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Yehuda Bauer: Der Hüter meines Bruders

Eine Geschichte des Amerikanischen Jüdischen Vereinigten Verteilungskomitees 1929-1939

[Holocaust-Vorbereitungen in Europa und Widerstand ohne Lösung der Situation]

aus: My Brother's Keeper. A History of the American Jewish Joint Distribution Committee 1929-1939; The Jewish Publication Society of America, Philadelphia 1974

Übersetzung mit Untertiteln von Michael Palomino (2007)

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Kapitel 6. Der Beginn vom Ende
[H. Reaktionen im Ausland auf die Reichskristallnacht und die Spaltung der CSSR]

[6.22. Hollands Polizei deportiert Juden ohne Visum ins Reich]

Ein ähnlicher Flüchtlingsstrom erreichte Holland. Bis Ende 1938 zählte das Jüdische Flüchtlingskomitee von Frau van Tijn [Committee for Jewish Refugees, CJR] in Holland 7000 Flüchtlinge, miteingeschlossen 1800, die Ende Jahr nach dem November-Pogrom gekommen waren. Offiziell war geplant, nach dem 11. November niemanden mehr einreisen zu lassen, aber durch eine Garantie über 1 Million Gulden des CJR wurde die zeitliche Frist auf den 23. Dezember hinausgeschoben.

(Endnote 117: Für Holland siehe:
-- Executive Committee, 4/19/39 [19. April 1939];
-- R46, Bericht vom Januar 1939 (January 1939 report);
-- 34-Germany, Flüchtlinge 1935-41, Bericht von 1938.

Dies sind auch die Quellen für den nächsten Abschnitt im Text. Frau van Tijn berichtet (R52, Sitzung des Flüchtlingskomitees am 3/23/39 [23. März 1939]), dass die holländische Grenze am 17. Dezember geschlossen wurde. Ich konnte diesen Widerspruch nicht auflösen).

Nach diesem Datum wurde die holländische Polizei sehr streng und zögerte nicht, die Ankömmlinge ohne Visum zu deportieren. Nichtsdestotrotz wuchs die Anzahl jüdischer Flüchtlinge in Holland im Frühjahr 1939 auf ungefähr 7000 an, weil eine stattliche Anzahl deutscher Juden legale Einreisepapiere erhalten hatte, dies, weil sie Verwandte in Holland angeben konnten, die schon im Lande lebten.

[Drei Lager für jüdische Flüchtlinge - Westerbork - Hilfe des JDC - Berufsausbildung]

Das ganze Jahr 1939 hindurch kamen Flüchtlinge an. Da gab es die Illegalen, denen man ein Bleiberecht gab, und die Legalen, die mittellos dastanden. Die Regierung liess einfach drei Lager für 600 Personen einrichten. Eines dieser Lager war Westerbork, das künftige Deportationszentrum, von wo aus die meisten holländischen Juden in den Jahren 1942-1944 in den Tod gingen.

Das JDC unterstützte das Komitee von Frau van Tijn wie in den vorigen Jahren, speziell das Wieringen-Projekt, wo im Jahre 1939 270 junge Leute eine landwirtschaftliche Berufsausbildung bekamen, und auch die anderen Berufsbildungszentren der Hechalutz wurden unterstützt, mit noch einmal 330 Leuten, die sich auf Palästina vorbereiteten. Die meisten dieser jungen Leute haben ihr Zielland aber nie gesehen - viele wurden in die Nazi-Todeslager geschickt; andere mussten während des Krieges den Kern einer der jüdischen Widerstandsgruppen in Frankreich bilden.







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