Die Moses-Bücher-Versionen und ihre Autoren
Die Terminologie und
geographischen Brennpunkte sind in den
Mehrfacherzählungen
nicht ganz gleich. Die Fassungen stammen aus unterschiedlicher Zeit und
von
verschiedenen Orten. Je nach Verwendung der geographischen Terminologie
und der
Rollen, die die Stämme in den Texten einnehmen, ist der Ort der
Autorenschaft
ableitbar (S.23).
"J"-Texte
mit JHWH aus
Jerusalem
Eine
Version (Schilderung des Stamms Juda) gebraucht für Gott
konsequent
das Tetragramm JHWH (gemäss Lehrmeinung "Jahwe" ausgesprochen), die
Analysten des 19. Jh. bezeichnen diese Texte kurz als "J"-Texte
(S.23).
Die Jahwisten in
Jerusalem beschreiben die Perspektive des Südreichs
Juda,
wahrscheinlich zur Zeit König Salomos (970-930 v.Chr.) oder kurz darauf
(S.23).
Die "J"-Version der
Erzväter ist vor allem ein literarischer Versuch,
die Einheit des Volkes Israel zu definieren und ist kein exakter
Bericht
(S.58).
"E"-Texte
mit Elohim
Ein
anderer Strang der Schilderung gebraucht für Gott die Namen
Elohim oder
El, v.a. die Schilderung über die Stämme im Norden, v.a. Ephraim,
Manasse und
Benjamin, die Analysten des 19. Jh. bezeichnen diese Texte kurz als
"E"-Texte (S.23).
Die Texte der Elohisten
im Norden beschreiben die Geschehnissen zur
Zeit der
Unabhängigkeit 930-720 v.Chr. (S.23)
"D"-Text
Deuteronomium 5. Buch
Mose
Das
5. Buch Mose "Deuteronomium" scheint mit seinem
unverkennbaren Stil ein unabhängiges Dokument zu sein (S.23).
"P"-Texte
der Priester
Der
Rest sind priesterliche Ritenschilderungen (Bezeichnung
"P")
als "priesterliche Quelle", über Kultus, Reinheits- und
Opfervorschriften (S.23-24). Diese priesterliche Quelle "P" wird von
den meisten Gelehrten auf die nachexilische Zeit datiert und die
endgültige
Redaktion des Pentateuch auch (S.58)
Das
"Deuteronomistische
Geschichtswerk":
Gemeinsamkeiten
Deuteronomium, Bücher
Josuah, Richter, Samuel und Könige
Die
Analysten stellen fest, dass die Bücher Deuteronomium,
Josuah, Richter,
Samuel und Könige sprachlich und theologisch stilistisch gleich sind.
Es wird
einige Male redigiert. Ab den 1940er Jahren bezeichnen die Analysten
diese
Werke als das
"Deuteronomistische
Geschichtswerk". Die Analysten sind sich dabei nicht einig über den
Zeitpunkt der Niederschrift, ob die Niederschrift während der
Verschleppung
nach Babylon oder zur Zeit von König Josia beginnt und im Exil
fertiggestellt
wird (S.25).
Gemäss Finkelstein / Silberman wird das
Deuteronomistische
Geschichtswerk unter König Josia
zusammengestellt
(S.26). Das "Deuteronomische
Geschichtswerk" ist gemäss Finkelstein / Silberman von einem einzigen
Historiker geschrieben worden (S.185), [wobei z.T. jahrhundertealte
Prophezeiungen den Rahmen dazu bilden, die bestätigen
sollen,
dass Gott "Recht" hat].
Josia im
Deuteronomistischen
Geschichtswerk: Die Herabsetzung des Omriden-Reichs
Indem er das Omriden-Reich herabsetzt, will Josia seine
politischen Ambitionen und die religiösen
Reformen
ideologisch untermauern (S.26). Josia als König von Jerusalem meint, er
müsse
das Omridenreich herabsetzen und ihm "sündiges Verhalten" auferlegen.
Er erfindet stattdessen ein gefälschtes Grossreich unter David und Salomo, das rein
israelitisch gewesen sei. Weitere verfälschende Elemente:
-- die Belagerung von
Samaria wird herausgehoben
-- König Ahab wird mit
der Behauptung herabgesetzt, er habe seinen
Feind nicht
umgebracht
-- die Paläste in
Amaria und Jesreel sollen Elemente der Abgötterei und
Ungerechtigkeit gewesen sein
-- Josia will einfach
kein erfolgreiches Nordreich haben, weil
Jerusalem
ländlich geblieben ist (S.214).
Mit den
Lügengeschichten um König Omri, Ahab und Isebel wird planmässig
die wahre
Geschichte Israels vertuscht und Jerusalem ins Zentrum gesetzt (S.215).
"R"-Texte:
Redaktionelle
Übergangssätze und Exkurse
Der
Pentateuch ist zusammengeflickt, redigiert und von einer
Redaktion
bewusst zusammengefügt worden, wobei die Redaktoren selbst noch
"Spuren" hinterlassen haben, die mit "R" bezeichnet werden:
-- Übergangssätze
-- redaktionelle
Exkurse (S.24).