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Kolonialismus in Chronologie II.

2. Sklaverei und Kampf um Gewürze in "Indien" - Portugal - Spanien - Niederlande -

russische Expansion und chinesische Öffnung 1493 - 1700

von Michael Palomino (1999 / 2003 / 2005 / 2009)

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Pfefferkoerner
Pfeffer: Das gibt Profit...

Kommentar

Der/die Lesende kann in dieser Chronologie den Weltkrieg ab 1493 um den Gewürzhandel zwischen Europa und Asien mitverfolgen: zuerst die portugiesische Expansion um Afrika herum, dann die spanische Expansion um Süd-"Amerika" herum. Die europäischen Flotten und Truppen bekriegen sich ab 1520 ab der Reformation auf fremdem Territorium dann gegenseitig und versklaven viele einheimische Bevölkerungen zur Gewinnmaximierung. Die einheimischen Bevölkerungen werden z.T. auch zwischen Katholen und Protestanten gegeneinander ausgespielt, oder die Kolonialmächte werden von Sultanen gegen Urbevölkerungen eingesetzt. Die europäischen Kolonialmächte bauen Städtenetze und Netze mit Burgen auf fremdem Boden, um ihre Herrschaften abzusichern. "Mission" heisst: Profit. Hat jemand etwas von Entschädigung gesagt?

 Michael Palomino
1999 / Oktober 2003 / April 2005 / 2009


Quellen
-- Reinhard, Wolfgang: Geschichte der europäischen Expansion. Bd.I: Die Alte Welt bis 1818.
Kohlhammer, Stuttgart/Berlin/Köln/Mainz 1983

-- Huby, Felix. Traumreisen; Auf den Spuren grosser Entdecker. Deutscher Bücherbund, Stuttgart, Hamburg, München, 1980

-- Payer, Margarete: Chronik zur Geschichte der Philippinen:
Internet: http://machno.hbi-stuttgart.de/~payer/weltw43.html (Stand März 2005)

Grunddaten ergänzt aus DTV-Atlas der Geschichte



Chronologie

ab 1493: Beschluss der Weiterführung des Indienprogramms in Portugal - der Papst definiert die Grenze zwischen spanischer und portugiesischer "Christianisierung" - Vertrag von Tortesillas

Der König von Portugal, Johann II., beschliesst, das Indienprogramm auf dem direkten Seeweg weiterzuführen, trotz der spanischen Entdeckung "Indiens" (Reinhard, Bd.I.,S.50).

König Johann II. von Portugal
König Johann II. von Portugal [1]

Um die Zuständigkeiten abzuklären, wird erneut der Papst um eine Lösung angerufen, der 1493 eine erste Längengradlinie von 39,5° definiert. Die spanische Krone soll westlich, die portugiesische Krone östliche der Linie die "christliche (z.T. tödliche) Autorität" ausüben (Reinhard, Bd.I.,S.49).


1494 einigen sich die spanische und portugiesische Krone im Vertrag von Tordesillas auf eine Zuständigkeitsgrenze auf dem 46,5° Längengrad (Reinhard, Bd.I.,S.49)


Tordesillas


Tordesillas Stadtbrücke ueber den Duero
Tordesillas Stadtbrücke [2]
Karte Region Tordesillas Spanien Espana Portugal Papst Kolonialismus colonialismo
Karte mit Tordesillas (Spanien) am Rio Duero [3]


Die Gedenktafel in Tordesillas (Spanien) gibt den Zweck und Inhalt des Vertrages so wieder:

"An diesem Ort unterschrieben am 7.Juni 1494 Diplomaten - Kastilier und Portugiesen - unterstützt von Kartographen beider Länder, ein Abkommen, das auf päpstlicher Erlaubnis basierend, die Welt in zwei Zonen teilt, die Ziel der Entdeckung und Evangelisation sein sollten. Aus diesem Abkommen entstanden die Länder, die heute die hispanisch-lusitanische Gemeinschaft in Amerika, Asien und Afrika bilden."
(Internet: M.Payer: Chronik zur Geschichte der Philippinen)

Karte mit der Grenzlinie ("Papstlinie") des Vertrags von Tordesillas vom 7.6.1494 als Basis des Kolonialismus des "Christentums" zwischen Spanien und Portugal
Karte mit der Grenzlinie ("Papstlinie") des Vertrags von Tordesillas vom 7.6.1494 als Basis des Kolonialismus des "Christentums" zwischen Spanien und Portugal [4]


1495 stirbt der portugiesische König Johann II., Nachfolger ist Manuel I., der das Indienprogramm fortführt. Das Wissen um die Windverhältnisse nach Indien wird eventuell auf geheimen Erkundungsfahrten erweitert (Reinhard, Bd.I.,S.49).


ab 1495: König Manuel I. - Erste Indienfahrt von Vasco da Gama 1497-1499 - Moçambique und Ostafrika - "Vasco da Gama-Zeitalter" - die Christen richten Chaos an - Madeira wird "Zuckerinsel" mit Sklaven-wirtschaft

Manuel I. unterstützt das weitere Indienprogramm. Am 3. August 1497 legen unter Führung von Vasco da Gama 4 Schiffe mit 170 Mann Besatzung in Richtung Indien ab, dokumentiert durch das Tagebuch von Álvaro Velho (Reinhard, Bd.I.,S.50), erreichen am 2. März 1498 Moçambique und erkunden die Küste Afrikas, die aus arabischen und persischen Fürstentümern besteht (Mischsprache Kisuaheli aus arabischen und Bantu-Einflüssen). Die afrikanische Küste ist durch den Handel mit Indien sehr reichgeworden: Gold und Elfenbein werden gegen indische Textilien und Glasarbeiten gehandelt (Reinhard, Bd.I.,S.51).

Vasco da Gama Eroberer im Kolonialismus von Portugal
Vasco da Gama [5]

Mit der Ankunft von Vasco de Gamas Flotte in Calicut am 20.Mai 1498 beginnt in der indischen Geschichtsschreibung das "Vasco da Gama-Zeitalter".

Karte mit der Lage von Calicut an der indischen Westküste (Malabarküste)
Karte mit der Lage von Calicut an der indischen Westküste (Malabarküste) [6]

Einwohnerin von Calicut am Strand
Sonnenuntergang sunset coucher du soleil in Calicut Indien
Bewohnerin am Strand von Calicut / Kozhikode [7]
Sonnenuntergang in Calicut / Kozhikode [8]



Die Portugiesen halten in ihrem Wahn gegen die Moslems die Hindus zuerst für Christen und halten in Hindutempeln Gebete ab. Nach einem herzlichen Empfang durch den dortigen Radja Samoré ("Herr des Meeres") kommt es zu gegenseitigen Verleumdungen von Christen gegen Moslems bzw. Araber ("Räuber", "Teufel" etc.; Reinhard Bd.I., S.50,51).

Auf Madeira wird inzwischen die Plantagenwirtschaft mit dem dazugehörigen Sklaventum ausgebaut. 1498 liefert Madeira z.B. 1800 Tonnen Zucker (120.000 Arrobas) nach Portugal, davon aber auch Teile nach Antwerpen und an die deutschen Händler der Welser (Reinhard, Bd.I.,S.46).



Die indisch-arabischen Handelslinien: "Pfefferlinie" - Handel und Heimfahrt der portugiesischen Flotte 1499 - Sitzwechsel der internationalen Faktoreien von Brügge nach Antwerpen 1499-1511 - Kriegsbeginn zwischen Venedig und der Türkei 1499 - steigender italienischer Pfefferpreis - ab 1499: Welser in Lissabon

Die Handelslinien sind abgesteckt: Indien ("Hochindien") liefert Arabien Ingwer, Pfeffer und Zimt, die Malakka-Halbinsel an Arabien Gewürznelken (Reinhard, Bd.I.,S.52). Pfeffer für Arabien kommt ebenso aus Sumatra. Es herrschen eine arabische "Pfeffer-Linie" Calicut - Aden und die Handelslinie des Sultanats der Gujeratis von Malakka bis zum Indus mit Handelsmonopolen im Zentrum Cambaya sowie den Häfen Diu, Rander und Surat. Die Struktur besteht jedoch nur in Familienverbänden. Monopole oder Stapelrechte sind den Arabern und Indern unbekannt (Reinhard, Bd.I.,S.53).

Vasco da Gama kann am Ende doch noch einen Handel beim Radja Samoré abschliessen und eine Ladung Gewürze sowie ein Angebot an König Manuel mit nach Hause nehmen: Pfeffer, Zimt, Nelken, Ingwer und Edelsteine werden gegen Gold, Silber, Korallen und Scharlachtuch geboten (Reinhard, Bd.I.,S.52).

Die Heimfahrt wird zur Tortur, weil Vasco da Gama von den Windverhältnissen nicht unterrichtet wurde [die arabische Konkurrenz dachte sich wohl, die Christen sollten auf dem Meer verdursten]. Wegen zu vielen Todesfällen durch Skorbut in der Windstille wird ein Schiff verbrannt. Die Flotte erreicht Portugal im Sommer 1499 (Reinhard, Bd.I.,S.52).

Ende 15.Jh. wechseln die ausländischen Händler und Kaufleute in Europa aus politischen und ökonomischen Gründen von Brügge nach Antwerpen, 1499 auch die portugiesisch-königliche Faktorei, bis 1511 auch alle anderen ausländischen Faktoreien (Reinhard, Bd.I.,S.98).

1499 bricht zwischen Venedig und der Türkei Krieg aus. (Reinhard, Bd.I.,S.95). Der venezianische Pfefferpreis schnellt dadurch in die Höhe (Reinhard, Bd.I.,S.104). Augsburger Kaufleute versuchen, den mitteleuropäischen Gewürzbedarf zuerst über Genua zu decken. Dann unternehmen die deutschen Welser auch den Versuch, Gewürze über Lissabon zu beziehen (Reinhard, Bd.I.,S.95). Durch die folgende portugiesische Blockade geht der Pfefferpreis für italienischen Pfeffer noch mehr nach oben (Reinhard, Bd.I.,S.104).

ab 1500 ca.: "Amerika": Einfuhr europäischer Güter - Ausbeutung der Edelmetalle, "Silberflotten" - englische, holländische, französische Überfälle

Die Spanier führen die europäischen Kulturpflanzen (Getreide) und Haustiere wie Rind, Pferd und Schaf in Süd-"Amerika" ein, die sich rasch verbreiten. Das Hauptaugenmerk richtet sich jedoch auf die Ausbeutung der Edelmetalle. Es etablieren sich die sogenannten "Silberflotten" der Insel "Hispañola" nach Cadiz. Engländer, Holländer und Franzosen organisieren Überfälle (DTV I. S.277).

Manuels neuer Herrschertitel - das Angebot des Radja Samoré - die portugiesische Provokation in Calicut 1500 - Gold aus Guinea

Manuel I. kreiert sich einen neuen Titel: "König von Portugal und der Algarve, Herr von Guinea und der Eroberung, der Schiffahrt und des Handels von Äthiopien, Arabien, Persien und Indien". Das Ziel gegen die muslimischen-arabischen Handelsrouten ist somit abgesteckt (Reinhard, Bd.I.,S.52).

König Manuel I. von  Portugal
Portugal: König Manuel I. [9]

1500 bricht die "2.Indienflotte" Portugals unter Kommando von Pedro Álvares Cabral mit 13 Schiffen und 1200 bis 1500 Mann Besatzung nach Indien auf. Das heutige Brasilien wird wegen einem unbeabsichtigten Navigationsfehler am 22.April 1500 unfreiwillige Zwischenstation und als "Land des wahren Kreuzes" bezeichnet. Am 13. September 1500 wird Calicut erreicht (Reinhard, Bd.I.,S.53).

Der Radja Samoré erlaubt den Portugiesen die Errichtung einer Faktorei. Cabral jedoch erhebt Anspruch auf Vorrang vor der arabischen Konkurrenz, was ihm der Samoré nicht erlaubt. Daraufhin lässt Cabral Gewalt sprechen und kapert ein auslaufendes beladenes arabisches Schiff. Die misstrauischen Moslems stürmen daraufhin die portugiesische Faktorei und töten 50 Portugiesen, darunter auch den Leiter der Faktorei. Cabral kapert 9-10 weitere muslimische Schiffe im Hafen und lässt 500-600 Muslime massakrieren (Reinhard, Bd.I.,S.53). Die Schiffe werden ausgeraubt und verbrannt. Zuletzt lässt Cabral Calicut mit seiner Schiffsartillerie beschiessen und verlässt mit seinen Schiffen die Stadt (Reinhard, Bd.I.,S.54).

Pedro Alvares Álvares Cabral, Portugal, Element im Kolonialismus von Portugal
Pedro Alvares Álvares Cabral Kolialismus Portugal Geldschein Geldnote Geld Escudo
Pedro Álvares Cabral [10]
Verehrung von Cabral auf der portugiesischen Banknote bis zur Einführung des Euro [11]



Die portugiesische "Kolonie" Guinea in Afrika "liefert" in der Zeit von 1500-1520 jährlich mindestens 700 kg Gold nach Portugal (Reinhard, Bd.I.,S.45).


Verbindung der Portugiesen mit weiteren Muslim-Gegnern in Indien - Verbrennung von Muslimen auf Pilgerschiffen 1502 - "Entdeckungen" von "St.Helena" und "Ascensión" 1502- Fixpreis für Gewürze in Kotschin 1502 und die portugiesische Geschäftsorganisation - erneuter Angriff auf Calicut mit Ermordungen 1502 - Radja Samoré verliert Seegefecht gegen Da Gama 1503 - neuer Verbündeter der Portugiesen in Cannanore - Preiszerfall für Pfeffer ab 1503 - Gold vom "amerikanischen" Kontinent - Gewürzverträge zwischen Fuggern, Welsern und Portugal 1503 - Zuckeranbau und Sklavenwirtschaft auf Sâo Tomé ab 16. Jh.

Der indische Kontinent ist in sich zwischen Moslems und Hindus gespalten. Dies weiss die portugiesische Krone auszunützen und findet in Kotschin, südlich von Calicut, einen Radja, der sich mit ihnen gegen die Muslime und den Radja Samoré verbündet (Reinhard, Bd.I.,S.54).


Cochin Kotschin Malabarküste Indien India
Indien: Karte mit der Position des Staats Kerala an der Westküste Indiens
mit der Stadt Kotschin / Cochin / Kochi [12]

1502 erfolgt mit 22 neuen Schiffen unter Führung von Vasco da Gama eine erneute "Expedition". Auf dem Weg werden Mekka-Pilgerschiffe gekapert, ausgeraubt, 20 Knaben für die Taufe aussortiert und die Schiffe samt den anderen Insassen verbrannt. Die Flotte erreicht als erstes Kotschin, wo eine "christliche" Faktorei "eingerichtet" und mit dem dortigen Radja ein Fixpreis für Gewürze festgelegt wird (Reinhard, Bd.I.,S.54).


1502 erfolgen die portugiesischen "Entdeckungen" der Inseln "St. Helena" und "Ascensión" (Reinhard, Bd.I.,S.92).

Bei der Ankunft der portugiesischen Flotte in Calicut ist der Radja Samoré versöhnlich gestimmt: Er liefert die 12 wichtigsten Anführer des Sturms auf die portugiesische Faktorei aus und bietet eine Zahlung von 20.000 Pardoes, dann 40.000 Pardoes. Da Gama aber verlangt unmögliches: die Vertreibung aller Moslems aus Calicut. Der Samoré lehnt ab (Reinhard, Bd.I.,S.54).

Da Gama lässt - wie schon vorher Cabral - brutalste Gewalt sprechen. Er lässt ausfahrende Fischer und Matrosen gefangennehmen, an den Querstangen der Segelschiffe aufhängen und ihnen Köpfe, Hände und Füsse abhacken. Die Leibteile und Torsos lässt er in einem Boot an die Küste treiben. Zudem beginnt er mit Artillerie-Bombardement (Reinhard, Bd.I.,S.54).

1503 gewinnt Da Gama ein Seegefecht gegen Schiffe von Radja Samoré. Zudem findet sich nördlich von Calicut in Cannanore ein weiterer Radja, der mit den Portugiesen zusammenarbeiten will und ihnen günstige Angebote macht. Da Gama kann in Cannanore 30.000 quintals Gewürze laden und voll beladen die Heimreise antreten (Reinhard, Bd.I.,S.54). Ein kleines "christliches" Geschwader bleibt in Kotschin (Cochin) (Reinhard, Bd.I.,S.55).

Karte: Position von Cannanore / Kannur an Indiens Malabarküste
Südindien: Karte der Westküste Indiens mit der Stadt Cannanore / Kannur [13]


Da die Flotte von Da Gama 1503 Lissabon erreicht, tritt nun in Europa ein horrender Preiszerfall für Pfeffer ein. Die deutschen Kaufleute der Fugger und Welser schliessen mit dem portugiesischen König Manuel Gewürzverträge ab (Reinhard, Bd.I.,S.95).

1503 bis 1540 "liefern" die "Goldländer Amerikas" jährlich durchschnittlich 904 kg Gold (Reinhard, Bd.I.,S.45).

Auf Madeira findet ab dem 16. Jh. eine Umstrukturierung statt. Als "Zuckerinsel" dient neu die "entdeckte" Insel im Golf von Guinea Sâo Tomé, wo Sklaven ohne langen Anfahrtsweg zu haben sind. Auf Madeira wird auf Weinbau umgestellt. Auf den Azoren wird der Farbstoff Pastell produziert (Reinhard, Bd.I.,S.46).

Karte: Position der Sklaveninseln Sao Tome Tomé und Principe für Portugals Kolonialismus
Karte mit der portugiesischen Sklaveninseln Sao Tomé und Principe vor den heutigen Staaten Guinea und Gabun [14]

Sao Tomé ist zu dieser Zeit das Handelszentrum für afrikanische Sklaven für Europa und "Amerika"

Vergeblicher Angriff von Radja Samoré in Kotschin - 1504: Erste deutsche Faktorei in Lissabon - die Vernichtung der Moslems von Calicut 1504 - 1505: Erste deutsch-italienische Beteiligung an portugiesischen Kolonialunternehmen - 1505: Ernennung von Flottenchef Almeida - 1505: Das erste "christlich"-geopolitische Konzept der Weltherrschaft - deutscher Reisebericht

Der Radja Samoré lässt Kotschin angreifen. Die Portugiesen haben dadurch allen Vorwand, ihre Faktorei zum Fort auszubauen. Zudem treffen neun portugiesische Schiffe als Verstärkung ein. Der Radja Samoré hat keinen Erfolg (Reinhard, Bd.I.,S.55).

1504 können die deutschen Kaufleute der Welser in Lissabon unter Lucas Rem eine erste Faktorei errichten. König Manuel hält aber am Monopol an der Beteiligung der Schiffahrt fest, weil der Pfefferpreis in dieser Zeit gerade zusammenfällt (Reinhard, Bd.I.,S.95).

1504 ist erneute Verstärkung von 13 Schiffen nach Kotschin und Kalikut unterwegs. Die Moslems in Calicut geben nach und wollen die Stadt mit dem Schiff verlassen, werden von der portugiesischen Flotte unter Führung von Lopo Soares de Albergaria jedoch gesichtet und gleich vernichtet... (Reinhard, Bd.I.,S.55)

1505 entscheidet sich der portugiesische König Manuel I. für eine dauernde Präsenz in Indien (Reinhard, Bd.I.,S.57). Die Finanzmittel der portugiesischen Krone reichen dafür aber nicht aus. Nun erlaubt Manuel die Beteiligung von deutschen und italienischen Geldern (Florentiner und Genuesen). Das deutsch-italienische Konsortium darf sich mit drei Schiffen beteiligen, "S.Jeronimo", "S.Rafael" und S.Leonardo", die 150 % Gewinn einfahren (Reinhard, Bd.I.,S.95).

Als erstes ernennt König Manuel I. einen Flottenchef, Francisco de Almeida. Zudem erstellt er ein geopolitisches Konzept, das die nächsten strategischen Eroberungen festhält: Sofala und Kilwa an der ostafrikanischen Küste [heute Mozambique], sodann die Eingangsstädte zum Roten Meer (Reinhard, Bd.I.,S.57).

Die Almeida-Fahrt ist u.a. vom Deutschen Welser-Kaufmann Balthasar Springer dokumentiert in seiner Reisebeschreibung "Die Meerfart und erfarung nüwer Schiffung und Wege zu viln onerkanten Inseln und Küngreichen" (Reinhard, Bd.I.,S.95).


Die "Indienschiffe" Portugals: Caravellen und Galeonen

Die Besegelung der Caravellen in einer Dreiertakelung wird übernommen, das erste Segel als Rahsegel, das dritte Segel als Lateinsegel (Reinhard, Bd.I.,S.92). Es wird unterschieden zwischen Schiffen mit hohen Aufbauten, der "Karake" (nâo) und Schiffen mit schmalem Rumpf und niedrigen Aufbauten, den "Galeonen" (galeâo), die sehr wendig sind und v.a. als Kriegsschiffe verwendet werden.

Caravelle (Nachbau), Schiff im Kolonialismus
Galeone Schiffbau Kolonialismus Schiffmodellbau
Caravelle, nachgebaut [15]
Galeone [16]



Anfangs ist eine 400 t-Tragfähigkeit üblich. Ab 1550 erfolgt eine sukzessive Schiffsver-grösserung, da eine Erhöhung der Ladung keine ebensolche Erhöhung des Personalbestands zur Folge hat, um 1600 bis zu 2000 t. Die von den Engländern in der Strasse von Malakka gekaperte "Madre de Deus" hatte eine Nutzlast von 1600 t, eine Länge von 50,3 m, eine Masthöhe von 40 m, 7 Decks, 900 t Waren und 600-700 Personen an Bord.

Die Lebensdauer von portugiesischen Schiffen war selten höher als 10 Jahre und reichte für 3-4 Indienreisen. In Indien gebaute Schiffe aus Goa jedoch, die in der vizeköniglichen Werft gebaut waren, konnten wegen ihres harten und ölhaltigen Teak-Holzes bis 25 Jahre lang halten und bis 10 Indienreisen durchstehen. Ausserdem waren sie viel billiger produziert (Reinhard, Bd.I.,S.93).

Risiken und "Ausfallquoten" im Handel Portugals
In den 136 Jahren der "Carreira" rechneten die Kaufleute bei der Ausreise mit einer Ausfallquote von 11 %, bei der Heimreise von 15 % wegen dem Risiko der Überladung. 3/4 der Verluste waren auf Stürme, 1/4 auf Überfälle zurückzuführen. Die Kaufleute rechneten allgemein mit 20 % Verlust (Reinhard, Bd.I.,S.93).


Die Handelsverhältnisse in Südindien: z.T. portugiesische Erpressung - Fixpreis zum Vorteil Portugals - allgemeine Schuldzinsen für Profite von Wenigen

Die Pfeffergärten sind im Besitz von Tempeln, Fürsten und der obersten Kasten (Reinhard, Bd.I.,S.97). Die Ernte wird um die christliche Jahreswende eingebracht, einen Monat an der Sonne getrocknet und an einheimische Mittelsmänner verkauft. Die Portugiesen wirken jedoch auf den Handel mit Erpressungen ein. So drohen die Thomas-Christen mit "kirchlicher Autorität", dass Portugal eine Bevorzugung erfahre. Zudem müssen sich die indischen Fürsten zu Lieferungsgarantien an die portugiesischen Flotten einhalten. Als Gegenleistung leisten die Portugiesen Ausfuhrzölle etc. Weitere Pfefferlieferungen Indiens erfolgen v.a. nach China.


Pfefferkoerner
Pfefferernte an einer Pfeffer-Liane
Pfefferkörner an Pfeffer-Liane [17]
Pfefferernte an einer Pfeffer-Liane [18]



Der Fixpreis gilt bis Mitte 16. Jh., auch wenn er mit der Zeit für einheimische Händler nicht mehr attraktiv ist (Reinhard, Bd.I.,S.98). Die Indienreisen sind aber nur mit dem Fixpreis einigermassen kalkulierbar. Die Bezahlung erfolgt in Edelmetallen oder Kupfer, während der Blockaden des Roten Meeres auch in Waren (Reinhard, Bd.I.,S.99).

Die Schiffe werden v.a. durch Staatssteuern finanziert. So stützt die ganze Gesellschaft, die kaum profitiert, die ganzen Flotten mit, später u.a. auch durch Schuldzinsen, während die Gewinne der Geschäfte nur in einige wenige Taschen fliessen (Reinhard, Bd.I.,S.100).

Die Pfefferqualität wird im Verlauf der Zeit sehr unterschiedlich. 1518 erlitt eine Pfefferladung durch Trocknen und Sieben 7 % Gewichtsverlust, 1557 schon 40 %. Wegen Festpreisen sind die portugiesischen Reeder gezwungen, mehr und mehr Wasser und Schmutz zu bezahlen, für den dann der Endkonsument wieder bezahlen muss. Ohne das portugiesische Monopol steigen von 1561-1569 dann die Gewürzpreise um  ca. 300 %. Besserer Pfeffer kommt aus Cannanore (Reinhard, Bd.I.,S.100). Absatzmarkt für portugiesischen Pfeffer in Europa ist 1502-1550 Antwerpen (Reinhard, Bd.I.,S.103).

Freifracht für die Besatzung und illegale Ladungen
Je nach Rang hat der Angestellte eine Anzahl Gewürzkisten als Prämie zu gut, wovon er 10-20 % zollfrei erhält. 1620 erhält ein Capitâo mór 15 Kisten, ein Kapitän sechs Kisten und ein Matrose eine Kiste Gewürze.

Illegal werden gegen Schmiergelder regelmässig Gewürze in den Kabinen und den Provianträumen mitgeführt (Reinhard, Bd.I.,S.93).

Krankheiten und Todesfälle auf den Indienreisen, erbärmliche Bedingungen für die Matrosen
Prozentual übertreffen die Todesfälle auf den Gewürzschiffen die Ausfälle an Schiffen, oft wegen Skorbut und Seuchen. Frauen gibt es kaum an Bord. Die Sterberate bei der Ausreise kann bis 50 % betragen. Die Verpflegung ist einseitig schlecht und besteht aus Schiffszwieback, Salzfleisch oder Salzfisch. Zudem ist wegen Feuergefahr nur bei ruhiger See warmes Essen möglich.

Skorbut durch Vitaminmangel Avitaminose
Skorbut durch Vitaminmangel / Avitaminose [19]: Geschwollenes,
gerötetes Zahnfleisch, lockere Zähne, Zahnausfall (dtv-Wörterbuch der Medizin)

Die Todesrate auf den Schiffen wird dadurch erhöht, dass für Matrosen und Passagiere kaum Schlafraum einberechnet ist. Die Gewürzladungen werden somit mehr geschätzt als die Menschen, die sie transportieren (Reinhard, Bd.I.,S.93). Kleiderwechsel ist unüblich, Ungeziefer und Ratten werden in Hülle und Fülle hingenommen. Solche Strapazen auf sich zu nehmen erfordert schon "grosse Ziele", entweder das Streben nach grossem Reichtum oder die "Rettung" von Seelen. Matrosen sind deswegen knapp und mit falschen Versprechungen angelockt. Zum Teil sind es völlig unausgebildete Bauern.

Die Seeleute sind einer der verachteten "Stände" in Portugal, im Gegensatz zum Kapitän und zum Flottenbefehlshaber, die aus dem Adel stammen und kaum etwas von Seefahren verstehen. Erst gegen Ende des 17. Jh. wird es üblich, dass der Kommandeur eines Schiffes auch selbst auf dem Schiff anwesend ist. Dafür ist er an den Gewinnen beteiligt (Reinhard, Bd.I.,S.95).


Die "ausgeglichene" offizielle Zahlungsbilanz der portugiesischen Krone

1500-1550 erleidet die portugiesische Finanzverwaltung nur wenig Edelmetallabfluss, jährlich zwischen 30.000 und 80.000 Cruzados (Reinhard, Bd.I.,S.100). Höhere Beträge sind für politische Zwecke in den Kolonien bestimmt. Portugals Krone gelingt es, andere Finanzierungsquellen zu erschliessen:

1. In Antwerpen wird von den Fuggern in grossen Mengen ungarisches Kupfer aufgekauft und nach West-Afrika und für die indische Münzproduktion nach Indien geliefert.

2. Ein Teil des erforderlichen Geldes wird durch Wechsel gedeckt, was durch die dauernde Präsenz von Handelsvertretungen in Indien möglich wird.

3. Die Kolonien in Indien beginnen selbst, profitabel zu wirtschaften, Steuer- und Abgabenerträge abzuwerfen und eine positive Handelsbilanz aufzuweisen, was auch durch Erpressungen zustandekommt. So werden Reeder mit Schutzgeldern erpresst, portugiesische Häfen anzulaufen oder Abgaben und Zölle zu entrichten. Als "Gegenleistung" bietet man den Schutz vor Feinden und Piraten durch die portugiesische Flotte an (Reinhard, Bd.I.,S.101).

4. Der Landhandel wird mit der Zeit sehr ertragreich, vor allem an den Umschlagplätzen Hormuz und Malakka. Da indische Fürsten in Malakka Goldminen besitzen, die mehr Gold als die Minen in Guinea liefern, sind die Fürsten zum Teil sehr finanzstark und können sich massenweise Güter von aussen dazukaufen.

Malakka / Malacca
Karte mit der Lage der Halbinsel Malakka, heute Teil von Malaysia.
vergrössernKarte mit der Lage der Halbinsel Malakka, heute Teil von Malaysia [20]

Malakka Haus Malakka Elefant mit Saenfte Malakka Rikscha
Szenen aus Malakka [21-23]

5. Das "portugiesische Indien" verfügt über das Gold Süd-Ostafrikas mit dem Goldhandelszentrum in Sofala. Die Handelsbilanz Portugals mit seinen Kolonien ist wegen all der Finanzquellen zum Teil sogar positiv. Ab 1505 errichtet Portugal eine Faktorei in Sofala und beliefert Indien zusätzlich mit afrikanischem Gold, so dass in Indien die "Gold-pardaus" geprägt werden, die dem Cruzado ebenbürtig sind (Reinhard, Bd.I.,S.102).

Mozambique und Sofala
Karte mit der Provinz Sofala in Mozambique
Karte Afrikas mit Mozambique
Karte mit der Provinz Sofala in Mozambique [24]
Karte Afrikas mit Mozambique [25]


6. Die portugiesische Krone hat keine Skrupel, Negersklaven gegen Gold an Spanien zu verkaufen (Reinhard, Bd.I.,S.103).

7. Handelsprodukte Portugals für Indien sind Korallen, Tücher, Zinnober und Quecksilber. Albuquerque will den Handel auch auf andere Produkte ausweiten (Reinhard, Bd.I.,S.103).

16.Jh.: Europa: Brügge und Antwerpen als Handelszentren zwischen Skandinavien, Holland, Spanien und Portugal
Die holländischen Handelszentren im 16.Jh. sind Brügge und Antwerpen. Portugal bezieht dort Kupfer zur Bezahlung seiner Einkäufe. Für Spanien unter Karl V. sind Brügge und Antwerpen das "Herzstück" des Handelssystems zum Einkauf von Getreide und skandinavischem Holz für spanische "Bedürfnisse". Holland bezieht dafür von Spanien das spanisch-"amerikanische" Silber (Reinhard, Bd.I.,S.108).


1505: Portugiesische "Befestigung" von Kilwa, Mombasa, Sofala und in Moçambique - portugiesische Entdeckung von "Tristan da Cunha" - die "Carrera de India" - 1506: Eroberungsauftrag für Ceylon und Malakka - wieder portugiesisches Gewürzmonopol ab 1506, heimliche Beteiligungen - 1507: Christliche Eroberung von Sokotra, Zerstörung von Kalhat, Kuryat, Musca, und Suhar - Massaker, Folter und Verstümmelung an Muslimen

Der portugiesische Flottenchef Almeida sticht mit 28 Schiffen und 1500 Soldaten in See, folgt den Anweisungen seines Königs und lässt die ostafrikanischen Küstenstädte Kilwa und Mombasa "befestigen". Weitere seiner Leute "befestigen" die Küstenstadt Sofala und weitere Orte in Moçambique (Reinhard, Bd.I.,S.57).

[Also: Die weissen Portugiesen befehlen, und die Sklaven bauen und sterben...]

Kilwa im heutigen Tansania
Karte von Afrika mit Tansania



Fetung von Kilwa in Tansania / Tanzania, Briefmarke
Karte der Küste von Tansanie mit Kilwa
Karte der Küste von Tansanie mit Kilwa [28]
Karte von Afrika mit Tansania [26]
Festung von Kilwa auf einer Briefmarke [27]


Karte: Position von Kilwa in Tansania / Tanzania
Kilwa an der Küste des heutigen Tansania, Detailkarte [29]




Karte: Position von Mombasa, Kenia
Die Lage von Mombasa, heute Kenia / Kenya [30]

1506 erfolgt die portugiesische Entdeckung der südlichen Atlantik-Inseln "Tristan da Cunha" (Cunha ist einer der Chefs der Indienflotte) (Reinhard, Bd.I.,S.92).

Es etablieren sich feste Schifffahrtsrouten zwischen Europa und Indien, die mittels Ausnutzung von Meeresströmungen und Winden in einer grossen Acht verlaufen, auch "Carrera de India" genannt (Reinhard, Bd.I.,S.90,92).

Karte mit den Seerouten von Lissabon nach Indien: Goa und Cochin / Kotschin
Karte mit den Seerouten von Lissabon nach Indien: Goa und Cochin / Kotschin [31]

Karte mit einem Beispiel einer Segelroute von Lissabon nach Indien, Calicut und Bombay (Mumbay)
Karte mit einem Beispiel einer Segelroute von Lissabon nach Indien, Calicut und Bombay (Mumbay) [32]

1. Kanarenstrom, Abreise März / April
2. Zwischenstation Inseln Cap Verden
3. Zwischenstation Inseln Trinidade und Maetin Vaz
4. Süd-West-Monsun Ende Mai-Anfang September
5. Cap der "Stürme" / "Guten Hoffnung"
6. Zwischenstation Madagaskar
8. Weg der afrikanischen Ostküste entlang
10 direkter Weg mit Süd-West-Monsun, Ankunft in Indien September-November

Rückweg: Abfahrt ab Indiens Westküste im Dezember / Januar
-- Seefahrt entlang der afrikanischen Küste mit dem Agulhasstrom oder über Mauritius
-- dann Zwischenstationen Cap der "Stürme" / "Guten Hoffnung"
-- dann Zwischenstation Sank Helena und Insel Ascension mit Süd-Ost-Passat und dem Benguela-Strom
-- Zwischenstation Inseln Cap Verden
14. einen grossen Bogen machen um den Kanarenstrom, Zwischenstation Azoren
-- Weg nach Lissabon mit Westwinden, Ankunft Mitte Jjni-Mitte September

Der Anteil der portugiesischen Staatseinnahmen 1506 an Gewürzen beträgt 26,9 % (Reinhard, Bd.I.,S.106).

1506 gibt der König Portugals Anweisung, Ceylon (wegen Zimtanbau) und die Halbinsel Malakka (wegenNelkenanbau) zu erobern. Eine weitere Flotte mit 14 Schiffen unter den Kommandanten Tristâo de Cunha und Affonso de Albuquerque macht sich dafür in Richtung Indien auf (Reinhard, Bd.I.,S.57).

Affonso de Albuquerque Massenmoerder Massenmörder Portugal Kolonialismus
Affonso de Albuquerque [33]

Ab 1506 gilt für die portugiesischen Indien-Fahrten wieder das absolute portugiesische Gewürzmonopol und die dazu notwendigen Zahlungsmittel. Der Handel mit anderen Gütern bleibt frei. Bis 1570 hat die portugiesische Regierung allein genug Geld, ihre Flotten und Kriege zu finanzieren. Möglich ist dies wegen der gestiegenen Kreditwürdigkeit. Zum Teil kommt es auch zu heimlichen Beteiligungen, so dass das Monopol allmählich unterlaufen wird (Reinhard, Bd.I.,S.95,96).

1507 wird die Insel Sokotra vor dem Eingang zum Roten Meer portugiesisch besetzt.

Die Insel Sokotra am Eingang zum Roten Meer

Karte mit der Insel Socotra am "Horn von Afrika" bei Somalia

Socotra, Wadi, Flusslauf mit Palmen
Socotra, Zentralplatz
Karte mit der Insel Socotra am "Horn von Afrika" bei Somalia [34]
Socotra, Wadi, Flusslauf mit Palmen [35]
Socotra, Zentralplatz [36]



Albuquerque verzichtet aus Angst, seine Truppe sei zu schwach, auf einen Angriff gegen Aden und wendet sich stattdessen dem Eingang zum persischen Golf zu. Er zerstört die dortigen Küstenstädte Kalhat, Kuryat, Musca, und Suhar.


Karte mit den Handelsorten am Persischen Golf und an der Strasse von Hormuz
Karte mit den Handelsorten am Persischen Golf und an der Strasse von Hormuz [37]


Die gefangene Bevölkerung wird gefoltert und verstümmelt: Den Frauen werden Nasen und Ohren abgeschnitten, den Männern die rechte Hand abgehackt Die Zerstörung von Hormuz scheitert an der meuternden Belegschaft der portugiesischen Schiffe. (Reinhard, Bd.I.,S.57).


Die unterbrochenen Handelswege am roten Meer - arabisch-muslimische Gegenangriffe 1507 - die Vernichtung der arabischen Flotte in Diu - Gujeratis arrangiert sich mit Portugal - oberdeutsches und englisches Engagement im Gewürzhandel ab 1507 - portugiesische Erkundungen über Chinesen auf Malakka 1508 - portugiesische Faktorei in Antwerpen 1508

Der muslimische Persienhandel ist nun blockiert und die Handelslinie von Indien nach Ägypten empfindlich gestört. Auch die Venezianer, die in Alexandria für Europa die Abnehmer sind, spüren die Beeinträchtigung, können sich jedoch nur unparteiisch verhalten (Reinhard, Bd.I.,S.58).

Der Samoré von Calicut lässt 1507 eine Flotte mit 100en von kleinen Schiffen und 100en von westlich-kopierten Geschützen zusammenstellen und verbündet sich mit dem Sultan von Ägypten, dem definierten "Todfeind" der "christlichen" Kirche. Anfangs droht der Sultan mit der Zerstörung der heiligen Stätten in Palästina, lässt dann aber, mangels eigener Holzvorkommen, ausserhalb im Schwarzen Meer eine Flotte bauen (Reinhard, Bd.I.,S.57,58).

Die 25 arabischen Transporter werden auf dem Weg bei Rhodos aufgespürt und von portugiesisch kommandierten Johannitern überfallen, so dass nur 12 der 25 Schiffe mit 1500 Mann aus Ägypten nach Diu zum Reich der Gujeratis in See stechen. In einem Seegefecht werden portugiesische Schiffe überfallen, wobei der Sohn des Flottenchefs Almeida getötet wird (Reinhard, Bd.I.,S.58). Als Rache lässt Almeida im Hafen von Diu die ägyptische Flotte vernichten. Das Sultanat der Gujeratis unter Malik Aqaz, einem ehemaligen russischen Sklaven, beginnt sich mit Almeida zu arrangieren.

Sultanat Gujarat und die Stadt Diu
Karte von Indien mit dem Sultanat Gujerat / Gujarat (dunkelrot)
Karte von Indien mit dem Sultanat Gujerat / Gujarat (dunkelrot) [38]

Karte: Position von Diu in Indien, India
Die Lage der Stad Diu im indischen Sultanat Gujerat / Gujarat [39]


Ab 1507 beginnen sich, auch englische und oberdeutsche Geschäftsleute in steigendem Masse im Gewürzhandel zu engagieren, z.B. die "Grosse Ravensburger Handelsgesellschaft" ab 1507.

Im Auftrag der portugiesischen Krone ziehen 1508 erste portugiesische Kaufleute in Malakka [heute Malaysia] Informationen über die dortigen chinesischen Händler ein.

Im selben Jahr 1508 wird in Antwerpen eine portugiesische Faktorei eröffnet, die "feitoria de Flandres", als Abteilung der "Casa da India". Die Faktorei in Antwerpen kontrolliert den ganzen mitteleuropäischen Gewürzabsatz Portugals (Reinhard, Bd.I.,S.103).


Rücktritt von Almeida und sein Tod in Südafrika - Misslungener Angriff und Tod des Marschalls von Portugal in Calicut - Albuquerque übernimmt den Oberbefehl - 1509: Albuquerque lässt Goa angreifen - Albuquerque lässt 1510 Goa und 1511 Malakka erobern - die "Carrera" - chinesische Hilfe für Portugal auf Malakka

Der Marschall von Portugal, ein Verwandter von Albuquerque trifft mit Sondervollmachten in Indien ein. Almeida selbst gibt seinen Posten ab und wird auf der Rückreise im Kapland beim Viehraub von Hottentotten erschlagen. Der Marschall organisiert einen leichtfertigen Angriff auf Calicut und kommt dabei ums Leben. Somit ist der Weg für Albuquerque, der als Nachfolger von Almeida bestimmt ist, endgültig frei (Reinhard, Bd.I.,S.58).

Albuquerque entwickelt sich zum  ersten "empire builder" Europas (Reinhard, Bd.I.,S.58). 1509 lässt er zum ersten Mal die Stadt Goa an der Westküste Indiens angreifen, aber die Verteidigung des Sultans ist mit Hilfe von Gujerat / Gujarat zur Abwehr noch stark genug.

Beim zweiten Mal jedoch ist Albuquerque zusammen mit verbündeten Hindus gegen die Moslems erfolgreich und nimmt die Stadt am 25.November 1510 ein (Reinhard, Bd.I.,S.59). Es entwickelt sich eine Handelspartnerschaft zwischen Portugal und dem indisch-hinduistischen Südreich Vijayanagar, v.a. für den Pferdehandel aus Persien (Reinhard, Bd.I.,S.62).
 


Die Sultanate Indiens im 16. Jh.


Karte der Sulatanat in Indien, India
Karte Indiens mit den Sultanaten im 16. Jh. [40]
http://www215.pair.com/sacoins/images/maps/deccan_16thc.gif


Noch im selben Jahr 1510 erobern weitere portugiesische Heere unter neuen Befehlshabern Malakka. Die Moslems wehren sich jedoch mit Aufständen erfolgreich. Alle Portugiesen werden vertrieben und die Faktorei zerstört.

Albuquerque lässt den portugiesischen Befehlshaber von Malakka ermorden und erobert Malakka 1511 selbst
gegen eine zwanzigfache Übermacht (Reinhard, Bd.I.,S.59). Chinesische Kontakte sind dabei gegen den dortigen Sultan behilflich (Reinhard, Bd.I.,S.74). Die portugiesischen Beuteschiffe kommen jedoch in Indien nicht an: Sie fallen einem Unwetter zum Opfer (Reinhard, Bd.I.,S.59).

Malakka ist das Handelszentrum und der Warenumschlagsplatz Südostasiens. Durch Malakka läuft u.a. der Handel mit den folgenden Gütern:

-- Gewürze aus den Molukken
-- Sandelholz aus Timor
-- Zucker von den "Philippinen"
-- Seide, Porzellan, Moschus aus China
-- Gold, Kupfer aus Brunei
-- Reis, Fleisch von Java
-- Pfeffer, Gold, Elfenbein von Sumatra
-- Zinn aus Malaya
-- Opium, Stoffe, Färbemittel aus Indien
(Internet: M.Payer: Chronik zur Geschichte der Philippinen)


Portugal als Handelsmacht in Indien - Albuquerque vergiftet den Samoré von Caliocut - die portugiesische Eroberung von Aden scheitert 1513 - Beginn der portugiesischen Erkundungen auf den Banda-Inseln (Molukken) - ab 1513: Spaniens Pläne mit dem Portugiesen Magalhães - 1513: Albuquerque regt den Opium-Handel mit Indien an - Päpstliche Bulle "Praecelsae devotionis" zur portugiesischen Kolonialverwaltung 1514 - Portugiesische Kolonialpolitik mit "Selbstverwaltung" - erstes portugiesisches Kolonialbistum in Funchal 1514 - Bevölkerungspolitik in portugiesischen Kolonien


Portugal wird nach den Eroberungen von Goa und Malakka "ernst genommen", auch vom Samoé von Calicut und vom Sultan von Gujerat (Reinhard, Bd.I.,S.59).

[Portugals König und seine Befehlshaber scheinen befriedigt, eine Masse von Muslimen umgebracht und verstümmelt zu haben].

1513 scheitert die Eroberung von Aden an der Befestigung. Der Samoré von Calicut wird im gleichen Jahr vom Bruder von Albuquerque vergiftet. Der Nachfolger arrangiert sich mit den Portugiesen und bewilligt ihnen den Bau einer Festung vor Calicut (Reinhard, Bd.I.,S.59).

Im selben Jahr lässt Albuquerque unter Führung von António de Abreu 3 portugiesische Schiffe zu den Gewürzinseln der Banda-Inseln und Amboina auslaufen. Es stellt sich heraus, dass in dieser Gegend der Sultan von Ternate und der Sultan von Tidore untereinander zerstritten sind, so dass Portugal als dritte Macht zum Teil umworben wird (Reinhard, Bd.I.,S.70).

Die Molukken / Banda-Inseln

Karte: Molukken Bandainseln Banda Ternate Tidore Ambon
Karte der Molukken-Inseln / Banda-Inseln: Ternate und Tidore
Karte der Molukken-Inseln / Banda-Inseln:
Ternate, Tidore, Seram / Ceram und Ambon [41]

Karte der Molukken-Inseln / Banda-Inseln: Ternate und Tidore [42]
Indonesien im Kolonialismus: Batavia Jacarta Molukken Banda-Inseln
Karte der Molukken-Inseln / Banda-Inseln: Die kleine Insel Amboina / Amboyna [43], einer der wichtigsten Umschlaghäfen für Gewürze in der Kolonialzeit.

http://www.fsmitha.com/h3/map24-nd.html

Spanien-Portugal: Cristóbal de Haro, aus der Kaufmannsfamilie Haro aus der Handelsstadt Burgos mit Beziehungen nach Portugal, Antwerpen und Oberdeutschland, zieht den unzufriedenen portugiesischen Seefahrer Fernão de Magalhães (spanisch: Fernando de Magellanes) nach Spanien und vermittelt ihm die Dienste der spanischen Krone (Reinhard, Bd.II., S.46).

1513 regt Albuquerque an, auf den Azoren und in Portugal Mohn anzubauen und Opium nach Indien zu exportieren, um so die Moslems aus Aden zu konkurrenzieren (Reinhard, Bd.I.,S.103).

Strukturen im portugiesischen Weltreich
Die Oberkontrolle über die portugiesischen Stützpunkte wird durch die portugiesische Krone ausgeführt. Der Papst gibt hierzu 1514 in der Bulle "PraeceIsae devotionis" seine Bestätigung. Durch Mittelsmänner lässt Albuquerque die Steuern der Eingeborenen eintreiben. Portugiesische Gemeinden bekommen Selbstverwaltungsrechte ("Senado da Camera") sowie eigene Statuten, darunter Goa, Kotschin [Cochin], später auch Macao, Colombo, Malakka und Diu. Portugiesen, die nicht im portugiesischen "Senado" vertreten sind, werden in "Bruderschaften" organisiert (Reinhard, Bd.I.,S.66).

Gleichzeitig etabliert Portugal 1514 ein koloniales Bistum mit Sitz in Funchal (Madeira) (Reinhard, Bd.I., S.66).

Karte mit der Insel Madeira vor Afrika, bis heute portugiesisch
Karte mit der Insel Madeira vor Afrika, bis heute portugiesisch [44]

In der Bevölkerungspolitik ist Albuquerque strategisch kulant und lässt planmässige Heiraten mit eingeborenen Frauen zu, deren Mischlingskinder als Portugiesen gezählt werden (Reinhard, Bd.I.,S:60).

Türkische Angriffe auf Persien - 1515: Albuquerque lässt Hormuz erobern - Tod von Albuquerque - die weitere portugiesische Strategie gegen die "Ungläubigen" - erste Portugiesen in China 1516 - Eroberungen der türkischen Armee 1516/17 - erster portugiesisch aufgedrängter Besuch beim Kaiser von China 1517 - China als hochtrabendes "Reich der Mitte" - Gold aus Ghana - portugiesische Expansion nach Ceylon 1518

Weil Persien von türkischen Heeren mehr und mehr bedrängt wird, nimmt Schah Ismail I. von Persien mit Albuquerque wegen Bündnisabsichten Kontakt auf. Gleichzeitig ist jedoch Hormuz von den Persern bedroht. Albuquerque hält den Schah hin und erobert Hormuz 1515 in einem günstigen Moment selbst (Reinhard, Bd.I.,S.59).


Die Handelsstädte am Persischen Golf


Karte der Handelsstädte am Persischen Golf
Karte der Handelsstädte am Persischen Golf [45]

Albuquerque hegt nun den Plan, Aden zu erobern und damit den gesamten Handel über Hormuz leiten zu lassen, so dass Portugal die Zölle einkassieren kann. Auf der Rückreise von Hormuz jedoch stirbt er vor Goa an einer Darminfektion (Reinhard, Bd.I.,S.59).

Ab 1515 beginnen auch die Augsburger Kaufleute der Fugger mit Gewürzgeschäften in Antwerpen. Gewürze werden gegen Kupfer abgenommen. Damit stechen sie die Florentiner Hans Affaiatti & Gualterotti aus (Reinhard, Bd.I.,S.103).

Das Gerüst eines portugiesischen Imperiums von Handelspunkten ist erstellt. Nicht erreicht ist die Sperrung des Roten Meeres (Reinhard, Bd.I.,S.62). Erste Handelskontakte werden 1514-1516 nach China ausgeweitet (Reinhard, Bd.I.,S.74). Gleichzeitig starten der Sultan von Ägypten und die türkische Armee gegen Portugals Eroberungen nun gezielte Gegenoffensiven, um auf dieselbe Weise strategische Punkte zu besetzen. 1516/1517 besetzt die türkische Armee das nördliche Mesopotamien, Syrien, Palästina, Ägypten und die arabische Gegenküste (Reinhard, Bd.I.,S.62).

Portugal treibt die Erkundungen über China voran. 1517 läuft eine Mission unter Fernâo Peres d'Andrade die Insel Tun-men südlich von Kanton an. Die Chinesen verzögern die Erlaubnis zur Fahrt ins Landesinnere nach Kanton (Reinhard, Bd.I.,S.74). China sieht sich als "Reich der Mitte", der Kaiser von China sieht sich als "ruhender Pol", um den sich die ganze Menschheit bewegt. Somit hält die Regierung alle Nachbarstaaten für minderwertig und verlangt Tribut für Handelsbeziehungen (Reinhard, Bd.I.,S.76).

Der Kaiser lässt die Portugiesen auf der Insel Tun-men warten, bis Peres schliesslich ohne Erlaubnis mit zwei Schiffen nach Kanton fährt und die Stadt ohne Vorwarnung mit Salutschüssen erschreckt. Am Ende gewährt man seiner Gruppe eine Audienz beim Kaiserhof (Reinhard, Bd.I.,S.74).

Da sich Portugal jedoch nicht bereiterklärt, Tribut an den Kaiser von China zu entrichten, ist eine Konfrontation vorprogrammiert (Reinhard, Bd.I.,S.76).

Von 1517-1561 liefert die Mine des Fort Sâo Jorge/"Elmina" in Ghana 150-450 kg Feingold jährlich nach Lissabon. Dazu kommen Goldlieferungen aus Arguim und Gold von privaten Raubaktionen (Reinhard, Bd.I.,S.45).

1518 kann die portugiesische Armee eine Faktorei in Colombo eröffnen. Der Zimthandel kommt in portugiesische Hand. Es beginnt eine durchdringende Mission und Territorialherrschaft der ganzen Insel, bis sich König Kotte schliesslich 1557 bekehrt (Reinhard, Bd.I.,S.62).

1519: Protestantische Revolution in Deutschland: Luthers Zweifel an der "Unfehlbarkeit" des Papstes - Bruch mit Rom

Luther widerruft seine Thesen nicht und appelliert an ein allgemeines Konzil. In der Leipziger Disputation 1519 zwischen Karlstadt, Luther und seinem Hauptgegner Johann Eck, Professor in Ingolstadt, kommt es für Luther zum Bruch mit Rom:
-- weil er das päpstliche Primat ablehnt
-- weil er kirchliche Tradition ablehnt
-- weil er die Unfehlbarkeit eines Konzils ablehnt (DTV-Atlas Bd.1, S.231)

1519(-1556): Spanien: Karl V. - Kriege mit spanischen und neapolitanischen Steuergeldern
Karl V. regiert von Beginn an ein Reich in dem "die Sonne nicht untergeht". Kriege werden mit Steuern aus Spanien und dem Königreich Neapel finanziert (DTV-Atlas Bd.II., S.237).


1519:
Der Streit um die Tordesillas-Linie provoziert die neue Suche nach dem Westweg - Fernando de Magellan bei Karl V.: Umrundungsplan der Erde - die Erdumrundung

Neuer Streit um die Tordesillas-Linie - die Verteufelung der Molukken - Ansporn, den direkten Weg nach Indien doch noch zu finden

Um die Banda-Inseln (Molukken) entsteht ein heftiger Streit zwischen Portugal und der spanischen Krone, zu welchem Gebiet diese gehören. Die Position ist mit den damaligen Mitteln nicht genau ermittelbar, und Spaniens Krone postuliert die These, dass die Tordesillas-Linie auf der anderen Seite der Erdkugel westlich der Molukken verlaufe und diese Inseln folglich spanisches Gebiet seien (Reinhard, Bd.I.,S.70).

Um den Kampf zu schüren, bezeichnen portugiesische Historiker (u.a. Barros) die Molukken als der "Wohnsitz alles Bösen", um gegen den Islam zu hetzen (Reinhard, Bd.I.,S.69).

1519 schickt der portugiesische König eine zweite "Mission" nach China, diesmal unter Simiâo d'Andrade (dem Bruder von Fernâo Peres d'Andrade). Simiâo geht jedoch sehr sehräuberisch vor, beraubt fremde Handelsschiffe vor China und kommt in China eigenmächtig in den Handel bzw. Tausch von Kindern. Es entspannt sich das Gerücht (bis ins 19. Jh.), dass die Europäer chinesische Kinder missbrauchen und verspeisen (Reinhard, Bd.I.,S.75).

Dieser Streit verschafft den Anreiz zur Suche nach dem direkten Weg zu den Molukken über Süd-"Amerika". Ein unzufriedener, vom König von Portugal nicht berücksichtigter Seefahrer, Fernâo de Magalhâes (span. Fernando de Magellan) sucht im Auftrag der spanischen Krone und Christobál de Haro, einem spanischen Gewürzhändler im Namen spanischer und deutscher Handelshäuser, den "direkten Weg" zu den Molukken (Reinhard, Bd.I.,S.70).

Vertrag zwischen König Karl V. und Magellan
[Die Konkurrenz Portugals wird für Spanien so stark, dass weiterhin der direkte Westweg nach Indien gesucht wird].

Magellan kann den 18-jährigen (Huby, S.81) Karl V. von seinem Projekt der Umrundung der Erde überzeugen (Huby, S.93). Er soll den direkten "Westweg" nach Indien finden (Huby, S.16).

Karl V. stimmt 1518 einer Expedition unter Magellan zu mit dem Ziel, einen Durchgang nach Asien in "Westindien" zu finden.

Magellan erhält fünf Schiffe mit 238 oder 265 Mann. Die spanische Krone finanziert 25 % der Expedition. Haro finanziert 75 %, wobei vielleicht auch deutsches Kapital der Welser, Fugger u.a. dahintersteckt (Reinhard Bd.II., S.46).

Karl V. stellt Magellan die Bedingung, mindestens sechs neue rohstoffreiche Inseln zu entdecken und unter spanische Herrschaft zustellen (Huby, S.16).

1519 erfolgt der Aufbruch Magellans Flotte mit fünf Schiffen und 270 Mann (Reinhard, Bd.I., S.70).

Mit 260 Männern und fünf Karavellen segelt Magellan vom spanischen Hafen San Lucar ab, um den Erweis zu erbringen, dass die Erde rund ist. Dabei soll die Expedition die Molukken-Inseln entdecken, die reicher als ganz Indien sein sollen (Huby, S.81).

Die Route der Magellan-Expedition
Karte mit der Route von Magellan, Rot: mit Magellan, Grün: Rückweg ohne Magellan



Magellan Portrait
Magellan, Portrait [47]
Karte mit der Route von Magellan, Rot: mit Magellan, Grün: Rückweg ohne Magellan [46]

Der Anteil der Staatseinnahmen Portugals 1518/1519 an Gewürzen beträgt inzwischen 38,8 % (Reinhard, Bd.I.,S.106).

Magellan als erfahrener und führungsstarker "Haudegen"
Magellan ist untersetzt, schwarzhaarig und hinkt wegen einer Kriegsverletzung am Knie. Er ist als Portugiese in Diensten des spanischen Königs (Huby, S.81), 38 Jahre alt. Magellan hat bis jetzt jeden Sturm überlebt, hat Erfahrung auf vielen Indienfahrten und "Entdeckungsfahrten" um Afrika gesammelt (Huby. S.82). Magellan ist ein "Haudegen" aus Portugal mit See- und Kriegserfahrung (Huby, S.16), der nie kapituliert (Huby. S.82).

Sein Lebenstraum ist es, ebenbürtig neben Vasco de Gama in der Weltgeschichte dazustehen, der den Seeweg nach Indien "entdeckte". Er will ein epochemachendes Werk vollbringen (Huby, S.81).

Misstrauen auf Magellans Expedition
Magellan wird von Spaniern verdächtigt, ein portugiesischer Spion zu sein, der mit spanischer Hilfe neue überseeische Besitztümer für Portugal zusammenraffen will. Die vom König für Magellan zusammengestellte Besatzung ist ebenso dieser Meinung und hat sich lange geweigert, unter ihm zu dienen. Zudem weiss die Besatzung nicht, wohin die Reise geht, weil Magellan sein Ziel geheim hält! (Huby, S.81)

Proviantaufnahme auf Teneriffa - Überschreiten des Äquators
Auf Teneriffa kommt ein Versorgungsschiff dazu. Eisern hält Magellan die Mannschaft in Disziplin, die beim plötzlichen Kurswechsel von West nach Südsüdwest anfängt zu murren. Die Flotte überquert den Äquator (Huby, S.81).

1519: Kaiserwahl Karls V. mit Hilfe der Fugger und Welser
Mit Hilfe der Fugger und der Welser gewinnt Karl V. gegen Franz I. von Frankreich die Kaiserwahl. Dabei muss sich Karl V. aber zur Wahrung der "deutschen Libertät" verpflichten (DTV-Atlas Bd.1, S.237).

Zwei kaiserliche ewige sich bekriegende Dummköpfe
des hohen europäischen Adels: Franz gegen Karl
König Franz I. von Frankreich, France, Charles I. Spaniens Kaiser Karl V.
König Franz I. von Frankreich [48]

Kaiser Karl V. Gemälde von Tizian [49]

Ziel Karls V.: Universalreich des Mittelalters - der Weltkrieg ist vorprogrammiert
Vom Grosskanzler Gattinara beraten, sieht Karl V. seine Aufgabe als Kaiser in der Wiederherstellung des mittelalterlichen Universalreiches mit modernen Mitteln wie Söldner und Beamte. Gegner sind automatisch die europäischen Nationalstaaten, v.a. Frankreich, später die deutschen, v.a. die protestantischen Reichsfürsten, die Türken und auch der Papst (DTV-Atlas Bd.1, S.237).

gleichzeitig 1519: Mexiko: spanische Vorbereitung zur Eroberung des Aztekenreichs (Reinhard Bd.II., S.51)

Mitte Sept 1519: Magellans Expedition erreicht die Bucht von Rio
Nach der ersten Überfahrt laben sich die Seeleute Magellans an üppigem Essen und an Frauen. Ein Mädchen als Sklavin kostet ein grosses Messer oder eine Axt. In den langezogenen Hütten hausen Grossfamilien mit bis zu 100 Leuten in ständigem Lärm.

Aber die Magellanischen Seefahrer erleben auch Kannibalismus unter den Stämmen. Nach Schilderungen des Steuermanns Juan Carvajo werden Gefangene gebraten und Monat für Monat stückweise aufgegessen (Huby, S.82).

[Die Kirche lässt Menschen verbrennen - die Indios lassen Menschen verbrennen...]

8.11.1519: Mexiko: Einmarsch von Cortés' Truppen in Tenochtitlán
Der Herrscher der Azteken, Moctezuma II., begrüsst Cortés. Das ganze Volk ist den Weissen gegenüber nicht feindlich gesinnt,

-- denn 1519 ist ein Jahr mit der Bezeichnung wie das Jahr, in dem Quetzalcoatl verschwunden war (Reinhard Bd.II., S.51)

-- die Azteken halten Cortéz für den zurückgekehrten Gott Quetzalcoatl (Huby, S.16).

Die Goldgier der Spanischen Besetzer in Mexiko lässt aber alle Gewalt aufkommen, die gegen die Indios möglich ist

aus: M.León-Portilla. Rückkehr der Götter. Die Aufzeichnungen der Azteken über den Untergang ihres Reiches. München 1965, S.46.

Nov 1519: Magellan-Expedition von Rio in Richtung Süden
In 14 Tagen schafft die Expedition 2000 Seemeilen. Auf der Position 35° tut sich eine gewaltige Bucht auf, am Horizont ist kein Land erkennbar. Die Hoffnung auf die Passage steigt. Als nach einigen Tagen doch die geschlossene Bucht mit einem Fluss sichtbar wird (heute: Rio de la Plata), beginnt die spanische Besatzung zu rebellieren, Magellan kann sich aber durchsetzen. Die Expedition geht weiter. Jede Bucht wird nach einem Durchgang abgesucht (Huby, S.82).

Magellan "entdeckt"
-- die Bucht von Rio de Janeiro
-- den Goolf von St. Mathias und
-- die Bucht von St. Julian (Huby, S.16).


Zweite portugiesische China-Mission und "Kindergerüchte" - 1519 - 1520: Magellan an der Ostküste Südamerikas: Überwinterung und Schiffsverlust - Portugals zweite Mission wird in China 1520 abgekanzelt

Magellan-Expedition in Stürmen
Weiter wird jede Bucht mit kleinen Expeditionstrupps auf kleinen Schiffen abgesucht (Huby, S.82). Tosende Stürme, Winter und Eintönigkeit drücken auf die Stimmung (Huby, S.83).

Die Expedition überwintert in einer menschenleeren Bucht zwei Monate. Nur selten kommt ein Einwohner, dann jedoch sind es für die Spanier riesige Menschen, mit auffallend grossen Füssen. Magellan bezeichnet sie als "Patagones" ("Gross-Tatzen"), als "Patagonier", und das Land heisst für ihn dementsprechend "Patagonien" (Huby, S.83).

Magellan-Expedition: Rebellionsplan der Besatzung gegen Magellan
Magellan, der inzwischen der "hinkende Teufel" genannt wird, entgeht ein geheimes Seemanöver gegen sein Schiff nicht. Er verhaftet die Rebellen, lässt das Schiff "Antonio" beschiessen und versperrt mit seinem und einem ihm treuen Schiff den anderen drei Schiffen den Weg. Während der Übergabe eines Briefes wird der aufständische Kapitän Mendoza Molina ermordet. Alle Rebellen werden festgenommen. Der Diener muss seinen Kapitän Quesada auf Befehl von Magellan köpfen (Huby, S.83).

Magellan-Expedition: Verlust der "Santiago" im Sturm in der Bucht
Die Expeditionen in die Buchten werden mit dem wendigsten Schiff "Santiago" unter Magellans bestem Freund Serrao unternommen. Er gerät aber in einen Orkan, so dass das Boot an der Küste zerschmettert wird. Die Mannschaft rettet sich ans Ufer, zwei Gesandte stapfen sich elf Tage lang durch Schnee und Eis und können Hilfe holen. Die Rettungsaktion gelingt (Huby, S.84).

Oktober 1520: Magellan-Expedition: Zwang Magellans weiter nach Süden
Die Expedition zieht an Santa Cruz vorbei bis zu einem Cap, das sie am "Festtag der heiligen Ursula und der 11.000 Jungfrauen" erreichen und "Cap der Jungfrauen" nennen (Cabo Virgenes).

Die folgende Bucht wird wieder von zwei Schiffen zum Voraus erkundet. Die Bucht hört nicht auf, zieht weitere zwei Buchten nach sich. Die Expedition fährt hinein. Es herrschen Kälte und Nebel (Huby, S.84).Abbrechende Gletscherteile gefährden die Schiffe. Neue Tiere, die Pinguine (später als "Magellan-Pinguine" bezeichnet) erscheinen den Spaniern (Huby, S.89).

Rebellion auf der Antonio: das Versorgungsschiff kehrt um! - der "Pazifik"
Die Mannschaft der "Antonio" legt in einem unbeobachteten Moment ihren Kapitän in Ketten und fährt in Richtung Portugal ostwärts. Magellan lässt tagelang nach dem Schiff suchen, das fast alle Essensvorräte der Flottille gestapelt hat. Es bleibt verschollen (Huby, S.84).

Am 27. Tag nach Eintritt in die Bucht entdecken die vorausfahrenden Schaluppen das offene Meer. Sie haben 600 km in engen und eisigen Klippen zurückgelegt. Das offene Meer liegt friedlich und glatt vor ihnen, so dass Magellan es "El Pacifico" nennt. Die Aussichten ohne Versorgungsschiff sind aber nicht rosig. Leder und Sägespäne füllen zum Schluss die Mägen (Huby, S.84).

Karte der Gamellanstrasse zwischen Chile und Argentinien
Die Gamellanstrasse am Südzipfel von Süd-"Amerika" zwischen Chile und Argentinien
[50]

Berge in Patagonien: Cuernos del Paine Hörner von Paine Patagonien Pinguine Patagonien Patagonia Garibaldigletscher Chile Garibaldi Glacier
Bizarre Gebirge in Patagonien:
Cuernos del Paine / Hörner von Paine [51]
Patagonische Pinguine [52]
Gletscher münden direkt ins Meer:
z.B. der  Garibaldigletscher, Chile [53]



Portugiesische China-Mission: Chinas Kaiser bleibt hochnäsig
1520 erreicht Simiâo d'Andrade in China doch noch eine Audienz mit dem Kaiser und übergibt ein Schreiben von König Manuel. Der chinesische Kaiser lehnt den Kontakt zu Portugal jedoch ab, weil er im Schreiben gleichwertig angesprochen wird. Die portugiesische Delegation wird in einem Gästehaus untergebracht (Reinhard, Bd.I.,S.75).


1520: Europa: Durchbruch der Reformation gegen den Papst-
Luthers Programmschriften, Bullenverbrennung

August 1520:
Luther: Politische Programmschrift: "An den christlichen Adel deutscher Nation: von des christlichen Standes Besserung": Aufruf zu Reformen durch ein Nationalkonzil, da alle Christen geistlichen Standes seien

Oktober 1520:
Luther: Dogmatische Programmschrift: "Von der babylonischen Gefangenschaft der Kirche" (in Latein): Bestreiten von fünf der sieben Sakramente, nur Taufe und Abendmahl sind nach dem Evengalium gerechtfertigt: Luther meint, man solle das "Schriftprinzip" einhalten.

November 1520:
Luther: Ethische Programmschrift: "Von der Freiheit eines Christenmenschen": Ablass sei zu verwerfen, denn die Freiheit des Christen könne nur im Glauben als Gnade Gottes erfahren werden.

Dezember 1520:
Luther verbrennt öffentlich die gegen ihn gerichtete Bannbulle des Papstes in Wittenberg (DTV-Atlas Bd.1, S.231).


Die koloniale Katastrophe für die Indios in Mexiko

1520: Mexiko:
-- Gefangennahme von Aufstandsführer Moctezuma II. (Reinhard Bd.II., S.51).
-- Cortéz berichtet in Spanien und benutzt Moctezuma II. als Marionette (Huby, S.16).
-- Desillusion im aztekischen Volk
weil die Azteken die Weissen als ihre Gegner erkennen, die einen anderen Glauben fordern (Reinhard Bd.II., S.51)
-- die Azteken proben unter Pedro de Alvarado den Aufstand (Reinhard Bd.II., S.51)
-- Moctezuma wird vom eigenen Volk gesteinigt (Huby, S.16).


30.6.1520: Mexiko: Abzug der spanischen Truppen aus Tenochtitlán - "noche triste" - Pockenepidemie in Mexiko

Cortéz kommt aus Spanien nach Tenochtitlán zurück und erkennt die bedrohliche Gefahr für seine Truppen. Er lässt seine Truppen abziehen (Huby, S.16). Die abziehenden Spanier werden am 30.6.1520 von den Azteken aber immer weiter bekämpft und in mörderischen Kämpfen getötet, was als "noche triste" verzeichnet wird. Cortés überlebt. Bei den Azteken brechen im Gegenzug die Pocken aus, die von den Spaniern eingeschleppt wurden (Reinhard Bd.II., S.51).

Gold- und Silberströme: Gold- und Silberraub und -handel um 1520

Gold- und Silberraub und -handel weltweit im Kolonialismus um 1520 (Schema von Michael Palomino)
Gold- und Silberraub und -handel weltweit im Kolonialismus um 1520 (Schema von Michael Palomino)
aus Reinhard Band II., S. 101 [54]

Anfang 1521: Magellan-Expedition: die Pazifik-Fahrt - 1521: Expedition von Magellan auf Guam - 1521(-1526): Krieg Karls V. gegen Frankreichs Franz I. - 1521: Mexiko: Cortés mit neuen Truppen gegen die Aztekenkulte - 1521: Magellan-Expedition auf Cebu ("Philippinen"): Santo Niño und spanischer Handelsvertrag mit dem Sultan und Tod Magellans

Die Expedition Magellans segelt die Westküste hinauf bis auf die Höhe des heutigen  Valparaiso/Santiago de Chile und dreht dann westwärts über den von Magellan so benannten "Pazifischen" Ozean. Die Expedition verbringt 2 1/2 Monate auf See bei Hunger, Durst und Skorbut (Reinhard Bd.II., S.46). Es bleiben Magellan noch drei Schiffe (Huby, S.16). 19 Matrosen sterben an Skorbut. Die letzte Nahrung sind Leder und Sägespäne (Huby, S.84).

1521: Expedition von Magellan auf Guam
heutige Marianeninseln neben Mikronesien (Reinhard Bd.II., S.46)

Im März 1521 erreicht die Magellan-Expedition die "Ladronesinseln" ["Diebesinseln"], so genannt, weil die Eingeborenen "klauen wie die Raben". Die Expedition nimmt Frischnahrung und Wasser an Bord und fährt weiter (Huby. S.84).

1521(-1526 [!]): Krieg Karls V. gegen Frankreichs Franz I. (DTV-Atlas Bd.1, S.237).

gleichzeitig: Mexiko: Zerstörung von Tenochtitlán
Mexiko: Cortés erreicht 1521 mit neuen Truppen die mexikanische Küste und trifft auf ein wegen der Pockenepidemie geschwächtes aztekisches Volk (Reinhard Bd.II., S.51). Cortéz lässt Tenochtitlán umzingeln, belagern und aushungern. Nach 75 Tagen Belagerung ist der Widerstand von Tenochtitlán gebrochen (Huby, S.16).

Cortés Truppen erobern Tenochtitlán, das Cortés als Hauptstadt seiner Kolonie "Neu-Spanien" definiert (Reinhard Bd.II., S.52). Cortéz lässt die Stadt dem Erdboden gleichmachen (Huby, S.16).

Cortés beerbt den "Dreistädtebund" und regiert über ca. 300.000 km2. Er "gründet" das Königreich "Neu-Spanien" (Reinhard Bd.II., S.52).

1521: Magellan-Expedition auf den "Philippinen"
31.März: Erste heilige Messe auf "philippinischem" Boden auf einer Insel der Visayas. Der genaue Ort ist umstritten, vermutlich Limassawa. Magellan schliesst Freundschaft mit den Datus Kalambo und Siaui.
(Internet: M.Payer: Chronik zur Geschichte der Philippinen)

Magellan-Expedition auf Cebu: Handelsvertrag mit dem Sultan
7.April: Magellan landet auf Cebu. Am 14.April schenkt Magellan der neugetauften Frau Juana von Raja Humab-on, einem Herrscher auf Cebu, die aus Flandern stammende Statue des Jesuskindes Santo Niño. Diese Statue wird bis heute am dritten Sonntag im Januar auf den ganzen Philippinen durch Fiestas geehrt.
(Internet: M.Payer: Chronik zur Geschichte der Philippinen)

Karte der Insel Cebu auf den Philippinen Philippines Philipinas
Karte mit der Position der Insel Cebu [55]

Magellan erreicht ein Handelsverhältnis mit dem Sultan und der Abschluss eines Quasi-Kolonialvertrags. Nach wochenlangem Aufenthalt kommt es zum Tausch von Glasperlen gegen echtes Gold.

Da bittet der Sultan von Cebu Magellan um Hilfe gegen die Nachbarinsel Maktan. Magellan solle den dortigen Stamm niederwerfen (Huby, S.85).

27.April 1521: Expedition Magellans auf Maktan / Mactan und Tod Magellans

Magellan landet auf Maktan und sieht sich einer 30-fachen Übermacht gegenüber, die in aufgereihter Schlachtordnung mit Speeren und Schild bereitsteht. Magellan lässt trotzdem losstürmen, jedoch prallen die Kugeln an den Schilden ab. Die Mactan-Bewohner haben erste Erfolge.

Magellan lässt eine Gruppe von Spaniern das Schlachtfeld umgehen und die Hütten der Maktan-Bewohner anzünden, so dass die Maktanesen sich zu ihren Hütten begeben würden, diese zu löschen, meint Magellan. Die Maktanesen reagieren anders: Ihre Wut steigert sich und sie entdecken Magellan als den Anführer der Weissen. Magellan wird erstochen (Huby, S.85) von Lapu-Lapu, einem Stammeshäuptling. Lapu-Lapu wird später als philippinischer Nationalheld verehrt.

(Internet: M.Payer: Chronik zur Geschichte der Philippinen)

Karte mit den kleinen, philippinischen Inseln Cebu mit Cebu City (links) und Maktan / Mactan


Lapu-Lapu Nationalheld von Indonesien Indonesia
Lapu-Lapu
(wahrscheinlich ein Darsteller) [57]

Karte mit den kleinen, philippinischen Inseln Cebu mit Cebu City (links) und Maktan / Mactan [56]

Es ging um eine winzige Insel, wegen der Magellan getötet wurde...


Kapitän Sebastián del Cano übernimmt das Kommando über die drei Schiffe der Expedition in Richtung der begehrten Gewürzinseln der Molukken (Huby, S.16).

Magellan-Expedition: Gewürzhandel, Reisterrassen - erneute Schlacht zwischen Fürsten - Zwangszerstörung des Schiffes "Concepción"

Die Expedition kreuzt zuerst innerhalb der heutigen "Philippinen" von Insel zu Insel, entdeckt Zimtbäume und Palmwein und betreibt Tauschhandel mit Nelken, Muskat und Ingwer (Huby, S.85). Die Expedition entdeckt die Reisterrassen von Bawana auf Luzon, die dort schon 2000 Jahre stehen, und heute als "8. Weltwunder" oder auch als "Stairways to Heaven" bezeichnet werden (Huby, S.91).

Reisterrassen in Luzon in Indonesien Dorf in den Reisterrassen Luzon Indonesien Indonesia
Luzon: Dorf in mehrere Jahrtausende alten Reisterrassen in der Gegend von Banaue [58]


Die Expedition wird noch einmal in eine Auseinandersetzung verwickelt, die sie verliert. Die Besatzung reduziert sich auf 115 Mann. Das Schiff "Concepción" muss aus Personalmangel zerstört werden, so dass nur noch die Schiffe "Trinidad" und "Victoria" bleiben (Huby, S.85).

China mit fremdenfeindlicher Politik - Schmuggel mit japanischen Produkten etabliert sich

1521 vollzieht sich in China ein Herrscherwechsel und es beginnt eine fremdenfeindliche Politik. Ab sofort ist für chinesische Kaufleute jeder Kontakt zu Ausländern verboten, auch im Ausland selbst. Die portugiesische Flotte hält sich aber nicht daran, so dass es zu heftigen Kämpfen kommt. Simiâo d'Andrade wird zurückgeschickt und kann mit seiner Flotte schliesslich fliehen. Es etabliert sich jedoch ein Schmuggel: Die portugiesischen Schiffe sind für die chinesische Oberschicht in den Provinzen Fukien und Tschekiang der willkommene Vermittler für japanische Produkte (Reinhard Bd.I.,S.75,76).

Ab 1521 erwägt Venedig, Gewürze in Lissabon einzukaufen (Reinhard Bd.I.,S.104).

Nov.1521: Magellan-Expedition auf den Molukken-Inseln - der Weg nach Europa

Zwei der ursprünglichen Schiffe der Magellan-Expedition erreichen die Gewürzinseln der Molukken (Reinhard Bd.I.,S.46). Die "Trinidad" wird von gegnerischen Portugiesen gekapert, die "Victoria" entkommt und kann auf Timor Gewürze laden (Huby, S.85).

Das Schiff "Viktoria" nimmt von den Banda-Inseln aus den weiteren Weg nach Indien und Afrika auf, entkommt den portugiesischen Schiffen (Reinhard Bd.I. S.71,72).

Jan 1522 ca.: Magellan-Expedition: Heimfahrt der "Victoria": Skorbut und Tote

Die "Victoria" unter dem Kommando von Sebastián del Cano kann eine Gewürzladung nehmen und den portugiesischen Schiffen in Richtung Afrika und Europa entkommen (Reinhard Bd.II., S.46). 47 Weisse und einige Eingeborene sind auf der "Victoria". Es wütet der Skorbut. 25 Mann sterben noch vor dem afrikanischen "Kap der guten Hoffnung" (Huby, S.85).

Juli 1522 ca.: Magellan-Expedition: Portugiesischer Überfall bei Kap Verde
Bei Kapverde überfallen erneut Portugiesen die Expedition. Nur 18 Spanier entkommen (Huby, S.85).


6.Sep.1522: Magellans Schiff "Viktoria" erreicht Spanien. Die Weltumsegelung ist gelungen. Das zweite spanische Schiff "Trinidad" sucht den Rückweg über den Pazifik, muss aber wegen schlechten Wetters und Proviantproblemen aufgeben und ergibt sich im Oktober 1522 den Portugiesen (Reinhard Bd.I.,S.71,72; Huby, S.85).

Beendung der Magellan-Expedition: Schiff "Victoria" erreicht San Lucar
Der letzte Kapitän, Juan Sebastian del Cano, berichtet Karl V. von der erfolgreichen Heimkehr:

"Eure Majestät möge wissen, dass wir angekommen sind, nur noch 18 Mann, mit einem der fünf Schiffe, die eure Majestät ausgesandt hat, um die Spezereien zu entdecken, dies unter des Kapitäns Ferrante de Magellans glorreichem Angedenken [...] Eure Majestät werden es zu schätzen wissen, dass wir die ganze Rundheit der Erde entdeckt und umfahren haben. Nach Westen ausfahrend sind wir durch den Osten zurückgekehrt." (Huby, S.85)


Spanische Total-Besetzung Mexikos - portugiesische Befestigungen auf den Banda-Inseln gegen die spanischen Weltumsegler 1522 - portugiesische Gouverneure und Faktoreien auf den Banda-Inseln - regelmässige portugiesische Gewürzschiffe ab 1523

1522: Cortés wird befördert - Ausdehnung der christlichen Herrschaft in Mexiko
Cortés wird von Kaiser Karl V. zum Gouverneur ernannt. Bis 1528 ca. unterwirft er im Norden und Süden Mexikos weitere Völker der Azteken und andere (Reinhard Bd.II., S.52).

1522: Portugal befestigt die Molukken-Inseln
Unter António de Brito wird auf Ternate eine befestigte Station gebaut, das Fort Sâo Joâo. Man rechnet mit dem Schlimmsten, seit klar ist, dass spanische Schiffe durch die Magellan-Strasse die Banda-Inseln direkt erreichen können.

Nach der spanischen Weltumsegelung verschärft sich der Streit um die Tordesillas-Linie. Es kommt zu scharfen Auseinandersetzungen zwischen Johann III. und seinem Schwager, dem spanischen Kaiser Karl V. Es lässt sich aber wegen technischem Unvermögen keine genaue Bestimmung der Molukken unter die Tordedillas-Linie finden (Reinhard Bd.I.,S.72).

Die Verwaltung der portugiesischen Molukken-Gebiete auf Ternate wird durch die Ernennung von Gouverneuren (capitâo mór) gestrafft. Alle drei Jahre erfolgt eine neue Ernennung, was eine interne Karrieremöglichkeit für die Portugiesen bedeutet. Zudem können auf den portugiesischen Banda-Inseln zwei und auf Amboina eine weitere portugiesische Faktorei errichtet werden (Reinhard Bd.I.,S.72).

Der Schiffsverkehr ist inzwischen sehr genau nach den Monsunwinden bestimmbar, von West nach Ost ab August, von Ost nach West ab März/April. Ab 1523 besorgt je ein portugiesisches Schiff unter Führung eines "Fidalgos" oder Kaufmanns den Gewürzhandel für Muskat/ Muskatblüte (Banda-Inseln) bzw. Nelken (Ternate) (Reinhard Bd.I.,S.73).


Indien: Eroberungen von Mogul Babuk 1524 um Delhi - die Auseinandersetzung um Diu - spanische Schiffe auf Tidore 1526/1528 - 1529: Kaiser Karl V. verkauft seine Eventualrechte auf die Molukken an Portugal - Portugal gründet 1534 ein koloniales Erzbistum - verstärkte portugiesische Ansiedlung auf den Banda-Inseln 1536-1539 - 1538: Die türkische Armee erobert Aden und Zeila - türkische und muslimische Belagerung von Diu

Indien: 1524 kann sich die Armee des Gründers der Mogul-Dynastie Babuc aus Afghanistan in Delhi festsetzen. Sein Sohn strebt die Ausweitung des neuen Reiches an. Der Sultan von Gujerat fürchtet, dass sein Land davon betroffen sein wird. Gleichzeitig streben die Portugiesen nach Einführung einer Steuerabgabe in Diu für den portugiesischen König (Reinhard Bd.I.,S.62).

1526 treffen auf Tidore weitere spanische Schiffe als Rest einer 1525 gestarteten grossen Expedition ein. Die Konfrontationum die Inselgruppe nimmt ihren Lauf.

1528 erreicht ein von drei spanischen Cortés-Expeditionsschiffen von Mexiko aus Tidore.

1529 findet Kaiser Karl V. eine "Lösung" des Problems um die Molukken-Inseln. Da immer noch keine präzise Längengradbestimmung möglich ist, verkauft er seine Eventualansprüche auf die Inseln im Vertrag von Zaragoza für 350.000 Dukaten und füllt mit dem Geld seine Kriegskasse für Europa gegen Frankreich auf (Reinhard Bd.I.,S.72).

1531 unternimmt der portugiesische Generalgouverneur Nuno da Cunha einen Angriff auf Diu, der jedoch scheitert.

1534 jedoch bietet der Sultan von Gujerat den Portugiesen den Hafen von Diu kampflos an, weil er sich mit einem Bündnis mit den Portugiesen vor der Mogul-Dynastie schützen will. Das Bündnis kommt zustande. Die Mogulen drehen mit ihren Eroberungen gleichzeitig nach Osten ab (Reinhard Bd.I.,S.62).

Im selben Jahr beginnen türkische Armeen gegen Süden vorzurücken, erobern Bagdad und sind nahe Hormuz. Der Sultan von Gujerat bricht nun das Bündnis mit der portugiesischen Armee und verbündet sich mit den Türken mit dem Ziel, Diu mit türkischer Hilfe zurückzuerobern (Reinhard Bd.I.,S.62,63).

Mitten in der grössten Auseinandersetzung lässt der König von Portugal 1534 das Bistum Funchal (Madeira) als Erzbistum gelten und verkündet an der indischen Westküste ein erstes koloniales Unterbistum Goa. (Reinhard Bd.I.,S.66).

Ab 1536 wird unter Gouverneur António Galvâo auf den portugiesischen Molukken verstärkt die portugiesische Einwanderung betrieben. Der im Vergleich zu seinen Vorgängern ehrenhafte Galvâo schickt auch Missionen bis zu den heutigen Philippinen-Inseln (Reinhard Bd.I.,S.73).

1537: Süd-"Amerika": Portugiesische "Gründung" von Olinda
Zur Seeräuberabwehr lässt die portugiesische Krone 1537 (auf indianischem Territorium) die Stadt Olinda an der Ostküste des heutigen Brasilien "anlegen" (DTV I. S.277).

Olinda, heute Brasilien
Karte mit der Position von Olinda neben Recife Aussicht auf die Bucht von Olinda Aussicht, heute Brasilien
Aussicht auf die Bucht von Olinda Aussicht, heute Brasilien [60]
Karte mit der Position von Olinda neben Recife [59]
Häuserzeile von Olinda
Häuserzeile von Olinda [61]
Olinda Fasnacht Karneval Fasching carnaval Frauen
Olinda Fasnacht Karneval Fasching carnaval Frauen [62]
Olinda Fasnacht Karneval Fasching carnaval Posaunen trombone Herren
Olinda Fasnacht Karneval Fasching carnaval Posaunen trombone Herren [63]




1538: Türkische Besetzungen bis nach Aden und Zeila

1538 rückt die türkische Flotte mit 72 Schiffen und 6500 Mann unter Suleiman Pascha auf dem roten Meer vor und erobert Aden und Zeila. Die Meerenge ist nun türkisch-arabisch abgesperrt. In der Folge wird das portugiesische Diu vom Sultanat Gujerat und der türkischen Flotte von zwei Seiten belagert. Als der Sultan von Gujerat sieht, dass ihm die Türken selbst gefährlich werden könnten, lässt er den Türken den Nahrungsnachschub sperren. So ziehen die türkischen Schiffe wieder ab, und Diu bleibt der portugiesischen Krone erhalten (Reinhard Bd.I.,S.62).


Die Molukken bleiben der portugiesischen Willkür unterworfen. Die Eingeborenen der portugiesischen Molukken wollen den Gouverneur Galvâo für eine zweite Amtszeit. Der Antrag wird jedoch von der portugiesischen Krone abgelehnt. So ist die Urbevölkerung weiter "Glücksrittern mit bisweilen kriminellem Charakter" ausgesetzt (Reinhard Bd.I.,S.73).


Portugals Kolonialherrschaft zerstört jede Toleranz

Zerstörung des Hindutempels in Goa 1540 und Verbot nicht-christlicher Kulte - Rassismus ("Pigmentokratie") und Diskriminierung in portugiesischen Kolonien

In Goa wird 1540 der Hindutempel zerstört und nicht-christliche Kulte nicht mehr zugelassen. Die diskriminierenden Massnahmen werden allgemein verschärft (Reinhard Bd.I.,S.67).

Allgemein werden in jeder eroberten Stadt die Moscheen zerstört, die Homosexualität bekämpft und keine religiöse Toleranz mehr geduldet. Der Rassismus kommt auch immer mehr bei der Familiengründung zum Tragen: Heiratskandidatinnen werden nach Hautfarbe ausgesucht, Priesterkandidaten nur noch mit weisser Hautfarbe zugelassen. Es entsteht eine "Pigmentokratie". Japaner, Chinesen, Koreaner und Vietnamesen werden aufgrund ihrer Hautfarbe den Indern vorgezogen (Reinhard Bd.I.,S.67).


Wirkungsloser portugiesischer Gegenangriff gegen die Türken 1541 - Stützung des Priesterkönigs in Äthiopien gegen türkische Belagerung 1541 - spanische Besetzung und Benennung der "Philippinen" 1542/1543 - ab 1543: Portugal beherrscht Hormuz, neuer Gewürzschmuggel nach Ägypten - "Amerika": 1546: Gründung der "Silberstadt" Potosi

Unter Estavâo da Gama wird von der portugiesischen Flotte ein Gegenstoss im Roten Meer unternommen. Die türkische Flotte entzieht sich jedoch einer Begegnung. Stattdessen erfahren die portugiesischen Seeleute, dass die Türken im Bündnis mit dem Emir von Harar den Priesterkönig im Hochland von Äthiopien belagern. 400 Portugiesen stürzen sich fanatisch in den Kampf auf dem Festland und bringen dem Priesterkönig entscheidende Entlastung für sein Überleben. Rom entsendet daraufhin eine Jesuitenmission nach Äthiopien (Reinhard Bd.I.,S.63).

Bennenung der "Philippinen" nach Kronprinz Philipp II.

1542 werden die heutigen "Philippinen" unter Führung von Ruy Lopéz de Villalobos komplett spanisch besetzt und 1543 nach dem

  spanischen Kronprinzen Philipp II. "Philippinen"benannt (Reinhard Bd.I.,S.72).

Obwohl die spanischen Ansprüche auf die "Philippinen" von Portugal mit Berufung auf die Aufteilung der Welt durch den Vertrag von Tordesillas bestritten werden, gibt Lopez de Villalobos den Inseln den Namen "Islas Filipinas". Mindanao nennt er "Caesarea Caroli" zu Ehren von Karl V.
(Internet: M.Payer: Chronik zur Geschichte der Philippinen)

Ab 1543 übernehmen die Portugiesen den Zoll in Hormuz. Die Blockade des Roten Meeres kann so über den Euphrat und den Landweg nach Aleppo und Beirut umgangen werden. Es entwickelt sich ein reger Gewürzschmuggel nach Ägypten, zum Teil von Portugiesen selbst. Ragusa nimmt zudem einen Aufschwung mit Beziehung zu den Fuggern, die sich in Alexandria etablieren wollen (Reinhard Bd.I.,S.104).

1546 erreicht die türkische Armee das persische Basra. Gleichzeitig lässt der Sultan von Gujeratis die Stadt Diu wegen Monopolaktionen der Portugiesen belagern (Reinhard Bd.I.,S.63).

"Amerika": Gründung von Potosi auf 4000 m Höhe neben den Silberminen. Es setzt ein unheimliches Wachstum ein, da sich jeder von der Stadt "das grosse Glück" erhofft (DTV I. S.277).

[Und ebenso gross ist die Versklavung der Indios in den Minen und der Massentod...]


Erste portugiesische Mission in Japan 1549 - Schliessung der portugiesischen Faktorei in Antwerpen 1549 - "Amerika": 1549: "Gründung" der portugiesischen Stadt Bahia - 1550-1559: Italienische Reiseberichte über Indien - 1550-1560: Erfolgreiche Schmuggelroute nach Ägypten - Missionar Franz Xaver in Japan ab 1551 - türkische Belagerung von Hormuz wird 1552 von Portugiesen abgewehrt - "Amerika": "Erfolgreiche" portugiesische Jesuitenmission

1549 erreicht die erste portugiesische Jesuitenmission Japan und bekommt eine Bleibeerlaubnis (Reinhard Bd.I.,S.78).

Im selben Jahr wird die portugiesische Faktorei in Antwerpen geschlossen (Reinhard Bd.I.,S.103).

Zur Seeräuberabwehr lässt die portugiesische Krone (auf indianischem Territorium) an der Ostküste Südamerikas die Stadt Bahia anlegen (DTV I. S.277).

1550 bis 1559 kommen italienische Reiseberichte über Indien durch den Venezianer Giovanni Battista Ramusio heraus: "Delle navigationi et viaggi" ["Schifffahrt und Reisen"]. Nicht nur diese Reiseberichte sind Anzeichen, dass die Italiener am Indiengeschäft mitbeteiligt sind (Reinhard Bd.I.,S.104).

1550-1560 kommen über die portugiesische Schmuggelroute über Hormuz fast ebenso viele Gewürze nach Ägypten wie nach Lissabon über das Kap (Reinhard Bd.I.,S.104).

Ab 1551 baut der Missionar Franz Xaver dank hervorragender eigener Anpassung an die japanischen Bräuche eine schnell wachsende "christliche" Kirche in Japan auf. Missionare sind vorwiegend Portugiesen und Italiener (Reinhard Bd.I.,S.79). 


 1552 belagert die türkische Armee Hormuz. Die portugiesische Armee jedoch kann die Blockade aufheben (Reinhard Bd.I.,S.63).


Die Entwicklung der spanischen und portugiesischen Kolonien in Südamerika: "Urwald-Grenze", Jesuiten - 12 portugiesische "Kapitanien", vordringende "bandeirantes"

Ab 1550 ca. überlässt Spanien die Gebiete Süd-"Amerikas" bis zur "Urwald-Grenze" der portugiesischen Jesuiten-Mission entlang der Flüsse Parana, Maranon und dem oberen Orinoco. Die Jesuiten haben missionarische und wirtschaftliche "Erfolge", besonders im Jesuiten-Staat Paraguay, der "Vision im Urwald"(DTV I. S.277).

Die portugiesische Krone teilt den fruchtbaren Küstenstreifen Brasiliens [indianisches Territorium] eigenmächtig in 12 erbliche "Kapitanien" (Fürstentümer) ein, die halbfeudal politisch nahezu selbständig agieren. Im Hinterland von São Paulo bilden Nachkommen von Abenteurern der Paulistaner und "Mamelucos" bewaffnete Banden ("bandeirantes"). Sie "betreiben" Viehraub und Sklavenjagden. Dabei dringen sie immer mehr in das Innere des Kontinents [gegen die Indios] vor (DTV I. S.277).

Impressionen von Indios in Brasilien
die sich die Kenntnisse über die Natur bis heute bewahrt haben
Indio-Ureinwohner in Brasilien
Indio-Ureinwohner in Brasilien [64]
Indio-Mädchen in Brasilien
Indio-Mädchen in Brasilien [65]

Indio-Ureinwohner mit Pfeilbogen auf der Jagd
Indio-Ureinwohner mit Pfeilbogen auf der Jagd [66]
Indio-Ureinwohner in Brasilien in Hängematten
Indio-Ureinwohner in Brasilien in Hängematten [67]






Der portugiesische Handel und der Welthandel ab 1550: Silberverträge mit Spanien, Bezahlung europäischer Lieferungen mit Edelsteinen und Bargeld, sinkendes Pfeffergeschäft

In Europa bürgert sich die Zahlung mit Silbermünzen ein, deren Silber aus Spanisch-"Amerika"stammt, weil die europäische Silberproduktion absinkt. Spanien wird so mächtig mit seinen "Kolonien", dass auch England, die Niederlande, England und die Franzosen in spanischen Realen bezahlen. Portugal sichert sich mit Silberverträgen mit der spanischen Krone Anteile an "amerikanischem" Silber, das u.a. mittels Schmuggel über den "Rio de la Plata" ("Silberfluss") und die Azoren nach Portugal gelangt und dann gegen Sklaven eingetauscht wird (Reinhard Bd.I.,S.103).

[So werden werden die Schwarzen als Sklaven zur internationalen Währung für die Weissen... hat jemand etwas von Entschädigung gesagt?!]

Mit der Zeit kann Portugal seine europäischen Importe (Textilien, Rohstoffe zur Glasherstellung, Luxusartikel) aus Mitteleuropa nicht mehr mit Gewürzen bezahlen. So ergibt sich eine mehr und mehr defizitäre Handelsbilanz mit Antwerpen und die Bezahlung mit Edelsteinen und Bargeld (Reinhard Bd.I.,S.103).

Die Endgewinne für die portugiesische Krone betragen um 1550 im günstigsten Fall noch 60 %. Zudem eird die Kreditwürdigkeit infolge der Risiken und der langen Liefer- und Absatzfristen überanstrengt (Reinhard Bd.I.,S.106).


Ein "römischer" Patriarch für Äthiopien 1555 - erste chinesische Erlaubnis für eine Siedlung auf Macao 1557 - Goa wird 1558 neues portugiesisches Bistumzentrum für die Kolonien - 1560: Zusammenbruch des portugiesisch-staatlichen Indienhandels - 1560-er Jahre: Portugiesisches Fort auf Amboina und portugiesische Händler auf Solor - Beginn eines Bürgerkriegs in Indien 1564

1555 ernennt der Papst einen "römischen" Patriarchen für Äthiopien. Zur Vereinigung mit den beiden Kirchen kommt es jedoch nicht (Reinhard Bd.I.,S.63).

1557 erteilt die chinesische Regierung zum ersten Mal die Bewilligung zum Bau einer halboffiziellen portugiesischen Siedlung auf der Halbinsel Macao, von den Portugiesen "Gemeinde des Namens Gottes in China" ("povoaçaô do nome de Deus na China") genannt. Die Siedlung wird bald eine portugiesische Siedlung mit Staatsverfassung und liefert durch den Handel offiziell Zölle an China ab (Reinhard Bd.I.,S.76).

1558 wird Goa neuer Hauptsitz des portugiesischen Kolonialreiches in Indien mit Unterbistümern Kotschin (Cochin) und Malakka (Reinhard Bd.I.,S.66). Regelmässige Synoden in Goa regeln die religiöse und soziale "Disziplinierung" der portugiesischen Bevölkerung der Kolonien (Reinhard Bd.I.,S.67).

1560 bricht der staatlich-monopolisierte Indienhandel in Portugal zusammen. Private portugiesische und ausländische Unternehmer können nun endlich in Lissabon frei handeln. Jedoch kommt die Öffnung zu spät und der Gewürzhandel in Lissabon nimmt stetig ab (Reinhard Bd.I.,S.106).

In den 1560-er Jahren können die Portugiesen auch auf der Insel Amboina ein Fort gegen die Spanier errichten. Zudem etablieren sich portugiesische Missionare und Sandelholzhändler auf Solor (Reinhard Bd.I.,S:73).

1564 bricht das Bündnis zwischen dem hinduistischen Vijayanagar im Süden und den beiden muslimischen Sultanaten Bijapur und Golkonda in der Mitte des indischen Subkontinents. Die vier Sultanate schliessen sich zusammen und siegen gegen die Armee des Hindureichs, das nun seine Vasallenstaaten und damit Einnahmen verliert (Reinhard Bd.I.,S.63).


"Amerika" ab 1561: Spanisches Geleitzugsystem der "Silberflotten"

Um Überfällen vorzubeugen, muss Spanien zum Schutz der "Silberflotten" ein kostspieliges Geleitzugsystem einführen (DTV I. S.277).
ab 1565: "Philippinen"-Mexiko als jährliche Handelsroute - nur begrenzte spanische Herrschaft, aber mit Nachbarinseln - 1568 scheitert ein portugiesischer Angriff auf die "Philippinen" - erste spanische Missionen auf Bohol und Cebu ab 1565 - 1565: steigender Pfefferpreis wegen Kriegen in Indien - 1567: Spanische Militärdiktatur in den spanischen Niederlanden - portugiesische "Entdeckung" der Solon-Inseln 1567/68 - 1568: Egmont und Hoorn hingerichtet - ab 1568: 80-jähriger Krieg zwischen Spanien und den Niederlanden - portugiesische Jesuiten in Nagasaki ab 1569 im Handel Japan-China

1565 entdecken Arellano und Urdaneta den Rückweg von den "Philippinen" nach Mexiko mittels Passatwinden und Meeresströmungen. Die Strecke zwischen Mexiko - "Philippinen" wird von nun an eine jährliche feste Handelsroute (Reinhard Bd.I.,S.80,82).

ab 1565: die "spanischen Philippinen": mit Nachbarinseln:
Das Territorium der spanischen Kolonie "Philippinen" unterscheidet sich vom Territorium der heutigen "Philippinen", denn zur Kolonie gehören auch
-- Guam
-- die Marianen
-- die Karolinen
-- Palau.

Ausserdem ist die spanische "Autorität" nur begrenzt durchsetzbar.
(Internet: M.Payer: Chronik zur Geschichte der Philippinen)

Ab 1565 versuchen spanische Missionare, auf den Inseln Bohol und Cebu (heutige "Philippinen") Missionen zu errichten (Reinhard Bd.I.,S.79).

1565 steigt der Pfefferpreis in Lissabon wegen Kriegen im indischen Ozean und ausbleibenden Pfefferlieferungen. Portugal sucht zeitweise um Bewilligung bei den Türken nach, die Route über das Rote Meer benutzen zu dürfen. Venedig dagegen ist gut versorgt (Reinhard Bd.I.,S.105).

1567 errichtet der im Namen Philipps II. von Spanien regierende "eiserne Herzog" Alba in den Spanischen Niederlanden eine Militärdiktatur gegen hollandtreue Rebellen ein. Mittels Sondergerichten, dem sogenannten "Blutrat" von Brüssel werden die Aufständischen hingerichtet (DTV I., S.245).

1568 unternehmen portugiesische Seestreitkräfte von den Banda-Inseln aus einen Angriff auf die "philippinische" Inselgruppe, der jedoch scheitert (Reinhard Bd.I.,S.79).

1568 werden die gemässigten niederländischen Freiheitskämpfer Egmont und Hoorn in Brüssel von den Schlächtern Albas hingerichtet (DTV I. S.245). Es beginnt zwischen Spanien und den Niederlanden ein "80-jähriger Krieg", bis 1648 (Reinhard, Bd.I., S.109).

Ab 1569 wird der Jesuitenmission vom japanischen Kaiser Omura der Hafen Nagasaki zugewiesen. Die Jesuiten organisieren zudem den Handel zwischen Japan und den ausländerfeindlichen Chinesen:Alljährlich erreicht ein portugiesisches Schiff Nagasaki mit Chinesischer Seide und "billigem" chinesischem Gold, das gegen japanisches Silber getauscht wird. Die Gewinnspannen sind hoch, und die Jesuiten sind am Maklergeschäft beteiligt. Japans Kaiser hortet das Gold zur Einführung der Goldwährung (Reinhard Bd.I.,S.78).


Ermordung eines Sultans 1570 - muslimischer "Heiliger Krieg" 1570: Portugal gibt den Indienhandel bis auf Kupfer und Silber frei, Spekulation 1570-1573: Krieg zwischen Venedig und der Türkei - 1571: Schlacht bei Lepanto 1571 - Marseille als neue Konkurrenz im Mittelmeer - spanische Eroberung von Manila 1571 und spanische "Herrschaft" auf den "Philippinen" ab 1571

1570 wird ein Sultan ermordet. Im Gegenzug proklamieren die Muslime den "Heiligen Krieg" (Reinhard Bd.I.,S.73). Es ergibt sich eine weltweite muslimische Allianz gegen Portugal. Die Sultanate verbünden sich mit dem Samoré von Calicut und mit dem Moslem-Sultan von Atjeh im Norden von Sumatra gegen die Portugiesen in Indien und auf Malakka. 1570 belagert die muslimische "Koalition" Goa und die meisten portugiesischen Festungen. Jedoch können die Portugiesen ihre Festungen halten (Reinhard Bd.I.,S.63).

Der portugiesische König Sebastian gibt im selben Jahr 1570 den monopolisierten Handel bis auf Kupfer und Silber frei. Das Gewürzgeschäft gerät so in den Sog der internationalen Spekulation. Der spanische König Philipp II. wird ab 1570 der grösste Schuldner der Welt... (Reinhard Bd.I.,S.96).

[Aller Reichtum, den er durch den Sklaverei-Holocaust in "Amerika" erhält, nützt ihm nichts...].

1570-1573 herrscht Krieg zwischen Venedig und der Türkei um Handelsmonopole (Reinhard Bd.I.,S.104).

1571: Schlacht bei Lepanto. Venedigs Stellung erodiert. Das portugiesische Pfeffergeschäft wird wieder lukrativ, und Venedig erhält neue Konkurrenz von Marseille (Reinhard Bd.I.,S.104).

1571 erobern spanische Seestreitkräfte Manila und gründen an dem Ort eine "spanische Stadt" als Zentrum der Inselgruppe. Mit Augustinermissionaren wird unter Führung von Miguel Lopez de Legazpi eine "absolute Herrschaft" über die Urbevölkerung ausgeübt (Reinhard Bd.I.,S.79).


Der Mogul erobert 1572 Gujerat - Spanier organisieren den Handel zwischen "Philippinen" und China ab den 1570-er Jahren - chinesische Händler auf den "Philippinen" ab den 1570-er Jahren - Fall von Ternate 1575 - neues portugiesisches Unterbistum Macao 1576 - portugiesische Festung auf Tidore 1578 - 1578: Englischer Seefahrer Drake durchquert den Pazifik

Der Mogul-Kaiser Akbar startet ein Jahr nach der muslimischen Belagerung der portugiesischen Stützpunkte eigene Eroberungen und besetzt in einem günstigen Moment 1572 das Sultanat Gujerat (Reinhard Bd.I.,S.63).

Das Reich von Mogul-Kaiser Akbar


Mogulkaiser Akbar
Mogul-Kaiser Akbar [68]
Karte mit dem Mogul-Stammreich  von Mogul-Kaiser Akbar (gelb) und seine "Erweiterungen" (rosa und braun)
Karte mit dem Mogul-Stammreich  von Mogul-Kaiser Akbar (gelb) und seine "Erweiterungen" (rosa und braun) [69]

Ab den 1570-er Jahren kehren sich die Spanier auf den "Philippinen" von der Gewürzspekulation ab und organisieren den lukrativeren China-Handel. Chinesische Schiffe bringen Seide und andere Luxusgüter auf die "Philippinen". Auf den "Philippinen" entsteht eine chinesische Gemeinde, die mehr und mehr den Einzelhandel auf den Inseln in die Hand bekommt (Reinhard Bd.I.,S.80).

1575 fällt Ternate (Reinhard Bd.I.,S.73).

1576 wird Macao neues Unterbistum (Reinhard Bd.I.,S.66).

1576 wird Antwerpen durch die spanischen Armeen zerstört (Reinhard Bd.I.,S.109).

1578 erlaubt Tidore eine portugiesische Festung (Reinhard Bd.I.,S.73).

Im selben Jahr 1578 durchquert das erste englische Schiff mit dem englischen Seefahrer Drake den Pazifik (Reinhard Bd.I.,S.82).


ab 1579: Englische Weltumsegelung auf Station auf den Banda-Inseln - 1579-1583: Jan Huyghen in Spanien als holländischer Spion - Manila wird 1579 spanisches Bistum - grosse portugiesische Kirche auf Japan 1580
1579 erreicht der englische Weltumsegler Francis Drake das Sultanat Ternate und besucht den dortigen Sultan (Reinhard Bd.I.,S.73).

Francis Drake, Englands Kolonialismus
Francis Drake [70]

1579-1583 ist der holländische Kaufmann Jan Huyghen in Spanien tätig und bringt so Informationen über Spanien-Portugal und deren Kolonien in die Niederlande (Reinhard Bd.I.,S.113).

Jan Huyghen, Kaufmann von Holland
Jan Huyghen [71]

1579 wird Manila zum spanischen Bistum ernannt (Reinhard Bd.I.,S.80).

1580 umfasst die portugiesische Kirche in Japan bereits 150.000 Mitglieder mit 200 Kirchen und 65 "Patres". Da die portugiesische Krone und der Papst viel zu wenig Geld zur Finanzierung des grossen Kirchenapparats schicken, ist die Mission auf den Erlös im Handel zwischen Japan und China angewiesen (Reinhard Bd.I.,S.79).


Personalunion zwischen Portugal und Spanien 1580 - Holland wird vom Gewürzhandel ausgeschlossen

ab 1580: Ausschluss von Holland aus dem portugiesischen Gewürzhandel, holländische Suche nach dem direktem Seeweg nach Indien - holländische Kaperungen von "Silberflotten" 1580-1640 - erhöhte Spekulation um Gewürzhandel ab 1580 - 1581: Die Kolonialreiche Spaniens und Portugals bleiben getrennt - 1581: Kosaken unterstellen das Khanat dem Zaren

1580: Personal-Union zwischen Portugal und Spanien durch Heirat in den Königshäusern (Reinhard Bd.I.,S.79). Die Spekulation um die Indien-Flotte erhöht sich. Mit der Einführung von "Asien"- und "Europa"-Verträgen können sich Kaufleute zu Abnahmen von Gewürzen zu Fixpreisen beteiligen (Reinhard Bd.I.,S.96).

[Damit beginnt die erste internationale Warenbörse...].

Die Personal-Union zwischen Spanien und Portugal hat Folgen für Holland, denn Philipp II. spricht gegen die Niederlande ein Handelsembargo aus. Bei internationalen Konsortien werden Holländer auch im Gewürzhandel mit Portugal ausgeschlossen und somit vom Grossteil des Gewürzmarktes Europas verdrängt. Die holländische Politik beginnt, direkte Kontakte nach Indien zu suchen, um das spanische Embargo zu umgehen (Reinhard Bd.I.,S.111).

Holländische Vorstellungen gehen davon aus, dass Indien auch auf dem Weg um Skandinavien in Richtung Nord-Osten erreicht werden kann (Reinhard Bd.I.,S.113).

In der Folge sucht Holland von 1580-1640, dem Königreich Spanien-Portugal durch Kapern von Schiffen der "Silberflotten" auch auf "amerikanischem" Boden Schaden zuzufügen (DTV I. S.277).

Spanische Silberflotte im Kolonialismus
Beispiel einer spanischen "Silberflotte", die angegriffen wird [72]

1581: Philipp II., nun König von Portugal und Spanien [ein Reich, "wo die Sonne nie untergeht"...], verpflichtet sich vor den Cortes [Gerichtshof] von Tomar, die beiden Kolonialreiche getrennt zu halten (Reinhard Bd.I.,S.79).

Die Stadt Tomar in Portugal
Tomar Karte Kolonialismus Spanien Portugal 1581 Philipp II. Tomar Innenstadt Portugal
Tomar: Innenstadt [74]
Karte mit der Position von Tomar in der oberen Hälfte der Provinz [73]


Tomar Portugal Festungskathedrale von vorn Tomar Portugal Festungskathedrale von vorn
Tomar: Festungskathedrale:
Ansicht von vorn [75]
Tomar: Festungskathedrale
Ansicht von hinten  [76]



Russland: 1581 beginnt eine russische Kosakentruppe unter Jermak im Dienst der Familie Stroganow, das Khanats dem Zaren zu unterstellen (Reinhard Bd.I.,S.87).

1580-er Jahre: Spanische "Erweiterung" auf den "Philippinen" - Zuweisung eines "Chinatown" an Chinesen in Manila - portugiesische Mission und Sandelholzhandel auf Timor - erste europäische Beschreibung von Kaffeegenuss 1582 - 1583-1592: Jan Huyghen als Kaufmann in Goa - japanische Werbefahrt in Südeuropa 1584-1586

Die Spanier erweitern in den 1580-er Jahren ihr Kolonialgebiet auf den "Philippinen", vor allem mit diplomatischen Druckmitteln. Die Methode ist möglich, weil die Bevölkerung nur in Verwandtschaftsnetzen organisiert ist und keine Staatsform kennt. Es kommt zur völligen Unterwerfung des Hauptteils von Mindanao, der Sulu-Inselgruppe und der Insel Palawan (Reinhard Bd.I.,S.79).

Karte der "Philippinen" mit Mindanao und dem Sulu-Archipel
Karte der "Philippinen" mit Mindanao und dem Sulu-Archipel [77]


"Philippinen": Karte mit der Insel Palawan
"Philippinen": Karte mit der Insel Palawan [78]


Den chinesischen Händlern auf den "Philippinen" wird in den 1580-er Jahren ein "Chinatown" zugewiesen (Reinhard Bd.I.,S.80).

In den 1580-er Jahren fassen portugiesische Missionare und Sandelholzhändler auch auf Timor Fuss (Reinhard Bd.I.,S.73).

Karte: Position von Timor
Karte mit der Position der Insel Timor [79]

1582 beschreibt der deutsche Augsburger Orientreisende Leonhard Rauwolf zum ersten Mal den "Kaffeegenuss" (Reinhard Bd.I.,S.174).


1583-1592 ist der holländische Kaufmann Jan Huyghen in Goa (Indien) als Schreiber des Erzbischofs von Goa tätig und sammelt infolge der spanischen Blockade des Gewürzhandels planmässig Material über die portugiesischen Kolonien (Reinhard Bd.I.,S.113).

1584-1586 befindet sich eine japanische Gesandtschaft von christlichen Daimyos auf einer Werbereise in Portugal, Spanien und Italien (Reinhard Bd.I.,S.85).


Deutsch-italienisches Konsortium für Investitionen in Portugals Flotte 1585 - ab 1585: italienische Faktorei in Goa - 1585: Kirchliche Chinaforschung - 1585-1605: russische Unterwerfung der Gebiete um Ob und Irtysch

Philipp II. schliesst 1585 mit dem Mailänder Kaufmann Giovanni Rovellasca einen Vertrag ab, der gegen Gewürzlieferungen Investitionen in die portugiesische Flotte vorsieht. Daran beteiligen sich ebenfalls Marcus und Matthäus Welser mit 5/12, der Vertragssumme, 3/12 davon werden von Philipp Eduard und Oktavian Secundus Fugger getragen. Das deutsch-italienische Konsortium ist perfekt (Reinhard Bd.I.,S.96).

Ab 1585 bauen die am deutsch-italienischen Konsortium beteiligten Italiener in Goa (Indien) eine eigene Faktorei auf. Leiter ist der Stellvertreter von Rovellasca, Filippo Sassetti, der in Briefen scharfsichtige und planmässige Beobachtungen nach Italien weiterleitet (Reinhard Bd.I.,S.97).

1585 gibt Papst Gregor XIII. dem Spanier Augustineo Juan González de Mendoza den Auftrag, alles verfügbare Material über China zusammenzustellen. González stellt die "Historia de las cosas más notables, ritos y costumbres del gran Reyno  de la China" zusammen ["Geschichte der adligsten Angelegenheiten, Riten und Bräuche über das grosse chinesische Reich"], die ein europäischer Bestseller wird (Reinhard Bd.I.,S.85).

Russland: 1585-1605 beginnt die russische Invasion. Die russischen Kosaken unterwerfen das Gebiet der Flüsse Ob und Irtysch (Reinhard Bd.I.,S.87).


1585: Zerstörung von Antwerpen - ab 1585: Abwanderung der Kaufleute von Antwerpen nach Amsterdam - ab 1585: Allgemeine Spekulation in Amsterdam mit jährlicher Preisliste - die "Führungsschicht" und die "Regenten" Amsterdams

1585 wird Antwerpen ein zweites Mal zerstört, diesmal durch Alexander Farnese. Antwerpen kann nicht mehr Handelshauptstadt im niederländischen Raum sein und die Nord-Holländer blockieren die Stadt durch eine Sperre der Scheldemündung. Die Kaufleute ziehen ab 1585 nach Amsterdam. Amsterdams Einwohnerzahl nimmt von  ca. 30.000 bis 1622 auf 105.000, und bis 1670 auf über 200.000 Einwohner zu. Amsterdam wird zum grössten Warenmarkt und massgebenden "Kapitalmarkt" Europas (Reinhard Bd.I.,S.109).

Ab 1585 wird in Amsterdam für die dort handelbaren Waren eine jährliche Preisliste ausgegeben. So kann sich eine erste allgemeine Spekulation der Warenbörse mit einem Geld- und Kapitalmarkt entwickeln, die in Wertpapieren gipfelt. Für zwischenstaatlichen Zahlungsverkehr werden Wechselbanken gegründet, die auch ein internationales "Anlagegeschäft" ermöglichen (Reinhard Bd.I.,S.109).

In Amsterdam bildet sich eine "Führungsschicht" heraus, die so genannten "Regenten": die Reeder und Manufakturbesitzer, mit Einfluss in den "wichtigsten der sieben Provinzen" der Bundesversammlung, den "Generalstaaten" (Reinhard Bd.I.,S.111).



Englischer Seefahrer Cavendish auf dem Pazifik 1586 - erstes Verbot des Christentums auf Japan 1587 - neues portugiesisches Unterbistum Funay 1588 - erste spanische Mission 1592 auf Japan - Rückkehr Jan Huyghens nach Holland 1592 - 140 spanische Missionare auf den "Philippinen" und Zwangsumsiedlungen - ab 1592: Krieg in Malakka und rasanter Preisanstieg beim Pfeffer - 1592: Auflösung der deutsch-italienischen Faktorei in Goa - ab 1592: Ferdinand Cron auf Macao und sein Profit - 1592: italienisch-deutsches Konsortium für die portugiesische Flotte - Timor ab 1593 unter portugiesischem Oberbefehl

1586 durchquert der zweite englische Seefahrer Cavendish den Pazifik (Reinhard Bd.I.,S.82).

1587 erlässt der japanische Kaiser Hideyoschi ein Verbot des Christentums in Japan, das jedoch kaum vollzogen wird (Reinhard Bd.I.,S.84).

Kaiser Toyotomi Hideyoshi von Japan / Nippon Kaiser Toyotomi Hideyoshi von Japan / Nippon, Portrait
Kaiser Toyotomi Hideyoshi [80]
Kaiser Toyotomi Hideyoshi, Portrait [81]


1588 wird Funay (Japan) neues portugiesisches Unterbistum (Reinhard Bd.I.,S.66).

1591 zählt die Inselgruppe der "Philippinen" bereits 140 spanische Missionare. Die Bewohner der Streusiedlungen werden zwangsumgesiedelt und zu "Gemeinden" mit spanischem Recht zusammengeschlossen. So werden z.T. über 200 neue Siedlungen pro Jahr "geschaffen" (Reinhard Bd.I.,S.80).

1592 wird eine erste spanische Mission der "Bettelmönche" (Franziskaner) auf Japan eröffnet. Die Mission wird in der japanischen Regierung positiv aufgenommen, um einen alternativen Handel zu Manila aufzubauen (Reinhard Bd.I.,S.84).

1592 kehrt der holländische Kaufmann Jan Huyghens aus Goa (Indien) in die Niederlande zurück. Seine Mission, Informationen über die Handelswege der Spanier und Portugiesen zu beschaffen, scheint beendet (Reinhard Bd.I.,S.113).

Ab 1592 (bis 1600) herrscht Krieg in Malakka zwischen Spanien-Portugal, Holland und England. So fallen bis 1600 praktisch alle Lissabonner Pfefferlieferungen aus. Der Pfefferpreis in Europa erreicht ungeahnte Höhen (Reinhard Bd.I.,S.97).

Im selben Jahr 1592 wird die vom deutsch-italienischen Konsortium betriebene Faktorei in Goa aufgelöst. Der Augsburger Fugger Ferdinand Cron macht sich selbständig. Es gelingt ihm, in Macao, mit Krediten an die Vizekönige und Informationen eine bedeutende Rolle im Geschäft zwischen Indien und den "Philippinen" einzunehmen, was ihm ein grosses Vermögen einbringt (Reinhard Bd.I.,S.97).

Ab 1593 hat Timor einen portugiesischen Befehlshaber. Ost-Timor bleibt bis in die 1980-er Jahre portugiesisch kolonial verwaltet (Reinhard Bd.I.,S.73).


Englischer Seefahrer Hawkins auf dem Pazifik 1593 - 1595: Mogul-Kaiser Akbar belagert Bijapur und entlastet die portugiesischen Stützpunkte - holländische "Gesellschaft für Fernhandel" 1594 - 1594-1597: Holländische Entdeckung von Novaja Semlja und Spitzbergen - 1595: Manila wird spanische "Kirchenprovinz" - portugiesische "Kolonisation" der Solomon-Inseln und der "Santa Cruz-Inseln" 1595

1593 erscheint erneut ein englischer Seefahrer, Hawkins, auf dem Pazifik (Reinhard Bd.I.,S.82).

1594 gründen holländische Kaufleute die "Gesellschaft für Fernhandel", um auf bekanntem Weg über das Kap holländischen Handel in Indien zu etablieren (Reinhard Bd.I.,S.113).

1594-1597 starten holländische Reeder der neuen "Nordischen Compagnie" drei Expeditionen, um einen direkten Weg über Skandinavien nach Indien zu suchen. Die holländischen Schiffe entdecken Novaja Semlja und Spitzbergen. Nach den ersten zwei von der Regierung finanzierten erfolglosen Expeditionen starten hartnäckige Kaufleute noch eine dritte Expedition, die ebenfalls erfolglos endet (Reinhard Bd.I.,S.113).

1595 belagert der Mogul-Kaiser Akbar das Sultanat Bijapur südlich von Gujerat, greift aber die kleinen portugiesischen Forts nicht an, sondern entlastet durch seinen Angriff unfreiwillig die Stadt Diu von den Angriffen Gujerats (Reinhard Bd.I.,S.63).


Die Sultanate in Indien im 16. Jh.


Karte der Sultanate von Indien im 16. Jh.
Karte der Sultanate von Indien im 16. Jh. [82]

Im selben Jahr 1595 feiern die Spanier auf den "Philippinen" die Kirchenprovinz Manila mit drei Suffraganen (Reinhard Bd.I.,S.80).

Und im selben Jahr 1595 gibt die portugiesische Regierung wegen der spanischen und englischen Konkurrenz Alvaro de Mendana de Neira die Erlaubnis, die Solomon-Inseln zu "kolonisieren" (Reinhard Bd.I.,S.82).

Karte der Solomon-Inseln bei Australien
Karte der Solomon-Inseln bei Australien neben Neuguinea [83]

Zugleich schiebt sich die portugiesische Expedition zu den "Santa-Cruz-Inseln" vor.



Karte der Solomonen neben Neuguinea
Karte der Solomonen neben Neuguinea [84]
Karte mit den Solomonen (links), rechts die Santa-Cruz-Inseln

Karte mit den Solomonen (links), rechts die Santa-Cruz-Inseln [85]

Die grosse "Goldinsel" im Westen wird jedoch nicht entdeckt. Die Expedition teilt sich. Der Chefsteuermann Pedro Fernández de Quirós kehrt via "Philippinen" und "Amerika" nach Portugal zurück, um dort für weitere Suchfahrten Werbung zu machen (Reinhard Bd.I.,S.82).

Und ebenfalls im selben Jahr 1595 erfinden holländische Ingenieure den Schiffstyp "Fluyt" für Massengütertransporte. Der Vorteil ist die kleine Besatzung und die bauchige Form, so dass der Deckumfang gering gehalten werden kann, denn die bis 1669 üblichen "Sundzölle" werden nach dem Deckumfang berechnet (Reinhard Bd.I.,S.109). Für Indienfahrten brauchen die Holländer wie die Portugiesen diverse Mischtypen (Reinhard Bd.I.,S.109).

Schiffbau Holland: Fluyt
Eine holländische Fluyt [86]

 Der Reisebericht von Jan Huyghen über Portugals Kolonien 1595 - holländische Schiffe in West-Java 1596 - die Werbung von Quirós für eine neue Suche nach der "Goldinsel im Westen" 1596 - holländisches Schiff "Fluyt" - 1596: Christliche Verfluchungen in Japan und Aufruhr - spanische Eroberungsgelüste gegen China

Noch im Jahr 1595 veröffentlicht der holländische Kaufmann Jan Huyghen seinen Reisebericht über die portugiesischen Kolonien: "Reysgeschrift van de Navigatien der Portugaloysers". Es ist eine Zusammenfassung aus den einschlägigen Segelhandbüchern für Indien, jedoch auch mit Angaben über Stärken und Schwächen des portugiesischen Vizekönigreiches, sowie mit Informationen über West-Java, dass dort z.B. auch bester Pfeffer, aber auch Nelken und Muskatnuss erhältlich seien (Reinhard Bd.I.,S.113).

[Somit kann der allgemeine Generalangriff der Protestanten auf die portugiesischen Kolonien beginnen].

Noch im selben Jahr 1595 starten vier holländische Schiffe der holländischen "Gesellschaft für Fernhandel" mit 248 Mann zur ersten holländischen Reise zum Kap (Reinhard Bd.I.,S.113).

1596 erreichen die holländischen Schiffe der "Gesellschaft für Fernhandel" West-Java (Reinhard Bd.I.,S.113).

Karte mit der Insel Java im Gesamtzusammenhang der Inseln von Holländisch-Ostindien, später Indonesien
Karte mit der Insel Java im Gesamtzusammenhang der Inseln von Holländisch-Ostindien, später Indonesien [87]

1596 erreicht Portugals Seefahrer Quirós die Unterstützung von Papst Clemens VIII. für weitere Suchaktionen zur "Goldinsel im Westen" (Reinhard Bd.I.,S.82).

Im gleichen Jahr 1596 strandet ein spanischer Kapitän in Japan und richtet grossmundige arrogante Aussagen gegen "Ungläubige". Die Aufruhr gegen die spanischen eroberungs-gelüstigen Seeleute wächst, dabei richtet sich die Besetzungslust der Spanier vor allem gegen China (Reinhard Bd.I.,S.84).


Ende 16.Jh.: Wirkungsvolle Proteste der "philippinischen" Urbevölkerung und erhöhte Reisproduktion - ab 1597 zu hohes Risiko für portugiesische Pfefferverträge - erste Kreuzigung von Christen in Japan 1597 - ab 1597: Erster direkter holländisch-indischer Handel mit Java, Konkurrenz und Monopolüberlegungen in Holland - 1598: Warnung von Cron vor der holländischen Flotte - 1598: Jan Huyghens Reisebericht englisch und deutsch übersetzt - ab 1599: Holländische Schiffe erreichen die Molukken - ab 1599: steigender Pfefferpreis in Lissabon wegen Kriegen - Verherrlichung in der portugiesischen Literatur

Ende des 16.Jh. zeigen Proteste der "philippinischen" Urbevölkerung Wirkung. Da die Inseln nicht direkt der spanischen Krone, sondern der Regierung von Mexiko-Neu-Spanien unterstehen, kommt es zu keinen grösseren Gemetzeln. Die Reisproduktion kann erheblich gesteigert werden (Reinhard Bd.I.,S.80).

Ab 1597 werden die Risiken für Pfefferverträge mit Portugal über den Indienhandel wegen den holländischen und englischen Flotten zu risikoreich. Es herrscht dauernde Kriegsgefahr [auf fremdem Boden...] (Reinhard Bd.I.,S.97).

1597 lässt der japanische Kaiser Hideyoschi in Nagasaki erste Christen kreuzigen: 6 spanische Franziskaner, 17 japanische Christen und drei portugiesische Jesuiten. Der Nachfolger von Hideyoschi, Tokugawa Ieyasu, lässt jedoch die Christenverfolgungen wieder einstellen (Reinhard Bd.I.,S.84).

Kart mit der Position von Nagasaki am westlichen Ende der Insel Kyushu, Japan
Kart mit der Position von Nagasaki am westlichen Ende der Insel Kyushu, Japan [88]

1597 feiern die Holländer die erste direkt erstandene Gewürzladung aus Indien. Von den vier gestarteten Schiffen der "Gesellschaft für Fernhandel" und den 248 Mann kehren noch drei Schiffe und 89 Mann zurück. Der Handel "blüht", Konkurrenzgesellschaften zu Portugal werden gegründet. Trotz hoher Verluste lohnt das "Geschäft", und es locken Gewinne bis 400 %. Da die Nachfrage steigt, steigen die Gewürzpreise auf Java. Die holländischen Kaufleute überlegen sich die Einrichtung eines eigenen holländischen Monopols(Reinhard Bd.I.,S.113).

1598 erscheint Jan Huyghens Reisebericht über die portugiesischen Kolonien auch auf Deutsch und Englisch (Reinhard Bd.I.,S.113).

[Die indirekte Aufforderung zur Zerstörung des portugiesisch-spanischen Monopols könnte kaum grösser sein].

1598 kann der Fugger Ferdinand Cron durch Verbindungen den Vizekönig von Portugal vor der auslaufenden holländischen Flotte warnen (Reinhard Bd.I.,S.97).

Holländische Expeditionsschiffe erreichen 1599 die Banda-Inseln. Die holländische Regierung richtet sich auf eine Auseinandersetzung gegen die katholischen Portugiesen ein (Reinhard Bd.I.,S.73).

Ab 1599 steigt der Pfefferpreis in Lissabon wegen Kriegen im indischen Ozean und ausbleibenden Pfefferlieferungen. Portugal sucht zeitweise um Bewilligung bei den Türken nach, die Route über das Rote Meer benutzen zu dürfen. Venedig dagegen ist - [durch Kontakte zur muslimischen Welt] wieder einmal - gut versorgt (Reinhard Bd.I.,S.105).

Die portugiesische Literatur stellt, was die Eroberungen anbetrifft, immer die "maurische Tücke" und den "Wissensdrang" in den Vordergrund. Kritik an den Aktionen ist durchaus vorhanden, jedoch wird der Terror der Seeheere und die grausamen Mordaktionen und Verstümmelungen an den Eingeborenen nie erwähnt (Reinhard Bd.I.,S.65).

Holland konkurrenziert Portugals Gewürzhandel

ab 1600: Holländische Konkurrenz in Goa (Indien) - 1600: Holländer erobern Amboina - ab 1600: Verdoppelung der Pfefferproduktion an der Malabarküste - 1600-1605: Vier neue holländische Faktoreien an Indiens Ostküste - 1600: Holländische Schiffe erreichen Japan, Adams auf Japan - ab 1600: "Totaler Krieg" um Gewürzinseln

Ab 1600 wird die portugiesische Verbindung zu Goa in Indien durch die Holländer immer mehr konkurrenziert (Reinhard Bd.I.,S.86).

1600 erobern Holländer den Stützpunkt Amboina für den Nelkenumschlag (Reinhard Bd.I.,S.117).

Ab 1600 verdoppelt sich die Pfefferproduktion an der Malabarküste (Reinhard Bd.I.,S.98).

Karte mit Indiens Küsten: Westküste: Malabarküste; Ostküste: Koromandelküste
Karte mit Indiens Küsten: Westküste: Malabarküste; Ostküste: Koromandelküste [89]

1600-1605 ist den Holländern der Zugang zu Indiens Westküste wegen englischem und portugiesischem Widerstand versagt. Jedoch können die holländischen Strategen an der Ostküste Indiens vier Faktoreien errichten, in Masulipatam, Nizampatam, Pulicat und Teganapatam (Reinhard Bd.I.,S.117).

1600 erreichen holländische Schiffe Japan (Reinhard Bd.I.,S.84,113). Der dazugehörige  englische Steuermann William Adams gewinnt das Vertrauen zum Shogun und wird gleich für längere Zeit aufgenommen (Reinhard Bd.I.,S.84).

Ab 1600 beginnt der"totale Krieg" zwischen Portugal, Spanien auf der einen Seite (Katholiken) und Holländern und Engländern auf der anderen Seite (Protestanten) um Anteile am Gewürzhandel. Die Urbevölkerungen werden z.T. verhetzt, missbraucht, zum Teil auch getötet oder als Sklaven verkauft (Reinhard Bd.I.,S.117).


ab 1600 ca.: Aufbau eines Mandschu-Militärstaates in NO-China - um 1600: Christlich gesinnter Süden Chinas - 1. Hälfte des 17. Jh.: Regierungswechsel in China - "Amerika" um 1600: Potosi zweitgrösste Stadt der Welt

Ab 1600 ca. bauen die "Mandschu" im Nordosten Chinas einen ersten Mandschu-Militärstaat auf. Im Gegensatz dazu ist der Süden Chinas um 1600 unter dem Prätentaten Zheng Chenggong (auch Guo Xingye, holländisch Koxinga genannt) sehr christliche gesinnt und lässt Handel mit europäischen Mächten zu, rechnet gar mit europäischer Hilfe (Reinhard Bd.I.,S.86).

In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts bahnt sich in China gleichzeitig eine grosse Krise an. Die "Ming"-Dynastie zerbröckelt, und Naturkatastrophen verstärken Volksaufstände und Rebellengruppen (Reinhard Bd.I.,S.85-86)

Die "Silberstadt" Potosi in Süd-"Amerika" wird zur zweitgrössten Stadt der Welt nach London (DTV I. S.277).

[Die Zugezogenen erhoffen sich das "Glück" von den Silberminen, und der Holocaust an den Indios in den Minen geht weiter].

1602: Gründung der "Vereenigde Oost-Indische Compagnie" - der Freibrief für Gewalt und Eroberung unter holländischer Regie

1602 schliessen sich die verschiedenen holländisch-indischen Handelsgesellschaften zur "Vereenigde Oost-Indische Compagnie" VOC zusammen,
-- unter Leitung von Johan van Oldenbarnevelt
-- mit Beteiligung der sechs "Generalstaaten" Hollands: Amsterdam, Middelburg, Delft, Rotterdam, Hoorn und Enkhuizen.

VOC Schiff Batavia Jacarta ship Kolonialismus colonialism
Schiff der VOC [90]

Amsterdam und Middelburg leisten die Hauptbeteiligung. Damit verbunden ist ein Freibrief, ein Patent der Generalstaaten für die "V.O.C." für eine Zeitspanne von 21 Jahren mit dem Recht,

-- Krieg zu führen,
-- Verträge zu schliessen,
-- Land in Besitz zu nehmen
-- und Festungen zu bauen.

Die ganze holländische Bevölkerung kann ihr Geld bei der Gesellschaft anlegen und Teilhaber werden (Reinhard Bd.I.,S.114).


Eine Beschreibung der Kompanie liegt vom Anwalt Pieter van Dam vor in seinem Werk: "Beschryvinge van de Oostindische Compagnie" (1701/3), mit Beschreibung von Geschichte, Geschäftsabwicklung, "Handelsgebiete", "Verwaltung" und "kirchlichem Dienst".

Die militärischen Vorteile der V.O.C. gegenüber den portugiesischen Kräften
Die Holländer bauen kleinere und beweglichere Schiffe, die jedoch eine stärkere Bewaffnung und eine bessere Artillerie aufweisen. Zudem sind die Mannschaften (zumindest am Anfang) schärfer gedrillt (Reinhard Bd.I.,S.124).

VOC Schiff Galeone des Kolonialismus Hollands
Holländische Galeone [91]

Die holländische Seeroute nach Java

Der direkte Weg zur Sunda-Strasse
Anders als die portugiesischen Schiffe fahren die holländischen Indienschiffe nach der Umrundung des Kap zwischen dem 38. und 42. Breitengrad mit dem Südwestpassat direkt auf die Höhe der Malakkastrasse, um dann mit dem Monsun nach Norden zur Sunda-Strasse zu gelangen. Den portugiesischen (und arabischen) Angriffen kann so ausgewichen werden.

Pro Jahr verlassen drei Flotten Amsterdam nach Batavia im September: an Weihnachten und Ostern. Zwei Mal jährlich starten Flotten von Batavia in Richtung Holland: an Weihnachten und Januar/Februar.


Karte mit den Routen der VOC von Holland nach Indien und Indonesien
Karte mit der Sunda-Strasse zwischen Sumatra und Java, gleich daneben Jakarta / Batavia
Karte mit den Routen der VOC von Holland nach Indien und Indonesien [92]
Karte mit der Sunda-Strasse zwischen Sumatra und Java, gleich daneben Jakarta / Batavia [93]

Niedrige Verluste
Die Verluste der Seereisen der holländischen Schiffe betragen im Schnitt 4,5 %, meist wegen Überladung (Reinhard Bd.I.,S.125). Die Normalzeit einer Reise beträgt über sechs Monate. Prämien gibt es für den, der die Reise unter sieben oder sogar unter sechs Monaten schafft. Die Verluste sind sehr viel geringer als bei den Portugiesen, vor allem durch genauere Vorschriften beim Schiffsbau (Reinhard Bd.I.,S.126). Die Nahrungsvorschriften sind grosszügig bemessen, die Praxis sieht jedoch anders aus. Immerhin haben sich die Verhältnisse insofern verbessert, dass die Todesfälle sehr zurückgehen (Reinhard Bd.I.,S.127).

Niedrige Bezahlung und Schmuggel
Die Bezahlung der Matrosen ist sehr niedrig. Bei gelungener Überfahrt werden die Beteiligten wie im portugiesischen System je nach Dienstgrad an Gewürzkisten beteiligt. Es beginnt sich auch, eine Korruption einzubürgern. Die Matrosen bilden sogar kleine Aktiengesellschaften für illegalen Handel zur Umgehung des Monopols der Arbeitgeberin (Reinhard Bd.I.,S.128).

Die "Geschäftspraktiken" der niederländischen V.O.C. - die Entwicklung der "actie"
Die Geschäftsführung erfolgt vor allem im Eigeninteresse der Amsterdamer Oligarchie. Gewürzreserven gelten als stille Reserven. Bei Geldknappheit - was nur den obersten Etagen bekannt ist - werden kurzfristige Anleihen zu hohem Zins aufgenommen, wobei die Gesamtheit der Teilhaber für die Zinsen aufkommen muss (Reinhard Bd.I.,S.115). Dividenden werden oft in Form von Gewürzen ausgeschüttet (Reinhard Bd.I.,S.122). Die Eigner aber füllen sich mit Profiten die Taschen (Reinhard Bd.I.,S.115).

Die V.O.C. hat wegen ihrer privilegierten Stellung der Halbstaatlichkeit die Pflicht, mit den Teilhabern alle zehn Jahre abzurechnen und jederzeit die Teilhaber samt Zinsbetrag auszahlen zu können. Die Abrechnung wird 1612 umgangen, indem die V.O.C. von den Generalstaaten entbunden wird. Die immerwährende Fähigkeit zur Auszahlung wird ebenfalls ignoriert. So bürgert sich das Wertpapier der "actie" ein, vermehrt ab 1606. Der Kurs der "actie" schwankt je nach Geschäftslage (Reinhard Bd.I.,S.116).

Die Pläne der holländischen V.O.C.
1602-1607 sind die Aktivitäten der holländischen V.O.C. vor allem gegen Portugal gerichtet. Die Gesellschaft verfolgt ein geopolitisches Konzept mit Eroberung von Stützpunkten. Ziele sind vor allem die Eroberung von Moçambique, Ceylon, Malakka und Goa, auch Eroberungen in Vorderindien zur Produktion von Textilien als Zahlungsmittel für Gewürze aus Hinterindien.

In Holland kommt Widerspruch gegen die Pläne auf, vor allem durch die Mennoniten, die ein "Prisenrecht", das Recht auf Kaperung von Schiffen, bestreiten. Die an der V.O.C. beteiligten Mennoniten verschenken denn auch einen Teil von geraubten Gütern. Ein "Gutachten" des Anwalts der V.O.C., Hugo Grotius, "De Jura Praedae Commentarius", befürwortet jedoch das "Prisenrecht". Das holländische Admiralitätsgericht entscheidet dann auch zugunsten der Raubpolitik der Kompanie (Reinhard Bd.I.,S.117).


"Merkantilismus"

Die Welthandelsgesellschaften, der erste "moderne Grossunternehmer"
Der Begriff "Merkantilismus" ist eigentlich eine "polemische Kreation" der Physiokraten und von Adam Smith (Reinhard Bd.I.,S.157). Im Zentrum steht dabei vor allem die Rentabilität und das Anhäufen von Gewinnen aus dem Aussenhandel. Im Gegensatz zu den päpstlich motivierten Eroberungen der Portugiesen und Spanier (die jedoch ebenso unglaublichen Raub und Mord beinhalteten) stehen die Indien- und "Amerika"-Fahrten ab dem Auftreten der Niederländer im Zeichen des Profits als erstes Kriterium. Es entsteht die Frühform des "modernen Grossunternehmers". Das Monopol ist Gewinngarantie und Selbstzweck und beinhaltet daneben auch Vertrags- und Kriegsbefugnisse.

Gleichzeitig wird eine Monopolgesellschaft zu Reinvestitionen verpflichtet, zur Übernahme von Unterhalt von Flotte und Stützpunkten. Die Gesellschaft soll sich somit selbst finanzieren, so dass eine Entlastung der öffentlichen Hand eintritt [was jedoch kaum der Hälfte der weltweiten Gesellschaften gelingt] (Reinhard, Bd.I., S.156).

Religionskampf und Kampf um den "Weltkuchen" zur "Selbsterhaltung"
Im Sinne der Religionskriege in Europa zwischen Protestanten und Katholiken beginnen die verschiedenen Staaten nun, diese Auseinandersetzung auf die ganze Welt zu übertragen. Es beginnt der Kampf um den "Weltkuchen", um "Selbsterhaltung" im Zeichen von Gewinnen und Ansehen [auf fremdem Boden]. Die Handelsbilanz im Wert von Edelmetall wird stolzer Gradmesser eines jeden Staates (Reinhard Bd.I.,S.157).

Intensivierung der Binnenwirtschaft und Anpassungszwänge / Umstrukturierungen
Gleichzeitig findet parallel zur Etablierung einer Handelskompanie für die "Aussenpolitik" (und Krieg) eine innere Intensivierung der Produktion statt. Produktionsweisen aus dem Ausland werden nachgeahmt oder verbessert. Gleichzeitig lauern Gefahren:

-- zum Teil führen die neuen Importe zu Firmenzusammenbrüchen und Arbeitslosigkeit im Inland, so dass staatliche Korrekturen notwendig werden, um neue Handelsströme zu schaffen, die sich nicht gegenseitig aufheben

-- liberal denkende Theoretiker und Historiker prangern zudem immer wieder die Monopolsituation an und appellieren an freien Welthandel

-- in gewissen Handelsgesellschaften spielt der Staat eine zu dominierende Rolle: Könige üben Druck aus, so dass keine optimale Verteilung des Kapitals stattfindet (Reinhard Bd.I.,S.157).

Die Tendenzen des Handels von Jahrhundert zu Jahrhundert
Zwischen Europa und Asien werden zuerst vor allem Gewürze gehandelt. Russland wird vom lukrativen Pelzhandel zur Expansion verleitet. Mit der Zeit ergänzen Textilhandel sowie Handel mit Kaffee aus Persien und Tee aus China die Möglichkeiten des Aussenhandels Europas. Kleine Staaten verbessern ihre Bilanzen zum Teil mit Schmuggel und Beihilfe zur Schattenwirtschaften (Reinhard Bd.I.,S.166).


Der Silberkreislauf durch "Amerika"

Silber als geraubtes, billiges europäisches Zahlungsmittel in Asien
Für den Handel mit Asien benötigen die Europäer zu einem grossen Teil Silber, da europäische Waren für Asien kaum attraktiv sind. Dieses in "Amerika" geraubte Silber kommt über Spanien in ungeheuren Mengen billig auf den europäischen Markt und kann über das Mittelmeer und den Nahen Osten ("Levante") in Indien und Ostindien teuer verkauft werden. Ein Teil des Silbers gelangt auch über den Pazifik von "Amerika" direkt nach Manila in die spanischen "Philippinen", um dort im Chinageschäft eingesetzt zu werden. Die Verhältnisse zu Gold:


Tabelle: Silber als geraubtes, billiges europäisches Zahlungsmittel in Asien
in "Amerika" Silber : Gold 17:1
in Europa Silber : Gold 15:1
in Indien Silber : Gold 12:1
in Ostasien Silber : Gold 9:1


(Reinhard Bd.I.,S.169)

Europa kann somit mit dem enormen Metallraub in Mittel- und Süd-"Amerika" allmählich seinen Reichtum und Luxus anhäufen, den es fortan bis heute nicht mehr weggeben sollte. Daneben steuert Japan mit billigem Edelmetall (Silber, Gold) zur europäischen Handelsaktivität in Asien seinen Beitrag bei (Reinhard Bd.I.,S.169).

Gold Silber Kreislauf2 des Welthandel im Kolonialismus
Gold- und Silberkreislauf: Gold- und Silberraub und -handel weltweit um 1600, Schema von Michael Palomino; aus: Reinhard Band 1, S.101 [94]

Aus Mexiko und Süd-"Amerika" strömt Silber gratis an die "Philippinen" und nach Portugal. Von Portugal strömt das silber weiter nach Indien. Ebenso strömt Gold von Südost-Afrika nach Indien, aus Ägypten und Syrien strömen Gold und Silber nach Indien, ebenso aus Persien. Silber strömt von Indien weiter an die Molukken. China erhält Silber von den "Philippinen und von Indien. Von China strömt Gold nach Indien und nach Japan, von Japan nach China strömt Silber.


Russische expansive Besetzungspolitik - Hollands "goldenes Jahrhundert"

Sibirien 1604: Gründung von Tomsk
durch die Kosaken als ein neuer "Regierungssitz" (Reinhard Bd.I.,S.87).


Die Gründe für den russischen Expansionswillen: Pelztierjagd
Triebkraft für die russische Expansion nach Osten ist vor allem die profitable Pelztierjagd, die 1644 bereits 10 % der Staatseinnahmen Russlands ausmacht. Die Eingeborenen sind in Zahl und technischer Ausrüstung unterlegen oder auch uneinig gegenüber dem neuen Gegner.

Die Vortruppen der Kosaken sind Pelzjäger, Pelzhändler mit Repräsentanten des Zaren und Kosaken mit nachfolgenden Verbannten, Siedlern und Glücksrittern "aller Art". Die Gebiete werden mit Forts ("Woiwoden") des Zaren verwaltet.

Die Eingeborenen müssen an den Zaren Tribute entrichten, dazu 10 % Umsatzsteuer bezahlen und die "Staatsjagd" auf die Tiere zulassen. Als die Pelztiere seltener werden, sind erste Bodenschätze in Sibirien bereits entdeckt. Die Bergung des sibirischen Schatzes beginnt (Reinhard Bd.I.,S.87).

Das "goldene Jahrhundert" für die Niederlande

Für die Niederlande wird das 17.Jh. zum "goldenen Zeitalter" durch "Expansion", rassistisch motivierten Gründungen von Kolonien und brutale Mordmethoden an Ureinwohnern (Reinhard Bd.I.,S.108).

Zunehmende Bedeutung indischer Textilien im Asienhandel ab 1600
Hauptproduktionszentren für die feinen, weissen, bedruckten und bemalten Baumwollstoffe sind Punjab, Gujarat, die Koromandelküste und Bengalen. Die Textilien werden in Europa wie aber auch in Ostasien sehr beliebt, so dass die Europäer die Textilien als Zahlungsmittel für Gewürze einsetzen (Reinhard Bd.I.,S.171).

Karte von Indien mit dem Sultanat Punjab Karte von Indien mit dem Sultanat Gujerat / Gujarat
Karte von Indien und Bengalen
Karte von Indien mit der Provinz Punjab [95]
Karte von Indien mit dem Sultanat Gujerat / Gujarat [96]
Karte von Indien und Bengalen [97]



Westküste: Malabarküste Karte mit Indiens Küsten: Malabarküste (links) und Koromandelküste (rechts) Ostküste: Koromandelküste

Karte mit Indiens Küsten: Malabarküste (links) und Koromandelküste (rechts) [98]


In der Folge versucht die V.O.C., sich planmässig an der Koromandelküste festzusetzen, um an Textilien zu gelangen, die dann für Gewürze eingetauscht werden. Die englische "East India Company" versucht es mit Textilien aus Gujerat / Gujarat (Reinhard Bd.I.,S.171).

Holländer vertreiben Portugiesen auf den Molukken 1605 - Monopolverträge zwischen Banda-Inseln und Holland 1605 - portugiesische "Entdeckung" des Tuamotu-Archipels und der Insel "Espiritu Santo" 1605 - neues portugiesisches Unterbistum Sâo Tomé-Maliapur 1606 - spanische Rückeroberung von Teilen von Ternate und ganz Tidores 1606, Rebellionen - holländische "Entdeckung" von "Australien" 1606 - spanisch-portugiesische "Entdeckung" "Australiens" auf den "Hebriden" - Nelkenvertrag zwischen Ternate und Holland 1607 - "Amerika" ab 1607: Efolgreiche "Indianer-Reduktionen" portugiesischer Jesuiten

1605 fällt auch die portugiesische Festung Tidore. Die Holländer vertreiben die Portugiesischen Besetzer aus Tidore und Amboina

endgültigMonopolverträge ab, die die Insulaner aber nicht eihalten, denn Java und England umwerben die Insulaner ebenso. Die holländische Aggression erhöht sich (Reinhard Bd.I.,S.73, 117). Die Bandu-Insulaner schliessen mit den Niederlanden (Reinhard Bd.I.,S.117).

1605 sticht der Portugiese Quirós mit drei Schiffen in See mit grossen Missionsplänen für den grossen zu suchenden Süd-Kontinent. Die "Mission" entdeckt den Tuamotu-Archipel [nahe Tahiti] und die Insel "Espiritu Santo" der heutigen "Neuen Hebriden" [heute der Staat Vanuatu]. Dann jedoch bricht die Expedition an inneren Konflikten zusammen (Reinhard Bd.I.,S.82).

Karte mit der Position der Insel "Espiritu Santo" der "Neuen Hebriden", heute Vanuatu
Karte mit der Position der Insel "Espiritu Santo" der "Neuen Hebriden", heute Vanuatu, neben Neukaledonien und den Salomon-Inseln, links davon Neuguinea und Australien [99]
Detailkarte mit den Salomon-Inseln, den Santa-Cruz-Inseln und der Insel "Espiritu Santo" (rechts unten)
Detailkarte mit den Salomon-Inseln, den Santa-Cruz-Inseln und der Insel "Espiritu Santo" (rechts unten) [100]
Karte mit Neuseeland, Tahiti und dem Tuamotu-Archipel
Karte mit Neuseeland, Tahiti und dem Tuamotu-Archipel [101]

Detailkarte mit Tahiti und dem Tuamotu-Archipel
Detailkarte mit Tahiti und dem Tuamotu-Archipel [102]


1606 wird Sâo Tomé-Mailapur an der mittleren indischen Ostküste neues portugiesisches Unterbistum (Reinhard Bd.I.,S.66).

1606 erobern spanische Schiffe, die inzwischen mit Portugal in Personalunion stehen, Teile von Ternate und ganz Tidore zurück (Reinhard Bd.I.,S.73,117). In Ternate jedoch sind die Moslems mit denjenigen der Süd-"Philippinen" verbündet. So kommt es zu wiederholten Rebellionen gegen die spanische Besetzung (Reinhard Bd.I.,S.73).

Eine spanische Expedition unter dem Portugiesen Pedro Fernandez de Quirós ist auf der Suche nach dem sagenumwobenen "südlichen Kontinent" und landet auf den "Hebriden". Quirós, der meint, in Australien zu sein, erklärt alles Land "von hier bis zum Südpol" als "spanischen Besitz" (Huby, S.18).

Quirós kehrt noch im selben Jahr 1606 von "Espiritu Santo" nach Portugal zurück und schreibt eine Menge "Denkschriften" zur Eroberung des grossen "Süd-Kontinents". Er stirbt jedoch erfolglos (Reinhard Bd.I.,S.82).

Gleichzeitig 1606 setzen holländische Schiffe ihre erste Landmarke auf "Australien" am "Kap York". Allfällige portugiesische Seefahrer, die Australien erreichen, kommen nicht zurück (Reinhard Bd.I.,S.82).

Anders ausgedrückt:
Die holländische Expedition unter Willem Jansz entdeckt 1606 den "Südkontinent" bei der "Erkundung" Neuguineas, als die Schiffe in den Golf von Carpentaria abgetrieben werden. Willem Jansz beurteilt "diesen Strand" aber als Nebensache ohne Bedeutung (Huby, S.18).

Karte mit Kap York in Australien Kap York Ansicht, Australien Australia Willem Jansz im Kolonialismus Holland-Australien, Portrait
Karte mit Kap York in Australien [103]
Kap York-Halbinsel [104]
Willem Jansz auf einer holländischen Briefmarke [105]




1607 begibt sich Ternate unter holländischen "Schutz". Der Sultan schliesst einen Monopolvertrag für Nelken ab (Reinhard Bd.I.,S.117).

"Amerika": Ab 1607 werden von der portugiesischen Jesuitenmission "Indianer-Reduktionen" eingerichtet, Kollektiv-Siedlungen ohne Privatbesitz. Sie vergrössern sich laufend trotz  ständiger Überfälle ("Entradas") durch brasilianische Sklavenjäger (DTV I. S.277).


1607-1609: Spanisch-holländische Waffenstillstandsverhandlungen, Diskussion um "freien Seehandel" - V.O.C.-Auftrag 1609 für die Festlegung eines Zentrums der holländischen Kolonien - erste holländische Faktorei auf Japan 1609 - 1609: Banda-Insulaner töten 46 Holländer, um ihren Willen durchzusetzen - 1609: Geopolitisches "Programm" von Jan Pieterszoon Coen - "Amerika" 1609: Gründung der niederländisch Westindischen Kompanie

1607-1609 finden spanisch-holländische Waffenstillstandsverhandlungen statt. Darin einbezogen ist auch eine weltweit neue Diskussion um einen "freien Seehandel", der von holländischer Seite erwähnt wird. Die holländische Seite postuliert die These, der Nutzen von freiem Seehandel komme dem gesamten "Menschengeschlecht" zugute, wie es Hugo Grotius in seinem Gutachten über Seeprisen im Kapitel "Hugonis Groti Mare Liberum, sive De Iure quod Batavis competit ad Indicana commercia Dissertatio" erwähnt (Reinhard Bd.I.,S.117).

Hugo Grotius im Welthandel im Kolonialismus
Hugo Grotius [106]

1609 veröffentlicht Grotius sein Kapitel über das "Mare liberum" ["Freies Meer"]. Jedoch kommt die öffentliche Diskussion darüber nun zu spät, um in den Waffenstillstand miteinbezogen zu werden. Fortan liegt das Thema aber "in der Luft" (Reinhard Bd.I.,S.118).

1609 ergeht der Auftrag der V.O.C.-Leitung an den Generalgouverneur, einen Mittelpunkt des holländischen Kolonialreiches zu bestimmen, entweder in Johore, Bantam oder Jacarta (Reinhard Bd.I.,S.118).

1609: Der japanische Kaiser Ieyasu lässt auf Hirado bei Kyushu eine holländische Faktorei errichten (Reinhard Bd.I.,S.84,117).





Kaiser Ieyasuvon Japan Japon Nippon, Portrait
Japans Kaiser Ieyasu [107]
Karte mit der Insel Hirado beim Staat Nagasaki

Karte mit der Insel Hirado beim Staat Nagasaki [108]

1609 will Holland sein Monopol auf den Banda-Inseln durchsetzen und erzwingen. Die Insulaner aber wehren sich und töten 46 Holländer, darunter den holländischen Admiral. Die Holländer können die Kontrolle "wiederherstellen", aber die Banda-Insulaner schliessen weiter nach ihrem Geschmack Verträge ab und lassen sich nicht zwingen (Reinhard Bd.I.,S.117).

Ab 1609 ist Jan Pieterszoon Coen Oberbuchhalter der holländischen V.O.C., dann Generaldirektor unter dem Gouverneur. Coen reorganisiert die Buchhaltung und entwirft ein politisches geopolitisches Programm zur Beherrschung des Erdballs "Discoers aen de Edelen Heeren Bewinthebberen touscherende den nederlantsche Indischen staet" (Reinhard Bd.I.,S.118).

"Amerika": 1609 erfolgt die Gründung der niederländisch Westindischen Kompanie mit Ziel von Kaperungen der spanischen "Silberflotten" und Eroberungen gegen die spanisch-portugiesischen Kolonialreiche Mittel- und Südamerikas (DTV I. S.277).


Portugiesischer Verzicht auf das Gewürzmonopol auf den Molukken 1610 - Jan Huyghens Reisebericht über Portugals Kolonien 1610 auf Französisch - ab 1611: Wieder Christenverfolgungen auf Japan - 1611: erste holländische Faktorei in Jacarta - 1612: die Textilien der Koromandelküste als "linker Arm der Molukken", "negroskleden" - erste englische Faktorei auf Japan 1613

1610 muss die portugiesische Krone ausdrücklich auf ihr Gewürzmonopol verzichten (Reinhard Bd.I.,S.73).

1610 erscheint der Reisebericht von Jan Huyghen über die portugiesischen Kolonien auch auf Französisch (Reinhard Bd.I.,S.113).

ab 1611: In Japan setzen wieder Christenverfolgungen ein, weil die japanischen Daimyo gegenüber dem christlichen "Herrn" an Autorität verlieren (Reinhard Bd.I.,S.85).

1611 erhalten Holländer vom Herrscher des kleinen Fürstentums Jacarta die erste Bewilligung für eine unbefestigte Faktorei. Gleichzeitig herrscht englische Konkurrenz (Reinhard Bd.I.,S.118).

1612 wird die Koromandelküste mit ihrer Baumwollproduktion von einem Niederländer als "linker Arm der Molukken" bezeichnet. Der Textilexport nach Europa ist vorerst nur ein Nebenzweig des Asiengeschäfts, der dann aber stark anwächst. Es kommt auch zu Kleiderexporten nach Afrika und "Amerika", vor allem für Sklaven, die eine spezielle "negroskleden" erhalten. Der Rassismus spricht scheinbar sogar durch die Kleider... (Reinhard Bd.I.,S.171).

1613: Auf Anregung des Engländers Adams wird auch eine englische Faktorei auf Japan auf Hirado erlaubt. Es entwickelt sich auf Japan ein dauernder gegenseitiger Hass zwischen Katholiken (Spanier, Portugiesen) gegen die Protestanten (Engländer, Holländer) und umgekehrt. Die Portugiesen werden jedoch wegen des Handels mit Macao nicht aus Japan rausgeworfen (Reinhard Bd.I.,S.84,85).


1614: Verschärfte Christenverfolgung in Japan - 1614: Dreikampf auf Java zwischen Holländern, Engländern und Javanesen - illegales holländisches Fort

Ab 1614 kommt es zu verschärften Christenverfolgungen in Japan (Reinhard Bd.I.,S.85).

Um 1614 kommt es auf Java zwischen der englischen und holländischen Faktorei zu bewaffneten Auseinandersetzungen in Bantam. Die Engländer vertreiben die Holländer, die Javanesen vertreiben die Engländer. Daraufhin lässt Coen die Javanesen vertreiben. Zudem lässt Coen in Jacarta illegalerweise ein holländisches Fort anlegen (Reinhard Bd.I.,S.120).

Jan Pieterszoon Coen, Massenmörder Sklavenhändler im Kolonialismus von Holland Niederlande
Jan Pieterszoon Coen, holländischer Massenmörder und Sklavenhändler [109]


1614: Coens geopolitisches Programm vor der Leitung der V.O.C.: Welteroberungs- und Erpressungsprojekte - Bewilligung des Gewürzmonopolprogramms - Preiszerfall für Gewürze in Europa - Ausrottung von Aufständischen und Zerstörung von Konkurrenzpflanzungen

Das geopolitische "Programm" zur holländischen Welteroberung wird der Führung der V.O.C. und den Generalstaaten Hollands vorgelegt und diskutiert. Coens Plan umfasst die drei Hauptpunkte Landhandel, Gewürzhandel und Siedlung. Ziel ist es, vor allem Portugal und Spanien vom Landhandel aus Indien zu vertreiben. Die vorgeschlagenen Massnahmen sehen folgendermassen aus:

-- Bau grosser Flotten

-- das Handelsmonopol soll nur für die Gewürze gelten, so dass das Gesamtunternehmen auch für Aussenstehende attraktiv bleibt und die Spekulation erhalten bleibt

-- die Generalstaaten der Niederlande sollen mit Ihrem Kapital als Finanzreserve für die V.O.C. bürgen

-- Einrichtung von Seepatrouillen, um "Ordnung" zu schaffen (Reinhard Bd.I.,S.118)

-- "Kontrolle" des Reistransports von Java zu den Banda-Inseln, um so die Banda-Einwohner zu kontrollieren, weil dort kein Reis angebaut werden kann (Hungererpressung)

-- Projekte auf lange Sicht sollen sein: die Eroberung von Malakka, Macao, und nach dem Ablauf des Waffenstillstands mit Spanien 1621 auch die Eroberung von Manila

-- holländische Söldner, die sich bereits auf den Molukken "bewährt" hätten, können wieder angeheuert werden (Reinhard Bd.I.,S.120).

Coens grossmundige Pläne stossen bei den Anlegern in den Niederlanden auf Widerstand. Die Vorhaben seien zu kostspielig. Zudem sind nur kurzfristige Gewinne interessant. Coen bekommt von der V.O.C.-Leitung nur das Organisations- und Monopolprogramm bewilligt, die Eroberungen nicht (Reinhard Bd.I.,S.120).

Mit dem Auftreten der Holländer tritt wegen des erhöhten Angebots ein Preisverfall bei Pfeffer ein (Reinhard Bd.I.,S.169). Der Kapitalismus entdeckt, dass ein höherer Absatz bei niedrigem Preis nicht zu mehr Gewinn führt (Reinhard Bd.I.,S.170). Als Reaktion verfolgt die holländische V.O.C. eine brutale Monopolpolitik, indem sie in ganzen Landstrichen die Urbevölkerung ausrottet und auf Konkurrenzinseln Pflanzungen zerstört (Reinhard Bd.I.,S.122). Holländische Kriege gegen England in der zweiten Hälfte des 17. Jh. mit dem Zweck, auch ein eigenes Pfeffermonopol durchzusetzen, sind nur zum Teil erfolgreich (Reinhard Bd.I.,S.170).


Holländische Kontakte zu Jemen 1615 - zu hohe Risiken für portugiesische Gewürzverträge ab 1616 - holländische Faktorei in Surat ab 1616 - 1616: erster holländischer Kaffeegenuss durch den Holländer Pieter van den Broecke - V.O.C.-Beteiligungen am Kaffeegeschäft ab 1616 - 1618-1675: fruchtlose russisch-chinesische Kontakte

1615 nimmt der holländische Kaufmann Pieter van den Broecke Kontakte zu Jemen auf (Reinhard Bd.I.,S.123).

Ab 1616 werden die Risiken auf den portugiesischen Indien-Fahrten wegen den Holländischen und englischen Flotten derart gross, dass sich die portugiesischen Gewürzverträge überhaupt nicht mehr "lohnen" (Reinhard Bd.I.,S.97).

1616 können die Holländer eine Faktorei in Surat in Indien errichten (Reinhard Bd.I.,S.123).

Karte: Position der Stadt Surat in Indien
Indien: Karte mit der Position der Stadt Surat im Sultanat Gujarat / Gujerat [110]

Der "Mitbegründer" des holländischen Handelsimperiums im westlichen Indischen Ozean, Pieter van den Broecke, lernt in Mokka "eine Sorte schwarze Böhnchen" kennen, "aus denen sie schwarzes Wasser machen, das sie warm trinken".

Karte: Handelsstationen: Persischer Golf, Indien, Arabien, Persien
Karte der Küstenstationen des europäischen Kolonialismus im arabischen und indischen Raum  [111]

Im arabischen Raum sind dies die Küstenstationen Mocha / Mokka, Aden, Basra, Gombroon, Hormuz, Jask, Sohar und Muscat / Muskat. An den indischen Küsten sind die europäischen Küstenstationen Surat, Bombay (Mumbay), Rajpur, Goa, Bhatkal, Mangalore, Cochin, Cape Comorin, Colombo, Galle, Jaffna, Pulicat, Madras, Masulipatnam, Balasore und Calcutta / Kalkutta.



Kaffee 
ist zu diesem Zeitpunkt schon über 100 Jahre im islamischen Kulturkreis verbreitet. Es besteht die Vermutung, dass die Kaffeebohne im 15.Jh. von Abessinien nach Südarabien gelangte (Reinhard Bd.I., S.174).
Die V.O.C. steigt ab 1616 nur mit Beteiligungen in den Kaffeehandel von Persien und Indien ein (Reinhard Bd.I.,S.175).

Von 1618 bis 1675 kommen regelmässige russisch-chinesische Kontakte zustande. Russische Emissäre sprechen regelmässig in Peking vor zur "Landeserkundung" und für "Handelsbeziehungen". Da die Russen aber - wie zuerst die Portugiesen - sich dem chinesischen Tributsystem nicht beugen wollen, kommen bis 1675 keine Geschäftsabschlüsse zustande (Reinhard Bd.I.,S.88).


1619: die Kosaken gründen Jenesseisk - holländische These vom "Mare clausum" von John Selden 1619 - Jan Pieterszoon Coen ab 1619 neuer holländischer Generalgouverneur verstösst gegen die Statuten der VOC - neues "holländisches Zentrum" Batavia ab 1619 - Abkommen zwischen England und Holland 1619 gegen Spanien für Krieg ab 1621 - holländische Faktorei in Mokka 1620 - 1620 ca: Machtanspruch des Sultans von Mataram über ganz Java

1619 "gründen" die Kosaken Jenesseisk (Reinhard Bd.I.,S.87).

Gegner des "freien Seehandels" bekommen 1619 Unterstützung durch John Seldens Denkschrift "Mare Clausum seu De Dominio Maris" ("Das geschlossene Meer oder Über die Seeherrschaft"). Selden vertritt die These, Holland solle so schnell wie möglich sein "mare clausum" in Ostindien gegen Portugal aufbauen. Die Strategie eines Monopols sei gerechtfertigt (Reinhard Bd.I.,S.118).

1619 wird Jan Pieterszoon Coen neuer holländischer Generalgouverneur der holländischen Kolonien. Sein Vorgehen, ein stabiles "Kolonialreich" zu schaffen und ein absolutes Monopol für den Gewürzhandel einzurichten, ist brutal und widerspricht in allen Punkten den Vorgaben der Teilhaber der V.O.C. Seine drei Hauptpunkte von Landhandel, Gewürzhandel und Siedlungsbeherrschung werden unter seiner Leitung durchgesetzt. Das Programm, das schon 1614 der Führung der V.O.C. vorgelegt wurde, nimmt er ohne Abstriche in Angriff. Coen wird zum "portugiesischen Albuquerque" (Reinhard Bd.I.,S.118).

1619 gründet Coen das neue holländische Zentrum "Batavia". Er benennt die Stadt Jacarta eigenmächtig um (Reinhard Bd.I.,S.120). [Wie das Land für "Batavia" besetzt wird, ist nicht geschildert...] (Reinhard Bd.I.,S.174).

Indonesien Karte map Molukken Inseln Maluku Islands Borneo Sulawesi Surabaya Mataram Batavia Java Sumatra Malaya Neu Guinea
Karte der gesamtgeographische Lage von Batavia / Jacarta [112]: direkt neben der Sunda-Strasse,
und die Molukken / Banda-Inseln sind auch nicht weit.

1619 ist England und Holland bekannt, dass 1621 der Waffenstillstand zwischen Holland und Spanien ausläuft. England und Holland teilen sich Interessensphären auf, um gemeinsam gegen Spanien vorzugehen:

-- die Holländer überlassen England 1/3 des Gewürzhandels
-- England darf in "Batavia" auch eine eigene Faktorei einrichten
-- der Plan einer gemeinsamen Ostindienkompanie wird jedoch aufgegeben (Reinhard Bd.I.,S.120)

Arabien: 1620 errichten die Holländer mit Erlaubnis des Sultans eine Faktorei in Mokka, die jedoch wegen der extremen egoistischen Politik der Holländer nicht lange bestehen bleibt (Reinhard Bd.I.,S.123).

Java: 1620 ca. beansprucht der Sultan des zentraljavischen Reiches Mataram die Herrschaft über ganz Java und legt sich den Titel "Susuhunan" ("Oberherr") zu. Mataram spielt eine entscheidende Rolle innerhalb der Inselgruppe als Reislieferant für Batavia, Sumatra, Malakka und die Molukken. Auseinandersetzungen mit der V.O.C. und der "East India Company" sowie mit anderen Sultanaten sind vorprogrammiert (Reinhard Bd.I.,S.215).


1620-1629: Der Aufbau des holländischen Handelsnetzes in Indien durch Pieter van den Broecke - holländischer Seidenhandel mit Persien

Indien: Von 1620 bis 1629 kann die holländische V.O.C. ihr Handelsnetz in Indien aufbauen, das Voraussetzung für einen erfolgreichen Kolonialismus ist. Der Leiter der Faktorei von Surat, Pieter van den Broecke, nach eigener Zuordnung auch "Direktor für Arabien, Persien und Indien", erreicht die Errichtung von "Stützpunkten" in Broach, Cambay, im Landesinnern Indiens Ahmadabad, Agra und Burhanpur (Reinhard Bd.I.,S.123).

Die V.O.C. kauft chinesische Seide, die wegen niedrigen Löhnen sehr billig ist, um diese gegen Edelmetall nach Japan zu verkaufen. Das Edelmetall wird für das Indiengeschäft gebraucht.

Daneben wird ungesponnene bzw. ungewobene persische Rohseide ein wesentlicher Anteil der europäischen Einfuhr von  ca. 15-20 %. Ein direkter Zugang zu China besteht für die V.O.C. nicht (Reinhard Bd.I.,S.174).


1621: Ende des Waffenstillstands zwischen Holland und Spanien - Coens "Politik der Nadelstiche" ab 1621 - holländischer Holocaust an der Urbevölkerung auf den Banda-Inseln 1621 - holländische Zerstörung von Muskatbäumen und fremden Nelkenbäumen ab 1621 - 1621 ruft Shah Abbas die Holländer zu Hilfe - Zerstörung von Hormuz, Gründung von Bändär Abbas 1622, persisches Seidenmonopol - 1622: vergeblicher holländischer Grossangriff auf Macao, holländische Besetzung der "Pescadores-Inseln", Bedrohung der chinesischen Küste - "Ballastladungen"

1621 läuft der Waffenstillstand zwischen Holland und Spanien ab. Coen betreibt ab 1621 eine "Politik der Nadelstiche" gegen alle Seiten zugunsten seines Profits (Reinhard Bd.I.,S.120).

Im selben Jahr 1621 "befriedet" Coen die Banda-Inseln. Die Inseln werden erobert und nach dem in Holland gültigen Römischen Recht die Ureinwohner als "Untertanen" betrachtet. Die Erhebung derBandanesen ist nach diesem Recht als "Rebellion" zu werten, worauf die Todesstrafe steht. In der Folge werden die BandanesenvonHolländernund japanischen [!] Söldnern nach der Folterung von 47 Häuptlingen abgeschlachtet. Überlebende Bandanesen werden als Sklaven verkauft oder in die Berge vertrieben, wo sie dem planmässigen Hungertod ausgesetzt sind (Reinhard Bd.I.,S.122).

Coen, Massenmörder im Kolonialismus von Holland, Niederlande
Rassist und Massakerist Coen [113]

Das Muskatmonopol scheint gesichert: Die Bandanesen müssen nun als Sklaven unter holländischer Herrschaft die Muskatbäume betreuen. Zudem wird die Anzahl der Muskatbäume absichtlich beschränkt, damit der Preis nicht zusammenbricht (Reinhard Bd.I.,S.122).

Coen unternimmt nun auch Expeditionen zur Vernichtung von Nelkenbäumen, sogenannte "Hongitochten"-Fahrten. Der Preis der Nelken kann so gehalten und gleichzeitig die Konkurrenz ausgeschaltet werden (Reinhard Bd.I.,S.122).

1621 ruft Shah Abbas "der Grosse" das Haus Habsburg gegen die Türken zu Hilfe, die jedoch keinen Beistand leisten wollen. Sodann ruft Shah Abbas die Niederländer gegen die Bedrohung der Türken zu Hilfe. Gleichzeitig ist geplant, an den Türken vorbei einen direkten Seidenhandel mit Europa aufzubauen (Reinhard Bd.I.,S.124).

1622 helfen holländische Kräfte Shah Abbas, das portugiesische Hormuz zu erobern und zu vernichten. Dafür gründet der Shah am Ufer gegenüber eine neue Stadt "Bändär Abbas" (Hafen des Abbas, Reinhard Bdd.I., S.124). Holländer und Briten sichern sich mit dieser "Hilfe" das persische Seidenmonopol (Reinhard Bd.I., S.174).

1622 misslingt ein holländischer Grossangriff auf Macao. Die Portugiesen verteidigen ihr Handelsmonopol mit China erfolgreich (Reinhard Bd.I.,S.86,123). Coen lässt stattdessen die "Pescadores-Inseln" [auch: "Penghu" genannt] besetzen und von dort aus die chinesische Küste bedrohen (Reinhard Bd.I.,S.123). (Hafen des Abbas, S.124). Holländer und Briten sichern sich mit dieser "Hilfe" das persische Seidenmonopol (Reinhard Bd.I.,S.174).

Karte mit den portugiesisch-kolonialen Pescadores-Inseln / Penghu zwischen dem heutigen Taiwan und China
Karte mit den portugiesisch-kolonialen Pescadores-Inseln / Penghu zwischen dem heutigen Taiwan und China [114]

"Ballastladungen": Indigo, Salpeter, Zucker, japanisches Kupfer
Als "Ballastladungen" führen die englischen Schiffe Indigo und Salpeter, die holländischen Schiffe Zucker v.a. aus Java mit, seit 1621 auch japanisches Kupfer. Das japanische Kupfer lässt sich in Amsterdam bei gleicher Marge billiger verkaufen als das schwedische (Reinhard Bd.I.,S.179).

Holländischer Japanhandel: Billige Edelmetalle
Japan liefert billige Edelmetalle wie Silber, Gold und Kupfer. Der Japanhandel wird für die Edelmetallbeschaffung der Holländer zum äusserst wichtigen Faktor (Reinhard Bd.I.,S.180).


Abzug der englischen Faktorei aus Japan 1623 - China vertreibt die Holländer von den Pescadores-Inseln 1623 - holländische Faktorei in Bändär Abbas 1623 - "Massaker von Amboina" 1623 - 1624: Vertreibung spanischer Missionare aus Japan - 1624: Die Holländer erobern Taiwan/Formosa, Festung "Zeelandia" - "Amerika" 1624: Holländische Eroberungen in Süd-"Amerika" - Zucker, Kaffee, Sklavenhandel

1623 wird die englische Faktorei aus Japan wieder abgezogen (Reinhard Bd.I.,S.84,122).

1623 ca. werden die Holländer durch chinesische Armeen von den "Pescadores-Inseln" wieder vertrieben (Reinhard Bd.I.,S.123).

1623 kann die V.O.C. in Bändär Abbas (Arabien) eine eigene holländische Faktorei einrichten (Reinhard Bd.I.,S.124).

1623 lässt Coen auf der Insel Amboina wegen Verschwörungsgerüchten zehn Engländer, zehn Japaner und einen Portugiesen der dortigen englischen Faktorei hinrichten, obwohl die Auflösung der Faktorei bereits beschlossen war. Dieses "Massaker von Amboina" geht als Schlagwort in die Geschichte ein. Die Spannungen zwischen England und den Niederlanden wachsen. Die englische Propaganda nimmt das Vorkommnis immer wieder zum Anlass zur Hetze (Reinhard Bd.I.,S.120), zum Teil noch im Burenkrieg (Reinhard Bd.I.,S.122).

1624 werden die spanischen Missionare aus Japan vertrieben (Reinhard Bd.I.,S.85).

Im selben Jahr 1624 erobern die Holländer die Insel Formosa vor China (Reinhard Bd.I.,S.86,123). Coen lässt die holländische Festung "Zeelandia" errichten [Eingeborene bauen und sterben?]. Unter den Holländern wird Taiwan/ Formosa zu eine Zentrum des China-Handels und China-Schmuggels (Reinhard Bd.I.,S.123).

Fort Zeelandia auf Formosa, Kolonialismus Holland Niederlande Die Festung Zeelandia in der holländischen Kolonie Formosa (heute Taiwan) [115]: benannt nach dem ersten holländischen Schiff, das auf Formosa landete. Die Festung liegt auf einer Insel vor der Hauptinsel Formosa und jedes einlaufende Schiff muss daran vorbeifahren.

http://www.stumpfeldt.de/hcn29/desk.html (März 2005)

"Amerika": 1624 erobert die niederländisch Westindische Kompanie die "portugiesische" Stadt Bahia [?] sowie sechs portugiesische Kapitanien (Fürstentümer) an der Küste Süd-"Amerikas" (indianisches Territorium). Die Zucker- und Kaffeeplantagen werden ausgebeutet sowie mit dem Sklavenhandel Profite gemacht (DTV I. S.277).


Das kriminelle holländische "Landhandelsystem" der V.O.C.

Die Holländer übernehmen auf der ganzen Welt in ihren Besitzungen das Pass- und Schutzgeldsystem der Portugiesen und wenden es auch für Landhandelswege an. Die Bevölkerung wird also mit Schutzgelderpressungen gefügig gemacht und die Konkurrenz zur Umleitung ihrer Handelswege gezwungen. Zudem werden Zölle auf eigene Rechnung erhoben. So nimmt die V.O.C. den Landhandel völlig in eigene Hand und kann auf eigene Rechnung arbeiten. Die völlige Kontrolle des Landhandels ist jedoch nicht möglich, da die Konkurrenz nicht schläft (Reinhard Bd.I.,S.180).

Verbot des Privathandels in der V.O.C.
Den V.O.C.-Mitarbeitern ist es verboten, Landhandel auf eigene Rechnung zu betreiben. Das Verbot wird jedoch mehr und mehr von den eigenen Mitarbeitern unterlaufen (Reinhard Bd.I.,S.180).


1628: Kosakische Eroberung der Flussgebiete um Jenessei, Tunguska und Angara - 1628-1633: Erfolglose portugiesische "Ost-Indien-Kompanie" - 1628/1629: Belagerung von Jakarta/"Batavia" durch den Sultan von Mataram, Abzug der englischen Faktorei aus Jakarta/"Batavia" nach Bantam - ab ca.1630: Makassar wird internationales Handelszentrum auf Celebes - "Amerika": 1630: Recife als holländisches Zentrum auf Süd-"Amerika" - 1632: Kosakische Gründung von Jakutsk - 1633: Konkurs der portugiesischen "Ostindienkompanie"

1628 haben die Kosaken die Flussgebiete von Jenessei, Tunguska und Angara besetzt (Reinhard Bd.I.,S.87).

1628 wird in Portugal nach niederländischem Vorbild der Versuch gemacht eine portugiesische "Ost-Indien-Kompanie" zu gründen. Die Investoren bleiben jedoch vor allem die portugiesische Krone und die Oberschicht portugiesischer Städte, davon vor allem Lissabon. Die Beteiligung der Oberschicht erfolgt dabei "keineswegs freiwillig" (Reinhard Bd.I.,S.97).

1628-1633 kann die portugiesische "Ostindienkompanie" nur bescheidene "Erfolge" einfahren, denn die Pfefferpreise bleiben niedrig und die Kompanie somit für privates Kapital unattraktiv. Wegen den "Neuchristen" jüdischer Herkunft, die man nicht partizipieren will, wird das Monopol der portugiesischen Flotte auf Pfeffer aufrechterhalten (Reinhard Bd.I.,S.97).

Java: 1628/1629 lässt der Sultan von Mataram Batavia belagern (Reinhard Bd.I.,S.215). Die Engländer ziehen ihre Faktorei in "Batavia" nach Bantam und nehmen zu den Niederlanden Distanz (Reinhard Bd.I.,S.122). Der Sultan kann die Holländer jedoch nicht vertreiben und kann die Seeherrschaft der Holländer um Java nicht verhindern (Reinhard Bd.I.,S.215).

Ab 1630 ca. wird die Stadt Makassar des gleichnamigen Sultanats auf Celebes / Sulawesi Zentrum des Gewürzhandels für Holland, England, Portugiesen und Dänen (Reinhard Bd.I.,S.123).

Indonesien: Karte mit der Position der Insel Celebes / Sulawesi
Indonesien: Karte mit der Position der Insel Celebes / Sulawesi [116]
Karte: Position von Makassar / Ujungpandang Celebes Sulawesi Indonesien
Karte mit  Makassar / Ujungpandang auf Sulawesi [117]


"Amerika": Ab 1630 "übernimmt" Recife den "Schutz" der holländisch beherrschten Nordostküste Süd-"Amerikas" (DTV I. S.277).

Sibirien: 1632 gründen die Kosaken Jakutsk an der Lena (Reinhard Bd.I.,S.87).

Portugal: 1633 verschwindet die portugiesische "Ostindienkompanie" wegen Erfolglosigkeit von der Bildfläche (Reinhard Bd.I.,S.97).


1634: Vertreibung der Christen aus Äthiopien - "Amerika" 1634: Holländische Gründung von "Curaçao" - ab 1635: Ausländerfeindliche Politik in Japan - 1636: Einschränkung der Portugiesen auf Japan - Diemen neuer Generalgouverneur der V.O.C. 1636, Offensiven gegen Ceylon und Malaberküste - ab 1636: Jährliche V.O.C.-Blockade von Goa - Belagerung von Malakka - 1636: Selbsternennung des Mandschu-Herrschers zum Kaiser von China - "Amerika" 1636: Holländische "Gründung" von "Guayana"

1634 werden die Christen aus Äthiopien vertrieben (Reinhard Bd.I.,S.63).

"Amerik": 1634: Holländische "Gründung" von "Curaçao" (DTV I. S.277)

1635 kommt es zur ausländerfeindlichen Politik in Japan. Allen Japanern werden Auslandsreisen verboten. Im Ausland befindliche Japaner müssen ins Land zurückkehren (Reinhard Bd.I.,S.85).

1636: Die Portugiesen auf Japan werden eingeschränkt und nur noch auf der kleinen künstlichen Insel Deshima im Hafen von Nagasaki zugelassen (Reinhard Bd.I.,S.85).

1636 wird Antonio van Diemen zum Generalgouverneur der holländischen V.O.C. ernannt (bis 1645). Diemen startet sofort eine Offensive gegen Ceylon (wegen Zimthandel) und gegen die Malabarküste Indiens (wegen Pfefferhandel). In Ceylon werden die Niederländer gar vom Fürstentum Kandy unter Radja Sinha II. gegen die portugiesische Besatzung zu Hilfe gerufen, um schon länger anhaltende Konflikte zu "bereinigen" (Reinhard Bd.I.,S.124).

Antonio van Diemen VOC, Kolonialismus Holland Niederlande
Antonio van Diemen [118]

Ab 1636 lässt Diemen jedes Jahr Goa mit einer neuen Flotteblockieren. Der Landhandel Portugals wird dadurch verunmöglicht, die Verbindungen nach Macao und Malakka abgeschnitten. Ebenso erfolgt mehr und mehr die Belagerung von Malakka, dem Nelken-Handelszentrum (Reinhard Bd.I.,S.124).

In China proklamiert sich 1636 der Mandschu-Herrscher eigenmächtig zum Kaiser von China. Es ist der Vater des Shunzhi, der später die Mandschu-Dynastie gründen wird (Reinhard Bd.I.,S.86).

"Amerika" 1636: holländische "Gründung" von "Guayana" (DTV I. S.277).


1637: Japanischer Eroberungsplan zu den "Philippinen", Aufstände in Japan - 1637: Billige bengalische Rohseide im Aufwind - 1638: Kosakische Gründung von Ochotsk am Pazifik - holländische Eroberung von Batticola 1638

1637 plant Japan mit holländischer Hilfe die Eroberung der "Philippinen". Im selben Jahr kommt es zu Aufständen von Shimabara und von geschunden Bauern und verfolgten Christen sowie von herrenlosen Samurais in West-Kyushu. Holländische Schiffsartillerie kann die Aufstände zum Stoppen bringen (Reinhard Bd.I.,S.85).

1637 kommt das holländisch-britische Seidenmonopol wegen Konflikten in Persien in grosse Schwierigkeiten. Die europäischen Seemächte machen im selben Zeitraum die Entdeckung, dass bengalische Rohseide billiger ist als persische und chinesische. Bengalen wird fortan als Standort attraktiv (Reinhard Bd.I.,S.174).


Karte von Indien und Bengalen
Karte von Indien und Bengalen [119]

1638 gründen die Kosaken die Stadt Ochotsk an der pazifischen Küste (Reinhard Bd.I.,S.87).

1638 erobert die V.O.C. Batticola im Osten Ceylons (Reinhard Bd.I.,S.124).

Ceylon: Karte mit der Position von Batticaloa
Ceylon: Karte mit der Position von Batticaloa [120]

1639: Handelsverbot gegen Portugiesen in Japan - 1640: Hinrichtung der Gesandtschaft aus Macao in Japan - ab 1640: Aufstände in den "Philippinen" - ab 1640: Aufstände auf den "Philippinen" und Rückgang des portugiesischen Manila-Handels - ab 1640: Unabhängigkeitskampf Portugals gegen Spanien - 1640: V.O.C. erobert Zimtzentrum Galle - ab 1640: Weltweite Depression

1639: Den Portugiesen wird in Japan der Handel verboten (Reinhard Bd.I.,S.85). Der Silberzustrom von Japan nach China geht zurück. Die Krise in Chinas Ming-Dynastie verschärft sich dadurch zusätzlich (Reinhard Bd.I.,S.86).

1640: Um die Autorität durchzusetzen, wird die portugiesische Gesandtschaft aus Macao in Japan hingerichtet. Die Innenpolitik Japans wird weiter religiös radikalisiert. Jeder Japaner muss in einem Tempel registriert sein. Im Aussenhandel bleiben begrenzter Warenaustausch mit Korea, den Riukïu-Inseln / Ryukyu-Inseln, China und der holländischen Faktorei übrig (Reinhard Bd.I.,S.85).

Karfte der Riukiu-Inseln / Ryukyu islands in Japan Japon Nippon Karte mit den Riukiu-Inseln / Ryukyu-Inseln [121]
Der Archipel, der damals wie heute zu Japan gehört,
ist fast so lang wie die japanischen Hauptinseln selbst.

http://www.army.mil/cmh/books/ wwii/okinawa/chapter1.htm

Ab 1640 schwindet die spanisch-portugiesische Autorität auf den "Philippinen" und es kommt zu Aufständen. So sinkt der portugiesische Handel zwischen Manila und China. Die Krise um die "Ming"-Dynastie in China wird damit noch grösser (Reinhard Bd.I.,S.86).

Auf der iberischen Halbinsel beginnt 1640 der Unabhängigkeitskampf von Portugal gegen das Königreich Spanien (bis 1668; Reinhard Bd.I., S.86).

1640 erobert die V.O.C. Galle in Südceylon, das Zimtzentrum der Insel (Reinhard Bd.I.,S.124).

Ceylon: Karte mit der Stadt Galle im Süden, und die Stadt Kandy in der Inselmitte
Ceylon: Karte mit der Stadt Galle im Süden, und die Stadt Kandy in der Inselmitte [122]

Ab 1640 beginnt eine allgemeine weltwirtschaftliche Depression (Reinhard Bd.I.,S.86).

Holländer in Ceylon
Die V.O.C. betätigt sich zuerst als "Treuhänder" des Radja von Kandy. Ab 1641, nach dem Waffenstillstand mit Spanien/Portugal versuchen die Holländer eine Teilung der Zimternte mit den Portugiesen. Auch in Indien wirken die Holländer auf ein Arrangement mit den Portugiesen im Pfefferhandel der Malabarküste hin (Reinhard Bd.I.,S.124).

Die Holländische Taktik zum Erhalt der Monopole
Holland bekommt nun nach dem Nelken- und dem Muskat- auch mehr und mehr das Zimtmonopol in die Hand. Die Taktik wiederholt sich:

-- die Produktion wird gewaltsam beschränkt, um den Preis hoch zu halten
-- Ureinwohnern wird nur ein extrem niedriger Lohn und Preis bezahlt, wenn überhaupt

-- die Holländer setzen nicht nur für Europa, sondern auch für Asien hohe Preise fest, damit sich für die Konkurrenz der dortige Einkauf und Wiederverkauf in Europa nicht lohnt

-- ein zu hoher Preis hat sofort eine sinkende Nachfrage zur Folge, so ist für die Holländer der maximale Gewinn immer abschätzbar (Reinhard Bd.I.,S.170).


Holländische Schiffe in Australien - Tataren am Baikalsee und an der Bering-Strasse

1641: Versetzung der holländischen Faktorei in Japan nach Deshima - 1641: Malakka fällt an Holland - 1642: Das portugiesische Gewürzmonopol fällt ausser beim Zimt - 1642: Holländische Expedition unter Tasman: "Entdeckung" von "Tasmanien", Tonga- und Fidschi-Inslen - 1644 ca.: Holländische Landung auf Australien unter Tasman

Ab 1641 wird die holländische Faktorei in Japan nach Deshima [bei Nagasaki] versetzt. Die "Holländer-Wissenschaft" hat jedoch weiter einen gewissen Einfluss und ermöglicht auch Informationen über Japan in Europa (Reinhard Bd.I.,S.85). Der Japanhandel lohnt sich für die Holländer weiterhin. Die Gewinne betragen bis 1671 ein bis zwei Millionen Gulden (Reinhard Bd.I.,S.123).

1641 fällt Malakka an Holland. Die Portugiesen müssen sich aus den östlichen Meeren zurückziehen. Macao bleibt isoliert. Gleichzeitig erreicht Indien die Meldung vom Beginn des portugiesischen Kampfes gegen Spanien und dem Waffenstillstand zwischen Holland und Spanien. Diemen reagiert jedoch nicht, hält die kolonialen Portugiesen mit Verhandlungen hin und schickt bis 1643 weitere Blockadeflotten nach Goa aus (Reinhard Bd.I.,S.124).

Erst im Jahr 1642 fällt in Portugal das Gewürzmonopol der Krone unter der neuen, national-portugiesischen Dynastie Braganza, mit Ausnahme von Zimt, denn Zimt ist vorübergehend ein besseres Geschäft als Pfeffer (Reinhard Bd.I.,S.97).

1642 ist eine holländische Expedition unter Abel Tasman nach dem sagenhaften Südkontinent unterwegs,

Abel Tasman Seefahrer im Kolonialismus von Holland Niederlande

Karte von Australien mit der Position von Tasmanien
Abel Tasman [123]
Karte von Australien mit der Position von Tasmanien [124]


"entdeckt" dabei "Tasmanien" und umsegelt Australien, ohne die Küste zu entdecken,

Karte mit Australien und Neuseeland
landet auf Neuseeland [125]

und "entdeckt" auf der Rückfahrt durch den Pazifik die Tonga- und die Fidschiinseln (Huby S.19).

Karte mit der Position der Tonga-Inseln Karte: Fidschi-Inseln Fidschi Fijis Fiji islands
Karte mit der Position der Tonga-Inseln [126]
Lage der Fidschi-Inseln / Fiji-Inseln [127]
Fidschis Fidschi-Inseln Fidschi Fijis Fiji Tonga islands Karte map
Fidschi-Inseln / Fiji-Inseln und Tonga-Inseln im Detail [128]

1644 ca. ist Abel Tasman abermals auf holländischer Expedition nach dem sagenhaften Südkontinent und landet auch an der Nordküste Australiens (Huby S.19).

1644: Selbstmord des letzten Ming-Kaisers in China - ab 1644: Mandschu-Dynastie in China, Kaiser Shunzhi - ab 1644: Shunzhi bedrängt Zheng Chenggong in Süd-China - 17.Jh: Jesuiten in China unter den Mandschus, "China-Mode"

1644: Die Rebellen in China haben Peking erobert. Der letzte "Ming"-Kaiser erhängt sich. Nachfolger wird nicht der Rebellenführer, sondern der Fürst der Tungusen-Stämme der Mandschu, Shunzhi (bis 1661).

Kaiser Shunzhi von China, Quing-Dynastie
China: Quing-Kaiser Shunzhi [129]

Damit beginnt die "Mandschu"-Dynastie der Quing (bis 1911). Die Quing beginnen nun, den Prätentaten in Süd-China, Zheng Chenggong, zu bedrängen (Reinhard Bd.I.,S.86).

Machthaber Zheng Chenggong in Südchina South China
Südchina: Machthaber Zheng Chenggong [130]

17.Jh.: Die europäischen Jesuiten erhalten nach der chinesischen Regierungsreform die Erlaubnis, sich in China am Hof aufzuhalten. Es entsteht in Europa eine regelrechte "China-Mode" (Reinhard Bd.I.,S.85).


1646: Vertrag zwischen V.O.C. und dem neuen Susuhunan Amangkurat I. von Mataram - holländische Faktorei in Kayamkulam ab 1647 - 1648: Kosakische Unterwerfung des Kontinents bis Kamtschatka und "Bering-Strasse", Unterwerfung des Baikalseegebiets - 1648: Ende des spanisch-holländischen Krieges im "Haager Frieden"

Java: 1646 wird Amangkurat I. (bis 1677) der neue Susuhunan von Mataram. Er "einigt" sich mit dem holländischen Generalgouverneur:

-- die V.O.C. anerkennt die Oberhoheit des Susuhunan an
-- die V.O.C. entrichtet dem neuen Susuhunan Tribut
-- die V.O.C. erhält das Monopol des Seehandels und des freien Handels im Landesinnern (Reinhard Bd.I.,S.215).

Indien: 1647 können die Niederländer in Kayamkulam an der Malabarküste eine erste eigene Faktorei eröffnen (Reinhard Bd.I.,S.124).

Russland: 1648 unterwerfen die Kosaken die Halbinsel Kamtschatka , die spätere "Bering-Strasse" und das Baikalseegebiet (Reinhard Bd.I.,S.87).

1648 endet der spanisch-niederländische Krieg (Reinhard Bd.I.,S.109). Spanien muss im "Haager Frieden" die Niederlande als Republik anerkennen. Der spanische Plan von Philipp II. zur "Hispanisierung" der Niederlande ist endgültig gescheitert (DTV I. S.245).


Kosaken und Holländer befestigen ihre Besetzungen - Kaffee als neuer Faktor

1650: Lissabon verliert seine Bedeutung als Gewürzhandelsort - 1651: kosakische Gründung von Irkutsk - 1652-1654: Englisch-holländischer Krieg um Liefer- und Exportmonopol in England - "Amerika" ab 1652 ca.: Beginnende portugiesische Rückeroberung der Küste Süd-"Amerikas" - 1652: Kapstadt holländische Kolonie

1650 verliert Lissabon endgültig seine Bedeutung als Gewürzhandelsort. Die Verteidigung der portugiesischen Kolonien verschlingt grosse Summen. Die Kolonien in Indien werden für Portugal defizitär, vor allem im Kampf gegen die Niederlande. Die Einnahmen sinken langsam aber stetig. Die Staatseinnahmen an Gewürzen betragen noch  ca. 20 % (Reinhard Bd.I.,S.106).

Die Bedeutung Indiens geht zugunsten der Bedeutung von Brasilien zurück. Die "führende" Rolle in der Weltwirtschaft wird von den Niederlanden übernommen (Reinhard Bd.I.,S.106).

Sibirien: 1651 "gründen" die Kosaken die Stadt Irkutsk (Reinhard Bd.I.,S.87).

1652 endet der Waffenstillstand der Niederlanden mit Portugal. Ab dem gleichen Jahr ist Holland jedoch mit einem Krieg gegen das englische Handelsmonopol seiner Häfen beschäftigt ("Navigationsakte", S.124, DTV I. S.267).

Ab 1652 ca. können portugiesische Truppen die holländisch besetzte Nord-Ostküste Süd-"Amerikas" [indianisches Territorium] schrittweise zurückerobern, DTV I. S.277).

1652 wird Kapstadt zur Kolonie ausgerufen. Holländischen Indienschiffen ist es erlaubt, an der "Indischen Zeeherberg" [am Fusse des Tafelbergs] Station zu machen (Reinhard Bd.I.,S.125).


1654: Holland muss die englische "Navigationsakte" akzeptieren - 1654: Portugiesische Rückeroberung der Nord-Ostküste Süd-"Amerikas" gegen Holland - neue holländische Offensiven auf Ceylon ab 1654 - 1656: holländische Eroberung von Colombo und Tuticorin - 1657: Holländischer Gouverneur von Ceylon: Rijklof van Goens - Indien 1658: Jaffnapatam und Negapatam holländisch, ganze Ceylon-Küste holländisch

1654 beenden Holland und England ihren Seekrieg. Holland muss die englische "Navigationsakte" akzeptieren, dass künftig nur noch englische Schiffe Waren nach und aus England transportieren dürfen (Reinhard Bd.I.,S.124, DTV I. S.267)

"Amerika": 1654 können portugiesische Kräfte die portugiesischen Fürstentümer an der Nordost-Küste Süd-"Amerikas" gegen die Holländer vollends zurückerobern. Der niederländischen Westindien-Kompanie bleiben Curaçao und Guayana (DTV I. S.277).

Guayana und Curaçao
Karte mit der Position von Guyana innerhalb von Süd-"Amerika"
Karte mit der Position von Guyana innerhalb von Süd-"Amerika" [131]
Karte mit der Position der Insel Curaçao, auch "Holländische Antillen" genannt (mehrere Inseln)
Karte mit der Position der Insel Curaçao, auch "Holländische Antillen" genannt (mehrere Inseln) [132]
Karte von Curacao Curaçao, Kolonialismus Holland, Niederländische Niederlaendische Antillen
Detailkarte mit den Niederländischen Antillen (Curaçao, Bonaire etc.) [133]

Die niederländischen Antillen vor Venezuela,
noch heute ein kolonialer, holländisch-strategischer "Überrest"

Ab 1654 hat die V.O.C. wieder alle Kraft für Feldzüge in Indien, besonders gegen die Portugiesen auf Ceylon (Reinhard Bd.I.,S.124).

1656 wird Colombo auf Ceylon holländisch, ebenso Tuticorin an der Koromandelküste Ceylon gegenüber (Reinhard Bd.I.,S.124).



Karte: Stadt Tutivcorin in Indien India
Karte von Tamil Nadu mit Toothukudi, Indien India
Indien: Karte mit Tuticorin an der indischen Ostküste [134]
heute innerhalb des Teilstaates Tamil Nadu im Distrikt Toothukudi [135]

1657 wird der Oberbefehlshaber der V.O.C. im Indischen Ozean, Rijklof van Goens, holländischer Gouverneur von Ceylon. Goens betreibt weiter eine konsequent aggressive Politik gegen die portugiesischen Gewürzhandelsstrukturen (Reinhard Bd.I.,S.124).


1658 erobert die V.O.C. auch die Stadt Jaffnapatam in Ceylon und Negapatnam an der Koromandelküste. Somit kontrollieren die Niederländer die ganze Küste der Ceylon-Insel (Reinhard Bd.I.,S.124).

Silberraub und Silberhandel (Silberkreisläufe) weltweit um 1650-1750, Schema von Michael Palomino
Silberraub und Silberhandel (Silberkreisläufe) weltweit um 1650-1750, Schema von Michael Palomino [136]

Aus Mexiko und Süd-"Amerika" strömt weiterhin Silber gratis in die "Philippinen" und nach Spanien / Portugal. Von spanien-Portugal fliesst das Silber an die protestantisch-rassistischen Städte Amsterdam und London. Von London und von Amsterdam aus fliesst das Silber nach Indien (Bombay, Surat) und nach Indien (Madras und Kalkutta) sowie nach Indonesien (Batavia, heute Jacarta). Von Spanien / Portugal aus fliesst das Silber via Ägypten und Mokka sowie via Syrien und Persien nach Indien (Surat, Bombay). Von den Philippinen aus fliesst das Silber nach China (Kanton) und nach Indien (Madras). Japans Silber fliesst nach Indonesie (Batavia, Jacarta).

Ab 2.Hälfte 17.Jh.: Anziehende Kupferpreise, Holland profitiert - ab 2.Hälfte 17.Jh.: Die V.O.C. verstärkt die Kontrolle über Java - 2.Hälfte des 17.Jh.: Handel der "Philippinen" mit südlichen Nachbarn - ab 1660 ca.: Wachsender Textilienhandel Europa-Indien, französische Textilstadt Pondichéry - 1660-1669: Holländische "Expeditionen" gegen den Handel in Makassar - süd-chinesische Eroberung von Formosa 1661 - Quilon wird 1661 von V.O.C. erobert - 1661-1682: Anti-holländischer Sultan Agong in Bantam - erste offizielle Kaffeeladungen in Amsterdam 1661/62, "East India Company" im Kaffeegeschäft

Ab der zweiten Hälfte des 17.Jahrhunderts ziehen die Kupferpreise
an. Die holländischen Lieferungen von japanischem Kupfer nach Amsterdam verstärken sich (Reinhard Bd.I.,S.179).

Ab der 2.Hälfte des 17.Jh. strebt die V.O.C. eine verstärkte politische Kontrolle der Insel Java an. Nach und nach werden den Sultanen Zugeständnisse gegen Sicherheiten abgerungen oder widerspenstige Sultane mit Putschen beseitigt (Reinhard Bd.I.,S.214).

Ab der 2.Hälfte des 17.Jh. orientieren sich die "Philippinen" nach Hinterindien und Indonesien (Reinhard Bd.I.,S.86).

Ab 1660 ca. gewinnt der Textilhandel zwischen Europa und Indien an Bedeutung. Grosse handwerkliche Geschicklichkeit (Reinhard Bd.I.,S.170) und niedrige Löhne machen die indischen Produkte attraktiv. England und Frankreich errichten Konkurrenzfaktoreien, u.a. die französische Textilstadt Pondichéry (Reinhard Bd.I.,S.171).

Indien: Karte des Territoriums der Union von Pondichéry, französisches Kolonialgebiet in Indien
Indien: Karte des Territoriums der Union von Pondichéry, französisches Kolonialgebiet in Indien [137]

Celebes / Suawesi: 1660-1669 unternehmen die Holländer in drei "Expeditionen" alles, um die Handelsfunktion des  Sultanats Makassar zu vernichten (Reinhard Bd.I.,S.123).

China: 1661 erobert Zheng mit 900 Schiffen und 25.000 Mann die Insel Taiwan/Formosa und vertreibt damit die Holländischen Besatzer (Reinhard Bd.I.,S.86).

Indien: 1661 erobern die Niederländer Quilon an der Malabarküste (Reinhard Bd.I.,S.124)

Karte: Stadt Quilon an der Malabarküste von Indien India
Indien: Karte mit der Position von Quilon an der Malabarküste (Westküste) Indiens [138]

Sumatra / Java: 1661 (bis 1682) kommt im Sultanat Bantam der Sultan Agong an die Macht. Das Sultanat Bantam beherrscht in Süd-Sumatra die Pfefferproduktion, betreibt einen unabhängigen Gewürzstapel und ist ein Lieferant an die Engländer. In der Folge betreibt Sultan Agong eine sehr pro-islamische und anti-holländische Politik (Reinhard Bd.I.,S.214).

Die V.O.C. hat derzeit jedoch wegen den Auseinandersetzungen in Vorderindien gegen Portugal und gegen das zentraljavische Reich Mataram keine Kraft, auf Bantam einzugreifen (Reinhard Bd.I.,S.215).

1661/62 kommen die ersten offiziellen Kaffeeladungen in Amsterdam auf den Markt. Vorerst sind es bis 1690 nur kleine Mengen (um die Gewinnspanne möglichst hoch zu halten). Parallel beginnt sich die "East India Company", im Kaffeegeschäft für England zu engagieren (Reinhard Bd.I.,S.175).


Cranganore wird 1662 von V.O.C. erobert, Portugiesen aus Sâo Tomé vertrieben - China 1662: Verbot der Schiffahrt und Zwangsumsiedelungen vom Ufer weg für Chinesen der Mandschu-Dynastie - Spanischer Rückzug aus Manila 1662 - holländisch-portugiesischer Frieden 1662

1662 erobern die Niederländer Cranganore [heute: Kodungallur / Kodungaloore] an der Malabarküste (Reinhard Bd.I.,S.124).

1662 helfen Kräfte der V.O.C. dem Herrscher von Golkonda bei der Vertreibung von Portugiesen aus Sâo Tomé bei Madras [heute Chennai]. Portugals Bevölkerung wird nach Goa ausgewiesen (Reinhard Bd.I.,S.124).


Indien, Karte mit Goa (links) und Madras (heute Chennai) (rechts)
Indien, Karte mit Goa (links) und Madras (heute Chennai) (rechts) [139]

China: 1662 erfolgt die Reaktion der Mandschu-Dynastie auf die südchinesische Eroberung. Allen Chinesen unter ihrer Herrschaft wird jegliche Schifffahrt verboten. Zudem wird alle Küstenbevölkerung ins Landesinnere zwangsumgesiedelt (Reinhard Bd.I.,S.86).

1662 wird die spanische Garnison wegen einem Gerücht um einen bevorstehenden chinesischen Angriff aus Manila abberufen (Reinhard Bd.I.,S.73,123). Damit werden holländische Angriffe auf die Molukken ohne jedes Risiko möglich (Reinhard Bd.I.,S.123)

1662 wird in Amsterdam der portugiesisch-niederländische Frieden ratifiziert. Trotzdem lässt Goens das Kolonialreich Portugals weiter unter Druck setzen und angreifen (Reinhard Bd.I.,S.125).


1663 erobert V.O.C. Kotschin / Cochin und Cannanore - portugiesische Australienexpedition und "Entdeckung" der Solomonen - 1669: Vernichtung von Makassar durch Holländer, holländisches Gewürzmonopol erreicht - Vertreibung der Holländer aus Mokka - 1670: Nachfolgestreit, Wirtschaftskrise und Aufstand auf Java gegen Amangkurat I. - englisches Drama zum "Massaker von Amboina" 1673

Indien: 1663 erobern die Niederländer Kotschin / Cochin, das Zentrum des portugiesischen Pfefferhandels, sowie Cannanore (Reinhard Bd.I.,S.124).

Karte: Stadt Cannanore an der Malabarküste, Indien
Indien: Karte mit der Position von Cannanore an der Westküste (Malabarküste) [140]

Südsee: 1667/1668 unternehmen zwei portugiesische Expeditionsschiffe unter Alvaro de Mendana de Neira eine Fahrt zur angeblichen "Goldinsel im Westen", die in einer Inka-Legende beschrieben wird. Die Schiffe "entdecken" die Solomon-Inseln östlich von Neuguinea, dürfen aber noch keine Eroberung vornehmen (Reinhard Bd.I.,S.82).

Karte: Position der Solomonen-Inseln islands
Karte mit Australien und der Position der Salomonen-Inseln (englisch: Solomon Islands) [141]

1669 gelingt es den Holländern, das internationale Handelszentrum Makassar zu vernichten und militärisch zu besetzen. Das holländische Muskat- und Nelkenmonopol ist ab 1669 endgültig gesichert (Reinhard Bd.I.,S.123).

Als Gegenschlag gegen die brutale Monopolisierung werden die Holländer aus Mokka rausgeworfen (Reinhard Bd.I.,S.123).

Ab 1670 kommt auf Java ein Streit um die Nachfolge des Susuhunan Amangkurat I. auf, da keine Erbfolgeregelung existiert. Zudem herrscht in Nord-Java eine durch das holländische Monopol ausgelöste Wirtschaftskrise und ein Aufstand der Bevölkerung gegen die religiöse und politische Unterdrückung durch Amangkurat I. (Reinhard Bd.I.,S.215).

1673 schreibt der englische Dichter John Dryden eine Tragödie über das "Massaker von Amboina" von 1623: "Amboyna, or, The Cruelties of the Dutch to the English Merchans" (Reinhard Bd.I.,S.122).

John Dryden Portrait, Kolonialismus England, Massaker von Amboina Amboyna
John Dryden Portrait, Kolonialismus England, Massaker von Amboina Amboyna [142]

Die Holländische Herrschaft auf Ceylon und in Indien

Die für den Handel notwendige Verwaltung

Die Herrschaft der Niederländer ist der der Portugiesen nicht unähnlich, unterscheidet sich jedoch in der Wertung des Mitmenschen entscheidend. Es wird nur Boden verwaltet, der dem Gewürzhandel dient. Sogenannte "Schutzherrschaften" gelten auf Java, den Molukken und auf Celebes / Sulawesi, im Dienste der "höheren Ziele der V.O.C.". Coens Pläne einer engeren Verbindung der Niederlande mit der asiatischen Umwelt werden nicht realisiert, sondern gezielt Distanz gehalten.

Besteht eine Territorialkontrolle, so werden Gouverneure eingesetzt, so auf Batavia, Amboina, den Molukken, den Banda-Inseln und Ceylon, in Makassar, Nord-Ostjava, Malakka und Südafrika. Bei Stützpunkten werden Direktoren eingesetzt, so an der Koromandelküste, den Bengalen, Surate und in Bändär Abbas, in Malabar, Galle und Jaffnapatum. Bleibt einem Fürsten die Herrschaft, so wird ein holländischer Resident danebengestellt (Reinhard Bd.I.,S.125).

Handel über Batavia - Profitgier - Matrosenrekrutierung
Das holländische System der V.O.C. hat zwei grosse einschränkende Bedingungen. Erstens muss der gesamte Handel über Batavia abgewickelt werden, was den Städten Vorderindiens beträchtliche Unkosten verursacht. Nur der holländische Chinahandel wird ab 1729 nicht über Batavia abgewickelt. Zweitens lassen die Holländer das Geld von zu Hause aus "arbeiten" und verlassen somit ihre Heimat nie, oder reisen fürs "schnelle Geld" in die Kolonien, um dann schnell wieder zurückzukehren.

Die Rekrutierung von Matrosen bereitet keine Probleme, denn in Holland existiert bereits ein Proletariat mit genügend Arbeitslosen. Ausserdem ist die Möglichkeit, Ausländer einzustellen, in Holland bereits sehr gegeben, denn Holland wird mehr und mehr Anziehungspunkt auch anderer Handelsnationen (Reinhard Bd.I.,S.127).

Der Kolonialismus beginnt, die "Identität" der jungen Republik der Niederlande zu "stärken". Zum Beispiel kommt dies in Kolonialliedern zum Ausdruck, wo Rassismus und Profit verherrlicht werden. Der Dichter Joost van den Vondel, der Grotius und Oldenbarnevelt nahesteht, reimte zum Beispiel:


"Wohin Profit uns führen mag
zu jedem Meer und Strand,
aus Liebe zum Gewinn
erkunden wir die Häfen der weiten Welt." (Reinhard Bd.I.,S.128).

Joost van den Vondel Holland Niederlande Kolonialismus colonialism Johan van Oldenbarnevelt Portrait, Kolonialismus  Holland Niederlande
Joost van den Vondel 1587-1679
Johan van Oldenbarnevelt


Protestantischer Rassismus verhindert Familiengründungen

Die Propaganda kann sich in Holland nicht dazu durchringen, für Indien eine positive Stimmung gegenüber den dort lebenden Menschen zu erzeugen. Zudem gelten die holländischen Matrosen in Indien als versoffen und gewalttätig. Somit stossen sich beide Mentalitäten gegenseitig ab. Die Ansiedlungen auf fremdem Boden haben keinen Erfolg. Dazu erschwert die V.O.C. den Siedlern eine Gewinnbeteiligung, wenn die Siedler "vrijburger" (Freibürger) werden.

Es kommt somit zu keinem Aufstieg, und er ist auch nicht attraktiv. Auch lehnt die versnobte V.O.C. den Mittransport von "abenteuerlustigen" Mädchen ab und verunmöglicht so holländische Familiengründungen in den Kolonien. Heiraten mit indischen Frauen werden von indischer Seite her abgelehnt, da holländische, streng protestantische Schwiegersöhne keinesfalls geduldet werden. Heiraten mit portugiesischen Mischlingsmädchen wären Partien mit dem katholischen Klassenfeind, und Verbindungen zu Sklavenmädchen wären ein Abstieg (Reinhard Bd.I.,S.127).

So verlieren sich die Holländer in ihrem Reichtum und gleichzeitig in ihrem strengen Protestantismus und Rassismus. Jedoch werden sie von den eurasischen Mischlingen assimiliert, am ehesten noch als Wirt einer Kneipe. Die Holländer nehmen das Pidgin-Portugiesisch auf, die vorherrschende indische Kolonialsprache von 1500 bis ins 18. Jahrhundert, die bald auch in der V.O.C. und der holländischen Gesellschaft gesprochen wird. Erst ab dem 18. Jahrundert wird sich Englisch als Kolonialsprache in Indien durchsetzen und die Zahl der Europäer ein wesentliches Mass erreichen (Reinhard Bd.I.,S.127).

Bestechlichkeit und nahender Bankrott der V.O.C. Ende 17. Jh.
Ende 17.Jh. nimmt die Bestechlichkeit in der V.O.C. bis in die höchsten Ränge dermassen zu, dass die V.O.C. davon hohen Schaden erleidet (Reinhard Bd.I.,S.128). Auch höchste Ränge lassen sich in Schmuggel ein. Neutralität und Distanz in der Beurteilung in den Führungsetagen ist nicht mehr gewährleistet, weil die höheren Stellen nur durch persönliche Beziehungen innerhalb der städtischen Führungsgruppen besetzt werden oder Stellen zum Teil sogar "verkauft" werden (Reinhard Bd.I.,S.129).


V.O.C.: Religion und Forschung

Toleranz um des Profites Willen - Prediger als Wissensvermittler
Die V.O.C. folgt streng und intolerant der reformierten Linie. Sie unterhält einen Kirchenapparat und Missionen unter ihren "Untertanen", bis er ihr zu teuer wird und nicht mehr dem Profit-Denken entspricht. Gleichzeitig kommt es aus Profit-Denken zur Duldung protestantischer "Sekten" wie den deutschen "Lutheranern" und den "Papisten". Auf Missionsversuche in Japan und in muslimischen Gebieten wird aus Sensibilitätsgründen ganz verzichtet.

Prediger werden oft als Wissensvermittler eingesetzt. Holland wird führend in der asiatischen Reiseliteratur im 17. Jh., zum Beispiel über Hinduismus von Abraham Rogerius "De open Deure tot het verborgen Heydendom" / "Die offene Tür zu den Geheimnissen des Heidentums", 1651 (Reinhard Bd.I.,S.127).

Holländische Werke über Ostasien sind weiter

-- eine holländische Enzyklopädie über Indien von François Valentijn "Ond en Nieuw Oost Indien" (1724-1726)

-- holländische Werke der Botanik "Hortus Indicus Malabaricus" ["Indischer Garten in Malabar"] (1678-1703)

-- ein spezielles Werk über die Botanik der Insel Amboina von Georg Eberhard Rumpius "Amboinsch Kruidboek" (Kräuterbuch) 1697, in Amsterdam 1741-1750 veröffentlicht

-- ein spezielles Werk der "Ambinische Rariteytskamer" 1705 über Muscheln, Vögel und Gesteine.

Dazu kommen Japanberichte des Leiters von Desima von Isaac Tatsingh, die 1822 im Buch "Illustrations of Japan" zusammengefasst werden (Reinhard Bd.I.,S.128).


1674: Zusammenbruch von Mataram im Bürgerkrieg, holländische "Hilfe" für Amangkurat I. - 1675: geplante chinesische Aktionen gegen Russland - 1677: Tod von Amangkurat, Abtretungen des Nachfolgers an die V.O.C.: Provinzen und Importmonopol für Opium und indische Textilien - 1678: Der V.O.C.-Generalgouverneur krönt den neuen "Susuhunan" von Mataram

1674 bricht das Grosssultanat Mataram in einem grossen Aufstand zusammen. Der "Susuhunan" ("Oberherrscher") Amangkurat bittet um holländische "Hilfe" zum Machterhalt (Reinhard Bd.I.,S.215).

1675 gibt ein Pekinger Hofjesuit den russischen Emissären den Tip, dass China gegen Russland Aktionen plane (Reinhard Bd.I.,S.88).

1677 stirbt der "Susuhunan" ("Oberherr") des Sultanats Mataram auf Java und hinterlässt ein ungeordnetes Land, das von holländischer "Hilfe" abhängig gemacht wurde. Der Nachfolger tritt Landschaften südlich von Batavia, Krawang und Priangan sowie den Hafen Semarang an die V.O.C. ab. Die V.O.C. erhält weiter das Importmonopol für Opium und indische Textilien. Der Generalgouverneur der V.O.C. wird "Protektor" und "Vater" des Susuhunan, um die Macht gegenüber der Volk zu festigen (Reinhard Bd.I.,S.215).

1678 wird der neue "Susuhunan" von Mataram vom holländischen Kommandeur gekrönt. Zu seinem Schutz bleibt eine holländische Garnison in seiner Residenz. Ab sofort können die Niederlande mitbestimmen, wer auf Java Herrscher ist. In den nächsten Jahrzehnten werden die Herrscher auf Java nach holländischem Belieben ausgewechselt, jeweils immer mit vertraglichem Zugewinn für die V.O.C. (Reinhard Bd.I.,S.215).


Neue Faktoren Südafrika, England und Industrialisierung

ab 1680: Propaganda in Holland für Umsiedlung nach Kapstadt - Bengalen als neues Textilproduktionszentrum - Webmaschinenentwicklung in England

Ab 1680 beginnt eine Ermunterungspropaganda in den Niederlanden für weitere weisse Siedlungen in Kapstadt. Es sind die Anfänge des "Weissen Südafrika" (Reinhard Bd.I.,S.125).

Indien: Die innerindischen Kriege in Gujerat / Gujarat und an der Südküste ab 1680 sowie die steigende Nachfrage nach feinen Stoffen veranlassen die Verlagerung der Textilproduktion nach Bengalen. Surats Baumwollproduktion für die "East India Company" geht gegen Null. Bengalen wird wichtigstes Gebiet des europäischen Textil-Asienhandels (Reinhard Bd.I.,S.171).

In England sind nebenbei Techniker mit der Erfindung von Webmaschinen beschäftigt. Sie haben den Willen, den Entwicklungsvorsprung von Indien bezüglich Textilien aufzuholen. Es ist dies ein wesentlicher Impuls für die Industrialisierung (Reinhard Bd.I.,S.174).

"Amerika" 1680: Portugiesische Gründung von "Sacramento"
1680 gründen die vordringenden "bandeirantes" die Kolonie "Sacramento" [heutiges Uruguay], (DTV I. S.277).

[Die Suche nach Edelmetall macht jede Meeresüberquerung möglich...].


1682: Putsch gegen Sultan Agong von Bantam - Holländer vertreiben Engländer aus Bantam wegen Pfeffermonopol

Mittels einer holländisch initiierten Hofintrige wird der anti-holländische Sultan Agong in Bantam 1682 gestürzt (Reinhard Bd.I.,S.215) und die Engländer aus Bantam / Jakarta vertrieben. Die holländische V.O.C. kommt dem letzten Gewürzmonopol, dem Pfeffermonopol, immer näher (Reinhard Bd.I.,S.122).


Hollands Vorhaben für ein Pfeffermonopol scheitert - holländisch-englisches "Gleichgewicht" im Pfefferhandel

Die englische "East India Company" hat grösste Schwierigkeiten, ihren Pfefferhandel gegen die holländische Mördermacht zu behaupten. England kann nach dem Verlassen Bantams aber weiter Pfeffer über Benkoolen auf Sumatra "beziehen". Der V.O.C. gelingt es zudem nie, die Malabarküste ganz zu kontrollieren. Zudem ist die Bilanz der Malabar-Orte für die V.O.C. anfangs eher defizitär (Reinhard Bd.I.,S.170).

Statt einem holländischen Monopol spielt sich ein "Gleichgewicht" zwischen den beiden Mächten in der Pfefferbelieferung nach Persien und China ein. V.O.C. wie "East India Company" können die Gewinne aus dem Persien- und Chinageschäft für den Einkauf von Waren für Europa verwenden (Reinhard Bd.I.,S.170).



China öffnet seine Häfen - chinesisch-russische Grenzkriege - Englands Schiffe auf Australien

1683: Die Mandschus erobern Taiwan/Formosa - ab 1684: Sultanat Bantam als Vasall Hollands - 1685: Öfnung aller chinesischen Häfen in China - 1685: Chinesische Truppen zerstören russische Station Albasin - 1687: Chinesische Belagerung von Albasin - 1688: Englische Expedition auf Australien - 1689: Russisch-chinesischer Vertrag über die gemeinsame Grenze mit Handelserlaubnis für Russland in Peking - 1698-1718: 10 russische Handelskarawanen in Peking

1683 wird Taiwan/Formosa von der Qing-Mandschu-Dynastie erobert (Reinhard Bd.I.,S.86).

1684 wird das Sultanat Bantam Vasall der V.O.C. Die V.O.C.
-- "übernimmt" die Pfefferproduktion von Süd-Sumatra
-- errichtet eigene holländische Festungen
-- vertreibt die letzten Engländer aus Bantam
-- schliesst den Hafen von Bantam für alle nicht-holländischen Schiffe (Reinhard Bd.I.,S.215).

1685 werden nach der Eroberung von Taiwan/Formosa die chinesischen Häfen geöffnet. Somit geht das Monopol der Portugiesen in Macao verloren (Reinhard Bd.I.,S.86).

Im selben Jahr 1685 zerstören chinesische Truppen in Nord-China die russische Station Albasin am Amur. Die Russen befestigen sofort neu (Reinhard Bd.I.,S.88).

1687 belagern chinesische Truppen die russische Station Albasin. Der Kanxi-Kaiser gibt die Weisung an die chinesische Armee, die Russen "auszurotten" (Reinhard Bd.I.,S.88).

1688: Eine englische Piratenexpedition unter William Dampier landet an der Küste Nordwestaustraliens, "entdeckt" die Insel "Neubritannien" und umfährt "Neuguinea". Dampier legt sehr wertvolles und präzises Kartenmaterial an (Huby, S.18).


Die Lage der Insel Neubritannien

Karte mit Papua-Neuguinea und daneben die Insel Neubritannien
Karte mit Papua-Neuguinea und daneben die Insel Neubritannien

1689 kommen Verhandlungen und ein Vertrag zwischen Russen und Chinesen in Nertschinsk am Fluss Shilka zustande. Es ist das erste Mal, dass der chinesische Kaiser mit einem Staat ein Abkommen schliesst, ohne unterwerfende Tribute zu verlangen.

-- die Russen müssen die Station Albasin und das untere Amur-Gebiet aufgeben

-- die Grenze zwischen Russland und China verläuft dem Fluss Argun, dem oberen Amur und dann dem Stanowoi-Gebirge entlang bis zum Meer

-- China ermöglicht russischen Karawanen den Zugang zu Peking für einen zollfreien Handel (Reinhard Bd.I.,S.88).


ab 1690: Steigendes Kaffeegeschäft der V.O.C.
Die V.O.C. beginnt sich in rasch steigendem Umfang am Kaffeegeschäft zu engagieren (die Profitmarge scheint zu fallen, S.175).


"Amerika" 1693: Portugiesischer Goldfund in Minas Gerais
Die portugiesischen "bandeirantes" werden im Innern des süd-"amerikanischen" Kontinents fündig. Die neue Goldmine Minas Gerais veranlasst Dorfgründungen und Strassenbau. Es wird eine Konfrontation mit Spanien erwartet (DTV I. S.277).


ab 1696: Erste holländische Kaffeepflanzversuche auf Java
(Reinhard Bd.I.,S.175).

1698-1718 treffen zehn russischen Handelskarawanen in Peking ein.


Der Rentabilitätswahnsinn der V.O.C. und die koloniale Struktur der kolonialen Handelsgebiete ab 1700

Bis 1700 existiert nur ein auf das Minimum begrenztes koloniales System der V.O.C., das höchsten Profit abwirft. Nur für die "Ommelanden" rings um Jacarta/"Batavia" existiert ein europäischer Verwaltungsapparat. Der Rest der holländischen Herrschaft wird kostengünstig oder sogar mit Profit durch einheimisches Personal ausgeübt (Reinhard Bd.I.,S.217).

Ab 1700 führt die V.O.C. auf Java eine "indische" Verwaltung ein. An den Höfen der einheimischen Vasallen sitzen holländische "Residenten", die die einheimischen Regierungen überwachen. In Priangan südlich von Batavia gehen die Holländer sogar so weit, den Posten des Sultan nicht mehr zu besetzen, so dass die 16 Distrikte direkt holländischer Herrschaft unterstehen (Reinhard Bd.I.,S.217).

1705: Im Zuge einer neuen Einstellung des Susuhunan von Mataram auf Java wird Cheribon und der Osten Maduras durch Zugeständnisse des neuen Susuhunan der V.O.C. zugeschlagen. Zudem werden als Kriegsentschädigung regelmässige Reislieferungen eingeführt (Reinhard Bd.I.,S.215).


Karte mit der Position der Insel Madura neben der Insel Java, heute Indonesien
Karte mit der Position der Insel Madura neben der Insel Java, heute Indonesien

1709: Cheribon und Madura auf Java werden in 43 "Regentschaften" aufgeteilt. Die Regenten üben eine harte und unumschränkte Herrschaft über die Bevölkerung aus und machen auch vor Privateigentum, Ehe- oder Familienbande nicht Halt. Die Justiz wird noch schärfer als unter den Sultanen (Reinhard Bd.I.,S.217).

1711: Erste erfolgreiche holländische Kaffeeanpflanzung auf Java
(Reinhard Bd.I.,S.175).

ab1716: Holländische "Kommissare für Eingeborenenangelegenheiten", die nichts bewirken
1716 führt die V.O.C. als Gegenmittel gegen die überscharfe Herrschaft der "Regenten" gegenüber der Bevölkerung in Priangan holländische "Aufseher" unter einem "Kommissar für Eingeborenenangelegenheiten" ein. In anderen Gebieten werden für Gruppen von Regenten "Residenten" zugeteilt. Beide Kontrollmechanismen können jedoch kaum etwas bewirken. (Reinhard Bd.I.,S.217).


Die Vorschriften der V.O.C. für "Regenten" auf Java - die absolute holländische Herrschaftssicherung

Das Diktat der V.O.C. und der Profitmarge der "Regenten"
Erste Priorität hat die kostengünstige Lieferung von Handelsware wie Indigo und Pfeffer, ab 1711 auch Kaffee:

-- jährliche Zwangslieferungen (gedwongen leveringen) bzw. Kontingente (contingenten) zum Nulltarif oder zum Festpreis im Handel mit sesshaften Bauern ("Sawah-System")

-- Abnahmemenge und "Festpreis" werden von Jahr zu Jahr je nach Marktlage von der V.O.C. diktiert, damit möglichst viel Profit herausschaut

-- bei niedriger Quote werden die Nomadenbauern ("Ladang-Bauern") angewiesen, Reisterrassen und Bewässerungssysteme im Prianggebiet anzulegen

-- Gewinnmargen bei Gewichtsdefinitionen:

-- ein Regent definiert 1 "Picul" (Gewichtseinheit) gegenüber der Bevölkerung mit 222 bis 270 Pfund
-- die Lagerhausverwaltung definiert 1 "Picul" gegenüber dem Regent mit 140 Pfund
-- die Lagerhausverwaltung definiert 1 "Picul" gegenüber holländischen Schiffen mit 126 Pfund

Ausserdem verwendet der Regent mit Duldung der Kompanie V.O.C. eigene, nicht geeichte, gefälschte Gewichte (Reinhard Bd.I.,S.217).

Die Verhältnisse zwischen V.O.C. und Regenten: Profit wird verschleudert und Schuldverhältnis
Die Regenten werden reich mit einem Jahreseinkommen von 50.000 bis 100.000 Gulden. Jedoch verspielen die Regenten zum Teil das Geld und beantragen Vorschüsse auf ihre Lieferungen. Somit werden sie absolut abhängig, und die V.O.C. macht mit den Zinsen auf die Vorschüsse zusätzlichen Gewinn (Reinhard Bd.I.,S.217).

Die Kredite werden vom Generalgouverneur zu 3 % dem Eingeborenenkommissar überlassen, der das Geld zu 9-12 % an den "Regent" weiterverleiht. So werden die "Eingeborenen-Kommissare" zu beliebten Posten, meist Verwandte oder Günstlinge der Generalgouverneure (Reinhard Bd.I.,S.217).

Die Eingeborenenbevölkerung: Kriegslose Zeit verursacht Wachstum
Trotz aller Drangsal der Sultane und holländischen "Beschützer" nimmt die Bevölkerung auf Java zu. Seuchen können das Wachstum nur für jeweils kurze Zeit zum Stillstand bringen. Das Wachstum erklärt sich von der geschützten Lage her: Die Niederländer bekämpfen England und Frankreich bereits in Indien, so dass Java von englischen oder französischen Schiffen nie erreicht wird (Reinhard Bd.I.,S.218).


"Amerika" 1720: Erneuter portugiesischer Goldfund: Matto Grosso
Die portugiesischen "bandeirantes" werden im Innern des süd-"amerikanischen" Kontinents erneut fündig. Die neue Goldmine Matto Grosso veranlasst weitere Dorfgründungen und Strassenbau [auf indianischem Territorium]. Die Kolonialgrenze schiebt sich dadurch immer mehr nach Westen auf spanisch "definiertes" Gebiet vor (DTV I. S.277).


1727: Russisch-chinesischer Vertrag für Mongolei-Grenzkommission - Mitte 18. Jh.: China unterwirft die Mongolei
1727 schliessen China und Russland in Kiachta einen Vertrag ab zur Einrichtung einer gemischten Kommission zur Festlegung der Nordgrenze der Mongolei. Den Russen wird zudem die Erlaubnis für eine orthodoxe Kirche mit Priestern und eigenen Studenten in Peking gegeben (Reinhard Bd.I.,S.88).

Mitte des 18.Jh. unterwirft China die Mongolei.


Der beginnende Niedergang der V.O.C.

Der Niedergang der V.O.C. wird durch veraltete Strukturen und eingefahrene Gewohnheiten verursacht, die nicht mehr angepasst werden:

-- die Söhne werden zum schnellen Geldmachen nach Asien geschickt, v.a. ab dem 18. Jh., so dass erfahrene Leute innerhalb der Company immer seltener werden

-- die Regenten sind an der Erhaltung der V.O.C. Gerüchten zufolge nur noch interessiert, weil es an anderen Möglichkeiten fehlt, grosse Profite zu erzielen

-- in der Zeit der besten Erträge (1687-1736 immer eine "positive Bilanz") werden ständig hohe Dividenden von 16,5 % ausgeschüttet und die Reservenbildung vernachlässigt

-- die Aktienkurse der V.O.C. bleiben auf extrem hohem Niveau (Reinhard Bd.I.,S.129).

Durch dieses Verhalten bahnt sich eine andauernde Verschuldung an, die natürlich nur deswegen möglich ist, weil die holländische Oligarchie nicht nur die V.O.C., sondern auch die zuständige Amsterdamer Wechselbank verwaltet:

-- es werden keine Reserven gebildet
-- die langfristige Verschuldung durch Obligationen steigt

-- kurzfristige Schulden werden nicht abbezahlt, sondern mit Bewilligung der Amsterdamer Wechselbank nur umgelagert

-- die Geheimhaltung hat zur Folge, dass äussere Kreise keinen Zugang zu den Daten haben und die Oligarchie nicht auf die gefährliche Situation aufmerksam gemacht wird


-- die Öffentlichkeit wird durch die hohen Dividenden getäuscht (Reinhard Bd.I.,S.129).

Die Verluste der V.O.C. steigen im 18. Jh. immer mehr an:

-- weil die Nachfrage in Europa ändert und Güter gefragt werden, für die die V.O.C. kein Monopol besitzt

-- weil die holländischen Provinzen für die Verluste gerade stehen müssen, so dass weitere Vertuschung möglich ist

-- weil sich ein immer grösseres paralleles Schmuggelsystem entwickelt (Reinhard Bd.I.,S.129).












Fotoquellen

[1] König Johann II. von Portugal: http://de.wikipedia.org/wiki/Johann_II._%28Portugal%29
[2] Tordesillas Stadtbrücke: http://www.motoclubtordesillas.com/ informacion_tordesillas.htm
[3] Karte mit Tordesillas (Spanien) am Rio Duero: http://www.pueblos-espana.org/castilla+y+leon/ valladolid/tordesillas/
[4] Karte mit der Papstlinie vom 7.6.1494: http://www.bigoid.de/conquista/lexikon/tordesillas.htm
[5] Vasco da Gama: http://www.bbc.net.uk/history/historic_figures/gama_vasco_da.shtml

Calicut
[6] Karte mit der Lage von Calicut: http://www.weather-forecast.com/locations/Calicut.shtml
[7] Bewohnerin am Strand von Calicut / Kozhikode: http://robert-zeller.com/images/India-2003/Mysore/images.html
[8] Sonnenuntergang in Calicut / Kozhikode: http://www.calicut-kozhikode.indianvisit.com/about-calicut.html

Portugal als erste "christliche" Kolonialmacht
[9] Portugal: König Manuel I.: http://worldroots.com/brigitte/royal/royal5a.htm
[10] Pedro Álvares Cabral: www.superlegendas.com.br/valcir/pedro_alvares_cabral.htm
[11] Cabral auf der portugiesischen Banknote: http://www.bportugal.pt/bnotes/types/1000/1000_p.htm

[12] Indien: Karte mit der Position des Staats Kerala: http://www.vacationpackages-india.com/cochin-tours.htm
[13] Südindien: Karte der Westküste Indiens mit Cannanore / Kannur: http://www.weather-forecast.com/locations/Cannanore.shtm
[14] Karte mit der Sklaveninsel Sao Tomé: http://www.worldtimeserver.com/current_time_in_ST.aspx
[15] Caravelle, nachgebaut: http://www.vermietung.beroli.de/html/aktivitaten.html
[16] Galeone, Modellschiff: http://www.sell-it-easy.de/shop_d/index.php?cp_sid=118966cb6c8e&cp_tpl=5501
[17] Pfefferkörner: Schulfernsehen: Gewürze machen Geschichte: SWR: http://www.wissen.swr.de/sf/begleit/ bg0059/gg02b.htm
[18] Pfefferernte an einer Pfeffer-Liane: http://www.indienerlebnis.de/g06/08/bpa05.html
[19] Skorbut: http://www.bam-international.com/bam/homepage/ag/Patologias__Escorbuto.html

Malakka
[20] Karte mit der Lage der Halbinsel Malakka: http://www.oldmapsbooks.com/MapPage/MapPages589xx/58991java.htm
[21] Malakka, Haus: http://www.malaysiasite.nl/malakkaeng.htm
[22] Malakka, Elefant als Signet: http://www.malaysiasite.nl/malakkaeng.htm
[23] Malakka, Velorikscha / Fahrradrikscha: http://www.malaysiasite.nl/malakkaeng.htm

Mozambique
[24] Karte mit der Provinz Sofala in Mozambique: http://atlas.bestpricetravel.de/mosambik-karte.php
[25] Karte von Afrika mit Mozambique: http://www.worldtimeserver.com/ current_time_in_MZ.aspx

Tansania, Kilwa
[26] Karte von Afrika mit Tansania:http://www.worldtimeserver.com/ current_time_in_TZ.aspx
[27] Festung von Kilwa auf einer Briefmarke: http://www.cham.asso.fr/pages_site/ p_tanzanie_gb.php
[28] Karte der Küste von Tansanie mit Kilwa: http://geology.com/world/tanzania-satellite-image.shtml
[29] Kilwa an der Küste des heutigen Tansania, Detailkarte: http://african-sky.com/activities/mapkilwa.html

Kenia
[30] Karte mit Mombasa, Kenia: http://www.weather-forecast.com/locations/Mombasa.shtml

Seerouten und Meeresströmungen und Seewinde
[31] Karte mit den Seerouten von Lissabon nach Indien: Goa und Cochin / Kotschin:
http://www.lsg.musin.de/geschichte/Europa_20/Entdeckungen/Gama-Winde.jpg
[32] Karte mit einem Beispiel einer Segelroute von Lissabon nach Indien, Calicut und Bombay (Mumbai):
http://www.lsg.musin.de/geschichte/Europa_20/Entdeckungen/imageL6G.jpg

[33] Affonso de Albuquerque: http://www.iolaire.co.uk/heads/

Insel Sokotra / Socotra
[34] Karte mit der Insel Socotra am "Horn von Afrika" bei Somalia: http://www.i-cias.com/e.o/socotra.htm
[35] Socotra, Wadi, Flusslauf mit Palmen: http://www.i-cias.com/e.o/socotra.htm
[36] Socotra, Zentralplatz: http://asmialy.republika.pl/sokotra.htm

[37] Karte mit den Handelsorten am Persischen Golf und an der Strasse von Hormuz: http://www.dataxinfo.com/hormuz/intro.htm

Indien: Sultanat Gujarat
[38] Karte von Indien mit dem Sultanat Gujerat / Gujarat: http://en.wiktionary.org/wiki/File:India-GUJARAT.svg
[39] Karte mit Stadt Diu im indischen Sultanat Gujerat / Gujarat:
http://www.gesundheit-energie.ch/bea.peter/Routen/Route%205%20.htm
[40] Karte Indiens mit den Sultanaten im 16. Jh.: http://www215.pair.com/sacoins/images/maps/deccan_16thc.gif

Molukken-Inseln
[41] Karte der Molukken-Inseln / Banda-Inseln Ternate, Tidore, Seram / Ceram und Ambon: http://www.elaput.com/talbvlbs.htm
[42] Karte der Molukken-Inseln / Banda-Inseln: Ternate und Tidore: http://www.elaput.com/talbvlbs.htm
[43] Karte der Molukken-Inseln / Banda-Inseln: Die kleine Insel Amboina / Amboyna: http://www.fsmitha.com/h3/map24-nd.html

[44] Karte mit der Insel Madeira vor Afrika: http://www.swr.de/kaffee-oder-tee/reise/2003/10/15
[45] Karte der Handelsstädte am Persischen Golf: http://www.dataxinfo.com/hormuz/intro.htm

Magellan
[46] Karte mit der Route von Magellan: http://www.oepfu.ch/australien/history/00_01.htm
[47] Magellan, Portrait: http://www.spiele-truhe.de/html/ besprechungen/magellan.html

Franz gegen Karl
[48] König Franz I. von Frankreich: http://www.bundtschuh.de/Knechte.html
[49] Kaiser Karl V. Gemälde von Tizian: http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_V._%28HRR%29

Gamellanstrasse
[50] Karte der Gamellanstrasse: http://biblio.unibe.ch/stub/ryhiner/images/400/7907/Ryh_7907_7_A.jpg
[51] Patagoniens Gebirge: http://wwwhephy.oeaw.ac.at/kraml/patagonia/welcome.html
[52] Patagoniens Pinguine: http://wwwhephy.oeaw.ac.at/kraml/patagonia/welcome.html
[53] Patagoniens Meergletscher: http://www.condorjourneys-adventures.com/chile_mare_australis.asp

[54] Gold- und Silberraub und -handel um 1520 (Schema von Michael Palomino): Reinhard Band II., S. 101

Cebu und die Tötung von Magellan
[55] Karte mit der Position der Insel Cebu: http://en.wikipedia.org/wiki/Cebu
[56] Karte Cebu und Maktan / Mactan: http://www.travelsmart.net/ph/Diving_Sites/Cebu-Mactan_Sitemap.htm
[57] Lapu-Lapu: http://www.eskrima-rotterdam.nl/html/docepares.htm

[58] Luzon Reisterrassen: http://www.vivien-und-erhard.de/reise/Philippinen/nordluzon.htm

Olinda, Brasilien
[59] Karte mit der Position von Olinda neben Recife: http://www.lonelyplanet.com/destinations/south_america/brazil/
[60] Bucht: http://www.brasil-exterior.com/englisch/htm/Recife.htm
[61] Häuserzeile von Olinda: http://www.adwbrasil.com.br/ english/recife.html
[62] Frauen am Karneval von Olinda: http://www.truenet.com.br/olinda-on-line/ portugues/normal/sabado/tvsab6.html
[63] Herren mit Posaunen am Karneval von Olinda:
http://www.truenet.com.br/olinda-on-line/portugues/normal/domingo/tvdom13.html

Indio-Ureinwohner in Brasilien
[64] Indio-Ureinwohner: http://www.comciencia.br/ reportagens/501anos/br16.htm
[65] Indio-Mädchen: http://freeweb.supereva.com/ mensageiro.freeweb/n114/ospovos.htm?p
[66] Indio mit Pfeilbogen auf der Jagd: http://www.nord-brasil.com/9801.html?* session*id*key*=*session*id*val*
[67] Indio-Ureinwohner in Brasilien in Hängematten: http://www.kulli.info/regenwald/zuruaha.htm

Indien
[68] Mogul-Kaiser Akbar: http://www.webindia123.com/history/MEDIEVAL/mughal%20period/mughal2.htm
[69] das Stammreich von Akbar und die Erweiterungen:
http://www.webindia123.com/history/MEDIEVAL/mughal%20period/mughal2.htm

[70] Francis Drake: http://www.sosuanieuws.com/

[71] Jan Huyghen: http://www.linschoten-vereeniging.nl/1.html

[72] Beispiel einer spanischen "Silberflotte", die angegriffen wird: http://www.payer.de/bolivien2/bolivien0206.htm

Tomar (Portugal), Gerichtsstadt für Philipp II. 1581
[73] Karte mit der Position von Tomar: http://www.dee.estt.ipt.pt/jornadas_dee/informacoes.html
[74] Innenstadt von Tomar: http://www.lefdal.cc/2003/Portugal2/index.php
[75] Tomar: Festungskathedrale, Ansicht von vorn: http://dejwy.net/cesty_sp.html
[76] Tomar: Festungskathedrale, Ansicht von hinten: http://www.kathi-und-peter.at/reisen/portugal/ port-gallery/pages/073-tomar.htm

"Philippinen"
[77] Karte der "Philippinen" mit Mindanao und dem Sulu-Archipel: http://www.drgeorgepc.com/Tsunami1976Phillipines.html
[78] "Philippinen": Karte mit der Insel Palawan: http://www.proel.org/mundo/palawan.htm

[79] Karte mit der Position der Insel Timor: http://www.worldtimeserver.com/current_time_in_TL.aspx

Japan
[80] Kaiser Toyotomi Hideyoshi: http://www.japan-zone.com/omnibus/history1.shtml
[81] Kaiser Toyotomi Hideyoshi, Portrait: http://www.pauline.or.jp/history/e-history03.html

[82] Karte der Sultanate von Indien im 16. Jh.: http://www215.pair.com/sacoins/images/maps/deccan_16thc.gif
[83] Karte der Solomon-Inseln bei Australien: http://www.worldtimeserver.com/current_time_in_SB.aspx
[84] Karte der Solomonen neben Neuguinea: http://www.asia.microsoft.com/games/combatfs2/map_santacruzislands.asp
[85] Karte mit Solomonen (links), rechts die Santa-Cruz-Inseln:
http://www.asia.microsoft.com/games/combatfs2/map_santacruzislands.asp
[86] Eine holländische Fluyt: http://www.malhatlantica.pt/mediateca/economia1600.htm

[87] Karte mit der Insel Java in Holländisch-Ostindien: http://www.blogigo.de/pisa/2004021

[88] Kart Nagasaki auf der Insel Kyushu, Japan: http://wwww.alexquinn.org/nihon/nagasaki.html

Holländischer Kolonialismus mit der VOC
[89] Karte mit Indiens Küsten: Westküste: Malabarküste; Ostküste: Koromandelküste: http://www.inde-en-ligne.com/geographie.htm
[90] Schiff der VOC: http://www.diabenco.com/BATAVIA1/page_02.htm
[91] Holländische Galeone: http://binky.thinkquest.nl/~jrc090/verhalen.html
[92] Karte mit den Routen der VOC von Holland nach Indien und Indonesien: http://www.bataviawerf.nl/en/voc_route.html
[93] Karte Sunda-Strasse, Sumatra und Java mit Jakarta / Batavia: http://www.haged.de/Indonesien/titel.htm
[94] Gold- und Silberkreislauf um 1600, Schema von Michael Palomino: Reinhard Band 1, S.101

[95] Karte von Indien mit dem Sultanat Punjab: http://sv.wikipedia.org/wiki/Punjab_(Indien)
[96] Karte von Indien mit dem Sultanat Gujerat / Gujarat: http://sv.wikipedia.org/wiki/Gujarat
[97] Karte von Indien und Bengalen: http://sv.wikipedia.org/wiki/Bengalen
[98] Karte mit Indiens Küsten: Malabarküste (links) und Koromandelküste (rechts): http://www.inde-en-ligne.com/geographie.htm

Pazifik-Inseln
[99] Karte mit der Insel "Espiritu Santo" im Staat Vanuatu: http://maps.google.ch/
[100] Detailkarte mit den Salomon-Inseln, den Santa-Cruz-Inseln und der Insel "Espiritu Santo" (rechts unten): http://www.scuttlebuttsmallchow.com/wdiary3.html
[101] Karte mit Neuseeland, Tahiti und dem Tuamotu-Archipel: http://www.polynesia.com/polynesian-triangle.html
[102] Detailkarte mit Tahiti und dem Tuamotu-Archipel: http://attahiti.free.fr/images/archipels.gif

Australien
[103] Karte mit Kap York in Australien: www.barrier-reef-holidays.com/ act4wdsafaris.htm
[104] Kap York-Halbinsel: http://benisworld.bdesign.org/ fotogalerie/k/kap-york-halbinsel.htm
[105] Willem Jansz auf einer holländischen Briefmarke:
http://www.deventerpostzegelclub.nl/html/Artikelen/Series/Nederlanders/bn_Blaeu.html

[106] Hugo Grotius: http://www.zuerich.de/wir_ueber_uns/leistung/innovator/archiv/hugo_grotius.jsp

[107] Japans Kaiser Ieyasu: http://www.japan-zone.com/omnibus/history1.shtml
[108]Karte mit der Insel Hirado beim Staat Nagasaki: http://www.coara.or.jp/~lucyfer/f/profile-f.html

[109] Jan Pieterszoon Coen, holländischer Massenmörder und Sklavenhändler:
http://www.dit.is/jpcoen/

[110] Indien: Karte mit der Position der Stadt Surat im Sultanat Gujarat / Gujerat:
http://www-cgi.cnn.com/WORLD/asiapcf/9812/28/india.01/

[111] Karte der Küstenstationen des europäischen Kolonialismus im arabischen und indischen Raum:
http://cf.hum.uva.nl/galle/avondster/blessing.html
[112] Karte mit Batavia, Sunda-Strasse und Molukken-Inseln: Frank E. Smitha: http://www.fsmitha.com/h3/map24-nd.html

Hollands Rassistenkolonialismus
[113] Rassist und Massakerist Coen
www.numismania.cyberforce.nl/coin/nl/sets/prov/04wfr-us.htm
[114] Karte Pescadores-Inseln zwischen Taiwan und China: http://www.china-biz.org/Taiwan_Facts.htm
[115] Die Festung Zeelandia in der holländischen Kolonie Formosa (heute Taiwan): http://www.stumpfeldt.de/hcn29/desk.html
[116] Indonesien: Karte mit der Position der Insel Celebes / Sulawesi: http://www.starfish.ch/dive/Sulawesi-info.html
[117] Karte mit  Makassar / Ujungpandang auf Sulawesi: http://sites.uws.edu.au/vip/listerp/macass.htm
[118] Antonio van Diemen: http://home.wxs.nl/~arief/indonesia.htm

Indien
[119] Bengalen: http://sv.wikipedia.org/wiki/Bengalen
[120] Ceylon: Karte mit der Position von Batticaloa: http://www.npcanada.org/html/english/sriMap.htm

[121] Karte mit den Ryukyu-Inseln (heute Japan): http://www.army.mil/cmh/books/ wwii/okinawa/chapter1.htm

[122] Ceylon: Karte mit der Stadt Galle im Süden, und die Stadt Kandy in der Inselmitte
http://www.nojainpuglia.it/Laudadio/immagini/ceylon.GIF

Tasmans Entdeckungen in der pazifischen Inselwelt
[123] Abel Tasman
http://www.sculptor.co.nz/abel_tasman.htm
[124] Karte von Australien mit der Position von Tasmanien: http://de.wikipedia.org/wiki/Tasmanien
[125] Karte mit Australien und Neuseeland: http://www.worldtimeserver.com/current_time_in_NZ.aspx
[126] Karte mit der Position der Tonga-Inseln: http://www.worldtimeserver.com/current_time_in_TO.aspx
[127] Lage der Fidschi-Inseln / Fiji-Inseln
http://www.worldtimeserver.com/current_time_in_FJ.aspx
[128] Fidschi-Inseln / Fiji-Inseln und Tonga-Inseln im Detail
http://www.worldoceans.com/samoa.htm

China
[129] China: Quing-Kaiser Shunzhi: http://www.chinaknowledge.de/History/Qing/qing-rulers.html
[130] Südchina: Machthaber Zheng Chenggong: http://stephfer.free.fr/histoire3.htm

Guayana und Curaçao
[131] Karte mit der Position von Guyana innerhalb von Süd-"Amerika"
http://www.worldtimeserver.com/current_time_in_GY.aspx
[132] Karte mit der Position der Insel Curaçao, auch "Holländische Antillen" genannt (mehrere Inseln)
http://213.198.75.250/newsdetail.asp?newsid=612
[133] Detailkarte mit den Niederländischen Antillen (Curaçao, Bonaire etc.):
http://playfair.homestead.com/files/scuba/curacao/map.html

Indien
[134] Indien: Karte mit Tuticorin an der indischen Ostküste:
http://www.mapsofindia.com/maps/tsunami-in-india/earthquake/tuticorin.html
[135] Karte des indischen Teilstaates Tamil Nadu mit Distrikt Toothukudi: http://www.cultureholidays.com/states/tamil-nadu.htm

[136] Silberraub und Silberhandel (Silberkreisläufe) weltweit um 1650-1750, Schema von Michael Palomino: Reinhard: Geschichte der europäischen Expansion, Band 1, S.167

[137] Indien: Karte des Territoriums der Union von Pondichéry, französisches Kolonialgebiet in Indien
http://www.tlfq.ulaval.ca/axl/asie/inde-pondicherry.htm
[138] Indien: Karte mit der Position von Quilon an der Malabarküste (Westküste) Indiens
http://www.calicutnet.com/travel/kollam/kollam%20map.htm
[139] Indien, Karte mit Goa (links) und Madras (heute Chennai) (rechts)
http://www.ecorentacar.com/about-eco-rent-car/network-franchises-affilates-eco-rent-car.html
[140] Indien: Karte mit der Position von Cannanore an der Westküste (Malabarküste)
http://www.calicutnet.com/travel/kannur/kannur%20map.htm

Australien und Pazifikinseln
[141] Karte mit Australien und der Position der Salomonen-Inseln (englisch: Solomon Islands)
http://www.worldtimeserver.com/current_time_in_SB.aspx

Englische und holländische Rassisten
[142] John Dryden Portrait, Kolonialismus England, Massaker von Amboina Amboyna:
http://news.lesen.ch/d/autoren/detail.cfm?ID=84e
[143] Joost van den Vondel 1587-1679: http://www.nederlands.nl/nedermap/poezie/poezie/ 39099.html?zoekresultaat=ja
[144] Johan van Oldenbarnevelt: http://www.anno.nl/anno/anno/i000205.html

[145] Karte mit Papua-Neuguinea und daneben die Insel Neubritannien:
http://www.geogr.uni-goettingen.de/kus/apsa/pn/pn-index.html
[146] Karte mit der Position der Insel Madura neben der Insel Java, heute Indonesien: http://indonesie2000.krej.cz/home1.htm