|
|
|
Wenn Pharma-Firmen auf Gewinnsteigerung angewiesen sind, ist es klar, dass es immer mehr Kranke geben muss, und dass alles manipuliert ist
Meldungen
präsentiert von Michael Palomino
Mit Freunden teilen:
Korruption bei Ärzten und bei der Chemie: Weltweit 8-24 Milliarden Euro Schaden
aus: Korruption im Gesundheitswesen; n-tv-Text, 17.5.2006, Tafel 413
"Durch Korruption gehen im Gesundheitswesen nach Einschätzung von Transparency International jährlich Milliarden Summen verloren. Abrechnungsbetrug und Einflussnahme der Pharmaindustrie gehörten in Deutschland zum Alltag, hiess es. Forscher fälschten gegen Bezahlung Studien, Kriminelle handelten im grossen Stil mit Versichertenkarten und Medikamenten. Den Schaden schätzte die Organisation, die weltweit gegen Betrug kämpft, auf 8-24 Milliarden Euro."
-----
Schulmedizin 17.4.2010: Abzocke mit Krebs-Mitteln: 70 deutsche Apotheken im Verdacht des Millionenbetrugs
aus: Stern online: Abzocke mit Krebs-Mitteln: 70 deutsche Apotheken im Verdacht des Millionenbetrugs; 17.4.2010; http://www.stern.de/gesundheit/abzocke-mit-krebs-mitteln-70-apotheken-im-verdacht-des-millionenbetrugs-1558871.html
Um mehr Profit zu machen, sollen Apotheker billige Krebs-Medikamente illegal importiert und teuer abgerechnet haben. Es geht um einen zweistelligen Millionenbetrag - und die Gesundheit der Patienten. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.
Gegen rund 70 Apotheken ermittelt die Staatsanwaltschaft
Die deutschen Apotheker stellen sich gern als besonders vertrauenswürdig dar. Wird berichtet, dass ein Teil der übers Internet bezogenen Medikamente gefälscht sind, verkünden sie garantiert, nur bei ihnen sei gewährleistet, dass auch immer das richtige Mittel über den Ladentisch wandert. "Apotheker sind Heilberufler, die pharmazeutisches Wissen besitzen, aber auch Freiberufler, die gesellschaftliche Verantwortung im Sinne des Gemeinwohls übernehmen." Der Satz findet sich auf der Seite der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände.
Anzeige
Leider nimmt wohl ein gewisser Anteil der Zunft die Sache mit der Verantwortung nicht ganz so ernst. Apotheker aus ganz Deutschland stehen unter Verdacht, sich bei der Abrechnung von Krebsmedikamenten illegal bereichert zu haben. Der Vorwurf: Sie haben so genannte Zytostatika billig aus dem Ausland beschafft, aber hier zum handelsüblichen, wesentlich höheren Preis verkauft. Die Medikamente sind dort wesentlich günstiger, aber in Deutschland nicht zugelassen. Dabei ist nicht auszuschließen, dass die Medikamente qualitativ schlechter waren und zum Beispiel durch Verunreinigungen mehr Nebenwirkungen verursacht haben. Die Mittel könnten sogar gänzlich wirkstofffrei gewesen sein. Damit hätten die Apotheker das Leben von Krebspatienten aufs Spiel gesetzt, nur um am Ende besser zu verdienen.
Inzwischen wird gegen rund 70 Apotheker in ganz Deutschland ermittelt, erklärt ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Mannheim am Donnerstag. "Den Ersatzkassen entstand ein Gesamtschaden im zweistelligen Millionenbereich", sagt ein Sprecher der Techniker Krankenkasse. Die AOK Niedersachsen bezifferte ihren Schaden auf mehr als zwei Millionen Euro. Nach einem Bericht des Rundfunksenders NDR-Info stehen unter anderem Apotheker in Augsburg, Braunschweig, Celle, Kiel, Mainz, Münster und Wuppertal im Visier der Staatsanwaltschaft. Bereits im Januar war ein Mann aus dem badischen Raum angeklagt worden, weil er Medikamente falsch abgerechnet und rund 420.000 Euro in die eigene Tasche gewirtschaftet hatte.
Der jährliche Umsatz mit Zytostatika liegt bei zwei Milliarden Euro, schätzt Peter Eberwein vom Verband der zytostatikazubereitenden Apotheker/innen in öffentlichen Apotheken. Rund 400 der bundesweit 22.000 Apotheken sowie etwa 100 Krankenhausapotheken und 15 Herstellungsbetriebe bereiten diese Mittel zu. Sie verfügen über ein spezielles Labor, in dem die Medikamente unter sterilen Bedingungen verdünnt werden. Diese Verdünnung ist nötig, da die Konzentration für den jeweiligen Patienten angepasst werden muss. Kontrolliert würden diese 500 Apotheken, wie alle anderen auch, vom Amtsapotheker, der unangemeldet komme.
Eberwein erinnert sich, dass ihm selbst vor ein paar Jahren billige Zytostatika aus dem Ausland angeboten wurden. Er habe diese nicht genommen, aber sich auch nicht weiter mit dem Vorfall beschäftigt. Denn generell ist das nicht verboten. "Im Einzelfall dürfen wir über Großhändler ja Arzneimittel aus dem Ausland importieren", sagt er.
Wie solche Vorfälle in Zukunft besser verhindert werden könnten, weiß Eberwein nicht. "Wer betrügen will, der tut das auch", ist seine nüchterne Einschätzung. Am Ende ist nur ein gewiss: Wenn Apotheker beim nächsten Mal betonen, dass Medikamente aus ihrer Hand sicherer sind als aus dem Internet, wird ihnen weniger Glauben geschenkt.
bub/DPA/APN>
-----
21.4.2010: Planmässige Verfälschung medizinischer Studien durch Schmiergelder der Pharma-Lobby
aus: Spiegel online: Bezahlte Forschung: Mediziner werfen Pharmafirmen Manipulation von Studien vor; 21.4.2010;
http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,690328,00.html
<Tabletten: Geld beeinflusst medizinische Studien
Schwere Vorwürfe gegen die Pharmaindustrie: Medikamentenhersteller nutzen laut Forschern ihren finanziellen Einfluss, um Arzneimittelstudien zu verzerren. Zu diesem Ergebnis kommen die Mediziner nach einer Analyse Dutzender Studien. Ihre Forderung: Sicherheit soll vor Umsatz gehen.
Die Pharmaindustrie steckt viel Geld in die Forschung. Damit werde nicht nur die Forschung gefördert, monieren Kritiker schon lange: Immer wieder würden Studienergebnisse durch Geldgeber beeinflusst. 2007 etwa wurde bekannt, dass Brustkrebs-Arzneitests negativer ausfallen, wenn kein Geld von Medikamentenhersteller im Spiel ist. 2009 fiel die US-Pharmafirma Wyeth damit auf, dass sie geschönte Studien von Ghostwritern verfassen ließ. Der Wissenschaftsverlag Elsevier hatte sogar ganze Fachblätter im Auftrag von Arzneimittelherstellern veröffentlicht, bei denen es sich eher um nicht gekennzeichnete Werbebroschüren handelte.
Jetzt nimmt das "Deutsche Ärzteblatt" die Industrie ins Visier. Ein sechsköpfiges Team um Gisela Schott von der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft hat 57 in Fachblättern publizierte Studien unter die Lupe genommen. Das Fazit: "Arzneimittelstudien, die von pharmazeutischen Unternehmen finanziert werden, oder bei deren Autoren ein finanzieller Interessenkonflikt vorliegt, ergeben häufiger ein für die Pharmafirma vorteilhaftes Ergebnis."
Das liegt nach Meinung der Forscher nicht nur an der weitverbreiteten Praxis von Pharmaunternehmen, Auftragsstudien mit missliebigen Ergebnissen gar nicht erst zu veröffentlichen. Selbst die Ergebnisse publizierter Studien würden "öfter zugunsten des Sponsors interpretiert" - obwohl ihre methodische Qualität nicht schlechter sei als die von unabhängig finanzierten Untersuchungen. "Es zeigten sich Hinweise, dass pharmazeutische Unternehmen das Studienprotokoll zu ihren Gunsten beeinflussen", urteilen die Wissenschaftler im "Ärzteblatt".
In einem begleitenden Kommentar schreibt der Regensburger Sozialmediziner David Klemperer von "Manipulationstechniken" der Pharmaindustrie. Ergebnisse, die "der Vermarktung einer Substanz hinderlich sein könnten", würden verschwiegen, negative oder nicht eindeutige Ergebnisse in positive uminterpretiert.
"Pharmazeutische Firmen lassen somit Ärzte und Patienten häufig über die wahren Wirkungen ihrer Produkte im Unklaren", schreibt Klemperer. Ärzte würden so unwissentlich ihre Patienten gefährden. Die Bundesärztekammer sollte aufgrund der aktuellen Studie konkrete Forderungen an die Politik richten - "damit zum Schutze unserer Patienten die Evidenz über das Marketing siegt und Sicherheit vor Umsatz geht".
mbe>
-----
15.5.2010: Korruption im Gesundheitswesen: Ärzte reklamieren obszöne Preise bei "Krebsmedikamenten"
aus: Spiegel online: Ärzteprotest gegen Krebsmittel-Kosten: "Die Preise sind schlicht obszön"; 15.5.2010; http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,694957,00.html
<ddp
Medikamente: Bei neuen Arzneien legen die Pharmafirmen den Preis ohne Kontrolle fest
Unter Medizinern formiert sich Widerstand gegen die Preispolitik der Pharmakonzerne. In einem Gutachten für das Bundesgesundheitsministerium kritisieren die Experten im SPIEGEL fragwürdige Krebsmittel, die jährlich bis zu 100.000 Euro pro Patient kosten.
Hamburg - Trotz des enorm hohen Preises sei der klinische Nutzen der fraglichen Arzneien nur geringfügig oder gar nicht zweifelsfrei belegt, kritisieren Onkologen und Gesundheitsökonomen in einem Gutachten für das Bundesgesundheitsministerium. Mehr als ein Dutzend derartige Präparate - meist Antikörper oder Enzymhemmstoffe - werden schon heute verschrieben, bis zu 40 weitere könnten nach Expertenschätzung in den nächsten sechs Jahren Marktreife erlangen.
"Wir werden unser Gesundheitssystem nicht mehr finanzieren können, wenn wir das nicht in den Griff bekommen", sagte Wolf-Dieter Ludwig, Professor für Onkologie in Berlin und Vorsitzender der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft, dem SPIEGEL.
Schon jetzt würden 25 Prozent des Arzneimittelbudgets der Krankenkassen durch Spezialpräparate aufgebraucht, obwohl diese nur rund zwei Prozent der Verschreibungen ausmachen. "Die meisten dieser Medikamente haben nur eine geringe Wirkung. Deshalb halte ich die Preise schlicht für obszön", sagte Ludwig.
Gerd Glaeske, Gesundheitsökonom an der Universität Bremen, fordert eine neue Preispolitik: "Es kann nicht sein, dass die Hersteller die Preise für Medikamente diktieren, deren Nutzen noch gar nicht abschließend erwiesen ist."
Ludwig und Glaeske gehören zu den Verfassern des brisanten Gutachtens, das vorschlägt, den Preis eines neuen Medikaments künftig am Nutzen für den Patienten zu bemessen. Bisher können Pharmafirmen die Preise für innovative Produkte in Deutschland selbst festsetzen, die gesetzlichen Krankenkassen sind dann verpflichtet, diese zu zahlen.
hil>
-----
9.6.2010: <Bandemässiger Abrechnungsbetrug - Razzia in Krankenhäusern
aus: n-tv online; 9.6.2010; http://www.n-tv.de/panorama/Meldungen/Razzia-an-Krankenhaeusern-article913613.html
Die Polizei ging einem Hinweis nach
Polizei und Staatsanwaltschaft haben in Berlin einen großangelegten Betrug an drei Berliner Krankenhäusern aufgedeckt. Die Staatsanwaltschaft geht von 24 Beschuldigten und 128 Fällen des Abrechnungsbetruges aus, sagte Oberstaatsanwalt Frank Thiel. In 56 Fällen wird den Ärzten der DRK-Kliniken Körperverletzung bei speziellen radiologischen Untersuchungen vorgeworfen, weil sie dafür nicht qualifiziert waren. Der bisher festgestellte Schaden für die Krankenkassen liege bei 170 000 Euro, die Gesamtschadenssumme schätze man aber auf mehr als eine Million Euro, sagte Thiel. "Es gibt Hinweise, dass es sich nur um die Spitze eines Eisberges handelt."
Bei den Durchsuchungen seien viele Beweise gefunden worden. Die Staatsanwaltschaft strebe nun mehrjährige Gefängnisstrafen für die drei Hauptbeschuldigten, zwei Geschäftsführer des Kliniken-Verbundes und einen Chefarzt der Radiologie an. Ein dritter Geschäftsführer, der erst am Montag sein Amt antrat, steht nicht unter Verdacht.
Facharztleistungen angemaßt
Seit 2005 sollen Assistenzärzte für medizinische Behandlungen eingesetzt worden sein, die dann auf Weisung der Geschäftsführer als Facharzt-Behandlungen abgerechnet wurden. Die Assistenzärzte seien für die "ärztlichen Spezialleistungen" nicht qualifiziert und nicht zugelassen gewesen.
Außerdem ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft wegen des Vorwurfs der Körperverletzung. Die Assistenzärzte sollen "körperliche Eingriffe" in der Radiologie vorgenommen haben, obwohl sie dafür noch nicht ausreichend ausgebildet waren und es keine fachliche Aufsicht gab. Die Taten geschahen im Bereich der sogenannten Angiografie, der Darstellung von Gefäßen etwa durch Röntgenstrahlen, Magnetresonanztomografie (MRT) oder Untersuchungen mit Sonden.
Verengungen oder Verschlüsse durch Ablagerungen wurden dann häufig von den Ärzten direkt behandelt, indem beispielsweise die Adern "freigefräst" wurden, schilderte der Leiter der Ermittlungsgruppe, Hauptkommissar Karsten Fischer, das Vorgehen. Das dürfe medizinisch aber nur ein "Facharzt mit besonderer Fachkunde", so Fischer. Nicht qualifizierte Assistenzärzte würden sich durch eine derartige Behandlung der Körperverletzung schuldig machen.
Zudem soll es doppelte Untersuchungen gegeben haben, die medizinisch nicht nötig waren, aber abgerechnet wurden.
dpa>
-----
Korruption im Gesundheitswesen 12.6.2010: 20 Medikamente verursachen 20% der Arzneimittelausgaben
Es ist schon eigenartig, wie der Konsum chemischer Giftpillen, die auch "Arzneimittel" genannt werden, immer mehr zunimmt, und dabei das "Gesundheitswesen" sich immer noch "Gesundheitswesen" nennen darf. Die Schulmedizin ist in einer absoluten Sackgasse, und die Politik will es immer noch nicht wahrhaben. Aber lesen Sie selbst, bei welchen Giftpillen die Chemie- und Pharma-Industrie ihre Absätze am besten steigern konnte - alles ganz legal. Korruption ist dabei Gang und Gäbe, denn wenn eine Zeitung kritische Meldungen bringt, die bekommt keine Werbeinserate mehr...
aus: Stern online: Arzneimittel-Report: Die größten Kostentreiber; 12.6.2010;
http://www.stern.de/gesundheit/arzneimittel-report-die-groessten-kostentreiber-1573030.html
<20 Medikamente verursachen ein Fünftel der Arzneimittelausgaben. Das zeigt der Arzneimittel-Report 2010 der Barmer GEK. Dem Report zufolge stiegen die Ausgaben bei diesen Mitteln um bis zu 25 Prozent. Der durchschnittliche Ausgabenzuwachs für Arzneimittel lag bei sechs Prozent.>
TABELLE: Top 20 der Arzneimittel
Tabelle mit den kostenintensivsten Arzneimitteln 2009 bis 2010
Top 20 der Arzneimittel - führende Arzneimittel im Jahr 2009
Präparat
Behandelte Krankheit
Ausgaben
Änderung zum Vorjahr
1
Humira
gegen Rheumatische Arthritis
62,828 Mio. Euro
+ 26%xxxxxxxx
2
Enbrel
gegen Rheumatische Arthritis
54,592 Mio. Euro
+ 20%xxxxxxxx 3
Rebif
gegen Multiple Sklerose (MS)
44,023 Mio. Euro
+ 14%xxxxxxxx 4
Copaxone
gegen Multiple Sklerose (MS)
38,253 Mio. Euro
+ 24%xxxxxxxx 5
Avonex
gegen Multiple Sklerose (MS)
36,998 Mio. Euro
+ 12%xxxxxxxx 6
Symbicort
gegen Asthma
36,085 Mio. Euro
+ 14%xxxxxxxx 7
Betaferon
gegen Multiple Sklerose (MS)
34,144 Mio. Euro
- 3%xxxxxxxx 8
Glivec
gegen Krebserkrankungen
33,910 Mio. Euro
+ 17%xxxxxxxx 9
Seroquel
gegen Schizophrenie
33,025 Mio. Euro
+ 22%xxxxxxxx 10
Omep
gegen Magenerkrankungen
32,107 Mio. Euro
- 12%xxxxxxxx 11
Zyprexa
gegen Schizophrenie
31,154 Mio. Euro
+ 252%xxxxxxxx 12
Viani
gegen Asthma
30,297 Mio. Euro
+ 7%xxxxxxxx 13
Lyrica
gegen Epilepsie
29,300 Mio. Euro
+ 24%xxxxxxxx 14
Spiriva
gegen Lungenerkrankungen
29,053 Mio. Euro
+ 20%xxxxxxxx 15
Arimidex
gegen Krebserkrankungen
25,462 Mio. Euro
+ 10%xxxxxxxx 16
Sifrol
gegen Restless Legs / Parkinson
25,048 Mio. Euro
+ 15%xxxxxxxx 17
Clexane
gegen Thrombose
24,987 Mio. Euro
+ 15%xxxxxxxx 18
Inegy
gegen cholesterinbedingte Erkrankungen
23,581 Mio. Euro
+/- 0%xxxxxxxx 19
Remicade
gegen Morbus Crohn, rheumatische Artritis
22,790 Mio. Euro
+ 29%xxxxxxxx 20
Keppra
gegen Epilepsie
21,297 Mio. Euro
+ 32%xxxxxxxx
-----
Das Thema der immer steigenden Medikamentenpreise kam nicht zur Ruhe:
14.9.2010: <Politik: Pharma-Branche schröpft Deutschland - Medikamente weit überteuert>
aus: n-tv online; 14.9.2010; http://www.n-tv.de/politik/Medikamente-weit-ueberteuert-article1485946.html
<Der Anstieg der Arzneimittelausgaben setzt sich trotz der Spargesetze ungebremst fort. Die Medikamenten-Kosten für die gesetzlichen Krankenkassen steigen 2009 um 4,8 Prozent auf 32,4 Milliarden Euro. Patentgeschützte Arzneimittel sind in Deutschland 50 bis 100 Prozent teurer als in anderen europäischen Ländern.
Die Pharma-Industrie schröpft das deutsche Gesundheitssystem dem neuen Arzneimittel-Report zufolge mit stark überhöhten Medikamenten-Preisen. Die Präparate seien in Deutschland 50 bis 100 Prozent teurer als in den Nachbarländern, kritisierten die Herausgeber des Arzneimittel-Reports.
Patentgeschützte Medikamente kosteten im Schnitt 50 Prozent mehr als etwa in Schweden. Für Nachahmerprodukte, die sogenannten Generika, müssten die Kassen sogar doppelt so viel bezahlen wie in Schweden. Dies belege ein Vergleich der Preise für die 50 umsatzstärksten Arzneimittel in beiden Bereichen.
Sonderweg in der EU - [die dumme deutsche Regierung lässt die Pharmaindustrie machen, was sie will]
Bei gleichen Preisen hätten die gesetzlichen Krankenkassen 2009 in Deutschland 9,4 Milliarden Euro weniger für Medikamente ausgeben müssen, heißt es in dem Report der beiden Herausgeber Professor Ulrich Schwabe und Dieter Paffrath. Dies sei ein Drittel der gesamten Arzneimittel-Kosten. Ein Grund für die hohen Preise ausgerechnet in Deutschland als größtem Arzneimittelmarkt Europas sei, dass fast alle anderen EU-Staaten die Preise regulierten. Neben Deutschland ließen nur Dänemark und Malta den Pharma-Unternehmen die Freiheit, die Preise für patentgeschützte Arzneimittel selbst festzulegen.
Die Pharma-Branche habe allerdings auch unabhängig von den Einnahmen in Deutschland ein Interesse daran, die Preise hier hoch zu halten. Denn in vielen EU-Staaten würden die Preise für Medikamente über einen internationalen Vergleich festgelegt. Hohe Preise in Deutschland trieben damit auch die regulierten Preise in anderen europäischen Staaten in die Höhe.
Medikamente immer teurer - [die Linkspartei moniert den "Selbstbedienungsladen für Pharma-Konzerne"]
Insgesamt stiegen die Arzneimittel-Ausgaben in Deutschland 2009 dem Report zufolge um 4,8 Prozent auf 32,4 Milliarden Euro. Im Vorjahr hatten die Kosten noch um 5,3 Prozent zugelegt. Die anderen großen Kostenblöcke der gesetzlichen Krankenversicherung wuchsen 2009 noch stärker als die Arzneimittel-Ausgaben: Die Krankenhauskosten stiegen um 6,8 Prozent auf 56,4 Milliarden Euro, die ärztliche Behandlung um sieben Prozent auf 30,6 Milliarden Euro.
Die Linkspartei forderte eine wirksame Begrenzung der Arzneimittel-Ausgaben. "Der Selbstbedienungsladen für Pharma-Konzerne muss geschlossen werden", sagte die Gesundheitsexpertin Kathrin Vogler. Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie erklärte indes, die Ausgabensteigerungen entsprächen den Rahmenvereinbarungen mit den Krankenkassen und seien auch in einer besseren Leistung begründet. So hätten HIV-Patienten heute eine 15 Jahre höhere Lebenserwartung als Mitte der 90er Jahre.
rts>
-----
30.3.2011: Insiderhandel eines Medikamentenprüfers in den "USA"
aus: 20 minuten online: Gesundheitswesen: Insiderskandal erschüttert US-Behörde; 30.3.2011;
http://www.20min.ch/finance/news/story/31667362
<Ein Chemiker bei US-Gesundheitsbehörde FDA für die Qualitätsprüfung für neue Medikamente zuständig war, hat sich sein Wissen illegal vergoldet.Die Börsenaufsicht SEC wirft einem 57-jährigen FDA-Chemiker vor, gemeinsam mit seinem 25-jährigen Sohn durch verbotene Aktiengeschäfte mehr als 3,6 Millionen Dollar verdient zu haben. Wie aus der am Dienstag (Ortszeit) veröffentlichten Klageschrift der SEC hervorgeht, nutzte der Beschuldigte in mindestens 27 Fällen sein privilegiertes Wissen über bevorstehende FDA-Entscheidungen zu gewinnträchtigen Transaktionen aus. in.
Vor allem kaufte er Aktien von Pharmafirmen, die bald grünes Licht für bestimmte Medikamente bekommen sollten. Sobald die Behörde die Genehmigung öffentlich machte, legten die Aktienkurse der Unternehmen zu - und der FDA-Mitarbeiter strich die Gewinne ein.
Zuständig für Qualitätsprüfung
In einem Fall waren das mehr als eine Million Dollar auf einen Schlag. Der Beschuldigte hatte sich zwischen Ende März und Ende April 2009 mit Aktien von Vanda Pharmaceuticals eingedeckt. Anfang Mai kam dann die Genehmigung der FDA für ein Schizophreniemittel von Vanda.
Der Mann arbeitete im FDA-Büro, das für die Qualitätsprüfung für neue Medikamente zuständig ist. Der Klageschrift zufolge verdiente er in dieser Position 122 744 Dollar im Jahr. Er hatte Zugang zu vertraulichen Informationen darüber, ob und wann seine Behörde bestimmte Medikamentenanwendungen billigen wird.
(sda)>
=====
Deutschland 18.8.2011: <Fast die Hälfte aller Klinik-Abrechnungen falsch> - die Spitäler zocken die Krankenkassen ab, und die Patienten müssen das mit hohen Prämien bezahlen
aus: Welt online, 18.8.2011;
http://www.welt.de/wirtschaft/article13552298/Fast-die-Haelfte-aller-Klinik-Abrechnungen-falsch.html
<2010 haben die Krankenhäuser bis zu 1,5 Milliarden Euro zuviel bei den Kassen in Rechnung gestellt. Den Schaden tragen die Versicherten.
Durch falsche Krankenhausabrechnungen ist den gesetzlichen Krankenkassen nach eigener Darstellung im vergangenen Jahr ein Schaden von bis zu 1,5 Milliarden Euro entstanden. So waren 45,6 Prozent aller genauer überprüften Krankenhausabrechnungen nicht korrekt, geht aus einer Mitteilung des Krankenkassen-Spitzenverbandes in Berlin hervor.
Arzt im Krankenhaus: Zocken die Kliniken die Kassen ab?„Im vergangenen Jahr war der Anteil der entdeckten fehlerhaften Krankenhausabrechnungen so hoch wie noch nie“, sagte der stellvertretende Verbandschef Johann-Magnus von Stackelberg.
Dies könnte nach seinen Worten entweder daran liegen, dass die Prüfungen der Krankenkassen besser werden, oder daran, dass die Qualität der Krankenhausabrechnungen schlechter wird. „Das Ergebnis bleibt aber gleich: Viel zu viele Abrechnungen sind falsch.“
Ein Gesamtschaden für die Beitragszahler von bis zu 1,5 Milliarden Euro sei nicht hinnehmbar. Die Politik müsse rasch dafür sorgen, „dass die Krankenhäuser endlich einen echten Anreiz haben, korrekt abzurechnen“. Die Vorschläge der Kassen dazu lägen auf dem Tisch.
Die Kontrolleure waren an vielen Stellen fündig geworden. Mal wurde stationär statt ambulant operiert oder aber die Patienten wurden länger als nötig in der Klinik behalten. Auch wurden dem Report zufolge Medikamente abgerechnet, die den Patienten gar nicht verabreicht worden waren.
=====
dpa/tat>
30.10.2011: Korruption im deutschen "Gesundheitswesen": "Gefälschte Rezepte, Schein-Behandlungen und Bestechungsgelder der Chemie - und viel Arbeit für die Justiz
aus: n-tv online: Betrug und Korruption: Druck auf Ärzte nimmt zu; 30.10.2011;
http://www.n-tv.de/politik/Druck-auf-Aerzte-nimmt-zu-article4649666.html<Gefälschte Rezepte, Schein-Behandlungen und zweifelhafte Zuwendungen: Betrug im Gesundheitswesen kostet Milliarden. Ärzte bekommen oft direkt Geld von Pharmafirmen. Ein Urteil des BGH könnte dafür sorgen, dass der Druck auf die schwarzen Schafe unter den Weißkitteln wächst.
Für Ärzte, Pharmavertreter und Apotheker bricht möglicherweise eine neue Zeit des Anstands an. Der Großteil agiert nach Einschätzung auch von Ermittlungsbehörden zwar ziemlich korrekt, wenn es um Geld und Abrechnungen geht. Doch viele bewegen sich in einer Grauzone hin zur Korruption - andere praktizieren kriminelle Machenschaften.
Mit Spannung erwartet die Branche ein Grundsatzurteil des Bundesgerichtshofs (BGH). Der Große Senat für Strafsachen entscheidet in nächster Zeit, ob Ärzte Amtsträger sind - und sich als solche klar der Korruption schuldig machen können.
Gerd Glaeske leitet den Arbeitsbereich "Versorungsforschung im Bereich Arzneimittel und sonstiger Leistungen" im Zentrum für Sozialpolitik der Universität Bremen.
Seit Jahrzehnten bezahlen Pharmafirmen und Hersteller von Medizinprodukten und -geräten Mediziner - unter anderem für kleine Arzneistudien. Laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) nehmen Ärzte mehr als 80.000 Mal im Jahr an einer von über 300 sogenannten Anwendungsbeobachtungen teil. Die Mediziner beobachten die Wirkung neuer Mittel an ihren Patienten, oft ohne deren Wissen. Die Hersteller bezahlen dem Arzt pro Patient 10 bis 1000 Euro. Kritiker wie der Bremer Forscher Gerd Glaeske sagen: Sie wollen die Ärzte gegen Bares dazu bringen, ihre Produkte zu verschreiben.Der Frankfurter Oberstaatsanwalt Alexander Badle erwartet nun eine Klarstellung aus Karlsruhe darüber, "welche Kooperationsformen zwischen Arzneimittelherstellern und Ärzten noch zulässig sind".
Einige Ärzte erwarten Pharma-Geld
Der auf Korruption im Gesundheitswesen spezialisierte Fahnder findet das auch dringend nötig. "Bei vielen Ärzten ist über Jahrzehnte die Haltung gewachsen, Anreize zu fordern", sagt Badle. "Es gibt auch Drohungen, sich anderen Pharmaunternehmen zuzuwenden, wenn diese ausbleiben." Nach dem BGH-Urteil könnten undurchsichtige Praktiken beim Pharmamarketing zu einem großen Tätigkeitsfeld für die Strafverfolgungsbehörden werden, meint der niedersächsische Oberstaatsanwalt Marcus Röske, der per Revision zu einem Verfahren die höchstrichterliche Befassung angestoßen hat.
Die obersten Industrie- und Ärztevertreter haben das Problem erkannt. Per Selbstverpflichtung will die Pharmabranche Zügellosigkeit eindämmen. Die KBV verlangt schon seit einiger Zeit Gesetze gegen bezahlte Pharmastudien. Röske hofft auf ein "Umdenken bei den Pharmaunternehmen".
"Viel Arbeit beim Abrechnungsbetrug"
Oberstaatsanwalt Marcus Röske ermittelt in Fällen, in denen Pharmafirmen Ärzte bestechen.
Pharma-Einfluss auf Ärzte aber ist nur eine Facette der dunklen Machenschaften im Gesundheitswesen. "Im Moment haben wir viel Arbeit im klassischen Deliktfeld des Abrechnungsbetrugs", sagt Oberstaatsanwalt Badle. "Teilweise haben wir es mit gefälschten Rezepten zu tun." Apotheker rechneten aber auch echte Arztrezepte ab, ohne Arznei zu liefern. Es gebe Allianzen zwischen Ärzten und Apothekern. "Das ist alarmierend. In einem Fall gab es einen Schaden von zwei Millionen Euro in neun Monaten." Insgesamt gehen die Schäden durch solche Taten in die Milliarden - eine genaue Zahl kennt niemand.Doch immer mehr Fahnder machen Jagd auf Trickser oder Kriminelle in Weiß. Auch die Kassen werden wachsamer. So begann die Techniker Krankenkasse (TK) 2002 mit dem Aufbau einer Ermittlergruppe von anfangs noch vier Mitarbeitern. Mittlerweile sind es 15. "Viele Täter verdienen ohnehin schon Millionen und handeln schlicht aus Gier", sagt TK-Sonderermittler Frank Keller, der früher Polizist war.
Füllung ohne Zahn
Im deutschen Gesundheitsdickicht fühlen sich die Täter oft sicher - krass sind viele Fälle aus Kellers Fahndungsalltag: So kauften Apotheker reihenweise Krebsmedikamente für 300 Euro ein - und rechneten dafür 3000 Euro ab. Über Monate prüften die Ermittler die Abrechnungen zu einem Zahn eines Versicherten. Obwohl der Dentist sich schon das Zahnziehen bezahlen ließ, flatterten der Kasse immer wieder Rechnungen für Füllungen ins Haus. In Schleswig-Holstein rechneten Ärzte Leistungen an Verstorbene ab.
Schlagzeilen gab es, als Berliner Kliniken den Einsatz von Assistenzärzten als Facharztbehandlung abrechneten. Die Ermittler kamen den Tätern filmreif auf die Spur. Ein betroffener Assistenzarzt meldete sich laut Keller zunächst mehrmals telefonisch. Dann traf man sich vorsichtig ein erstes Mal. Oft fallen Betrügereien aber routinemäßig auf. In einer Falldatenbank dokumentiert die TK alle Betrugsfälle, um wie bei einer Rasterfahndung abertausende Abrechnungsdaten auf ähnliche Muster zu untersuchen.
Staatsanwalt Badle meint, der Stellenwert von Recht und Gesetz wachse im Gesundheitswesen allmählich. So habe die Pharmaindustrie begriffen, "dass die Zeichen auf Wandel stehen". Doch er sagt auch: "Bis sich das Bewusstsein wandelt, dauert es lange."
Basil Wegener, dpa>
=====
14.11.2011: Korruption im Gesundheitswesen: <70% der neuen Arzneimittel sind überflüssig>
aus: Welt online: Flut an Medikamenten: 70 Prozent der neuen Arzneimittel sind überflüssig; 14.11.2011
http://www.welt.de/gesundheit/article13716128/70-Prozent-der-neuen-Arzneimittel-sind-ueberfluessig.html
20.000 verschreibungspflichtige Medikamente gibt es in Deutschland – aus Ärztesicht dürften jedoch bereits 500 Medikamente für eine gute Versorgung ausreichen.
Die wenigsten neuen Wirkstoffe auf dem reichlich gefüllten Arzneimittelmarkt bringen wirklichen Fortschritt. Nur 10 bis 30 Prozent der neuen Medikamente helfen besser als ihre Vorläufer, so die ernüchternde Bilanz der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft.
"Auf die restlichen Präparate könnten wir in Zukunft verzichten, ohne dass sich die Qualität der Patientenversorgung verschlechtert", sagt ihr Chef Wolf-Dieter Ludwig. In Deutschland seien rund 20.000 verschreibungspflichtige Arzneimittel mit rund 2000 Wirkstoffen zugelassen. 300 bis 500 dieser Wirkstoffe dürften für eine gute medizinische Versorgung ausreichen. "In einzelnen Bereichen wie der Schmerztherapie bei Tumorpatienten sind die Verordnungen oft sehr irrational", so Ludwig.
Jetzt laufen neue Arznei-Prüfungen an. Bis Jahresende will der zuständige Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten, Krankenkassen und Kliniken erstmals den Nutzen neuer Mittel bewerten. Damit beginnt eine Zeitenwende auf dem Pharmamarkt.
Künftig sollen alle neuen Medikamente offiziell auf ihren Zusatznutzen gegenüber schon gebräuchlichen Therapien geprüft werden. Was nicht mehr nutzt, darf auch nicht mehr kosten. Das ist in der jüngsten Arzneireform der Koalition festgelegt.
Die Branche ist in heller Aufregung. Über Jahre konnte die Industrie für neu zugelassene Pillen in Deutschland nach Belieben viel verlangen. Dieses Jahr machten gleich zwei Firmen wegen der neuen Prüfungen im letzten Moment einen Rückzieher.
Novartis nahm einen Blutdrucksenker vom Markt. Der Hersteller Merckle Recordati ließ einen neuen Cholesterinsenker kurzerhand unter die bestehenden Obergrenzen für die Bezahlung gängiger Mittel einordnen.
"Deutschland geht bei der frühen Nutzenbewertung für neue Arzneimittel einen riskanten Weg", warnt die Geschäftsführerin des Pharmaverbands vfa, Birgit Fischer. "Zum ersten Mal gibt es in Deutschland einen realen Anlass darüber nachzudenken, ob Patienten Medikamente nicht zur Verfügung stehen werden, die andernorts in Europa verfügbar sind."
Entsprechend gibt es Streit übers Kleingedruckte. Mit welchen gängigen Mitteln sollen die neuen Medikamente verglichen werden, um herauszufinden, wie teuer sie die Kassen zu stehen kommen sollen? Laut Fischer ist die Vergleichbarkeit immer wissenschaftlich umstritten.
Der Chef des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), Rainer Hess, hält dagegen: "Vorwürfe, dass der G-BA für die Vergleichstherapie gezielt ältere oder besonders günstige Präparate auswählt, um zu sparen, sind abwegig."
Fischer warnt im Namen der großen Pharmakonzerne vor einer "Barriere für neue Therapieansätze" in Deutschland - und verweist auf das Interesse der Patienten. Darauf beruft sich freilich auch die Arzneimittelkommission der Ärzte. So sei die Schmerztherapie bei Krebspatienten heute oft nicht nur teuer, sondern auch wenig rational, kritisiert der Vorsitzende der Kommission, Wolf-Dieter Ludwig.
Der Experte Ludwig und Gremienchef Hess erwarten, dass die Pharmakonzerne jetzt unter stärkeren Druck geraten, nützliche Mittel zu entwickeln. Den Patienten komme dies zugute. Die Entwicklung eines neuartigen Medikaments kann - Fehlschläge eingerechnet – dreistellige Millionenbeträge verschlingen.
Geringere Risiken für die Unternehmen gibt es bislang bei oft nur schwach veränderten Arzneimitteln, die als hochpreisige Neuerungen auf den Markt kommen können. Laut Arzneiverordnungs-Report 2011 könnten die Kassen ohne Nachteile für Patienten zwischen fünf und zwölf Milliarden Euro sparen.
Um zwei Milliarden Euro will die Koalition durch ihre Arzneireform die Kosten im Jahr drücken. Daraus wird zunächst wohl nichts. Denn dafür müssten nicht nur die neuen, sondern auch die schon länger auf dem Markt befindlichen Mittel durch die Prüfinstanzen.
"Die Bewertung des Bestandsmarktes ist ein langfristig angelegtes Großprojekt", sagt Hess. Wann ein nennenswerter Teil drankommt, sei nicht vorherzusagen. Tausende Medikamente sind laut Ludwig unnütz auf dem Markt.
|
|
|
|
|
|