-- die Bücher Esra, Nehemia,
Haggai und
Sacharja über die Rückkehrer aus der Verbannung (S.317)
-- Ergänzung mit der
Chronik ab Josia bis zum Untergang des Königreichs
Juda
durch Nebukadnezar (S.324) mit Josias Tod
-- Texte über die
letzten vier Könige in Jerusalem
-- Texte über die
Zerstörung von Jerusalem und über die Verbannung, mit
der
Erklärung, wieso die Zerstörung von Jerusalem unvermeidlich gewesen
sein soll
(S.325) (2. Könige, 23,26 bis 25,21) (S.325).
Die Ergänzungen eines
anderen Schreibers sind:
-- die Verheissung, die
David empfangen haben soll, wird mit einer
neuen
Bedingung ergänzt (1. Könige 2,4; 8,25; 9,4-9) (S.325)
-- es werden
unheilverkündende Hinweise auf die Zerstörung von
Jerusalem
eingefügt (z.B. 2. Könige, 20,17-18) (S.325)
-- König Manasse wird
für alles verantwortlich gemacht, denn es gelte
nun ab
der Zerstörung von Juda eine neue "Messschnur" für Jerusalem (2.
Könige, 21,10-15) (S.325)
-- neu wird behauptet,
dass die Gerechtigkeit von König Josia die
unvermeidliche Zerstörung Jerusalems nur hinausgezögert haben könne,
und es sei
gar nie um eine Erlösung gegangen, denn Prophetin Hulda soll behauptet
haben,
Jerusalem solle zum Fluch werden und Unheil werde über die Stätte
kommen, aber
König Josia werde es nicht mehr erleben (2. Könige, 22,18-20) (S.326)
-- die
Verantwortlichkeit für Gottes Verhalten wird plötzlich nicht
mehr dem
König, sondern jedem einzelnen Einwohner aufgebürdet, ob Jerusalem
untergeht
oder nicht: Der Bund zwischen der David-Dynastie und Gott wird durch
den Bund
zwischen der Bevölkerung und Gott ersetzt [siehe: "Buch des Bundes"]
(S.326)
-- der verschleppte
König Jojachin in Babylon soll entlassen worden
sein und
bei König Evil-Merodach von Babel noch ein gutes Leben geführt haben
(2.
Könige, 25,27-30) (S.325, 326)
-- es gilt ab sofort
eine neue Verheissung: Wenn das Volk Gott treu
bleibt, so
könnte die Verheissung, die David gegeben wurde [Gründung eines
Königreichs],
wiederbelebt werden (S.327).
Und noch
eine neue "Chronik"
Die "Chronik"
widerspiegelt die Ideologie und die Bedürfnisse des
Jerusalemer Tempels in der Provinz Jehud, mit z.T. umgestalteter
historischer
Erzählung von Inhalten aus den Königsbüchern (S.25).
Die Niederschrift
erfolgt im 5. oder 4. Jh. v.Chr., mehrere 100 Jahre
nach den
Ereignissen, die sie schildern. Es ist eine einseitige Schilderung
zugunsten
der historischen und politischen Ansprüche der
davidischen Dynastie und Jerusalems, der Norden ist
praktisch
nicht erwähnt (S.25).
Neue
Prophetenbücher Haggai und Sacharja
Gemäss
Finkelstein / Silberman entstehen im zerstörten Juda die
Prophetenbücher Haggai und Sacharja (S.328).
Und
"Idumäa" wird bekämpft mit
neuen Geographieangaben
Da die Priester die
neue Region der Edomiter ("Idumäa") und die nach
Norden verrutschte Südgrenze der Provinz Jehud nicht akzeptieren
wollen,
beginnen sie einen Propagandakrieg gegen Edomiter:
-- die Priester
behaupten nun, die Erzväter des Judentums seien in der
Höhle in
Hebron begraben, damit geistig weiterhin eine jüdische Besetzung der
Gegend
stattfindet
-- um die Israeliten
als zivilisierter darzustellen als alle
Nachbarvölker,
soll der erfundene Stammvater Abraham aus der kosmopolitischen,
berühmten Stadt
Ur stammen (Genesis 11,28; 11,31). Ur ist für die damalige Zeit ein
Sitz der
Gelehrsamkeit und verleiht einem als Geburtsort damals grosses Ansehen
(S.334).
Aktenlage: Just Mitte des 6. Jh.
v.Chr. wird die Stadt Ur vom babylonischen oder chaldäischen König
Nabonid als
religiöses Zentrum wiederbelebt (S.334-335).
Die neue
Identität mit neuen, gefälschten "heiligen Büchern"
Die "heiligen Bücher"
spiegeln der jüdischen Bevölkerung der winzigen
Provinz Jehud eine Identität vor, die nachweislich falsch ist. Den
Priestern
gelingt die "Einigung" der Bevölkerung auf diese manipulierten und
erfundenen Bücher (S.335).