[Ergänzung: Auch Amalgam kann oft Allergien
verursachen].
Angaben der Hildegard-Drogerie in
Basel:
Allergien
aus: Auswahl bewährter
und wirkungsvoller Naturheilprodukte. Ausgabe
2002.
Hildegard-Drogerie AG, Aeschenvorstadt 24+25, 4010 Basel.
Allergien:
Flohsamenwein (S.5); Mineralstoffergänzung:
Keimdrüsenextrakt der
grünlippigen Meeresmuschel aus Neuseeland einnehmen (S.23).
Allergien:
Schwarzkümmel einnehmen, reguliert Immunsystem und die
übersteigerte
T-Zellfunktion, z.B. gegen Akne und Heuschnupfen (S.57).
Allergieprobleme:
Aloe-Vera /Aloe
barbadensis: Saft einnehmen oder einreiben (S.42).
Angaben von
Dr.Bircher-Benner:
Allergien
aus: Bircher-Benner,
Dr.med.M.: DIE KRANKENGESCHICHTE DES DR.
BIENSTOCK; In:
Wendepunkt 1929, S.433-442
Allergien sind abnorme
Reaktionen auf einen Reiz bei gestörten
Vitamin-,
Mineral-, Hormon- und Harnsäurehaushalt (S.441).
Angaben von
Dr.Vogel:
Allergien
aus: Alfred Vogel: Der
kleine Doktor. Hilfreiche Ratschläge für die
Gesundheit.
Verlag A.Vogel, Postfach, CH-9053 Teufen AR, 66.Auflage 1991
sind
Überempfindlichkeiten auf Stoffe (S.247). Der Körper behandelt die
Stoffe
wie Krankheitserreger, um sie auszuscheiden, z.B. bei Einnahmen von
Eiern,
Weizen, Roggen, Narzissen, Primeln, Erdbeeren, Rhabarber, Heidelbeeren
Früchten, Eiweissarten, Fetten (S.248). Plötzlich bekommt ein Mensch
vom Konsum
von weissen Bohnen einen geschwollenen Kopf, oder gewisse Blumen
erzeugen
flechtenartige Ausschläge, Quaddeln / Urticaria etc., oder Krabben,
Hummer oder
andere Meerestiere können einen Menschen fast umbringen (S.248).
Die Schulmedizin führt
Testungen durch, die viel kosten, und Impfungen
mit
Antikörpern, die nochmals viel kosten. [Die Ärzte und die
Impfstoffproduzenten
profitieren von der Ratlosigkeit der Patienten]. Dr.Vogel empfiehlt die
Selbstkontrolle. Betroffene sollen sich sofort aufschreiben, was sie
vorher
gegessen haben, wenn eine Allergiereaktion auftritt (S.248), und so
erkenne,
was regelmässig vorkommt und Ursache ist (S.248-249), sodann die
betroffenen
Lebensmittel meiden (S.249).
Oft hilft auch
-- die Behebung eines
Kalkmangels mit Urtica-Kalk-Präparat (S.249)
-- "gute Erfolge" mit
die tropisch-homöopatischer
Heilpflanzenkombination Pollinosan (S.124,249)
oder: viel Beeren
essen: reguliert durch die Zufuhr von genug Vitaminen
und
Nährsalzen (S.624).
ist z.T. verursacht
durch Vergiftung mit Formaldehyd in Spanplatten, in
neuer
Kleidung, Putzmitteln, Lacken, Kleber (S.234)
ist auch z.T.
verursacht durch Lösungsmittel in Filzstiften,
Plüschtieren
(S.234).
Allergien:
können auch durch
Verstopfung ausgelöst sein: Gärung und Faulen des
Darminhaltsproduziert Ammoniak, Indol,
Skatol und Fuselalkohole, die auch den Leberstoffwechsel belasten
(S.115)
oder: die
Pollenoberflächen werden in städtischen Gebieten durch Abgase
und
andere Schadstoffe in der Luft so verändert, dass die Pollen die
Schleimhäute
angreifen und Allergien verursachen (S.239)
oder: Verursachen von
Allergien durch andere allergene Stoffe, durch
übertriebene Hygiene, durch Vererbung, durch Psycheschwäche (S.572).
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17.3.2005: Allergien durch
Arzneimittel
Nachrichten, zusammengestellt Michael Palomino (2005 / 2009)
Arzneimittelallergie (Hautallergie): zum Beispiel makulopapulöses
Exanthem
Antibiotika können Arzneimittelallergien auslösen (hier: Ciprobay)
Epilepsiemedikamente können Arzneimittelallergien auslösen (hier:
Lamotrigin [5])
Schmerzmittel können Arzneimittelallergien auslösen (hier: Paracetamol
[6])
aus: ARD Teletext Tafel 544 vom
17.3.2005
"Relativ häufig werden Arzneimittelallergien von Antibiotika,
Epilepsiemedikamenten (Antiepileptika (kurz: AE) [web4]) und
Schmerzmitteln ausgelöst."
Was steckt in diesem kleinen Satz verborgen: Hier ist eine Ergänzung,
z.B. von Onmeda:
<Die Arzneimittelallergie
Eine Arzneimittelallergie beziehungsweise ein Arzneimittelexanthem
(Hautausschlag) kann entstehen, wenn der Körper auf bestimmte
Inhaltsstoffe von Medikamenten allergisch reagiert.
Da
Arzneimittel neben dem Wirkstoff auch immer so genannte Hilfsstoffe –
wie zum Beispiel Füllmittel, Stabilisatoren, Geschmacks- und Farbstoffe
– enthalten, gibt es auch Fälle, bei denen die Arzneimittelallergie
nicht auf den Wirkstoff selbst, sondern auf einen anderen Bestandteil
des Medikaments zurückzuführen ist.
Eine Arzneimittelallergie kann sich in jeder Form einer
allergischen Reaktion äußern. Eine häufige Reaktionsform ist das Exanthem
– ein Hautausschlag,
der vom Bindegewebe der Gefäße ausgeht und üblicherweise wieder
zurückgehen kann. Das Exanthem kann gleichmäßig über den ganzen Körper
verteilt sein oder auch nur an bestimmten Körperstellen auftreten.> [web1]
Personen, die z.B. mit Penicillinen behandelt werden, bekommen zu 0,7
bis 10% allergische Reaktionen in allen möglichen Formen. [web1]
<Wirkstoffe, die bei der innerlichen Anwendung oft zu
Arzneimittelexanthemen führen, sind:
Antiepileptika ( Phenytoin)
Psychopharmaka ( Neuroleptika und trizyklische Antidepressiva)
Schlafmittel (Barbiturate)
Schmerzmittel und Rheumamittel (Pyrazolone, Oxicame,
Goldpräparate und D-Penicillamin)
Muskelrelaxanzien (Suxamethonium)
Antibiotika und Chemotherapeutika ( Penicilline,
Cephalosporine, Chloramphenicol, Sulfonamide, Nitrofurantoin)
Arzneimittel mit Wirkung auf Herz und Kreislauf ( Hydralazin,
Procainamid, Methyldopa)
Wirkstoffe, die bei der lokalen (örtlichen) Anwendung zu
Exanthemen führen können, sind:
Lokale Betäubungsmittel ( Procain und Lidocain)
H1-Rezeptorantagonisten ( Antihistaminika)
Antibiotika und Chemotherapeutika ( Neomycin, Gentamicin,
Streptomycin, Penicillin, Sulfonamide, Imidazole).>
Auch in einem Arzneimittel enthaltene Konservierungsstoffe können eine
Allergie auslösen. Dazu gehören Benzalkoniumchlorid, Parabene-Mix und
Thiomersal.> [web2]
<Allergische Reaktionen der Haut
sind jedoch mit 80 Prozent aller Fälle die häufigste Reaktionsart.
Dabei zeigen sich Symptome wie Rötungen, Schwellungen, wässrige
Quaddeln, Ödeme oder Exantheme (entzündlicher Hautausschlag
auf großen Bereichen der Haut). Die Reaktionen können an der Haut, den
Schleimhäuten, den Haaren, den Schweiß- und Talgdrüsen oder an den
Nägeln auftreten und sind meist von einem Juckreiz begleitet.
Beispiele für arzneimittelallergische Reaktionen der Haut sind:
Purpura (kleinfleckige Kapillarblutungen in der Haut [web8])
Kontaktdermatitis
Lyell-Syndrom (Toxische Epidermale Nekrolyse, TEN) (<Das medikamentöse Lyell-Syndrom, oder
Epidermolysis acuta toxica, ist wohl die schwerste
Arzneimittelkomplikation. In einem Drittel der Fälle endet es tödlich.
Wegen seines Aussehens wird es auch als "Syndrom der verbrühten Haut"
bezeichnet> [web9])
Stevens-Johnson-Syndrom> [web3]
Hautallergien durch "Medikamente"
Arzneimittelallergie (Hautallergie): zum Beispiel Nesselsucht
(Urtikaria) am Fuss
Arzneimittelallergie (Hautallergie): zum Beispiel Quincke-Ödem
(Angioödem), Schwellung im Gesicht
Arzneimittelallergie (Hautallergie): zum Beispiel makulopapulöses
Exanthem
Arzneimittelallergie (Hautallergie): zum Beispiel Purpura
(kleinfleckige Kapillarblutungen in der Haut [8])
Arzneimittelallergie (Hautallergie): zum Beispiel Kontaktdermatitis
Arzneimittelallergie (Hautallergie): zum Beispiel Llyell-Syndrom durch
das "Medikament" Allopurinol (aus: http://www.avimedi.net (Association
de victimes des médicaments); Alloprurinol ist ein "Medikament" gegen
chronische Gicht und in Kombination mit anderen Medis auch gegen
Leishmaniose [10].
Arzneimittelallergie (Hautallergie): zum Beispiel
Stevens-Johnson-Syndrom
<Meist
ist die erste allergische Reaktion auf ein Arzneimittel recht schwach.
Bei wiederholtem Kontakt können neben den Hautreaktionen weitere
Symptome wie Schweißausbruch, Schwindel, Benommenheit, Übelkeit,
Nesselfieber, Schleimhautschwellung, Atemnot und sogar ein
Kreislaufzusammenbruch auftreten.
Der
Schweregrad der auftretenden Symptome kann sehr unterschiedlich sein,
wobei die meisten allergischen Reaktionen nicht schwerwiegend sind.
Ausnahmen hiervon bilden das Lyell-Syndrom und das
Stevens-Johnson-Syndrom, die lebensbedrohlich sein können.> [web3]
Opferhilfe für Opfer von
Arzneimitteln
Es existieren Selbsthilfeorganisationen für Opfer von Arzneimitteln,
z.B. für das Stevens-Johnson-Syndrom und das Llyell-Syndrom die
ASSOCIATION DE VICTIMES DES MEDICAMENTS (http://www.avimedi.net/) bzw.
der VERBAND DER OPFER DER ARZNEIMITTEL (http://www.avimedi.net/de/).
Schlussfolgerung
Die Schul-"Medizin" schafft sich durch die Vergiftung von Menschen
durch "Medikamente" ihre
eigenen Patienten.
(Michael Palomino, 2005)
Man sollte radikal auf alle Pillen verzichten und nur Naturmedizin in
Form von Tees verwenden und die Blutgruppenernährung befolgen. So kommt
man gesund durchs Leben ohne jede Pille. (Michael Palomino, 2009)
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7.4.2010: Auto-Allergien durch Stoffe im Auto
aus: Stern online: Krankheiten: Allergisch gegen das Auto; 7.4.2010;
http://www.stern.de/auto/service/krankheiten-allergisch-gegen-das-auto-1556615.html
<Nicht
nur durch Pollenflug leiden allergiegeplagte Autofahrer in der warmen
Jahreszeit. Über den Schweiß werden auch die Stoffe im Auto-Innenraum
besonders gut aufgenommen.
Im abgeschlossenen Innenraum eines Autos erreichen Ausdünstigungen eine
hohe Konzentration
Als
Folge einer "Auto-Allergie" können rissige Hände, Ekzeme an den
Oberschenkeln und juckende Hautausschläge am Rücken sein. Quellen für
eine Kontaktallergie im Auto sind beispielsweise Weichmacher in den
Kunststoffen am Armaturenbrett, dem Lenkrad, dem Schalthebel und der
Verkleidung. Und auch eine gehobene Lederausstattung schützt nicht
unbedingt vor Allergien. So können bei Hautkontakt mit chromgegerbten
Ledersitzen oder einem lederbezogenen Lenkrad Ekzeme an Oberschenkeln,
Gesäß oder Händen auftreten.
Textil-Sitzbezüge, die bestimmte
Farbstoffe enthalten, können ebenfalls zu allergischen Ausschlägen
führen. Weitere Allergene sind Kolophonium, eine Klebstoffkomponente,
und Naturgummilatex in Fußmatten. Ebenso können die Ausdünstungen der
Kunststoffteile in Neuwagen, meist Phthalat und PBDE, bei Asthmatikern
zu Luftnot und Niesanfällen führen. Auch für Gesunde sind die Stoffe
gefährlich. Sie stehen in Verdacht, in hoher Dosis unter anderem zu
Leberschäden oder Geburtsfehlern zu führen.
Abdecken bringt nichts
Das
Tragen von Handschuhen, das Umwickeln des Lenkrads oder das Verdecken
der Sitze mit Stoff bringen nur kurzfristig Linderung. Bei Verdacht auf
eine Kontaktallergie sollte zur Ursachenaufklärung und adäquaten
Behandlung daher unbedingt ein allergologisch ausgebildeter Facharzt
aufgesucht werden. Eine Heilung der Allergie ist nicht möglich. Unter
Umständen muss der Patient dann die allergieauslösenden Teile, etwa das
Lenkrad, oder gar das komplette Auto wechseln.
Wer vor bösen
Überraschungen beim Autokauf sicher sein will, achtet auf das
Prüfsiegel des TÜV Rheinland "Allergie getesteter Innenraum". Damit
werden Fahrzeuge ausgezeichnet, in deren Innenraum ausschließlich
Materialien und Substanzen verwendet werden, bei denen das
Allergierisiko minimal ist. Bislang hat sich allerdings nur der
Hersteller Ford den freiwilligen Prüfungen unterzogen; sieben Modelle
sind mit dem Siegel ausgezeichnet, darunter auch die Bestseller Fiesta
und Focus.
Liste unbedenklicher Fahrzeuge
Aber auch andere
Hersteller achten auf einen giftfreien Innenraum. Das amerikanische
"Ecology Center" veröffentlicht regelmäßig eine Liste der
gesundheitlich am wenigsten bedenklichen Fahrzeuge. Aktuell finden sich
dort unter anderem Toyota Prius, Volvo C70 und Nissan Cube. Besonders
schlecht schnitten beispielsweise Chevrolet Aveo, Hyundai Tucson und VW
Jetta ab.
MID>
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29.5.2010: Die Farbe von Tätowierungen kann Allergien
auslösen
aus: Spiegel online: Tätowierung: Farbspritze kann Allergien auslösen;
29.5.2010; http://www.stern.de/haut/aesthetik/taetowierung-farbspritze-kann-allergien-ausloesen-639838.html
<Tattoos
sind weit verbreitet. Ungefährlich ist der bleibende Haut-Schmuck
trotzdem nicht. Denn die für Tätowierungen verwendeten Farben enthalten
zum Teil Schwermetalle oder krebserregende Substanzen.
Sieht hübsch aus - kann aber
Autolack enthalten
Jeder
vierte Deutsche zwischen 15 und 29 Jahren trägt inzwischen ein Tattoo,
Tendenz steigend. Die meisten wissen allerdings nicht mal ansatzweise,
was ihnen der oft ähnlich ahnungslose Tätowierer da in die Haut
genadelt hat.
Mediziner der Universität Regensburg haben die
Farben einmal untersucht - mit arlarmierenden Ergebnissen: In den bis
zu 300 verschiedenen Mischungen, die zum Tätowieren benutzt werden,
stecken zum Teil abenteuerliche Substanzen. Zwar besteht die
blau-schwarze Standardverzierung oft nur aus gewöhnlicher Tusche.
Vielen andere Farben enthalten aber Stoffe, die auch zur Herstellung
von Autolacken, zum Einfärben von Kunststoffen oder für Druckerpatronen
verwendet werden. Sie können unter Umständen Kontaktallergien auslösen.
Auch sonst sollten Sie vielleicht ein paar Tage länger
überlegen, ob Sie sich fürs Leben zeichnen lassen. Generell gilt: Wer
sich ein Tattoo stechen lässt, trifft eine Entscheidung, die kaum mehr
rückgängig zu machen ist.
Denn der Tätowierer schießt die Farbe
regelrecht in die Haut. Dabei feuert die Nadel seiner Tätowierpistole
bis zu 3500 winzige Stiche pro Minute ab. Auf diese Weise werden ein
bis zwei Milligramm Farbstoff pro Quadratzentimeter in die mittlere
Hautschicht, die so genannte Dermis gespritzt. Immunzellen des Körpers
sorgen dann dafür, dass das Motiv erhalten bleibt - sie kapseln die
Farbpigmente regelrecht ein. Das heißt, der Körper kann sie nicht mehr
abbauen.
Profis stechen meistens sauber
Wer sich sein
Steißbein-Ornament oder den Schmetterling am Knöchel vom Profi stechen
lässt, hat in punkto Hygiene meist nichts zu befürchten. Die
professionellen Studios arbeiten heute größtenteils steril, die wunden
Stellen werden anschließend ordentlich versorgt.
Lassen Sie aber
keine Amateure mit Nähnadel oder gar Messer an Ihre Haut. Erstens
wird's oft nicht besonders schön, zweitens lässt die Hygiene meist zu
wünschen übrig, Bakterien oder Pilze können die Stellen entzünden.
Schlimmstenfalls steckt sich der Empfänger mit Hepatitis B, Hepatitis C
oder HIV an.
Die Farbe bleibt nicht immer da,
wo sie einst war
Untersuchungen
der Lymphknoten haben zudem gezeigt, dass die Farbe keineswegs immer da
bleibt, wo sie hingehört. Gelangt sie in die bis zu anderthalb
Millimeter dicke Dermis, versucht der Körper, sie schnell wieder
loszuwerden. Viele der Pigmente sind zwar zu groß und passen nicht
durch die Zellwände. Kleine Partikel dagegen spült die Lymphe, die
durch das Gewebe fließt, in die umliegenden Lymphknoten. Diese
Filteranlagen des Körpers haben dann oft dieselbe Farbe wie das Tattoo.
Außerdem verteilt die Lymphe die kleinsten Farb-Bestandteile im
gesamten Körper. Sie können sogar in die Blutbahnen gelangen.>
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18.8.2010: Pilotstudie an der Berliner Charité:
Hilfe für Erdnuss-Allergiker [durch Desensibilisierung mit kontrollierter Erdnusseinnahme]
<Eine
Allergie gegen Erdnüsse ist belastend, schon kleinste Spuren des
Lebensmittels können einen lebensgefährlichen allergischen Schock
auslösen. Forscher der Berliner Charité haben jetzt in einer kleinen
Pilotstudie einigen betroffenen Kindern helfen können.
Pure Erdnüsse können Allergiker leicht meiden, doch viele Lebensmittel enthalten Spuren der Hülsenfrucht.
Schon
Spuren von Erdnüssen können für Allergiker lebensgefährlich sein.
Forscher der Berliner Charité haben nun jedoch eine Möglichkeit
gefunden, den Betroffenen zu helfen: Unter strenger medizinischer
Aufsicht wurden in einer Pilotstudie Kinder und Jugendliche
desensibilisiert, indem sie winzige Erdnussmengen schluckten, berichtet
das Forscherteam um Kirsten Beyer von der Klinik für Pädiatrie am
Virchow-Klinikum der Charité.
Dazu wurden 23 jungen Allergikern zwischen
3 und 14 Jahren über sieben Monate hinweg kleinste Mengen Erdnuss
verabreicht, die im Zwei-Wochen-Rhythmus und unter strenger ärztlicher
Aufsicht in der Allergieambulanz gesteigert wurden. Ziel war es, die
Dosis von 10 Milligramm auf 500 Milligramm hochzuschrauben: Das
entspricht etwa einer ganzen Erdnuss.
Bei 14 Kindern schlug die Behandlung an
Nach
sieben Monaten erreichten 14 Kinder (60 Prozent) eine Toleranz
gegenüber dieser Menge, die sie nun täglich zu sich nehmen. Vier Kinder
stiegen aus persönlichen Gründen aus der Studie aus, vier wegen
Nebenwirkungen, und ein Kind sprach nur teilweise auf die Therapie an.
"Wenn Allergiker eine kleine Menge Erdnüsse tolerieren können, sind sie
wesentlich besser vor einem allergischen Schock bei versehentlichem
Genuss geschützt", sagt Mitautorin Katharina Blümchen.
Nahrungsmittelallergien
sind bislang nicht behandelbar, und die entsprechenden Lebensmittel
müssen strikt gemieden werden. Für Erdnussallergiker ist das besonders
schwierig, da in vielen Nahrungsmitteln Spuren von Erdnüssen enthalten,
aber nicht deklariert sind. Das kann zu schweren, manchmal sogar
tödlichen Reaktionen führen.
Derzeit forschen die
Ärzte mit größeren Patientengruppen weiter, um das
Nutzen-Risiko-Verhältnis zu klären sowie die Fragen, warum die Therapie
nicht bei allen Kindern anschlägt und ob die Höchstdosis ein Leben lang
täglich genommen werden muss. Die Ergebnisse der Pilotstudie sind in
der aktuellen Ausgabe des "Journal of Allergy and Clinical Immunology"
veröffentlicht.
DPA>
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23.8.2010: Ozon bewirkt, dass Pollen allergener heranwachsen und so mehr Allergien auslösen
<Krankheit der IndustrienationenOzon verstärkt Allergien.
In der Atmosphäre schützt uns Ozon vor UV-Strahlen. Davon abgesehen
gilt das Gas, dessen Konzentration in der Luft durch
Umweltverschmutzung vergrößert wird, schon länger als Krankmacher.
Jetzt ist klar, dass es auch Allergien befördert.
Hohe Ozonwerte in der Luft im Sommer belasten nicht nur die
Atemwege, sondern können auch für mehr Allergien sorgen. Dies geht aus
einer im "Journal of Allergy Cilinical Immunology" veröffentlichten
Studie von Wiener Forschern hervor. Stark ozonbelastete Luft führt
demnach zu einem höheren Allergengehalt in Pflanzen, wie die Experten
um den Immunologen und Projektleiter Rudolf Valenta von der
Medizinischen Universität Wien berichten. Damit deute sich ein
Zusammenhang zwischen Umweltverschmutzung und der Zunahme von Allergien
an, teilten die Wissenschaftler mit. Ozon ist in Industrie- und
Autoabgasen enthalten.
[Das Experiment, wenn Roggen mit oder ohne Ozon wächst - allergenere Pollen]
Für ihre Forschungen hatten die Experten zwei Roggensorten in so
stark ozonbelasteter Luft (79 parts per billion; 79 Teile Ozon pro
einer Milliarde Teilchen Luft) wachsen lassen, wie es in etwa den
Spitzenwerten an einem heißen Tag in Wien entspricht. Zum späteren
Vergleich züchteten sie auch Pflanzen bei normaler Ozonkonzentration
(22 parts per billion).
Nach der Untersuchung der gereiften Pollen zeigte sich: Bei beiden
Roggensorten hatte die hohe Ozonbelastung einen Anstieg des Eiweiß- und
des Allergengehalts zur Folge. Dann brachten die Forscher
Roggen-Proteinextrakte mit Antikörpern des menschlichen Immunsystems
von Allergiepatienten zusammen. Dabei zeigte sich, dass die
ozongestressten Pflanzen deutlich allergener sind.
dpa>
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29.9.2010: Längere Allergie-Saison wegen Klimawandel
aus: Stern online: Volkskrankheiten: Klimawandel wird zur Plage für Allergiker; 29.9.2010;
http://www.welt.de/wissenschaft/volkskrankheiten/article9956985/Klimawandel-wird-zur-Plage-fuer-Allergiker.html
<Die Saison für Allergiker droht durch die Erderwärmung immer länger zu
werden. Ein Berliner Forscher erklärt, woran das liegt.
In Deutschland leiden rund 18 Millionen Menschen unter Heuschnupfen,
Tendenz steigend. Inzwischen schniefen und keuchen manche Allergiker
fast das ganze Jahr. Daran ist der Klimawandel nicht ganz unschuldig
Viele Menschen können dem Klimawandel auch gute Seiten abgewinnen. Zum
Beispiel, dass die Herbstmonate wärmer werden. Für Allergiker hat das
allerdings fatale Folgen. „Die Verbreitung und die Zusammensetzung der
Pollen zeigen Veränderungen, bedingt durch wärmere Winter- und
Herbstmonate“, sagte Professor Karl-Christian Bergmann vom
Allergiezentrum des Berliner Universitätsklinikums Charité. „Eine Folge
ist, dass die „Saison“ für die Heuschnupfenpatienten früher beginnt und
später endet.“
„Zum Teil schon Mitte Dezember geht es los mit
den Haselnusspollen. Und dadurch, dass Kräuterpollen wie Beifuß oder
Ambrosia länger fliegen, hört die Saison für einige erst Ende Oktober,
Anfang November auf“, sagte Bergmann der Nachrichtenagentur dpa. „Das
gab es früher so nicht: Ende Januar, Anfang Februar ging es los und
Anfang Oktober war Schluss.“
Bergmann ist auch Vorsitzender des Vereins „Deutscher Lungentag“.
Die bundesweite, dezentrale Veranstaltung rückt in diesem Jahr den
Heuschnupfen in den Mittelpunkt. Motto: „Neues von der Klimabörse -
Hochkonjunktur für Allergien“. In rund 200 Praxen und Kliniken gibt es
am 2. Oktober Lungentests, Sauerstoffmessungen, Vorträge und
Informationen. „Meist kommen 50.000 bis 65.000 Besucher.“
Nach Bergmanns Angaben steigt auch die Zahl der
Pollen-Asthmatiker. „Die Pollen wirken zusammen mit anderen Stoffen,
die mit in der Luft sind. Pollen können sich etwa mit Rußpartikeln vom
Dieselmotor zusammentun. Wenn diese Kombination eingeatmet wird, hat
sie eine wesentlich stärkere Wirkung für die Allergie, als wenn ich die
Stoffe getrennt einatme.“
Zudem gebe es Pollen neuer Pflanzen in
Deutschland, zum Beispiel der Ambrosia-Pflanze aus Amerika. Dazu kommt
das Glaskraut aus Italien. „Und Olivenpollen, weil immer mehr
Olivenbäume hier angebaut werden, etwa in Holland. Es kann auch sein,
dass Pollen aggressiver, allergener geworden sind. Da wissen wir noch
längst nicht alles“, räumte Bergman ein.
Neu ist auch, dass häufiger Menschen im Seniorenalter erstmals
Heuschnupfen bekommen. „Vor Jahrzehnten bekamen die meisten als Kind
oder Jugendlicher diese Allergie. Heute kommen 70-Jährige zu uns in die
Charité und wir stellen einen ganz frischen Heuschnupfen fest“,
wunderte sich der Allergie-Experte. „Das ist neu und ungewöhnlich.“
„Neu beim Heuschnupfen ist auch, dass viele
Patienten zugleich einige Kern- und Steinobstsorten oder Gemüse nicht
mehr vertragen.“ Zum Beispiel könnten einige Menschen, die gegen
Birkenpollen allergisch seien, auf einmal keinen Apfel mehr essen,
berichtete Bergmann. „Bei ihnen schwillt die Zunge an, die
Mundschleimhaut brennt, ein starker Juckreiz ist da. Diese
Unverträglichkeit hat mittlerweile jeder zweite Heuschnupfenpatient in
Deutschland.“ Es sei aber unklar, ob diese sogenannte
„Kreuzreaktivität“ etwas mit dem Klimawandel zu tun habe.
„Die langfristig beste Lösung ist heute die Immuntherapie, entweder als
Spritze oder als Tablette oder als Tropfen“, sagte Bergmann. „Das aber
nur, wenn man es früh, am besten in den ersten fünf Jahren nach dem
Auftreten der Krankheit macht.“ Nach 20 Jahren sei die Krankheit kaum
noch zu verändern. „Leichtere Fälle sind mit Medikamenten gut zu
behandeln, die man nur bei Bedarf nimmt, die Antihistaminika.“
dpa/cc>
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2010: Tierallergien: Tiere mit mehr oder weniger "Allergiepotenzial"
aus: Stern online; 2010 (ohne Datum)
[Hundeallergien, Katzenallergien]
Wählen Sie Haustiere nach ihrem Allergiepotenzial.
Hunde lösen seltener Allergien aus als Katzen oder Nager. Auch die
Rasse ist wichtig: Zum Beispiel sind Boxer und Schnauzer am
problematischsten, Schäferhunde und Beagles lösen selten allergische
Reaktionen aus [web11].
Das Schlafzimmer sollte für Haustiere tabu sein. Wenn
Ihr Hund oder Ihre Katze bis zur Allergie-Diagnose mit im Schlafzimmer
oder sogar im Bett geschlafen hat, sollten Sie alle Decken und Kissen,
die es dabei berührt hat, ersetzen. Warten Sie nicht darauf, dass die
Allergene mit der Zeit verschwinden - das dauert Jahre [web12].
Halten Sie das Tier möglichst draußen oder lassen Sie es zumindest viel draußen laufen [web13].
Bürsten Sie Ihren Vierbeiner nur draußen. Oder besser:
Lassen sie ihn von einem Nicht-Allergiker draußen bürsten. Das Fell
sollte oft ausgekämmt werden, damit möglichst wenig lose Haare und
Hautschuppen in der Wohnung landen [web14].
Ein Luftreiniger kann nach Umzügen sinnvoll sein oder
dann, wenn ein Tier aufgrund einer Allergie abgeschafft werden musste.
Denn Tierhaarallergene halten sich lange in der Wohnung. Einige Geräte
sind mit dem Allergiker-Siegel der ECARF ausgezeichnet [web15].
Benutzen Sie einen Staubsauger mit Staubfilter. Er
bläst die Allergene sonst direkt wieder in die Luft. Forscher vermuten,
dass beim Staubsaugen ein erhöhter Kontakt mit dem Allergen in
Tierhaaren stattfindet. Welche Geräte für Allergiker geeignet sind,
erfahren Sie beim Deutschen Allergie- und Asthmatikerbund, bei der
Stiftung Warentest oder bei Ökotest [web16].
Achten Sie auf die Zusammensetzung Ihrer Kleidung.
Nicht nur Pelzmäntel, -mützen und -kragen können eine Allergie
auslösen, sondern auch Angora-Gewebe: Das Garn wird aus Kaninchen-,
Ziegen- und manchmal sogar aus Katzenhaaren gesponnen [web17].
Katzenallergene sind besonders aggressiv. Auch wenn es für Sie und das Tier traurig ist: Bei schweren Allergien sollten Sie sich von ihm trennen.
Den Allergenen werden Sie allerdings weiterhin in geringen Mengen
ausgesetzt sein, denn andere Katzen- und Hundehalter tragen sie mit
ihrer Kleidung so gut wie überall hin [web18].
Wenn Sie Ihren Liebling partout nicht abgeben wollen oder können, sollten Sie Kater unbedingt kastrieren lassen - sie produzieren sonst doppelt so viele Allergene wie Katzen [web19].
Reinigen Sie Sessel, Sofas, Teppiche und Matratzen
häufig und gründlich, lüften Sie viel und staubsaugen Sie möglichst
täglich mit einem Gerät, dessen Abluft gut gefiltert wird [web20].
Wenn möglich, sollte ein Nicht-Allergiker Ihren Vierbeiner ein Mal pro Woche baden und das Tier im Freien regelmäßig ausbürsten [web21].
Es werden auch allergenfreie Katzen angeboten - leider
sind sie extrem teuer. Eine Firma in den USA hat eine Katze gezüchtet,
bei der das allergene Eiweiß in Fell und Speichel durch ein anderes
ersetzt wurde. Ein Jungtier kostet bis zu 9.000 Dollar. Nach
Einschätzung von Experten fehlen noch unabhängige Belege dafür, dass
die Tiere tatsächlich für Katzenallergiker geeignet sind [web22].
Ratten, Mäuse, Hamster: Die Haare der Tiere verbreiten so starke Allergene, dass die Nager in keinem Allergikerhaushalt bleiben sollten [web23].
Wer sich trotzdem nicht trennen kann: Den Stall sollte in jedem Fall
nur ein Nichtallergiker saubermachen, denn bei Nagetieren gilt der Urin als stärkster Allergenträger [web24].
[Rinderallergie]
Die Allergie gegen Rinder ist selten - für betroffene Landwirte aber ein großes Problem. Denn sie dürfen mit den Tieren nicht mehr in Kontakt kommen [web25].
Selbst wenn die Landwirte die Ställe gar nicht mehr betreten,
tragen Angehörige und Mitarbeiter die Allergie-Auslöser an ihrer
Kleidung weiter ins Haus [web26].
Deshalb ist es wichtig, Allergenbarrieren aufzubauen: keine direkten Verbindungen zwischen Stall und Wohnung,
nur wischbare Böden im Eingangsbereich zur Wohnung und die Teppichböden
alle sechs Monate feucht oder mit Dampf reinigen [web27].
[Pferdeallergie - Heuschnupfen bei Pferdebesitzern - Pferdeserum im Impfstoff]
Auch wenn sie ebenfalls selten sind: Allergische Reaktionen auf Pferde-Allergene können sehr heftig sein. Reiten, Streicheln, Kämmen und Striegeln sind absolut tabu, wenn eine solche Allergie festgestellt wurde [web28].
Prüfen Sie dann auch Ihre Möbel, denn viele Teppiche,
Matratzen, Sofas, Sessel, Polster und auch Kleidungsstücke enthalten
Rosshaar [web29].
Reiter mit Heuschnupfen sollten außerdem bedenken, dass sich bei der Pflege viele Blütenpollen aus dem Haar und dem Fell der Tiere lösen [web30].
Vorsicht: Manche Impfstoffe werden auf der Basis von Pferdeserum gezüchtet. Vor einer Impfung sollten Sie Ihren Arzt auf die Allergie hinweisen und genau nach der Zusammensetzung des Impfstoffes fragen [web31].
[Vogelallergien]
In Vogelfedern und -kot befinden sich ebenfalls Allergene, die
Dauerschnupfen und Asthma auslösen können. Die bekanntesten Auslöser
sind Kanarienvögel, Wellensittiche und Papageien. Von Taubenallergie
sind vor allem Menschen betroffen, die in engem Kontakt mit diesen
Tieren stehen, wie zum Beispiel Taubenzüchter. Auch hier gilt:
Möglichst keinen Kontakt mit den Allergenen und, wenn möglich, die Tiere abgeben [web32].
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17.5.2011: Die "Zivilisation" mit viel Hygiene hat viel Allergien - Dreck ist gesund zum Spielen
aus: n-tv online: Weniger Allergien: Vorteil für "Schmuddelkinder"; 17.5.2011;
http://www.n-tv.de/wissen/Vorteil-fuer-Schmuddelkinder-article3352966.html
<Wer seine Kinder auch mal im Dreck spielen lässt, senkt ihr Allergierisiko.
Die Nase läuft, die Augen jucken, ein Nieser jagt den nächsten: Kinder
und Jugendliche leiden häufiger unter Allergien, Asthma und
Neurodermitis. "Da geht es Schmuddelkindern besser", sagt der
Sozialmediziner Ulrich Keil von der Universität Münster und erklärt,
warum das so ist.
Wenn Eltern das Allergierisiko ihrer Kinder senken wollen, sollten
sie die Kleinen häufiger mal im Schmutz spielen lassen, rät der
Sozialmediziner Ulrich Keil von der Universität Münster. 20 Jahre lang
hat er Daten von zwei Millionen jungen Allergikern in 106 Ländern
gesammelt und besonders auf deren Lebensumstände geachtet. Jetzt hat er
die Ergebnisse veröffentlicht. Drei Fragen an den Wissenschaftler:
Was sind "Schmuddelkinder"?
"Das sind Kinder, die auch mal im Dreck spielen dürfen. Kinder, die
nicht überwacht-steril aufwachsen. Im Rahmen unserer 20-jährigen
weltweiten Studie ISAAC (Internationale Studie von Asthma und Allergien
in der Kindheit) haben wir beobachtet, dass in den Entwicklungsländern
die Asthma- und Allergieraten viel niedriger sind. Beispielsweise waren
die Raten in Albanien viel geringer als in Australien. Das hat die
Hygiene-Theorie bestätigt: Kinder, die nicht in so sterilen
Verhältnissen aufwachsen, entwickeln ein ganz anderes Immunsystem.
Kinder sollten eben auch mal im Dreck spielen dürfen."
Braucht unser Immunsystem Dreck?
"Wir Menschen sind über Jahrhunderte und Jahrtausende anders aufgewachsen, waren viel mehr Keimen in der Natur und Infektionen
ausgesetzt und mussten entsprechende Abwehrmechanismen entwickeln.
Heute sind wir ganz anderen Reizen ausgesetzt. Beispielsweise war die
Sauberkeit der Lebensmittel früher so gar nicht gegeben. Heute leben
wir in einem sehr sauberen, keimfreien Umfeld und unser Immunsystem ist
deshalb ganz anders entwickelt."
Spielt die Ernährung eine Rolle?
"Ja, ganz eindeutig. Die mediterrane Ernährung - also viel mehr Fisch, Gemüse und Hülsenfrüchte - schützt vor dem Risiko,
Allergien zu entwickeln oder Asthma zu bekommen. Hingegen sind
Trans-Fettsäuren in frittiertem Essen - wie Fast-Food - schädlich und
fördern die Entwicklung von Allergien. Aber auch Kinder rauchender
Eltern sind eher von Allergien und Asthma betroffen."
dpa>
=====
24.8.2011: Mehrere Allergien gleichzeitig = "Kreuzallergie" - das Stress-Eiweiss macht, was es will
aus: Welt online: Stress-Eiweiss: Kreuzallergien überlisten das Immunsystem; 24.8.2011;
http://www.welt.de/gesundheit/article13562344/Kreuzallergien-ueberlisten-das-Immunsystem.html
<Autor: Eva Neumann
Wer eine Pollenallergie hat, steht oft auch mit manchem Lebensmittel
auf Kriegsfuß. Das Ganze heißt dann Kreuzallergie. Betroffene sollten
nicht allein an sich herumdoktern.
Der Biss in den Apfel löst unangenehmes Kribbeln im Mund aus. Dem
Genuss von Sellerie folgen Bauchkrämpfe. Nach dem Verzehr einer Mango
ist die Haut mit juckenden Quaddeln übersät. Solche Reaktionen auf ein
Nahrungsmittel können die Folge einer bereits vorhandenen
Pollenallergie sein. Mediziner sprechen von einer pollenassoziierter
Nahrungsmittelallergie oder Kreuzallergie: Das Immunsystem ist auf ein
Pollenallergen sensibilisiert und reagiert dann auch auf ähnliche
Strukturen aus anderen Pflanzen.
„Im Erwachsenenalter spielen Kreuzallergien eine große Rolle“, sagt
Jörg Kleine-Tebbe von der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und
Klinische Immunologie (DGKAI). „Wir schätzen, dass allein fünf bis zehn
Prozent der Bevölkerung auf Birkenpollen allergisch sind.“
Verantwortlich ist ein Stress-Eiweiß, mit dem sich die Birke gegen
Viren, Bakterien und Umweltstress schützt. Dieses Eiweiß enthalten
andere Baumpollen und pflanzliche Nahrungsmittel in ähnlicher Form. Das
menschliche Immunsystem wird so getäuscht. „70 Prozent der
Birkenpollenallergiker reagieren deshalb allergisch auf Äpfel,
Haselnüsse, Kirschen, Pfirsiche, Karotten, Sellerie und sogar auf
Soja.“ Damit stehen birkenpollenassoziierte Nahrungsmittelallergien
ganz oben auf der Liste der Kreuzallergien.
Dann kämen mit großem Abstand Allergien,
die auf einer Reaktion auf Latex beruhen, und solche, bei denen
Kreuzallergien auf exotische Früchte auftreten, erklärt Thomas Werfel,
Professor für Dermatologie und Venerologie an der Medizinischen
Hochschule in Hannover. Auch Reaktionen auf Beifuß, denen dann
Nahrungsmittelallergien auf exotische Früchte, Sellerie oder Gewürze
folgen, seien häufig.
Vielfach rufen nur rohe Nahrungsmittel Kreuzreaktionen hervor. Die
allergieauslösenden Eiweiße werden in ihrer natürlichen Form durch
Kochen oder auch die Magensäure zerstört. „Die körperlichen Reaktionen
auf den Genuss der Nahrungsmittel sind meist lokale Reaktionen wie
Rötung, Anschwellen oder Juckreiz der Schleimhaut im Mund und Rachen.
Man spricht auch vom Oralen Allergiesyndrom“, sagt Werfel.
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Anders als bei klassischen Nahrungsmittelallergien sind Reaktionen wie
Asthmaanfälle vergleichsweise selten. „Sie können im Einzelfall jedoch
auch sehr gefährlich werden, wenn zum Beispiel der Hals komplett
zuschwillt“, warnt Kleine-Tebbe.
Eine pollenassoziierte Nahrungsmittelallergie kann in jedem Lebensalter
beginnen – immer dann, wenn der Körper auf die primären Auslöser
sensibilisiert ist. „Viele Patienten entwickeln den Heuschnupfen
auf Birkenpollen und gleichzeitig die Nahrungsmittelallergie“, sagt
Werfel. Außerdem gebe es viele Patienten, bei denen die Symptome der
Nahrungsmittelallergie besonders gravierend in den Jahreszeiten
auftreten, in denen die zugrundeliegenden Pollen fliegen.
„Bei Heuschnupfen wird üblicherweise eine Pollendiagnose gemacht. Die
Nahrungsmittel werden dabei leicht vernachlässigt“, sagt Sabine Schnadt
vom Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB) in Mönchengladbach. Es
habe jedoch keinen Sinn, immer gleich auf alle verdächtigen
Nahrungsmittel zu verzichten. „Dieser Verzicht wäre unnötig groß und
könnte auch zur Unterversorgung mit bestimmten Nährstoffen führen.“
Denn wie bei jeder Allergie gilt: „Die Voraussetzung für eine
erfolgreiche Behandlung ist die eindeutige Diagnose“, ergänzt Antje
Gahl von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) in Bonn. Der
erste Schritt ist eine ausführliche Anamnese. „Dabei kann ein
Ernährungstagebuch mit Aufzeichnungen über verzehrte Nahrungsmittel und
körperliche Reaktionen ein wichtiges Hilfsmittel sein.“
Schritt zwei ist der Nachweis der Sensibilisierung. Bei Erwachsenen
werde häufig zuerst ein Pricktest auf der Haut durchgeführt, sagt
Kleine-Tebbe. Die Alternative ist eine Blutuntersuchung, auch als
IgE-Test bezeichnet. Ein sogenannter IgG-Test mit vielen hundert
Nahrungsmitteln, wie er von manchen Laboren angeboten wird, lehnt die
DGAKI nachdrücklich als Diagnose-Instrument ab. Und nur wenn die
Anamnese und die Testergebnisse nicht stimmig sind, wird eine
Provokation mit Nahrungsmitteln in einem spezialisierten Zentrum
durchgeführt.
Die Therapie verläuft mehrgleisig: Der Patient sollte auf das
Nahrungsmittel verzichten, auf das er reagiert, oder, falls ihn nur
rohe Zutaten plagen, diese nur in gekochter Form verzehren. Nur: Nüsse
oder Sellerie sind oft verdeckt in Lebensmitteln enthalten. Das
erschwert den Verzicht. „Für eine solche Umstellung ist eine
Ernährungsberatung sehr hilfreich“, sagt DAAB-Expertin Schnadt. Sie
verweist zudem auf aktuelle Studien, in denen untersucht wird, ob und
wie sich bei Patienten, die eine Hyposensibilisierung gegen ihre
Pollenallergie machen, die Symptome der Nahrungsmittelallergie
reduzieren. Bei schweren Symptomen ist allerdings der Griff zu
antiallergischen Medikamenten häufig unumgänglich.
Genau wie bei klassischen Nahrungsmittelallergien kann es auch bei
Kreuzreaktionen vorkommen, dass sich im Laufe des Lebens eine Toleranz
entwickelt. „Bei Frauen ist dies im Zusammenhang mit Veränderungen im
Hormonhaushalt zum Beispiel mit dem Einsetzen der Menopause zu
beobachten“, sagt Sabine Schnadt vom Deutschen Allergie- und
Asthmabund. Insgesamt sind solche Toleranz-Entwicklungen Fachleuten
zufolge jedoch vergleichsweise selten.
dpa>
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17.10.2011: Immuntherapie gegen Heuschnupfen im Herbst beginnen - und dann 3 Jahre lang - um Asthma zu vermeiden
<Herbst
- nicht gerade die Hochsaison für Pollenallergien. Dennoch raten
Experten, sich gerade in diesen Wochen für die kommende
Heuschnupfen-Zeit zu wappnen.
Mit leichter Verspätung ist der Herbst in der Schweiz angekommen.
Für Heuschnupfen-Patienten ist dies nach Angaben von Experten der
ideale Zeitpunkt, um mit einer ursächlichen Behandlung der Allergie zu
beginnen. Eine spezifische Immuntherapie bilde die Basis für eine
beschwerdeärmere Pollensaison im kommenden Jahr, hiess es in einer
Mitteilung des deutschen Berufsverbands der Hals-Nasen-Ohrenärzte.
«Neben den bewährten Injektionen gibt es mittlerweile auch
Medikamente zur Einnahme», erklärte der HNO-Arzt Winfried Goertzen.
Eine Therapie sollte laut offizieller Empfehlung mindestens drei Jahre
andauern. Der Aufwand lohne sich aber, da so eine asthmatische
Erkrankung verhindert werden könne, sagte Goertzen.
(dapd)>
=====
27.10.2011: Nach dem Kuss eine Allergie - <Allergie-Schock: Küsse können in der Notaufnahme enden>
aus: Welt online; 27.10.2011;
http://www.welt.de/wissenschaft/article13684210/Kuesse-koennen-in-der-Notaufnahme-enden.html
<Autor: Sabine Kurz
Vorsicht, Zärtlichkeit! Küssen löst nicht nur angenehme Gefühle aus,
sondern überträgt auch Bakterien und Stoffe - wenn der Partner
allergisch ist, kann das übel ausgehen.
Der Schauspieler Karl Farkas sagte einst: "Ein Kuss ist der Austausch
von Bakterienkulturen, allerdings nicht zu Forschungszwecken." Damit
hat er wohl recht. Und es können nicht nur Bakterien beim Küssen
übertragen werden.
Wie viele Bakterien beim berühmten Kuss von Madonna und Britney Spears
bei den MTV Video-Awards 2008 übertragen wurden, ist nicht bekannt.
Jedenfalls musste keine der beiden danach in die Notaufnahme
Eine Amerikanerin, die einen Löffel ihrer frisch gekochten Erbsensuppe
probierte und danach ihrem Sohn einen Kuss auf die Wange drückte,
musste erschreckt feststellen, dass sich auf der Haut des Kindes sofort
eine große Quaddel bildete, in Minutenschnelle gefolgt von Rötung,
Nesselsucht und Atemproblemen.
Rendezvous führt ins Krankenhaus
Im Krankenhaus stellte sich heraus, dass das Küsschen gereicht hatte,
um eine allergische Reaktion auszulösen. Dies ist kein Einzelfall.
Immer öfter berichten Ärzte von Allergikern, deren Rendezvous nach
einem Kuss in der Notaufnahme endet.
Eine Allergie ist eine Überreaktion des Körpers auf einen Fremdstoff,
der vom Immunsystem ungerechtfertigt als bedrohlich eingestuft und
bekämpft wird. In den meisten Fällen werden Allergene, also die Stoffe,
die eine Allergie auslösen können, eingeatmet, gegessen oder über die
Haut aufgenommen. Allergene sind Antigene, oft Proteine, die auf der Oberfläche der fremden Substanz sitzen.
Als Reaktion darauf produziert das Immunsystem Antikörper,
die an im Bindegewebe vorhandene Mastzellen binden. Beim ersten Kontakt
mit dem Fremdstoff gibt es keine allergische Reaktion, man spricht hier
von einer Sensibilisierung. Beim erneuten Eintritt der Allergene in den
Körper docken sie an die beim letzten Mal gebildeten Antikörper, die
nun die Mastzellen dazu bringen, Histamine auszuschütten.
Diese verursachen die typischen Symptome einer allergischen Reaktion,
die sich an den Schleimhäuten, Atemwegen, der Haut und dem
Verdauungstrakt (Erbrechen, Durchfall) äußern.
Reagiert der Körper auf selbst produzierte Stoffe auf diese Weise,
spricht man von einer Autoimmunerkrankung. Oft wird eine Allergie auch
mit einer Unverträglichkeit wie etwa Laktoseintoleranz gleichgesetzt.
Der Unterschied liegt allerdings in der Reaktion des Körpers auf die
Proteine: Nur bei Allergien ist das Immunsystem beteiligt.
In Deutschland leidet jeder vierte bis fünfte Einwohner an einer
allergischen Erkrankung. Manche Experten reden sogar von einem Drittel
der Bevölkerung. Gegen fast alles kann man allergisch reagieren. Der
Deutsche Allergie- und Asthmabund spricht von über 20.000 Auslösern von
Allergien.
86 Prozent aller Allergiker leiden unter einer Pollenallergie, 41
Prozent reagieren allergisch auf Hund oder Katze, 38 Prozent auf
Hausstaub und 14 Prozent auf Schimmelpilze. Mit sechs Prozent nehmen
die Lebensmittelallergien nur einen unteren Platz in der Rangliste ein.
Doch gerade sie können bei Intimitäten zum Problem werden.
"Wenn Sie eine Speiseallergie haben, ist es nicht allzu ungewöhnlich,
nach einem Kuss eine allergische Reaktion zu haben. Das liegt dann
daran, dass der Partner etwas gegessen oder eingenommen hat, wogegen
Sie allergisch sind", erklärt Allergologe Sami Bahna, Präsident des
American College of Allergy, Asthma and Immunology (ACAAI). "Manche
Patienten haben aber sogar nachdem der Partner seine Zähne geputzt hat
oder mehrere Stunden nach dem Essen eine allergische Reaktion."
Allergene bleiben im Speichel
Das liegt daran, so Bahna, dass im Speichel des Partners auch Stunden
nach der Mahlzeit noch Allergene zu finden sind, wenn das Essen schon
lange verdaut ist. "Die Allergie kommt daher, dass Bestandteile des
Essens noch immer im Mund, dem Speichel und auf den Lippen der Person
sind, die gerade gegessen hat", bestätigt auch Suzanne Teuber von der
UC Davies School of Medicine in Kalifornien.
Sie führte 2002 zusammen mit Kollegen eine Studie durch, in der jeder
20. Proband zu Protokoll gab, schon einmal eine allergische Reaktion
nach einem Kuss gehabt zu haben. Da ursprünglich gar nicht danach
gefragt worden war und die Patienten dies von sich aus sagten, gehen
die Forscher von einer höheren Dunkelziffer aus.
Andere Wissenschaftler haben herausgefunden, dass bei einem Kuss etwa
acht Milligramm des Allergens weitergegeben werden können. Bei vielen
Allergikern reicht schon ein Milligramm eines Stoffes, um eine
allergische Reaktion auszulösen. Um das zu verhindern, empfehlen Ärzte
den Partnern von Allergikern, sich vor Intimitäten gründlich die Zähne
zu putzen, den Mund auszuspülen und kritische Speisen 24 Stunden vor
dem Küssen zu vermeiden.
In Extremfällen hilft das alles nichts. Sami Bahna berichtet von einem
Patienten mit einer Erdnussallergie, der nach dem Küssen seiner
Freundin einen lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schock erlitt. Die
junge Frau hatte sich nach dem Verzehr der Nüsse zwei Stunden vorher
die Zähne geputzt, den Mund mehrmals ausgespült und Kaugummi verwendet.
Nicht nur beim Küssen können Allergene übertragen werden. So hatte eine
Frau nach dem Sex eine allergische Reaktion auf Paranüsse, ohne dass
sie diese zuvor verzehrt hatte. Der britische Arzt Amolak Bansal
erklärt dies damit, dass ein in Paranüssen enthaltenes Protein durch
den Samen des Partners übertragen wurde.
Paranüsse gehen ins Sperma über
Ein Experiment bestätigte diese Theorie: Noch mehrere Stunden nach dem
Verzehr von Paranüssen waren im Sperma des Mannes die
Paranuss-Allergene enthalten, auf die seine Freundin so heftig reagiert
hatte. Ähnliche Beobachtungen gibt es bei Medikamentenallergien: Es
wird vermutet, dass sogar Penicillin beim Geschlechtsverkehr übertragen
werden kann.
Das European Centre for Allergy Research Foundation schätzt, dass bis
2015 in den Industrienationen jeder Zweite unter einer allergischen
Erkrankung leiden wird. Die WHO sieht dabei eine weiter steigende
Tendenz. "Gelingt es nicht, das Allergieproblem einzudämmen, werden die
Deutschen schon bald ein Volk der Allergiker sein", sagt Beate Thier,
Ärztin bei der Techniker Krankenkasse. Dann wird es für immer mehr
Menschen auch Probleme beim Küssen geben.>
=====
28.11.2011: Ausgedünstete Chemikalien noch und noch - und
die Chemie lacht über die Allergiker, die das nicht mehr vertragen -
neue Krankheit "multiple Chemieunverträglichkeit" (MCS)
aus: Welt online: Allergie: Wenn Dämpfe und Düfte zur Tortur werden; 28.11.2011;
http://www.welt.de/gesundheit/article13735176/Wenn-Daempfe-und-Duefte-zur-Tortur-werden.html
<Chemikalien können für allergische Menschen eine große körperliche und
psychische Belastung werden.
Autor: Nina Trentmann
Ob aus Parfüms, Shampoos, Reinigungsmitteln oder Textilien –
ausdünstende Chemikalien lauern heute fast überall: Betroffene
berichten von physischen Torturen.
Sie hatte fast alles: entzündete Ohren, Fieber, Grippe, kribbelnde
Beine, Anfälle von extremer Müdigkeit, Verdauungsprobleme. Dazu kam der
Nebel im Kopf: Wenn er da war, bekam Thilde Jensen keinen Satz mehr
zusammen.
Wochenlang hielten die Symptome an – ohne dass sie oder ein Arzt
erklären konnte, was mit ihr los war. „Ich fühlte mich vergiftet“, sagt
die 39-Jährige, „so etwas hatte ich noch nie erlebt.“
Erst als sie in New York im Stau
feststeckt und von den Abgasen des Autos vor ihr Halsschmerzen,
tränende Augen und Kopfschmerzen bekommt, kam ihr der Gedanke, dass
Abgase und Chemikalien sie krank machen könnten.
Allergisch auf Shampoos, Parfüms und auf die Chemikalien
Die Fotografin nahm ab, reagierte allergisch auf Shampoos, Parfüms und
auf die Chemikalien, mit denen sie ihre Fotos entwickelte. Die
Krankheit, an der die Dänin leidet, nennt sich Multiple
Chemikalienunverträglichkeit (MCS, multiple chemical sensitivity).
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Seit Ende der 60er-Jahre ist die Krankheit bekannt. Rund vier Millionen
Menschen leiden in Deutschland daran, so der Berufsverband der
Umweltmediziner. „Die Anfragen werden stetig mehr. Insgesamt ist ein
Anstieg der Krankheit zu beobachten“, sagt Silvia Müller, Leiterin des
Chemical Sensitivity Networks in Kirschweiler.
„Es gibt heute mehr schwere Fälle.“ Und das, obwohl in Deutschland laut
einer Studie des Umweltbundesamtes die Belastung mit Blei, Arsen,
Cadmium und Quecksilber zurückgegangen ist und viele andere Chemikalien
nur noch in geringen Dosen eingesetzt werden dürfen. Auch die
Konzentration von Schwefel- und Stickstoffverbindungen in der Luft hat
dramatisch abgenommen.
Thilde Jensen und Silvia Müller treffen häufig auf Unverständnis, wenn
sie über die Krankheit sprechen. Das liegt daran, dass sich Mediziner
bis heute schwer tun, die Krankheit eindeutig zu klassifizieren. Zu
unterschiedlich sind die Symptome.
„Es fehlen messbare Kriterien für eine objektive Diagnose“, sagt Robert
Haley, Professor für Innere Medizin an der Universität Texas in Dallas.
Er forscht seit den 70er-Jahren an MCS.
Chemikalienunverträglichkeit nicht als Berufskrankheit anerkannt
Damals berichteten Vietnam-Heimkehrer über Symptome, die sie auf den
Einsatz von Chemikalien wie Agent Orange zurückführten. Obwohl hier die
ersten Fälle dokumentiert wurden, ist die Chemikalienunverträglichkeit
in den USA bis heute kein anerkanntes Leiden.
Deutschland war das erste Land, das MCS im Sinne der
Krankheitsklassifikationen der Weltgesundheitsorganisation anerkannte,
Österreich, Japan und Luxemburg folgten. Trotzdem streiten sich die
Betroffenen mit Arbeitgebern, Krankenkassen und Vermietern, werden als
„Spinner“ und „Psychos“ abgetan.
Thilde Jensen verließ New York, für ein paar Monate, wie sie damals
dachte. „Stattdessen habe ich sieben Jahre mit einem Mundschutz gelebt,
in der Wildnis“, sagt sie. „Es war ein Leben der Vermeidung, weg von
allem.“
Bei der Suche nach Informationen über ihre Krankheit lernte sie andere
Betroffene kennen, in den USA, in Deutschland, in Frankreich. Sie traf
sie, machte Fotos von ihnen und ihrem Leben mit und ohne Chemikalien.
„Viele, die MCS haben, ziehen in die Natur, in den Südwesten der USA“,
sagt Jensen. Aus all den Bildern soll ein Buch werden, mit dem sie auf
das Schicksal der Kranken aufmerksam machen will.
Vor wenigen Wochen berichteten die „New York Times“ und der britische
„Observer“ über das Fotoprojekt, „ich habe viel Zustimmung und
Unterstützung erfahren“, sagt sie. Ein Teil der MCS-Community, die sich
in Foren trifft, lehnt die Zurschaustellung der Krankheit aber ab.
„Wir müssen uns immer wieder anhören, dass wir in Wahrheit psychische,
nicht physische Probleme haben“, sagt Alison Johnson, die Gründerin der
Chemical Sensitivity-Stiftung in den USA. „Die Fotos verstärken den
Eindruck, dass wir Psychos sind.“
Auch in Deutschland werden MCS-Patienten oft nicht für voll
genommen. „Immer wieder wird berichtet, dass ein Gutachter die
Erkrankung als Persönlichkeitsstörung oder sonstige psychische
Krankheit deklariert“, sagt Silvia Müller vom Chemical Sensitivity
Network. Ähnliches geschieht bei Versorgungsämtern und Krankenkassen.
Bis heute ist MCS keine anerkannte Berufskrankheit. „Es gibt aber
auffällig viele Erkrankte in schadstoffbelasteten Gebäuden, Schulen und
im Umfeld bestimmter Fabriken“, sagt Müller. Über 50 lokale MCS-Gruppen
gibt es in Deutschland. „Es gibt bei etwa 15 Prozent der Bevölkerung in
Deutschland leichte Irritationen beim Kontakt mit Chemikalien.“
Bei zwei Prozent entstünde im
Zusammenspiel verschiedener Chemikalien eine sogenannte
Hypersensibilisierung. Dann reagiert ein Erkrankter nicht nur auf eine
Chemikalie, sondern auf mehrere: auf Autoabgase, Raumsprays oder
Parfüms. „Duftstoffe bestehen aus Chemikaliengemischen.
Für die MCS-Patienten sind sie Barrieren wie steile Treppen für
Rollstuhlfahrer“, sagt Müller und erzählt von einer Frau, die in Berlin
am Bahnhof eine öffentliche Toilette benutzte und mit heftigen
allergischen Symptomen auf das Raumspray reagierte, das dort versprüht
wurde.
Viele MCS-Kranke verlassen ihr Haus nicht mehr
Chemikalien sind heute fast überall, und so können viele MCS-Kranke ab
einem gewissen Stadium nicht mehr das Haus verlassen. „Die Therapie
besteht in erster Linie aus Vermeidung. Chemikaliensensible müssen
dafür sorgen, dass ihr Wohnraum und ihre Nahrung frei von Chemikalien
sind“, sagt Müller. Julianna Martin, eine 33-jährige Amerikanerin, ließ
dafür auch im Winter ihre Fenster geöffnet, schlief im Zelt und trug
einen Mundschutz. „Ich habe meinen Körper von Grund auf gereinigt“,
sagt sie.
Leider gebe es nicht die eine Lösung, sagt Pall. Auch Jahre, nachdem
erste Symptome aufgetreten sind, könne es noch neue allergische
Reaktionen geben. Schon wegen der Vielfalt der Symptome könne es keine
Einheitstherapie geben. „Menschen mit MCS werden ihr Leben lang extrem
sensibel auf Chemikalien reagieren“, sagt Alison Johnson.
Während Entgiftungstherapien inzwischen von vielen Ärzten verschrieben
werden, gibt es auch eine Menge Wunderheiler und obskure Methoden. „Das
schadet natürlich dem Image der Krankheit und der Betroffenen“, sagt
Johnson, „und drängt uns in die Spinnerrolle.“
Die Agaplesion-Klinik in Hamburg hat seit
wenigen Monaten zwei Zimmer für Menschen mit Allergien und MCS, in
Aix-en-Provence in Frankreich gibt es bald eine Klinik für
MCS-Patienten.
In Hamburg werden keine Putzmittel mit Chemikalien verwendet,
elektromagnetische Felder werden mit sogenannten „Power Circuit
Breakers“ gedämpft, auch die Möbel und die Wandfarbe enthalten weniger
Chemikalien. „Leider gibt es in Deutschland noch keine Umweltklinik,
die den Bedürfnissen der schwerer an MCS-Erkrankten gerecht würde“,
sagt Silvia Müller.
Betroffene werden nicht ernst genommen
Neben den Symptomen sind es vor allem die Reaktionen von anderen, unter
denen die MCS-Kranken leiden: „Ich musste mir immer wieder anhören, ich
wolle doch nur Aufmerksamkeit“, sagt Julianna Martin. „Dabei weiß ich,
wie ich Aufmerksamkeit generiere, mit einem Push-up, mit Stöckelschuhen
– aber bestimmt nicht, indem ich freiwillig mit einem Atemschutz
rumlaufe.“
Sie meidet seither Bars, Restaurants,
Clubs; all die Orte, wo früher ihr Sozialleben stattgefunden hatte.
„Ich habe die ganzen Dämpfe und Düfte nicht mehr ausgehalten“, sagt
sie.
Auch in Deutschland halten viele die Patienten für „Psychos“: „Sie
werden so gut wie immer als psychisch krank eingestuft, obwohl es sich
um keine psychische, psychosomatische oder psychiatrische Krankheit
handelt“, sagt Kurt Müller, Mitglied des Vorstands des Berufsverbands
der Umweltmediziner.
Einige MCS-Kranke können nach einer gewissen Zeit an ihren Arbeitsplatz
zurückehren. Thilde Jensen fotografiert heute wieder. Juliannas
Arbeitgeber reagierte zwar entgegenkommend, als sie ihre Kolleginnen
bat, kein Parfüm mehr zu tragen, verbot ihr aber, im Winter das Fenster
weit zu öffnen. Die Amerikanerin machte sich daraufhin selbstständig.
Seit sechs Jahren hat sie eine Firma, die Häuser für Allergiker baut.
Die drei Frauen kämpfen nicht nur gegen ihre Krankheit, sondern auch
gegen eine von ihnen als übermächtig empfundene Chemie-Industrie. Die
reagiert jedoch gar nicht auf die Anwürfe der MCS-Kranken.
Chemische Industrie investiert Geld, um die Opfer zu diskreditieren
Der Verband der chemischen Industrie in Deutschland hat keine eigene
Position, sondern schließt sich einer Stellungnahme des
Sachverständigenrates für Umweltfragen aus dem Jahr 1999 an. „In den
USA haben die chemische Industrie und die Bauindustrie Tausende Dollar
investiert, um die Opfer ihrer Produkte zu diskreditieren“, sagt Thilde
Jensen.
Zumindest die Verbraucher scheinen die Gefahr von zu vielen Chemikalien
erkannt zu haben, so wächst beispielsweise der Absatz von Bioprodukten
seit Jahren, im Jahr 2010 um acht Prozent.
Auch die EU reagiert, wenn auch zögerlich: Sie verbot im Sommer die
Verwendung von Bisphenol A in Babyflaschen, weil die Chemikalie im
Verdacht steht, den Hormonhaushalt bei Kleinkindern aus dem
Gleichgewicht zu bringen.
„Wir sind umgeben von Chemikalien, die wir nicht sehen“, sagt Thilde
Jensen. „Es sollte viel mehr von diesen Verboten geben.“ Sie hat die
schlimmste Zeit ihrer Krankheit inzwischen überwunden. Auch den
Mundschutz hat sie abgelegt.
Den Menschen fehlt immer mehr die Landwirtschaft zur Schulung des
Immunsystems, weil immer mehr Leute in die Städte ziehen, wo sowieso
mehr Gifte sind als auf dem Land. Und entsprechend steigen die Raten
bei den Allergien. Ist doch logisch, oder? Aber das merkt die Politik
doch nicht...
Michael Palomino, 28.11.2011
=====
31.12.2011: Kinder mit Lebensmittelallergien - 80% der Kinder sind ab 6 wieder allergiefrei
aus: Welt online:<Gluten & Co.: Lebensmittelallergien bei Kindern schwer zu finden>; 31.12.2011;
http://www.welt.de/gesundheit/article13787276/Lebensmittelallergien-bei-Kindern-schwer-zu-finden.html
<Autor: Eva Neumann
Reagiert das Kind nach dem Schluck Milch mit einem Ausschlag oder
Übelkeit, ist der Verdacht einer Lebensmittelallergie nicht vond er
Hand zu weisen
Bei Kindern lassen sich Allergien auf Nahrungsmittel nur mit viel
Detektiv-Arbeit feststellen. Doch es gibt auch eine gute Nachricht.
Wenn ein Kleinkind zum ersten Mal ein Stückchen Brot in den Mund
schiebt, ist das manchmal ein kritischer Moment. Bekommt es einen
juckenden Hautausschlag, reagiert es mit Durchfall oder
schnupfenähnlichen Symptomen, können das Anzeichen einer
Nahrungsmittelallergie sein.
Je früher sie erkannt und das auslösende Allergen identifiziert wird,
umso besser: Dann kann man versuchen, es zu vermeiden. Das bringt zwar
eine Ernährungsumstellung für die ganze Familie mit sich, bewahrt das
Kind jedoch vor schlimmeren körperlichen Reaktionen.
"Belastbare Studien zur Zahl der betroffenen Kinder gibt es nicht",
erläutert Herbert Steinheuer, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin
und Allergologe in Krefeld. "Schätzungen gehen von zwei bis sieben
Prozent aller Kinder aus." Bei den meisten werden die Symptome erstmals
innerhalb der ersten beiden Lebensjahre sichtbar.
"Die Betroffenen reagieren innerhalb kurzer Zeit nach dem Genuss
des Nahrungsmittels mit Reaktionen wie Juckreiz in der Mundhöhle,
Nesselsucht an der Haut, Atemnot oder Kreislaufreaktionen bis zum
anaphylaktischen Schock", zählt Jörg Kleine-Tebbe von der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie auf. Außerdem könne sich im Laufe der Zeit ein Ekzem auf der Haut verschlechtern.
Diese Symptome sind Zeichen dafür, dass sich das Immunsystem des
Körpers gegen das Allergen wehrt, weil es dieses als Angreifer
wahrnimmt. "Bei diesen sogenannten Typ-1-Allergien oder auch
Sofort-Typ-Allergien bildet der Körper während der
Sensibilisierungsphase von wenigen Wochen IgE-Antikörper", erklärt
Kleine-Tebbe.
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Bei den Nahrungsmittelallergien im Kindesalter sind in den meisten
Fällen stabile Eiweiße in Grundnahrungsmitteln wie Kuhmilch, Hühnerei,
Nüssen, Weizen, Fisch oder Soja die Ursache allen Übels. In jüngster
Zeit kommen vermehrt auch Erdnüsse hinzu. Nur: Auf ein
Grundnahrungsmittel zu verzichten, stellt erhebliche Anforderungen an
die ganze Familie. Außerdem sind Ersatzprodukte teuer. Bevor auf
Verdacht verzichtet wird, sollte deshalb unbedingt das spezifische
Allergen ermittelt werden.
Die Basis dafür müssen die Eltern liefern, indem sie über
beispielsweise zwei Wochen ein detailliertes Ernährungstagebuch führen.
Dann ist ein auf Allergien spezialisierter Kinderarzt gefragt. "Für ihn
ist es enorm wichtig, einen Zusammenhang zwischen der
Nahrungsmittelaufnahme und den Symptomen zu erkennen", sagt Steinhauer.
Wenn er einen Verdacht hat, kann er gezielt testen.
Bei Erwachsenen sind dafür Prick-Tests verbreitet. "Bei Kindern ist
dieses Verfahren schwierig, weil kaum Hautflächen zur Verfügung stehen,
die groß genug sind", erklärt er. Die Alternative ist der Nachweis der
Sensibilisierung, indem IgE-Antikörper im Blut bestimmt werden. In
komplizierten Fällen gibt es die Möglichkeit, in Kliniken oder
speziellen Zentren unter ärztlicher Aufsicht zunächst allergenarme Kost
und dann gezielt mögliche Allergene zu sich zu nehmen.
Sobald der Auslöser der allergischen Reaktion feststeht, ist eine
detaillierte Ernährungsberatung unverzichtbar. Deutschlandweite
Ansprechpartner können beim Deutschen Allergie- und Asthmabund
erfragt werden. "Die Familie muss lernen: Wo ist das Nahrungsmittel
drin, das vermieden werden soll? Und: Wie kann ich es so ersetzen, dass
eine vollwertige Ernährung gesichert ist?", erläutert Imke Reese,
Ernährungstherapeutin aus München.
Bei abgepackten Lebensmitteln gilt der erste Blick der Zutatenliste.
Dort müssen seit 2005 EU-weit die wichtigsten der mehr als 100
bekannten Allergene deklariert werden. Darunter sind auch jene
Allergene, die im Kindesalter relevant sind.
"Das Problem ist, dass es keine Endkontrolle der Produkte gibt. Es kann
immer mal passieren, dass Rückstände aus einer vorherigen Produktion in
ein Lebensmittel geraten", warnt Reese. "Deshalb schreiben viele
Hersteller unter die Zutatenliste den Warnhinweis 'Kann Spuren von xy
enthalten'." Noch schwieriger ist die Speiseauswahl bei loser Ware, im
Restaurant oder beim Kindergeburtstag. Für die Betroffenen heißt das:
Sie können ein bestimmtes Allergen nicht mit letzter Sicherheit
vermeiden. Ein Notfallpaket muss deshalb immer greifbar sein.
Die gute Nachricht ist jedoch: "Rund 80 Prozent der kleinen Patienten
verlieren diese Allergie wieder bis spätestens zum Schulalter", sagt
Kleine-Tebbe. Eine Ausnahme bildet dabei die Allergie gegen Erdnüsse.