Das
israelische Omriden-Reich mit Armee, prachtvollen Städten und einer
hochentwickelten Verwaltung - und das Alte Testament verschweigt fast
alles
-- König Omri baut eine
der mächtigsten Armeen auf (S.188), ein
Berufsheer
(S.189)
-- König Ahab bringt
das omridische Königreich zu internationalem
Ansehen
-- die Heirat mit der
phönikischen Tochter des phönikischen Königs
Ethbaal [heute Libanon] ist
gemäss Finkelstein / Silberman ein diplomatischer Schachzug (S.188)
-- die Omriden-Dynastie
lässt prachtvolle Städte als Verwaltungszentren
errichten
-- König Ahab lässt die
Armee weiter ausbauen
-- insgesamt werden
Gebiete hoch im Norden und im Ostjordanland besetzt
-- Omri und König Ahab
sind nicht "fromm", sondern manchmal sogar
launisch und
brutal, so wie eigentlich alle Monarchen im Nahen Osten (S.188).
Insgesamt ist das
Omridenreich (biblisch "Königreich Israel" genannt)
das erste richtige jüdische "Königreich" mit allen möglichen
Errungenschaften. Das AT verschweigt dieses Omriedenreich (S.189). Die
Herrscher
im
nördlichen Bergland verwirklichen nach der Zerstörung der kanaanäischen
Küstenstädte
ein Grossreich, ein vielfältiges Imperium, mit Herrschaft über reiche
landwirtschaftliche Regionen und mit internationalen Handelsstrassen
(S.211).
Militär, Architektur und Verwaltung sind im Omridenreich hochentwickelt
(S.214) [jedoch
ohne Funde von Inschriften].
Die Folge der grossen
Ausdehnung des Omridenreichs ist
andererseits eine multi-ethnische Gesellschaft
-- mit israelitischen
Dörfern im Kernland um Samaria
-- mit
aramäisch-syrischer Kultur im weiten Norden
-- mit phönikischer
Kultur an der Küste (S.211)
-- die israelische
Bevölkerung bleibt im Bergland
-- die kanaanäische
Bevölkerung bleibt in der Jesreel-Ebene
-- die Anordnungen der
Dörfer bleiben konstant und von den Omriden
unverändert
(S.212).
Parallel zum Aufstieg
der Omriden-Dynastie streben Damaskus, Phönikien
und Moab
nach Ausdehnung und Macht. Grenzfestungen sind absolut notwendig. Die
heterogene Bevölkerung ist für die Landwirtschaft, für Bauvorhaben und
für
Kriege einsetzbar und unersetzlich (S.212).
Archäologie
zum Omridenreich:
Wirtschaftswachstum durch Handel mit phönikischen Küstenstädten -
Vielfalt im
Omridenreich
Die Funde an Bauten
bestätigen für die Omridenzeit ein erstes "Goldenes
Zeitalter" der israelitischen Könige. Die Bibel erwähnt den Wohlstand
des Nordreichs aber
nicht, ausser mit der Erwähnung von Palästen in Samaria und Jesreel
(S.198).

Samaria: Palastruinen des Nordreichs Israel. |

Samaria: Elfenbeinreliefs im Palast des Nordreichs Israel, ägyptischer
Stil. |
Die Handelsbeziehungen
zu den Küstenstädten der Phönikier [heute Libanon] entwickeln
sich sehr
intensiv. Die Heirat von König Ahab mit einer phönikischen Prinzessin
kommt
sicher nicht von ungefähr. Das Auftauchen einer grossen Menge Gefässe
im
zyprisch-phönikischen Stil lässt sich nur durch intensive
Handelsbeziehungen zu
den Phönikiern erklären lässt (S.213).
Die Omriden-Bauten
ähneln sehr den kanaanäischen Hauptstädten der
Spätbronzezeit (S.213).
Die
Ausgrabung der Ruinen von Samaria findet 1908-1910 und in
den 1930er
Jahren statt. Das Samaria der Omridenzeit liegt in einer landwirtschaftlich
reichen Region
auf einer kleinen Anhöhe. Gemäss Archäologie existiert es vor der
Omridenzeit
als Dorf oder Kleinstadt (S.198).
Insgesamt ist das
Omridenreich nicht besonders "israelitisch",
sondern ein absolut multikulturelles Reich (S.213). Der Historiker des
gelogenen AT taxiert diese Politik als "sündhaftes Verhalten" und die
Strafe des Untergangs der Dynastie sei gerecht (S.214). Mit den
Lügengeschichten um
die Omri-Dynastie im AT wird gleichzeitig
planmässig
die wahre, durch die Archäologie schon lange bewiesene, Geschichte
Israels
vertuscht (S.215).
Die
Archäologie erkannte lange die Omriden-Zeit nicht - grosse Bewässerungssysteme
Lange
brachten die Archäologen alle Paläste in Palästina mit
dem erfundenen
König Salomo in Verbindung (S.202). Die Archäologen erkannten die
Omridenzeit
lang nicht als entscheidende Phase Israels. Über König Ahab und Königin
Isebel
wurde einfach nicht weiter geforscht, weil im veralteten AT bereits
eine
moralisch "eindeutige" Geschichte über sie geschrieben steht. Erst die
neuen präzisen Methoden der Zeitbestimmung und die neue Archäologie
[der Flächenforschung und der vergleichenden Forschung] findet den
Widerspruch
zwischen Salomos Zeit und der Omridenzeit (S.205), z.B. bei den grossen
Stadttoren (S.206), und durch das Erkennen der falschen Datierung
können alle Widersprüche aufgelöst werden (S.205).
Die Omriden sollen
dabei auch gigantische Wassersysteme angelegt haben,
um die
Städte gegen Feinde belagerungsfest zu machen. Die Wassersysteme sind
regelmässig durch künstlich angelegte lange Schächte zu erreichen.
König Mescha
von Moab liess später ebenfalls grosse Wassersysteme einrichten und
setzte dazu
israelitische Kriegsgefangene ein (S.204). Eventuell sind die
Wassersysteme
später zu datieren (S.209).