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Mag-i-no-ko!

Die Schweiz im Zweiten Weltkrieg

9. Zwangsarbeit - Zensur - deutsche Deserteure berichten von Massakern gegen Juden - Zement und Arbeit - Flüchtlinge - Propaganda "Das Boot ist voll" - Todesstrafen - die Schweiz ist unverzichtbar für das Dritte Reich - die Schweiz von Januar bis August 1942

Massenerschiessung an Juden unter
                          NS-Besatzung in Osteuropa 1941-1944 [3]
Massenerschiessung an Juden unter NS-Besatzung in Osteuropa 1941-1944 [3]
Zementwerk am Schollberg bei Trübbach im
                          St. Galler Rheintal [6]. Das Reduit brauchte
                          dermassen viel Zement, dass in der Schweiz
                          Zement knapp wurde...
Zementwerk am Schollberg bei Trübbach im St. Galler Rheintal [6]. Das Reduit brauchte dermassen viel Zement, dass in der Schweiz Zement knapp wurde...

Bundesrat von
                          Steiger, Portrait [9]. Er lässt die schweizer
                          Grenzen mit Stacheldraht schliessen, als
                          Abschreckung gegen jüdische Flüchtlinge, z.B.
                          im Unterwallis und bei Genf
Bundesrat von Steiger, Portrait [9]. Er lässt die schweizer Grenzen mit Stacheldraht schliessen


 

von Michael Palomino (1998 / 2004 / 2010)

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aus:
-- Hauptquelle: Markus Heiniger: Dreizehn Gründe. Warum die Schweiz im Zweiten Weltkrieg nicht erobert wurde, Limmat-Verlag, Zürich 1989
-- Webseiten


1942

Schweizer Zwangsarbeit für Hitler - die "Abteilung Presse und Funkspruch" zivil unterstellt - Macht der grossen Zeitungen -  Wannsee-Konferenz - zweite Flüchtlingswelle, deutsche Deserteure berichten von Massakern -  Streit um Zement und Arbeitskräfte - Erweiterung des Bundesrats abgelehnt - Ende der Ärztemission an der Ostfront

Die schweizer Arbeiter können nur mit Zynismus überleben:
"Sechs Tage in der Woche arbeiten wir für Hitler, am Sonntag beten wir für die Alliierten." (S.67)

Anfang 1942 wird die eidgenössische Zensurstelle "Abteilung für Presse und Funkspruch" (APF) dem Justiz- und Polizeidepartement unterstellt. Aber es ist nur ein ziviles "Mäntelchen", denn sie bleibt im Charakter militärisch. Schweizer Militärgrössen und Politiker verwünschen zum Teil die Redaktoren der grossen Zeitungen, die die Wahrheit nicht verschweigen und sich nicht an die Parolen der APF halten: "Wer nicht schweigen kann, schadet der Heimat!" (S.221)[139] 

Die deutsche Führung beschliesst in Wannsee bei Berlin die Massendeportation der Juden nach Osteuropa [die "Endlösung der Judenfrage"]. Als Reaktion kommt nach 1938 nun eine zweite Flüchtlingswelle auf die Schweiz zu (S.224). Gleichzeitig ist  die schweizer Armeeleitung, vor allem der Nachrichtendienst, über die Massaker an der jüdischen Bevölkerung in den deutsch besetzten sowjetischen Gebieten genau informiert, denn deutsche Deserteure berichten von den Ereignissen. Die Soldaten sagen aus, sie seien zum Teil selbst an den Massakern beteiligt gewesen (S.229).[140]   Die schweizer Presse berichtet nur dämpfend und verzögernd über die Massenexekutionen  an Juden (S.227).[141]

Massenerschiessungen an Juden unter NS-Besatzung in Osteuropa 1941-1944
Massenerschiessung an Juden, hier in Winniza
                      1941 [2]. Deutsche Deserteure flüchteten in die
                      Schweiz und berichteten selbst von den Verbrechen.
                      Der Bundesrat nahm es nicht Ernst...
Massenerschiessung an Juden, hier in Winniza 1941 [2].
Massenerschiessung an Juden unter
                      NS-Besatzung in Osteuropa 1941-1944 [3]
Massenerschiessung an Juden unter NS-Besatzung in Osteuropa 1941-1944 [3]

Massenerschiessung an Juden
                      unter NS-Besatzung in Osteuropa 1941-1944 [4]
Massenerschiessung an Juden unter NS-Besatzung in Osteuropa 1941-1944 [4]
Massenerschiessung
                                an Juden unter NS-Besatzung in Osteuropa
                                1941-1944 [5]
Massenerschiessung an Juden unter NS-Besatzung
in Osteuropa 1941-1944 [5]
Massenerschiessung
                                an Juden unter NS-Besatzung in Osteuropa
                                auf einer Dorfstrasse, 1941-1944 [6]
Massenerschiessung an Juden unter NS-Besatzung in
Osteuropa auf einer Dorfstrasse, 1941-1944 [6]

Deutsche Deserteure flüchteten in die Schweiz und berichteten während ihren Einvernahmen von den Verbrechen der Massenerschiessungen an den verbliebenen Juden in Osteuropa. Die schweizer Presse meldete nur zögernd davon (S.227).[141]

Auch mit "Partisanen" wurde nicht besser verfahren:
Massenerschiessung
                        an Männern, die als Partisanen bezeichnet
                        wurden, unter NS-Besatzung in Osteuropa,
                        September 1941. Aufnahme einer
                        Propagandakompanie. Foto des Bundesarchivs [in
                        Koblenz] [8]
Massenerschiessung an Männern, die als Partisanen bezeichnet wurden, unter NS-Besatzung in Osteuropa, September 1941.
Aufnahme einer Propagandakompanie. Foto des Bundesarchivs [in Koblenz] [8]

Die schweizer Regierung (Bundesrat) liess die Bevölkerung nur zögernd informieren. Vielleicht hat sich der Bundesrat auch gedacht, was in der Schweiz passieren würde, wenn die Wehrmacht kommt: Es würde dasselbe passieren, und deswegen konnte man jetzt noch keine Empörung gebrauchen.

Ein grosses Problem ist nach dem Reduitbeschluss der hohe Zementbedarf, der 1942 zu einer Zementrationierung führt. Zwischen Armee und ziviler Kriegswirtschaft entstehen Spannungen, die im Frühling 1942 zu einer Vereinbarung führen, so dass auch das Wohnungsbauprogramm nicht zu kurz komme (S.184-185). Armee, Kriegswirtschaft und das Programm des "Plan Wahlen" mit seiner "Anbauschlacht buhlen gleichzeitig mit der Industrie um Arbeitskräfte. Meist werden diese der Industrie zugeteilt, also der Produktion für die Wehrmacht (S.186). Der Einfluss von Wirtschaft und Staat wird immer stärker, derjenige der Demokratie sinkt. Die kriegswirtschaftliche Organisation stärkt die militärischen korporatistischen Elemente im Volk (S.202).

Zementwerk am
              Schollberg bei Trübbach im St. Galler Rheintal [6]. Das
              Reduit brauchte dermassen viel Zement, dass in der Schweiz
              Zement knapp wurde...
Zementwerk am Schollberg bei Trübbach im St. Galler Rheintal [7].
Das Reduit brauchte dermassen viel Zement, dass in der Schweiz Zement knapp wurde...


Am 25. Januar 1942 wird die Erweiterung des Bundesrates von 7 auf 9 Mitglieder vom Stimmvolk abgelehnt (S.202).[143] 

An der Ostfront, wo die schweizer Ärztemission Ende Januar 1942 ihre letzten Tage verbringt, ist die Situation inzwischen noch katastrophaler als vorher. Ernst Gerber schildert es in seinem Buch "Im Dienst des Roten Kreuzes". Die deutsche Luftwaffe evakuiert die Lazarette im Tiefflug über den Landstrassen. Deutsche Lokomotiven laufen oft nicht mehr, weil sie einfrieren oder die Kessel platzen. Wer "gehfähig" ist, muss bei minus 35-45 Grad zu Fuss den Rückzug antreten. Zum Teil fehlt Tarnkleidung. Es kommt zum Massaker, weil Deckung und Tarnkleidung fehlen, und weil die Rote Armee beim Gegenangriff keine Gefangenen mehr macht. Der Text über Juchnow liest sich wie folgt:

<In Juchnow lagen Ende Januar 2.500 Verwundete, die unter schwierigsten Verhältnissen von Nachschub liefernden Transportstaffeln der Luftwaffe, die dicht über der teilweise gesperrten, oft unter Beschuss liegenden Rollbahn heranflogen, abtransportiert wurden.

Ohne diese Hilfe der Luftwaffe wäre die Räumung der Lazarette um die Jahreswende nicht gelungen. Die Sanitätsdienste der 137. Infanteriedivision mussten die Rollbahn nach Norden sichern und gleichzeitig den Betrieb auf dem Hauptverbandsplatz weiter aufrechterhalten. Verbandsplätze in den Dörfern um Juchnow herum konnten häufig erst im letzten Augenblick geräumt werden; durch die wenigen Bahnlinien erfolgte der Abtransport nur stockend, wobei den Feldeisenbahnern bei diesen Kältegraden viele Lokomotiven einfroren oder deren Kessel platzten.

Die 263. Infanteriedivision, die am 19.1.1941 die Rollbahn Moskau-Juchnow überschritten hatte, lud in aller Eile die Verwundeten ihres Hauptverbandsplatzes auf alle verfügbaren Fahrzeuge; die einigermassen Gehfähigen wurden zu Fuss in Marsch gesetzt und traten den Weg zurück bei Temperaturen von minus 35° bis 45° C durch meterhohen Schnee auf gut Glück an. Bei diesen Kämpfen mussten die Truppen über deckungsloses Gelände vorgehen und boten dem Gegner ohne weisse Tarnhemden ein gutes Ziel. Wer verwundet wurde, blieb liegen und erfror; dementsprechend waren die Ausfälle durch Tote, Verwundete und Erfrierungen hoch. Bei erbarmungslosen Gegenangriffen machten die Sowjets keine Gefangenen. Juchnow ging endgültig durch den Einmarsch der Roten Armee am 5. März 1942 verloren.>

Juchnow
              (Yukhnov), abgeschossener Nazi-Flieger, im Hintergrund
              liegt Juchnow in Ruinen, Foto vom 5.3.1942 [1]

Juchnow (Yukhnov), abgeschossener Nazi-Flieger, im Hintergrund liegt Juchnow in Ruinen, Foto vom 5.3.1942 [1]


Der Rückweg für die Ärztemission an der Ostfront durch das verschneite Kriegs-Europa ist beschwerlich, mit tagelangen Verzögerungen. Alliierte Bombardements hatten einzelne Strecken unpassierbar gemacht. Die Mission reist über Singen in die Schweiz ein. Nach einer Publikation der Alliierten, dass schweizer Ärzte berichteten, dass die Lager für die sowjetischen Kriegsgefangenen völlig unzureichend seien, überall Hunger herrsche und so die Sowjets systematisch vernichtet würden, muss der Bundesrat antworten. Er dementiert einfach und behauptet, den sowjetischen Kriegsgefangenen gehe es gut. Das ist der erste Teil. Nun kommt der zweite Teil: Per Dekret werden alle TeilnehmerInnen der Ärztemissionen zum Schweigen gezwungen, um weitere politische Probleme zu vermeiden. Das Rote Kreuz protestiert nicht, sondern lässt die Zensur schalten und walten, so dass die Berichte des Roten Kreuzes immer unglaubwürdiger werden. Stalins Gulag-Regime bricht die Beziehungen zum Roten Kreuz ab, und die russischen Kriegsgefangenen werden alleingelassen [web02].

Eine weitere Ärztemission findet in Warschau von Januar bis April 1942 statt. Dabei wird innerhalb der Mission um die Neutralität gestritten, ob man auch die polnische Zivilbevölkerung behandeln dürfe, so wie Arzt Kneubühler es tut. Die anderen Missionsteilnehmer fürchten, sie seien dadurch gefährdet. Ein schweizer Fahrer, Max Mawick, macht einen kurzen Besuch im Warschauer Getto, lässt sich vom jüdischen Totengräber die Todesursachen der vielen Gettototen erklären, wird dann in ein Kohlenlager geführt und vernimmt, dass hier russische Kriegsgefangene den "langsamen Hitze- und Hungertod" sterben und dabei von den Wachsoldaten verhöhnt werden [web02].

Einige TeilnehmerInnen der schweizer Ärztemissionen schweigen dann trotzdem nicht:

-- Rudolf Bucher (Arzt aus Basel) präsentiert seine Erlebnisse in öffentlichen Diavorträgen über die Kriegschirurgie, flechtet aber Bemerkungen über Juden und sowjetische Kriegsgefangene und über ein Massaker an 60 sowjetischen Zivilisten ein, das er selber beobachtet haben will

-- Max Mawick von der Ärztemission in Warschau gibt im Sommer 1942 einen präzisen Bericht mit Fotos über die Kriegsverbrechen in Warschau ab. Er wird mehrfach verhört, ansonsten wird alles stillschweigend schubladisiert.

Ab diesem Zeitpunkt des Verschweigens wird den Mitarbeitern der Ärztemissionen klar, dass die Missionen eine Gefälligkeitsleistung für das Reich waren, eine Vorleistung für spätere Wirtschaftskontakte bei der Kolonisation Osteuropas. Es ging mitnichten um eine neutrale, humanitäre Leistung, sondern das IKRK sollte Vorreiter für die schweizer Industriellen sein, die zum Teil selber im IKRK sitzen: <Alusuisse, Lonza, Sulzer, Escher Wyss, Georg Fischer, BBC, Ciba, Geigy, Hoffman La Roche, Maggi, usw. Einige dieser Namen aus der Schweizer Großindustrie erschienen im Sommer 1941 auf der Liste von Financiers. Sie waren es, die mit ihrer Unterstützung die ersten Ärztemissionen überhaupt erst ermöglichten.> Der Präsident des Roten Kreuzes, Max Huber, ist nur ein Beispiel von vielen Sadisten, die das Rote Kreuz missbrauchten: Er war gleichzeitig nicht nur Aktionär einer italienischen Waffenfabrik [die das Giftgas für den Abessinienkrieg herstellte], sondern war auch Verwaltungsratspräsident von Alusuisse, mit süddeutschen Tochterbetrieben mit sowjetischen Kriegsgefangenen, die zum Teil dort starben [web02].


Bedenken um freien Devisenhandel - soziale Ungerechtigkeiten - die schweizer Propaganda der "Autarkie" - schärfere Rückweisung von Flüchtlingen - Propaganda: "Das Boot ist voll" - Stacheldraht in der Westschweiz gegen Flüchtlinge - Todesstrafen - schweizer Industrieproduktion  existentiell und die Alpenpässe für das Reich "lebenswichtig"

Es werden Bedenken gegen den immer noch freien Devisenhandel laut, weil auf diesem Weg unter anderem geraubtes Geld oder Gold aus Konzentrationslagern in Umlauf gebracht werden kann (S.134).[144] 

Währenddessen werden in der Schweiz die sozialen Unterschiede immer grösser, was den Behörden bekannt ist, z.B. durch einen Bericht der "Erfahrungsaustauschgruppe für Konjunkturbeobachtung" vom 28. Mai 1942 (S.193).[145]   Die Regierung will mit geheimen Absichten im Hintergrund im Land Ruhe bewahren. Der Preis dafür ist die rechtslastige, autoritäre Regierungsform: Notrecht, Zensur, Militärdominanz, Abweisung von Flüchtlingen, Herrschaft der Wirtschaft, Verwaltung über Parlament und das Volk. Es herrscht das totale Wirtschaftsdiktat (S.197).

Die schweizer Propaganda verstrickt sich immer mehr in Widersprüche und propagiert Autarkie und "geistige Landesverteidigung", obwohl fast die ganze industrielle Produktion für die Wehrmacht produziert. In der Bevölkerung etabliert sich eine totale Ambivalenz im Geist. Die Begehrlichkeiten des Auslands für eine "neutrale" Insel innerhalb der faschistischen Staaten sind jedoch derart gross, dass die Schweiz nie ernsthaft angegriffen wird (S.41).

Die Flüchtlingslage verschärft sich mit den Deportationen der deutschen Juden. Am 30. Juli 1942 meldet Robert Jezler, der Adjunkt des Chefs der Fremdenpolizei (Frepo) Rothmund, in einem Bericht an den Bundesrat die verzweifelte Lage der Juden. Eine Rückweisung sei kaum mehr zu verantworten.

Jezler:
<In letzter Zeit konnten wir uns jedoch zu solchen Rückweisungen nicht mehr entschliessen. Die übereinstimmenden und zuverlässigen Berichte über die Art und Weise, wie die Deportationen ausgeführt werden und über die Zustände in den Judenbezirken im Osten sind derart grässlich, dass man die verzweifelten Versuche der Flüchtlinge, solchem Schicksal zu entrinnen, verstehen muss und eine Rückweisung kaum mehr verantwortet werden kann.> (S.224-225)[146] 

Der Bundesrat geht jedoch nicht auf die Berichte der Frepo ein und gibt nicht nach, aus Zwangsvorstellungen einer "Überfremdung"[147]   (S.226) sowie auch aus "ernährungspolitischen Bedenken"[148]   (S.227). Im August befiehlt er die Schliessung der schweizer Grenze, dabei leben in der Schweiz neben den Internierten nicht einmal 10.000 Flüchtlinge. Dennoch beschreibt der Bundesrat des Justiz- und Polizeidepartementes von Steiger die Schweiz als "stark besetztes kleines Rettungsboot"[149]    (S.224). Im selben Monat ordnet der Bundesrat an, die Grenzen im Unterwallis und bei Genf mit Stacheldraht abzusichern und Flüchtlinge auch dann noch zurückzuweisen, wenn sie offensichtlich an Leib und Leben gefährdet sind (S.225).


Karte des Genfersees mit den
                      Grenzübergängen [10]. Diese Grenzübergänge für
                      Flüchtlinge waren am Genfersee bei
Karte des Genfersees mit den Grenzübergängen [10]. Die Grenzübergänge für Flüchtlinge waren am Genfersee bei Hermance in den Kanton Genf und bei St. Gingolph in den Kanton Wallis. Juden mussten für ihre Schlepper viel bezahlen, und oft wurden sie beraubt, oder sie wurden zuletzt noch an die Polizei verraten, so dass die Schlepper auch noch von der Polizei abkassierten. Das Kalkül gewisser Leute gegen Juden war absolut kriminell [web01]. Bundesrat von Steiger verschärfte nur noch die Situation...

Bundesrat von Steiger, Portrait
                            [9]. Er lässt die schweizer Grenzen mit
                            Stacheldraht schliessen, als Abschreckung
                            gegen jüdische Flüchtlinge, z.B. im
                            Unterwallis und bei Genf
Bundesrat von Steiger, Portrait [9]. Er lässt die schweizer Grenzen mit Stacheldraht schliessen,
als Abschreckung gegen jüdische Flüchtlinge, z.B. im Unterwallis und bei Genf.

Am 25. August 1942 empfiehlt General Guisan die Todesstrafe gegen drei wegen Landesverrats angeklagte, zu deutschfreundliche,Offiziere, als "Präventivstrafe". Die Bedrohungslage, die eine Todesstrafe rechtfertigen würde, ist jedoch absolut nicht gegeben (S.230).[150] 

Der deutsche Gesandte Köcher in Bern betont am 27. August 1942 gegenüber dem Auswärtigen Amt in  Berlin die Wichtigkeit der schweizer Waffenproduktion und der schweizer Alpenpässe für das Dritte Reich.

Köcher:
"Die schweizerische Produktion für unsern Wehrmachtsjahresbedarf ist so bedeutungsvoll, dass wir alles tun müssen, um diese Produktion störungsfrei weiter arbeiten zu lassen." (S.95)[151] 
Die Alpentunnels Gotthard und Simplon seien für das Reich von "lebenswichtigem Interesse" (S.59).[152] 

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Quellen

[139]  Greyerz, Hans von: Die Schweiz während des Zweiten Weltkrieges; In: Bundesstaat; In: Handbuch der schweizer Geschichte Bd.2, Zürich 1977, S.1211

[140]  Haas, Gaston: Lizentiatsarbeit 1988

[141]  Graf, Christoph: Aspekte; In: Hofer, Walther: Aussenpolitik 1980, S.563-564

[142]  Kriegswirtschaft, S.536; In: Tanner, Jakob: Bundeshaushalt 1986, S.96-97

[143]  Koller, Werner: Die Schweiz 1935-1945. Zürich 1970, S.90,99, 115,118

[144]  Urner, Klaus: Neutralität und Wirtschaftskrieg; In: Bindschedler u.a. (Hg.): Neutralität 1985, S.283

[145]  in: Tanner, Jakob: Bundeshaushalt 1986, S.290

[146]  in: Häsler,  Alfred A.: Boot 1967, S.88

[147]  ebda., S.11

[148]  Kreis, Georg: Abschied vom Holocaust; In: Schweizer Monatshefte, 7.7.1979, S.515

[149]  in: Ludwig, Carl: Flüchtlingspolitik 1957, S.394

[150]  Noll, Peter: Landesverräter 1980, S.43

[151]  Bonjour VII, S.252

[152]  in: Fink, Jürg: Die Schweiz aus der Sicht des Dritten Reiches 1985, S.155

[web01] http://www.geschichteinchronologie.ch/eu/ch/naziDavos-jued-konten-Banken-erben.htm

[web02] Film von Frédéric Gonseth: Mission des Grauens; http://webcache.googleusercontent.com/search?q=cache:_pdEn8qAJQAJ:gmfilms.de/controller/downloader/%3Fid%3Ddatei_264+ärztemission+ukraine&cd=11&hl=de&ct=clnk&gl=ch




Fotoquellen
[1] Abgeschossener Nazi-Flieger in Juchnow (Yukhnov): http://visualrian.com/images/item/549
[2] Massenerschiessung an Juden in Winniza 1941:
http://einestages.spiegel.de/static/entry/_ich_zielte_ruhig_auf_die_saeuglinge/9905/massenerschiessung.html
[3] Massenerschiessung an Juden:
http://www.eastrenfrewshire.gov.uk/holocaust/holocaust_remembrance_2004_-_holocausts/holocaust_remembrance_2004_-_the_nazi_holocaust.htm
[4] Massenerschiessung an Juden: http://thevelvetrocket.com/category/travel/dynamics-of-death-tour/
[5] Massenerschiessung an Juden: http://thevelvetrocket.com/category/travel/dynamics-of-death-tour/
[6] Massenerschiessung an Juden an einer Dorfstrasse:
http://thevelvetrocket.com/category/travel/dynamics-of-death-tour/
[7] Zementwerk am Schollberg bei Trübbach: http://www.voellm.ch/schollberg/typo3/index.php?id=53
[8] Massenerschiessung an Partisanen: http://de.academic.ru/pictures/dewiki/66/1e95618b5045f54c86f4b4d471638fd9.jpg
[9] Bundesrat von Steiger, Portrait: http://www.ahneninfo.com/de/genealogien/steigereduard.htm ;
http://www.ahneninfo.com/de/genealogien/picture/steigereduard.jpg
[10] Karte Genfersee mit Grenzübergängen: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Karte_Genfersee.png?uselang=de


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