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Kolonialismus in Chronologie V.

5. Herrschaft und Terror über Völker
als Basis für internationalen "Handel"


England, Frankreich, Portugal, Spanien, Niederlande, "USA" 1750-1950

von Michael Palomino (1999 / 2003 / 2005)

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Kommentar
Der Weltkrieg, der seit 1492 im Gange ist strebt weiter seinem Höhepunkt zu. Vor allem während den Napoleon-Kriegen wird deutlich, was der Welt noch bevorsteht. Die flottenmässigen Techniken werden immer ausgefeilter, die Profite immer höher. Inseln und Länder "wechseln" ihre europäischen Besitzer. 1772 gründen sich die sogenannten "USA", so dass eine englische "Kolonie" auf fremdem, indianischem Boden "selbständig" wird. Dadurch wird der Weltkrieg potenziert, denn diese "USA" müssen für sich eine eigenständige wirtschaftliche Basis und Wirtschaftspolitik schaffen. Die europäischen Städte und die Kolonialstädte wachsen und wachsen.

Hat jemand etwas von Entschädigung an die angestammten Bevölkerungen gesagt?

Michael Palomino
1999 / Oktober 2003 / April 2005


Quellen
Reinhard, Wolfgang: Geschichte der europäischen Expansion. Bd.I: Die Alte Welt bis 1818.

Huby, Felix: Traumreisen. Auf den Spuren grosser Entdecker. Deutscher Bücherbund GmbH, Stuttgart, Hamburg, München 1980.

Für Strukturdaten: DTV-Lexikon 1990


Chronologie

ab 1748
Der Wille der Kolonialmächte zur Herrschaft über Kolonien ab 1748
Ab 1748 - dem Frieden von Aachen um die österreichische Thronfolge - etabliert sich unter den Kolonialmächten der Wille zur grossflächigen Herrschaft über "Kolonialstaaten", die sich durch "wirtschaftliche, kulturelle und politische Übermacht" bis 1945, zum Teil bis 1975 und die 90er Jahre postuliert. Die Kolonien stehen nicht mehr im Dienst von Handel und Siedlung, sondern im Dienst der Totalherrschaft als Ergänzung Europäischer Kriege. Es entsteht ein neuer Typ von europäischer Dominanz, der sich im 19.Jh. etabliert (Reinhard, S.214). Die Totalherrschaft wird notwendig gegen andere Staaten, um die Profite zu sichern. Wo die Totalherrschaft nicht nötig ist, wird diese vorerst auch nicht ausgeübt. Dann jedoch kommt es so weit, dass die Totalherrschaft als notwendig vorgegeben wird, um sich die Profite zu sichern (Reinhard, S.215).

Indien wird "wirtschaftlich und politisch die wichtigste europäische Besitzung" und zugleich Modell für den späteren grossflächigen Kolonialismus in Asien. Der Krieg um Madras war der Beginn einer "neuen Zeit" (Reinhard, S.214). Der nun von den Kolonialmächten in Indien angefachte Krieg wird aber weiter begünstigt durch Uneinigkeit auf dem indischen Kontinent selbst. Beteiligt sind daran

-- der Nizam von Hyderabad
-- der Fürst Nawab von Carmatic (Hinterland der Koromandelküste), der vom Nizam abhängig ist
-- mehrere kleine Hindu-Fürstentümer
-- die Marathen (aufständische Hindus)
-- die englische Kolonialmacht mit Zentrum Madras
-- die französische Kolonialmacht mit Zentrum Pondichéry (Reinhard, S.219).
Die Auseinandersetzungen werden begünstigt nach demselben Mechanismus wie in den Niederlanden, dass einheimische Fürsten die französische oder englische Kolonialmacht "zu Hilfe" rufen, damit ihnen die Macht erhalten wird (Reinhard, S.219).

1748
F-Indien: Nachfolgekrieg in Hyderabad: die Marathen und die Franzosen
Nach dem Tod des ersten Nizam in Hyderabad kommt es zum Nachfolgekrieg. Das alte Fürstenhaus der Carnatic kehrt mit Unterstützung der Marathen zurück und verdrängt den bisherigen Nawab. Dupleix ist mit seinem "fähigen" Befehlshaber Charles-Joseph Patissier de Bussy zu allen Mitteln bereit, die Macht in Hyderabad zu übernehmen. Hierzu finanziert er den Krieg sogar aus seinem Privatvermögen und über eigene Kredite. Auch Bussy streckt Geld vor. Die Mittel der Kompanie werden kaum angetastet (Reinhard, S.220).

ab 1748
F-Indien: französische Kriegspläne von Dupleix in Indien: Hegemoniegründungen gegen England
Dupleix schmiedet entgegen den Verträgen von Aachen von 1748 neue Eroberungspläne auf Indien, da er die französischen Truppen gegenüber den Truppen indischer Fürsten als überlegen einschätzt. Dupleix ist also derjenige Mann, der als erster vom Prinzip der Handelsprofite abrückt und versucht, eine politische Hegemonie in Süd-Indien aufzubauen, um damit die englische Konkurrenz zu verdrängen (Reinhard, S.220).

Dupleix spekuliert dabei auf die Schwäche der indischen Truppen, die keiner klare Befehlshierarchie und keinem europäischem Drill unterworfen sind. Die europäischen Truppen sind mit ihren disziplinierten Operationen den indischen überlegen und erreichen eine relativ hohe "Feuergeschwindigkeit". So sind Siege auch mit zig-facher Unterlegenheit machbar. Das Handicap der europäischen Truppen, zumeist nur aus Sträflingen oder Indern ("Sepoys") zu bestehen, fällt nicht mehr ins Gewicht (Reinhard, S.223).

1750
F-Indien: Sieg der französischen Armee in Indien: Statthalterschaft an der Koromandelküste
1750 siegen die militärisch überlegen ausgerüsteten Franzosen unter Dupleix und Bussy an der Koromandelküste. Es gelingt ihnen, den französischen Prätendenten zum Nizam zu erheben und politisch abhängig zu machen. Den Franzosen werden reiche Geschenke gemacht. Sie halten die Statthalterschaft über alle Gebiete der Koromandelküste südlich des Kistna-Flusses und vier Provinzen nördlich von Masulipatam. In Paris schaut der Hof den "Erfolgen" duldend und mit Kritik zu, ohne aber einzugreifen (Reinhard, S.220).

GB: Englische Zinssenkung auf 3 %
1750 zwingt das Gesetz die "United Company [...] to the East Indies" zur Zinssenkung auf 3 % (Reinhard, S.143).

D: erste preussische Ostindienkompanie
1750 kommt es unter englischer und belgischer Aktionärsmehrheit zur Gründung einer ersten deutschen "Asiatischen Kompanie" des "üblichen Charakters". Die Geschäftsentwicklung ist jedoch "ungünstig" (Reinhard, S.153).

ab 1750
GB-Bengalen: Rohseide aus Bengalen wird in England direkt abgerechnet - Warren Hastings
Ab 1750 wird die Rohseide aus Bengalen für England so wichtig, dass die Abrechnung in direkter Weise und nicht mehr über den "president" der Company erfolgt (Reinhard, S.174). Warren Hastings beginnt 1750 als "writer" ["Schreiber"] bei der Company (Reinhard, S.225).

ab 1750
China-Europa: Angleichung des chinesischen Silberpreis
Ab 1750 gleicht sich der chinesische Silberpreis dem europäischen Silberpreis an. Der Handel in europäischem Silber sinkt auf  ca. 50-60 %, der Rest wird mit europäischen Waren beglichen (Reinhard, S.179).

1751
GB-F-Indien: englischer Sieg in Carnatic gegen die französische Armee, Hauptmann Robert Clive, Eroberung von Arcot, Rückberufung von Dupleix nach Frankreich
Die englische Reaktion auf die französische "Statthalterschaft" an der Koromandelküste lässt nicht auf sich warten. Indien wird zum ersten Schlachtfeld zwischen den gierigen europäischen "Nationen" (Reinhard, S.220).

ab1751
Europa-Kolonien: Beginn des Weltkriegs um die absolute Herrschaft
Ab 1751 entscheiden die "Europäer" über Herr und Status von "kolonialem" Territorium und die von ihnen abhängigen Fürsten (Reinhard, S.220)
[und Häuptlinge, und ab sofort haben Kriege in Europa auch Kriege in den Kolonialgebieten zur Folge. Der Weltkrieg um absolute Herrschaft hat begonnen].

ab1752
DK-Indien: dänische Faktorei in Calicut
1752 kann die dänische "Asiatisk Kompagni" eine Faktorei in Calicut eröffnen (Reinhard, S.151).

ab 1753
Ö-S: festes Stammkapital für österreichisch-schwedische "Kompaniet"
Ab 1753 wird die österreichisch-schwedische "Ostindiska Kompaniet" mit einem festen Stammkapital versehen (Reinhard, S.152).

1753
NL-Indonesien: holländische Herrschaft über Sultanat Bantam

1753 herrscht wieder Krieg zwischen Holland und England um das Sultanat Bantam. Die Holländer fixieren endgültig das Vasallenverhältnis zum Sultanat (-1813). Der Sultan wird zum blossen Inhaber eines dotierten Ehrentitels (Reinhard, S.215).

D-Bengalen: deutsche "Bengalische Kompanie"
1753 wird eine deutsche "Bengalische Kompanie" gegründet. Die Gesellschaft ist ein kurzlebiger Deckmantel für englische Privatinteressen (Reinhard, S.153).

ab1754
DK-Indien: dänische Faktorei auf den Nikobaren-Inseln
1754 kann die dänische "Asiatisk Kompagni" eine Faktorei auf den Nikobaren-Inseln vor Sumatra eröffnen (Reinhard, S.151).j

GB-F-"Amerika": britisch-französischer Kolonialkrieg: Weltkrieg um Kolonien
Auf Nordamerika drängen die englischen Kolonien entlang der Ostküste auf Expansion gegen Westen und stossen so auf französische dünn besiedelte Gebiete, die aber mit Forts gut befestigt sind. Nach ständigen Grenzkämpfen kommt es 1754 zu kriegerischen Zusammenstössen im Ohio-Tal (DTV I. S.283).

1755
Erdbeben in Lissabon (DTV I. S.287)
Volksaufstand in Java: Aufteilung von Mataram in Jogjakarta und Surakarta
1755 kommt es zu einem weiteren Volksaufstand auf Java. Die Kernlande von Mataram werden von den Holländern in die Sultanate Jogjakarta und Surakarta aufgeteilt (Reinhard, S.217).

Erdbeben in Indien
1755 zerstört ein starkes Erdbeben die Akten der portugiesischen Indiengesellschaft "Casa da India" (Reinhard, S.98).

ab1755
DK-Indien: dänische Faktorei in Serampore bei Calcutta
1755 kann die dänische "Asiatisk Kompagni" eine Faktorei in Serampore bei Calcutta in Bengalen eröffnen (Reinhard, S.151).

1756
Indien-GB: Spannung in Bengalen zwischen dem neuen Nawab Siraj und englischen Truppen
Nawab Siraj-du-daula wird neuer Nawab in Bengalen. Gleichzeitig baut England das Fort William/Calcutta gegen eventuelle französische Angriffe aus. Nawab Siraj hat aber den Verdacht, die Engländer würden mit seinen Gegnern in Kontakt stehen (Reinhard, S.222).

ab Januar 1756
GB-D: "Konvention von Westminster" zwischen England und Preussen
Friedrich II. sucht Bündnispartner zum Schutz Hannovers und schliesst im Januar 1756 mit der britischen Regierung einen britisch-preussischen Defensivvertrag ab (DTV I. S.283).

ab1756
Ö-F-D: Koalition zwischen Österreich und Frankreich gegen Preussen
Graf Kaunitz-Rietberg, österreichischer Staatskanzler, der den "Umsturz aller Bündnisse" nach dem Frieden von Aachen betreibt, überzeugt Maria Theresia für einen politischen Ausgleich mit Frankreich (Marquise Pompadour) zur Bildung einer Koalition gegen Preussen (DTV I. S.283).

ab Mai 1756
F-Ö-D: "Vertrag von Versailles": Angriffsplan zur Vernichtung Preussens
Im Mai 1756 treten der französisch-österreichischen Allianz gegen Preussen weitere Staaten bei: Zarin Elisabeth (aus "persönlichen Gründen"), Sachsen, Schweden und das Reich (ohne Hannover, Hessen-Kassel, Braunschweig). Geplant ist eine gemeinsame Aktion im nächsten Jahr (DTV I. S.283).

ab August 1756
D-Europa: Präventivkrieg von Friedrich II. ("Siebenjähriger Krieg")
Friedrich II., der von der gemeinsamen Aktion von Versailles Kenntnis bekommen hat, lässt seine Truppen in Sachsen einmarschieren. Nach dem Sieg von Pirna wird Sachsen preussische Operationsbasis. Friedrich II. versucht die Spaltung der gegnerischen Allianz mittel offensiv geführter Vernichtungsschläge (DTV I. S.283).

1756
Indien-GB: Krieg um Fort William/Kalkutta zwischen dem Nawab und englischen Truppen - englische Propaganda
Siraj lässt im Sommer 1756 Kalkutta überfallen. Viele Engländer sterben in zu engen bengalischen Gefängnissen. England stilisiert die Niederlage hoch, um eine Rache zu inszenieren. Die Opfer werden mit zu hohen Opferzahlen und einem angeblichen Sachschaden von 200.000 Pfund als Märtyrer hochstilisiert. Die englische Reaktion wird in Madras vorbereitet (Reinhard, S.222).

1757

D: Liquidierung der preussischen Ostindienkompanie
1757 wird die preussische Ostindienkompanie liquidiert (Reinhard, S.153).
 
D-F-Ö: Siege Preussens gegen österreichische und französische Truppen - russische Besetzung Ostpreussens und Niederlagen Preussens
1757 (-1758): Das preussische Staatsgebiet wird nun von allen Seiten bedroht. Friedrich II. landet einen Sieg gegen österreichische Truppen bei Prag und gegen französische Truppen in Rossbach (Sachsen). Ostpreussen wird nach der Niederlage bei Gross-Jägersdorf russisch besetzt. Bei Zorndorf (Preussen) jedoch werden die russischen Truppen besiegt. Nach einem weiteren Sieg in Leuthen (Schlesien) siegen österreichische Truppen bei Kolin (Tschechien) und Hochkirch (Sachsen, DTV I. S.283).

F-GB-"Amerika": französische Siege in Nordamerika - Sturz der Whig-Regierung
Amerika: Der Krieg in Europa ist eine willkommene Gelegenheit für die französische und die englische Regierung, in Amerika weitere Gemetzel anzurichten. Französische Erfolge in Nordamerika gegen englische Siedler und Truppen leiten den Sturz der englischen Whig-Regierung herbei.

GB-D: englische Regierung Pitt - Waffenhilfe an Preussen
William Pitt übernimmt die politische Leitung, verstärkt die Flotte und die Truppen in Amerika. Gleichzeitig liefert er Preussen Kriegsmaterial mit dem Leitspruch: "Kanada wird in Schlesien gewonnen" (DTV I. S.283).

GB-Indien/Bengalen: Englische Racheaktion und Sieg unter Robert Clive gegen den bengalischen Nawab - afghanische Invasion bis Delhi

England entsendet von Madras aus 1600 Mann und 12 Schiffe unter Leitung von Robert Clive. Zehn Schiffe erreichen Calcutta (Reinhard, S.222). Clive nutzt die Rivalität indischer Fürsten aus und gewinnt Kalkutta (Fort William) zurück. Er benutzt einen Verrat zum Sieg von Plassey gegen 20fache französische Übermacht und begründet so die englische "Herrschaft" in Indien (DTV I. S.283). Dem englischen Hauptmann Robert Clive gelingt die Einnahme der französischen Hauptstadt Arcot. Gleichzeitig gelingt ihm die Verteidigung der Stadt gegen eine zig-fache französische Übermacht (Reinhard, S.220). Gleichzeitig beginnen afghanische Heere eine Invasion im Westen des Mogul-Reichs. Die afghanische Regierung unter Ahmad Khan Abdali lässt Delhi plündern (Reinhard, S.219). Der bengalische Nawab wird nun absolut erpressbar (Reinhard, S.222).

GB-Indien/Bengalen: Waffenstillstand des bengalischen Nawab mit der Company
In einem Waffenstillstand müssen die Franzosen den englischen Sieg anerkennen. Gleichzeitig dürfen die Franzosen ihre Besitzungen in Hyderabad behalten. Dupleix wird wegen seinem Misserfolg von der französischen Krone aus Indien abberufen (Reinhard, S.220). Der Nawab muss der englischen Company Zugeständnisse machen:

-- Gewährung der umstrittenen Privilegien des Mogul-Kaisers
-- Gewährung des Rechts auf Befestigung von Kalkutta
-- Entschädigung (Reinhard, S.222).

GB-Indien/Bengalen: Weitere Rachepläne von Nawab Siraj gegen die Company - Verschwörung von Clive
Nawab Siraj erwägt jedoch weiter Rache gegen die Engländer, und auch Robert Clive kommt nicht zur Ruhe. Er  erobert das französische Fort in Chandarnagore und bereitet mit einer Verschwörung mit Siraj-Gegnern den Sturz des Nawabs vor. Nawab Siraj hört aber vom Plan, so dass neuer Konflikt vorprogrammiert ist (Reinhard, S.222).

Indien/Bengalen: Englischer Sieg durch Desertionen in der Schlacht bei Plassey 1757 - Tötung von Nawab Siraj durch neuen Nawab - Zugeständnisse an die Company und Robert Clive

Am 23.Juni 1757 stehen sich bei Plassey die Heere von Nawab Siraj mit 49.000 Mann und 40 Kanonen und von Robert Clive mit 3200 Mann und acht Kanonen gegenüber. Siraj muss aber ansehen, wie seine "eigenen" Leute scharenweise Anhänger seines Sturzes sind und desertieren (Reinhard, S.222). Clive gewinnt den Kampf bei nur zehn eigenen Verlusten (DTV I. S.283). Danach setzt er in Bengalen einen neuen Nawab ein. Dieser lässt den alten Nawab Siraj sofort töten und muss der Company Zugeständnisse machen:
-- Garantie der Privilegien für die Company
-- Leistung von "gewaltigen" Reparationen
-- Abtretung von Steuereinnahmen aus Gebieten südlich von Fort William/Calcutta
-- Zahlung einer Spezialprämie "jagir" an Clive über Dorfeinnahmen (Reinhard, S.223).

1757-1765
GB-Bengalen: hemmungsloses englisches Ausplündern von Bengalen

Ab 1757 nach der siegreichen "Schlacht von Plassey" können die Angestellten der Company sich in Bengalen fast unumschränkt bereichern (Reinhard, S.224). Die Angestellten wetteifern in der "Goldenen Zeit der Plünderung Bengalens" (Reinhard, S.231) geradezu, wer Bengalen besser ausplündern kann (Reinhard, S.231). Die Methoden sind einfach mit der überlegenen militärischen Gewalt durchsetzbar:
-- wenn ein Nawab nach der eigenen Wiedererlangung der Macht strebt, wird er regelmässig ausgewechselt
-- jeder neue Nawab muss neue Abgaben an die Company und Geschenke an die Angestellten leisten
-- die Company kassiert so bis 1765 insgesamt 10.731.683 Pfund, davon 3'770'883 in bar, den Rest als Grundrente
-- die Angestellten der Company kassieren bis 1765 2.169.665 Pfund (Reinhard, S.224).
Zudem haben die Angestellten der Company die Möglichkeit, zu neuen Geschäften zu kommen:
-- sie sind von allen Abgaben befreit
-- sie setzen ihre Befreiung von Abgaben auch mit Gewalt durch
-- die indischen Konkurrenz muss bis zu 40 % Zoll bezahlen
-- Nawabs, die für Gleichberechtigung eintreten, werden gestürzt (Reinhard, S.224).
Der Raub ist dermassen hoch, dass 1757 zum ersten Mal seit der Antike der Silberstrom umkehrt und Silber von Bengalen nach London fliesst. Mit den Einnahmen aus Bengalen werden finanziert:

-- der Wareneinkauf für Europa
-- der China-Handel
-- die Kriegspolitik vor Ort (Reinhard, S.224).

1758

Es wütet europäischer Krieg in Europa, Amerika und Indien: Weltkrieg ("Siebenjähriger Krieg")
Europa: 1758 greifen französische Truppen das preussische Krefeld an. Ferdinand von Braunschweig wehrt im britischen Dienst die französische Armee erfolgreich ab (DTV I. S. 283).

Amerika: 1758 stossen die englischen Truppen in Amerika gegen die französischen Kolonialisten bis zum Ohio vor und können die Forts Louisbourg und Duquesne

Indien: Französische Truppen schlagen englischen Truppen auf indischem Boden (Reinhard, S.220).

Strukturreform bei der Company: Residentensystem - Hastings in Murshidabad
1758 wird bei der Company nach holländischem Vorbild das Residentensystem eingeführt. Warren Hastings wird Resident beim Nawab in Murshidabad (Reinhard, S.225).

ab 1758
GB-Indien: Kriegsvorbereitungen der Inder gegen die Engländer
Ab 1758 verbündet sich einer der abgesetzten Nawabs mit dem Wazir Nawab von Oudh und dem Mogul-Kaiser, der gerade gegen die Afghanen seine Macht in Delhi abgegeben hat: Ziel ist es, die Engländer aus Indien zu vertreiben (Reinhard, S.224).

ab 1758
GB-Bengalen: verringerte englische Silberlieferungen aus Bengalen wegen Kriegsvorbereitungen in Indien
Ab 1758 beginnen sich, die Silberlieferungen aus Bengalen wegen Kriegsvorbereitungen in Indien bereits zu verringern (Reinhard, S.224).

1759
Weltkrieg ("Siebenjähriger Krieg")

Europa: 1759 greifen französische Truppen das preussische Minden an und werden von Ferdinand von Braunschweig, der im britischen Dienst steht, erneut erfolgreich "abgewehrt". Es folgt ein gemeinsamer russisch-österreichischer Angriff. In der Schlacht bei Kunersdorf wird beinahe das ganze preussische Heer vernichtet. Die Allianz aber ist sich uneinig über die Beuteverteilung. Berlin wird geplündert, aber ein "miracle de la maison de Brandenbourg" ["Wunder des Hauses Brandenburg"] verhindert die Aufteilung Preussens (DTV I. S.283).

Amerika/Karibik: Die englischen Truppen stossen 1759 bis zum Lorenz-Strom vor und erobern Quebec, das "Herz der feindlichen Macht". Englische Schiffe erobern in der Karibik das französische Guadeloupe (DTV I. S.283).

Bengalen: Die V.O.C. startet einen Angriff auf das englische Bengalen. Robert Clive kann die Holländer aber abwehren. Nach dem erneuten Sieg der Engländer wird die Company endgültig Herrin in Bengalen. Alle Geschäfte laufen mit englischer Duldung oder unter englischer Kontrolle. Der Nawab steht in völliger britischer Abhängigkeit. Die letzten Franzosen werden vertrieben (Reinhard, S.223), so aus Balasore, Dacca und Patna (Reinhard, S.155).

Ab 1759 plant Robert Clive die völlige Übernahme der Souveränität durch die Engländer in Bengalen, egal, ob durch die Company oder die britische Regierung. Die Einnahmen wären derart hoch, dass damit das Defizit im englischen Staatshaushalt ausgeglichen werden könnte (Reinhard, S.223).

Sp, Kolonien: Ausweisung der Jesuiten aus Spanien und den spanischen Kolonien
1759 werden durch den Grafen Aranda alle Jesuiten aus Spanien und den Kolonien ausgewiesen (DTV I. S.287).

[der ewige "christliche" Rassismus]. (Pittsburg) erobern (DTV I. S.283).


1760

Es wütet europäischer Weltkrieg in Europa, Amerika, Afrika und Indien ("Siebenjähriger Krieg")

Europa
: Die Truppen von Friedrich II. landen bei Torgau (bei Leipzig) einen Sieg gegen österreichische Truppen und ebenso einen Sieg bei Liegnitz (Schlesien). Preussen kann sich finanziell mit unterwertiger Münzprägung retten, Österreich jedoch versinkt in der Staatsschuld (DTV I. S.283).
Amerika: Im selben Jahr 1760 erobern englische Truppen der Regierung Pitt das französische Montreal. Den Engländern gelingt gegen die französischen Forts der Durchbruch zu den Grossen Seen (DTV I. S.283).
Afrika: Bis 1760 werden alle französischen Stützpunkte in Senegambien englisch besetzt. Englische Schiffe erreichen Seesiege in Lagos und Quiberon und begehen Überfälle auf französische Häfen (DTV I. S.283).
Indien: Das französische Heer verliert eine Schlacht bei Wandiwash zwischen Madras und Pondichéry. Die französischen Eroberungen gehen gegen den englischen Befehlshaber Eyre Coote wegen ungeschickter Führung des französischen Oberbefehlshabers Thomas Arthur Comte de Lally und britischer Überlegenheit auf See wieder verloren. Der französische Befehlshaber Charles-Joseph Patissier de Bussy wird aus Hyderabad abberufen (Reinhard, S.220).

China schränkt die europäischen Mächte auf Kanton ein
1760 beschränkt die chinesische Regierung die europäischen Mächte auf den Hafen Kanton (Reinhard, S.86,176).
Robert Clives Auftreten in Grossbritannien - Clive im Unterhaus als "Baron Clive of Plassey" - Clives Manöver gegen die Leitung der "East India Company", Laurence Sulivan - Clive wird erneut Gouverneur von Bengalen

Clive erregt mit seinem Ruhm und seinem Reichtum ungeheures Aufsehen. Der ehemalige einfache Angestellte der "East India Company" pflegt nun einen aristokratischen Lebensstil mit einem "Lord"-Titel. Dabei ist er nicht der einzige, der in Kolonialkämpfen in Indien und Bengalen einen Aufstieg in die Aristokratie geschafft hat. Clive stürzt sich in die Politik und wird zum "Baron Clive of Plassey" mit einem Unterhaussitz. Im "East India House" wird eine Clive-Statue in römischer Imperatortracht aufgestellt und der König erhebt Clive zum "Ritter des Bath-Ordens" (Reinhard, S.223).
Gleichzeitig versucht Clive ein Manöver gegen die nach seinem Geschmack zu wenig aggressive Leitung der "India East Company". Laurence Sulivan, der massgebende Direktor der Company, will keine Eroberungspolitik. Gleichzeitig bedroht Sulivan mit seiner Einstellung das "jagir" von Clive, das dieser ohne Erlaubnis von Sulivan erhalten hat und Grundlage seines Reichtums ist. Clive versucht mit dem Aufkauf von Anteilen und Strohmännern, Laurence Sulivan zu verdrängen, was ihm aber nicht gelingt (Reinhard, S.223).
Clive kann es aber mindestens durchsetzen, erneut zum Gouverneur von Bengalen ernannt zu werden, um den "Augiasstall auszumisten". Gegen die eigenmächtige Bereicherung der Angestellten der Company soll energisch "vorgegangen" werden... (Reinhard, S.223).

1761
Indien: afghanischer Sieg über die Marathen
1761 weiten die Afghanen ihre Invasion in Indien aus und schlagen bei Panipat die Marathen. Der Druck auf Bengalen und Südindien durch die aufständischen Marathen ist vorübergehend genommen (Reinhard, S.219).

1761 (bis 1782)
Indien: Muslimführer Haidar Ali in Mysore
1761 kommt Muslimführer Haidar Ali im Hindu-Fürstentum Mysore in Südindien an die Macht (Reinhard, S.226).

Sp: Weltkrieg ("Siebenjähriger Krieg") in der Karibik, Ost-Asien und Indien
Karibik und Ost-Asien: 1761 nach dem Kriegseintritt Spaniens gegen England besetzen englische Truppen Kuba und die Philippinen (DTV I. S.283).

F-GB-Indien: französische Niederlage gegen GB auf indischem Boden Todesurteil gegen Thomas Arthur in Frankreich
Indien: Die französischen Truppen unter Thomas Arthur Comte de Lally müssen sich in Pondichéry den Engländern ergeben. Thomas Arthur wird in Frankreich wegen der Niederlage zum Tode verurteilt (Reinhard, S.220).


1762
Kriegswende im Weltkrieg ("Siebenjähriger Krieg"):

Tod der russischen Zarin Elisabeth - Nachfolger Peter III. verlässt die Allianz gegen Preussen - Mord an Peter III.
1762 stirbt die russische Zarin Elisabeth. Der Nachfolger, Peter III., ist ein Bewunderer Friedrichs II. Er tritt aus der Allianz gegen Preussen aus und wird (dafür) ermordet (DTV I. S.283).

Nachfolgerin Katharina II. stellt den Krieg ein - Zwang zu Verhandlungen
Die Nachfolgerin Katharina II. lässt den Krieg gegen Preussen einstellen und lässt die ermüdeten Allianzpartner Österreich, Frankreich und Schweden alleine "weitermachen" (DTV I. S.283).

Karibik: Englische Schiffe besetzen die "französische" Insel Martinique in der Karibik
(DTV I. S.283).

1763 "Friede zu Hubertusburg" für Europa: Preussen wird Weltmacht

Die Territorialverteilung vom Frieden von Aachen 1748 bleibt bestehen. Friedrich II. wird zum "Friedrich dem Grossen" und entzündet ein erstes deutsches Nationalgefühl der Deutschen. Preussen wird zur 5. anerkannten "Grossmacht". Frankreichs Misserfolge bringen dem französischen Hof gewaltige Kritik (DTV I. S.283).

Weltkrieg: "Friede von Paris" für Amerika, Afrika und Indien:

Entstehen des britischen Weltreichs in "Amerika" und Indien

Grossbritannien "gewinnt" die Mississippigrenze in Amerika:

-- Kanada und Louisiana von Frankreich

-- Florida von Spanien

-- in Afrika Kap Breton und Senegambien von Frankreich (DTV I. S.283)

-- in Indien wird Pondichéry den Franzosen zurückgegeben, wird aber neu als "offene Stadt" definiert. England hat den Beginn seiner Hegemonie über Indien und Bengalen erfolgreich begonnen (Reinhard, S.220).

Pitt wird nach Cromwell und Wilhelm III. von Oranien als "Dritter Baumeister des britischen Weltreichs" gefeiert (DTV I. S.283).

1764

F: Ile de Bourbon und Ile de France an französische Krone
1764 werden die Ile de Bourbon/Réunion und die Ile de France/Mauritius an die französische Krone abgetreten (Reinhard, S.150).

F: französisch befestigte Kolonialstädte: Pondichéry, Chandarnagore und Mahé
mit französischen Garnisonen unter der Führung der "Compagnie" (Reinhard, S.150).

GB-Indien: britischer Sieg gegen indische Rebellion bei Buxar - Eroberung von Oudh
1764 wird die Allianz von Nawab, Wazir Nawab und Oudh und dem Mogul-Kaiser von britischen Truppen geschlagen. Die Konsequenzen sind:

-- Oudh wird britisch erobert
-- der Kaiser schliesst sich wieder der Kompanie an
-- Robert Clive verzichtet auf die Eroberung von Delhi

-- die englische Herrschaft über ganz Bengalen steht noch fester
-- der Nawab wird abgesetzt und ein Nawab-Stellvertreter von der Company eingesetzt, der die gesamte Verwaltung leitet: Saiyid Muhammed Reza Khan (Reinhard, S.224).

GB-Indien: "Friedensregelung" von Robert Clive: Clive verkauft Oudh
-- Clive gibt Oudh gegen fünf Millionen Rupien an seinen Nawab zurück
-- Oudh fungiert nun als englisch abhängiger Pufferstaat an der Nordwestgrenze (Reinhard, S.224).

1765
GB-Indien: Warren Hastings wird Rat in Madras (bis 1769, S.225)

ab 1765
GB-Bengalen: billiger englischer "Silberbezug" in Bengalen - englisches Wechselbriefsystem
Ab 1765 kann die "East India Company" in Bengalen billig Silber "beziehen" und damit den China-Teehandel finanzieren. Die Finanzierung aus England wird zu über 80 % mit leichten britischen Wolltuchen bestritten. Ebenso fängt sich ein Wechselbriefsystem an zu etablieren (Reinhard, S.179).

1766
F: Hinrichtung von Thomas Arthur in Frankreich
Wegen der Niederlage in Indien wird der 1761 zum Tode verurteilte Thomas Arthur Comte de Lally in Frankreich hingerichtet (Reinhard, S.220). 

1767
GB-Indien: Robert Clive installiert in Indien das "Duale System" mit Hilfe des Mogul-Kaisers
Clive installiert 1767 den Mogul-Kaiser im Distrikt Allahabad bei einem Tribut von jährlich 2,6 Millionen Rupien. Der Kaiser überträgt die Steuererhebung und Zivilgerichtsbarkeit von Bengalen, Bihar und Orissa auf die Company. Es ergibt sich dadurch eine Gewaltenteilung zwischen Kaiser und Company:
-- die Company regelt die Steuern und die Ziviljustiz
-- der Nawab übernimmt Militär und Strafgerichtsbarkeit
->> Faktisch liegen jedoch alle Hoheitsrechte bei der Company, denn sie kann den Nawab jederzeit ersetzen (Reinhard, S.224).

GB-Bengalen: Clives Massnahmen gegen Bereicherung greifen nur teilweise
1767 kann Clive die Bereicherung nur eindämmen, aber nicht beenden. Es verbreitet sich ein stillschweigendes Einverständnis zur weiteren Bereicherung in Bengalen auf niedrigem Niveau, weil die Direktoren Gehaltserhöhungen für die Companyangestellten als zu kostspielig ablehnen. Somit kommt es die Company billiger, die Bereicherung zu dulden (Reinhard, S.224).

ab 1767
GB: Finanzkrise der "East India Company": hohe Abgaben wegen amerikanischen Kolonien, Spekulation um Bengalen und zu hohe Dividenden
-- ab 1767 ist die Company verpflichtet, jährlich 400.000 Pfund nach London abzuführen, weil England jährlich 480.000 Pfund für die amerikanischen Kolonien ausgibt
-- ab 1767 gehen nach der Installierung des "Dualsystems" in Bengalen die Bengalen-Aktien in London in die Höhe, so dass die Company die Spekulation durch überhöhte Dividenden weiter anheizt (Reinhard, S.224).

->> Die Company muss kurzfristig Kredite aufnehmen (Reinhard, S.225).

1767
Portugal, Kolonien: Ausweisung der Jesuiten
1767 werden die Jesuiten aus Portugal und den portugiesischen Kolonien "ausgewiesen" bzw. vertrieben. Die Ordensgüter werden verschleudert, was zu schweren sozialen und wirtschaftlichen Krisen in den Indianer-Reduktionen führt (DTV I. S.277).

[Der weisse Rassist aus Europa hat sich wieder einmal durchgesetzt].
1768
GB-Australien: Expedition von James Cook nach Tahiti mit Fernziel Australien
James Cook hat das Kartenmaterial von William Dampier. Auf Tahiti beobachtet er den Durchgang der Venus vor der Sonne. Dann segelt er durch die Magellanstrasse in Richtung Australien (Huby S.18).

1769
F: französische Freigabe des Aussenhandels
1769 gibt die französische Regierung den Aussenhandel frei. Die Liquidation der "Compagnie" wird eingeleitet (Reinhard, S.149). GB: Börsencrash in London
Wegen der zu grossen Spekulation um die englischen Kolonien kommt es in London zu einem Börsencrash und einer Finanzkrise des Staates (Reinhard, S.225).

1769 (-1772)
GB: Warren Hastings verlässt Madras und arbeitet in London
(Reinhard, S.225)

1769  ca.
GB, Neuseeland, Australien: Expedition von James Cook - Besetzung von Australien
Cook umsegelt Neuseeland und hält die Insel kartographisch fest. Dann "entdeckt" er Ostaustralien und nennt es "Neusüdwales". Er "sichert" so der englischen Krone den Kontinent (Huby, S.18).

1769/1770
GB nach dem Börsencrash: Finanzkrise und Hungersnot  in England
Finanzkrise, Hungersnot in England und Irland sowie Lebensmittelspekulationen in Bengalen führen in England zu Arbeitslosigkeit und Millionen von Toten (Reinhard, S.224).


1770

GB nach dem Börsencrash: Anklage gegen Robert Clives, Freispruch

Als Folge von Börsencrash, Hungersnot und Lebensmittelspekulationen in Bengalen wird Robert Clive der "Schwarze Peter" zugeschoben. Er wird angeklagt, aber freigesprochen. Seitdem plagen ihn Depressionen (Reinhard, S.224).

1770 ca.
GB-Australien: zweite Expedition von James Cook
Auf einer zweiten Expedition unter James Cook nach Australien "entdeckt" er für die englische Krone Südgeorgien (Huby S.18).

1771

Indien-GB: Wiederaufkommen der Marathen mit Mogul-Kaiser in Delhi - Tributforderung an die Company
1771 gelingt es den Marathen wieder, sich zu "erholen". Sie bekommen den Mogul-Kaiser wieder auf ihre Seite und setzen diesen in Delhi wieder ein. Von der Company wird Tribut verlangt (Reinhard, S.225).

DK-China: Beschränkung des Monopols der dänischen "Kompagni" auf das Chinamonopol
Bei der Erneuerung der Statuten der dänischen "Kompagni" wird der Gesellschaft nur noch das China-Monopol zugestanden. Der Indienhandel wird von Fahrt zu Fahrt verpachtet (Reinhard, S.151).

1772

GB-Indien: Tributverweigerung der Company gegenüber Delhi
gegenüber dem Mogul-Kaiser der Marathen in Delhi (Reinhard, S.225).
GB: erneuter Börsencrash in London - Stützkredit für die Company - Ruf nach staatlichen Eingriffen bei der Company - Kredit, Dividendenbeschränkung, staatliche Aufsicht bei der Company

1772 kommt es zu einem erneuten Börsencrash in London. Die Company muss bei der Regierung einen Stützkredit beantragen (Reinhard, S.225).
Es werden in London Stimmen laut, der Staat solle bei der Company eingreifen. Aber weder England noch Indien wollen Bengalen übernehmen, da kein Beamtenapparat zur Verfügung steht. Die Handlungen der Regierung:

-- die Regierung gibt der Company 1,4 Millionen  Pfund Kredit

-- die Company muss Beschränkungen der Dividendenhöhe zustimmen
-- die Company muss die Einführung der staatlichen Aufsicht hinnehmen (Reinhard, S.225).
GB-Indien: Warren Hastings wird Gouverneur von Bengalen (Reinhard, S.225)
ab 1772
GB-China: Tee erste Importware Englands
Ab 1772 übersteigt der Wert der englischen Teeimporte den Wert der Baumwollimporte. Der chinesische Tee überrundet alle Produkte (Reinhard, S.178).

1773

Afghanistan: Tod des afghanischen Herrschers Abdali
1773 stirbt der afghanische Herrscher Ahmad Khan Abdali (Reinhard, S.219).

GB: Umstrukturierung bei der "East India Company": "Regulating Act": Rechenschaftspflichten, Stimmrecht- und Amtsdauerkorrektur, Einführung des Amtes des "Generalgouverneurs"

Der "Regulating Act" von 1773 der englischen Regierung ist der Versuch, die Leitung der Company zu stabilisieren:

- Erhöhung des Mindestaktienbesitzes für das Stimmrecht im "Court of Proprietors" auf 1000 Pfund

-- Reduzierung des Mehrfachstimmrechts

-- Verlängerung der Amtszeit der Direktoren auf vier Jahre

-- die Direktoren sind dem Schatzamt für die Finanzpolitik rechenschaftspflichtig

-- die Direktoren sind dem "Secretaries of State" für ihre Politik rechenschaftspflichtig (Reinhard, S.225).


Nach der Empfehlung von Robert Clive wird eine neue Hierarchie eingeführt:

-- der Gouverneur von Bengalen wird als Generalgouverneur den Gouverneuren von Madras, Bombay und Bencoolen übergeordnet

-- dem Gouverneur von Bengalen wird ein Viererrat zur Seite gestellt, von dem der Gouverneur abhängig ist, wobei nur ein Mitglied des Rates Mitglied bei der Company sein darf

-- über die britischen Untertanen in Indien wird ein oberster Gerichtshof zur Disziplinierung der Untertanen gesetzt

->> das System erweist sich als nicht ausgewogen, vor allem wegen Kompetenzstreitigkeiten zwischen Indien und England (Reinhard, S.225).

Zudem müssen die Statuten der Company alle zwanzig Jahre von der englischen Regierung neu bewilligt werden (Reinhard, S.230).

GB, Kolonien: "Teesturm" in Boston, Rebellion gegen England in Amerika
1773 wird die Teeladung von drei Schiffen der "East India Company" in Boston als Zeichen der Rebellion gegen Steuerprivilegien von England versenkt. Die englische Regierung sperrt darauf den Hafen und verhängt den Ausnahmezustand (DTV I. S.13).

1774

GB: angeblicher Selbstmord von Robert Clive
(Reinhard, S.224)

GB-Indien: erster Generalgouverneur Indiens: Warren Hastings (-1785)

Erster neuer Generalgouverneur für Indien wird der Gouverneur von Bengalen (seit 1772) Warren Hastings. Er hat den Ruf, relativ "saubere Hände" zu haben und ein ausgezeichneter Kenner Bengalens zu sein. Er verkörpert einen Mogul-Kaiser-Despotismus mit europäischen Vorstellungen, beherrscht Persisch und Bengali, versteht Sanskrit und Urdu. Hastings Aktivitäten in Bengalen sind vielfältig und dienen teils der Völkerverständigung:

-- er fördert die Indologie, Übersetzungen von Hindu- und Moslem-Recht ins Englische, die Übersetzung von englischem Recht ins Bengali

-- es besteht das Bestreben nach Rechtsgrundsätzen bei der Herrschaft mit Verantwortung auch für die Ausgebeuteten

-> Um eingefahrene Handlungsmuster abzubrechen und die Steuern auch in unteren Schichten regelmässig einzutreiben, werden dem Nawab Finanz und Justiz aus den Händen genommen

->> Hastings lässt eine britische Bezirkssteuerverwaltung sowie britische Gerichte in Calcutta einrichten (Reinhard, S.225). Die lokalen Handelsagenten der Company werden dem "Board of Trade" in Calcutta unterstellt (Reinhard, S.227).

Hastings muss jedoch zu noch brutaleren Mitteln greifen, um seine Position innerhalb der Company und gegenüber London zu "verteidigen":

Insgesamt muss Hastings "für die Kompanie" drei Kriege gleichzeitig führen. Da zum Beispiel der Geldhunger Londons wegen den amerikanischen Kolonien immer noch anhält, kommt es in Indien unter Hastings zu skrupellosen und brutalen Gelderpressungen gegen verschiedene indische Fürsten und Fürstinnen "im Dienste der Kompanie" (Reinhard, S.225).

GB, Kolonien: Erster "Kontinental-Kongress" in Philadelphia: Boykottbeschluss der amerikanischen Kolonien gegen die "East India Company"
Am ersten Kontinental-Kongress in Philadelphia beschliessen die Delegierten der 13 Neu-England-Staaten die Einstellung des England-Handels, bis die Rechtslage von vor 1763 wieder hergestellt ist (DTV I. S.13).

1775

Ö: zweite österreichische Ostindienkompanie
1775 verleiht Maria Theresia dem ehemaligen Mitglied der "East India Company" William, alias Wilhelm Bolts, das Monopol für Überseehandel für die österreichischen Häfen Triest, Livorno u.a. Asiatische Stützpunkte besitzt die Krone noch aus der Zeit Karls VI. (Reinhard, S.153).

1775 ca.
Indien: Tumulte um Nachfolge des Peshwa wegen dem Gouverneur von Bombay
Um 1775 zeichnen sich Schwierigkeiten bei der Nachfolge des Peshwa von Poona ab. Der Gouverneur von Bombay mischt sich in die Nachfolgefrage ein, was zu Tumulten führt (Reinhard, S.225).

18.4.1775
GB-Kolonien: Anfang des Unabhängigkeitskrieges in Amerika gegen England (bis 1783)
Am 18.April 1775 stossen bei Lexington zum ersten Mal britische Truppen und amerikanische Miliz aufeinander. Der Konflikt weitet sich zum Unabhängigkeitskrieg aus (DTV I. S.13).

1775 ca.
Indien: Expansion von Mysore in Südindien unter Haidar Ali
1775  ca. beginnt der Muslimführer Haidar Ali von Mysore heftig, sein Reich gegen die Malabar- und die Koromandelküste zu expandieren, u.a. auch gegen das an Misswirtschaft leidende Madras (Reinhard, S.226).


"USA"-Unabhängigkeitserklärung der "amerikanischen" Neu-England-Kolonien, Flagge


[Weisse auf fremdem Boden behaupten, sie seien "unabhängig", ohne den indianischen Völkern Rechte zu geben!]

[Die "USA" implantiert sich auf geraubtem Boden...]
Die 13 englischen Kolonien in Amerika erklären am 4.7.1776 ihre Unabhängigkeit von England (symbolisiert in den 13 Streifen der amerikanischen Flagge). Gleichzeitig wird von Thomas Jefferson die eigene Verfassung mit den ersten "Menschenrechten" für die neuen "Vereinigten Staaten" postuliert:  "life, liberty and the pursuit of happiness" [Leben, Freiheit und das Streben von Glück"].

mit dem daraus abgeleiteten Widerstandsrecht. Der 4.Juli wird als "Nationalfeiertag" propagiert (DTV I. S.13).

[Die "USA" gewährt den Indianern selbst kein Widerstandsrecht, nicht das geringste Eigentumsrecht. Der Holocaust an den Indianern von Nord-"Amerika" beginnt jetzt erst richtig. Die weissen anglo-saxonischen Rassisten in den Regierungen der "USA" haben von Anfang an das Ziel der Besetzung des gesamten Kontinents mit dem Ziel eines direkten China- und Indien-Handels von der Westküste aus. Die Indienanerstämme sind diesem Plan nur "im Weg", und die Rassisten machen "keine Kompromisse". Für Zweckbündnisse sind Indianer nur kurzzeitige Partner].

"USA": Unabhängigkeitskrieg bis 1783: England mit deutschen Söldnern und Indianerstämmen gegen die eigenen Siedler

Die britische Kolonialarmee besteht aus Teilen der britischen Armee, 17.000 nur z.T. zuverlässigen deutschen Söldnern aus Hessen und Braunschweig, englandtreuen Amerikanern ("Loyalists") und den mit England verbündeten Indianerstämmen. Die neu gegründeten amerikanischen Staaten stellen drei Millionen militärisch schlecht ausgebildete Siedler, die kaum finanzielle Mittel und Kriegsmaterial besitzen. Der 2 Kongress erteilt George Washington, Gutsbesitzer aus Virginia (Mount Vernon), den Oberbefehl (DTV I. S.13).

"USA": Unabhängigkeitskrieg: britische Niederlage am Delaware, Guerilla-Taktik der Siedler
1776 erleiden die britisch geführten Truppen gegen die Kräfte der Siedler am Delaware bei Trenton und Princeton eine Niederlage. Gegen die Guerilla-Taktik der Siedler und wegen Nachschubschwierigkeiten erleiden sie weitere Verluste (DTV I. S.13).

GB, Neuseeland, Hawaii 1776: 3. Expedition von James Cook
Cook fährt ein drittes Mal nach Neusseeland. Danach will er die Nord-West-Passage nach Europa von Asien aus entdecken.

Auf der Fahrt dahin "entdeckt" er Hawaii. Er betreibt dort "Forschung" über die Insulaner der Polynesier. Cook ist mit seinen vielen Kartographien und Recherchen einer der erfolgreichsten Forscher und Geographen Europas.  (Huby S.18).

GB, Polynesien: Cooks Forschung auf Hawaii
Die Polynesier sind seit  ca. 500 geübte Seefahrer und haben die vielen verstreuten Inseln zwischen Hawaii und Neuseeland besiedelt. Um  ca. 900 wurde Neuseeland vom Stamm der Maori von Hawaii aus koloniesiert.

Die Navigation der Polynesier verläuft nach den Gestirnen bei klarem Wetter, bei schlechtem Wetter nach Windrichtung oder Wellengang (Huby S.18).

1777

DK-S-Indien: dänische Erbschaft von schwedischen Besitzungen in Indien und Bengalen
1777 übernimmt die dänische Krone den Unterhalt der Stützpunkte der "Kompagni" in Indien und Bengalen (Reinhard, S.151).

Verbindung zwischen der "Asiatisk Kompagni" und der "East India Company" - Waffenhandel für indische Armeen
Die dänische "Kompagni" übernimmt mehr und mehr den Rückwechsel privater Silbergewinne von Angestellten der englischen Kompanie. Die dänische "Kompagni" beschafft sich so Zahlungsmittel für den Indienhandel und stützt nebenbei die englische Schattenwirtschaft. Inzwischen gelten auch europäische Kriegswerkzeuge für die innerindischen Kriege als Zahlungsmittel. Nebenbei beschaffen englische Mittelsmänner der "Kompagni" bengalische Textilien (Reinhard, S.151).

"USA": Unabhängigkeitskrieg: Erfolg der "Siedler", Franklin in Paris auf Werbetour, europäische Hilfe für die "USA" gegen England, Spanien und Frankreich gegen England
Die Siedler der jungen "USA" gewinnen eine weitere Schlacht bei Saratoga gegen die britisch geführte Armee. Als erster Gesandter der "USA" wirbt Benjamin Franklin in Paris für die "amerikanische Sache". Aristokratische Freiwillige, darunter Marquis de la Fayette, der polnische Nationalheld Kosciuszko und der preussische General und Organisator der amerikanischen Armee von Steuben kämpfen auf amerikanischer Seite. Frankreichs und Spaniens Regierungen ergreifen gegen England Partei und beginnen mit Belagerungen von englischen Kolonialgebieten (DTV I. S.13).

Sp, Port., "Brasilien": "Vertrag von Ildefonso" zwischen Spanien und Portugal wegen Amerika
1777 anerkennt Spanien im "Vertrag von Ildefonso" die portugiesisch-südamerikanische Ausdehnung gegen Westen an (DTV I. S.277).

1778

GB: Kriegsbereitschaft der "East India Company" - ab1778: Defizit bei der Company - Hastings Autoritätsschwierigkeit
1778 unterhält die Company 67.000 Soldaten. Einnahmen von 3,8 Millionen  Pfund stehen Ausgaben von fünf Millionen  Pfund gegenüber (mit inbegriffen die Abgaben für London für die amerikanischen Kolonien, die ab 1767 üblich sind). Es zeigt sich zum ersten Mal eine negative Bilanz. Zudem sind die Gouverneure von Madras und Bombay nicht gewillt, sich dem neuen Generalgouverneur Hastings unterzuordnen (Reinhard, S.225).

GB-Indien: erster Marathenkrieg
1778 (-1782) kommt es zum "ersten Marathenkrieg" der Company gegen die Marathen wegen der Nachfolge des Peshwa von Poona (Reinhard, S.225).

ab 1778
"USA": Unabhängigkeitskrieg als Weltkrieg: Frankreich gegen England
Ab 1778 treten französische Truppen in den Unabhängigkeitskrieg in Amerika ein (Reinhard, S.226).

ab 1779
"USA": Unabhängigkeitskrieg als Weltkrieg: französisch-spanische Belagerung von Gibraltar - spanische Besetzung von Menorca
Französische und spanische Truppen belagern (bis 1782) Gibraltar. Spanische Truppen erobern das englisch gehaltene Menorca (DTV I. S.13).

Februar 1779
GB-Hawaii: James Cook wird erschlagen
Die Insulaner sollen der Expedition von James Cook eine Schaluppe gestohlen haben. Es kommt zum Streit zwischen der Cook-Besatzung und den Insulanern. Cook will vermitteln, wird dabei aber erschlagen (Huby, S.18).

1780

Ö: Drohender Zusammenbruch der österreichischen Ostindienkompanie
(Reinhard, S.153).
"USA": Unabhängigkeitskrieg als Weltkrieg: Beschluss der Seeneutralität gegenüber England
Die britische Seite richtet mit ihrem Kaperkrieg gegen die Handelskompanien anderer Länder so grosse Schäden an, dass mehrere Staaten gegenüber England die "Seeneutralität" beschliessen: Russland, Frankreich, Spanien, Holland, Schweden, Dänemark, Österreich und Preussen (DTV I. S.13).

Weltkrieg: französische Besetzung von Rhode Island (DTV I. S.13)
Weltkrieg: Krieg von Mysore unter Haidar Ali gegen die Company
Haidar Ali, der Muslim-Führer von Mysore, lässt das Hinterland von Madras ("Carnatic") überfallen und eröffnet damit einen Krieg gegen die Company (Reinhard, S.226).

Weltkrieg: Indianeraufstand in Portugals Kolonien 1780 (-1783)
Aufstand des "letzten Inka" Tupac Amaru 1780-1783 (DTV I. S.277)

1781

Ö: Neustrukturierung der österreichischen Ostindienkompanie
1781 wird die österreichische Ostindienkompanie Maria Theresias auf eine neue Grundlage gestellt:
-- mit Einbezug des Grafen Proli (Sohn eines ehemaligen Ostende-Direktors)
-- mit persönlicher Beteiligung von Kaiser Josef II.
-- unter neuem Namen: "Société impériale pour le commerce asiatique de Trieste et d'Anvers" ["Imperialistische Gesellschaft für den Asienhandel von Triest und Anvers"] (Reinhard, S.153).

Dank der Verwicklung der Konkurrenz in Kriege um die Unabhängigkeit der "USA" und einer eigenen "Neutralität" kann die neue "Société impériale" grosse Profite einfahren (Reinhard, S.153).

Nach dem Frieden von Versailles 1783 kommen neue Konflikte zwischen der österreichischen "Société impériale" und der Konkurrenz auf (Reinhard, S.153).

Weltkrieg: Britischer Seesieg in Westindien bei St. Vincent - "USA" erobern Yorktown (DTV I. S.13)
1781 landen britische Kräfte einen Seesieg bei St.Vincent in Westindien. Dagegen können "US"-Kräfte gegen englischen Kräfte (unter Charles Marquis Cornwallis) Yorktown erobern und 7200 Gefangene machen, darunter Gneisenau (DTV I. S.13).

NL: V.O.C.-Schulden
Die V.O.C. hockt 1781 auf einem Schuldenberg von 22 Millionen Gulden, mehr als das Dreifache des Eigenkapitals. Die Gründe für die Verschuldung sind

-- mangelnde Modernisierung und Anpassung an einen sich ändernden Wettbewerb
-- es wurden in den Gewinnjahren immer hohe Dividenden ausgeschüttet und keine Reserven gebildet

-- die Oligarchie in Holland verwaltet die V.O.C. und die zuständigen Banken gleichzeitig
Entwicklung eines grossen Schmuggelsystems

-- es sind mehr und mehr Produkte in Europa gefragt, auf die die V.O.C. kein Monopol besitzt

-- die Geheimhaltung lässt die Öffentlichkeit aussen vor, so dass keine Warnungen an die Oligarchie möglich sind (Reinhard, S.129)

1782

GB-Indien: Ende des ersten Marathenkriegs: kaum Änderung des Status Quo
1782 endet der "erste Marathenkrieg". Am "Status Quo" zwischen Marathen und Company hat sich nichts geändert (Reinhard, S.225).

Indien: Weiterführung des Krieges von Mysore gegen die Company unter Tippu Sultan
Der Nachfolger von Haidar Ali, sein Sohn Tippu Sultan, führt den Krieg gegen die Company fort (Reinhard, S.226).

Weltkrieg: britischer Seesieg bei Santo Domingo - französischer Admiral Pierre André de Suffren siegt gegen GB
1782 landen britische Schiffe einen Seesieg bei Santo Domingo. Der Sieg kann das Blatt aber nicht mehr wenden (DTV I. S.13).

1782 operiert der französische Admiral Pierre André de Suffren recht erfolgreich gegen die Engländer (Reinhard, S.226).

F-Sp: französische Intendanturbürokratie in spanischen Kolonien
Nach französischem Muster führt die spanische Krone in den Kolonien Südamerikas eine Intendanturbürokratie ein, die jedoch 80 % der Steuereinnahmen verschlingt und sich alles andere als rentabel erweist (DTV I. S.277).

1783

F-Indien: französische Expedition in Indien gegen England
1783 erreichen französische Truppen unter dem altgedienten Befehlshaber Marquis de Bussy Indien. Paris erhofft sich Siege gegen die Company und neue Indienterritorien (Reinhard, S.226).

Friede von Versailles: Anerkennung der "Unabhängigkeit" der "USA"
- Auswanderung der "Loyalists" - "Besiedlungspolitik" - Tobago/Westindien und Senegambien französisch, Menorca und Florida spanisch

1783 können amerikanische Delegierte in Versailles die Unabhängigkeit der "USA" feiern. Die siegreichen Siedler beklagen 70.000 Tote. Gleichzeitig finden in Nordamerika gesellschaftliche Umwälzungen statt, denn alle "Loyalists" müssen nach "Ober-Kanada" auswandern (DTV I. S.13). Gleichzeitig beginnt die weiss-amerikanische "Besiedlungspolitik" gegen Westen (DTV I. S.15).
Tobago/Westindien und Senegambien werden Frankreich zugesprochen. Menorca und Florida kommen von englischen in spanischen Besitz (DTV I. S.13).

F: gefeierte Unabhängigkeitskämpfer in Paris - Finanzkrise in Paris
1783 nach dem Frieden zu Versailles werden die französischen Freiheitskämpfer gefeiert und die Kritik am "Ancien Régime" immer deutlicher formuliert. Gleichzeitig wird die französische Regierung von einer Finanzkrise und Kriegsschulden geplagt (DTV I. S.13).

GB: "Katerstimmung" und "Neuanfang" in England - Vorschlag, Indien aufzugeben - Frankreich würde bei einem Abzug aus Indien die Lücke füllen

In England herrscht 1783 nach dem Verlust der amerikanischen Kolonien eine allgemeine politische Katerstimmung, gleichzeitig aber auch ein Aufschwung des politischen Idealismus mit neuen Ideen und Diskussionen. Es erheben sich Stimmen, Indien als "Kolonie" aufzugeben und den Indienhandel wie den China-Handel abzuwickeln. Andere Stimmen stellen fest, dass eine solche Regelung "nicht mehr möglich" sei, weil der Handel mit China u.a. auf der Herrschaft über Indien "beruhe". Ausserdem würde Frankreich nur die Lücke füllen, wenn die englische Verwaltung und die Truppen Indien verlassen würden (Reinhard, S.226).


1784

F-GB-Indien: kein Krieg mehr in Indien zwischen Frankreich und England
1784 wird der Friede von Versailles vom vorigen Jahr auch in Indien bekannt. Zwischen den europäischen Mächten kommt es zum "Erschöpfungsfrieden" (Reinhard, S.226).

GB: englische Regierung senkt Teezölle - Rückgang des Teeschmuggels
1784 beläuft sich nach Schätzungen der Anteil des nach England eingeschmuggelten Tees immer noch auf mehr als 50 % (Reinhard, S.178). Durch die englischen Zollsenkungen erleidet jedoch der dänische Teehandel grosse Einbussen (Reinhard, S.151).

1784 reagiert die britische Regierung auf den ewigen Teeschmuggel und senkt die Teezölle (Reinhard, S.178). Der Schmuggel bricht daraufhin aufgrund der gesenkten Preise zusammen, und das brasilianisch-portugiesische Gold fliesst in andere Kanäle (Reinhard, S.179).

GB: die Antwort auf die "Katerstimmung" in England: neues Indienkonzept und Reform der Company: "India Act" von William Pitt Junior
Englands Premier, William Pitt Junior, beschliesst nach dem Verlust der Neu-England-Kolonien ein neues Indienprogramm, das auch zum Abbau der Kriegsschulden dienen soll (DTV II. S.31):

-- Indien soll nur bis 1858 englisch regiert werden

-- die Zuständigkeiten in Indien sollen geklärt, der Verwaltungsapparat in Indien soll gestrafft werden

-- die Aktionärsversammlung der Company wird entmachtet und kann nur noch bei der Wahl der Direktoren mitbestimmen

-- die Inhaber der höchsten Ämter der Company können neu von der Krone abgesetzt werden

-- die Direktoren können weiter ihre Ämter behalten und kontrollieren weiter den Handel (Reinhard, S.226)
neu werden als "Board of Control" sechs "Commissioners for the affairs of India" eingeführt, die über den Company-Direktoren stehen

-- der vorsitzende Staatssekretär der "Commissioners" ist faktischer "Indienminister"

-- Pitt verbietet jede Eroberungs- und Expansionspolitik in Indien, weil sie "dem Willen, der Ehre und den politischen Grundsätzen der Nation" widersprechen. Erlaubt sind nur "Verteidigungskriege" (Reinhard, S.227)

->> als Reaktion auf die "India Act" wird die Stellung des Generalgouverneurs in Indien  gegenüber den "Commissioners" gestärkt (Reinhard, S.227).

Indien: Trennung von Verwaltung und Justiz in Indien - Projekt zur allgemeinen Steuererhebung
1784 werden infolge der "India Act" für jede indische Provinz eingeführt
-- je ein "Collector" ["Eintreiber"] für Steuern
-- je ein "District Judge" ["Bezirksrichter"] als Zivilrichter und Polizeichef
-- und Kriminalgerichte in den vier "wichtigsten Städten des Landes" (Reinhard, S.227).

Zudem wird ein Projekt, "Permanent Settlement", zur Steuererhebung auf der unteren Ebene ausgearbeitet, das 1793 realisiert werden soll (Reinhard, S.227).


1785

F: Neugründung einer "Compagnie des Indes" in Frankreich
1785 erfolgt ein erneuter Versuch der Sanierung der französischen Staatsfinanzen. Gründung einer neuen "Compagnie des Indes" (Reinhard, S.149).

Ö: Bankrott der österreichischen Asienkompanie
1785 erfolgt der Bankrott der österreichischen "Société impériale" aufgrund "innerer Konflikte" (Reinhard, S.153).

Sp-"Phil": zweite "Philippinengesellschaft" Spaniens
1785 gründet Spanien eine zweite "Philippinengesellschaft" (Reinhard, S.153).

GB-Irland: "Abbau" der Zölle zwischen England und Irland
Im Zuge der Beherrschung Irlands durch die Protestanten Englands werden zwischen England und Irland alle Zölle "abgebaut" (DTV II. S.31).


Ende 18.Jh.

GB: "Agency Houses" in England
Ende des 18.Jh. werden in England aus dem aus der Schattenwirtschaft erwirtschafteten Geld "Agency Houses" zur Finanzierung von China-Geschäften eingerichtet (Reinhard, S.181).

GB: Kapitalerhöhungen der "United Company" 1786, 1789, 1793
1786 wird das Kapital der Gesellschaft erneut um 800.000 Pfund erhöht (Reinhard, S.143).


1786

GB-Bengalen: neuer englischer Generalgouverneur in Bengalen: Cornwallis - Trennung von Handels- und Verwaltungspersonal in Indien - Eroberungswille
1786 wird Charles Marquis Cornwallis, der Verlierer der Schlacht von Yorktown im Unabhängigkeitskrieg, neuer Generalgouverneur Bengalens (bis 1793). Cornwallis geniesst noch mehr Vollmachten als sein Vorgänger und "löst" die noch offenen Probleme in Verwaltung, Besteuerung und Justiz. Handels- und Verwaltungspersonal werden nun in Indien definitiv getrennt:
-- die lokalen Handelsagenten der Company bekleiden keine öffentlichen Ämter mehr
-- es werden neue Beamte mit Beamtengehalt eingestellt, die gleichzeitig aber auch von den Geschäften ausgeschlossen sind
-- Gründung eines "Civil Service" in Indien (bevor in England selbst ein "Civil Service" existiert (!), (Reinhard, S.227).
Die Steuereinnahmen aus Indien müssen fortan für Verwaltung, Militär und Zinsendienst ausgegeben werden. Vordergründig bleibt das Geld also hauptsächlich "im Lande". Bitterli bewertet den Vorgang jedoch sehr vage:
"Das braucht nicht zu bedeuten, dass das Geld im Lande blieb und der indischen Wirtschaft zugute kam, aber die Chancen dafür standen doch besser als in den Jahrzehnten nach 1757 und 1766" (Reinhard, S.231).
"Nebenbei" ist es das Ziel von Cornwallis, das Eroberungsverbot von Pitt mittels "Vorwärtsverteidigung" und "subsidiary treaties" ["Schutzverträgen"] zu umgehen (Reinhard, S.227/228).

ab 1786
GB-Indien: Förderung der englischen Arroganz gegenüber Indern durch Generalgouverneur Cornwallis - Rassismus in den englischen "Communities" - Respekt vor Indien in Kreisen gebildeter Engländer

Cornwallis hält klare geistige Fronten gegen "die Inder":
er hält alles Indische für korrupt
-- er schliesst die Inder von den höheren Rängen der neuen Beamtenschaft aus
-- er führt demonstrative Bekundungen der britischen Überlegenheit ein, was den englischen Gruppengeist und Arroganz einerseits und die indische Demut anderseits fördert (Reinhard, S.233).

Die englischen "Communities" in den indischen Städten sind gleichzeitig im Wachsen begriffen. 1785 leben bereits 5000 europäische Soldaten und 2000 weisse Zivilisten in Indien, davon 1000 in Kalkutta, insgesamt aber nur 2-300 weisse Frauen (Reinhard, S.232). Die "Communities" fördern nun durch rassistische Auslese den Kolonialstaat. Die Direktoren der Company bevorzugen bestimmte Leute für die untergeordneten Posten, so dass eine "geschlossene Gesellschaft" entsteht. Es bilden sich untereinander verflochtene Familienclans (z.B. die Familien Chickeley Plowden oder Thackeray). Zudem bringen die Frauen Englands die Vorurteile der englischen Mittelschichten mit nach Indien, die ein engherziges "Christentum" gegen Hindus und Moslems verkörpern. Der Inder wird innerhalb der Familie allenfalls noch als "Diener" akzeptiert (Reinhard, S.233).

Ganz anders als die "Communities" gehen die gebildeten Engländer mit Indien um. Sie zeigen Respekt vor der indischen Kultur und haben unbefangenen Verkehr mit der Moslem-Oberschicht, der ohne Kastenschranken vor sich geht. Warren Hastings ist das leuchtendste Beispiel eines solchen Verständnisses (Reinhard, S.233).

ab 1786
GB-NL-Malaya: England konkurrenziert Holland von Malaya aus
Ab 1786 rivalisiert die Company gegen die V.O.C. von Penang auf Malaya aus (Reinhard, S.229).
1787-1789

1787
GB: Impeachement gegen Hastings wegen Erpressungsvorwürfen
Hastings wird in London vorgeworfen, die indischen Fürsten erpresst zu haben. Hastings hat jedoch für seine Geldbedürfnisse gegenüber den Fürsten mit den vielen Kriegen, die die Company zu bestehen hatte, viele Argumente auf seiner Seite (Freispruch 1795, S.226)

ab 1788
GB-Australien: weisse "Besiedelung" als Sträflingsland
Ab 1788 wird Australien planmässig von England mit weissen Sträflingen besiedelt (DTV II. S.31).

Die Kriminellen, die aus England nach Australien zwangsdeportiert werden, bauen dort gezwungenermassen die Stadt Sydney auf.

Das Hinterland wird jedoch nicht erschlossen, weil die Eingeborenen jeden Fremden töten und riesige wasserlose Wüsten jede Expedition verhindern. Die Expeditionen verdursten und die Eingeborenen berauben die Expeditionen ihrer Lebensmittel (Huby S.19).


1789
GB: Aufstocken des Kapitals der Company erneut um eine Million  Pfund
(Reinhard, S.143)

GB: Cornwallis' Eroberungen gegen Mysore
1789 bricht zwischen dem Generalgouverneur Indiens Cornwallis und Tippu Sultan von Mysore Krieg aus "infolge beiderseitigen Misstrauens". Cornwallis annektiert Teile von Mysore, auch Teile der südlichen Malabarküste (Reinhard, S.228).


1790

F: Französische Revolution: "Compagnie" suspendiert - Flucht des holländischen Generalstatthalters nach England
1790 wird die "Compagnie des Indes" durch die französische Revolution suspendiert (Reinhard, S.149).

1790 flüchtet der holländische Generalstatthalter nach England (Reinhard, S.228).

Gründe für den Misserfolg der französischen "Compagnie":

- von Anfang an ist der Nachteil, dass die französische "Compagnie" erst nach der holländischen und englischen aufgebaut wird, kaum mehr gutzumachen

-- übergrosse Abhängigkeit von der Krone: primär betreibt die "Compagnie" Politik unter dem Gesichtspunkt der Macht, nicht unter dem Gesichtspunkt der Rentabilität

-- dauernd unternimmt die Krone Eingriffe in die Politik und die Personalführung der "Compagnie", was zu "Reibungsverlusten" führt

-- durch mangelnde Rentabilität ergibt sich ein andauernder "Finanzmangel" und Unterkapitalisierung

-- auf die Nutzung von internationalen Geldmärkten wie dem "feindlichen" Amsterdam wird bewusst verzichtet

-- die ganze Konstellation macht die "Compagnie" für das französische Handelskapital unattraktiv

-- Frankreich hat zudem das Problem, noch kein zentraler Markt zu sein, sondern in verschiedene, sich konkurrenzierende Märkte zu zerfallen (Reinhard, S.150).

Bilanz des europäisch-indischen Handels: Der Merkantilismus ist eingehalten
Die Importe an Gewürzen, Stoffen und Genussmitteln machen  ca. 10-15 % aus. Die Exporte an Waren von Europa nach Asien sind marginal (Reinhard, S.181).

ab 1790er Jahre
GB: Industrielle Revolution in England: Webmaschine
Ab den 1790er Jahren tritt in England die "Industrielle Revolution" ein. Englische Techniker erfinden die grossflächige Webmaschine und treten in Konkurrenz zur indischen Handfertigung. Der Absatz an bengalischen Textilien in England nimmt ab (Reinhard, S.151).

1791
Kanada: Teilung Kanadas in "Ober"- und "Unterkanada"
1791 gelingt der englischen Regierung durch die Teilung Kanadas die "Bindung" der französischen "Siedler". Die beiden Teile mit den Hauptstädten Ontario bzw. Quebec unterscheiden sich in Religion, Sprache, Sitte und Rechtsprechung (DTV II. S.31).


1793

GB: erneute Erhöhung des Eigenkapitals bei der Company
1793 wird das Kapital der Gesellschaft erneut um eine Million  Pfund erhöht. Somit sind sechs Millionen  Pfund Eigenkapital erreicht, dabei bleibt es bis zum Ende der Kompanie (Reinhard, S.143).

GB-Indien: Bilanz der letzten zehn Jahre des Indien-Handels: nur ein Zusatzfaktor für England
Im Vergleich zum Gesamtvermögen ist die finanzielle Bedeutung des Indien-Handels sehr gering. Bei einem Kapitalstock Grossbritanniens 1760 von 130 Millionen  Pfund und einem Volkseinkommen bis 1770 von geschätzten 140 Millionen  Pfund ergibt sich eine jährliche Kapitalbildung von 9,4 Millionen  Pfund. 5-600.000  Pfund transferierte Privatgewinne machen also 0,36 % des Volkseinkommens aus. Die Gesamtgewinne Englands aus Indien von 17'828'071 Pfund sind an den 140 Millionen  Pfund Gesamtgewinn knapp 13 %. Das Ziel in Indien war weiter die persönliche Bereicherung (Reinhard, S.232).

GB: Bewilligung des Statuts der Company für erneut 20 Jahre
1793 bewilligt die englische Regierung der Company ihre Statuten problemlos für weitere 20 Jahre (Reinhard, S.230).

GB-Indien: Einführung der Basissteuer in Indien: Projekt "Permanent Settlement" - Grossgrundbesitz und Spekulation in Indien
1793 wird das 1784 geplante Projekt für die Steuererhebung auf der unteren Ebene verwirklicht:
-- Einführung einer Basissteuer
-- neue Bauernordnung mit Grossgrundbesitz (Reinhard, S.227)

Die Einführung von Grossgrundbesitz hat verheerende Folgen. Das Spekulantentum Indiens drängt nun bis in ländliche Gebiete vor (Reinhard, S.227).

ab 1793
F: Napoleonkriege, Weltkrieg: Kriegszustand zwischen Frankreich und England - Kontakte Frankreichs nach Indien, Hilfe zur Modernisierung von indischen Armeen - Kaperkrieg

Ab 1793 herrscht zwischen Frankreich und England Kriegszustand. England muss in Indien Sicherheiten schaffen, denn viele europäische "Abenteurer", darunter viele Franzosen, dienen für indische Fürsten und helfen, die indischen Armeen zu modernisieren (Reinhard, S.228), die dadurch den europäischen Armeen gleichwertig werden und nicht mehr so leicht in Unterzahl zu besiegen sind (Reinhard, S.223). Auch der von Cornwallis 1789 besiegte Tippu Sultan von Mysore knüpft Kontakte zu Frankreich, um sich die Rückeroberung von Gebieten gegen England zu erhoffen (Reinhard, S.228).

In den nächsten 15 Jahren bilden sich verschiedene europäische Koalitionen gegen die Verbreitung der revolutionären Ideen aus Frankreich (DTV II. S.25). Gleichzeitig unternimmt England unter Admiral Nelson eine unerbittliche Auseinandersetzung um die Seeherrschaft. Französische Häfen werden blockiert und französische sowie auch neutrale Schiffe gekapert, was die englische Flotte um jährlich  ca. 2000 Schiffe verstärkt. Die englische Flotte erobert dabei so viele französische (und holländische) Flottenstützpunkte wie nur möglich (DTV II. S.31).


1795

GB: Freispruch für Hastings in London
1795 wird der ehemalige Generalgouverneur der "East India Company", Hastings, in London gegen die Erpressungsvorwürfe gegenüber indischen Fürsten freigesprochen (Reinhard, S.226).

F-NL-GB: Napoleonkriege, Weltkrieg: Holland wird "Batavische Republik" und Satellit von Frankreich - holländische Kolonien werden britisch "verwaltet"
1795 wird Holland "Batavische Republik" und somit ein Satellit Frankreichs (Reinhard, S.228).

Der ehemalige Generalstatthalter der Niederlande, der seit 1790 in London weilt, bekommt den Auftrag, die holländischen Kolonien anzuweisen, sich vorläufig unter britischen Schutz zu stellen. In der Folge werden das Kapland, Ceylon, Malakka und die Molukken britisch besetzt. Java bleibt holländisch, weil die Company angeblich die Verwaltungskosten fürchtet (Reinhard, S.228).

Indien: Sieg der Marathen gegen den Nizam von Hyderabad
1795 können die Marathen den Nizam von Hyderabad besiegen. Die Company kommt dem Nizam gegen die Marathen nicht zu Hilfe (Reinhard, S.228).

1797
Sp, Kolonien: Freigabe des spanischen Handels
Erst 1797 gibt Spanien den Handel mit seinen Kolonien in Südamerika frei (DTV I. S.277).

1797/98
GB-Irland: irische Rebellion gegen England erfolglos
(DTV II. S.31)


1798

F-Äg: Napoleonkriege, Weltkrieg: "Ägyptenfeldzug" Napoleons - französische Besetzung von Malta, Alexandria und Kairo 1798 - englischer Seesieg bei Abukir

1798 startet Napoleon einen Feldzug nach Ägypten. Englands Regierung erwartet, dass Napoleon über Syrien oder auf See über Mauritius nach Indien vorstossen könnte (Reinhard, S.228). Napoleon lässt Malta besetzen und landet mit 232 Transportschiffen, 2000 Kanonen und 32'300 Soldaten sowie 175 Ingenieuren und Gelehrten in Alexandria. Bei den Pyramiden schlägt er die Mamelucken und erobert noch 1798 Kairo (DTV II. S.23). Englands Flotte unter Admiral Nelson gelingt bei Abukir die teilweise Vernichtung der französischen Seemacht (DTV II. S.25).

GB-Indien-F-Ö-Russland: Napoleonkriege: englischer Schutzvertrag mit dem Nizzam von Nysore gegen Napoleon - englisches Bündnis mit Österreich  und Zar Paul I. gegen Frankreich

Als Vorsorge gegen Napoleon bindet 1798 der englische Generalgouverneur Mornington den Nizzam von Nysore mit einem "Subsidiary Treaty" ["Schutzvertrag"] an sich: England garantiert den Schutz der Nizzam-Herrschaft, wenn dieser britischen Schutz akzeptiert und dafür bezahlt (Reinhard, S.228).
Unter dem Eindruck der französischen Besetzung Maltas und dem englischen Seesieg von Abukir gelingt es William Pitt Junior, Österreich und Zar Paul I. zu einer Koalition gegen Napoleon zu gewinnen (DTV II. S.25).

NL: "Republik Batavia" übernimmt die V.O.C. mit 140 Millionen Gulden Schulden

Die französische Revolution greift auch die holländische Oligarchien an. Somit erfolgt erst jetzt die längst fällige Umstrukturierung der V.O.C., die von der "Batavischen Republik" auf Java übernommen wird, damit die holländischen Kolonien nicht in die Hände von Napoleon fallen. Die V.O.C. hat inzwischen 140 Millionen Gulden Schulden (Reinhard, S.129).

1798/99
GB-Indien: Kriege Morningtons in Indien: Sieg gegen Tippu Sultan von Mysore

1798/99 gewinnen die Truppen des Generalgouverneurs Mornington gegen die Truppen von Tippu Sultan von Mysore. Mornington wird zum "Marquis Wellesley" erhoben. Das gesamte Süd-Indien wird nun englisch annektiert, v.a. die Küsten. Im Landesinnern werden vollständige Abhängigkeitsverhältnisse etabliert. Annexion wie Abhängigkeiten sind gegen Frankreichs Napoleon gerichtet (Reinhard, S.228).

ab 1798
GB-Indien: neuer englischer Generalgouverneur in Indien: Mornington - neue Kolonialvorstellung während den Kriegen mit Napoleon - Expansionspolitik von Bombay
Ab 1798 (-1805) leitet der neue Generalgouverneur Richard Lord Mornington die Handlungen der Company. Später wird Mornington zum Marquis Wellesley erhoben und sollte sich als ein Bruder des "Herzogs von Wellington" entpuppen (Reinhard, S.228).
Während den Kriegen mit Napoleon kommt immer mehr die Vorstellung auf, dass zum Schutz für weltweiten Handel die politische Kontrolle Voraussetzung für Ausweitung von Handel sei. In der Folge betreibt die Regierung von Bombay zum Beispiel unter Einfluss von privaten Interessen eine ausgesprochene Expansionspolitik. Zudem gibt es in der Company immer mehr Befürworter einer Vorwärtsstrategie (Reinhard, S.228).

1798: "englische Massnahmen" in Bengalen zerstören die Grundlage für das Privathandelssystem (Reinhard, S.151).1799

Napoleonkriege, Weltkrieg: englisches Einschnüren der französischen Armee in Ägypten - Kriege in ganz Mitteleuropa - Militärdiktatur unter Napoleon in Frankreich - Zar Paul I. verlässt wegen Malta die Koalition gegen Napoleon

1799 gelingt es der englischen Seemacht unter Admiral Nelson, die französische Armee in Ägypten vom Mutterland abzuschneiden. Ein Vorstoss nach Syrien misslingt vor Acre (Akkon). Ein Landsieg bei Abukir führt nicht zur Befreiung. Die französische Herrschaft in Ägypten geht dem schnellen Niedergang entgegen. Napoleons Versuch, die britische Seemacht in östlichen Mittelmeer indirekt zu treffen, ist völlig misslungen (DTV II. S.23).

England, Russland und Österreich leisten nun den französischen Truppen erheblichen Widerstand:
-- Erzherzog Karl besiegt im März 1799 Jourdan bei Osterach und Stockach

-- General Suworow schlägt im April 1799 Moreau bei Cassano

-- Erzherzog Karl besiegt im Juni 1799 Massena bei Zürich

-- Joubert verliert gegen die Koalition bei Novi im August 1799

-- russische Operationen in der Schweiz bleiben erfolglos

-- eine britisch-russische Invasion bei Alkmaar / Holland bringt einen französischen Sieg (DTV II. S.25)

-- Malta und das östliche Mittelmeer werden wieder britisch beherrscht (DTV II. S.23)


Napoleon gelingt die Flucht nach Frankreich, stürzt das Direktorium und errichtet eine Militärdiktatur. Seine Friedensangebote werden von der Gegenkoalition abgelehnt. Gleichzeitig ist Zar Paul I. über Englands Besetzung Maltas verärgert und springt im Oktober 1799 von der Koalition gegen Napoleon ab (DTV II. S.25).


1800

Napoleonkriege, Weltkrieg: Siege Frankreichs in Europa - französischer Erwerb von Louisiana - französische Landungen auf Martinique und Haïti

Napoleon und Moreau können unter diktatorischen Bedingungen bei Marengo und Hohenlinden Siege für Frankreich gegen die Koalition verbuchen (DTV II. S.25).

Als Schritt zur "Erneuerung" des französischen "Kolonialreichs" kann Napoleon 1800 das Indianergebiet von Louisiana von Spanien erwerben und Truppen auf Martinique und Haïti in "Westindien" absetzen lassen (DTV II. S.25).


1801

GB-Indien: Kriege Morningtons in Indien: Verkleinerung von Oudh
1801 lässt Mornington das Sultanat Oudh "verkleinern". Weiter hegt er Pläne, um die Marathen endgültig zu besiegen (Reinhard, S.228).
Napoleonkriege, Weltkrieg: "Friede von Lunéville" zwischen Frankreich und Österreich
Österreich muss die Bedingungen von Campo Formio bestätigen:
-- Frankreich gewinnt definitiv die Rheingrenze, Belgien und Mailand von Österreich
-- Österreich "übernimmt" die Republik Venedig
"Nordische Koalition" für neutralen Handel
Zum Schutz des "neutralen Handels" schliessen Russland, Schweden, Dänemark und Preussen ein erstes Handelsbündnis ab. Grossbritannien unter William Pitt will eine solche Handelsneutralität nicht akzeptieren (DTV II. S.25).
Napoleonkriege: englische Friedenspläne und Sturz der englischen Regierung Pitt
Der Oppositionsführer der "Whigs", Charles James Fox, fordert den Abbruch des Kampfes gegen Napoleon. Er führt den Sturz der Pitt-Regierung herbei (DTV II. S.31).
Napoleonkriege: Bündnis Napoleons mit Russland gegen Indien scheitert
1801 schmiedet Napoleon mit Russlands Zar Paul I. ein Bündnis zur Eroberung Indiens. Das Bündnis scheitert, da Paul I. ermordet wird (DTV II. S.31).
ab 1801
GB-Irland: "Union"
1801 "geht" Irland im "Vereinigten Königreich von Grossbritannien" "auf" (DTV II. S.31).
[Die irische Bevölkerung wurde vermutlich nicht gefragt].


1802

GB-Indien: englischer "Schutzvertrag" mit dem Peshwa
1802 schliesst der indische Generalgouverneur Mornington einen Schutzvertrag mit dem Peshwa ab (Reinhard, S.228).
F-Äg: Ende der französischen Besetzung Ägyptens (DTV II. S.23)
NL-Java: holländischer Reformplan für Java von Gouverneur Hogendorp
Der holländische Gouverneur Dirk van Hogendorp entwirft ein "liberales" Reformprogramm für Java (Reinhard, S.228):
-- Grundbesitz soll für Javaner erlaubt sein
-- Abschaffung der Zwangslieferung, Einführung von Steuerabgaben
-- Abschaffung der Frondienste
-- Freigabe des Handels
- ausreichende Beamtenbesoldung
->> Es kommt jedoch zu keiner Realisierung in den nächsten Jahren (Reinhard, S.229).

Napoleonkriege, Weltkrieg: Napoleons Eroberungsversuch von "Westindien" scheitert
1802 versucht eine grosse französische Flotte die Eroberung "Westindiens" und die Errichtung eines "Karibischen Reiches". Die Flotte wird von britischen Schiffen "abgefangen" (DTV II. S.31).

März 1802
"Friede von Amiens": F und GB verfügen über die Kolonien
England verzichtet auf alle kolonialen Eroberungen ausser Ceylon und Trinidad, Frankreich sagt zu, Ägypten aufzugeben (DTV II. S.25).

1803
Napoleon verkauft Louisiana an die "USA" - Napoleon lässt Hannover besetzen
Um die "USA" für seine Vorhaben gegen England zu gewinnen, verkauft Napoleon das riesige Indianerterritorium von Louisiana an Washington (DTV II. S.31).
Im selben Jahr 1803 lässt Napoleon gegen England Hannover besetzen und bricht damit den "Frieden von Basel" (DTV II. S.25).

ab 1803
GB-Indien: Kriege Morningtons: 2. Marathen-Krieg (-1805)
1803 (bis 1805) führt der englische Generalgouverneur Mornington seine Pläne gegen die Marathen aus und erobert di nordische Ebene mit Delhi bis fast an die Grenze des Pandschab. Der Mogul-Kaiser wird wieder zum "Schützling" der Kompanie (Reinhard, S.228).

1804
Kaiserkrönung Napoleons - Einführung des "Code civil" in Frankreich
Napoleon erreicht nach seinen Erfolgen die Kaiserkrönung. Seine Familienmitglieder erhalten Prinzentitel. Minister und Generäle werden zu Grosswürdenträgern und Marschällen erhoben. Im selben Jahr lässt der den "code civil" einführen, der der Bevölkerung "persönliche Freiheit", "Rechtsgleichheit", privates Eigentum, die Zivilehe und die Ehescheidung garantieren soll. Das Grossbürgertum bleibt führende Macht, der emigrierte Adel wird zur Rückkehr aufgefordert (DTV II. S.27).

1804/1805
Napoleonkriege, Weltkrieg: französischer Plan zur Eroberung Australiens und Vernichtung Englands - Gegenkoalition von William Pitt Junior mit Russland

Napoleon treibt Invasionsvorbereitungen gegen Australien und das englische Mutterland voran. (DTV II. S.31). Mit dem Schlagwort "Beherrschen wir auf sechs Stunden den Kanal, so sind wir die Herren der Welt!", soll England eingeschüchtert werden (DTV II. S.25).
William Pitt Junior reagiert mit einem Bündnis mit Zar Alexander I. Österreich, Schweden und Neapel treten der "Dritten Koalition" bei (DTV II. S.25).

1805
Napoleonkriege, Weltkrieg: französischer Einmarsch in Wien - englischer Seesieg bei Trafalgar - österreichische Siege in Oberitalien - französischer Sieg bei Austerlitz - "Friede von Schönbrunn" zwischen Frankreich und Preussen - "Friede von Pressburg" zwischen Frankreich und Österreich

Nach Einschluss und Kapitulation der österreichischen Armee bei Ulm zieht Napoleon in Wien ein. England behauptet am 21.Oktober bei Trafalgar (südlich von Cadiz) die britische Seeherrschaft (DTV II. S.25) gegen eine französisch- spanische Flotte (DTV-Lex Bd.18 S.258). Erzherzog Karl gewinnt in Caldiero (Oberitalien). Preussen strebt Vermittlungen an, kommt jedoch zu spät, denn Napoleon gewinnt schon am 2.Dezember die "Dreikaiserschlacht" bei Austerlitz. Erzherzog Karl zieht sich über Ungarn zur Vereinigung aller Heere gegen Napoleon zurück. Preussen gelingt im "Vertrag zu Schönbrunn" mit Frankreich der Gebietstausch von Kleve, Neuenburg, Ansbach-Bayreuth gegen das Kurfürstentum Hannover und schliesst ein Beistandsbündnis mit Napoleon ab.

Österreich wird am 25.Dezember 1805 von Frankreich zum "Frieden von Pressburg" gezwungen und verliert
-- Venetien und Dalmatien an die Republik Italien
-- Tirol, Vorarlberg und Lindau an Bayern
-- Breisgau und Konstanz an Baden und Württemberg.
Gleichzeitig gewinnt Österreich Salzburg (DTV II. S.25).
1805
GB-Indien: Abberufung von Mornington nach Misserfolgen - ab 1805: "zurückhaltende" Vertragspolitik der Company unter dem neuen Generalgouverneur Minto
Nach Misserfolgen wird der englische Generalgouverneur Mornington aus Indien abberufen. Unter dem neuen Generalgouverneur Gilbert Elliot Lord Minto wird eine "zurückhaltende" Politik der Company verfolgt, die vor allem die "Sicherung" der Nordgrenze Indiens gegen Frankreich durch Bündnisverhandlungen mit Persien zum Ziel hat (Reinhard, S.228).

1805
GB-F-D: Tod von William Pitt Junior - Napoleons Angebot von Hannover an England - Preussens Gegenplan
William Pitt Junior, Erzfeind Napoleons, stirbt 1805. Eigenmächtig macht Napoleon der neuen englischen Regierung das Angebot, Hannover zu regieren, das er ein paar Wochen zuvor Preussen zugeordnet hatte. Preussen will gegen Napoleon mit einem "Vierten Koalitionskrieg" reagieren (DTV II. S.25).

ab 1805
GB-Indien: "Indian Civil Service"-College in England
Ab 1805 wird in England ein spezielles "Indian Civil Service"-College in Haileybury eingerichtet, das zum "Dienst" in Indien vorbereiten soll. Es entsteht ein riesiger Andrang auf die Ausbildungsstellen. Die Direktoren können (bis 1857) gewisse Kreise für Haileybury begünstigen, so dass regelrechte Dynastien und Abhängigkeiten innerhalb der Struktur des "Indian Civil Service" entstehen (Reinhard, S.227).

1806
D-GB-F: Napoleonkriege, Weltkrieg: deutsche "Kontinentalsperre" gegen England - preussisches Desaster gegen französische Truppen
Preussen bleibt gegen der englischen Herrschaft in Hannover auf sich allein gestellt. Es verkündet die Kontinentalsperre gegen England, "da England (mit seiner Kaperpolitik und der Blockade französischer Häfen, DTV II. S.31) die Grundsätze des Völkerrechts nicht anerkenne und das Blockaderecht missbrauche". Gleichzeitig erleben die deutschen Truppen gegen Frankreichs Kanonenmacht eine Niederlage nach der anderen (DTV II. S.25).

1806
F-NL: Holland wird "Königreich Holland" und Satellit Frankreichs (Reinhard, S.228).
1807
"Friede von Tilsit": russisch-deutsch-französische "Kontinentalsperre" gegen England
Im "Frieden von Tilsit" verhindert Russland per "Einspruch" die Auflösung Preussens (DTV II. S.29). Napoleon kann Russland aber definitiv auf seine Seite ziehen und Europa in eine französische und russische "Hemisphäre" aufteilen. Russland schliesst sich der "Kontinentalsperre" gegen England an (DTV II. S.25). (England droht, die europäischen Absatzmärkte zu verlieren).

ab1807
Napoleonkriege, Weltkrieg: englische Beschiessung Kopenhagens und Flottenraub gegen die "Kontinentalsperre" - Gefahr für die dänische "Kompagni" - französische Besetzung Portugals wegen Bruch der "Kontinentalsperre"

Ab 1807 steht Dänemark im Krieg mit England. Die "Kompagni" ist in Gefahr, die Geschäfte gehen schlecht (Reinhard, S.151). Englands Kriegsflotte beschiesst unter Admiral Nelson als Aktion gegen die "Kontinentalsperre" die Stadt Kopenhagen und raubt die dänische Flotte. Die "Kontinentalsperre" gegen England wird nurmehr durch das "Edikt von Mailand" noch mehr verschärft (DTV II. S.25,27,31). Verbündete, die das Edikt gegen England nicht befolgen und Handel mit England zulassen, werden besetzt, so im selben Jahr Portugal (DTV II. S.27).

ab1807
GB-Malaya: Thomas Stamford Raffles in Malaya
Ab 1807 ist der spätere englische Gouverneur-Stellvertreter für Java, Thomas Stamford Raffles, in Malaya gegen die Niederländer tätig (Reinhard, S.229).

1807/1808
Napoleonkriege: zweites Bündnis Napoleons mit Russland gegen Indien scheitert
Napoleon schliesst mit den Zaren Alexander I. einen zweiten "Indienplan" zur Eroberung Indiens ab. Zar Alexander "zögert" jedoch zu lange und der gegen England gerichtete Plan misslingt (DTV II. S.31).

ab19.Jh.
GB: englische "Missionsbewegung" gegen Hindus - Beginn des zerstörenden "Europäismus" im 19.Jh. - Kritik von Minto an europäischer religiöser Intoleranz

In England kommt es ab der "französischen Revolution" zu einer "Erweckungsbewegung", der "Clapham Sect" um William Wilberforce, der auch Mitglieder wie Charles Grant und der frühere Generalgouverneur (1793-1798) John Shore "Lord Teignmouth" angehören. Wilberforce kämpft dabei nicht nur gegen den Sklavenhandel, sondern wettert gegen die Hindus, die er für "Monster an Verkommenheit und Grausamkeit" hält und deren Religion "ein einziger ungeheurer Greuel" sei.

Charles Grant ist bestrebt, Handel und Religion zu "verbinden" und will den Hindus eine "bessere" Gesellschafts- und Wirtschaftsform "beibringen". Es ist dies der Beginn der allgemeinen Verachtung der Inder und der beginnende "Europäismus": die Bestrebung, überall Gesellschaft und Wirtschaftsform auch der Eingeborenen ändern zu wollen und so die gewachsenen Strukturen gewaltsam zu zerstören (Reinhard, S.233).
Generalgouverneur Minto kritisiert 1807 heftig die aggressive Intoleranz der Missionare, die bereits v.a. von dänischen Stützpunkten aus operieren (Reinhard, S.233).


1808

Napoleonkriege, Weltkrieg: Errichtung einer "zweiten Front" gegen Napoleon in Portugal (DTV II. S.31).

Sp: Bankrott der spanischen "Philippinengesellschaft"
1808 muss die spanische Philippinengesellschaft trotz Förderung durch die englische "East India Company" ihre Tätigkeit einstellen (Reinhard, S.153).

NL-Java: Reformprogramm auf Java mit Befestigungsbauten von Gouverneur Daenels
Ab 1808 lässt der holländische Gouverneur Marschall Herman Willem Daenels (bis 1811) auf Java ein Reform- und Befestigungsprogramm durchführen, das gegen England gerichtet zu sein scheint:

-- Straffung der Verwaltung der V.O.C. nach französischem Muster

-- jede Präfektur erhält ein eigenes Gericht

-- jede Selbständigkeit der Fürsten in den Sultanaten Cheribon und Bantam wird beseitigt

-- eine allfällige Verteidigung wird durch Strassen- und Befestigungsbauten vorbereitet (Reinhard, S.229)

Britischer China-Handel in der 1.Hälfte des 19.Jh.: Baumwolle und Opium aus Indien
In der 1.Hälfte des 19.Jh. kommen im britischen China-Handel durchschnittlich 80 % der britischen Waren aus Indien, zuerst Baumwolle, dann Opium (Reinhard, S.179).

1808/1809
F-I: französische Besetzung von Etrurien/Rom
Wegen Bruch der "Kontinentalsperre" lässt Napoleon Etrurien/Rom besetzen (DTV II. S.27).


1809

GB-Indien: Verträge der Company mit Sind in Nordindien
1809 kann die Company mit Sind (dem unteren Indusgebiet) und den Sikhs im Pandschab Sicherheitsverträge abschliessen (Reinhard, S.228).

Napoleonkriege, Weltkrieg: österreichischer Sieg bei Aspern - russisches Vorrücken bis Krakau - österreichische Niederlage bei Wagram - Österreich wird Binnenstaat

Österreich hofft in einer nationalen "Erhebung" auf einen "Fünften Koalitionskrieg" gegen das napoleonische Diktat (DTV II. S.25). Erzherzog Karl richtet nach Beginn der spanischen Erhebung ein Manifest an die "deutschen Völker". Preussen wird jedoch durch die französische Besatzung und Zar Alexander I. am Eingreifen gehindert. Napoleons Truppen drängen Österreichs Truppen nach Böhmen ab. Im Mai bezieht jedoch Napoleon durch Erzherzog Karl bei Aspern die erste Niederlage. Österreichische Guerilla kämpft erfolgreich am Berg Isel gegen Bayern und Franzosen, jedoch verliert das österreichische Heer im Juli bei Wagram. Napoleon degradiert Österreich im Oktober im "Frieden von Schönbrunn" zum Binnenstaat ohne Meerverbindung:

-- Salzburg, das Innviertel und Nordtirol gehen an Bayern

-- Südtirol geht an Italien

-- die Illyrischen Provinzen gehen an Frankreich

-- West-Galizien mit Krakau geht an Polen

-- Tarnapol geht an Russland

-- Begrenzung des österreichischen Heeres auf 150.000 Mann (DTV II. S.29).


1810

Napoleonkriege, Weltkrieg: Holland französisch annektiert - französische Besetzung von Norddeutschland

Napoleonkriege, Weltkrieg: Englische Annexion von Ile de Bourbon/ Réunion und Ile de France/Mauritius (Reinhard, S.229)

Napoleonkriege: Aufkommende "Nationalgefühle" in Europa
Durch die Besetzungen, die Verbreitung liberaler Ideen, die Überwindung des Feudalismus, Einführung moderner Rechtssprechungen und zentraler Bürokratien sowie durch die Zusammenfassung staatlich bisher zersplitterter Gebiete fördert Napoleon ungewollte neue Nationalgefühle, die zum Teil gegen ihn selbst gerichtet sind (DTV II. S.27).


1811

Napoleonkriege, Weltkrieg: drohende Übernahme Javas durch Frankreich - englische Invasionsvorbereitung für Java
1811 droht die französische Übernahme von Java. Thomas Stamford Raffles bereitet eine Invasion auf Java vor (Reinhard, S.229).

Napoleonkriege, Weltkrieg: Java englisch besetzt - Beschlüsse von Gouverneur-Stellvertreter Raffles: Steuererhebung - die Praxis: Zwangslieferungen und Steuer gleichzeitig
Der englische Generalgouverneur Minto erobert Java sogleich "im Handumdrehen" und setzt Thomas Stamford Raffles als Gouverneur-Stellvertreter für Java ein (-1816). Nach der Invasion beschliesst Raffles:

-- die Abschaffung aller Zwangslieferungen und Frondienste
-- die Einführung von Steuerabgaben (Reinhard, S.229).

->> Die Praxis sieht aber anders aus: Die Lieferungen und Frondienste werden nicht abgeschafft. So muss das Volk auf Java die alten und die neuen Leistungen gleichzeitig erbringen. Raffles hat darüberhinaus die Vorstellung, dass die Company Indonesien zukünftig "behalten" werde (Reinhard, S.229).


1813

DK: Auflösung der dänischen Kompanie
1813 wird die "Ostindiska Kompaniet" aufgelöst (Reinhard, S.152).

GB: Diskussion um die Statuterneuerung an die Company - freier Indienhandel
1813 sind die Meinungen der englischen Regierung über die Statuterneuerung an die Company gespalten. Manche Stimmen fordern eine Übernahme Indiens durch die Krone (Reinhard, S.230), andere fordern die Freigabe des Handels mit Indien, manche werfen sogar die Freigabe des Handels mit Indien und China in die Diskussion. Das neue Statut erhält folgende Neuerungen:

-- die Company behält nur noch das China-Monopol
-- die Dividenden dürfen nur noch aus dem China-Geschäft bezahlt werden (Reinhard, S.231)
-- zusätzlich wird zum ersten Mal die christliche Mission über die Company zugelassen. Primär sollen v.a. die Hindus bekehrt werden, die in einem sich selbst diskriminierenden Kastensystem leben. Mit der erfolglosen Mission nimmt die englische Verachtung für Indien zu (Reinhard, S.233).

ab1813
GB-Indien: neuer britischer Generalgouverneur Moira
1813 (-1823) wird der neue britische Generalgouverneur Francis Rawden Earl of Moira eingesetzt. Moira ist kein Expansionist, hat jedoch den Auftrag, Indien gegen Eindringlinge zu verteidigen (Reinhard, S.229).

1814
GB-Nepal: englischer Sieg gegen Nepal - Ernennung von Moira zum Marquis of Hastings
Die Truppen des englischen Generalgouverneurs, Francis Rawdon Earl of Moira, siegen über die aus dem Tal von Khatmandu in Indien eindringenden Nepalesen der Gurkhas. Moira wird zum "Marquis of Hastings ernannt (Reinhard, S.229).

ab 1815
GB-Indien-Russland: Sicherung Indiens gegen Russland
Ab 1815 ist die "Sicherungspolitik" der Company an der Nordgrenze Indiens auch gegen russische Invasionsversuche gerichtet (Reinhard, S.228).

1815/1816
Europa: "Neuordnung" der Welt nach Napoleons Niederlage

-- die Niederlande bekommen Malakka und die indonesische Besitzungen zurück
-- das Capland und Ceylon "bleiben" britisch
-- die Ile de Bourbon wird Frankreich als "Réunion" zurückgegeben
-- die Ile de France bleibt unter dem holländischen Namen "Mauritius" unter englischer Besetzung
Raffles, der Gouverneur-Stellvertreter für Java, sinnt ab 1816 nach englischen Möglichkeiten gegen die Niederlande (Reinhard, S.229).

1815
Indien: Finanzdebakel und Schulden Indiens: 30Mio.  Pfund Schulden
1815 beträgt das jährliche Defizit Indiens 1,2 Millionen  Pfund, die Gesamtverschuldung Indiens 30 Millionen  Pfund (Reinhard, S.231)

1815-1940
NL, Kolonien: holländische Besitzungen in der Hand des holländischen Staates
Die Besitzungen der V.O.C. werden dem holländischen Staat zugeschrieben, wo sie bis 1940 bleiben (Reinhard, S.129).

ab1816

GB-Nepal: nepalesische Söldner der Nepalesen
Ab 1816 werden Nepalesen der Gurkhas "gute" Söldner für die Engländer (Reinhard, S.229).

[Die Kriegssucht des rassistischen Europäers färbt nun immer mehr auf die eingeborenen Bevölkerungen ab und zerstört damit einen grossen Teil ihrer Kulturen. Die Bevölkerungen verlieren ihre Identität, werden von Europas Rassisten-Militärs abhängig und verlieren z.T. sogar den eigenen Erhaltungstrieb].

GB-Indien: Generalgouverneur Moira plant die Unterwerfung der Marathen
Generalgouverneur Moira plant ab 1816 die endgültige "Lösung" des Marathenproblems: die Unterwerfung der aufständischen Marathen und ihrer ehemaligen Hilfstruppen, die Pindaris. Die Pindaris vollziehen inzwischen Raubzüge mit "fliegenden Reitertruppen" und kopieren damit eine "marathische Methode" (Reinhard, S.229).

1817/1818
GB-Indien: englischer Sieg gegen die Marathen - Beginn der englischen Herrschaft über Indien

1817/18 dringen in koordiniertem Vorgehen über 100.000 Mann Company-Truppen gegen die marathischen Gebiete des westlichen Zentralindien vor. Die notorische Uneinigkeit der Marathen und die "Unfähigkeit" ihrer Führer ist für die Engländer die beste Bedingung zum Sieg. Das Hinterland von Bombay sowie ein grosser Teil der Herrschaft des Peshwa werden englisch annektiert. Der Bombay-"president" wird erstmals Herr einer Landmacht. Künftig ist die Landverbindung Bombay - Bengalen englisch kontrolliert (Reinhard, S.229).

Mit der Unterwerfung der Marathen 1818 ist der Company der Schritt zur britischen Herrschaft über Indien gelungen (Reinhard, S.229).

1819
GB-Singapur: englischer Stützpunkt Singapur gegen die Holländer
1819 gelingt es dem ehemaligen Gouverneur-Stellvertreter für Java, Raffles, von Bencoolen aus den englischen Stützpunkt Singapur zu schaffen (Reinhard, S.229).


1820

1822
Indien: immer mehr Mischlinge in Calcutta: Rassismus gegen Mischlinge
1822 leben 2500 Europäer in Calcutta, aber bereits 10.000 Mischlinge. Die Mischlinge werden in sozial untergeordneten Stellungen gehalten, haben also wegen ihrer Hautfarbe keine Chance, sich auch durch Leistung höhere Stellungen zu verdienen (Reinhard, S.233).


1824

NL-Singapur: holländische Zwangsanerkennung von Singapur
1824 muss die V.O.C. Singapur vertraglich anerkennen (Reinhard, S.229).

GB-Indien: kein Handel der Company mehr mit Indien
1824 stellt die Company den Handel mit Indien ein. Private übernehmen alles (Reinhard, S.231).

1825
NL-Indien: Abgabe aller holländischen Niederlassungen an GB
1825 überlässt die Niederlande die letzten indischen Niederlassungen Vorderindiens an Grossbritannien (Reinhard, S.153).

1825-1830
Bürgerkrieg auf Java
(Reinhard, S.217)

1830
NL-Java: Verkleinerung der Sultanate zugunsten der V.O.C.
1830 werden die Sultanate Jogjakarta und Surakarta, die Kerngebiete von Mataram auf Java, erheblich zugunsten der V.O.C. "verkleinert". Sie bleiben bis 1945 bestehen (Reinhard, S.217).

1833
GB-Indien-China: völlige Handelsfreigabe von England mit Indien und China
1833 gewährt die englische Regierung der Company kein Monopol mehr. Die Company verliert nun auch das China-Monopol. Der gesamte Seehandel wird freigegeben (Reinhard, S.231).

1834
Sp, "Philippinen": Liquidierung der spanischen Philippinengesellschaft
(Reinhard, S.153)


1840

DK: Liquidierung der dänischen "Kompagni"
(Reinhard, S.151)

GB-China: "1. Opiumkrieg" von China gegen Englands Opiumhandel
China beginnt 1840, sich militärisch gegen die englischen Opiumhändler zu wehren. Englands Waffen sind jedoch den chinesischen überlegen (DTV II. S.91).


1842

GB-China: Englischer Sieg im "1. Opiumkrieg" gegen China: "Friede von Nanking"

1842 haben die überlegenen englischen Waffen die chinesischen Truppen geschlagen. China muss im "Frieden von Nanking" Zugeständnisse an die europäischen Aggressoren machen:
-- Hongkong wird England abgetreten
-- China überlässt England Handelskonzession für fünf "Vertragshäfen"
-- China gewährt in den "Vertragshäfen" eigene Verwaltungs-, Gerichts-, Polizei- und Zollhoheit.
->> In der Folge "jagen" die europäischen Mächte danach, chinesische Privilegien zu erhalten. Die militärische Schwäche Chinas reizt jedoch die europäischen Mächte, in China "aggressiv" vorzugehen (DTV II. S.91).

1843
F, Kolonien: offizielle Umbenennung der Insel Bourbon in "Réunion"
(Reinhard, S.147).

1845
DK: Verkauf der dänischen Städte in Indien an GB
1845 werden die dänisch gehaltenen Städte in Indien Serampore und Tranquebar an England verkauft (Reinhard, S.151).

[Die Bevölkerungen hat man wahrscheinlich nicht gefragt].

ab1850
GB-Indien: Rassismus wächst: wachsende englische Verachtung für alles Indische
Die britische Verachtung für alles Indische wird innerhalb der Struktur der Company zur Institution. Die ethnozentrische Verachtung des Anderen nicht nur aufgrund der technischen "Überlegenheit" gehört nun zu den soziokulturell normalen Verhaltensweisen der Engländer (Reinhard, S.233).

1856
GB-China: "2. Opium-Krieg"/Lorcha-Krieg: chinesische Polizei kapert die westliche Dschunke (Lorcha) "Arrow"
Die chinesische Polizei entert 1856 die britische Lorcha "Arrow" und provoziert damit einen neuen Krieg mit Frankreich und England (DTV II. S.91, DTV-Lex. Bd.11 S.113).

1857 wird das "Indian Civil Service"-College von Haileybury allen Bewerbern geöffnet und der interne Rassismus der Direktoren und "Indien-Familien" abgeschafft (Reinhard, S.227).


1858

GB-China: "Friede von Tsientsin" zwischen England, Frankreich und China
Die "erste Etappe" des "Lorcha-Krieges" endet mit dem "Frieden von Tsientsin" (DTV II. S.91, DTV-Lex. Bd.11 S.113).

China-Russland: russisch-chinesischer Vertrag von Aigun
Festlegung der russisch-chinesischen Grenze (DTV II. S.91).

ab1858
GB-F-China: weiter Krieg zwischen England, Frankreich und China - Zerstörung des chinesischen Sommerpalastes - Besetzung von Peking
Nach dem "Frieden von Tsientsin" gehen die Kämpfe zwischen England, Frankreich und China weiter. Die europäischen Truppen zerstören den chinesischen Sommerpalast (DTV-Lex. Bd.11 S.113) und besetzen Peking (DTV II. S.91).


1860

"Friede von Peking" zwischen England, Frankreich und China
Die "zweite Etappe" des "Lorcha-Krieges" endet im "Frieden von Peking". China muss weitere Zugeständnisse machen:

-- hohe Kriegsentschädigung
-- Öffnung von Häfen (DTV-Lex. Bd.11 S.113)
-- Einrichtung europäischer Gesandtschaften
-- Freigabe des Handels
-- Zulassung christlicher Mission (DTV II. S.91).

China-Russland: China tritt Aigun an Russland ab
1860: China tritt die Küstenprovinz Aigun an Russland ab (DTV II. S.91).


1870

F-China: Ermordung des französischen Konsuls in China
1870 wird der französische Konsul in Tsientsin ermordet. Die europäischen Mächte antworten mit einer "Sühnemission" (DTV II. S.91).

1875
F: Liquidierung der "Compagnie des Indes"
(Reinhard, S.149)

1885
China-Vietnam: chinesische Anerkennung des französischen Tonking
1885 anerkennt die chinesische Regierung das französische Protektorat über Tonking (DTV II. S.91).

1898
"US"-spanischer Krieg: "Philippinen" amerikanisch besetzt
(Reinhard, S.79)

1945
Indonesien: Java wird Keimzelle für die Unabhängigkeit
1945 werden die Sultanate Jogjakarta und Surakarta Keimzellen des unabhängigen Indonesien (Reinhard, S.217).


Epilog


Politische Unabhängigkeiten der Kolonien:

Wirtschaftlich geraten die Kolonien in totale Abhängigkeit,

-- weil der Kolonialismus die Identität der besetzten Völker zerstört hat und somit nur labile Menschenmassen vorhanden sind, die dauernd mit der Selbstfindung beschäftigt sind

-- weil die Regierungen korrupt sind und es gut finden, wenn die Bevölkerung arm bleibt und die "Hilfsorganisationen" der "Ersten Welt" Sachen gratis spenden

-- weil die "USA" und der weiss-rassistische CIA laufend ganze Länder der "Zweiten Welt" und der "Dritten Welt" derart manipulieren, dass keine Stabilisierung zustande kommt, so dass diese Länder nie "Erste Welt" werden können.


In den "USA" wird jeweils eine Regierung gewählt, aber der CIA bleibt immer gleich rassistisch.

Gibt es dafür Entschädigung, du dumme "USA", wie du die Welt seit 1945 terrorisierst?


Bücher über den kriminellen, die ganze Welt terrorisierenden CIA, gibt es genug.








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