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Arabische Kultur in Europa 712-1600.

Musik, Spiel, Gewürze, Speisen, Pflanzen,

Stoffe, Technik und Burgenbau

Jacobus-Statue in
                      Compostela. Jacobus soll der Gegen-Muhammad
                      sein...  Die Burg Castello di Montebello bei
                        Bellinzona mit den arabischen Zinnen [Burg der
                        Eidgenossen zur Besetzung des Tessins]  Tempelritter, Siegel (Wappen:
                      rotes Kreuz auf weissem Grund) 

Safran Der Farbton Safrangelb kommt aus dem
                      arabischen Raum..., Scharlach Die Farbe Scharlachrot kommt aus dem
                      arabischen Raum..., Karmesinrot Die Farbe Karmesinrot kommt aus dem
                      arabischen Raum..., Karminrot Die Farbe Karminrot kommt aus dem arabischen
                      Raum..., Lila Der Farbton Lila kommt aus dem arabischen
                      Raum..., Azurblau Der Farbton Azurblau kommt aus dem arabischen
                      Raum..., Saphirblau Die Farbe Saphirblau kommt aus dem arabischen
                      Raum...

Damaststoff mit Motiv aus dem Mittelalter und
                      der Renaissance in Rot-Weiss mit den Motiven
                      Granatapfel und Ananas  Lima,
                      Distrikt Jesús-María, ein Gitterfenster an der
                      Avenida Canesco mit Arabesken  Pantoffeln stammen aus dem arabischen
                      Raum...  Der
                      Kittel, ein Mantel mit losen Ärmeln, stammt
                      ebenfalls aus dem arabischen Raum...
Arabische Händler entwickeln aus indischen
                      Würfelspielen auf einem Quadratbrett das
                      Schachspiel, hier ein europäisches Schachspiel mit
                      Pferden und Läufern  Die
                      Benutzung von Tauben als Brieftauben stammt auch
                      aus dem arabischen Raum (S.165) und sind vor der
                      Erfindung von Telegraph ("Kabel"),
                      Telefon oder Fax ein wichtiges Informationssystem
                      der Kriegsführung der Oberschicht [67]  Zimtsterne werden u.a. mit arabischen
                      Gewürzen hergestellt...  Doppeladler als Wappentiere stammen aus dem
                      asiatischen Raum und wurden aus dem arabischen
                      Raum in Europa übernommen...

von Michael Palomino (2000 / 2005 / Bebilderung 2009)

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aus: Sigrid Hunke: Kamele auf dem Kaisermantel. Deutsch-arabische Begegnungen seit Karl dem Grossen. Deutsche Verlags-Anstalt GmbH, Stuttgart 1976. ISBN 3 421 01744 1


Zusammenfassung
Das vorliegende Werk zeigt uns, wie die Islam und Kirche sich jeweils als "auserwählt" bezeichnen. Dabei ist der Islam durch die kulturelle Weiterentwicklung der griechischen Wissenschaften sowie Elementen der chinesischen Wissenschaften dem mitteleuropäischen Kulturkreis weit voraus. Aus dieser Bedrohung heraus versuchen die Päpste mit "Kreuzzügen", die Muslime zu bekämpfen, statt von ihnen zu lernen. Kulturvermittler wie Friedrich II. werden zum Teil sogar geächtet. Dabei werden arabische Güter in Europa immer mehr gefragt und setzen sich durch. Es ist erstaunlich, wie armselig Europas Kultur heute wäre, wenn der Kontakt zum Nahen Osten nicht bestanden hätte. Um so schlimmer ist es einzuschätzen, dass von diesem Kulturaustausch in Europa kaum etwas in den Schulen und Medien berichtet wird.

Michael Palomino


Chronologie

Tolerante Sprüche zur Gleichwertigkeit von Religionen

Anfang 6. Jh.
Theoderich "der Grosse", König der Ostgoten: "Die Religion kann ich nicht befehlen, weil niemand gegen seinen Willen zum Glauben gezwungen werden kann." (S.85)

Anfang 7. Jh.
Muhammad: "Es soll kein Zwang sein im Glauben." (S.85)

Preussenkönig [Friedrich II. [79]] meinte: "Ein jeder muss nach seiner Fasson selig werden" (S.85).

um 0
Bau erster arabischer Burgen in Jemen und Hadramaut
Die arabischen Architekten sind die Pioniere im Burgenbau. Schon um das "christliche" Jahr 0 werden Burgen mit bis zu 20-stöckigen, zinnenbekrönten Mauern gebaut (S.123). Bogenschützen können sich hinter den Zinnen verstecken und wirken wie ein Schild (S.124).  Die Mauern sind 3-5 Meter dick (S.123).

Arabische
                Burg in Rustaq in Oman (südöstliche Arabische Halbinsel)
                mit typischen Zinnen und Wachtürmen an den Ecken
Arabische Burg in Rustaq in Oman (südöstliche Arabische Halbinsel) mit typischen Zinnen und Wachtürmen an den Ecken

0?-623
Arabische Stämme: karges Leben und ausgezeichnete Kriegstechnik
Die arabischen Stämme leben als Wüstenritter (S.36) in karger Wüste, leben ohne Schutz der Landschaft und so in dauernder Gefahr.
Dementsprechend wird der (idealisierte und) besungene Charakter des arabischen Reiters:

-- kühn im Kampf
-- hart und treu in der Verfolgung der Blutrachepflicht
-- freigiebig und gastfreundlich "bis zur aufopfernden Hingabe" für den Gast und Freund, auch gegenüber dem Feind

-- selbstlos gegenüber der Sippe und dem Stamm
-- mit Grossmut gegenüber dem geachteten Feind

in Heldenliedern aus der Zeit vor Muhammad so beschrieben (S.31). Die Lieder verherrlichen den "kampfgestählten" Krieger mit immer ritterlichem Geist (S.32), den "edlen Wüstenritter": "Fatah" (S.33).

Die leere
                        Wüstenlandschaft auf der arabischen Halbinsel
                        formt den Charakter der Männer Die leere Wüstenlandschaft auf der arabischen Halbinsel formt den Charakter der Männer. Was will man kulturell erwarten, wenn die Leute im leeren Sand leben?

302?
Römisches Reich: Hinrichtung von Mauritius
Mauritius ist ein Kommandant aus Mauretanien [Nordafrika], der Führer der aus Theben (Ägypten) stammenden Thebäischen Legion (S.108). Nun spinnen sich Legenden um Mauritius:

ab 310 ca.
Römisches Reich: Entstehen der Mauritius-Legenden
Legenden entstehen, z.B. speziell die Einsiedelner Legende, die besagt, Mauritius sei 302 wegen Verweigerung der Christenverfolgung hingerichtet worden (S.108).

410
Westgotische Besetzung Roms unter Alarich
Bei der westgotischen Besetzung Roms wird die Bevölkerung nicht ausgerottet sondern aufgefordert, sich in den Kirchen zu schützen, denn von einer Kirche aus könne keiner in Gefangenschaft geführt werden.

Die christliche Geschichtsschreibung dichtet dem germanischen [als "heidnisch" geltenden] Westgotenheer dann nachträglich Massenmord und Raub an (S.87).

um 500
Erster arabischer Burgenbau in Syrien durch die christlich getauften Ghassaniden
(S.123)

Einflüsse aus Indien in die arabische Kultur: Zahlen und Spiele - Entwicklung des Schachspiels
Die arabischen Händler übernehmen indische Zahlenzeichen und entwickeln aus dem indischen Würfelspiel auf dem Quadratbrett ein eigenes Spiel zweier Heere, das "Schach", ein Schlachtenspiel: 2 Könige, 2 Wesire, 4 Kampftürme, 4 Pferde, 4 Elefanten/arab. al-fil, 16 Mann Fusstruppen. Das Spiel muss bis zur Vernichtung eines Gegners gespielt werden, wobei am Ende der Spruch "besiegt"/asch-schah mat/as-sah mat gesagt werden muss (S.163).

Arabische Händler entwickeln aus
                          indischen Würfelspielen auf einem Quadratbrett
                          das Schachspiel, hier ein europäisches
                          Schachspiel mit Pferden und Läufern
Arabische Händler entwickeln aus indischen Würfelspielen auf einem Quadratbrett das Schachspiel, hier ein europäisches Schachspiel mit Pferden und Läufern

Arabisches Kartenschach, Spielkarten
Arabische Reiter führen ein Kartenschach auf sich, damit sie nicht mit den Figuren und Brettern reiten müssen. Es sind 32 Karten mit Symbolen, die bis heute sinngemäss dieselben geblieben sind:

-- roter Pokal, Symbol der verbindenden Gastfreundschaft
-- schwarzes arabisches Krummschwert, gekreuzte Stäbe
-- Gerichtssymbol
-- eine rote Münze (S.163).

Arabien: Liedkultur
Liebeslieder, Preislieder, Klage- und Spottlieder sind elementares Element der arabischen Lebensweise, einstimmiger, rhythmisch gegliederter Gesang, mit hochentwickelter Verstechnik und Melodieführung, mit pythagoräischer Tonleiter. Gesang und Sängerinnen gehören zu "jedem arabischen Haushalt". Gesang bildet einen eigenen Berufsstand, Hauptausbildungszentrum ist Mekka. Die Gesangskultur ist auch in Persien und Byzanz verbreitet (S.160). Arabische Musiktheorie mit Takt, Rhythmus und Mensuralnotation ist bei al-Kindi bezeugt (S.161).

515
Gründung des Klosters St-Maurice im Rhonetal
durch den König von Burgund in Anlehnung an Mauritius von Ägypten (siehe Jahr 302). Das Kloster wird Krönungsstätte der Burgunderkönige (S.108-109).

ab 7./8. Jh.
Befestigung des Kalifenreichs mit Steinburgen als Festungslinie
Das Kalifenreich befestigt die Grenze mit arabischen in Sichtweite positionierten Steinburgen rings um das Mittelmeer, nach byzantinischem Muster und für die eigenen Zwecke angepasst.

Die Burgen sind alle nach demselben Muster gebaut:

-- quadratisches Fundament
-- meterdicke, dreistöckige, völlig glatte Mauern
-- 4 Ecktürme, der Turm rechts vom Eingang als Signalturm höher als die drei anderen (S.122).

Besatzung: je  ca. 50 Ritter, alle Fenster der Räume gehen zum Innenhof, einsames, enthaltsames Leben, Koranunterricht (S.122).

Raumverteilung:
-- mit grossem Gebets- und Versammlungssaal mit Gebetsnische, die nach Mekka weist
-- mit Pilgerherberge, Krankenpflege, Moschee-Saal/"Ort-des-sich-Niederwerfens" als Quersaal zur Gebetsnische
-- im Erdgeschoss mit Bibliothek, Waffenkammer, Vorratskammer und Pferdeställen (S.122).

Karte des Kalifats
                        (dunkelrot: bis 634, rosa: bis 656, rosa Rand:
                        bis 750): Die Grenzen wurden systematisch mit
                        arabischen Burgen befestigt Karte des Kalifats (dunkelrot: bis 634, rosa: bis 656, rosa Rand: bis 750): Die Grenzen wurden systematisch mit arabischen Burgen befestigt.

Erhaltene arabische Burgen
-- Ribat [Festung] von Sousse in Ifriqiya
-- Ribat [Festung] von Monastir
-- In Resten erhaltene arabische Burg: Burg von Houmt Souk auf Djerba/Dscherba, die bereits verschobene Toreingänge hat (S.124).

Die Festung (arab.:
                        "Ribat") in Sousse in Ifriqiya,
                        Beispiel einer grossen, arabischen Burg
Die Festung (arab.: "Ribat") in Sousse in Ifriqiya, Beispiel einer grossen, arabischen Burg
Die Festung (arab.:
                        "Ribat") von Monastir, ein weiteres
                        Beispiel einer grossen, arabischen Burg
Die Festung (arab.: "Ribat") von Monastir, ein weiteres Beispiel einer grossen, arabischen Burg

ab 610
Muhammad übernimmt den "edlen Wüstenritter" für seinen Kampf
Das Bild der "edlen Wüstenritter" der arabischen Stämme bleibt erhalten und wird Leitbild der islamischen Männerbünde (S.33).

622
Muhammads Islam und gihad/Dschihad
Aus den Wüstenrittern werden Glaubenskämpfer und arabische Ordensritter (S.36).

Ein entscheidender Punkt für die lange Existenz eines arabischen Grossreichs ist die Anweisung von Muhammad, vom Gegner zu lernen, und die Wissenschaften zu unterstützen, z.B. mit dem Hinweis, dass Allah für jede Krankheit auch ein Heilmittel habe [16].

"Heilige Fahnen"
Die "Heilige Fahne" ist fortan die "grüne Fahne des Propheten". Die Fahne wird während der Schlacht gehisst, um den Sieg zu unterstützen (S.131).

[Die persischen Heere haben mit ihren Elefanten gegen die wendige Reiterei der Araber keine Chance, und die Siege gegen die Perser und Inder werden zum Teil leicht errungen].

Besetzungen unter Muhammad mit Toleranzanweisung
Alle Glaubensgemeinschaften sollen so belassen werden wie sie sind,

plus: Für muslimische Ritter gilt die Vorschrift, den ansässigen Glaubensgruppen Sicherheit, Recht und Schutz zu geben

plus: von den anderen Glaubensgruppen sollen niedrigere Steuern als bisher verlangt werden

plus: keine Zwangsmission (S.85).

Der Übertritt zum Islam soll eher verhindert als gefördert werden
[wegen den Steuereinnahmen für das Kalifenreich, denn die Andersgläubigen zahlen ja mehr Steuern].

Die neue, bisher unbekannte Toleranz wird von den ansässigen Glaubensgruppen als Wohltat empfunden, z.B. von den Nestorianern (S.86).

ab 633 ca.
Arabische Halbinsel: alljährlicher Dschihad
Muhammad hat den arabischen Stämmen den alljährlichen "heiligen Krieg" aufgetragen. Jedes Jahr führen arabische Stämme Raubzüge gegen ihre Nachbarn durch (S.20).

ab 650
Arabische Halbinsel/Nordafrika: islamischer Umsturz am Mittelmeer
Das "Arabertum" schafft im Vorderen Orient und in Nordafrika sowie im Mittelmeerraum eine völlig neue politische Lage:

-- die alte Mittelmeerwelt der Antike und des Römischen Reiches zerbricht vollends [Griechisch und Latein werden als Leitsprachen durch Arabisch abgelöst]
-- der Schwerpunkt der europäischen Intelligenz zieht  sich nach Germanien und Franken zurück, womit der Schwerpunkt des Abendlandes diesseits der Alpen zu liegen kommt (S.9).

ab 650 ca.
Erster arabischer Zuckerrohranbau in Palästina
(S.112)

8. Jh. / ab 700 ca.
Die arabische Welt übernimmt von China die Papierherstellung - Buchproduktion und Begründung einer planmässigen Erziehung - Übersetzungen
(S.113)

[Die Papierherstellung ist ein entscheidender Vorteil der arabischen Welt gegenüber dem arroganten und rassistischen "Christentum", wie man folgendem Text entnehmen kann]:

Die Chinesen, die das Papier zuerst erfunden hatten, konnten das Wissen nicht für sich behalten. Chinesische Papierfabrikanten wurden von arabischen Kräften gefangengehalten und gezwungen, das Rezept zur Papierherstellung preiszugeben. In Bagdad wurde sodann eine Papiermühle installiert [16], bald auch in Damaskus, in Kairo und im gesamten Nordafrika bis an den westlichsten Zipfel [17]. Das Papier ersetzte schnell die bisherigen Schreibunterlagen wie Pergament und Papyrus. Die Entwicklung der Papierproduktion war ein entscheidender Punkt für die Produktion von Büchern und der Begründung einer planmässigen Erziehung als Basis der langen Herrschaft des arabischen Grossreichs. Die aktive Übersetzertätigkeit von Werken aus anderen Sprachen in die "Einheitssprache" Arabisch war ein weiterer entscheidender Punkt für die lange Dominanz, in Kombination mit den muslimischen Universitäten [16].

Papier schöpfen, chinesische
                          Federzeichnung vergrössernPapier schöpfen, chinesische Federzeichnung. Chinesische Papierfabrikanten wurden gefangengenommen und zur Herausgabe des Wissens zur Papierfabrikation erpresst.

Damaskus und Bagdad: Brieftaubensystem
Die Kalifenreiche haben ein Brieftaubensystem, das das ganze Kalifenreich umspannt (S.165).

Vorderer Orient: Golddenar und Silberdenar
Kalif Abd al-Malik führt Gold- und Silberdenar als allgemein islamische Währung ein (S.116).
Golddenarproduktion mit Gold aus nubischen Goldminen (S.115-116), den sogenannten "Mancus"/manqush
Silberdenarproduktion aus Silberminen Westturkestans.

Gold- und Silberdenar werden Leitwährung des Welthandels (S.116).

Schwerpunktverlagerung der christlichen Welt vom Mittelmeer hinter die Alpen
Die neuen geistigen Zentren befinden sich am Rhein und an der Seine. Die Selbstisolierung und einschneidende politisch-kulturelle und wirtschaftliche Wandlungen sind die Folge, die im Gesamten ein ökonomischer Rückschritt sind. Die Kirche kommt aber gegen das muslimische Prestige nicht an (S.29).

711
Spanien: Übersetzen arabisch-berberischer Heere unter Feldherr Tarek - "moros"
Sie werden von den Westgoten und der spanischen Bevölkerung pauschal als "moros"/Mauren bezeichnet, wovon sich später im Deutschen das Wort "Mohr" für Schwarzen ableitet, obwohl die "moros" auch weisse Nordafrikaner waren (S.110).

712
Spanien: Arabische Machtübernahme im westgotischen Toledo
und Beginn einer neuen Blütezeit durch die arabischen Kulturberührung in Zivilisation, Wirtschaft, Landwirtschaft, Wissenschaft, Dichtkunst, Musik, was in Europa alles fehlt (S.20).
Einführen des Elefantenzahns als Jagdhorn (S.21).

Muslimische Besetzung der indischen Provinz Sind bis zum Indus
(S.163)

ab 712
Beginn der arabischen Mittelmeerblockade
Die Mittelmeerschifffahrt von Byzanz, Italien und Burgund wird durch arabische Piraten, Inselbesetzungen  und an der Küste Nordafrikas durch muslimische Herrschaft Schritt für Schritt vollends blockiert (S.115).

[Die arabischen Seeräuberfahrten lassen den europäischen Handel am Mittelmeer fast ganz zusammenbrechen, vor allem nach der arabischen Besetzung Siziliens, Sardiniens und Korsikas [1].]

Die Kirche lehnt "heilige Kriege" ab, Vorwürfe gegen den Islam

Die "christliche" Kirche erhebt Vorwürfe gegen den Islam:
-- die arabischen Ritter führen einen "heiligen Krieg"
-- die arabischen Ritter verbinden Askese mit Mord
-- die arabischen Ritter verbinden Leibliches mit Geistigem
-- die arabischen Ritter können die irdische Welt von der göttlichen Welt nicht trennen.

Das muslimische Kriegsprogramm des "heiligen Kriegs" / Dschihad trennt die irdische Welt von der göttlichen Welt nie, denn Kriegseifer und Mord sind Zeichen des Glaubensernstes (S.42).

[Die Muslime mit ihrer schnellen und wendigen Reiterei befinden sich im Siegeswahn, und die "christlichen" Heere müssen eine ebensolche Reiterei aufbauen, um dagegen Widerstand zu leisten].

Spanien/Toledo: Der spanisch-maurische islamische Ritter wird zum Vorbild für die christliche Rüstung
In Europa grenzen sich die Reiter aber nicht vom Volk ab ausser in Frankreich, wo eine "chevallerie" bald erblich und adlig wird.

In Deutschland sind alle Reitenden am Kampf auf dem Pferd beteiligt, vom Dienstmann bis zum Kaiser selbst (S.36).

ab 712
Arabische Kulturvermittlung in Spanien

Anbau von Zuckerrohr in Spanien

(S.112)

Arabische Musikinstrumente in Spanien: Laute, Gitarre, Halsgeige
-- Laute/al-'ud/Holz
-- Gitarre/Chitarrone, mit Adlerfeder angerissen oder gezupft
-- Rebec/Rabab/Halsgeige mit ein oder zwei Saiten (S.162).

Arabische
              Musikgruppe, u.a. mit Geige und Laute
Arabische Musikgruppe, u.a. mit Geige und Laute

Musikeinfluss von Andalusien nach Südfrankreich - Vorbild für Liedformen
Die arabische Kunst- und Volksmusik wird von Andalusien aus an nordspanische, provençalische und aquitanische Höfe getragen und wird Vorbild für die strophischen Liedformen Rondeau, Virelai, Ballade und Madrigal (S.161). die arabische Musik hat Einfluss auf Europa zuerst in der Provence und in Franken, dann bis in die deutschen Gebiete hinein (S.160). Arabische Tänze mit Begleitmusik bestimmen die Szene an den neuen muslimischen Höfen, mit Fidel und Tamburin, das Lieblingsinstrument arabischer Frauen, sowie mit der Naqqara, der Kesseltrommel (S.162).

Schachspiel auch in Spanien
Der Wesier [die Figur des "Rats", später die "Dame" [2]] wird zum "fierce" [latinisiertes Wort für Wesier] (S.163).

720
Spanien: Kämpfe fränkischer Truppen gegen muslimische Besetzungen in Aquitanien in der Provence und in Spanien
Aquitanien: Abwehr eines arabischen Einfalls in Gallien durch Herzog Eudos Truppen. Narbonne wird arabisch besetzt (S.20).

ab 720
Kriege der unter sich uneinigen christlichen Königreiche gegen muslimische Staaten
(S.29)
-- mit Allianzen quer durch die oberen Schichten
-- mit Lernprozessen und Steigerung der Waffen- und Belagerungstechniken
-- mit Übernahme kultureller, arabischer Werte (S.30).

732
Muslimisch-fränkische Schlacht zwischen Tours und Poitiers

endet unentschieden. Der arabische Befehlshaber fällt, und in der Nacht verlassen die arabischen Truppen ihre Stellungen, ohne dass es die fränkischen Truppen bemerken, die am Tag darauf das leere, verschanzte Lager vorfinden (S.19-20).

ab 732
Christliche Geschichtsschreibung: Die  "Schlacht" zwischen Tours und Poitiers wird zum christlichen Heldentum emporstilisiert
Christliche Historiker berichten von arabischen Einfällen als "mordende und brennende Horde". Immer wieder wird behauptet, christliche Truppen unter Karl Martell hätten 375.000 Araber erschlagen und die europäische Kultur vor der arabischen "Zwingherrschaft" gerettet (S.19).

Die christlichen Historiker müssen die Zahl der arabischen Gefallenen beträchtlich übertrieben haben, wenn der Rest der arabischen Truppen sich lautlos aus dem Staub gemacht haben soll. Der belgische Historiker Henri Pirenne vermutet, dass die fränkischen Truppen eine zu der Zeit "normale" Plünderung verhindert haben.

Zudem war Karl Martell kirchlich verdammt und Karl Martell wird in zeitgenössischen Quellen nie als "Retter der Kultur des Abendlandes" erwähnt (S.20).

Karte mit Tours und
                        Poitiers in Mittelfrankreich
Karte mit Tours und Poitiers in Mittelfrankreich
x
Das
                          Ölbild (1837) von Karl von Steuben von der
                          angeblichen grossen Schlacht von Tours und
                          Poitiers scheint nicht der Wahrheit zu
                          entsprechen, wenn man der Beweislage gemäss
                          Historiker Henri Pirenne folgt
Das Ölbild (1837) von Karl von Steuben von der angeblichen grossen Schlacht von Tours und Poitiers scheint nicht der Wahrheit zu entsprechen, wenn man der Beweislage gemäss Historiker Henri Pirenne folgt. Das Bild scheint eine falsche Phantasie.

ab 732 ca.
Araber beherrschen Teile Aquitaniens, die Provence sowie die Westalpen
Truppen Karl Martells belagern mehrfach vergeblich die arabisch beherrschten Städte Nîmes und Narbonne. Es erfolgen durch die Dschihad-Pflicht auch alljährliche Kämpfe im Rhonetal (S.20).

um 750
Byzanz führt die "heilige Fahne" ein
Die "heilige Fahne" der "Christen" muss bei Schlachtbeginn jeweils abgebunden werden, um nicht entweiht zu werden (S.131).

Zeit Pippins und Karls "des Grossen"/760-810 ca.
Hilferuf Roms an Franken um fränkischen Schutz gegen Muslime
Die Kirche in Rom fleht darum, dass das Königtum die Kirche verteidige. Die Könige werden zur militärischen Macht im Namen der Kirche (S.50).

ab 760
Mesopotamien: Basra wird zweites arabisches Gesangszentrum
Ab der Abbasidenzeit wird Basra neben Mekka zweites Zentrum des arabischen Gesangs und steht auch mit Sevilla in Konkurrenz (S.160).

777
Spanien-Frankreich: Muslimischer Hilferuf an Karl "den Grossen" gegen das Emirat Córdoba
Berichte behaupten: Der ehemalige Statthalter von Saragossa, Sulaiman al-Arabi, trifft mit einem kleinen Gefolge, darunter der ehemalige Statthalter von Córdoba, Jussuf al-Fickri,  bei Karl "dem Grossen" in Paderborn ein. Beide bitten Karl "den Grossen" um Hilfe gegen den neuen Umayya-Abkömmling der in Córdoba die Macht an sich gerissen hat (S.19).

[Es gibt bis heute keine archäologischen Beweise für "Karl den Grossen"].

778
Spanien-Frankenreich: Karl "der Grosse" restituiert Muslime in Spanien
Berichte behaupten: Karl "der Grosse" zieht mit seinen Truppen nach Spanien, Plünderung des baskisch-christlichen Pamplona, restituiert mit einem Heer bis auf Saragossa die vertriebenen muslimischen Statthalter. Belagerung von Saragossa (S.20).

[Gemäss neuesten Forschungen hat es "Karl den Grossen" nie gegeben. Es fehlen jegliche Funde bzw. archäologischen Beweise. Eine monopolistische Mönchsclique soll 298 Jahre der "christlichen Geschichtsschreibung" erfunden haben. Damit würde Mohammed 298 Jahre früher stattgefunden haben, was im Anschluss an die Bibelschreibung logisch erscheinen würde].

"Rolandslied" in Nordfrankreich
beschreibt den Kampf der Nachhut Karls "des Grossen" von 778 mit den Basken als christliches "Heldenepos" gegen die Muslime (S.87).

ab 780
Erste Spitzbogenarchitektur in Palästina
Unter Wesir Harun in Bagdad wird die ganze Verteidigungslinie südlich des Taurus neu organisiert und erste Spitzbogenarchitektur verwendet, so beim Bau der Zisterne von Ramleh bei Jaffa (S.126).

786
Bagdad: Kalif Harun ar-Raschid
Der Kalif von Bagdad regiert ein Vielvölkerreich vom Oxus/Amudarja bis zum Atlantik (S.21).

787
Germanien/Sachsen: Sächsischer Vorstoss bis an den Rhein
Sächsische Heere benutzen die Abwesenheit von Karl "dem Grossen" zum Vorstoss bis zum Rhein. Karl "der Grosse" muss die Belagerung von Saragossa aufgeben und abziehen. Die Nachhut unter Graf Ruotland von der Bretagne wird von Basken oder Waskoniern überfallen als Rache für die Plünderung von Pamplona von 778 (S.21).

ab 790 ca.
Spanien/Córdoba: Dauernde jährliche Überfälle auf Aquitanien im Namen des gihad/Dschihad
(S.22)

799 ca.
Aufstände in Ifriqiya: Statthalter Ibrahim b. Aghlab kann einen Aufstand niederschlagen
(S.21)

800
Ifriqiya: Statthalter Ibrahim b. Aghlab erhält Ifriqiya vom Kalifen zum erblichen Lehen
gegen jährlichen Tribut. Er baut die neue Residenz Abbassija (S.21).

Frankreich-Ifriqiya: Begründung von Zusammenarbeit gegen Córdoba
Berichte behaupten: Karl "der Grosse" erbittet durch Gesandte in Kairuan um die Überreste des ehemaligen Bischof Cyprianus. Der Grund ist vorgeschoben. Statthalter Ibrahim b. Aghlab empfängt die Gesandten, die die Möglichkeiten von politischer Zusammenarbeit gegen die jährlichen Überfälle das Emirats Córdoba erkunden sollen (S.21).

[Es ist historisch nicht gesichert, dass es Karl "den Grossen" gegeben hat, siehe: Karl der Grosse gelogen].

um 800
Europa: Holz-Erd-Wälle
Im Reich von Karl "dem Grossen" werden Reste römischer Bauten und Kastelle als fremd empfunden. Es existieren nur Holz-Erde-Wälle germanischer Fluchtburgen (S.121).

ab 800
Europa: Befestigte Höfe und Handel über Land zwischen arabischen Gebieten und Europa
Normanneneinfälle im Reich Karls "des Grossen" führen zum Anlegen befestigter Höfe innerhalb der Fluchtburgen und zur Umzäunung befestigter Wohnsitze mit Holzpalisaden, Wassergräben oder Wällen auf künstlichen Erdhügeln oder Bergkuppen (S.121).

Es beginnt nun ein bescheidener Handel zwischen Deutschland und Arabien auf dem Landweg. Gleichzeitig exportiert Deutschlands Industrie an die Basare von Bagdad flandrische oder friesische Tuche, deutsche Waffen, fränkische Schwerter, Honig und Zinn (S.115).

Bildung muslimischer Ritterorden in den Eroberungsgebieten: die "Murabitun"
Die muslimischen Ritterorden ("Murabitun") halten Wache auf Grenzburgen/"ribat", gegen die "Ungläubigen", um das "Haus des Islam"/dar al-islam zu verteidigen (S.34), auf hohen, turmbewehrten Steinburgen (S.35)

-- die "Murabitun" widmen sich lebenslang dem Waffendienst gegen die "Ungläubigen", dies gilt als die vornehmste religiöse Verpflichtung eines Muslim (!)

-- die "Murabitun" müssen das Gelübde auf den Dschihad ablegen
-- die "Murabitun" müssen das Gelübde auf die Verteidigung der umma ablegen
-- die "Murabitun" müssen das Gelübde auf die Gemeinschaft der Gläubigen ablegen

-- pflegt asketische Zurückgezogenheit und religiöse Übungen
-- pflegt Toleranz und Hilfsbereitschaft, ritterlichen Grossmut, Einstehen für Ordensgefährten (S.36).

[Alles in allem ist die Lebenshaltung des muslimischen Ritterkriegers sehr antagonistisch, fast schizoid, weil er vom Mitmenschen Kontakt fordert und ihn doch bekämpft].

Organisation der "Murabitun"/Ritterkrieger
-- straffe Organisation und Disziplin
-- Krankenpflege
-- Beherbergung von Mekka-Pilgern
-- nach der Ausmusterung wird der Ritterkrieger als Koranlehrer angestellt (S.36).

In Gefahrenzeiten bekommen die Grenzfestungen Verstärkung durch die Bevölkerung, Handwerker, Kaufleute, Bauern oder Futuwwa-Bünde, manchmal kommt es zu Einmischungen in die Innenpolitik (S.36).

Ausbau der arabischen Burgen mit Mitteltürmen an den Seitenwänden
Zu den vier Ecktürmen kommen vier halbrunde Mauertürme in der Mitte der Mauern hinzu, die das Überwachen und Bestreichen der Zwischenmauern erlauben (S.122), so dass eine totale Rundumverteidigung gesichert ist (S.124).

Nordspanien: christliches Heiligtum Compostela - Beginn des europäischen Rittertums
Die Kirche in Spanien schafft sich mit dem "Heiligen Jakob" von Compostela einen Gegen-Muhammad (S.39).

Die Cluny-Krieger/"Cluniazenser" mit ihren Klöstern entlang der Pilgerstrasse nach Santiago de Compostela können auf diese Art und Weise die Kriegserfahrung mit den Muslimen ins Innere des Frankenreiches weitervermitteln (S.38).

Es kommt zur stufenweisen Ausbildung des europäischen Rittertums am Vorbild der arabischen Kampftechnik durch Kämpfe an spanischen und italienischen Fronten (S.47).

Karte der
                        "heiligen" Jakobuswege. Die
                        Jakobuswege dienen als Botenstrecken
Karte der "heiligen" Jakobuswege. Die Jakobuswege dienen als Botenstrecken
Jacobus-Statue in
                        Compostela. Jacobus soll der Gegen-Muhammad
                        sein...
Jacobus-Statue in Compostela. Jacobus soll der Gegen-Muhammad sein...

813-840
Franken: König Ludwig "der Fromme"
Seine Heere kämpfen regelmässig gegen die jährlichen Dschihad-Überfälle in Aquitanien gegen arabisch-umayyadische Reitertruppen (S.22).

820?
Friedensschluss zwischen Franken und dem Emirat Córdoba
Der Frieden wird mit dem Sohn des Umayyaden-Emirs Abd ar-Rachman geschlossen, Emir Hakam I. Alle Überfälle auf Franken werden eingestellt (S.22).

[Aber woanders wird weiter muslimische Aggression verübt]:

827
Arabische Herrschaft auf Sizilien
(S.31)

Erster arabischer Burgenbau auf Sizilien
durch die Besetzung der Aghlabiden aus Ifriqiya (S.125).

830 ca.
Provence-Westalpen: Fränkische Siege
und Vertreibung der arabischen Herrschaften aus Teilen Südfrankreichs (S.20).

ab 831
Arabisch-ifriqinische Besetzung von Palermo - Beginn mit Zuckerrohranbau auf Sizilien
(S.112)

Mitte 9. Jh.
Vereinheitlichung des arabischen Heeres gund/Dschund unter Kalif al-Mertawakkil - normannische Kopie

Im arabischen Heer werden normannische Elemente übernommen:

-- Vereinheitlichung des Heeres
-- spitzer Helm
-- Kettenpanzeranzug.
-- das arabische Heer besteht aus Sklaven, Türken und Turkmenen (S.129).

Auch die Normannen kopieren von der arabischen Seite die Ausrüstung [siehe Mitte 9. Jh.] (S.129).

ab 871
Bagdad: Einführen des Lehenssystems für türkische Söldner
Bagdad kopiert das persisch-sassanidische Lehenswesen und wendet es zugunsten türkischer Söldner an (S.33).

Ende 9. Jh.
Córdoba: Erfindung des ersten Flugzeugs sowie des ersten Kristallglases
Der Araber Ibn Firnas erfindet in Córdoba das erste Flugzeug [Flugapparat, bestehend aus grossen Flügeln [3]] sowie das erste Kristallglas. Córdoba wird zum Zentrum der Kristallglasindustrie (S.114).

Anfang 10. Jh.
Einfluss der Araber über den Balkan bis ins schweizerische Engadin
Der arabische Einfluss bis ins Engadin ist u.a. am Familiennamen Saraz und an Orts- und Flurnamen noch erkenntlich wie Pontresina, Pons saracena, Aina/"die Quelle" (S.112).

ab 900 ca.
Byzanz: "heiliger Krieg"
Die byzantinische Kirche lässt die Verbindung zwischen Kirche und Krieg im "heiligen Kampf" zu und verehrt ihre heiligen Kämpfer wie Mauritius, Sebastian und den Palästinenser Georg, der in Ramla begraben liegt (S.39).

Normannenvorstösse gegen die muslimischen Staaten am Mittelmeer
Die normannischen Heere können sich nun [durch die Kopie von arabischen Kriegstechniken] zum Teil erfolgreich gegen die arabische Kriegstechnik durchsetzen (S.31).

Spanienkreuzzüge aller europäischen Nationen
Die europäischen Heere werden auf der iberischen Halbinsel immer mit der neusten arabischen Kriegsfabrikation konfrontiert, die der europäischen jeweils überlegen ist (S.127).

Aushöhlung des arabischen Burgennetzes v.a. durch Byzanz
Im Kampf v.a. mit Byzanz werden arabische Burgen oft geschliffen, so dass der Zusammenhang der Kette verloren geht, wie Geschichtsschreiber Leon Diakonos berichtet. Gewisse Burgen werden aber bis zur Uneinnehmbarkeit ausgebaut (S.122).

Christliche "Ritterlichkeit" stammt von arabischen Idealen ab, nicht von der Kirche oder Mönchstum

-- die Behauptung einer Symbiose von "weltlichem" Rittertum und Mönchstum ist eine Lüge, denn das Ordensrittertum hat mit dem Mönchstum nichts zu tun

-- die Kirche lehnte das Kriegshandwerk bis um 1000 grundsätzlich ab: Augustin behauptet die Kirche als das "Gottesreich" und den Staat als das "Teufelsreich", die Grenzen der beiden Reiche dürfe niemand überschreiten

-- wer im Gottesreich wohnt, soll mit dem Gebet kämpfen
-- wer im Teufelsreich wohnt, soll mit der Waffe gegen "das Böse" kämpfen, hat aber gleichsam für sein Töten mit Strafe zu rechnen

-- das Leben eines Kriegers gilt als der Inbegriff der "sündigen Gottferne" und als "Gefährdung des Seelenheils"

-- Bestrafungen für Krieger sind in Bussbüchern festgelegt, auch wenn der Kampf der Verteidigung dient: Busszeiten sind 40 Tage bis ein Jahr (S.37).

Arabische Musikkultur: Arabische Mandola, Mandoline
verbreitet sich über Italien nach Europa (S.162).

Mandolinen
              sind arabischen Ursprungs, und noch viel mehr Instrumente
              sind arabischen Ursprungs...
Mandolinen sind arabischen Ursprungs, und noch viel mehr Instrumente sind arabischen Ursprungs...

937
Gründung eines zweiten Klosters St. Mauritius bei Magdeburg
durch Kaiser Otto I., angeregt durch die Beziehungen zu Burgund. Otto I. lässt die Gebeine des "heiligen Mauritius" nach Magdeburg überführen und erklärt ihn zum Schutzpatron Magdeburgs, am Ende gar zum Schutzpatron des ganzen deutschen Kaiserreichs (S.109).

ab 955
Die Handelswege zwischen Deutschland und Arabien werden sicherer nach dem Sieg auf dem Lechfeld
Otto "der Grosse" wehrt auf dem Lechfeld den asiatischen Völkersturm der Ungarn ab, so dass die Handelswege nach dem Vorderen Orient sicherer werden (S.116).

Deutschland erhält auf dem Landweg Pfeffer, Ingwer, Lenken, Spikanarde [eine Baldrian-Art [4]], Costus- und Galgantwurzel u.a. (S.115). Dabei werden aber kaum arabische Münzen verwendet, die in Deutschland unlesbar sind, so dass die arabischen Münzen (Golddenar, Silberdenar) sich bei Juden und Geldwechslern anhäufen (S.116).

959
Das Kalifat Córdoba wird zur geistigen Gefahr für die Römische Kirche - unterentwickeltes Mitteleuropa

Karte des Kalifats von Córdoba um 950
vergrössernKarte des Kalifats von Córdoba um 950

Gesandte von König Otto I. halten sich zur Wissensvermittlung  bei Kalif Abd ar-Rachman III. von Córdoba [arab. Qurtuba [5]] auf, zum Beispiel die Mönche Johannes von Görtz und Garamannus (S.24). Sie bleiben über zwei Jahre und erleben Córdoba als ein riesiges kalifales Zentrum:

-- 500.000 Einwohner
-- 600 Moscheen
-- 300 Bäder
-- 17 höhere Lehranstalten und Hochschulen mit Fakultäten der Medizin, Mathematik, Religion u.a.
-- 20 öffentliche Bibliotheken

-- mit Freiheit für Christen, mit Christen in höchsten Staatsämtern, mit bestausgerüsteter und bestdisziplinierter Kriegsmacht

-- mit Laternenbeleuchtung
-- mit Wandmalereien und leuchtenden Teppichen und mit Brunnen geschmücktem Kalifenpalast.

Córdoba ist ein Ort hochkultivierter Sinnlichkeit und Geistigkeit (S.25).

Die europäische Zivilisation der Zeit nördlich der Pyrenäen ist unterentwickelt:
-- europäische Städte haben höchstens 5000 Einwohner, weder Spitäler noch Schulen
-- Bücher sind so selten, dass sie in Klöstern angekettet sind
-- ungepflasterte Strassen (S.25).

Die kriminelle Kirchenpropaganda gegen Córdoba

Córdoba wird für die Kirche in Rom zu einer ersten Gefahr. Die Kirche beginnt, den Einflüssen Córdobas einen geistigen "Eisernen Vorhang" entgegenzustellen

-- mit Kirchenpropaganda
-- mit neuen Büchern, die von den Klöstern monopolisiert sind
-- mit neuer "Geschichtsschreibung" und "Berichterstattung", die ganz in den Händen der Geistlichkeit liegt (S.28).

In der Folge
-- werden Muslime und Nicht-Christen allgemein zu Teufeln und Teufelsanbetern definiert
-- etabliert die Kirche eine Greuelpropaganda, dass nicht einmal der Atheist, sondern der Gläubige der "anderen Lehre" der Todfeind sei
-- Muhammad und die Muslime werden planmässig dämonisiert, was Fanatismus und Hass schürt (S.28).

ab 969
Wechsel des Kalifats von Ifriqiya nach Fustat/Kairo: die arabische Macht im westlichen Mittelmeer nimmt ab
Mit dem Wechsel nach Fustat/Kairo nimmt der Druck der arabischen Seeräuber auf das Mittelmeer ab, da sich das Kalifenzentrum von Ifriqiya nach Fustat verlagert. Die westliche Hälfte des Mittelmeers ist für die arabische Seeräuberei kaum noch erreichbar, so dass sich die italienische und burgundische Schifffahrt wieder entwickeln können (S.116).

In der Folge versuchen die italienischen Seefahrermächte, vor allem Pisa und Genua, die Araber auf Sardinien und Korsika zu vertreiben und können neben Venedig und Amalfi einen eigenen Seehandel mit Byzanz und der Levante aufbauen. Sie etablieren den Handel mit arabischen und indischen Produkten in Europa (S.116).

975
Araber räumen letzten Stützpunkt in der Provence, La Garde-Freinet
(S.139)

ab 980 ca.
Arabische Rechenkunst, Handelsmethoden, Transportsysteme in Europa
Italiens Kaufleute kopieren arabischen Rechenkunst und Buchführung sowie die Methoden der Preis- und Gewichtsüberwachung. Ebenso übernehmen sie arabische Handels- und Geschäftsmethoden mit den dazugehörigen Fachausdrücken, die nach Europa und Deutschland gelangen:

Baracke, Magazin, Mohatra [Leihvertrag [6]], Risiko, Scheck, Sensal [Kursmakler [7]], Tara, Sterling [von "easterling", also: Ostmünze [8]], Tarif, Trafik, Zechine, Aval [frühe Bezeichnung für Wechselbürgschaft [9]], Arsenal, Admiral, Dragoman [Dolmetscher [10]], Felucke (Küstenfahrzeug), Havarie, Kabel, kalfatern [Fugenabdichtung bei Schiffswänden [11]], Korvette, Klaubautermann, Karawan [auch: Caravan, von Persisch: karvan, Reisegruppe [12]], Fonduk [it. fondaco, arab. funduq, Magazin, Unterkunft, Herberge [13]] (S.117).

Ende 10. Jh./990 ca.
Deutsches Reich: Erste Steinbauten
In Mitteleuropa lösen erst jetzt die ersten Steinbauten die Holzbefestigungen ab. Steinhäuser bleiben aber selten, vorerst nur bei königlichen Bauten wie Pfalzen, Klöstern und Kirchen (S.121).

Ende 10./Anfang 11. Jh.
Spanien: nochmalige muslimische Expansion bis zu den Pyrenäen
Feldherr al-Mansur von Córdoba weitet das muslimische Herrschaftsgebiet in 52 Feldzügen erneut bis an die Pyrenäen aus. Dadurch werden die christlichen Heere zur Übernahme muslimischer Kriegstechnik gezwungen. Entscheidende Anregungen des arabischen "Kriegertums" gehen in das nordspanische und gesamteuropäische christliche Kriegswesen über (S.30).

plus: Die neuen muslimischen Besetzungen provozieren eine Polarisierung in Europa gegen den Islam, eine Solidarität europäischer Ritterheere, die sich bei den Pyrenäen versammeln (S.31).

plus: Entwicklung des "germanischen Ritters" und des "Rittertums" als idealisierte Institution aus der arabischen Kriegstechnik heraus (S.31).

11. Jh.
Arabische Erfindungen - kirchliche Verbote und Verfolgung bis zur Todesstrafe
Arabische Erfindungen sind z.B. Uhren, Messgeräte, Hebegeräte und Energiespender, Linsen für Fernrohre und (S.174) andere optische, astronomische und medizinische Instrumente und Geräte (S.175).

Die Kirche beginnt nun, Forschung mit arabischen Grundlagen zu verbieten und lässt Forscher deswegen in den Kerker werfen oder sogar mit dem Tod bestrafen. Die Kirche beginnt ihre Weltzensur gegen die überlegene islamische Lebensweise und technische Entwicklung (S.175).

Araber bringen den [magnetischen] Kompass
mittels einer chinesischen Magnetnadel (S.117).

bzw. die Chinesen haben vor 2000 Jahren den Kompass erfunden, und die Araber führen den Kompass in Europa ein [13].

Der Kompass wurde in
                        China erfunden und von den Arabern in Europa
                        eingeführt. Der Kompass wurde in China erfunden und von den Arabern in Europa eingeführt [13].

Andere Webseiten geben an, dass der chinesische Kompass nach Süden zeigte, und dass es sich beim europäischen Kompass um eine eigene Entwicklung handelte, wobei im "christlichen" Raum der Kompass 100 Jahre früher nachweisbar ist als im arabischen Raum [14].

[Es kommt ja immer darauf an, welche Quellen man in die Untersuchungen miteinbezieht...]

ab 11. Jh.
Christliche Heere: Beginn des Fahnenkults
Die "heiligen Fahnen" werden bei Schlachtbeginn angebunden, jeder Speer bekommt seine eigene Fahne, damit der Ritter erkennbar bleibt, der unerkennbar in der Rüstung steckt (S.131).

Ritter in Rüstung
                        auf einem Pferd, unerkenntlich und nur an der
                        Ausrüstung erkennbar, und jeder Speer bekam
                        seine eigene Fahne. So begründete sich der
                        Fahnenkult. Ritter in Rüstung auf einem Pferd, unerkenntlich und nur an der Ausrüstung erkennbar, und jeder Speer bekam seine eigene Fahne. So begründete sich der Fahnenkult.

ab 1000 ca.
Aufrüstung in Europa gegen die islamischen Ritter

Frankreich: Die Rom-Kirche ruft selbst zu den Waffen auf

Die [rassistische] Rom-Kirche fühlt sich von allen Seiten bedroht und ruft nun zu den Waffen. Die Bedrohungen sind:  Räuber, Heiden, Muslime oder das deutsche Kaisertum. Die Rom-Kirche propagandiert die Verteidigung der "Christenheit" und übernimmt aus ihrer angeblichen Notlage die muslimische Form des Dschihad/"Heiligen Krieges", weil die französischen Könige so schwach sind (S.37). Die Rom-Kirche sichert denjenigen, die im "Heiligen Krieg" gegen "Ungläubige" ums Leben kommen, "ewiges Leben" zu (S.38).

Europa: Entstehung von berittenen Rittertruppen, Einführung des Reichsdienst
(S.36)

Kirche: Heiligsprechung von Mauritius
Mauritius, der arabische Kommandant, der die Chistenverfolgung verweigert haben soll (siehe Jahr 302), wird von der [rassistischen] Kirchenführung zum "heiligen" Heldenritter gegen die Muslime ernannt, obwohl Mauritius selbst ein Pazifist war (S.108). Die Kirche ändert die Figur von Mauritius in eine Figur des "heiligen Kampfes" (S.109).

Statue des Heiligen Mauritius aus dem 13.
                          Jh. in Magdeburg. Mit Statuen sollen Legenden
                          wahr werden...
Statue des Heiligen Mauritius aus dem 13. Jh. in Magdeburg. Mit Statuen sollen Legenden wahr werden...
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Statue des Heiligen Mauritius
                            (wahrscheinlich 18.Jh.) in Soultz
                            (Frankreich, Departement Haut-Rhin). Mit
                            Statuen sollen Legenden wahr werden...
vergrössernStatue des Heiligen Mauritius (wahrscheinlich 18.Jh.) in Soultz (Frankreich, Departement Haut-Rhin). Mit Statuen sollen Legenden wahr werden...

Der "heilige Mauritius" in Magdeburg (siehe Jahr 1520) wird als Mohr in einer Rüstung dargestellt, mit derb-bäuerlichen Zügen, in der Vorstellung, alle Afrikaner seien schwarz, obwohl Mauritius aus Mauretanien (siehe Jahr 302) gar nicht schwarz war (S.109).

ab 1003
Italien-Sizilien: Christliche Kreuzzüge gegen die muslimischen Herrschaften in Süditalien und auf Sizilien
(S.31)

1008-1010
Ergänzung:
Kairo: Zerstörerisches Regime von Kalif al-Hakim
Kalif al-Hakim provoziert das gesamte "Christentum" und lässt von Kairo aus in Palästina christliche Kirchen und Klöster zerstören, darunter

-- die Grabeskirche in Jerusalem
-- die Georgskirche in Ramla
-- die Marienkirche in Damiette
-- das Kloster Dayr al-Qasir über dem Grab des Heiligen Arsenios auf dem Muqattam bei Kairo.

Der Sinn dabei ist, reiche "christlichen" Gemeinden zu plündern und zu zerstören, um Soldaten den Sold auszahlen zu können und verfallene Moscheen wieder herzurichten.

Damit provoziert der Kalif eine Verstärkung der "christlichen" Bewegung gegen Muslime [15].


1020
Ergänzung:
Drusenverfolgung in Ägypten unter Kalif al-Hakim
[17]

1021
Ergänzung:
Ende des Regimes von Kalif al-Hakim
Kalif al-Hakim verschwindet durch einen rätselhaften Mord in der Wüste von der Weltbühne. Das Kalifenreich von Ägypten beendet seine Verfolgungspolitik gegen Christen, Drusen und Frauen. Jerusalem bekommt eine Ringmauer aus den Kirchensteinen [17].

[Die zerstörten Kirchen werden z.T. wieder aufgebaut], z.B. die Grabeskirche bis 1055 [18]. Aber die Propaganda der Rom-Kirche erwähnt nun jeweils nur die Zerstörung von Kirchen, und der Wiederaufbau wird nicht erwähnt [15].

1046
Kaiserkrönung von Heinrich III.
Übergabe des Reichsschwerts in der Kapelle des "heiligen" Mauritius im Dom von St. Peter [in Trier?] (S.109), dessen Scheide in Süddeutschland gefertigt wurde (S.108).

1050
Deutschland: Das Schachspiel wird schon in der "Ruodlieb"-Dichtung erwähnt
(S.163)

Ruodlieb ist ein Versepos in Latein aus etwa der Mitte des 11. Jahrhunderts. Es ist in guten Leoninischen Hexametern verfasst und umfasst etwa 2300 Verse, die in 18 Bruchstücken überliefert sind. Es beschreibt einen Ritter Ruodlieb, der sein Glück in der Welt sucht. Dabei werden Motive von Märchen und Heldensagen über das Leben des Adels und der Bauern im Dorf verbunden, wie es sich in Oberbayern abspielte. Das Versepos wirkt märchenartig, stimmungsvoll wie auch moralisch-didaktisch und  war nicht sehr verbreitet [20]. Versepos "Ruodlieb", Textseite
                          (Abschrift)
vergrössernVersepos "Ruodlieb", Textseite (Abschrift)

ab 1050 ca.
Einführung arabischer Stoffe in der Rom-Kirche (!) - Übernahme des Rosenkranz - Myrrhe, Weihrauch

Die aus dem arabischen Raum stammenden Stoffe und Substanzen werden im Kirchenritus eingeführt, obwohl die Kirche die Araber eigentlich verteufelt:

-- die Kirche prunkt mit neuen Messgewändern aus arabischen Stoffen, Damaststoffem [Gewebe mit eingewobenem Muster [21]], Brokaten [schwerer, gemusterter Stoff mit Gold- und Silberfäden [22]], mit Arabesken mit kufischen Inschriften [Pflanzenranken bzw. verschlungene Linien in Stuck, Buchmalerei und in Stoffmustern [23] mit Inschriften der Koranhandschrift aus Kufa [24]]

Damaststoff mit Motiv aus dem Mittelalter
                        und der Renaissance in Rot-Weiss mit den Motiven
                        Granatapfel und Ananas Damaststoff mit Motiv aus dem Mittelalter und der Renaissance in Rot-Weiss mit den Motiven Granatapfel und Ananas
Brokatstoff mit Motiv aus dem Mittelalter
                        und der Renaissance in Rot-Weiss mit dem Motiv
                        Falken im Medaillon Brokatstoff mit Motiv aus dem Mittelalter und der Renaissance in Rot-Weiss mit dem Motiv Falken im Medaillon
Arabesken

Arabesken sind Motive mit
                          "Kringeln"
Arabesken sind Motive mit "Kringeln"

bzw. Arabesken sind Muster in streng geometrischer Ornamentik in unendlicher Wiederholung mit unendlich vielen Mittelpunkten (S.104).

Arabesken-Monogramme mit
                          "verschlungenem Blattwerk"
Arabesken-Monogramme mit "verschlungenem Blattwerk"

Eingelegte Arabeske
                                      (Intarsien) an der Apsis der
                                      Kathedrale von Palermo
vergrössernEingelegte Arabesken (Intarsien) an der Apsis der Kathedrale von Palermo
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Lima, Distrikt
                                      Jesús-María, ein Gitterfenster an
                                      der Avenida Canesco bei der Plaza
                                      San José mit Arabesken
Lima, Distrikt Jesús-María, ein Gitterfenster an der Avenida Canesco bei der Plaza San José mit Arabesken
Arabesken-Säulen in
                                  verschlungener Form im Kloster
                                  Casamari
Arabesken-Säulen in verschlungener Form im Kloster Casamari
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Arabeskenlampe
Arabeskenlampe

-- die Kirche übernimmt aus dem der islamischen Welt auch die Zählweise des Rosenkranzes / japâmâlâ, der eigentlich ein "Murmelgebetskranz" ist: japamâlâ, mit 99 Perlen, die den Lobnamen Allahs entsprechen und die mit den Fingern abgezählt werden

-- ausserdem werden die arabischen Düfte Myrrhe [Baumharz des Balsambaums [25]] und Weihrauch [Baumharz des Weihrauchbaums [26]] übernommen (S.111).

Das Myrrhe-Harz aus
                        dem Balsambaum ist ein arabisches Produkt... Das Myrrhe-Harz aus dem Balsambaum ist ein arabisches Produkt...
Weihrauch-Harz aus
                        dem Weihrauchbaum ist ein arabisches Produkt... Weihrauch-Harz aus dem Weihrauchbaum ist ein arabisches Produkt...

Das Weihrauch-Harz (Olibanum) hat nicht nur einen Duft, sondern macht "high", ist somit eine psychoaktive Droge und ist seit Jahrtausenden ein bewusstes Manipulationsmittel für religiöse Zeremonien, u.a. in der rassistischen Rom-Kirche... [27]

Europa: Weitere arabische Produkte: Duftstoffe, Pflanzen, Hölzer, Farbstoffe, Gewürze, Gemüse, Speisen

-- Duftstoffe Ambra [auch Amber, eine Substanz aus Pottwalen zur Parfumherstellung [28]], Moschus [Drüsensekret des Moschushirsches in Asien [29]] und Rosenöl

-- ätherische Öle aus Lotos [Lotosblumen [30]], Levkojen (griechische Zierpflanzen), Orangenblüten, Zichorien (Pflanze), Moschusweide, Sandelholz, Muskatblüte

-- arabische Heilmittel und Komponenten zur Stofffärberei: Alizarin, Alkali, Alkohol, Aloe, Anilin, Antimon, Arrak (S.111), Azur, Balsam, Benzin, Benzoeharz, Bezoar, Bor, Borwasser, Borax, Borretsch, Gips, Kampfer, Lack, Lazurstein, Natron, Saccharin, Saflor, Schellack, Sirup, Marzipan, Soda, Zitwer [auch "Wurmsame" genannt, Pflanze, dessen Same als Wurmmittel verwendet wird [31]], Talkum [Talk, feiner weisser Talk als Streupulver [32]] und Watte

-- Gewürze, die über die italienischen Kaufleute von Amalfi, Genua und Venedig nach Europa weiterverkauft werden:

oo  Pfeffer, als Gewürz und zum Konservieren
oo  Muskatnüsse
oo  Zimt, Ingwer, Karbe [Kümmel [33]], Kümmel, Kubeben [Frucht eines indonesischen Pfefferstrauchs [34]], Estragon, Safran
oo  Galgantwurzel
oo  Gemüse aus Arabien bzw. Indien: Artischokken, Chicoree, Endivien, Spargel, Spinat, Schalotten
oo  Speisen: Aschlauch [Lauch [35]], Zibeben [trockene Weinbeeren am Weinstock, grosse Rosinen [36]], Kapern, Reis
sowie
oo  Zucker, Zuckerkand bzw. Kandis. Zucker bleibt in Deutschland teuer (S.112).

Gewürze und Gemüse aus dem arabischen Raum, Beispiele
Zimtstangen kommen
                        aus dem asiatischen Raum und gelangten erst über
                        die arabische Kulturvermittlung nach Europa... Zimtstangen kommen aus dem asiatischen Raum und gelangten erst über die arabische Kulturvermittlung nach Europa...
Spargel kommt aus dem asiatischen Raum und
                        gelangte erst über die arabische
                        Kulturvermittlung nach Europa... Spargel kommt aus dem asiatischen Raum und gelangte erst über die arabische Kulturvermittlung nach Europa...
Reis
                        (Vollkornreis) kommt aus dem asiatischen Raum
                        und gelangte erst über die arabische
                        Kulturvermittlung nach Europa Reis (Vollkornreis) kommt aus dem asiatischen Raum und gelangte erst über die arabische Kulturvermittlung nach Europa

[Später haben die "christlichen" Industriellen den weissen Reis ohne Schale erfunden, um Reis im grossen Stil billiger einkaufen und lange lagern zu können. Die Schale des Reiskorns störte den "christlichen" Kapitalismus...]
Zucker
                        (Rohzucker) kommt aus dem asiatischen Raum und
                        gelangte erst über die arabische
                        Kulturvermittlung nach Europa Zucker (Rohzucker) kommt aus dem  asiatischen Raum und gelangte erst über die arabische Kulturvermittlung nach Europa

[Später haben die "christlichen" Industriellen den weissen Zucker erfunden, weil sich weisser Zucker "attraktiver" erschien und sich besser verkaufen liess...]

ab Mitte 11. Jh.
"Heilige Fahnen" für die Normannen - kaum Proteste gegen "Heilige Fahnen"
Der Papst verleiht den Normannen für ihren Kampf gegen die Muslime in Süditalien und Sizilien "Heilige Fahnen", entsprechend dem Vorbild der Muslime, die auf ihren Raubzügen "Heilige Fahnen" an ihre Lanzen binden. Gleichzeitig kommt es zum geistlicher Protest gegen das Verleihen von "heiligen Fahnen". Der Brauch, "heilige Fahnen" als psychisches Kampfmittel einzusetzen, setzt sich jedoch auch bei der Rom-Kirche durch (S.40).

1063/1064
Rom: "heilige Fahne" gegen Muslime
Der Papst verleiht dem normannischen Legaten zum Spanienkreuzzug gegen die Muslime in Barbastro eine "heilige Fahne" (S.40).

1064
Spanien: Kampf um die Festung Barbastro und Christlicher Sieg
mit Vernichtung der gesamten Bevölkerung (S.37).

Beginn des Minnesangs in der Provence durch christlich-arabischen "Kulturaustausch"
Der siegreiche Herzog Guillaume IX. von Aquitanien deportiert 100 gefangene arabische Tänzerinnen und Sängerinnen an seinen Sitz nach La Garde-Freinet in der Provence (S.139).

La Garde-Freinet wird erstes kulturelles Austauschzentrum für arabische Minnedichtung und arabische Volks- und Spottlieder. Wortbildung des Troubadour von arab. tarrab/tarraba, dt. singen, musizieren (S.139).

Die provençalische Mode schreibt ein Spiel mit den Gefühlen in der Gesellschaft vor, was im Deutschen Reich nicht gut ankommt. Die Frau, die mit Gefühlen spielt, wird als kalte Herrin und als grausam empfunden (S.143). Ritter Hartmann von der Aue lehnt zum Beispiel am Ende jeglichen Minnedienst ab (S.144).

Herzog Guillaume
                        IX., dargestellt in einer Illustration
Herzog Guillaume IX., dargestellt in einer Illustration. Sein Sitz war La Garde-Freinet, das zum kulturellen Austauschzentrum für arabische Minnedichtung und arabische Volks- und Spottlieder wurde.
Karte des
                        Departements Var mit La Garde-Freinet bei St.
                        Tropez
Karte des Departements Var  mit La Garde-Freinet bei St. Tropez

ab 1064
"Kreuzzüge"
Kämpfe von Christen gegen muslimische Heere werden offen als "Kreuzzüge" ausgetragen, zum Teil unter päpstlicher Leitung (S.31). Es handelt sich damit um das "Reformpapsttum", das den "heiligen Kampf" befürwortet (S.41).

1066
Normannen besetzen mit Bogenschützen England
In der Schlacht bei Hastings siegen die Normannen gegen die Engländer [38]. Die Normannen können England mit zwei Schlachten besetzen, wobei ein norwegisches Heer "von oben" kommt, und ein französisches Heer "von unten" von der Normandie aus mit der schlussendlich entscheidenden Schlacht bei Hastings [39].

Karte der Schlachten von Stamford Bridge und
                Hastings 1066
vergrössernKarte der Schlachten von Stamford Bridge und Hastings 1066

Mit einer erneuten "heiligen Fahne" des Papstes ausgerüstet können die Normannen unter Wilhelm von der Normandie (S.40) mit arabischer Heerestechnik mit Bogenschützen England besetzen (S.129). Die Bogenschützen sind im 1090 gestickten "Teppich von Bayeux" [ein gestickter, 70m langer und 50cm hoher Tuchstreifen [37]] nachweisbar. Er zeigt normannische gegen angelsächsische Soldaten in spitzem Helm, Kettenpanzerung und mit Bogenschützenkontingenten (S.129). Die "Schlacht bei Hastings" wird von [kriegssüchtigen und militaristischen Engländern] heute noch "nachgespielt" [38]

Teppich von Bayeux, Darstellung von
                            Vikingerschiffen mit Segel
vergrössernTeppich von Bayeux, Darstellung von Vikingerschiffen mit Segel
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Teppich von Bayeux, Darstellung
                          normannischer Bogenschützen
Teppich von Bayeux, Darstellung normannischer Bogenschützen
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Teppich von Bayeux, Darstellung
                          englischer Soldaten mit Schilden mit
                          normannischen Pfeilen drin
Teppich von Bayeux, Darstellung englischer Soldaten mit Schilden mit normannischen Pfeilen drin
Teppich von Bayeux, Darstellung einer
                          Grillparty
vergrössernTeppich von Bayeux, Darstellung einer Grillparty

1075
Rom: der erste Märtyrer Erlembald
Erlembald tritt an die Spitze der kirchlichen Reformbewegung, fällt [in der darauf folgenden militärischen Auseinandersetzung bei Mailand [40]] im Kampf gegen "Ungläubige" und wird der erste Märtyrer: Als erster Ritter wird er ein "Heiliger" der Reformkirche (S.41).

Büste von
              Erlembald in der Basilika San Calimero in Mailand
Büste von Erlembald in der Basilika San Calimero in Mailand

1080 ca.
Rom: Papst Gregor VII.: Zensurregime und Planung der Besetzung Konstantinopels
Papst Gregor VII. verkündet die "Alleingöttlichkeit" der geistlichen Macht der Rom-Kirche mit der Behauptung, dass alles Irdische, alles Weltliche, ein Nichts sei, darunter auch der germanische König.

Folge-Entwicklung:

->> die Kirche bricht alle Treueeide gegenüber der weltlichen Obrigkeit
->> die Kirche behauptet, sie sei die alleinige Führung der Christenheit
->> der "Heilige Vater" nimmt den schwachen französischen Königen und Lehensherren die Schutzaufgabe ab und überträgt sie den Rittern, die in Cluny zu "milites Christi" geschlagen werden (S.50).

Papst Gregor VII. zwingt Kaiser Heinrich IV. "in die Knie" und plant die Besetzung von Ostrom, mit dem vorgeschobenen Grund, die Bedrohung vor den Seldschuken abzuwenden [Sultanat von Ikonion / Rum-Seldschuken, heutige Türkei [41]] (S.50).

1085
Spanien: Christliches Heer unter König Alphons
König Alphons zieht mit einem mit französischen und anderen europäischen Kriegertruppen vereinten Christenheer gegen das muslimische Sevilla (S.35-36).

1086
Spanien-Afrika: Muslimischer Sieg bei Sallaka
Die Almoraviden-Ritterkrieger helfen dem König von Sevilla al-Motamid und greifen im Kampf gegen die Heere von König Alphons VI. ein (S.35-36).

1087
Rom:  "Heilige Fahne" gegen Ifriqiya
Der Papst verleiht dem Kreuzzugsheer  gegen Ifriqiya eine "heilige Fahne" (S.40).

1090
Spanien: Schlacht bei Feste Aledo
zwischen christlichen und muslimischen Heeren endet unentschieden (S.36).

ab 1092
Byzanz/Konstantinopel kann alle Gegner abwehren
und rüstet gegen die Seldschuken auf mit Verhetzung zum Massenmord an den "Heiden". In der Folge plant Franken-Papst Urban II. einen "Kreuzzug" zur "Unterstützung" von Byzanz (S.50).

27.11. 1095
Papst Urban II.: Christen sollen als "auserwähltes Volk" gelten

Synode zu Clermont, Papst Urban II.: Aufruf zum "Kreuzzug gegen das gemeine Gezücht" bei Ablass und ewigem Leben - deutscher Widerstand
Papst Urban II. hetzt gegen Türken und Araber als "gemeines Gezücht", mit dem Versprechen an die zukünftigen Kreuzritter, dass sie für ihren Kampf die Vergebung "ihrer Sünden" bekämen:

"Wenn diejenigen, die dort hinunterziehen, ihr Leben verlieren auf der Fahrt, zu Lande oder zu Wasser oder in der Schlacht gegen die Heiden, so werden ihnen in jener Stunde ihre Sünden vergeben werden, das  gewähre ich nach der Macht Gottes, die mir verliehen wurde. - Mögen die, die sonst Söldlinge waren um schnöden Lohn, jetzt die ewige Belohnung gewinnen!" (S.38)

Eine Statue
              von Papst Urban II. in Clermont-Ferrand, ein Hetzer gegen
              Türken und Araber. Es handelt sich dabei um religiösen
              Rassismus und kriminelle Volksverhetzung in grossem
              Stil...
Eine Statue von Papst Urban II. in Clermont-Ferrand, ein Hetzer gegen Türken und Araber. Es handelt sich
dabei um religiösen Rassismus und kriminelle Volksverhetzung in grossem Stil...

Urban II. ruft zum "heiligen Krieg" auf

-- der "heilige Krieg" sei eine für die Kirche revolutionäre Verbindung zwischen "himmlischem" und "weltlichem" Kriegsdienst
-- die Ritter nehmen zum ersten Mal das Kreuz (S.38)

Urban II. folgt damit der byzantinischen Kirche (S.39).

In der Proklamation vor Frankreichs Adel und Ritterschaft

-- verspricht Urban II. Befreiung von den Sünden

-- verspricht Urban II. ewigen Lohn für die Befreiung der "heiligen Stätten", die unter dem Joch des böswilligen Ungläubigen stehen, obwohl es nicht stimmt

-- verhetzt Urban II. seine Zuhörer zum Massenmord an den "Heiden"

->> Byzanz und Konstantinopel hetzen gleichzeitig gegen den Islam (S.50).

Die Kirche behauptet, der Kampf gegen die Muslime sei ein Gottesgericht im Streit um das "heilige Land" (S.119). Papst Urban II. bezeichnet die Christen gleichzeitig als "auserwähltes Volk" und ruft die die französischen Barone zum "Kreuzzug" auf (S.28).

In Frankreich und England entsteht nun ein Glaubensfanatismus. Die Hetze fällt im Deutschen Reich aber auf keinen fruchtbaren Boden, die Propaganda von Clermont wird abgelehnt (S.51). Die ganze Hetzerei ist ausserdem  für die rassistische Rom-Kirche kontraproduktiv, denn durch die "Kreuzzüge" wird der islamische Einfluss auf Europa mit dem eintretenden Handel noch grösser und die Kirche verliert noch mehr an Macht (S.29).

ab 27.11.1095
Frankreich: "Glaubensenthusiasmus"
In Frankreich verbreitet sich ein noch nie dagewesener "Glaubensenthusiasmus". Der "Heilige Georg" wird mit einem heiligen weissen Pferd und einer heiligen weissen Fahne zum Vorbild propagiert (S.38). Der "Heilige Georg" wird zum Pendant des kämpferischen Propheten Muhammad in der Rüstung des heiligen Jakob von Compostela (S.39).

Deutsches Reich verweigert die Kreuzzüge
Das Deutsche Reich macht bei den Kreuzzügen nicht mit, auch weil in Clermont der deutsche Kaiser in seiner Autorität angegriffen wurde.

Das Deutsche Reich betreibt die "Mission" östlich von Elbe und Weichsel, die Besiedlung und "Kultivierung" und ist mit Arbeit völlig ausgelastet. Es schliessen sich nur kleine Gruppen deutscher Pilger oder Kreuzfahrer an.

Frankreich reagiert "übel" auf die deutsche Passivität und fühlt sich als Bannerträger Christi, als Vorhut und Führer der gesamten "Christenheit" (S.52).

Kirchliches Feindbild gegen die Muslime
Die "christliche" Hetze gegen Muslime geht mit folgenden Bildern vor sich:

-- die Muslime seien "unkeusche Teufel"
-- die Muslime seien "wüste Götzenanbeter", die ihren Abgott Christen opfern (S.83)
-- die "Christen" bezeichnen Muslime als "gemeines Gezücht" (S.84).

Gleichzeitig verflucht die arabische Welt die Christen mit dem Spruch: "Allah verdamme ihn!" (S.84)

1096-1099
Erste Kreuzzüge zur "Rettung des heiligen Land"
Die englischen und französischen Kreuzzugsheere, die durch deutsches Gebiet ziehen, werden als "Narretei" bezeichnet. Die Kreuzfahrer werden ausgelacht (S.52). Normannen unterstützen den Kreuzzug (S.41).

Die "Kreuzfahrer"

-- müssen jahrelange Märsche durch Europa und Kleinasien auf sich nehmen und zum Teil unverhoffte Widerstände überwinden

-- müssen Entbehrungen, Hunger, Hitze, Strapazen auf sich nehmen, die den Fanatismus gegen den Islam zusätzlich steigern, so dass es zu unglaublichen Bluttaten kommt, die in der islamischen Welt bis heute nicht vergessen sind (S.51).

Karte des
              Ersten Kreuzzugs. Der kulturelle Austausch war dabei vom
              Papst nicht beabsichtigt...
Karte des Ersten Kreuzzugs. Der kulturelle Austausch war dabei vom Papst nicht beabsichtigt...


ab 1096
Kreuzzüge sind Autoritätsorgien der Kirche gegen den deutschen Kaiser gerichtet
Der Papst benutzt die Kreuzzüge, um die Autorität des deutschen Kaisers zu untergraben und die Autarkie des Deutschen Reiches gegenüber Rom zu zerstören (S.56-57).

Palästina: Kreuzfahrer stürzen sich auf Zuckerrohrplantagen - geistige Horizonterweiterung
Die "Christen" stürzen sich auf das Zuckerrohr, weil sie auf ihren langen Märschen in der Hitze fast verdursten. Sie nennen den Zuckersaft "wilden Honig" (S.112). Die Ritterfahrten in den Orient sind wie eine Horizonterweiterung, ist eine Befreiung von der Eingeengtheit und den dauernden Sündpredigten (S.120).

1096-1098
Erste Konfrontation zwischen europäischen und arabischen Taktiken: "Pfeilregen"
Die arabischen Bogenschützen auf Pferden kämpfen in dichten Rudeln und schiessen aus bis zu 80m Entfernung und treffen Reiter und Pferd (S.127).

In der Folge können die europäischen Reiter ihre Nahkampfwaffen Speer, Schwert und Schild kaum einsetzen. Wilhelm von Tyrus schildert "Pfeile wie Wolken von Heuschrecken". Die Kreuzritterpferde fallen reihenweise. Die Kreuzritter versuchen, die Distanz durch schnellen Ritt zu überwinden. Die Muslime flüchten aber schnell und sammeln sich aus Distanz für einen neuen "Pfeilregen" (S.127). Die europäischen weitmaschigen Panzerhemden schützen kaum (S.128).

Arabische Musikkorps vor den Truppen - Kopie in Europa
Es ist arabischer Brauch, dass den arabischen Truppen Musikkorps vorausreiten, mit Fanfaren, Posaunen, Zymbeln, Trompeten, Querflöten, Pfeifen, Trommeln, Pauken, auf Kamelen, oft von Frauen oder Knaben gespielt (S.132).

Der Eindruck soll den Gegner überwältigen, vor allem die Wucht und Unheimlichkeit der Pauken (S.132) und der Schlachtruf Allahu akbar/"Gott ist der Grösste". Das christliche Heer aber lässt sich nicht verwirren (S.133).

1098 ca.
Christliche Besetzung von Antiochia
mit erbarmungslosem christlichem Massaker an der muslimischen Bevölkerung (S.64).
Karte mit
                der Angabe von Antiochia
Karte mit der Angabe von Antiochia

ab 1098
Europäer kopieren arabischen Festungsbau

Kreuzzüge: Bau christlicher Burgen auf arabischen Burgruinen

Die Kreuzfahrer müssen sich von Burg zu Burg durchkämpfen. Sie erben zum Teil arabische Burgruinen, auf die sie christliche Burgen bauen. An den ausgebauten arabischen Burgen bleiben die Christenheere hängen, denn 3-5 m dicke Mauern, breite Festungsgänge und zwei breite und tiefe Gräben sind kaum überwindbar. Diese Architektur wird aber nun gleichsam zum Vorbild für die christlichen Burgen in Palästina und in Europa (S.123).

Christlicher Burgenbau ist arabische Kopie
Die Franken stellen arabische Baumeister an, um die arabischen Burgen für die Christen neu zu errichten, frei nach dem Kreuzfahrersprichwort: "Eine zerstörte Burg ist schon halb erbaut", so z.B.
-- die Burg des Johanniterordens: Margat [in Syrien in der Provinz Tartus [42]]
-- die Burg des Chevaliers, die ehemalige arabische Burg Kalat el-Husn (S.123).

Burg Margat, Gesamtansicht, eine der
                          wichtigsten und besterhaltensten
                          "Kreuzfahrerburgen" [42]
vergrössernBurg Margat im heutigen Syrien, eine der wichtigsten und besterhaltensten "Kreuzfahrerburgen" [42]
Burg des Chevaliers, arab. Qal 'at
                          al-Husn (Qal 'at al-Ḥuṣn) im heutigen Syrien,
                          eine der wichtigsten und besterhaltensten
                          "Kreuzfahrerburgen" [42, 43]
vergrössernBurg des Chevaliers, arab. Qal 'at al-Husn (Qal 'at al-Ḥuṣn) im heutigen Syrien, eine der wichtigsten und besterhaltensten "Kreuzfahrerburgen" [42, 43]

Die Kreuzfahrer erlernen das System der Doppelbefestigung mit dem durch zwei Mauerzüge gebildeten Zwinger zum Schutz gegen Belagerungsmaschinen und Unterminierungen sowie neue Belagerungstechniken (S.123), v.a. diejenigen Kreuzfahrer, die von Byzanz aus Burg für Burg in Palästina und Syrien erobern müssen. Mit diesen Erfahrungen können die Teilnehmer dann in Europa die arabischen Burgbauten einführen:

-- Zinnen, die wie ein laufendes Ornament bei Burgen und Stadtmauern angebracht werden, die in ganz Europa zum beliebten Wappenmotiv werden
-- Vierecksburgen, die ein neues Verteidigungskonzept nach Deutschland bringen gegenüber der alten Ringburg mit dem Bergfried in der Mitte (S.124)
-- Pech- und Ölspalte über dem Eingangstor, in Pechnasen in Europa eingeführt [an Burgen, Schlössern und Stadttoren]
-- Fallgitter am Tor
-- oft werden auch verschobene Toreingänge wie in Djerba/Dscherba eingeführt (S.125).

Burgenbau und der Bau von Stadtmauern mit neuen Stadttoren in Europa ist also keine "mittelalterliche Baukunst", sondern ist eine arabische Baukunst. Das ist alles der arabischen Baukunst abgekupfert. Beispiele sind

Von der arabischen Baukunst abgekupferter Burgen und Torebau in Europa, Beispiele
Die Burg Castello di Montebello bei
                          Bellinzona mit den arabischen Zinnen [Burg der
                          Eidgenossen zur Besetzung des Tessins]
vergrössernDie Burg Castello di Montebello bei Bellinzona mit den arabischen Zinnen [Burg der Eidgenossen zur Besetzung des Tessins]
Spalentor in Basel
                        mit dem Vorwerk mit arabischen Zinnen
Spalentor in Basel mit dem Vorwerk mit arabischen Zinnen
Spalentor in Basel
                        mit dem Torhaus mit arabischem Fallgitter
Spalentor in Basel mit dem Torhaus mit arabischem Fallgitter
Schloss Yverdon am Neuenburgersee
                                  in der Schweiz, eine typische
                                  "Vierecksburg" nach
                                  arabischem Muster
Schloss Yverdon am Neuenburgersee in der Schweiz, eine typische "Vierecksburg" nach arabischem Muster
Schloss Val in der Auvergne in
                                    Frankreich, eine typische
                                    "Vierecksburg" nach
                                    arabischem Muster
vergrössernSchloss Val in der Auvergne in Frankreich, eine typische "Vierecksburg" nach arabischem Muster

15.7.1099
Christliche Besetzung von Jerusalem
Die "christliche" Besetzung von Jerusalem erfolgt mit einem erbarmungslosem christlichem Massaker [zuerst an der jüdischen Bevölkerung in den Dörfern vor Jerusalem], dann an der muslimischen Bevölkerung in der Stadt (S.64). Das französisch-englisch-christliche Massaker in Jerusalem wird u.a. geschildert von Dichter Mosaffer Allah Werdis, der zum arabischen Gegenschlag, zu einem gihad/Dschihad aufruft (S.51).

Anfang 12. Jh.
Französisch-christliche Geschichtsschreibung: Frankreich als Retter vor dem Islam
Guibert von Nogent, [östlich von Paris [44], Geschichtsschreiber und Theologe der Benediktiner [45]], behauptet, Frankreich habe die Welt vor dem Islam gerettet, während Deutschland sich nicht beteiligt habe (S.52).

Frankreich: plumpe, hetzerische Spielmannsepen gegen den Islam
Spielmannsepen hetzen schablonenhaft gegen den Islam, mit den Bildern von "edlen Rittern" und "bösen Heiden", um die "Kreuzzugsbegeisterung" immer wieder neu zu schüren (S.87).

ab 1100
Europa: Kirchenherrschaft in Frankreich - Kaiserherrschaft in Deutschland
Die Kreuzzüge schaffen einschneidende Schicksalserlebnisse.

Die Kirche kann dadurch in Frankreich die Staatsgewalt des schwachen Königtums und der schwachen Territorialherren übernehmen (S.36-37).

In Deutschland werden König und Kaisertum stärker und verpflichten die Ritter zum Schutz und zur Verteidigung des "heiligen römischen Reiches deutscher Nation". Die Konkurrenz von französischer Kirchenherrschaft und deutscher Kaiserherrschaft schafft innerhalb der Kreuzzüge viele Ungereimtheiten und Unstimmigkeiten (S.37).

Levante: Gründung des Königreich Jerusalem
Ein Teil der französischen und normannischen Barone bleibt mit einem Stamm von Rittern im Land und gründet das Königreich Jerusalem sowie weitere Fürstentümer (S.41).

Karte der Kreuzfahrerstaaten und der
                          Kreuzfahrerburgen. Der Papst wollte die
                          Vernichtung des Islam. In den
                          Kreuzfahrerstaaten spielte sich dann aber ein
                          Kulturaustausch ab, der dem Papst nicht
                          willkommen war...
vergrössernKarte der Kreuzfahrerstaaten und der Kreuzfahrerburgen. Der Papst wollte die Vernichtung des Islam. In den Kreuzfahrerstaaten spielte sich dann aber ein Kulturaustausch ab, der dem Papst nicht willkommen war, z.B.
-- mit Sklaverei in "christlichen" Häusern,
-- mit Handel der italienischen Seefahrerflotten für die "christliche" Seite (Transport der "christlichen" Heere) und für die muslimische Seite gleichermassen (Holz, Waffen etc.),
-- die arabische Medizin war der "christlichen" Medizin weit voraus und die muslimischen Ärzte dominierten
-- auch "christliche" Schatzmeister lassen Münzen fälschen, "christliches" Recht ist z.T. gar nicht "christlich" etc. [46]

Ausserdem sind die Kreuzfahrer und die Ordensbrüder z.T. auch unter sich rassistisch und diskriminieren sich z.B. je nach Muttersprache oder Zugehörigkeit. Zudem wird ein Kreuzzugsdienst im "Heiligen Land" zum Karriere-Sprungbrett bei der Rückkehr nach Europa. Der Nutzen von "Kreuzzügen" ist also für die "Ritter" oft auch ein Eigennutzen [46], was leider kaum in den "christlichen" Schulbüchern steht...


Kreuzfahrerstaaten:
-- Königreich Klein-Armenien
-- Grafschaft Edessa
-- Fürstentum Antiochia
-- Königreich Zypern
-- Grafschaft Tripolis
-- Königreich Jerusalem [47].
Kreuzfahrerburgen:
-- Margat (Grafschaft Tripolis)
-- Kastell Blanc (Grafschaft Tripolis)
-- Krak des Chevaliers (Burg des Chevaliers) (Grafschaft Tripolis)
-- Safad (Königreich Jerusalem)
-- Krak von Montréal (Burg von Montréal) (Königreich Jerusalem)

Gründung der Ritterorden im "heiligen Land" und in Europa - "Tempelritter"
Die Ritterorden sind das Nachbild der osmanischen Murabitun-Orden und der Almoraviden-Krieger in Spanien (S.41). Gegründet wird z.B. der Orden der Tempelritter mit Sitz im Palastbezirk Jerusalems auf dem Boden des Tempels Salomos, auf dem die al-Aksa-Moschee gestanden hatte (S.43).

Die Sultane unterstützen weiter christliche Hospitäler mit Geldzuschüssen, trotz aller Kreuzzüge und christlichen Hetze (S.86).

12. Jh.
Kulturaustausch: Europa kopiert alles

Arabische Lebensweisen im "christlichen" Palästina

Aber auch Bernhard von Clairvaux kann nicht verhindern, dass sich im Königreich Jerusalem arabische Lebensgewohnheiten auch bei den Christen durchsetzen (S.98):

-- Kaftanmode im Königreich Jerusalem
-- Turbanmode, Seidengewänder
-- Sitzen auf Kissen, Polstern und Teppichen auf dem Boden
-- Zubereitung von Speisen auf arabische Art

-- Fanfaren mit Trompeten statt Hörnern
-- König Balduin von Jerusalem [welcher?] lässt sich einen Vollbart wachsen
-- bei den christlichen Ordensrittern wird die Mantelmode eingeführt.

"Christen"
                        im Königreich Jerusalem tragen Kaftanmode...
"Christen" im Königreich Jerusalem tragen Kaftanmode...
"Christen"
                        in den Kreuzfahrerstaaten tragen Turbane...
                        (hier ein Portrait vom Sultan von Oman)
"Christen" in den Kreuzfahrerstaaten tragen Turbane... (hier ein Portrait vom Sultan von Oman)
"Christen"
                        feiern Kaffeekränzchen auf muslimische Art auf
                        Teppichen und Kissen sitzend...
"Christen" feiern Kaffeekränzchen auf muslimische Art auf Teppichen und Kissen sitzend...

Die "Kreuzzüge" führen auch zu sozialen Umschichtungen, und es kommt zu Lernprozessen, die in Europa nicht möglich sind:

-- die Christen, die in Europa arm waren, werden plötzlich zu Hausbesitzern und herrschen über Bauernfamilien, Palästina wird zur Chance zum Aufstieg, und sie wollen nicht mehr nach Europa zurück
-- die Christen in Palästina gehen Mischehen mit christlichen ["bekehrten"] Araberinnen ein (S.99)
-- die Christen in Palästina lernen, gleichzeitig mit vielen Sprachen umzugehen, es entwickelt sich bei vielen Christen ungewollt eine Vielsprachigkeit (S.100).

Neuankömmlinge aus Europa in Palästina sind zuerst völlig verwirrt und stellen bei den assimilierten Christen eine "seltsame Vertrautheit mit der arabischen Bevölkerung" fest (S.99).

Europa kopiert arabische "Ritterspiele"
Französische und deutsche Ritter übernehmen den arabischen Scheinkampf auf dem Pferd der Reiterscharen ("buhurt") sowie das Lanzenstechen der Einzelkämpfer mit stumpfen oder auch mit scharfen Waffen [Tjost [48]], das Dutzende von Toten fordern kann (S.133).

Darstellung des Ritterspiels
                            "Buhurt" im Codex Manesse um 1300.
                            Aber der "Buhurt" ist von den
                            Muslimen abgekupfert...
vergrössernDarstellung des Ritterspiels "Buhurt" im Codex Manesse um 1300. Aber der "Buhurt" ist von den Muslimen abgekupfert...
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Darstellung des Ritterspiels
                            "Lanzenstechen" /
                            "Tjost" im Codex Manesse um 1300.
                            Das Lanzenstechen ist arabischen Ursprungs
                            und fordert bei Anwendung scharfer Waffen
                            einen Haufen sinnlose Tote...
vergrössernDarstellung des Ritterspiels "Lanzenstechen" / "Tjost" im Codex Manesse um 1300. Das Lanzenstechen ist arabischen Ursprungs und fordert bei Anwendung scharfer Waffen einen Haufen sinnlose Tote... [48]

Deutsches Reich: Beginn des Burgenbaus aus Stein
(S.121). Im Deutschen Reich werden die ersten Wachtürme der Burgen aus Stein gebaut. Die Wohnbauten bleiben noch unverändert aus Holz (S.122).

Christliche Kreuzzugsheere kopieren arabisches Sonnenschutzsystem für das Heer und die Kriegsmusik
-- die "christlichen" Heere führen das "Gambesson" ein, ein ärmelloses Wams über der Rüstung
-- den arabischen "Kufijah" [auch: Kufiya, Kafiya oder Kefije [49]], ein Schleiertuch über dem Helm [ein Männer-Kopftuch ursprünglich aus der Stadt Kufa, dient dem Sonnenschutz und der Tarnung, ab den 1930er Jahren und v.a. seit Arafat auch als "Palästinensertuch" gehandelt als Zeichen gegen die jüdisch-zionistisch-rassistische Besatzungspolitik im Nahen Osten [50] gegen die jüdische Kriegserklärung im 1. Mose, Kapitel 15, Satz 18 [51]]
-- leichte Decken für die Pferde, so dass nur noch die Augen frei bleiben (S.130).

Ritter mit Wams ("Gambesson").
                          Das Wams ist von der arabischen Seite
                          abgekupfert...
Ritter mit Wams ("Gambesson"). Das Wams ist von der arabischen Seite abgekupfert...
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Das
                          arabische Männer-Kopftuch Kufijah (Kufiya,
                          Kafiya, oder auch Kefije genannt) wurde in den
                          Kreuzfahrerstaaten auch in den
                          "christlichen" Truppen eingeführt.
Das arabische Männer-Kopftuch Kufijah (Kufiya, Kafiya, oder auch Kefije genannt) wurde in den Kreuzfahrerstaaten auch in den "christlichen" Truppen eingeführt.
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Pferdedecke (Darstellung mit einem Ritter
                          mit einem eigenartigen
                          "Sonnenschutz" auf dem Helm). Auch
                          die Pferdedecke ist eine arabische Erfindung,
                          ein Sonnenschutz für Pferde. Die
                          "christlichen" Truppen übernahmen
                          die Pferdedecke in ihren eigenen Reihen...
Pferdedecke (Darstellung mit einem Ritter mit einem eigenartigen "Sonnenschutz" auf dem Helm). Auch die Pferdedecke ist eine arabische Erfindung, ein Sonnenschutz für Pferde. Die "christlichen" Truppen übernahmen die Pferdedecke in ihren eigenen Reihen...

Der ahnungslose Hetzer Abt Bernhard von Clairvaux verhöhnte den Pferdeschutz als "Dirnenkleid". Zusätzlich werden Hemd und Pferdedecke mit Wappen bestickt, damit die Ritter noch zuzuordnen sind. Der Wappenkult gelangt so auch nach Europa, mit den traditionellen arabischen Wappentieren: Löwe, Greife, Adler und Doppeladler (S.130).

Die christlichen Heerführer übernehmen das arabische Musikritual mitsamt den Trompetensignalen, Tamburschlägen, Pauken- und Trommelwirbeln und Fahnensignalen (S.133).