soldaten müssen im Gefängnis übernachten (S.74).
ab 17.6.1940
Frankreich:
Deutsche Militärs setzen
Hartherzigkeit durch
verbieten,
ausgehungerten französischen Gefangenen mit
Keksen
zu
helfen
(S.74)
18.6.1940
Sarthe und Manche:
Deutsche Besetzung
von Le Mans und Cherbourg
-- ohne Evakuierung der
Bevölkerung, keine Zerstörungen.
französischsprechende
Soldaten werden von der Bevölkerung gelobt (S.68)
-- Evakuation aller alliierter
Truppen aus
La
Rochelle und
La Pallice (S.67).
Orléans:
Sprengung der Hängebrücke
über
die Loire
obwohl noch
Personen und Gespanne auf der Brücke sind
(S.69).
Der
Schlossgraben ist voller Leichen und Tierkadaver. In der
zerstörten
Hängebrücke
hängen noch zerfetzte Leichenteile und Pferdekadaver im Geschirr
umher
(S.70).
Schwarze französische
Legionäre vergewaltigen und töten
Französinnen
(S.70).
England: Rede von
Charles de Gaulle an
alle "Freien Franzosen" - englische Verbreitung
einstiger
französischer Unterstaatssekretär für
nationale
Verteidigung,
hält eine Rede über die BBC an "die Franzosen", dass wohl
eine
Schlacht,
aber der Krieg noch nicht verloren sei. Aufruf zum Widerstand.
De Gaulle bezeichnet sich als
"Führer der Freien Franzosen".
Die Rede wird in Frankreich kaum
gehört, aber von England aus nach
Frankreich
kolportiert und zitiert (S.84).
ab 18.6.1940 ca.
Colmar: Plakate mit
Aufruf in Richtung
Osten
Plakate mit einem
französischen Soldat, der nach Osten zeigt und
behauptet:
"Nous vaincrons, parce que nous sommes les plus forts!" ["Wir werden
siegen, weil wir die Stärksten sind!"] (S.75).
Erdbeeren mit Sahne kosten im
Colmarim
Café für Deutsche nur einige Pfennige, wo es im Reich
weder
Erdbeeren noch
Sahne gibt. Andere Elsässer wenden sich von der deutschen Kultur
ab und
sprechen nur noch Französisch (S.75).
Toulouse: Deutsche
Kriegsgefangene aus
Cravant erhalten Geld
um Schokolade und Esswaren zu
kaufen (S.97).
19.6.1940
Toulouse: Ankunft
des Zuges deutscher
Kriegsgefangenen aus Cravant
über
Bourges.
Ausladen der
Gefangenen in Toulouse (S.96), Unterbringung der deutschen
Kriegsgefangenen in
einem Sportstadion (S.96-97), Schlafen unter freiem Himmel auf den
Tribünen
(S.97).
Deutsche Besetzung
von Brest und Nantes
(S.68)
20.6.1940
Compiègne:
Waffenstillstandsverhandlungen - weitere deutsche Besetzungen - Chaos
Deutsche Besetzung von
Sablé, mit
bereits mediterraner Architektur, mit Balkonen an Häusern und
flachen
Dächern
(S.68). Fast die ganze deutsche Infanterie fährt inzwischen auf
Fahrrädern,
z.T. aber ohne Bremsmöglichkeit, was im Jura sehr gefährlich
ist (S.69).
Die französischen
Flüchtlinge wollen in die
nordfranzösischen Städte
zurück,
können aber nicht, weil sie den deutschen Truppen nur im Weg
stünden.
Beschlagnahme auch von Motorrädern. Kämpfe an der Loire gegen
die
Brückenpioniere.
Orléans:
völlig zerstörter
Marktplatz, nur die Statue von
Jeanne
d'Arc steht noch (S.69).
Elsass: keine
deutschen Plünderungen
Die Siegel an den
elsässischen Häusern in
Fessenheim
und
Neubreisach bleiben unversehrt
(S.72).
Marsch deutscher
Einheiten von Colmar in
die Vogesen
Der Funkkontakt geht verloren,
weil der Vormarsch zu schnell geht
(S.75).
Châlons-sur-Marne:
Deutsche Fressorgien
und Exzesse
Deutsche
Soldaten benehmen sich in Restaurants als "Sieger"
total
daneben, Fressexzesse. Porzellan und Besteck wird nach dem Essen mit
der
Tischdecke weggeworfen. Parfumbrausebäder. In Weinkellern wird der
Wein
planlos
angezapft, so dass die Weinkeller zum Teil kniehoch "unter Wein"
stehen (S.140).
ab 20.6.1940
Elsass: Verteilung
von
"Frontgeld"
eine besondere
Reichsmark mit sehr vorteilhaftem Wechselkurs
für
deutsche
Besatzungssoldaten (S.73).
Frankreich:
Soldatenregeln
--
Quartierbezug der Soldaten in Gruppen
-- Befehl, keine fremden
Häuser zu betreten und Verbot von
"Einzelquartieren" (S.59).
Zögernde Rückkehr der
französischen Bevölkerung,
korrektes
Verhalten der deutschen Soldaten. Zum Teil Lob der
Bevölkerung für das anständige deutsche Verhalten (S.60).
ab 20.6.1940 ca.
Laon:
Ernteeinsätze der deutschen
Soldaten, Kontakt zur Bevölkerung
Einstellung von Teilen der
Bevölkerung:
"Gegen eine so gut
ausgerüstete Truppe einen Krieg zu verlieren
ist
keine
Schande." (S.62)
21.6.1940
Hitler
empfängt die französische
Delegation in Compiègne
(S.70)
ab 21.6.1940
Elsass: Die
Bevölkerung beschenkt die
deutschen Soldaten
Die deutschen Soldaten erhalten
von der Bevölkerung Blumen u.a.,
weil
sie sich
so diszipliniert verhalten haben (S.73).
22.6.1940
Waffenstillstand
mit Vichy, aber kein
Friedensvertrag

Waffenstillstand mit
Händedruck zwischen Pétain und Hitler
22.6.1940
Die Beziehungen zwischen Vichy
und Paris/Berlin bleiben ungeregelt
(S.83).
Der Händedruck zwischen
Pétain und Hitler in
Montoire
anlässlich des Waffenstillstands. Der Händedruck besiegelt
das Ende der
Feindlichkeiten... aber Frieden ist es nicht.
(aus:
http://www.teaser.fr/~jpsagaire/norman/19401945/occupation/norma301.php)
Vogesen: St-Jean
d'Ormont: Bezug von
Stellungen und Requirierungen - französische Kapitulation
Requirierung von Kaffee, Benzin,
ein Lkw, Ölsardinen (S.75) sowie
"köstliches" Weissbrot. Vorbereitung der Bombardierung des
Armeehauptquartiers von
St-Dié, dann
Kapitulation von drei französischen Armeen und deutscher Jubel
(S.76).
Waffenstillstandsvertrag
zwischen dem Dritten Reich und Frankreich unterzeichnet
(S.76). Requirierungen bei
französischen Fahrzeugkolonnen:
Töpfe,
Mäntel,
Munition. Deutsche 2-cm-Panzerabwehrgeschütze werden von der
französischen
Bevölkerung bestaunt (S.77).
Norddeutschland:
Erste britische
Bombenangriffe
verderben der
deutschen Bevölkerung die Siegesstimmung und
lassen
erahnen,
was noch auf Europa zukommen wird. Die Soldaten aus Frankreich werden
nicht
mehr im Überschwang empfangen (S.78).
Toulouse:
Weitertransport der 114
deutschen Kriegsgefangenen aus Cravant nach Mazées
in eine verfallene Ziegelei, wo
vorher schon spanisch-kommunistische
Flüchtlinge waren. Die Strohsäcke haben Ungeziefer, es gibt
keine
Decken, es
sind 1400 Gefangene anwesend, 8 Fässer als WC, 15 m davon entfernt
die
Feldküche. Schlechtes Essen, warmer Reis und Brot zweimal
täglich,
verursacht
bei 2/3 der Gefangenen ruhrähnlichen Durchfall (S.97).
Sanitätsnotstand:
Beispiel
Charleville-Ligny
Anlaufen der
ärztlichen Versorgung, deutsche
Sanitätsflüge
von
Paris aus,
Beteiligung der Kampfgeschwader an den Sanitätsflügen
(S.147).
Verletzte Deutsche, Franzosen,
Farbige und Araber werden ins Reich
geflogen.
Flüge nur in 400-1000m Höhe, um Kreislaufschwierigkeiten zu
vermeiden.
Flüge
zwischen den Flugplätzen nahe den Kliniken
Stuttgart
Echterdingen und
Frankfurt/Main
sowie
Villacoublay,
Orly und
Le Bourget. In Frankreich sind die Hospitäler und
Lazarette völlig
überbelegt (S.146). Es fehlt an Medikamenten, technischem
Gerät und an
Verbänden (S.146,148).
Frankreich: Knappe medizinische
Versorgung, weil v.a. Ärzte
geflohen
oder in
deutscher Gefangenschaft sind (S.146).
->> Auf den
Rückflügen werden aus dem Reich
Sanitätsmaterial,
Heilgeräte,
Röntgenapparate etc. nach Frankreich gebracht, aus der
Verteilerstelle
Mannheim-Sandhofen (S.148).
22.6.1940, Nachmittag
Extrablätter
in Paris, die das
Kriegsende verkünden: "Armistice!" / "Waffenstillstand!"
(S.78).
Französische Veteranen des ersten Weltkriegs
beginnen
zum
Teil zu
weinen (S.79).
ab 22.6.1940
England
argwöhnt, dass die französische
Flotte in deutsche Hände fallen würde
die in Nordafrika in
Mers-el-Kébir
stationiert ist (S.84).
"Anschluss": Elsass
und
Lothringen werden zu Reichsgauen mit Gauleitern
(S.81)
Rückkehr der
Flüchtlinge aus
S-Frankreich in zerschliessenen und schmutzigen Kleidern
(S.99)
Streit um
Kriegsgefangene
Die deutsche
Seite fordert die Herausgabe deutscher
Kriegsgefangener, bevor
französische Kriegsgefangene entlassen werden (S.96).
Colmar wird zur
Sammelstelle für
französische Kriegsgefangene
Riesige Kolonnen wälzen sich
über die Vogesen nach Colmar.
Auf 200
französische
Kriegsgefangene kommt nur ein deutscher Soldat Bewachung (S.97).
24.6.1940 ca.
Zwischen Reims und
Châlons-sur-Marne:
Verladen französischer Kriegsgefangener in Güterwagen
Schwarze Legionäre werden in
doppelter Menge in die
Güterwaggons
getrieben. Der
deutsche Infanterie-Feldwebel schlägt die Schwarzen mit weiss
geschältem Stock.
Geschrei. Gegenüber steht ein deutscher Zug mit deutschen
Soldaten, die
über
die französischen Häftlinge lachen und johlen (S.98).
25.6.1940
Frankreich: Alle
Beteiligten, Deutsche,
Franzosen und französische Zivilbevölkerung, sind froh, dass
der Krieg
vorbei
ist
(S.79).
Bilanz:
-- 27.074 getötete Deutsche
(S.79-80)
-- über 90.000 getötete
Franzosen
-- 111.034 deutsche Verwundete
-- 200.000 französische
Verwundete
-- 68.111 tote oder verwundete
Briten
-- 1,9 Millionen gefangene oder
vermisste Franzosen (S.80).
Bei den deutschen Soldaten kommt
das Gefühl auf, der Kampf
zwischen
Deutschland
und Frankreich sei nun zu Ende, und Frankreich werde für die
nächsten
1000
Jahre Deutschland eingegliedert werden. Bei der französischen
Bevölkerung kommt
das Gefühl auf, dass erst jetzt der Widerstand um Frankreich
beginnen
würde
(S.80).
Frankreich: Ende
der Kampfhandlungen -
"Normalisierung" - Besatzungsregime
Rückkehr aller
französischer Flüchtlinge,
Wiedereröffnung von
Geschäften, beste
Qualitätsware, Parfums, Sekt, Wein, nur wenige deutsche
Übergriffe
(S.78).
Für einen Paris-Besuch ist
eine Sondergenehmigung erforderlich,
die nur
von
Bataillons- und Regimentsstäben ausgeteilt wird (S.78).
ab 25.6.1940
Frankreich:
Verteilung des
Reservistenheers über Frankreich
mit 100.000en von mit Pferden
bespannten Einheiten (S.79).
Frankreich ist
nicht mehr Kampfgebiet -
Rückstufung der Verpflegung
Der Verpflegungssatz III
fällt weg. Zigaretten, Fett und Fleisch
werden
gekürzt. Die Essensqualität ist je nach Zustand und
Handelsverbindungen
der
Stadt verschieden. Anfangs herrscht eine gute Verpflegungslage vor. Die
Deutschen mit Reichsmark essen in den Restaurants spottbillig, "wie
Gott
in Frankreich" (S.140).
27.6.1940
Deutsche Besetzung
von Tours
(S.70)
30.6.1940
Mazées:
Übergabe der deutschen
Kriegsgefangenen an deutsche Truppen
(S.97)
Fontainebleau:
Brauchitsch behält sich
für Frankreich alle Befehlsgewalt vor
(S.81).
ab Juni 1940
Frankreich:
Ausgangssperre von 22-6 Uhr
für Franzosen
sonst
Festnahmen. Bewachung aller Städte (S.341).
Auto-Rassismus

Citroën "Traction" ist
beliebt bei Deutschen und bei der
französischen
Gestapo 1940-1944. Hier die Garage der Präfektur der Polizei in
Paris
Ende Juni 1940.
(aus:
http://www.linternaute.com/imprimer/auto/diaporama/garages-ambiances-hier/1.shtml)
Juli
1940
Deutsche Truppen
teilen mit
französischen Flüchtlingen ihre Malzeiten
(S.63). Die Wut
der alten Generation bei den Franzosen von
1918/1919 über
die junge Generation ist gross, weil
Frankreich
nicht verteidigt worden sei (S.65). Das
Eintreffen
deutscher
Truppen nimmt die französische Bevölkerung allgemein mit
Erleichterung
auf, da
nun die Kampfhandlungen beendet seien (S.66).
Konfiskationen von
Zugmaterial
Die Franzosen müssen 21 %
ihrer Loks, 27 % der Personenwagen und
38 %
der
Güterwagen sofort an das Reich abgeben (S.90).
Lothringen: Einzug
deutscher Polizei und
deutscher Verwaltung
Offiziell bestehen Zweifel, ob
Elsässer und Lothringer "gute
Deutsche"
werden. Lothringer sind zum Teil sehr misstrauisch gegenüber allen
Soldaten
(S.99). Ein Wirt will den deutschen Soldaten Wein und Champagner
vorenthalten,
indem er behauptet, er habe nur noch Schnaps. Deutsche Soldaten meinen,
die
Lothringer müssten ausgetauscht werden (S.100).
Frankreich:
Arbeitsaufnahme der
deutschen Feldkommandanturen
(S.82)
Entdecken der
französischen
"Fünfeck"-Propaganda
Im
Landschlösschen
Étampes bei
Paris
wird ein Geographielehrbuch für
die Grundschule entdeckt mit der Darstellung Frankreichs als
Fünfeck,
das es
für jeden Franzosen zu vollenden gelte, mit dem Rhein als
Ostgrenze bis
und mit
Mainz und ganz Rheinland-Pfalz (S.113).
Frankreich:
Zerstörte Städte:
Dünkirchen, Calais, Boulogne, Abbéville, Amiens,
Compiègne
Gleichwohl
organisieren Soldaten und Franzosen an schönen
Sonntagen
Picknicks in Parks und an kleinen Seen oder Teichen, z.T. mit
mitgebrachten
Kaffeetassen (S.139).
Sanitätsnotstand:
Beispiel
Ostfrankreich: Prangey und Prauthoy
Es gibt keinen
Arzt mehr. Deutsche Sanitäter betreuen
kranke
Franzosen,
z.T. machen sie sogar Hausbesuche (S.148).
Beispiel Yvetot:
Behandlungen von
Franzosen in der Frauenklinik durch deutsche Ärzte, obwohl die
Klinik
als
Wehrmachtslazarett militärisch verwaltet wird (S.148).
Frankreich: die
deutschen Soldaten
werden gut verpflegt
(S.101)
Frankreich: Preis
für eine Flasche Wein:
20 Pfennig
(S.100)
Fontainebleau:
Strenge
Schutzbestimmungen für französische Bevölkerung
Paris: bestimmte Waren
können in Pariser Warenhäusern nur von
Franzosen
gekauft
werden, Verkäuferinnen können z.T. Willkür walten lassen.
Dammard bei
Château-Thierry:
Waffenunfall beim Zeigen der Waffe. Ein französischer Bub wird
tödlich
verletzt
und der deutsche Unteroffizier wegen fahrlässiger Tötung zu
mehrjähriger
Gefängnisstrafe verurteilt.
ohne Ort: Versuchter Einbruch
wird mit mehrwöchigem Arrest bestraft
ohne Ort: Vergewaltigung wird mit
Exekution geahndet (S.207)
ohne Ort: Mord, Vergewaltigung
und Diebstahl werden mit beispielloser
Härte
geahndet (S.208), Haftstrafe wegen "sexueller Belästigung" (S.209).
Fresnes:
Kameradendiebstahl wird mit
Gefängnis und Frontbewährung geahndet (S.209)
ohne Ort: Unterschlagen von
Feldpostpäckchen wird mit Todesstrafe
oder
z.T.
mehrjährigen Zuchthausstrafen geahndet (S.209).
Schäden durch Saufexzesse
müssen zum Teil bezahlt werden
(S.211)
und die Soldaten werden
ständig belehrt, dass sie keine Straftaten
begehen
sollen, um den Ruf er deutschen Truppe zu wahren, denn die Soldaten
seien
"Botschafter" (S.208).
Demolierungen an
Wohnungen unter
Trunkenheit
Betrunkene deutsche Soldaten
demolieren leere Wohnungen, z.B. in
Daméry-sur-Marne
bei
Épernay.
Zum Teil
werden leerstehende
Wohnungen auch bewacht, zum Teil werden die Vergehen auch vertuscht, um
"Schreibkram" zu vermeiden (S.203).
ab Juli 1940
Frankreich:
Elsässer werden begehrte
Dolmetscher
(S.244)
Juli 1940-1944
Stäbe und
Stabsdienstsoldaten schieben
"normalen Bürodienst"
Drill ist verpönt.
Vorgesetzte verdecken Fehlquoten, um
befördert zu
werden.
BT, K.v.10.Jan.1989:
Zitat:
"Es liessen sich immer
genügend Entschuldigungen finden, um sich
vom
Dienst befreien zu lassen. Dagegen konnte disziplinarisch nicht
angegangen
werden, weil die höheren Chargen Wert darauf legten, nach oben nur
zu
glänzen."
(S.168-169)
Die Stäbe erhalten immer
deutsche Soldatenzeitungen, machen
Besichtigungen,
Reisen und besuchen Veranstaltungen (S.169).
ab Juli 1940
Deportation
von über 2 Millionen Franzosen ins Reich
als Kriegsgefangene
für die deutsche
Industrie und
auf Bauernhöfen
(S.389-390).
Italien
besetzt Korsika
(S.94)
Sommerzeit
in Frankreich wird aufgezwungen
ist für die
Franzosen
völlig fehl am Platz (S.289)
F: Die deutsche
Besatzungsmacht plant
einen neuen Friedhof zum Zusammenlegen aller deutschen Gefallenen
Pläne für
Compiègne
oder
Meaux,
dann
Realisierung in
Beauvais, 60 km nördlich von
Paris (S.98).
Churchill-Propaganda
mit dem
"V"-Zeichen für "victory"
Das V-Zeichen
wird in Frankreich vereinzelt an die
Hauswände
gemalt
(S.152).
F: Seelisch
völlig desorientierte junge
deutsche Soldaten
Viele junge
deutsche Soldaten erleben einen Frankreichfeldzug
als
luxuriöse
Reise, ohne je einen Toten zu sehen. Sie verharren in unreflektierter
Begeisterung und sind total vom Kriegserfolg verführt (S.152-153).
Die
jungen
Soldaten übertreffen sich zum Teil in Fürsorglichkeit
für ihre Familie
zu
Hause. Der Krieg ist gar nicht mehr Thema (S.153).
3.7.1940
England
versenkt die französische Flotte in
Mers-el-Kébir
bis auf wenige Reste
(S.84) [damit die französische
Flotte nicht in deutsche Hände falle...].
5.7.1940
Vichy: Abbruch der
diplomatischen
Beziehungen zu England wegen der Versenkung der Flotte in
Mers-el-Kébir
(S.84)
7.7.1940
Hitler fordert
Zurückhaltung im Umgang
mit der Bevölkerung wegen dem Projekt "Seelöwe" -
Kriegsmentalität
An der Küste kommt es wegen
Überbelegung der Ortschaften
für das
Projekt
"Seelöwe" zu einer Kriegsmentalität mit vielen Straftaten
unter
Alkoholeinfluss, immer wieder Todesurteile gegen deutsche Soldaten
wegen
Fahnenflucht, wegen Angriff auf Vorgesetzte, Ungehorsam oder
unerlaubtem
Entfernen von der Truppe (S.205).
ab 19.7.1940
Besetztes NS-Frankreich:
Einteilung der Militärverwaltungsbezirke
Ausser in Elsass und Lothringen
erfolgt die Verwaltung rein
militärisch, ohne
Gauleiter, ohne Gouvernementsverwaltungen, nur aus deutschem
wirtschaftlichen
und militärischen Interesse. Das Personal der
Militärverwaltung hat von
Frankreich keine Ahnung (S.83).
Die
Gebietsverteilung
--
Militärverwaltungsbezirk A (Nordwestfrankreich) mit
Sitz
in
St-Germain
-- Militärverwaltungsbezirk
B (Südwestfrankreich) mit Sitz in
Angers
-- Militärverwaltungsbezirk
C (Nordostfrankreich) mit Sitz in
Dijon (S.82).
Aufbau der
Militärverwaltungsbezirke
--
Oberfeldkommandanturen, Feldkommandanturen,
Kreiskommandanturen,
Ortskommandanturen
-- Truppenübungsplätze,
Frontstraflager, Regimentsstäbe,
Landesschützenbataillone zur Machtausübung in
Départements und Stalags
-- Heeresunterkünfte,
Heeresverpflegungsstellen,
Rüstungsinspektion,
Abwehrstelle
--
Feldgendarmerie-Ersatzkompanie, Feldpostämter,
Feldnachrichtenkommandanturen
-- Propagandastaffel, Kompanien
für technischen Nachschub (TN),
Soldatenheime
(S.82).
Der Feldkommandant beaufsichtigt
die französische Verwaltung, die
deutschen
Kreiskommandanturen und die deutschen Besatzungstruppen. Er ist auch
Justiziarstelle für deutsche Besatzungstruppen und die
französische
Bevölkerung
(S.82).
Der Feldkommandant leitet die
Bereitstellung von Quartieren, die
Bereitstellung
von gemieteten Fahrzeugen und von einheimischen Arbeitskräften. Er
hat
einen
Mitarbeiterstab bis zu 16 Mitarbeiter mit den Ressorts
-- Innere Verwaltung
-- Ernährungs- und
Landwirtschaft
-- gewerbliche Wirtschaft
-- Arbeitseinsatz (S.82)
-- Strassenverkehr (S.82-83)
-- eventuell auch Waldwirtschaft
(S.83).
Aktionen der
Feldkommandantur
Festlegen der
Verdunkelung, Warnung vor Feindpropaganda,
Propaganda
für
neue Filme, Festlegen von Gottesdienstzeiten, Verwaltung
französischer
Arbeitskräfte, Fundsachen, Verlustmeldungen, Luftschutz,
ärztlicher
Bereitschaftsdienst, städtische Bäder, Schutzimpfungen,
Putzfrauen,
Verlegung
von Diensträumen, Übungen, Schiessstände,
Sportplätze, Jagd,
Soldatenheime,
Fahndungen, Konzerte etc. (S.83).
NS-Frankreich -
Vichy-Frankreich: Die
innerfranzösische
Demarkationslinie
wird kaum befestigt
(S.327-328).

Karte der NS-Aufteilung
Frankreichs 1940 bis Ende 1942
[Ausserdem darf Vichy-Frankreich
über die französischen
Kolonien
regieren].
Zitat:
"Einige Stücke mit
Strohbüschen oben drauf, roh
zurechtgeschlagene
Pflöcke
mit einem kümmerlichen Stacheldraht verbunden, das ist alles. An
den
Wegübergängen sperren leichte Barrikaden. Wo wichtigere
Strassen über
die Demarkationslinie
führen, stehen ein Schilderhäuschen mit einer Fahnenstange,
ein
schwarz-rot-weiss-roter Flaggenmast und etwas abseits eine Wachbude."
(S.328)

Zonengrenze, Kontrolle 1940 bis
Ende 1942
Die Kontrolle der
Interzonengrenze zwischen der besetzten Zone und der
"Nono"-Zone ist sehr strikt und die Behörden, die immer einen
Ausweis
verlangen, waren immer kurz angebunden. Die Departemente im Norden und
Elsass-Lothringen sind praktisch unerreichbar, weil sie nicht in der
besetzten Zone integriert sind, sondern weil sie einem speziellen
Militärregime unterstehen, miteinverleibt auch Belgien. Es werden
Postkarten mit der Bezeichnung "Interzones" hergestellt, um Familien zu
erlauben, Nachrichten über die Zonengrenze hinweg auszutauschen.
Aber
man darf sich dabei nicht zu geschwätzig zeigen.
(aus:
http://www.teaser.fr/~jpsagaire/norman/19401945/occupation/norma301.php)
Beispiel Rochefort:
Postamtleute hören
alles mit
auf direkten Leitungen zwischen
Bordeaux,
Paris
und
Berlin. Sie bekommen
mit,
was schliesslich gemeldet wird, und auch,
was das Hitler-Regime verschweigt (S.331-332).
Zum Teil werden
Privatgespräche in die Familie im Reich
arrangiert, mit
"Kameradschaftshilfe" (S.332).
ab Juli 1940
Frankreich: Totaler
wirtschaftlicher
Stillstand
(S.100) [in der Schweiz auch].
Die
deutschen Besatzer
Die Verlierer von 1919 sind nun
in Frankreich als Sieger stationiert,
mit
gewissem Stolz im Land des "Erbfeindes", aber ohne Hass oder
Fanatismus.
Die Einstellung der Älteren färbt auch auf die jüngeren
Soldaten ab.
Zudem ist
Frankreich noch gut versorgt, was zusätzlich zerstörerische
Energie
abbaut.
Für die deutsche Marine ist
die Benutzung französischer
Häfen nur von
"Vorteil", denn die Wege in den Atlantik verkürzen sich wesentlich
(S.103).
Hitler strebt
"friedliche"
Dominanz an
Das deutsche
Hitler-Regime will mit Vichy ein von Deutschland
dominiertes
friedvolles Miteinander. Mittel:
-- harte Strafen bis auf
Soldatenebene, um korrektes Verhalten
gegenüber der
Bevölkerung zu garantieren
-- die deutsche Politik
gegenüber Frankreich wird ohne jedes
Feindbild
weitergeführt
-- die deutsche Politik ist der
Anfang des deutsch-französischen
Verhältnisses,
das auch 1945 weitergeht (S.118).
Deutsche Werbung
für eine
deutsch-französische
Verständigung
Engländer stehen als die
notorischen Störenfriede da (S.112).
Deutsche Soldaten
in Frankreich
empfinden sich als Werber für Deutschland
Die Gestapo in
Frankreich wird von den deutschen Soldaten
verharmlost und
deren Aktionen nicht zur Kenntnis genommen (S.106).
Zerstörung
aller Vorurteile durch die
Praxis
Alle deutschen Vorurteile
gegenüber Franzosen werden über den
Haufen
geschmissen. Die Bauern sind fleissig und friedlich, die Franzosen
kochen
allgemein besser und essen kultivierter. Viele Franzosen sehen
ausserdem
"nordischer" aus als
Goebbels,
Himmler
oder
Streicher (S.107).
Étampes:
Grosses Reinemachen bei den
deutschen Truppen
Putzen von
Waffen, Geräten und Fahrzeugen, Reparieren von
Kleidung
und
Ausrüstung
Weitere Vorgänge:
-- in einem Dorf östlich von
Paris: Deutsche Truppen beziehen zum
Teil
leerstehende Häuser
-- die Flüchtlinge kommen
zurück und finden zum Teil tip top
geputzte
Haushalte
vor, ohne dass etwas gestohlen worden ist, was ein sehr vertrautes
deutsch-französisches Verhältnis ergibt (S.133)
-- Organisation von
Stadtrundfahrten bis nach Paris (S.134)
-- die Gaststätten erleben
einen "ordentlichen Umsatz" in
Gaststätten
durch das deutsche Geld (S.134).
Frankreich:
Deutsche
Instandsetzungsarbeiten
-- die
Deutschen führen zum Teil den Spottnamen "Les
ersatz".
Alle
Reparaturen werden aus deutschen Kassen bezahlt: Instandstellung,
Perfektionierung von Unterkünften.
-- deutsche Massnahmen:
Entwaffnung der Bevölkerung und
Registrierung
aller
Waffen.
Intolerantes deutsches Regime in
Paris:
-- Strafandrohung für
Überqueren der Strassen ausserhalb der
Fussgängerüberwege
mit Schildern
-- Aufheben von
Fahrberechtigungen in 5-stelliger Höhe
-- Verbot der Tricolore an
katholischen Prozessionen (S.136).
F: Neue Gesetze
unter der deutschen
Militärherrschaft
-- Verbot des
Haltens von Brieftauben
-- Doppelwährungswirtschaft,
Gültigkeit deutscher Banknoten
-- neue Verordnung über die
Behandlung von Strandgut
-- Verbot für
französische Juweliere, Lothringer Kreuze zu
verkaufen,
aber kein
Trageverbot
-- Regulierung der Preise
für Milch und der Preise in Restaurants
mit
Ahndung
aller Übertretungen
-- Einführen der deutschen
Sommerzeit in Frankreich (S.S.136).
Deutsche
Hilfeleistungen
-- deutsche
Hilfe im Kampf gegen den Kartoffelkäfer
-- deutsche Hilfe bei der Ernte,
Bereitstellen von Pferden,
Pflügen der
Felder
(S.S.136).
Französische
Massnahmen in deutschem
Sinn
--
Pétain
wird Integrationsfigur
für die meisten Franzosen
-- Umbenennung von Strassen in
Rue du
Maréchal Pétain
-- deutschfeindliche
Strassennamen werden abgehängt
--
Place
Lénine wird wieder
Place
de la
Croix (S.136).
Juli 1940-März 1941
Feindbildzerstörung
Viele Deutsche in Frankreich
erkennen, dass die Formulierung "Erbfeind"
nur Propaganda ist. Viele Deutsche nehmen den Gegner Frankreich nach
dessen
Niederlage aber auch nicht mehr ernst und legen das Feindbild deswegen
ab
(S.114).
Frankreich:
Unterkunft für deutsche
Soldaten
Kasernierung oder private
Einquartierung, allein oder in kleinen
Gruppen, z.T.
gegen den Willen der französischen Familien, dann mit
unterschiedlichem
Verlauf.
Auf dem Land:
Einkaufen von Bauernhof zu
Bauernhof
Zum Teil spendieren Franzosen
deutschen Soldaten eine Zigarette oder
ein Glas
Wein (S.187).
Beispiel Normandie:
Schwarzhandel mit
Butter
Beide Seiten haben Vorteile: die
Bevölkerung die RM, die Soldaten
die
Butter.
Region
Boulogne-sur-Mer:
Höflichkeit
wird stets mit Höflichkeit beantwortet (S.182).
Beispiel 60 km
nördlich von La Rochelle
-- die Soldaten
mit einem Wörterbuch / Diccionnaire der
"Truppenausgabe"
-- die französischen
Familien haben teilweise ihre Männer
noch in der
französischen Armee bzw. in deutscher Kriegsgefangenschaft, so
dass sie
die
deutschen Soldaten entsprechend vorsichtig behandeln
-- private Händel sind
möglich: Soldaten tauschen Zigaretten
gegen
frisches
Gemüse aus dem Garten, bekommen zum Teil sogar den
Hausschlüssel (S.119)
-- Nichtraucher haben Vorteile,
denn sie können alle Zigaretten
tauschen
(S.317).
-- in den Cafés treffen
junge deutsche Soldaten und ältere
Franzosen
aufeinander und erzählen sich Kriegserlebnisse noch aus dem
1.Weltkrieg
(S.120)
[und niemand meint, dass dieser
Krieg der Zweite Weltkrieg wird...]
Beispiel
West-Frankreich/Étampes
-- deutsche
Soldaten erleben bei Franzosen eine ungebrochene
Würde
trotz
der militärischen Niederlage
-- deutsche Soldaten sagen ihre
französischen Schulsprüche
auf und
entzücken
damit die französischen Familien, Beispiel:
"Un Français était
dans une société. Comme
on prenait le café,
il dit
à la dame de la maison: 'Madame, vos êtes
comme cette tasse.' ´'Pourquoi?' 'Parce-que vous
êtes pleine de bonté!' "
["Ein Franzose sitzt in
einer
Gesellschaft. Als
er Kaffee trinkt, sagt der der Hausherrin: Werte Frau, Sie sind wie
diese Tasse
da. - Warum? - Weil sie voller Güte sind!" (S.121)
-- stammelndes Französisch
der deutschen Soldaten lässt
deutsche
Soldaten
sympathisch erscheinen
-- Deutsche sind beliebter als
französische schwarze
Legionäre (S.122)
-- die Diskussion, wie der Krieg
ausgeht, bleibt offen, wobei die
deutschen
Soldaten die französische Meinung akzeptieren müssen, dass
Deutschland
den
Krieg verlieren wird
-- französische Dialekte
behindern Kommunikation (S.123).
Beispiel
Mattaincourt bei Mirecourt
Französische
Frauen wissen, dass deutsche Mütter um
ihre
Söhne
bangen,
weswegen deutsche Soldaten gut versorgt werden.
Beispiel Lille
-- Quartiergeber erhalten eine
finanzielle Entschädigung von der
deutschen
Seite
-- Besäufnisse und
Störenfriede werden mit Verlegung in
schlechtere
Quartiere
bestraft oder bekommen "Sonntagswachen" aufgebrummt (S.124)
-- französische
Intellektuellenfamilien wollen sich mit Ausreden
vor
der
Aufnahme deutscher Soldaten drücken (S.124-125), aber
Sprachkenntnisse
der
deutschen Vorgesetzten helfen, Hemmungen zu überwinden, es
entwickelt
sich die
Redewendung "c'est la guerre" ["So ist der Krieg"] (S.S.125)
-- Entstehung von heimlichen
Beziehungen, gegen die offiziellen
Vorschriften
wegen Spionagegefahr
-- deutsche Soldaten, die sich in
Freudenhäusern mit
Geschlechtskrankheiten
anstecken, bekommen Urlaubs- und Beförderungssperre (S.S.125)
-- ab 22 Uhr ist Schankverbot
für die Mannschaft, die
Feldgendarmerie
kontrolliert die Nacht
-- der Soldatenausgang erfolgt
ohne jede Waffe, jeweils nach
Anschlägen
nur mit
Waffe
-- Soldaten besorgen aus Belgien
für die französische
Bevölkerung
Mangelwaren
gegen günstige französische Textilien (S.S.125)
-- Abhören von englischen
Sendern wird kaum von deutschen Soldaten
angezeigt
-- Heirat zwischen deutschen
Soldaten und Französinnen ist
verboten,
wäre aber
oft sehr real gewesen (S.S.125).
Beispiel
Kanalküste/Fort Mahon
-- Kinder spielen in der Wohnung
mit einem deutschem Helm und deutschen
Gewehren
-- Abrücken der deutschen
Einheiten in Richtung
Boulogne
findet mit tränenreichem Abschied statt (S.125)
-- kranke deutsche Soldaten
werden von französischen Familien
gesundgepflegt
(S.125-126).
Beispiel
Südfrankreich
-- an
Demarkationslinien bleiben ganze Grenzabschnitte für
Zivilisten
gesperrt
-- Einquartierung deutscher
Soldaten in einem Schloss
-- zum Teil schwärmen die
Franzosen von Hitler, weil er ein Volk
führen
und vor
Niederlagen bewahren könne. Einstellung: Hätte Frankreich
einen Hitler
gehabt,
wäre die Niederlage nicht passiert
-- auf dem Land wie in der Stadt
Dijon
haben deutsche Soldaten völlige Bewegungsfreiheit (S.126).
Beispiel Frankreich
ohne spezielle
Ortsangabe
-- schlechte,
zugige Räume, Dachböden oder Kammern
für
deutsche
Soldaten,
einzelne Essenseinnahme, kein Familienanschluss, kaum Heizung
-- die französische
Zivilbevölkerung ist höflich, mit
Wut vor allem auf
die
Engländer (S.126).
Beispiel Yvetot
-- Organisation
einer Stadtrundfahrt in
Paris
mit
privatem Führer (S.127)
-- viele Franzosen meinen,
England hätte Frankreich im Stich
gelassen
-- Propagandaplakat: "Rache
für
Oran",
gegen England gerichtet, das die Versenkung der französischen
Flotte
vollbracht
hat (S.128).
Beispiel
Lorient-Bannalec bei
St-Thuriens
--
Polizeistunde 22 Uhr, kann aber auf Antrag hin
verlängert
werden
-- deutsche Soldaten verleihen
ihre Pferde für die Ernte, weil die
französische
Armee viele Pferde eingezogen hat, die Soldaten verlangen dafür
nur
Verpflegung
für sich und die Pferde
-- bisherige Kriegsschäden
sind in dieser Region nur Bagatellen
-- die Wehrmacht unterstützt
Entlassungsgesuche für
französische
Kriegsgefangene, und als diese tatsächlich zurückkehren,
sprechen die
deutschen
Soldaten und die Franzosen nur noch per Du (S.129).
Beispiel
Mareuil-sur-Ay
-- ist
teilweise bombardiert und verlassen, wird von 1200
deutschen
Soldaten besetzt, die sich dort "einrichten" und zum Teil Sachen
"organisieren", Ortskommandant wird
Fritz
Yödicke
-- Organisation von Hilfe
für die zurückflutende
Bevölkerung, ein Teil
des
Viehs bleibt bei den Bauern
-- Organisation von
Nahrungsmitteln, ein Teil der
Kompanie-Nahrungsmittel wird
der Bevölkerung abgegeben, um keine Hungersnot entstehen zu lassen
(S.137)
-- Bekämpfung von
Übergriffen deutscher Soldaten (S.137-138)
-- von deutschen Soldaten
gestohlene Gegenstände werden
zurückgegeben:
Möbel,
Kartoffeln, Fahrräder u.a.
-- die Franzosen dürfen die
deutsche Militär-Krankenstation
und den
deutschen
Sanitätsdienst benutzen
-- einige der arroganten
deutschen Kollegen geben
Yödicke
den Übernamen "Zu Gut" (S.138).
Kriegsregime
-- Sperrstunde
ab 22 Uhr, niemand darf nach 22 Uhr mehr die
Wohnung
verlassen (S.138)
-- gleichzeitig: deutsche Hilfe
ist im Notfall gleich zur Stelle, z.B.
ein
deutscher Dienstwagen zum Transport einer gebärenden
Französin (S.138)
-- deutsches
Ausnützen der französischen Industrie und
Arbeitskraft
(S.212), polnische Arbeiter in Frankreich (S.216)
-- insgesamt
arbeiten über 2 Millionen Franzosen im Reich
als
Kriegsgefangene für die deutsche Industrie und auf
Bauernhöfen
(S.389-390).
Das
"Einkaufsparadies" Frankreich
Beispiel Versailles
-- Deutsche kaufen sich zum
für sie vorteilhaften Wechselkurs
Radios
und
Schokolade
-- Kekse gibt es massenhaft
-- deutsche Soldaten schicken
Fresspakete ins Reich bis 250 g, ab
September
1940 bis 1000 g möglich, auch mit Seife, Strümpfen,
Fensterleder etc.
(S.152)
Beispiel Dijon:
Einkauf der
Spionage-Abwehr
--
deutsche Soldaten schicken
Dijoner Senf,
kandierte Datteln,
gefüllte Schokolade aus
Marokko.
Diese Leckereien sind in Dijon noch bis 1942 / 1943 vorhanden
-- Verschicken marokkanischer
Pantoffeln, die deutsche Buben dann in
der Schule
tragen mangels besseren Schuhwerks im Reich, hier: in Jena
-- Versenden nordafrikanischer
Briefmarken und
nordafrikanisch-französischer
Zinnsoldaten.
Der Eindruck der marokkanischen
Geschenke aus Frankreich auf den
12-jährigen Sohn
ist insgesamt sehr stark, so dass er sich noch nach dem Krieg für
Nordafrika
interessiert (S.155).
Beispiel Bordeaux
Deutsche
Soldaten kaufen Seidenunterwäsche und BHs
für ihre
deutschen
Frauen. Päckchen sind nur bis 100 g erlaubt. Deutsche Kunden
ersetzen
französische Kunden und den Export in einem, z.B. in
Cognac,
wo die Wehrmacht sich mit Cognac eindeckt (S.141).
Weiterbildung
Kanalküste:
Französischkurse in der Wehrmacht - Sympathie bis
Gleichgültigkeit
mit Sprachbuch der Wehrmacht.
Privatquartiere stimulieren das
Französisch-Lernen. Dies bleibt aber eine
Minderheit.
Weit verbreitet ist die Meinung, dass
Franzosen
Deutsch
lernen sollen (S.175).
Deutsche, die gut
Französisch sprechen, aber deutschen Akzent
behalten,
werden
als Elsässer eingeschätzt.
Die Arbeit von Deutschen in
französischen Institutionen wie der
PTT
stimuliert
ebenfalls zum Französisch (S.176). Schätzungen sprechen von
10 % der
Soldaten,
die mittel bis gut Französisch können (S.178).
Die meisten Franzosen der
Kanalküste sind gegenüber den
deutschen
Besatzern
gleichgültig bis abweisend (S.178). Feindlichkeiten werden mit
Verhaftung
geahndet (S.178-179).
Frankreich: Jeder
Soldat bestimmt das
Verhalten des Gegenüber
mit seinem eigenen Verhalten. Die
Résistance ist einziger
feindlicher
Faktor
(S.183)
Französische
Weisheiten
Es sollte keine
Buben mehr
geben, denken manche
Französinnen, denn die ziehen doch nur in den Krieg (S.184).
Die Weisheit der Bevölkerung
über den Reichsadler auf der
Uniform: Auf
der
Brust ist er "gut", denn dann ist der Mann ein Mitglied der Wehrmacht.
Auf
dem Arm ist er "nicht gut", denn dann ist es ein SS-Mitglied (S.184).
Arrangements, Spruch der
Franzosen: "La guerre, un malheur pour vous,
pour
nous, pour tout le monde" ["Der Krieg ist ein Unglück für
euch, für
uns,
für die ganze Welt"].
Gleichgültigkeit ja,
Feindlichkeit nicht (S.180), aber die
Bevölkerung
bekommt
nun langsam auch Angst vor Partisanen (S.181). Die Franzosen
unterscheiden sehr
genau zwischen "Deutschen" und "Nazis" (S.179).
Beispiel Region
Mirecourt:
Französische Meinung:
"Für uns kam das Unglück immer aus
dem Osten!"
(S.123)
Disziplin
Soldaten müssen um 22 Uhr in
den Quartieren sein (S.186).
Höflichkeit
der deutschen Truppen wird
Trumpf
Die Höflichkeit setzt sich
durch. Deutsche fühlen sich als
"Gast"
(S.180).
Nogen-le-Roi bei
Chartres:
Apfeldiebstahl gilt als Delikt (S.212).
Nahe Bordeaux:
Ein Fässchen Wein,
das bei einem Bauern "organisiert" wurde, gilt als Delikt, das mit
Ostfront-Einsatz bestraft wird (S.212).
Raum Montpellier:
Überfall auf eine
Französin und Diebstahl eines Rolls Royce werden mit Strafkompanie
geahndet
(S.212).
Razzien: gegen
Schwarzhandel, gegen
Sexkontakte
Die Razzien
erfolgen z.T. durch SD, Gestapo oder die Abwehr
(S.220).
Bordeaux: Alle
Soldaten tragen immer
eine Waffe auf sich (S.213), müssen sogar in der Oper eine Waffe
tragen
(S.215).
Pistole ist bequemer als
Maschinenpistole, weil letztere nur auf der
Schulter
getragen werden kann und sich leichter ein Schuss löst. Mit
Pistolen
wird aber
nie geübt (S.214).
Normandie: Soldat
mit Seitengewehr,
dient der Selbstdarstellung (S.216).
Feste
und Saufexzesse
Frontbühnen,
Wehrmachttheater (S.222)
Paris: deutsche
Soldaten besuchen
Jazz-Konzerte,
die im Reich verboten
sind (S.186).
Sauffeste der
Stäbe in Schlössern
(S.204);
Saufwetten
deutscher Soldaten mit
der Bevölkerung mit Absinth (S.184); die deutsche Besatzungsmacht
kommt
in
manchen Gegenden in Verruf (S.205), bis zu Exzessen in Restaurants
durch
besoffene Soldaten, die in manchen Fällen dann von deutschen
Offizieren
oder
Unteroffizieren "an die Luft" gesetzt werden (S.206).
Versailles:
Restlose Besäufnisse
sind bereits für 30-40 Pfennige möglich (S.152).
Bordelle
Wachsoldaten bekommen zum Teil
alles mit, wie deutsche Offiziere es mit
französischen Frauen der Organisation
Todt
treiben (S.196-197).
Ältere Soldaten warnen die
jungen Soldaten vor
Geschlechtskrankheiten
(S.197).
Gleichzeitig kommen deutsche
Soldatinnen wie Nachrichtenhelferinnen mit
Franzosen in Kontakt, z.B. 40 Stabshelferinnen bei Compiègne
(S.197).
Wenn Résistance-Frauen die
Beziehung einer Französin mit
einem
Deutschen
verraten, müssen französische Ärzte die
"Unberührtheit" der Französin
bestätigen (S.198).
Desertion aus Liebe
kommt vor - Bordelle
Es kommt zu engem Kontakt mit
Familien, zu heimlichen Verlobungen.
Heiraten
sind offiziell verboten. Die Französinnen verheimlichen mit. In
Bordelle gehen
nur solche Deutsche, die überhaupt kein Französisch
können (S.193). Zum
Teil
Selbstbehandlungen mit Arsen gegen Syphilis (S.194-195).
17-jährige deutsche
"Soldaten" im Bordell werden dort auf einen
Schlag mit dem Bordellleben konfrontiert, Sex mit dem "Feind" (S.196).
Frauen als
Spioninnen
lachen sich Offiziere an, um die
Wehrmacht auszuspionieren. Frauen vom
Widerstand werden in Kantinen eingeschleust, um Gespräche
abzuhören.
Frauen
verbreiten Tripper, der innerhalb der Wehrmacht als
Selbstverstümmelung
geahndet wird. Wird eine Verlobung bekannt, wird der Soldat oft
versetzt
(S.195).
Raub kommt
vor
willkürlich, wird meist
nicht verfolgt, z.B. Raub von Porzellan,
Gemälde,
Silber, z.B. in
Bougival (S.203).
Viehdiebstähle:
Hühner, Enten, Gänse,
Sachbeschädigung im Rausch
Es erfolgt kriegsgerichtliche
Verfolgung, wo möglich (S.205).
Einige deutsche
Soldaten wollen die
"absolute Freiheit"
haben kaum ein
Unrechtsbewusstsein. Dieses Verhalten ist auch
von
der
Propaganda angefacht (S.211). Bestrafungen innerhalb der Wehrmacht sind
oft
zufällig (S.212).
Caen:
Künstlerische Tätigkeiten
-- z.T.
können Soldaten Sa/So in Kirchen Musik machen,
Malerei
(S.222)
-- französische
Klavierlehrerin erteilt deutschen Soldaten
Klavierunterricht
-- Malerei von Soldaten am
Wochenende (S.225)
-- Gedichte (S.226)
-- Kriegsgedichte in der
Bretagne an
der Küste (S.228).
Partisanenangst
Beispiel
St-Maló: persönliche Kontakte informieren
deutsche
Soldaten, wann
man sich vor Partisanen in Acht nehmen muss (S.216)
Chantilly: Ein
Partisan tötet einen
deutschen Soldaten auf dem Fahrrad und flüchtet selbst mit dem
Fahrrad
unerkannt. Die ältere Bevölkerung ist zum Teil gegen das
Reich
eingestellt,
weil sie im Ersten Weltkrieg ja gewonnen haben (S.181).
Marseille: Andauerndes
Verschwinden
von deutschen Soldaten im alten Hafenviertel, dem Verbrecherviertel
(S.22).
Polnische
Résistance in Frankreich
(S.216)
Deutsche
Antifaschisten in
Frankreich
Das Verhalten deutscher
Antifaschisten hatte folgende Regeln:
- Die
eigene Sicherheit gewährleisten und die strengen Regeln der
Konspiration beachten,
- eine
falsche Identität annehmen (gefälschte Dokumente zur Person
beschaffen),
- eine
sichere Unterkunft finden (die vielfältige Solidarität
unverdächtiger
französischer Bürger nutzen),
- sich
möglichst unauffällig bewegen (Strassenkontrollen
meiden),
- sorgfältig
Informationen über Stimmungen, Aufenthaltsbedingungen und
militärische Vorgänge sammeln,
- diese
Kenntnisse für die mündliche und schriftliche Agitation
(Herstellung illegaler Flugblätter, Zeitungen usw.) verwenden,
- die
Verbindung untereinander und zu Gruppen aufrechterhalten,
- behutsam
und wirkungsvoll politische Arbeit leisten,
- Gespräche
mit und Kontakte zu den Wehrmachtsangehörigen suchen, mit der
nötigen Vorsicht ihre Geisteshaltung erkunden,
- Soldaten
und möglichst auch Offiziere
überzeugen, in ihrer Umgebung gegen Krieg und für Frieden
aktiv zu sein
und aus der Armee zu desertieren,
- gefälschte
Papiere, Kleidung und Unterkunft für Deserteure beschaffen,
- sie
weiterleiten zu kämpfenden Résistance-Gruppen,
- versuchen,
in einer Dienststelle oder
einem Betrieb der Besatzungsmacht Arbeit zu erhalten (als Dolmetscher,
Büroangestellter, Hilfsarbeiter bei Tankstellen,
Truppenübungsgeländen,
in Häfen und auf Flugplätzen) und zwar mit dem Ziel der
Sabotage,
- in
bewaffneten Einheiten (Spezialkommandos, Maquis, Stadtpartisanen) zu
kämpfen.
(aus:
http://www.drafd.de/htdocs/veranst/resist_3.html)
In
der
Résistance kämpfen etwa 1000 Deutsche mit. Sie sind aus
verschiedensten
Motiven in Frankreich gelandet, z.B. politische Flüchtlinge,
Juden,
oder Hitler-Gegner aus der Wehrmacht. Deutsche Antifaschisten aus
Spanien schliessen sich in Südfrankreich der Résistance an.
(aus:
http://www.drafd.de/htdocs/veranst/resist_4.html)
Juli 1940-11.11.1942
Der
Waffenstillstand erlaubt eine
französische Restarmee unter Vichy
(S.91)
ab Juli 1940
Luxemburg:
Luxemburger werden in die Wehrmacht
gezwungen
(S.337)
Juli-Dez 1940
F: Hauptaufgabe der
deutschen
Verwaltung: Ernte einbringen, deutsche Truppen versorgen, das
Flüchtlingschaos
beenden
(S.82)
F: 210 britische
Bombenangriffe auf
Frankreich
mit "etwa" 28.000 Sprengbomben
und "etwa" 1000 Brandbomben (S.92),
292 Bombentote (S.93).
Juli-Aug 1940
Die Wehrmacht hilft
den französischen
und belgischen Flüchtlingen
(S.110)
F: Stockender
zurückkehrender
Flüchtlingsstrom
Die Flüchtlinge kommen nur
langsam an ihre Heimatorte zurück,
weil nur
wenig
Züge fahren. Es macht sich durch die schnelle Niederlage eine
dumpfe
Resignation breit (S.102).
Hitler lässt
den Leichnam des Sohnes
Napoleon-Bonapartes nach Paris überführen
der 1832 in
Wien
an Schwindsucht
starb und in der Wiener Kapuzinergruft liegt. Hitler gelingt es dadurch
aber
nicht, der französischen Bevölkerung die Kollaboration zu
erleichtern
(S.58).
F: Diskussion um
die Schuld der
französischen Niederlage
Die Bevölkerung diskutiert,
ob Frankreich besiegt oder verraten
sei.
Zitate:
"Wir sind nicht besiegt!"
"Wir waren nicht bereit, in 20
Jahren, ja!"
"Die Regierung hat uns betrogen,
der Soldat wollte nicht!"
"Es war nur die
Überraschung!"
"Die Presse hat uns belogen!"
"Die Engländer haben uns
verraten!" (S.71)
Westafrika:
Französische Lager für
deutsche Kriegsgefangene
in
Koulikoro / Dakar,
für Deutsche,
die von sinkenden Schiffen aufgenommen werden (S.10).
Bretagne: deutsche
Radar- und
Morsestation auf der Pointe du Raz
[Departement
Finistère] (S.10).
August
1940
Frankreich:
Verteilung der
Besatzungstruppen
-- 43 Bataillone an die
Feldkommandanten
-- 59 Bataillone zur Bewachung
von Kriegsgefangenenlagern (S.84).
Die Landesschützenbataillone
sorgen für innere "Ruhe", die
Armeedivisionen
für die Abwehr äusserer Feinde (S.84).
Nordfrankreich und
Bordeaux: Die
französische Bevölkerung beklagt Verrat
Die Franzosen sind sehr
unzufrieden über die eigene
französische
Regierung von
1939-1940 (S.201).
Frankreich: erst
teilweise Rückkehr der
Flüchtlinge
Belgien/Tournai:
Ankunft eines
Flüchtlingszuges mit belgischen Flüchtlingen aus Frankreich,
fast
verhungert, 4
Tage ohne jede Nahrung. Deutsche Soldaten geben Brot und Konserven ab.
Die
Belgier haben Rachegelüste gegen die Franzosen (S.102).
Küste:
Fécamp: Fressexzesse mit frischem
Fisch auf D.O.M.-Likör aus Fécamp
(S.141)
Kommandeur von
Colmar: Generalmajor von
Tschammer und Osten
(S.158)
Deutscher
Aufmarsch an der französischen Atlantikküste
gegen England für Unternehmen "Seelöwe"
Quartiere für
deutsche
Soldaten: Beispiel
Le Croisic,
St-Thurien
etc. Die Soldaten sind in Schulen untergebracht (S.128).
Kanalküste:
Wasserübungen aller Art,
Vorbereitung für "Seelöwe"
Übungen
zur Feindabwehr und Übung von Anlandungen
(S.132).
"Seelöwe"-Vorbereitung
und
Sanitätsnotstand: Beispiel Kanalküste/Gravelines zwischen
Dünkirchen
und Calais
--
Konzentration vieler umgebauter Landfahrzeuge
-- konzentrierte Heereseinheiten
und Sturmartillerie
-- Einquartierung eines
Sanitätsreviers in einem Klosterinternat
(S.148). Die
deutschen Ärzte sind zuerst nur widerwillig akzeptiert, dann
überall
willkommen.
-- Hausbesuche für
Entbindungen, Warnungen vor "Feindeshilfe"
werden
ignoriert
-- bei Zwangsarbeitereinzug
helfen deutsche Ärzte, den Einzug
kranker
Franzosen
ins Reich zu verhindern, was die Bevölkerung den deutschen
Ärzten noch
nach dem
Krieg dankt (S.149).
Beispiel Saujon
beim Seebad Royan an der
Gironde-Mündung
-- motorisierte
deutsche Sanitätskompanie (S.149)
-- kaum Patienten, z.T. britische
Beutefahrzeuge
-- Behandlung von Gonorrhöe
[Tripper] und Lues [Syphilis], wobei
der
Anteil der
Geschlechtskranken schnell zunimmt
-- Beschluss, Bordelle
sanitär zu überwachen, so dass die
überwachten
Bordelle
von den deutschen Soldaten bevorzugt werden
-- die Ansteckung mit
Geschlechtskrankheiten wird z.T. sogar als
Selbstverstümmelung geahndet
-- die Erreger der Gonokokken
reagieren zum Teil gegen die Sulfonamide
bereits
resistent, womit andere Gegenmittel gefunden werden müssen (S.150).
Belgien/Frankreich:
Bezug der
Ausgangsstellungen für das Unternehmen "Seelöwe"
Deutsche
Soldaten fahren an die belgische Küste zur
Besichtigung,
mit
"Schwimmpausen"... (S.102).
Frankreich:
Verschärfung des Dienstes
für deutsche Soldaten
wie in einer
deutschen Kaserne, jeweils mit Feierabend um
17:30
oder 18:00
Uhr (S.134).
OKW: Die
Wehrmachtstäbe entwerfen Pläne,
auch Südfrankreich zu besetzen, Deckname: "Attila"
(S.90)
Aug 1940-Ende Mai 1941
Frankreich:
Deutsche Gerichte urteilen
gegen Franzosen
bei Attentaten,
Schlägereien, Sabotage, Waffenbesitz,
kommunistische
Propaganda
u.a., 27 Todesurteile, 14 davon mit Hinrichtung vollstreckt (S.85).
Aug 1940-30.11.1940
Frankreich: 1415
französische Geiseln
Die deutsche
Militärverwaltung nimmt 1415 französische
Geiseln als
"Vorsichtsmassnahme" (S.85).
Aug 1940-31.5.1942
185.000 Franzosen
gehen freiwillig nach
Deutschland in der deutschen Rüstung arbeiten
(S.90)
[mit der Vorstellung, den
Russlandfeldzug zu unterstützen und den
Kommunismus
zu vernichten].
Plakat für Arbeit im Dritten
Reich 1940 ca. Text: "Wenn du
in Deutschland arbeitest,
dienst du
als
Botschafter französischer Qualität" (orig. französisch:
En travaillant en
Allemagne tu seras l'Ambassadeur de la qualité
française).
In Deutschland herrscht in den
Rüstungsfabriken Arbeitskräftemangel, und Pétain wird
gedrängt,
Arbeitskräfte zu schicken. Letztere sind gut bezahlt und
theoretisch
frei. Aber Frankreich hat Sorgen mit diesem Regime, denn es sind schon
3 Mio. französische Kriegsgefangene ausser Landes. Die fehlenden
Leute
fehlen dem Land sehr, ein Land, das dazu verdammt ist, seine Besatzer
zu ernähren, die sich nicht scheuen, verstärkt Einkäufe
zu tätigen, um
den Nachschub für die deutsche Bevölkerung zu sichern.
(aus:
http://www.teaser.fr/~jpsagaire/norman/19401945/occupation/norma301.php9)

Franzosen müssen ab August
1940 Schlange stehen
Frankreich hungert schon. Die
Franzosen müssen schon Schlange
stehen
für das kleinste Stückchen Brot, weil Frankreich Deutschland
ernähren
muss, und weil die gefangenen französischen Soldaten auf den
Feldern
fehlen. Und so geht das vier lange Jahre.
(aus:
http://www.teaser.fr/~jpsagaire/norman/19401945/occupation/norma301.php9)
Aug 1940-24.9.1941
Frankreich: 98
Geiselerschiessungen
(S.87)
Aug 1940-Aug 1944
Frankreich: 10.000e
Verletzte bei
britischen und alliierten Bombenangriffen
190.000
zerstörte oder beschädigte Häuser (S.93).
Aug 1940-März 1941
Beispiel
Kanalküste zwischen Fécamp und
Petites Dalles: Rheinländische Deutsche
--
Rheinländer kennen das Problem einer militärischen
Besatzung
schon und
wissen, Probleme mit der Zivilbevölkerung zu vermeiden
-- Bau von Unterständen und
Luftschutzkellern durch deutsche
Bautrupps
und
französischen Firmen unter deutschen Anleitung, Bau von
Soldatenheimen,
eigene
Kantinen
-- deutsche Truppen helfen bei
der Ernte und bei der Wiederherstellung
der
Verwaltung
-- KDF-Veranstaltungen für
die ortsfesten deutschen Einheiten,
z.T.
Fahrten
nach Paris
-- einzelne Alkoholexzesse werden
geahndet, Schwimmen in der Freizeit,
Sport
wie Leichtathletik, Mannschaftsspiele und Wettkämpfe
-- in Fécamp und
Étretat arbeiten deutsche Schwestern in
Soldatenheimen
-- Weiterbildung und Wachdienst
(S.132)
-- Urlaub alle drei Monate mit
Warentransporterlaubnis für Waren,
die
in
Deutschland Mangelwaren sind (S.133).
ab Anfang Aug 1940-1945
Franzosen arbeiten
für das Reich
-- 170.000
Franzosen arbeiten für die Wehrmacht in
Werkstätten und
Reperaturstellen
-- 275.000 Franzosen graben an
ersten Bauten des Atlantikwalls, bauen
an
Befestigungen und Flugplätzen
-- 400.000 Franzosen arbeiten in
der Rüstungsindustrie für
das Reich
(S.89).
Details:
Das 3.Reich vergibt an Frankreich
Warenaufträge im Wert von 4,5
Milliarden RM
(S.89):
-- sämtliche gebauten
Lokomotiven gehen ins Reich
-- Frankreichs Zuliefererprodukte
für Werkzeugmaschinen gehen zu
95 %
ins Reich
-- Stahl, Grundstoffe wie
Molybdän, Tiere, v.a. Pferde,
hochwertige
Lebensmittel gehen im Wert von 1,27 Milliarden RM an das Reich
(S.90)
-- die französische
Werftindustrie arbeitet für die deutsche
Kriegsmarine
-- Leistungen der
kriegsgefangenen Franzosen im Reich: u.a. 1 Million
Franzosen
arbeiten in der deutschen Landwirtschaft und in der deutschen
Rüstungsindustrie
(S.90).
Es melden sich zusätzlich
nochmals 240.000 französische
"Freiwillige"
für
die deutsche Rüstungsindustrie (S.90).
Frankreich:
Hinnahme der Okkupation
Die französische
Bevölkerung nimmt die Okkupation hin.
Gleichzeitig
befürchtet
die deutsche Militärführung Anschläge (S.84), aber es
bleibt vorerst
fast
gänzlich ruhig (S.85).
F: Küste:
Arbeit der deutschen Marine
--
Überwachung der Küste von der
spanisch-französischen
Grenze bis
La Pallice (S.162)
-- allmorgendliches Auslaufen zur
Kontrolle der Seefahrtswege,
Räumen
von Minen
mit Räumbooten
-- Seenotaufgaben
-- dauernde Angst vor englischen
Luftangriffen (S.158)
-- Entschlüsselung von
Funksprüchen
-- Fahrt nach
Ypern
zum
Soldatenfriedhof
-- keine deutsche Soldatenzeitung
an der Küste, aber Informationen
durch
Rundfunk, auch englischer Rundfunk
-- viel Zeitaufwand zur Erhaltung
der Minenschiffe und Führen des
Kriegstagebuchs
-- Ferienheime für
Flottillenangehörigen in
Châtelaillon,
15 km südlich von
La Rochelle
-- deutsche Familien schicken an
Marinesoldaten deutsche Zeitungen
-- Ausflüge auf die
Ile
de Yeu, Ile de
Ré und
Ile d'Aix (S.162)
-- bei Schiffsreparaturen
Überwachung der französischen
Arbeiter
(S.163).
Beispiel:
Soldatenleben in La Baule
-- Badeort,
Strandleben, Nachtlokale, Erholung in
Vannes
oder in deutschen und österreichischen Skiorten
-- Ausflug nach
Verdun
oder ins
Beinhaus von
Douaumont (S.163).
Beispiel
Nachrichtentruppen (S.163)
-- Ausbildung
am Maschinengewehr
-- Ausflüge nach
Nantes,
Mont
St-Michel
etc.
-- Funker wissen alles durch das
Abhören verschiedener Sender,
z.B. ist
der
Sender "
Radio Andorra" sehr
beliebt (S.164).
Infanterieregimenter
-- weitere
Gefechtsausbildung
-- Besuche von
Paris
sind verboten,
weil man die Franzosen mit zu vielen Deutschen in Paris nicht
verärgern
will
(S.164).
Infanteriestab
Sarrebourg und Lunéville:
-- mit
Kartenherstellung für die Artillerie für
Schiessübungen
beschäftigt
-- Zeitung "Wehrmacht" (S.164)
-- Ausflüge bis nach
Bordeaux
mit
Besuch der Weindörfer (S.165).
Beispiel
Auswertungskompanie des
Luftwaffenhorchdienstes in Asnières-sur-Oise bei Paris
Die Mitglieder
dieser Kompanie haben Zeit, um Bücher zu
lesen, zu
Besuchen
in der Komödie, Oper und Kino (S.165).
Deutsche
Generäle in Frankreich: Beispiel Gotthard Heinrici
Kunstinteresse,
Spaziergänge (S.165-166),
Stadtrundfahrten,
Untergebene
werden vom "richtigen Weg" überzeugt, Besichtigung von
Sehenswürdigkeiten
und Landschaften in Musse (S.166).
Beispiel Jagdflieger
-- deutsche
Jagdflieger beziehen ihre Informationen aus
Zeitungen
wie "Der Adler", "Das Reich",
"Völkischer
Beobachter"
-- sie hören Feindsender
abhören wegen der "tollen" Musik
-- die Nachrichteninalte werden
als unglaubwürdig beurteilt, weil
schon
im
1.Weltkrieg unglaubwürdige Gräuelpropaganda betrieben wurde
(S.166).
ab Aug 1940 ca.
Helmut Knochen wird
"Chef
[Befehlshaber] der Sicherheitspolizei und des SD" (BdS)
mit Ressortleiter
Dannecker
(S.88).
3.8.1940
Paris: Neuer
deutscher Botschafter wird
Otto Abetz mit Residenz an der Rue de Lille
in der
ehemaligen deutschen Botschaft.
Abetz
ist mit einer Französin verheiratet, Jg. 1903, kein Teilnehmer des
Ersten Weltkriegs, beschäftigt v.a. jüngere Leute in der
Botschaft. Abetz
arbeitet
ohne genaue Kompetenzabgrenzung, ist v.a.
Ribbentrop
gegenüber verantwortlich.
Das Botschaftspersonal kennt
Frankreich gut. Gemäss dem
aussenpolitischen Plan
Ribbentrops soll eine deutsch-französische Verständigung
unter
"Führung"
Deutschlands stattfinden. Abetz hat auf militärische Fragen keinen
Einfluss,
ist für den Militärbefehlshaber ein "Beauftragter"
gegenüber dem
Reichsaussenminister (S.83).
Ende Aug 1940
Nordfrankreich:
Aufstellen eigener
Soldatenbaracken und Pferdeställe
womit die von deutschen Soldaten
besetzten Schulen und Stallungen
für
die
Zivilbevölkerung wieder frei werden (S.129).
September
1940
Unterkunft am
Strand: Beispiel Cabourg
in der Normandie
-- die
Unterbringung ist 30 m vom Meer weg, deutsche Soldaten
baden
massenweise am Strand
-- Cabourg ist "ausverkauft"
-- das Essen ist schlechter als
in Versailles
-- die Lebensmittelpreis haben
sich gegenüber Juni zum Teil
bereits
verdoppelt
-- die Luftkämpfe über
dem Kanal werden lang und länger
(S.153).
12.9.1940
Frankreich: Ausgabe
von Richtlinien der
deutschen Militärverwaltung zum Vorgehen bei Anschlägen
-- generelle
Ausgangsbeschränkung
-- Schliessung öffentlicher
Treffpunkte
-- Heranziehen von Franzosen zum
Wachdienst
-- Geiselnahme wird als Mittel
erlaubt, wobei der Verstoss gegen das
Völkerrecht in Kauf genommen werden soll (S.85).
Mitte Sep 1940
Operation
"Seelöwe" wird abgeblasen -
deutsche Rückmärsche in hintere Quartiere
in Kasernen, z.B. von
Le
Croisic nach
Pontchâteau
und nach
Blain (S.128).
Oktober
1940
Lagebericht des
Chefs des
Verwaltungsstabes: Deutsche kaufen alle Waren weg
Jeder Angehörige der
Besatzung kann immer noch unbegrenzt Waren
ausführen, was
sich als eine grosse Provokation gegen die französische
Bevölkerung
erweist
(S.201).
Wehrmacht: Planung
der Operation
"Felix": Besetzung von Gibraltar geplant
mit
vorbereitenden Übungen
in
den
Klippen des Doubs und auf dem Fort von Besançon (S.340).
Okt 1940 ca.
Beispiel
Champagne/Mailly-le-Camp
Soldatenunterkunft
mit nur wenig Ausgängen ins Dorf
(S.134).
Okt-Nov 1940
Abschiebung der
französischen Kriegsgefangenen
ins Reich
(S.201)
ab Okt 1940
Totale Disziplin
von der deutschen
Truppe gefordert
weil die Stimmung in der
französischen Bevölkerung bereits
gedrückt ist
(S.212).
6.10.1940
Kanalküste/Fécamp:
Regiments-Sportfest
(S.132)
24.10.1940
Treffen
Hitler-Pétain in Montoire
im Bahnhof. Die deutsche
Propaganda macht daraus die Geburtsstunde der
"collaboration". Frankreich bleibt bis auf Südostfrankreich mit
deutschen
Truppen besetzt. Die Besatzung besteht aus Sicherungsverbänden und
Landesschützenbataillonen, meist Jahrgang 1907 und älter
(S.84).
25.10.1940
Militärbefehlshaber
Frankreichs: General
Otto von Stülpnagel
(S.81)
27.10.1940
Kanalküste:
Fécamp: Reitturnier,
Gelände- und Spähtruppritt sowie Jagdspringen
(S.132)
November-Dezember
1940
3.11.1940
Kanalküste:
Fécamp: Grosse deutsche Jagd
ein "Halali",
mit "Hubertusessen" [im Restaurant] "Grand
Cerf" ["Grossen Hirschen"] (S.132).
30.11.1940
Wiesbaden:
Französischer Protest gegen
die 1415 französischen Geiseln
Protest der französischen
Verhandlungsdelegation gegen die
deutsche
Militärverwaltung, die 1415 Geiseln als "Vorsichtsmassnahme"
genommen
habe
(S.85).
Nov-Dez 1940
Kanalküste:
Fécamp: Ausstattung der
Soldatenunterkünfte mit Öfen
(S.133)
ab Anfang Dez 1940
Kanalküste:
Fécamp: Deutsche Truppen
bereiten Weihnachtsfeier vor
(S.133)
14.12.1940
St-Germain:
Schadenfälle gemäss
Feldkommandantur 723 in Caen
-- nicht bezahlte
Ölrechnungen
-- abtransportierte Möbel
(S.204)
-- geklaute Badekabinen
-- geraubtes Mineralwasser und
Stro
-- wildes Fällen von
Tannenbäumen
-- Nennung falscher
Feldpostnummern beim Einkauf.
Zudem wird angenommen, dass viele
Schadenfälle nicht gemeldet
werden,
um nicht
negativ aufzufallen und vor Angst aus Rechtsunsicherheit (S.205).
19.12.1940
Region Dijon:
Soldaten in
Privatunterkünften
--
Fussballspiel deutscher Soldaten gegen eine Ortsmannschaft
-- ruhige Weihnachtsfeier und
Silvesterfeier (S.134)
-- französische
Gastgeberinnen bangen um ihre Söhne in
deutscher
Gefangenschaft
(S.135).
24./25.12.1940
Kanalküste:
Fécamp: Ruhige
Weihnachtsfeiern
(S.133)
Winter 1940/1941
Frankreich:
Schlimmste Mangelperiode für
die französische Zivilbevölkerung
(S.141)
ab Dez 1940
Frankreich wird zum
Gefängnis für
Franzosen
-- Unmut über die
Abschiebung der französischen
Kriegsgefangenen ins
Reich
-- fehlende Reisemöglichkeit
nach Vichy-Frankreich, die
innerfranzösische
Grenze bleibt geschlossen
-- Hunger:
Versorgungsengpässe mit Kartoffeln, die das Reich
liefern
sollte
(S.201).
Ende 1940
Es leben "etwa
865.000 Juden in
Frankreich"
davon "ungefähr" 165.000 in
deutsch besetzten Gebieten (S.89).
1941
Frankreich: 450
britische Bombenangriffe
mit 13.000 Sprengbomben und 5000
Brandbomben, viermal so viel pro
Angriff wie
1940 (S.92)
-- 1359 Bombentote (S.93) durch
Angriffe auf Städte und
Wohnviertel
(S.96)
-- 10.000e Verletzte und 10.000e
zerstörte Häuser (S.93).
Entdecken der
französischen
Geschichtsmanipulation
Beispiel
Völkerwanderung:
-- die Gallier besetzen Frankreich
-- alles, was von Osten kommt,
sind Barbaren
-- das Wort "Franken" fehlt
-- die Barbaren werden durch die
Gallier zivilisiert (S.164).
ab 1941 ca.
Sicherung von
Zügen vor Anschlägen
Vor der Lokomotive wird jeweils
ein Waggon vorne drangehängt,
damit bei
eventuellen Anschlägen die Lokomotive nicht beschädigt wird
(S.217).
1941-1942
Stimmungswandel in
der französischen
Bevölkerung zur Lockerheit
Die Stimmung lockert sich, z.T.
durch Liebesbeziehungen mit
Höflichkeit
und
Einfühlsamkeit. Über die brutale Behandlung von Partisanen
ist nichts
im Umlauf
(S.180).
ab 1941
Drittes Reich:
Einzug von Auslanddeutschen zur
Wehrmacht
Die Auslanddeutschen werden nach
Deutschland eingezogen und müssen
in
Heilbronn
gesammelt eine soldatische Ausbildung machen, z.B. Deutsche aus der
Schweiz
(S.116).
ab Anfang 1941
Versorgungsmängel
in Frankreich und deutsche
Improvisation
Beispiel
Ärmelkanalküste
-- sehr
schlechte Versorgung mit Kleidung, Schuhen,
Strümpfen
u.ä.
-- Offiziere bedienen sich bei
der Soldatenkleidung, obwohl sie
Kleidergeld
erhalten, so dass Soldaten leer ausgehen
-- Ausbau von Stellungen zu
Gemüsegärten und Anlegen von
Wegen, damit
nichts
zertrampelt wird (S.142)
-- Speisereste werden unter dem
Vorwand der Seuchengefahr in
Blechtonnen
gesammelt und an Schweine verfüttert (S.142-143)
-- Gründung einer Kantine
mit Ausrüstung aus einem
"Beutelager"
-- Auflösung des
"Beutelagers", Schwarzschlachtungen, Auflockern
der
Eintönigkeit der Wehrmachtsverpflegung
->> Die Improvisation
dämpft die Inflation. Sehr knapp
bleiben:
Butter,
Fleisch, Wein, Fette. Knapp bleiben Brot und Gemüse (S.143).
1941-1945
Frankreichs
Produktion: Überschuss und
Mangel
Frankreich
produziert weiter hohe Überschüsse an Wein
für den
Export. Viele
Dinge bleiben aber auch für deutsche Soldaten nur gegen
Bezugsschein
erhältlich. Da nützt ihnen der Wechselkurs der RM nichts
(S.157).
4.2.1941
Berlin:
Uraufführung des Films
"Sieg im Westen"
dann
Vorführungen von Kopien auch bei den deutschen
Truppen
(S.158).
11.2.1941
Militärverwaltungsbezirk
B: Erhöhung der
zusätzlichen Bierration auf 3 l / Woche
(S.144)
Feb/März 1941
Weiterhin
Lebensmittelknappheit in
Frankreich
(S.201)
März 1941
Deutsche Soldaten
müssen an die Ostfront
- Abschiedsszenen in Frankreich
Region Dijon: Die
Gastgeberinnen weinen beim Abzug der deutschen
Soldaten,
weil die deutschen Soldaten die Gastgeberinnen an ihre Söhne
erinnern
(S.135).
St-Thuriens:
grosse Einladungen zum
Abschied; die deutschen Soldaten werden mit Geschenken
überhäuft, so
dass kaum
alles ins Reich transportiert werden kann (S.129).
--
Abschiedsgeschenk in
Arcachon
mit Inschrift sinngemäss: Ihr
Deutschen habt uns besiegt, aber ihr habt auch unser Herz besiegt.
-- Abschiedsgeschenk in
Arcachon:
eine Extrauniform
-- Abschiedsgeschenk in
Yvetot: eine
Tüte Obst zum Abschied, Abschied von der Haushälterin in
Tränen (S.127).
ab März 1941
Abzug der deutschen
Truppen an die
Ostfront - Heraufstufung des Verpflegungssatzes
Die Soldaten bekommen wieder
Verpflegungssatz III, mehr Zigaretten,
Fett und
Fleisch (S.140).
1.3.1941
Paris und das
Département Seine werden
dem Militärbefehlshaber als "Kommandant Gross-Paris" unterstellt
(S.82)
21.3.1941
Colmar:
Aufführung des Films "Sieg
im Westen"
unter den
Kommandanten
Tschammer
und
Osten (S.158).
April 1941
Frankreich: Der
Film "Jud
Süss" erregt das französische Publikum
da im Film alle
Juden als Verbrecher dargestellt sind (S.245).
[Frühling 1941
Der Russlandfeldzug
ist jetzt schon
verloren: Neutralitätsvertrag Russland-Japan
Japans
Regierung ist durch den Hitler-Stalin-Pakt so
verunsichert,
dass sie
mit Stalin einen Neutralitätsvertrag vereinbart. Damit ist eine
Zangenbewegung
der NS-Armeen von Westen und der japanischen Armeen von Osten her gegen
Russland nicht mehr möglich. Hitler will nicht einsehen, dass
damit die
Vernichtung des Kommunismus unmöglich wird. Statt Verbündete
in GB und
in den
"USA" zu suchen, stürzt er die ganze Welt ins Verderben].
ab Mai 1941
Ende der
"Luftschlacht um
England"
und an der
französischen Küste bleibt es ruhig bis
1943
(S.292).
1.5.1941 ca.
Militärverwaltungsbezirk
B: Reduzierung
der zusätzlichen Bierration
(S.144)
5.5.1941
Militärverwaltungsbezirk
B:
Zigarettenverknappung
(S.144)
19.5.1941
Militärverwaltungsbezirk
B: Erlaubnis
der Schweinehaltung
Deutsche
Truppen dürfen eigene Schweine halten, aber kein
Milchvieh
und
keine Hühner (S.144).
Mai-Okt 1941
Infanteriestab
St-Malo-Paramé: Dauerndes
Abhören des englischen Soldatensenders
mit der im Reich verbotenen
Swingmusik (S.165).
Ende Mai 1941-Okt 1942
Frankreich: 1451
Todesurteile
(S.85)
22.6.1941
Russlandfeldzug der
NS-Truppen
-- Angriff der
Achse und ihrer Verbündeten gegen Russland
-- Stimmungsumschwung in
Frankreich gegen die deutsche Besatzung, da
nun die
deutsche Seite alle französischen Kommunisten als Gefahr
betrachtet
(S.85).
Französische
Freiwillige kämpfen mit an
der Ostfront
(S.88)
[Es galt die Vorstellung, in 8-12
Wochen den Kommunismus zu vernichten
und 30
Mio. Russen hinter den Ural zurückzudrängen: In: Gerlach:
Kalkulierte
Morde].
Spaltung im Reich
bei Fronturlaubern:
Soldaten aus Frankreich werden quasi degradiert
weil sie bisher keinen Einsatz
hatten und nichts "erzählen"
können
(S.368).
Die Soldaten aus Frankreich
melden sich z.T. freiwillig an die Front,
um nicht
als "minderwertig" dazustehen (S.368).
ab 22.6.1941
OKW: Das
Unternehmen zur
Südfrankreichbesetzung muss revidiert werden
aufgrund der ausgedünnten
Truppen. Neuer Deckname statt "Attila":
"Anton" (S.90).
Juni-Juli 1941
F:
Der
Russlandfeldzug macht auf die
Bevölkerung keinen besonderen Eindruck
(S.201)
ab Juni 1941
Region
Girondemündung: Schiessübungen
als Vorbereitung für die Ostfront - Hunger
(S.333). Die
Stimmung ändert, u.a. wegen der sehr
schlechten
Ernährungslage
in Südfrankreich und wegen der deutschen Vergeltung auf
Überfälle. Die
Situation verhärtet sich (S.333). Kartoffeln sind knapp und
schlecht,
vom
Kartoffelkäfer und Coloradokäfer beschädigt (S.334).
ab Juli 1941
Region Nancy: Die
Franzosen prophezeien
die Niederlage
denn: "Napoleon
hat es in Russland ja auch nicht geschafft."
(S.345)
Nancy Bahnhof: Ein Wehrsoldat
wird von Résistance erstochen, die
Täterschaft
bleibt unerkannt (S.345).
Franzosen
dürfen nur Kaninchenfleisch
essen - Tauschgeschäfte mit deutschen Soldaten
Kaninchenfleisch gegen deutsche
Essmarken (S.371).
Aug-Sep 1941
Frankreich: Beginn
kommunistischer
Agitation in Frankreich
(S.201)
ab Aug 1940?
Gründung des
Faschistischen
"Rassemblement National Populaire" unter Marcel Déat
Déat ist der rechte
Gegenspieler der Vichy-Regierung (S.94).
Vichy-Regierung
Pétain lehnt die von
deutscher Seite vorgeschlagene Einsetzung
Déats
als Leiter
des Arbeitsministeriums vorerst ab. Seine Einwände werden
"behoben".
Journalist
Philippe
Henriot, auch
ein Kritiker von Vichy, übernimmt die Stelle des
Staatssekretärs für
Information und Propaganda (S.94). Die Vichy-Regierung hat kaum
Spielraum
(S.95).
Das "
Hôtel du
Parc", Sitz von
Pétain in Vichy, wird von der Waffen-SS bewacht, v.a. unter
Otto
Skorzeny (S.94-95).
21.8.1941
Paris: Attentat:
Erschiessung des
deutschen Marineverwaltungsassistenten Moser
in der Pariser
Métro-Station Barbès-
Rochechouart,
durch zwei Franzosen. Es ist das erste Attentat mit tödlichem
Ausgang
für
Deutsche (S.85).
Die deutsche Besatzung
argwöhnt, es sei der kommunistische
Untergrund
und eine
Antwort auf den Russlandfeldzug. Generalleutnant
Schaumburg,
Vertreter
Stülpnagels,
erklärt im Namen Stülpnagels alle Franzosen in
Gefängnissen zu Geiseln,
die im
Fall von Anschlägen erschossen werden sollen. Die Haager
Konvention von
1907
sei damit nicht verletzt (S.86).
Ende Aug 1941
Paris: Todesurteil
gegen 7 Franzosen und
sofortige Hinrichtung
durch ein "Sondergericht" (S.86).
ab Ende Aug 1941 ca.
Frankreich:
Entwicklung von Sturm und
Wut im Ausland gegen die Geiselerschiessungen in Frankreich
-- und Schock bei der
französischen Bevölkerung. Botschafter
Abetz
appelliert an
Keitel, von weiteren
Erschiessungen
abzusehen, weil die französische Bevölkerung sich an der
Aufklärung der
Attentate auch beteiligt
-- und in London ruft De Gaulle
die Extremistengruppen in Frankreich
auf,
weitere Anschläge zu unterlassen (S.87).
Die Geiselerschiessungen
vergiften das Klima zwischen Franzosen und
Deutschen
(S.85).
September/Oktober
1941
3.9.1941
F: Anschlag:
Verletzung eines deutschen
Unteroffiziers - Geiselerschiessungen
->>
Stülpnagel
befiehlt die
Hinrichtung dreier Geiseln, die sofort erschossen werden
->> Hitler findet das zu
wenig und befiehlt 50 Erschiessungen
->>
Stülpnagel
verteidigt
seine Taktik der allmählichen Steigerung, sagt für das
nächste Mal 10
Erschiessungen zu
->> plötzlich werden
die Geiselnahmen zum Hauptpolitikum in
Frankreich
(S.86).
6.9.1941
Attentat: 1
deutscher Feldwebel durch
Schüsse verletzt
(S.86)
10.9.1941
Attentat: 1
deutscher Matrose durch
Schüsse verletzt
(S.86)
12.9.1941
Attentat: 1
deutscher Zahlmeister durch
Schüsse verletzt
(S.86)
14.9.1941 ca.
F: Erschiessung von
10 Geiseln für die
Attentatsversuche vom 6., 10. und 12.9.1941
(S.86)
16.9.1941
Attentat: 1
deutscher Hauptmann bei
Attentat getötet - Erschiessung von 12 Geiseln
(S.86)
19.9.1941
Anschlag:
Entgleisung eines
Wehrmachtstransportzugs bei Dijon durch Sabotage, 11 verletzte deutsche
Soldaten - Erschiessung von 2 Geiseln
In der Folge werden die deutschen
Stellen in Frankreich nervös.
Stülpnagel
merkt, dass einige wenige
Attentäter das Verhältnis zwischen Deutschen und Franzosen
untergraben
können,
wenn weiter so verfahren wird.
Gleichzeitig neigt die deutsche
Zentrale in
Berlin zur
Überreaktion.
Keitel
fordert für einen toten deutschen Soldaten die Hinrichtung von
50-100
französischen Kommunisten (S.86).
27.9.1941
Kanalküste:
Fécamp: Abzug der
Rheinländer Soldatenmannschaften an die Ostfront
und Ersatz durch sächsische
Truppen, die angeblich sofort mit der
französischen
Bevölkerung im Streit liegen (S.133).
28.9.1941
Frankreich:
Stülpnagel erhöht die
Geiselzahl durch neue Zuteilung
Stülpnagel
ordnet nach Rücksprache
mit "Experten" an, dass alle Inhaftierte, die als Kommunisten oder
Anarchisten gelten, ab sofort als Geiseln anzusehen seien (S.86-87). In
der
Folge hat jeder Bezirk "etwa" 150 Namen, im Grossraum Paris 300-400
Geiseln (S.87).
29.9.1941
Frankreich:
Deutsche Plakate verkünden
den Verzicht auf weitere Geiselerschiessungen
(S.87)
Okt 1941-Juni 1942
471
Geiselerschiessungen
(S.89)
20.10.1941
Tödliches
Attentat auf den deutschen
Feldkommandanten von Nantes, Tod von Oberstleutnant Hotz
(S.87)
21.10.1941
Tödliches
Attentat auf
Kriegsverwaltungsrat Dr.Reimers in Bordeaux
->>
Hitler
glaubt, England sei
Drahtzieher der Attentate
->>
Stülpnagel
will drei Tage
verstreichen lassen, um die Täter zu fassen
->> Hitler ordnet die
sofortige Erschiessung von 50 Geiseln an
und zwei
Tage später nochmals 50 (S.87)
November-Dezember
1941
83 Sabotagedelikte
(S.201)
6.11.1941
Frankreich:
angebliche Gefangennahme von
Attentätern
Der französische
Innenminister Pucheu
berichtet Botschafter Abetz, dass
die Attentäter gefasst seien. Aber die Serie der Anschläge
reisst nicht
ab
(S.87).
28.11.1941
Tödliches
Attentat: 3 deutsche Soldaten
sterben
bei
Sprengstoffanschlag in Pariser Restaurant, ausserdem 2
deutsche
Soldaten verletzt (S.87).
Dez 1941-Jan 1942
Frankreich weiter
unter
Lebensmittelknappheit, neu auch Kohlenknappheit
(S.201)
[Der Russlandfeldzug schlägt
fehl: Niederlage vor Moskau - das
Konzept
der
Blitzsiege ist endgültig gescheitert und ganz Europa ahnt, dass
die
Rote Armee
siegen wird].
2.12.1941
Attentat auf
deutschen Arzt in Paris:
verletzt
(S.87)
5.12.1941
F: Die Attentate
provozieren die
Kollektivstrafe gegen Juden
Bei einem
Attentat in Paris wird ein deutscher Major
verletzt.
Stülpnagel
lässt 95 Geiseln erschiessen.
Nun wird aber auch eine
Kollektivstrafe gegen französische Juden
beschlossen,
die eine Milliarde Franc Strafe zahlen müssen (S.87).
11.12.1941
Kriegseintritt der
"USA" [mit
vorgeschobenem Grund Pearl Harbor]
(S.88)
ab Ende 1941
Ostfront: Hunger,
Kälte bis -52°C,
totale Verlausung, nie ein Bett
(S.370)
1942
Beispiel Caen: Neue
Kochrezepte ohne
Mangelwaren
für
geschmackvolle Gerichte mit den knappen Lebensmitteln,
Sammlung
der
Knochen zur Geschmacksverbesserung (S.144).
Frankreich: 488
britische Bombenangriffe
mit 12.400 Sprengbomben und 6200
Brandbomben (S.92):
-- 2713 Bombentote (S.93) durch
Angriffe auf Städte und
Wohnviertel
(S.96)
-- 10.000e Verletzte und 10.000e
zerstörte Häuser (S.93).
1429 Sabotageakte
(S.202)
Elsass-Lothringen:
Einzug "deutschstämmiger"
Franzosen zur Wehrmacht
Der Protest der
Vichy-Regierung bringt nichts, wie
viele andere Proteste auch. Folgen:
-- es entwickelt sich Hass
-- Ausweisung von Landesbewohnern
aus Elsass-Lothringen: "Rund" 100.000
Franzosen müssen ihre Heimat in Richtung inneres Frankreich
verlassen.
Südfrankreich:
vereinzelte
französisch-britische Operationen
Die deutsche Seite plant als
Reaktion die Besetzung
Südfrankreichs:
Operation
"Anton" (S.90).
Paris:
Tödlicher Anschlag auf 2
Offiziere und 2 Nachrichtenhelferinnen
Tötung durch Sprengsatz in
Hotel. Vergeltung: Erschiessung von
15-20
Geiseln
(S.217).
Nord-Frankreich und
Bordeaux: 75
Wehrmachtstrafanstalten
(S.205), Strafvollzug an
Wehrmachtsoldaten bei
knapper Verpflegung und schwerer Arbeit (S.202).
Berlin: Ernst
Jünger: Tagebuch über
Frankreichaufenthalt: Gärten und Strassen
(S.185)
ab 1942
Ostfront:
Frankreichurlaub zur Erholung
Verwundung, Erfrierung und
Krankheit begünstigen die Versetzung
nach
Frankreich
(S.196).
Jan-März 1942
Attentate: 6 tote
deutsche Soldaten, 7
verwundete deutsche Soldaten - 111 Geiselerschiessungen - Beginn der
pauschalen
Judenverfolgung
(S.89)
15.1.1942
Frankreich:
Zusammenlegung von
Militärverwaltungsbezirk B mit Bordeaux
(S.82)
Stülpnagel
fordert vom OKH
Handlungsfreiheit
denn er
könne weitere Massenerschiessungen nicht mit
seinem
Gewissen
vereinbaren. Hitler und Keitel lehnen
ab, er solle wie ein
Soldat handeln und nicht politische Fragen zu lösen versuchen
(S.87).
15.2.1942
Paris:
Stülpnagel meldet sich krank und
bittet um Abberufung, die bewilligt wird
(S.87)
17.2.1942
Paris: Nachfolger
von Otto Stülpnagel
wird General Karl Heinrich von Stülpnagel, der Onkel
und es erfolgen weitere
"Veränderungen" von höchster Stelle
(S.88).
Frühjahr 1942
Alliierte
Test-Landung
"Jubilee", um die deutsche Reaktion zu testen [?]
Zusammenspiel
zwischen englischen und "amerikanischen"
Truppen
soll getestet werden, mit Ziel der grossen Invasion Anfang 1943,
geplant in Dieppe. Operation "Jubilee" mit
237 Schiffen und 7500 amerikanischen, englischen, kanadischen,
polnischen und
französischen Soldaten (S.293).
März 1942
43 Sabotagedelikte
(S.201)
Frankreich:
Deportation von 1100 französischen Juden
als "jüdische
Geiseln"
nach Auschwitz als Antwort auf Anschläge gegen
deutsche Soldaten (S.89).
Ausserdem:
Judensternpflicht
-- wobei auch mancher
nichtjüdischer Franzose sich solidarisch
einen
Stern
anheftet
-- im französisch
verwalteten Südostfrankreich ist die
Sternpflicht
nicht
durchsetzbar (S.89).
Beginnende
Ablehnung der deutschen
Besatzungsmacht
in der französischen
Bevölkerung (S.201)
9.3.1942
Hitler-Erlass zur
Einsetzung eines HSSPF
in Frankreich für Geiselerschiessungen
eines "Höheren SS- und
Polizeiführers" (HSSPF), Carl
Albrecht Oberg, SS-Brigadeführer, Jg. 1897, seit 1931 beim SD,
zuletzt Polizeiführer in Radom im
Generalgouvernement. Oberg ist im Zuständigkeitsbereich des
Militärbefehlshabers tätig.
Der HSSPF wird ein deutsches
Innenministerium auf französischem
Boden,
v.a. mit
Aufsicht über die französische Polizei, mit direkten
Weisungen Himmlers in Polizei- und
"Volkstums"-Fragen. In militärischen Angelegenheiten ist der HSSPF
direkt
dem Militärbefehlshaber unterstellt. Bei Unklarheiten regelt der
Chef
des OKW
und der Reichsführer-SS, eventuell Hitler selbst (S.88).
Ab sofort sind die
Geiselerschiessungen in der Hand des HSSPF und die
Wehrmacht
davon entlastet. Erschiessung von Kommunisten, Juden und
Straftätern
als Rache
für erschossene oder verletzte Deutsche (S.88).
Neue Kompetenzen: Der
Militärbefehlshaber überwacht
Gerichtsbarkeit,
örtliche
Aufsichtsführung und alle ordnungsamtliche Tätigkeiten (S.88).
ab März 1942
Zahlreiche
antinazistische Attentate in
ganz Europa - Anwachsen des militanten Widerstands
der eine gesamteuropäische
Angelegenheit wird. Einsicht auf der
deutschen
Seite, dass überzogene Abschreckung nichts nützt (S.89).
April 1942
97 Sabotagedelikte,
davon 14
Sabotageakte auf Eisenbahnlinien
(S.201)
April 1942 ca.
43 Tote und 50
Verletzte bei Attentaten
- 121 Geiselerschiessungen
2 Zugsentgleisungen von
Zügen mit Fronturlaubern bei Caen
(S.89).
Mai 1942
Versorgungsmängel
in Frankreich
Beispiel
Département Vosges
-- kaum noch Eier
-- keine Butter mehr auf dem
freien Markt
-- Pflichtabgaben der Bauern an
die französische Bevölkerung,
so dass
für
deutsche Soldaten kaum noch etwas übrig bleibt
-- immer vorhanden ist
Kürbis, der in Rezepten zu Suppe, Eintopf,
gratiniert
oder püriert wird
-- Schwarzmarkt: 1 kg Zucker
kostet 1,5 Tagelöhne
-- deutsche Soldaten lassen sich
RM von zu Hause schicken, um in
Frankreich auf
dem Schwarzmarkt einkaufen zu können (S.143)
-- Ärzte und Anwälte
lassen sich in Naturalien bezahlen
-- beginnender Unmut in der
französischen Bevölkerung
über Franzosen,
die auf
deutschen Baustellen arbeiten und so mehr Lohn erhalten als andere
(S.144).
152
Sabotagedelikte, davon 37 auf
Eisenbahnen
(S.201)
142 Todesurteile
-- 60 wegen
Feindbegünstigung
-- 47 wegen Waffenbesitz
-- 25 wegen Freischärlerei
(S.201).
um den 1.5.1942
Frankreich:
Anschlag auf Urlauberzug
durch Partisanen
(S.217)
Juni 1942 ca.
Berlin: Sauckel
fordert weitere 250.000
Arbeitskräfte aus Frankreich
->> deutsche
Militärbefehlshaber in Paris behaupten, dies
könne
nur auf
freiwilliger Basis geschehen, weil Zwangsarbeit gegen das
Völkerrecht
verstosse
->> Gründung von
Dienststellen zur Anwerbung von
freiwilligen
Arbeitskräften,
auch im noch unbesetzten Frankreich (S.90).
Juni-Sep 1942
Nordfrankreich und
Bordeaux: 276
Todesurteile bestätigt
durch den
Militärbefehlshaber, gegen Franzosen
-- 126 wegen
Feindbegünstigung
-- 103 wegen Waffenbesitz
(S.201-202).
1.6.1942 (S.89)
Neue Kompetenzen:
Der HSSPF übernimmt
die Verwaltungsabteilung der Militärverwaltung
weil Werner Best nach Dänemark
geht. Oberg ist nun "Chef der Sicherheitspolizei und
des SD (BdS)
und leitet die Judendeportationen. Stellvertreter ist Helmut
Knochen (S.88).
Stülpnagel ist wesentlich
älter als Oberg. Beide sind von
derselben
Division.
Die Zahl der exekutierten Geiseln nimmt ab (S.89).
Militäerverwaltungsbezirk
A:
Herabsetzung der Rotweinzuteilung
von 3 mal 1/4
Liter pro Woche auf 0.5 l pro Monat (S.144).
Juni 1942-Dez 1943
254
Geiselerschiessungen
(S.89)
ab Mitte 1942 ca.
Frankreich: Stetige
Reduktion der
Besatzungstruppen - der Widerstand wächst
Es kommt zur völligen
Ausdünnung der Besatzungstruppen, in
einigen
Regionen
sind gar keine Besatzungstruppen mehr vorhanden, sogenannte
"leergezogene
Zonen", die mit "Sicherungsstreifen" notdürftig kontrolliert
werden.
Durch
die Freiräume kann sich der Widerstand gegen die Besatzung
ausbreiten
(S.84).
Juli 1942
Paris: Erste grosse
Razzia mit Suche
nach staatenlosen Juden
unterstützt von den
französischen Behörden und der
französischer
Polizei.
Regelmässige Deportationen in Richtung Osten (S.89).
ab Juli 1942 ca.
Bretagne: Russische
Hiwis als
unerwünschte Fremde
20 Armenier und Kaukasier sind
als Kraftfahrer und Pferdepfleger in der
Bretagne stationiert. Die Bevölkerung lehnt sie ab wegen
fremdartigen
Aussehens
und dem Vorurteil, sie seien "Kommunisten" (S.181).
ab 29.7.1942
Deutsche
Selbstversorger in Frankreich -
Zuteilung der Militärverwaltung
800 g Brot, 360
g Fleisch, 100 g Fett pro Woche (S.144).
18./19.8.1942
Operation
"Jubilee": Alliierte Landung bei
Dieppe scheitert
Anfahrt in der
Mondnacht
von Portsmouth, Newhaven und Shoreham aus nach Dieppe, wo
deutsche
Infanterieregimenter und drei Bataillone stehen.
[Es erscheint absolut
mörderisch, an einem Ort eine Landung zu
versuchen, wo
NS-Truppen in solcher Konzentration vorhanden sind].
Artilleriebatterien stehen in Varengeville-sur-Mer
und Berneval-sur-Mer, und der
Funkverkehr ist überwacht. Die erste Batterie wird zerstört,
die zweite
nicht.
Die NS-Truppen entwickeln heftigen Widerstand. Die Alliierten erleiden
schwere
Verluste. Auch Flak und Funkmessstationen werden verteidigt. Die
Kanadier
müssen abziehen (S.293).
In Dieppe kommen die Panzer an
Panzermauern nicht vorbei. Die deutsche
Seite
zieht weitere Einheiten zusammen, deren Abfahrt von der
französischen
Bevölkerung bewunken wird. Bonbons werden in die Panzer geworfen.
Verlegung
eines ganzen Infanterieregiments nach Dieppe (S.294).
25.8.1942
Hitler-Befehl
für
"Atlantikwall", aber es ist zu wenig Personal und Beton vorhanden
(S.294)
Sep 1942-Juni 1944
Befestigungsbauten
am Atlantikwall:
291.000 Mann arbeiten daran
u.a. 15.000
Deutsche und 85.000 Franzosen, bis zu 1000 Mann
pro
Baustelle
(S.295).
10.9.1940-15.1.1942
Bordeaux: wird
eigener
Militärverwaltungsbezirk mit Sitz in Bordeaux
(S.82)
Nov 1942
Hitler zieht den
deutschen Botschafter
in Paris, Otto Abetz, zurück
der von
Ribbentrop ein Jahr lang auf "Erholungsurlaub"
geschickt
wird
(S.91).
[nicht erwähnt:
englisch-amerikanische Landung in Nordafrika mit
totaler
Verschwendung an Ressourcen: Die "amerikanischen" Invasionstruppen
standen schon in GB für eine Landung in Frankreich und werden nun
nach
Afrika
verschifft. Gleichzeitig kann Hitler den Atlantikwall befestigen
lassen. Die
Gründe sind bis heute in den englischen und "amerikanischen"
Archiven, die bis heute nicht geöffnet sind...
In: Valentin Falin:
Zweite
Front].
[Kessel von Stalingrad].
11.11.1942 / nach der alliierten
Landung in Afrika
Hitler-Befehl
"Anton" zur Besetzung
Südfrankreichs - italienisches Vorrücken bis zur Rhône
Deutsches
Vorrücken
in F,
um die "Südflanke"
Europas vor den Alliierten zu "schützen" (S.90) als Reaktion auf
die
britisch-amerikanische Landung in Nordafrika. Ungehinderter Vormarsch
der
deutschen Truppen bis zur Mittelmeerküste innert 24 Stunden. Die
Bevölkerung
zeigt sich gleichgültig, entgegenkommend bis ablehnend.
Neues Kompetenzverteilung
Südostfrankreich: Der HSSPF herrscht
uneingeschränkt.
Generalfeldmarschall Rundstedt
ist dem "Kommandant des Heeresgebietes
Südfrankreich" unterstellt: Generalleutnant Niehoff,
mit Amtssitz in Lyon:
-- Installierung deutscher
Verbindungsstäbe und deutscher
Hauptverbindungsstäbe
in den grösseren Städten wie Lyon, Toulouse,
Montpellier, Marseille, Limoges, Clermont-Ferrand
-- Installierung eines deutschen
Bevollmächtigten bei der
Regierung von
Vichy,
Generalmajor von Neubronn, Hitler
verleiht ihm den Titel "Deutscher General des Oberbefehlshabers West in
Vichy" (S.91).
->> Mittel- und
Westfrankreich ist total in verschiedene deutsche
Verwaltungsgebiete aufgesplittert.
Zusätzlich werden Gebiete
östlich der Rhône der
italienischen Armee zur
Verwaltung überlassen (S.91).
Und: Auflösung
der französischen
Restarmee und Eingliederung in die französische Polizei (S.91).
Folgen der Umstrukturierung:
Die deutschen Besatzungskosten in
F belaufen sich auf 25 Millionen RM
pro Tag
(S.91).
27.11.1942
Anschluss-Operation
"Lila": Französische
Flotte an Italien überstellen - Selbstversenkung
Die meisten französischen
Schiffe versenken sich selbst, um nicht
Mussolini in
die Hände zu fallen. 3 U-Booten gelingt die Flucht nach Algerien
(S.91).
15.12.1942
Hitler befiehlt
300.000 Mann aus
Wirtschaft, Gewerbe und Industrie an die Front
und befiehlt,
Ersatzkräfte
herbeizuschaffen. Sauckel schlägt
die Rekrutierung von einer Million Leuten vor, 250.000 von Januar bis
15.3.1943
aus Frankreich, 150.000 Facharbeiter und 100.000 Hilfsarbeiter zur
Zwangsarbeit. Sauckel schlägt für den Vollzug neue Gesetze
vor, um die
Quoten
zu erfüllen (S.92).
Ende 1942
Aufhebung der
Demarkationslinie infolge
deutscher Besetzung bis zur Rhône - die Résistance kann
sich auch nach
Norden
ausbreiten
Die Franzosen werden in der Folge
reservierter. Deutsche Soldaten
müssen in
französischen Geschäften zum Teil länger warten als
Franzosen (S.296).
Ende Dez 1942
Russlandeinsatz von
Soldaten aus
Vichy-Frankreich
(S.337)
Winter 1942/1943
Le Havre:
Partisanen werfen Handgranate
in volle Strassenbahn
viele Tote. Die Résistance
nimmt nun bei Anschlägen auch
den Tod von
Franzosen
in Kauf (S.217).
Praxisänderung: Deutsche
Soldaten schiessen durch die Hosentasche
Partisanen
ab, die sich ihnen entgegenstellen (S.217-218)
1943
1943: 3802
Sabotageakte
(S.202)
Frankreich: 788
alliierte Bombenangriffe
mit 76.800 Sprengbomben und
73.000 Brandbomben (S.92):
-- 7458 Bombentote (S.93) durch
Angriffe auf Städte und
Wohnviertel
(S.96)
-- 10.000e Verletzte und 10.000e
zerstörte Häuser (S.93).
Beispiel
Nordwest-Frankreich: Ergänzung
des Menuplans der deutschen Truppen mit Hirse
mit Anleitungen
und Hirserezepten. Der Befehlshaber verbietet
zudem
"unberechtigte Lebensmittelankäufe" durch deutsche Kompanien
(S.144).
Drittes Reich: Der Glaube
vom "Schlaraffenland"
Frankreich herrscht weiter
gegen jede
Realität.
Es
kommen Bittbriefe, dass man
weiter Stoffe, Strümpfe etc. schicken solle (S.145), auch Schuhe.
Deutsche
kaufen in französischen Stoffläden, was gemäss
Bezugsmarken noch
erlaubt ist
(S.146).
Marseille:
Handgranate der Résistance in
Soldatenkino
mehrere Tote (S.218).
Montpellier ist
Widerstandszentrum
Entsprechend ist die
Bevölkerung sehr angespannt (S.181).
Arbeitsdienst:
politisch ausgerichtet
und zensiert
Allgemein vertraut niemand
niemandem (S.172). Urlaub und Familie lenken
zum Teil
vom eigentlichen Problem "Krieg" ab (S.173).
Frankreich: Ankunft
von Soldaten aus
Russland zur "Neuaufstellung"
Die Soldaten
machen dabei z.T. unerlaubte Aufenthalte in
Paris auf
eigene
Kosten, werden nach ein paar Tagen von Felddivisionen in Paris
("Kettenhunde") erwischt, werden verhaftet. Massnahmen:
-- Schnürsenkel weg (S.347)
-- Hosenträger weg
-- Gürtel weg
-- dann neuer Marschbefehl nach Sens
(S.348).
Holland: Die
Bevölkerung isoliert sich
von der deutschen Besatzung
oder gibt sogar falsche
Auskünfte (S.358).
Paris: Immer noch
französische Hilfsbereitschaft bei Fragen
deutscher
Soldaten
(S.358).
1943?
Tödliches
Attentat auf Philippe Henriot
durch die FFI
an seinem
Dienstsitz als Staatssekretär für
Information und
Propaganda
(S.94).
ab 1943 ca.
Aufspüren
abgeworfener amerikanischer
Waffen im Hinterland
(S.220), meist aber bleiben die
Razzien erfolglos, auch wenn ganze
Dörfer
durchsucht werden (S.221).
Neuer
Übername für Deutsche: "doryphores"
("Kartoffelkäfer")
der die Ernte
schädigt und
Hunger verursacht
(S.333-334)
Anfang 1943
Frankreich: Bildung
einer
Kollaborationsmiliz
unter Joseph Darnand,
ein
Obersturmführer der französischen Waffen-SS, ist das "ideale
Werkzeug"
für
die deutsche Polizeiführung in Frankreich (S.94).
Kooperation
zwischen HSSPF und der
französischen Polizei
Tewes: "fruchtbare Kooperation"
(S.93).
Ganz Frankreich:
Anschläge mit 1-2
Verletzten oder Toten werden Alltag
(S.352)
Südfrankreich:
Anschläge an der
Mittelmeerküste
(S.94).
Frankreich: Der
Freiraum deutscher Soldaten
nimmt ab
(S.168)
Deutsche Frauen im
Einsatz in Frankreich
Die deutschen Frauen haben kaum
Kontakte zu Franzosen, verfügen
nur
über eine
beschränkte Reichweite in der Freizeit, betreiben Nachtdienste am
Radar
der
Nachtjagdstaffel, bekommen einmal im Jahr Urlaub. Informationen
über
alliierte
Bombenangriffe durch Briefe (S.173).
Jan 1943
Bretagne: 10
Anschläge gegen deutsche
Einrichtungen
u.a.
gegen die Befehlsstelle der
Organisation Todt
gegen die Kommandantur
gegen das Depot der
Lokomotivenzentrale
gegen das deutsche
Militärkino Eden (S.93).
Konstitution
der Résistance FFI: "Forces Françaises
de l'Intérieur"
unter
General Koenig
mit Sitz in London. Eintritt in die Résistance mit
Verpflichtung zum Sieg, mit Folgen bis in
die deutsche Armeekorpsberichte (S.93).
Berlin/Marseille:
Hitler-Befehl zum Bau
eines U-Boot-Bunkers bei Marseille
(S.154)
4.1.1943
Marseille:
Tödliches Attentat auf das
deutsche "Offizierskasino"
mehrere deutsche Tote und
Verletzte (S.94).
18.1.1943
Himmler-Befehl an
den HSSPF in Paris zur
Sprengung des Hafenviertels von Marseille
(S.94)
22.1.1943
Marseille: Die
Résistance FFI sprengt
eine Strassenbahn mit deutschen Soldaten
(S.94)
24.1.1943
Marseille:
Sprengung des Hafenviertels von Marseille
durch französische Polizei
auf deutschen Befehl hin (S.94) um die
Verbrecher zu
"vernichten" (S.220).
Paris/Propagandaabteilung:
Reduktion der
Berichterstattung über die Ostfront
von 6 auf 2 Spalten (S.92).
27.1.1943
Frankreich:
Einführung der Meldepflicht für den
Arbeitseinsatz S.T.O.
Die Vichy-Regierung ist
gezwungen, den "Service
du travail obligatoire" (S.T.O.) ["obligatorischer Arbeitsdienst"]
für die Jahrgänge 1920-1922 einzuführen (S.92).
Jan-Aug 1943
Südfrankreich:
kaum Ausflüge deutscher
Soldaten - Stalingrad sickert durch
zum Teil heimlich
Städtebesichtigungen auf Dienstreisen. Alle
Sehenswürdigkeiten sind geschlossen. Die Wehrmacht ist zwischen Goebbels-Propaganda und
"Feind"-Propaganda hin- und hergerissen. Durch Angestellte von
Propagandakompanien sickert durch, dass der Krieg verloren sei (S.168).
Jan-Sep 1943
Festnahmen von
44.000 Franzosen wegen
politischer Betätigung
davon 9000 Festnahmen durch die
französische Polizei (S.202).
Feb 1943
Nord-Holland:
Zusammenstellen eines
deutschen Sonderkommandos für Nordafrika
(S.358)
Anfang Feb 1943 ca.
Paris/Propagandaabteilung:
Verbot der
Abbildung des Frontverlaufs der Ostfront
(S.92)
1.2.1943-31.3.1943
Frankreich: Einzug
von 250.259
Zwangsarbeitern ins Reich
(S.92). Die Flucht
junger
Franzosen in die Wälder
nimmt zu (S.93).
Feb-Juli 1943
Bretagne: "etwa"
6-7 Anschläge
der FFI pro Monat
i.d.R. gegen
Telefonleitungen und Strommasten (S.93).
18.2.1943
Berlin/Sportpalast:
Goebbels ruft den
"Totalen Krieg" aus
In der Folge braucht die
Wehrmacht noch mehr Material,
Munition, Treibstoff, und v.a. Soldaten (S.92).
März-Mai 1943
Frankreichstationierungen
für
Panzerjägerabteilungen
werden von den deutschen Soldaten
als Erholungsphase auf einem
Umsteigebahnhof
empfunden (S.172).
März-Juli 1943
Beispiel
Boulogne-sur-Mer: Schufterei am
Atlantikwall im "Reichsarbeitsdienst"
-- Fahrt zur
Baustelle mit Fahrrädern 5-10 km
-- Malzeiten werden hergebracht,
Verspeisung aus dem Kochgeschirr,
meist dünner
Eintopf und zu wenig
-- Reste der Malzeiten von
Wehrmachtseinheiten werden dem
Reichsarbeitsdienst
überlassen
-- keine internationale Zeitungen
-- Mitteilungen erfolgen nur
über die Zeitungen des Heeres, der
Marine
und der
Luftwaffe: "Der Atlantikwal", "Die Kanalküste"
-- kein Radio (S.167).
Frühjahr 1943
Betrug als
Geldquelle der Franzosen in
der Not
-- Zigarettenbetrug: Einheimische
verkaufen Zigaretten mit Heu in der
Mitte an
deutsche Soldaten
-- Obstbetrug: Obst wird in
Schalen verkauft, die unteren Schichten
sind faul
oder verkohlt
Résistance: Anschläge
auf deutsche Wachen, z.B. bei
Benzingüterwagen
Disziplin: keine Ausgänge,
keine Zeitungen, keine Ausflüge
Saufgelage: Feier der Vereidigung
mit Sekt. Rotweinfässer werden
auf
der
Strecke auf der Heimfahrt aufgeschossen, mit Kochgeschirren der Rotwein
getrunken (S.281).
ab Frühjahr 1943
Frankreich: Junge
deutsche Truppen
kommen zur Ausbildung, junge Abiturienten mit "Notabitur" ohne
Disziplin
Plünderung und Diebstahl
wird mit Todesstrafe geahndet, bei
Ausschreitung
Strafversetzung zur Abschreckung (S.357).
April 1943
Kollaboration:
Abschiebungen von
Franzosen ins Reich
-- Treffen des
französischen Generalsekretärs
Bousquet mit
Himmler
und
HSSPF Oberg in Paris
-- in der Folge schieben die
Franzosen "unliebsame eigene Militärs
und
Politiker" ins Reich ab: u.a. General Weygand, Paul Reynaud, Edouard Daladier, Léon Blum,
General Gamelin (S.93).
1.4.1943
Nordwest-Frankreich:
Befehlshaber kürzt
die Zuteilungen
Die
höchste Stufe erhält nun noch
-- 6 Zigaretten oder 2 Zigarren
oder 12,5 Gramm Tabak pro Woche
-- 72 g Fleischkonserve zur
Mittagskost täglich
-- 24 g Fleischkonserve zur
Abendkost zweimal wöchentlich
-- 100 g Wurstkonserve zur
Abendkost dreimal wöchentlich (S.144).
An den restlichen Tagen
müssen Käse und Fisch ausreichen.
Entsprechende
Rezepte
für Frühstückssuppen und Brotaufstriche sind beigegeben.
Zusätzlich
werden
Anreize zur Eigenproduktion geschaffen (S.144).
1.4.1943-31.7.1943
Frankreich:
Einzug von weiteren 156.246
Zwangsarbeitern ins Reich
(S.92)
ab 1.4.1943
Massenflucht der
jungen Franzosen - noch
mehr Anschläge
Die Flucht junger Leute wird zur
Massenbewegung. In der Folge wird der
Maquis
aufgewertet. Widerstand und Durchhaltewillen nehmen zu. Häufung
der
Anschläge
auf Bahnstrecken und Züge (S.93).
27.5.1943
Paris:
Gründung eines "Conseil
National de la Résistance" unter de Gaulle
General de Gaulle wird als
höchste Autorität für die französischen
"Interessen" akzeptiert (S.94).
3.6.1943
Algier:
Gründung des "Comité
Française de la Libération Nationale"
Das
Comité ist der Kern der späteren
französischen
Übergangsregierung nach
1945 (S.94).
Juli
1943
Frankreich: 60
Anschläge auf die SNCF
(S.93)
Tödliches
Attentat der FFI: Tod zweier
deutscher Infanteristen, einer verletzt
(S.93)
Aug
1943
Frankreich:
112 Anschläge auf die SNCF
(S.93)
Aug-Dez 1943
Bretagne: 38
Anschläge der FFI
in den
Départements Côtes-du-Nord, Ille-et-Vilaine
und Manche, auch
gegen
französische
Kollaborateure (S.93).
ab Aug 1943 ca.
Vichy gibt den
Anspruch auf, allein die
französische Nation zu vertreten
(S.94)
5.8.1943
Frankreich:
Massnahme gegen die hohen
Löhne der reichsdeutschen Angestellten
Der
Militärbefehlshaber begrenzt das Gehalt auf 155 RM pro
Monat
(S.144).
Sep-Dez 1943
Frankreich: 137-148
Anschläge auf die
SNCF pro Monat
(S.93)
8.9.1943
Rom:
Italienische Kapitulation - die Wehrmacht besetzt
die französischen Gebiete östlich der Rhône und Korsika
die bis dahin italienisch
verwaltet waren. Einsetzen deutscher
Verbindungsstäbe
in Annecy, Grenoble, Chambéry,
Valence,
Digne, Gap, Toulon und Cannes, deutsche Besetzung
Korsikas
(S.94).
[und einsetzende
Judendeportationen auch in den neu besetzten
südfranzösischen
Gebieten].
ab 8.9.1943
Korsika: harte
Partisanenkämpfe gegen
die deutsche Wehrmacht
so hart wie in Ost- und
Südosteuropa (S.94).
12.9.1943
Befreiung
Mussolinis durch Otto Skorzeny
der
Hauptbewacher des französischen "Hôtel
du Parc"
(S.95).
18.9.1943
Frankreich:
Empfehlung von
Zuckerrübenblättern als Frischgemüse
durch den Quartiermeister [des
Militärbefehlshabers?]. (S.145).
Okt
1943
Bretagne:
4 Bahnanschläge
(S.93)
Beispiel Caen:
Deutsche Soldaten
schwärmen von französischen Betten
die sie in
Einzelzimmern bekommen (S.156) und wodurch sie
sich
wieder
"wie Gott in Frankreich" fühlen (S.157).
Marseille:
Schlemmerexistenz deutscher
Stäbe - Rühmann als Nazi-Unterhalter
Beispiel von
Angehörigen des Befestigungsstabes für
U-Bootbunker:
-- immer noch Besuche im
"Soldatenkino" und Lachen z.B. zu Rühmann-Filmen
wie "Ich vertraue
dir meine Frau an"
-- das Kino ist überbelegt,
so dass man schon lange Zeit vor dem
Film
da sein
muss und sich mit Lesen die Zeit vertreibt
-- Bonbon-Verkauf im Kino, wobei
die Bonbons teuer sind
-- Äpfel wachsen in
Südfrankreich nicht mehr, sie werden aus
Deutschland
geschickt (S.154).
Okt 1943-Apr 1944
Ärmelkanal:
Deutsch-japanische
U-Boot-Vorstösse von der Gironde-Mündung aus
zusammen mit japanischen
Blockadebrechern und japanischen U-Booten,
Gefechte
mit englischen Flugzeugen und britischen Schiffen (S.364).
Bordeaux: Kontrast
zwischen der heilen
Stadt und der zerbombten Heimat
-- die Soldaten
diskutieren ein Remis im Krieg
-- Restaurants sind
Spitzelstationen der Résistance, was die
Soldaten
aber
nicht wissen (S.365)
-- immer noch Besuch von Theater,
Fussballspielbesuche, Opernbesuche
etc.
-- englische Terrorangriffe auf
deutsche Städte provozieren
Rachegelüste unter
Matrosen, die z.T. Verwandtenverluste
erleiden (S.366).
Herbst 1943
Frankreich:
Stationierung deutscher
Truppen aus Russland
Verlegung nach Nordfrankreich und
in die Bretagne, Erholung und
"Auffüllung", Ausbildung, keine Ausflüge mehr, keine
Zeitungen (S.167).
ab Herbst 1943
Deutsche
Résistance:
Bildung eines
Komitees "Freies Deutschland" für den Westen
"Im Herbst 1943 bildete
sich in
Frankreich das Komitee "Freies Deutschland" für den Westen
(C.A.L.P.O.
- Comité Allemagne libre pour l'ouest). Es setzte sich aus
Vertretern
unterschiedlicher politischer und weltanschaulicher Positionen
zusammen. Das
Komitee entwickelte sich zum politisch-organisatorischen Zentrum
für
die Deutschen in Frankreich, in Belgien und Luxemburg. Mit der Bewegung
'Freies Deutschland' entstand eine selbstständige deutsche
Widerstandsorganisation in Frankreich, die aufs Engste mit den
verschiedenen Verbänden und Organisationen der französischen
Résistance
gegen das faschistische Völkermorden auftrat."
(aus:
http://www.drafd.de/htdocs/veranst/resist_5.html)
Die Aktivität der deutschen
Résistance-Mitglieder ist gefährlich. Sie fallen in
Kämpfen, werden von
der französischen Gestapo verhaftet, werden während der
Folter getötet,
oder werden in Konzentrationslager deportiert und "beseitigt", oder
werden von faschistischen Militärgerichten in Frankreich oder in
Deutschland zum Tode verurteilt und hingerichtet.
(aus:
http://www.drafd.de/htdocs/veranst/resist_6.html)
Das Komitee stellt z.B.
Flugblätter her und lässt sie über deutschen
Truppenteilen abwerfen mit
dem Aufruf, sich nicht an den Verbrechen des NS-Regimes zu beteiligen,
zu desertieren und sich der Résistance anzusschliessen.
(aus:
http://www.drafd.de/htdocs/veranst/resist_5.html)
[Der Aufruf erscheint sehr naiv,
denn die Befehlsstruktur in der Wehrmacht ist absolut rigoros bis Mai
1945].
4.10.1943
Die
Wehrmacht räumt Korsika
Die Résistance
hat
die
Insel unter ihrer Kontrolle
(S.94).
Ende Okt 1943
Le Havre: Anschlag auf
Offiziersunterkunft
mit nur geringem Schaden am Eingang (S.218)
Nov 1943
Bretagne: 6 Bahnanschläge
(S.93)
2.11.1943
Mont-Saint-Michel: Schlägereien
betrunkener deutscher Soldaten
Feldkommandant schreitet ein (S.82).
3.11.1943
Algier:
Gründung der "Assamblée consultative
provisoire"
Frankreich:
Entmachtung von Marschall Pétain durch deutsche Manöver
Pétain bekommt
einen
"Délégué
spécial
diplomatique" zur Überwachung beigestellt (S.94).
11.11.1943
Die Deutsche Besetzung ganz
Südfrankreichs ist abgeschlossen
wird bei der
Fliegertruppe als
"klug" angesehen
(S.172). Die südfranzösische Bevölkerung verzeiht die
Besatzung nicht
(S.181).
Dez 1943
Nördlich von Macon: Anschlag auf
Fronturlauberzug von Marseilles ins Reich
(S.219)
Marseille: Überfall auf deutschen
Wachposten
(S.219)
Marseille: Schlemmerexistenz deutscher
Stäbe
Beispiel Marseille Befestigungsstab für U-Bootbunker:
Vorbereitung
des
Weihnachtsfestes:
-- deutsche Familien schicken Weihnachtsstollen, Pudding und deutsche
Plätzchen
nach Marseille zum Gruppenschmaus (S.154)
-- Zubereiten zweier Gänse am 25.Dezember 1943
-- Eröffnung eines neuen Soldatenheims mit Billard und Tischtennis
-- Hoffen auf den "Endsieg", auf 1944 als "das Jahr des Sieges", als
"historisches Ereignis" (S.155).
Ende 1943
Totale Nahrungsmittelknappheit in
Frankreich
niedrigste Zuteilung in ganz Westeuropa: 120 g Fleisch, 70 g
Fett,
500 g
Zucker pro Woche. Das Essen in Frankreich: besteht zum Schluss aus
Trockenkartoffeln. Der Alltag
dominiert, keine Ausflüge, keine Kulturfahrten mehr (S.174).
1943-1944
Frankreich: Brandbomben der englischen
Flugzeuge zerstören sinnlos ganze Städte
(S.245)
[Der eigentliche Grund für diese Verbrechen liegt bis heute in den
geschlossenen Archiven...]
Marseille: Anschläge auf Soldatenheime
und auf das Soldatenkino
(S.219)
Beispiel: Kanalinsel Guernsey, St.Peter
Port
Luftwaffenfelddivision:
-- keine Zeitungen, keine Ausflüge (S.167)
-- Taschenradio mit Spitznamen "Kommissbrot"
-- Wachdienst, Waffenunterricht und Gefechtsübungen (S.168).
1944
Region Paris: Die Résistance plant einen
Anschlag auf Vorortsbahnhof Cheville-Vélizy
vor Paris, gegen die NS-Flakabteilungen. Die Flak wird früher
abgezogen
als
vorgesehen, womit sie dem Anschlag entgeht (S.219).
Caen wird von englischen und
amerikanischen Bombern sinnlos in Schutt und Asche bombardiert
(S.225)
Hungersnot in Frankreich: Deutsche
Soldaten helfen
Die Soldaten helfen Familien mit Resten aus Soldatenkantinen (S.182).
1944 ca.
Spekulationen um Friedensschluss und um
neue Grenzen
in der deutschen Nachrichtentruppe. Gefreite mit Abitur und
Berufsausbildung
stellen Spekulationen über die Grenzen bei einem Friedensschluss
an
(S.170).
Jan-Aug 1944
Frankreich: 7444 alliierte
Bombenangriffe - Inferno
mit 467.700 Sprengbomben und 35.317 Brandbomben (S.92)
-- 35.949 Bombentote (S.93) durch Angriffe auf Städte und
Wohnviertel
(S.96)
-- 10.000e Verletzte und 10.000e zerstörte Häuser (S.93).
[Hat GB je einmal für Kriegsschäden in Frankreich an der
Zivilbevölkerung und
am Privateigentum bezahlt?]
Feb-März 1944
Dijon: Razzia nach Waffen in
Theateraufführung
(S.221)
Frühling 1944
Südfrankreich bei Montpellier:
"Organisierung" von Baumaterial
durch Abreissen eines Schuppens. Aber die deutschen Besatzungsleiter
dulden das
nicht: Dem Bauern muss in der Folge ein neuer Schuppen aufgebaut
werden...
(S.211).
Bretagne: Überfälle v.a. auf
Einzelpersonen
auf deutsche Soldaten, v.a. aus dem Hinterhalt (S.219)
6.3.1944
Frankreich: "Ehrentitel" für
Joseph Darnand, Chef der französischen Polizei
als "Generalsekretär für die Aufrechterhaltung der Ordnung"
(S.94).
Mai
1944
6.5.1944
Landung
der Alliierten in der Normandie
(S.219)
[Die Umstände der Landung - Hoffnung auf
ein Attentat auf Hitler
-- mit Kollaboration mit dem deutschen Widerstand
-- aber mit immer noch hohen Verlusten wegen
englisch-"amerikanischen" Planungsfehlern
-- im Anschluss an die Landung bleiben die alliierten Landungstruppen
einen
Monat untätig und warten das Attentat des Widerstands ab in der
Meinung, dann
ohne jede Gegenwehr schnell Berlin erreichen zu können
-- die Alliierten nutzen die allgemeine Verwirrung im OKW nicht aus zu
einem
leichten Vorstoss an den Rein
In: Valentin Falin: Zweite Front].
ab 6.5.1944
Draguignan: Die Résistance wird aktiv
z.T. nächtliches Durchschneiden von Telefonleitungen. Durch
Plakatdrohung der
Sippenhaft hören die Anschläge auf (S.219).
Sommer 1944
Nordfrankreich: Aufstellen neuer
Infanteriedivisionen, um die alliierte Landung abzufangen
Die NS-Soldaten stehen unter Isolation: keine Kontakte zur
Bevölkerung,
keine Ausflüge, keine Zeitungen (S.168).
Mitte 1944
Franzosen wollen z.T. Deutsche
verstecken
um sie nicht in die Hände von "Amerikanern" und französischen
Soldaten fallen zu lassen, was natürlich unmöglich ist
(S.183).
Beim Abzug: In Einzelfällen werden
Häuser durch deutsche Soldaten verwüstet
(S.203).
Diebesgut von französischen
Einrichtungen
wird unbemerkt mit der Reichspost nach Hause ins Reich geschickt, z.B.
ein
altes französisches Wettergerät, das in einem Teppich
eingerollt wird
(S.212).
Franzosen, die wohlwollend zu Deutschen
waren, werden nun im Land angefeindet
(S.183)
[20.7.1944
Das Attentat des deutschen Widerstands
misslingt
->> die nachfolgenden Razzien dezimieren den deutschen
Widerstand
empfindlich
->> die Alliierten müssen eingestehen, falsch gepokert zu
haben,
denn die
Rote Armee wird Berlin vor den westalliierten Armeen erreichen¨
In: Valentin Falin: Zweite Front].
ab Aug 1944
"Befreiung"
Frankreichs
Die englischen bzw. "amerikanischen" "Befreier" benehmen
sich in Frankreich schlechter als die deutschen Besatzer vorher
1940-1944...
(S.129)
ab Ende Aug 1944 ca.
Frankreich: Übergangsregierung
die aus dem "Comité Française de la Libération
Nationale" hervorgeht
(S.94).
[und Racheaktionen gegen Franzosen, die mit der deutschen Besatzung
zusammengearbeitet haben].
Deutsche
Résistance-Kämplfer im
NS-Hinterland in Deutschland
Ausgebildete deutsche Résistance-Kämpfer operieren in
Zusammenarbeit
mit dem "amerikanischen" Oberbefehlshaber Eisenhower im Hinterland
hinter den deutschen Linien in Deutschland und geben wichtige
Informationen an die Alliierten, machen Sabotage etc.
(aus: http://www.drafd.de/htdocs/veranst/resist_6.html)
ab
1945
Mai 1945-1950
Bodenseeraum: Französische Besatzung mit
schweren Hassaktionen
(S.318)
Mai 1945-1950
Bretagne: Verbreitete TB, viele Tote
(S.263)
ab Mai 1945
Frankreich: Marschallplan
(S.245)
Heiraten zwischen deutschen Soldaten und
Französinnen
(S.132). Französinnen folgen den Soldaten nach Deutschland
und
heiraten deutsche
Ex-Soldaten (S.196).
Französinnen holen ihre deutschen
Liebhaber als Feldarbeiter nach Frankreich
Manche kriegen es fertig, ihren deutschen Geliebten als Feldarbeiter
nach
Frankreich zu holen. Die Einreise ist für Deutsche ansonsten
verboten
(S.199).
Deutschland: Bei vielen
Deutschen kein Sinneswandel
Vielen deutschen ehemaligen Soldaten fehlt bis zum Tod jeder
Sinn
dafür,
dass sie einen Angriffskrieg geführt haben (S.18).
[Zwischenlösungen und pazifistische Lösungen scheinen diesen
dummen
deutschen
Immer-Kriegern nicht überlegenswert, wie der "amerikanischen"
Regierung bis heute nicht...]
Deutsche Kriegsgefangene in Frankreich
werden schwer misshandelt
Die französische Politik behauptet, dies sei Vergeltung für
das
angeblich harte
Besatzungsregime (S.113).
Französische private Hilfe für deutsche
Kriegsgefangene
Französische Familien revanchieren sich und schicken den deutschen
Kriegsgefangenen etwas zu (S.182).
Französisch-Lernen in der
Kriegsgefangenschaft
(S.177)
Französische Fahndungslisten gegen
Deutsche bis 1952
->> jeweils Kontrolle bei der Einreise von Deutschen (S.199).
Vergangenheitsaufarbeitung von Deutschen
und Franzosen
Deutsche, ehemals in Frankreich Stationierte, nehmen den
französischen
Kulturimpuls auf, studieren Französisch und erzählen aus den
Kriegszeiten in
deutschen deutsch-französischen Schulen.
Viele deutsche ehemals in Frankreich Stationierte fahren nach dem Krieg
im Zug,
in Bussen oder im Auto zurück an ihre Einsatzorte, organisiert von
"Truppenkameradschaften". Die Reise ist beschwerlich, bis 15 Stunden
Reisezeit ohne Autobahn (S.11).
Ehemalige Soldaten suchen die schon verschwundene Erinnerung (S.11-12),
suchen
mit Fotos von 1940 Gebäude, die nicht mehr stehen, wandern in
ehemaligen
Bunkerstellungen. Es ist der Versuch der Entdeckung von Stationen einer
verflossenen Jugend. Zum Teil suchen die Deutschen auch die Leute von
damals,
finden aber niemanden mehr.
Viele wollen die Vergangenheit aufarbeiten, können aber nicht mehr
reisen
(S.12).
Auch Franzosen suchen nach
Vergangenheitsaufarbeitung
nach Zwangsarbeit im 3.Reich. In der Folge treffen die
Deutschen in
Frankreich auf spontanen Kontakt, treffen aber auch auf Schweigen und
Abscheu
vor dem Schrecken der Besatzungszeit.
[Dabei wissen die Franzosen aber meist, wer mit dem Terror begonnen
hat: die
Résistance].
Entstehende
Legenden und Erzählkultur
entwickelt sich auf
beiden
Seiten, mit Klischees am
Biertisch und Verfälschungen:
-- in Frankreich habe es ein reiches Angebot an Waren gegeben
-- die Besatzungszeit sei eine "Zeit des Überflusses und des
Luxus"
gewesen, repräsentiert durch Seidenstrümpfe,
Büstenhalter, Pelze,
Parfums,
Wein, Austern, Champagner (S.14), französische Küche (S.15)
-- Pakete mit französischen Waren seien von deutschen Landsern
nach
Deutschland
geschickt worden
-- sinnliche und erfreuliche Kontakte von deutschen Soldaten zu
französischen
Mädchen
-- es sei ein Leben wie "Gott in Frankreich" gewesen. Dabei ist dieser
Spruch ein Zitat von Friedrich Siegburg
von 1929, ein Buchtitel mit einem Fragezeichen (S.15).
nach 1945
Bau des Gezeitenkraftwerkes in St-Malo
(S.131)
1950-2000
1950
Französische Volksstimmung total gegen
Deutschland
Manche Beziehungen werden nach der Entlassung der deutschen Soldaten
aus
russischer Gefangenschaft nicht mehr aufgefrischt (S.198).
1950-er Jahre
Caen: Wiederaufbau mit nüchternen
Zweckbauten
Die Bilder des Wehrmachtsoldaten Alois
A.K.Raab von einem deutschen Flugzeugkommando werden unheimlich
wertvoll,
wo die Altstadt von vor dem Krieg gemalt ist (S.224-225).
1952
La Ferrière: Freudiges Wiedersehen mit
der Bedienung in Restaurants und Gastfamilien der Kriegszeit
(S.199-200)
1958
Ernst Jünger: Tagebuch über die deutsche
Besatzungszeit in Frankreich: "Jahre der Okkupation"
schildert kein Leben wie "Gott in Frankreich" (S.15).
1960-er Generation: Volkslied "Ein
Heller und ein Batzen"
gesungen auf Schülertreffen, ohne jede Ressentiments
(S.13).
1965
Pornichet zwischen La Baule und
St-Nazaire: Einweihung eines deutschen Soldatenfriedhofs
(S.192-193). Ein französisches Mädchen sucht das Grab ihres
deutschen
Soldatenvaters. Das Grab ist alles, was ihr vom Vater geblieben ist
(S.193).
1966
Eberhard Jäckel: Buch über die deutsche
Besatzungszeit in Frankreich: "Frankreich in Hitlers Europa. Die
deutsche
Frankreichpolitik im Zweiten Weltkrieg"
Stuttgart 1966, schildert kein Leben wie "Gott in
Frankreich"
(S.15).
1968
Hans Umbreit: Buch über die deutsche
Besatzungszeit in Frankreich: "Der Militärbefehlshaber in
Frankreich
1940-1944"
Boppard 1968, schildert kein Leben wie "Gott in Frankreich"
(S.15).
1994
François Mitterand: Es habe 1940-1944 in
Frankreich nicht viel Widerstand gegeben
in einem Fernsehinterview: "Widerständler? Es gab nicht viele."
(S.17)
(in: Rheinischer Merkur, 16.9.1994)