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Umbau von Kirchenbauten in soziale Institutionen

Meldungen

präsentiert von Michael Palomino

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Spiegel
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12.12.2011: <Umgewandelte Kirchen in Maastricht: Schmökern, speisen, schlafen> - Archiv, Museum, Hörsaal, Uni-Sitz, Probenraum, Modegeschäft, Buchladen, Hotel, Versuchslabor, Fahrradhalle

aus: Spiegel online: 12.12.2011;
http://www.spiegel.de/reise/europa/0,1518,803119,00.html

<Was nützt eine Kirche, wenn niemand darin beten will? In Maastricht gab man sich in den letzten Jahren erfinderisch und funktionierte verlassene Gotteshäuser um: Als Fahrradlager, Versuchslabor oder Museum nutzte man die sakralen Räume - die Kreuzherrenkirche ist inzwischen ein Hotel.

Maastricht - Besucher mögen die burgundische Atmosphäre der Genießerstadt - und sie bestaunen die umgewandelten Kirchen. Denn Maastricht hat ein Problem mit seinen Gotteshäusern. Nach Regierungsangaben werden in den Niederlanden jede Woche durchschnittlich zwei Kirchen aufgegeben. Wenn sie nicht verfallen oder abgerissen werden sollen, müssen sie eine neue Bestimmung bekommen.

In Maastricht lässt man sich dafür einiges einfallen. Dort dienen ehemalige Gotteshäuser unter anderem als Archiv, Naturkundemuseum, Hörsaal, Hauptsitz der Universität, Probenraum und Modegeschäft.

Zwei springen besonders ins Auge: die Dominikanerkirche und die Kreuzherrenkirche, beide noch aus der Zeit der Ritter und Minnesänger. Die eine beherbergt heute einen Büchertempel, die andere ein Hotel. Der erste Eindruck ist überwältigend. Die gotische Halle ist jeweils völlig intakt geblieben - das gebietet schon der Denkmalschutz. Die neuen Elemente wurden wie Schachteln in die Kirchen hineingestellt, ohne die Bausubstanz anzutasten.

In der Dominikanerkirche erhebt sich nun ein zweistöckiger schwarzer "Bücherschrank" aus Metall, der über Treppen und Galerien begehbar ist. Man läuft über Grabplatten zur Kasse, und direkt über den Sonderangeboten prangt die älteste bekannte Wandmalerei mit einem Bildnis des mittelalterlichen Kirchenlehrers Thomas von Aquin.

Ruine, Parkplatz, Versuchslabor für Kunstdünger

In der Kreuzherrenkirche befindet sich ein ähnlicher Block, in diesem Fall mit Rezeption, Glasaufzug und einer Plattform für das Frühstücksbuffet. Die 60 Zimmer sind im angrenzenden Kloster untergebracht. Die minimalistische Ausstattung harmoniert erstaunlich gut mit der klaren und schlichten Architektur des Spätmittelalters. Nur von der Botschaft her passt es nicht so recht zusammen: Das Hotel ruft zum Genießen auf, aber die Mahnungen der Religion schimmern hier und da noch durch.

An einer Wand lässt eine halbverblichene Bildergeschichte ein Menschenleben Revue passieren - anders als ein Comic muss man sie von unten nach oben lesen: immer näher zu Gott. Auf manchen Gläubigen mag es verstörend wirken, darunter nun eine Sitzecke zu finden - und im Altarraum eine Bar mit rotem Lederpolster.

Herman van den Berg, katholischer Priester aus Maastricht, nimmt es gelassen: "Allemal besser als abreißen. Das ist nur die logische Folge davon, dass immer weniger Leute in die Kirche gehen. Ich finde es vor allem wichtig, dass die Kirchenbauten erhalten bleiben, weil sie kunsthistorisch so interessant sind." Die Kreuzherrenkirche war vor der Umwandlung in ein Hotel ein Versuchslabor für Kunstdünger und danach eine Ruine. Die Dominikanerkirche diente als Abstellplatz für Fahrräder.

Einige Kirchen sind jedoch auch in Maastricht noch immer in Gebrauch, so die romanische Liebfrauenbasilika am schönsten Platz der Innenstadt. Dort zünden jeden Tag viele Menschen vor einer Marienstatue Kerzen an und wünschen sich dabei etwas im Stillen. Man muss nicht gläubig sein, um zu hoffen, dass es noch lange so bleibt.

Christoph Driessen, dpa>

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5.1.2012: Kirchen umbauen in Österreich

aus: Fritz der Fratz; In: Steuer von Ausgetretenen: Oberhummer: "Die Kirche hat genug Geld"; 5.1.2012;
http://derstandard.at/1325485720822/Steuer-von-Ausgetretenen-Oberhummer-Die-Kirche-hat-genug-Geld

Man kann überflüssige Kirchen umbauen:
-- Kindermuseen (s. Link http://www.machmitmuseum.de/?article_id=180),
-- Wohnungen,
-- Pflegeheime,
-- Konferenzzentren und
-- Galerien (wie das Kloster Und in Krems) usw. daraus machen.

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Der Standard online, Logo

11.1.2012: <Kirchenkritiker Niko Alm: "Leere Kirchen zu Kultur- und Shoppingzentren machen">

aus: Der Standard online; 11.1.2012;
http://derstandard.at/1326248932641/Kirchenkritiker-Niko-Alm-Leere-Kirchen-zu-Kultur--und-Shoppingzentren-machen

<Volksbegehrens-Mitinitiator Niko Alm: Staat solle verwaiste Kirchen "nicht subventionieren, sondern für alle nutzbar machen".

"Für die Kirche hat zu gelten, was für jeden anderen Immobilienbesitzer auch gilt: Wer sein Bauwerk nicht mehr erhalten kann oder will, muss verkaufen", fordert Niko Alm, Mitinitiator des "Volksbegehrens gegen Kirchenprivilegien". Privilegien seien für die "schwerreiche Kirche" fehl am Platz - "und wenn der Staat schon für den Erhalt aufkomme, dann sei es nur recht und billig, diese Immobilien günstig zu erwerben und im Interesse des Gemeinwohls zu nutzen".

Wie berichtet, wird der Erhalt kirchlicher Bauten schon jetzt vielfach aus Steuermitteln finanziert. "50 Prozent des Denkmalschutzes werden für sakrale Bauten ausgegeben", sagte etwa der Kirchenkritiker und Universitätsprofessor Heinz Oberhummer von der Initiative "Religion ist Privatsache" im derStandard.at-Interview.

"Kirche kauft Immobilien in bester Lage"

Alm zitierte am Dienstag auch das Beispiel der Salzburger Kollegienkirche (siehe Artikel vom 23. Dezember), für deren Erhalt die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) mehr als sechs Millionen Euro zahlt. Und: "Während sich die Kirche ihre Sakral-Immobilien also vom Staat über Zwangsbeiträge und Steuerleistungen finanzieren lässt, kauft sie andererseits eifrig gewinnbringende Immobilien ein", so Alm: Vor einem Jahr sei publik geworden, dass der Karmeliterorden das 50 Hektar große Stadtareal "Reininghausgründe" in Graz erworben hat. Im Jahr 2010 habe die Buwog den Verkauf von elf Wohnhausanlagen mit insgesamt 276 Wohnungen an das Benediktinerstift Admont in der Steiermark bekannt gegeben.

Das Interesse an der Umwidmung kirchlicher Bauwerke nehme unterdessen in ganz Westeuropa zu, so Alm: "In Deutschland werden Sakralbauten immer häufiger zu Wirtshäusern, Discos oder Konsumtempeln umfunktioniert. 2004 gelangten luxuriöse bischöfliche Immobilien in Millionenwert auf den englischen Immobilienmarkt. Da die Zahl der Kirchenmitglieder sich seit Jahren im freien Fall befindet und auch die sonntäglichen Kirchgänger längst eine verschwindende Minderheit bilden, wäre es nur recht und billig, dass ehemals sakrale Bauten einer sinnvolleren Nutzung im Sinne der Allgemeinheit zugeführt werden", so der Volksbegehrens-Proponent abschließend. (red)>

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Welt online, Logo

Maastrich 14.2.2012: Kirchen werden zu sozialen Einrichtungen oder Hotels umgebaut

aus: Welt online: Niederlande: In Maastricht werden Kirchen zu Hotels; 14.2.2012;
http://www.marcopolo.de/reise-news/niederlande-in-maastricht-werden-kirchen-zu-hotels

<Viele Kirchen aber immer weniger Besucher: In Maastricht werden immer Gotteshäuser aufgegeben. Damit die Gebäude nicht abgerissen werden müssen, dienen sie nun unter anderem als Museum oder Hotel - ein Priester nimmt’s gelassen.

Im Dezember 1991 wurden in Maastricht die Verträge der Europäischen Union (EU) ausgehandelt, ein Ereignis, das die Stadt international bekannt gemacht hat. Maastricht ist eine der ältesten Städte der Niederlande und für Touristen ein beliebter Ort für Kultur, Erholung und Shopping. Nun gibt es für Besucher eine neue Attraktion: Seit die Zahl der Kirchenbesucher immer weiter zurück gehen, müssen nach Angaben der Regierung immer mehr Kirchen für den Gottesdienst geschlossen werden. Und damit die schönen Gebäude nicht dem Verfall oder dem Abriss preisgegeben werden, hat die Stadt die Kirchen kurzerhand zweckentfremdet - so wurden aus den Gotteshäusern Archive, Museen, Hörsäle, Geschäfte und sogar auch Hotels für Touristen.

Die Bar hinter dem Altar

Zwei eindrucksvolle Beispiele für die Umfunktionierung sind die Dominikanerkirche und die Kreuzherrenkirche in Maastricht. Die Dominikanerkirche wurde im Jahr 1292 eingeweiht und besitzt eine bewegte Geschichte, die nun fortgesetzt wird: Denn wo in dem gotischen Bauwerk einst gebetet und gepredigt wurde, befindet sich nun ein zweistöckiges Bücherregal der Buchhandelskette "Selexyz". Der riesige Bücherschrank ist über Treppen und Galerien begehbar, während der Weg zur Kasse über im Boden eingelassen Grabplatten führt. Die Kreuzherrenkirche ist dagegen Teil eines Hotels geworden: Inmitten der Architektur des Spätmittelalters befindet sich eine Rezeption und ein gläserner Aufzug, der auf eine Plattform für das Frühstücksbuffet führt. Im ehemaligen Altarraum befindet sich nun ein Bar mit roten Lederpolstern, die 60 Zimmer des Hotels sind jedoch im anliegenden Kloster untergebracht.

Harmonie aus Alt und Neu

Die Geistlichkeit von Maastricht nimmt die Zweckentfremdung der historischen Gotteshäuser gelassen, denn vor der Umwandlung wurde die Kreuzherrenkirche als Versuchslabor für Kunstdünger benutzt, die Dominikanerkirche musste als Abstellplatz für Fahrräder herhalten. "Allemal besser als abreißen", sagt Herman van den Berg, ein katholischer Priester aus Maastricht. "Ich finde es vor allem wichtig, dass die Kirchenbauten erhalten bleiben, weil sie kunsthistorisch so interessant sind". Aus diesem Grund wurde bei dem Umbau die Bausubstanz nicht angerührt, so dass die gotischen Hallen völlig intakt geblieben sind und mit den modernen Elementen auf eine interessante Art und Weise harmonieren.

Von Martin Fuchs, MARCO POLO News-Redaktion >

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Der Standard online, Logo

18.5.2012: <Oslo schafft Staatskirche ab> - keine "Staatskirche" mehr in Norwegen

aus: Der Standard online; 18.5.2012;
http://derstandard.at/1336697245895/Oslo-schafft-Staatskirche-ab

<Parlament stimmt am Montag über Verfassungsänderung ab - Staat soll nicht mehr "konfessionsgebunden" sein.

Oslo - Norwegen will eine Trennung zwischen Staat und Kirche vollziehen und seine jahrhundertealte evangelisch-lutherische Staatskirche abschaffen. Am Montag will das Parlament über eine Verfassungsänderung abstimmen, die Voraussetzung für ein neues Kirchengesetz ist, wie Kathpress am Freitag berichtete. Dabei wird mit einer breiten Zustimmung gerechnet. Auch die norwegische Kirche befürwortet diese Entwicklung.

Bereits vergangenen Dienstag hatte der zuständige parlamentarische Ausschuss für Kirche, Ausbildung und Forschung den Gesetzentwurf einstimmig gutgeheißen. Der Staat wird damit in Zukunft nicht mehr "konfessionsgebunden" sein. Der Status des lutherischen Bekenntnisses als "öffentliche Religion" wird abgeschafft. Auch die Kirchensteuer in ihrer heutigen Form wird es in Zukunft nicht mehr geben. Minister müssen nicht mehr Kirchenmitglieder sein. Anstelle des Staates kann künftig die norwegische Kirche Bischöfe und Pröpste ernennen.

"Zeichen für die Gleichberechtigung"

Die norwegische Kirche befürwortet die Entwicklung. Trude Evenshaug, Sprecherin des Kirchenrats, erklärte, man habe lange auf dieses Ziel hingearbeitet. "Wir wollten diese Änderungen, denn wir leben in einer vielfältigen Gesellschaft, und viele Einwohner dieses Landes sind keine Kirchenmitglieder. Das neue Gesetz ist ein Zeichen für die Gleichberechtigung aller Glaubensgemeinschaften", sagte sie im norwegischen öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Für die Menschen selbst seien dadurch keine großen Veränderungen zu erwarten, und auch an der Feiertagsregelung ändere sich nichts.

In einer gemeinsamen Mitteilung des parlamentarischen Ausschusses und der Kirche hieß es, was man bisher als "Staatskirche" gekannt habe, werde zu einer offeneren und demokratischeren Volkskirche. Svein Harberg, Vorsitzender des Ausschusses, sprach von einem "historischen" Schritt. "Die norwegische Kirche wird damit eine Glaubensgemeinschaft wie andere auch", sagte er.

Das neue Gesetz unterstreicht, die Wertegrundlage Norwegens ruhe auf dem christlichen und humanistischen Erbe. Die religiöse Tätigkeit der Kirche sei zwar nicht länger Sache des Staates, doch habe dieser die Aufgabe, die Kirche als Glaubensgemeinschaft zu unterstützen.

Seit 1537 ist das Luthertum in Norwegen durch ein königliches Dekret Staatsreligion. An der Spitze der norwegischen Kirchen steht der König von Norwegen. Das demokratisch gewählte norwegische Parlament ist zugleich auch norwegisches Kirchenparlament. Alle Bischöfe und Dekane werden von der Regierung benannt. Ein ähnliches System gibt es auch noch in Dänemark, während in Schweden die Staatskirche mit Beginn des Jahres 2000 abgeschafft wurde. (APA, 18.5.2012)>

Kommentar

GRATULIERE!!! DIE MENSCHENRECHTE HABEN DEN WEG ENDLICH FREI. Kirchen kann man als neutrale Sozialgebäude nutzen. Irrglaube braucht's nicht mehr.

Michael Palomino, 18.5.2012






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