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Merkblatt: Depression

Meldungen

präsentiert von Michael Palomino

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Depression ist mit Blutgruppenernährung heilbar

Durch die angepasste Blutgruppenernährung von Dr. D'Adamo funktioniert der Organismus und alle Drüsen optimal, der Körper hat mehr Energie, und dadurch verschwinden Depressionen automatisch mit der Zeit innerhalb weniger Wochen bis einiger Monate.

Siehe: Blutgruppenernährung, psychische Krankheiten gemäss Blutgruppe


Auch die konsequente Entgiftung des Körpers von Zivilisationsgiften (Amalgam, Lösungsmittel, Lacke, Gifte im Spielzeug, Abgase etc.) kann eine Befreiung des Organismus und der Drüsen bewirken. Konkret:

-- Amalgamsanierung
-- natürliches Bauen ohne chemische Zusatzstoffe
-- natürliche Spielzeuge ohne Plastik-Weichmacher
-- und viel Spazierengehen an sauberer Luft
etc.

können bewirken, dass der Organismus und die Drüsen wieder besser funktionieren und der Körper wieder mehr Energie hat und die Depression in einigen Monaten verschwindet.

Wenn Depressionen von äusseren Umständen oder durch kriminelle Ungerechtigkeiten verursacht sind, dann wird mit Blutgruppenernährung mehr Energie zur Gegenwehr vorhanden sein, um gegen die kriminellen Ungerechtigkeiten vorzugehen.

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Basler Zeitung online, Logo

Es ist nicht so, dass sich Céline für Züleyha schämt - im Gegenteil. Aber Céline hat einen Plan: Sie will Gesundheitswesen studieren oder Medizin, sie will Karriere machen. Und Züleyha will wohnen bleiben, wo ihre Eltern und Geschwister leben, im Pariser Vorort Clichy-sous-Bois, wo fast jeder zweite Jugendliche keinen Job findet und keinen Ausbildungsplatz, wo Tausende Autos brannten, wo die Aufstände tobten.

Céline trägt den Namen Züleyha an einer silbernen Kette um den Hals. Es ist der Name, den ihre Eltern ihr gaben, türkische Einwanderer, die nach Frankreich kamen, um zu arbeiten. Den Namen Céline gab sie sich selbst, er steht mittlerweile in ihrem Pass. In der Schule heißt sie Céline, zu Hause Züleyha.

Züleyha will heiraten, in ein paar Jahren, mit 25, einen Muslimen, am liebsten einen Türken. "Das macht es leichter, sich zu verstehen". Sie will Kinder. Céline glaubt an das Versprechen, dass es jeder schaffen kann, wenn er nur hart genug arbeitet. Züleyha wünscht sich einen großen Bruder, der sie beschützt.

Die Frage ist, ob es Céline gelingt, Züleyha mitzunehmen auf ihrem Weg. Oder ob sie sie zurücklassen muss.

Sie ist 17 Jahre alt, dunkle Haare, dunkle Jeans, und sie steht jetzt im Flur eines Neuköllner Gymnasiums mit zwei Dutzend anderer Schüler. Sie schütteln ihre Arme, schütteln ihre Beine, gähnen, formen die Lippen zu einem O. Jemand ruft etwas, das sich anhört wie Iiiyaaa. Céline schwingt ihren rechten Arm wie eine Welle, Iiiyaa. Beim Mädchen neben Céline setzt sich die Welle fort, Iiiyaaa, jeder gibt die Welle weiter - letzte Lockerungsübungen vor dem großen Auftritt.

Aus dem sozialen Brennpunkt am Rand von Paris sind Céline und ihre Mitschüler in den sozialen Brennpunkt im Zentrum Berlins gekommen, um Theater zu spielen, gemeinsam mit Neuköllner Abiturienten.

Die Abgehängten treten an zur Aufholjagd

Problembezirke lernen voneinander, das ist die Idee. Schüler aus Neukölln und aus Clichy geben Iiiyaaa-Wellen weiter, und Sozialarbeiter, Lehrer, Politiker, Richter treffen sich und diskutieren: Wie lassen sich Jugendarbeitslosigkeit, Kriminalität, Tristesse bekämpfen? Wie lassen sich Einwanderer überzeugen, die Landessprache zu lernen?

Die Abgehängten wollen antreten zur Aufholjagd - und verbünden sich. In den vergangenen Jahren fuhren die Neuköllner nach Frankreich, Kirsten Heisig war 2008 dabei, die Jugendrichterin, die inzwischen tot ist, und Klaus Lehnert, der pädagogische Leiter vom Campus Rütli. Im letzten Jahr fuhren die Neuköllner Abiturienten hin. Jetzt ist Clichy zum Gegenbesuch nach Berlin gekommen. Organisiert hat den Gipfel der Brennpunkte das Deutsch-Französische Jugendwerk, zusammen mit Sozialwissenschaftlern und Lokalpolitikern.

Es gibt eine Foto-Ausstellung, einen Empfang im Neuköllner Rathaus, Fachgespräche, die französische Staatssekretärin für Jugend kommt vorbei, und es gibt das Theaterstück, das Céline und die anderen Schüler geprobt haben: Szenen aus "Drei Mal Leben" von Yasmina Reza, der wohl am meisten gespielten zeitgenössischen Theatorautorin. Reza hat sich das Stück der Schüler in Clichy angesehen und prompt die Schirmherrschaft übernommen. Die Schüler hätten mit "ungewohnter Disziplin" das Stück auf die Bühne gestellt und "ihre soziale Situation vergessen", sagt Reza.

Céline und die anderen Jugendlichen aus Clichy spielen auf Deutsch, die Neuköllner Schüler auf Französisch. Die gemeinsame Sprache dieser neuen deutsch-französischen Freundschaft jedoch ist Türkisch: Céline hat durch den Schüleraustausch Arzu kennengelernt, 19, Abiturientin aus Neukölln. Wenn die beiden miteinander reden oder bei MSN chatten oder sich Mails schreiben, dann benutzen sie meist die Sprache ihrer Eltern. Auch die Kontakte zwischen den anderen Deutsch-Türken und Franko-Türken sind eng; es gibt keine Sprachbarriere.

Sie wollen Sarrazin und Sarkozy widerlegen

Céline und Arzu sind stolz auf ihre Herkunft, womit beide sowohl ihren Bezirk meinen als auch die Türkei - und beide geben sich selbstbewusst: "Wir wollen zeigen, dass es erfolgreiche Migranten gibt", sagt Arzu. "Wir wollen eine Chance", sagt Céline. Sie verstehen sich als künftige Elite, schließlich beherrschen sie vier Sprachen, Türkisch, Französisch, Deutsch und Englisch. Sie wollen den schlechten Ruf widerlegen, der ihren Vierteln anhaftet. Sie wollen Sarrazin und Sarkozy zeigen, dass sie falsch liegen, wenn sie behaupten, in Neukölln schaffe sich Deutschland ab und Clichy-sous-Bois müsse man mit dem Kärcher vom Gesindel befreien.

Die Underdog-Bezirke wollen einerseits ihr Schmuddel-Image loswerden, andererseits ihre Probleme lösen.

Das versuchen sie zwar zum Teil mit ähnlichen Mitteln. So schickt Neukölln "Stadtteilmütter" zu Familien, an die Sozialarbeiter nicht mehr rankommen, Frauen türkischer oder arabischer Herkunft, die selbst Kinder haben. Und in Clichy-sous-Bois haben "große Brüder" zu vermitteln versucht zwischen Jugendgangs und Polizisten. Es sind Sportlehrer, Sozialarbeiter, Musiker, die einst selbst ohne Perspektive in den Vorstädten herumlungerten.

Doch bei dem Schüleraustausch zeigt sich auch, wie groß die Unterschiede sind, trotz vieler Parallelen. In Neukölln bezogen zwar auch mal Wachleute Posten vor Schultoren, aber Célines Freunde aus der Banlieue wissen, wie es ist, wenn Polizeihubschrauber über dem Haus kreisen. Wie es sich anfühlt, wenn Polizisten scharfe Waffen auf einen richten. Wie es ist, im Ausnahmezustand zu leben, der 2005 während der Aufstände ausgerufen wurde. Die wichtigste öffentliche Investition der letzten Jahre ist die neue Polizeistation, die im Herbst eingeweiht wurde.

Neukölln hingegen wandelt sich. Studenten und Kreative drängen in die Gegend, zu Wohnungsbesichtigungen erscheinen oft Dutzende Bewerber, noch sind große Altbauwohnungen vergleichsweise günstig zu mieten.

Man könnte sagen: Die Probleme von Clichy verhalten sich zu denen von Neukölln wie Sarkozy zu Sarrazin - ähnlich gelagert, andere Dimension.

Pöbeleien auf der Klassenfahrt

Zumal Arzu und die Neuköllner Schüler-Schauspieler ein Vorzeige-Gymnasium besuchen: Die Albrecht-Dürer-Schule setzt auf Begabtenförderung und Reformpädagogik; sie veranstaltet Musikabende, es gibt ein Lese-Café und eine Schach-AG. Die Schule hat einen sogenannten Schnellläufer-Zug, in dem die achte Klasse übersprungen wird.

Als die Neuköllner Schüler im letzten Herbst nach Clichy fuhren, seien sie angepöbelt und mit Pizzaschachteln beworfen worden, erinnert sich Beate Gössler, die Lehrerin, die sich das gemeinsame Theaterspielen ausgedacht hat. Zwei Schüler, Linda, 18, und Henrik, 17, erzählen, wie sie abends in Kleinbussen zum Bahnhof zurückgebracht wurden und die heruntergekommenen Plattenbauten sahen. "Unsere Probleme sind nichts im Vergleich zu deren", sagt Henrik.

Céline könnte sich allerdings nicht vorstellen, in Neukölln zu leben. Ihr gefällt zwar die Lage mitten in der Innenstadt. Denn ihr Viertel ist noch immer abgeschnitten vom Pariser Zentrum. Wenn sie sich auf den Weg macht zu Galerien und Kinos und Boutiquen, braucht sie von Zuhause mit Zügen und Bussen etwa anderthalb Stunden - eine direkte Verbindung gibt es nicht.

Was ihr in Neukölln aber nicht gefällt, ist der respektlose Umgang, wie sie es nennt, zum Beispiel dass sich Paare auf der Straße küssen, womöglich mit Zunge. Und wie manche Leute rumlaufen, mit bunten Haaren und halb rasiertem Schädel. "Sowas gibt es in Clichy nicht", sagt sie.

Über das Leben in Célines Heimat, über das Leben in der Pariser Banlieue, gibt es einen Film. "Hass" heißt er, ein moderner Klassiker von 1995. Er erzählt von Drogenhandel und Schlägereien, von Freundschaft und Hoffnungslosigkeit. Die Vorstadt-Jugendlichen laufen darin an einem Plakat vorbei: "Die Welt gehört Euch" steht darauf, es wirkt wie Hohn.

Céline aber glaubt daran. Wenn sie nur eine Chance bekommt, kann sie zeigen, was sie kann. Und sie ist überzeugt: Züleyha muss sie dafür nicht zurücklassen.>

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5.6.2011: Depression verschwindet mit Lichttherapie mit weissem Licht

aus: Welt online: Schwangerschaft: Lichttherapie hilft ohne Nebenwirkungen bei Depression; 5.6.2011;
http://www.welt.de/gesundheit/article13410586/Lichttherapie-hilft-ohne-Nebenwirkungen-bei-Depression.html

<Schwangere Frauen mit einer Depression verzichten häufig auf Medikamente – aus Angst vor den Folgen für ihr Kind. Licht kann helfen.

Schwangeren, die an einer Depression leiden und aus Angst vor Nebenwirkungen auf Medikamente verzichten wollen, kann einer Studie zufolge mit einer Lichttherapie geholfen werden. An der Untersuchung von Wissenschaftlern der Universität Basel beteiligten sich 27 schwangere Frauen, die die Kriterien einer schwereren depressiven Erkrankung erfüllten. Sie wurden zufällig entweder mit weißem Licht (7000 Lux) oder mit gedämpftem roten Licht (70 Lux, Placebo) fünf Wochen lang jeden Morgen eine Stunde lang zu Hause behandelt.

Die Studie wurde doppel-blind durchgeführt, so dass weder die Patientin noch ihre Psychiater wussten, ob die Frauen eine wirksame Lampe erhalten hatten oder nicht. Symptome und eventuelle Nebenwirkungen wurden regelmäßig mit verschiedenen Fragebögen erfasst.

Ergebnis: Die Lichttherapie mit hellem Licht erwies sich der Placebo-Therapie mit schwachem Licht gegenüber als deutlich überlegen. Schon nach fünf Wochen zeigten die Schwangeren mit Lichttherapie in 81 Prozent der Fälle eine deutliche Besserung, 69 Prozent waren symptomfrei, wie die Wissenschaftler kürzlich in der Online- Ausgabe des Magazins „Journal of Clinical Psychiatry“ berichteten.

In der Placebo-Gruppe waren die entsprechenden Zahlen deutlich niedriger. Die Lichttherapie könnte damit eine einfache und kostengünstige Therapie bei Depression in der Schwangerschaft darstellen, schreiben die Forscher – mit minimalen Nebenwirkungen und ohne bekanntes Risiko für das Ungeborene.

dapd/mab>

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26.7.2011: <Neue Volkskrankheit: Menschen in reichen Ländern leiden häufiger an Depressionen>

aus: Spiegel online; 26.7.2011;
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,776751,00.html

<Geschäftsmann in einem leeren Raum: Zahl der Depressionen weltweit gestiegen

121 Millionen Menschen auf der Welt leiden unter einer Depression. Das ist das jüngste Ergebnis einer internationalen Großstudie. Vor allem Länder mit hohem Durchschnittseinkommen sind betroffen. Anführer ist Frankreich - in China geht es den Menschen psychisch deutlich besser.

London/Leipzig - Nicht nur in Deutschland steigt die Zahl der Menschen, die aufgrund psychischer Störungen in Kliniken behandelt, wie der jüngste Krankenhausreport der Barmer zeigt - auch die weltweite Bilanz sieht düster aus: 121 Millionen Menschen leiden unter Depressionen. Das berichtet ein großes internationales Forscherteam um Evelyn Bromet von der State University of New York in Stony Brook jetzt im Fachmagazin "BMC Medicine".

Basis der Großstudie, an der auch der Deutsche Herbert Matschinger vom Institut für Sozialmedizin an der Universität Leipzig beteiligt war, sind detaillierte Interviews mit mehr als 89.000 Menschen aus insgesamt 18 Ländern. Die nach hohem sowie mittleren und niedrigem Einkommen unterteilt wurden: Deutschland, Belgien, Frankreich, Israel, Italien, Japan, die Niederlande, Neuseeland, Spanien und die USA zählten zu jenen Staaten, in denen das Einkommen hoch war. Zu den acht übrigen Länder mittleren und niedrigen Einkommens zählten etwa Brasilien, Indien, China, Mexiko, Südafrika sowie die Ukraine.

Der Studie zufolge litten 15 Prozent der befragten Menschen in Ländern mit hohem Einkommen im Laufe ihres Lebens an einem depressiven Zustand. In Ländern mit einem niedrigen oder mittleren Einkommen liegt diese Zahl mit 11 Prozent niedriger. 5,5 Prozent der Befragten in den reichen Ländern gaben an, im Jahr vor ihrem Interview eine Depression gehabt zu haben.

Von einer depressiven Episode (MDE, major depressive episode) ist die Rede, wenn fünf von neun Kriterien erfüllt sind, zu denen unter anderem der Verlust des Selbstbewusstseins, Schlaf- und Appetitlosigkeit, schlechte Konzentrationsfähigkeit und ein Gefühl der Traurigkeit gehören. Entsprechende Tests mit Fragebögen sind bei der Diagnose weit verbreitet.

Der Anteil von MDE war in den reichen Ländern erhöht - 28 Prozent zu 20 Prozent in den Ländern mit dem geringeren Einkommen. Besonders hoch - mehr als 30 Prozent - war der Wert in Frankreich, den Niederlanden und den USA. Besonders niedrig fiel der Anteil in China aus - mit zwölf Prozent.

Über die Kulturen hinweg litten Frauen doppelt so oft wie Männer, und der Verlust des Partners durch Trennung, Scheidung oder Tod ist hier wie dort erwartungsgemäß einer der Hauptauslöser. "Dies ist die erste Studie, die eine standardisierte Methode einsetzt, um Depressionen und MDE über die Länder und Kulturen hinweg zu vergleichen", teilte Bromet mit. "Wir haben gezeigt, dass Depression in allen Regionen der Welt ein großes Problem ist."

cib/dpa>

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18.8.2011: Männer maskieren Depressionen mit Arbeitswut, Alkohol oder Ausrastern - aber Männer machen 3 mal so oft Selbstmord wie Frauen

aus: Welt online: Wenn Männer Depressionen unbewusst maskieren; 18.8.2011;
http://www.welt.de/gesundheit/psychologie/article13552558/Wenn-Maenner-Depressionen-unbewusst-maskieren.html

<Trauriges Versteckspiel: Männerdepressionen bleiben häufig unerkannt.

Sie stürzen sich in Arbeit, berauschen sich mit Alkohol oder ticken richtig aus: Beim "starken Geschlecht" äussern sich Depressionen anders als bei Frauen.

Michael Blumenstein rastete bei nichtigen Anlässen aus und schrie Frau und Kinder an. „Ständig war da diese innere Gereiztheit. Dazu hatte ich Magenprobleme, dabei war organisch alles in Ordnung“, erzählt der 44-Jährige im Klinikum Wahrendorff bei Hannover.

Den Jobverlust hatte er scheinbar weggesteckt, kümmerte sich um die heute sechs und vier Jahre alten Söhne. Bei den Jungen wurde dann ein Gendefekt festgestellt, der ältere erkrankte zudem an Leukämie. „Nach außen war ich der fröhliche Li-La-Launebär. Man baut eine Fassade auf, aber irgendwann hält die Maske nicht mehr.“

Über seinen Zusammenbruch und die Vorgeschichte spricht Blumenstein jetzt täglich mit neun Leidensgenossen in der im Januar eingerichteten Tagesklinik für depressive Männer im Stadtteil Ilten der niedersächsischen Stadt Sehnde – ein bundesweit einzigartiges Projekt.

Die 20- bis 50-Jährigen werden hier nach einem speziellen psychotherapeutischen Ansatz behandelt. Viel Raum nimmt das Stresstoleranz-Training ein. „Was mache ich, wenn ich eine hohe Anspannung in mir habe, ohne auszuticken, ohne Alkohol zu trinken oder über die Autobahn zu rasen?“, erläutert Chefarzt Michael Hettich. In den Pausen holen sie die Fußballtore im schattigen Park vor dem Gebäude heraus und kicken ein bisschen.

Erst seit einigen Jahren beschäftigen sich Forscher mit der Frage, warum Frauen zwei- bis dreimal häufiger an Depressionen erkranken, Männer aber mindestens dreimal so oft Selbstmord begehen.

„Männer versuchen Depressionen lange zu unterdrücken, dann wird es schnell lebensgefährlich“, sagt der Depressionsforscher Professor Mathias Berger vom Freiburger Universitätsklinikum. In einer Studie erkannten Hausärzte Depressionen bei Männern in nur 20 Prozent der Fälle, bei Frauen in 40 Prozent.

Die Deutsche Gesellschaft für Mann und Gesundheit (DGMG) entwickelt mittlerweile Schulungsprogramme für Hausärzte, um auf gefährdete Männer aufmerksam zu werden.

„Leider musste erst durch den tragischen Tod von Torhüter Robert Enke die deutsche Männerwelt aufgerüttelt werden“, meint DGMG-Präsident und Professor für Männergesundheit am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Frank Sommer.

Schwermütige Männer flüchten in Arbeit, Sport oder Alkohol. Ihr Verhalten schieben sie oft auf beruflichen Stress. „Ich habe nur noch für die Firma funktioniert“, berichtet Andreas, der seinen Nachnamen nicht nennen möchte.

Nach einem abgebrochenen Studium war der heute 50-Jährige in einer Spedition eingestiegen. „Meine Tage sahen alle gleich aus: Ich bin um vier Uhr morgens aufgestanden und habe nach zwölf Stunden Arbeit abends viel Bier getrunken und bin ins Bett gefallen.“

Im Frühjahr raste Andreas mit dem Auto auf gerader Straße gegen einen Baum und lag neun Tage lang im Koma. „Bei den Kollegen würde ich von Burn-out, nicht von Depression sprechen“, sagt er.

Obwohl psychische Erkrankungen inzwischen den traurigen Spitzenplatz bei den Krankschreibungstagen einnehmen, verschweigen Betroffene sie aus Scham. Das gilt besonders für männliche Patienten.

„Männer definieren sich als unabhängig, selbstbewusst, leistungsorientiert, aktiv und rational. Das passt nicht mit Depressivität zusammen“, sagt Hettich.

Auch Michael Blumenstein machte die Erfahrung, dass seine Depression nicht ernst genommen wurde. Der Schwiegervater meinte, er solle sich zusammenreißen. Die Bowling-Kumpel fragten: „Bist du Mann oder Weichei?“

Trotz aller Vorurteile hat er sich entschlossen, mit seiner Krankheit offen umzugehen. „Mein großer Traum ist es, wieder einen Job als Einzelhandelskaufmann zu finden“, sagt der Hausmann. „In den Krabbelgruppen kam ich mir als einziger Mann unter Frauen immer wie ein Alien vor.“

dpa/oc>

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Welt online, Logo

8.10.2011: Depression mit weniger Schlaf meistern

aus: Welt online: Psychologie: Warum Schlafentzug gegen Depressionen hilft; 8.10.2011;
http://www.welt.de/gesundheit/psychologie/article13646680/Warum-Schlafentzug-gegen-Depressionen-hilft.html

<Während viel Bettruhe bei einigen Krankheiten wahre Wunder bewirken kann, hilft ein ausgedehnter Schlaf bei Depressionen nicht – im Gegenteil.

Depressive fühlen sich oft müde und kraftlos. Doch viel Schlaf hilft ihnen nach Ansicht des Psychiaters Ulrich Hegerl nicht. In Therapien könne ein kontrollierter Schlafentzug die Stimmung der Patienten sogar kurzfristig stark verbessern, sagte der Direktor der Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Leipzig bei einem Fachkongress in München.

Ein kontrollierter Schlafentzug kann den gestörten Nachtschlaf bei depressiven Patienten unterbrechen. Im Schlaflabor werden die Betroffenen dazu nach wenigen Stunden geweckt und bis zum nächsten Abend wach gehalten. Damit unterbrechen die Forscher den gestörten Nachtschlaf der Depressiven und verhindern, dass sie beispielsweise stundenlang wach liegen. Am nächsten Tag fühlten sie sich deshalb deutlich besser.

Ein Ziel der Forschung sei es nun, den positiven Effekt des Schlafentzugs dauerhaft zu erhalten, sagte Schlafforscher Axel Steiger vom Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München.

Schlafstörungen seien ein häufiges Symptom bei Depressiven, sagte Steiger. Auch das Fehlen von Emotionen und Appetit kann laut Psychiater Hegerl auf eine Erkrankung hinweisen.

Einen bestimmten Auslöser wie Stress gibt es ihm zufolge nicht. „Das Leben bietet ununterbrochen Gelegenheiten, depressiv zu werden“, sagte der Experte.

Mehr Informationen zum Thema:

Kongress Arbeitsgemeinschaft für Neuropsychopharmakologie und Pharmakopsychiatrie

dpa/oc>

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n-tv online, Logo

16.10.2011: <Schafe helfen in der Psychiatrie> als Ablenkung und Aufmunterung

aus: n-tv online: Ohne Ressentiments: Schafe helfen Patienten; 16.10.2011;
http://www.n-tv.de/wissen/Schafe-helfen-Patienten-article4537666.html

<Dass Delphine, Ponys oder Hunde kranken Menschen helfen können, ist bekannt. Schafe dagegen sind etwas ungewöhnlichere Therapie-Tiere. In Schleswig-Holstein muntern einige Lammböcke Psychiatrie-Patienten auf.

"In Zimmer 204 hat schon wieder ein Schaf durchs Fenster geguckt!" Es sind nicht immer alltägliche Berichte, die Henning Ohlen während der Visite zu hören bekommt. Ohlen ist Leitender Oberarzt am Schlei-Klinikum FKSL in Schleswig, einer Fachklinik für Psychiatrie und Psychotherapie. Seit praktisch vor der Haustüre Schafe weiden, wird manche Visite durch tierische Erlebnisse bereichert. Seit einem halben Jahr befinden sich die Tiere auf früher landwirtschaftlich genutzten Flächen auf dem Gelände des Klinikums.

Die Schafe gehören dem Tierpark Arche Warder südlich von Rendsburg, der Heimat für mehr als 70 seltene Nutztierrassen ist. Die Klinik war an die Arche herangetreten, da man sich vom Kontakt mit den wolligen Viechern positive Auswirkungen auf die Patienten versprach. Tiere seien ein "großes Thema" in seinem Fachgebiet, sagt Ohlen, sie passten zu einer psychiatrischen Klinik. "Tiere sind immer der Hit." Wenn ein Tier auf der Station auftauche, etwa ein "Gasthund", sei die Freude bei den Patienten groß. Besuche im Tierheim seien beliebt, weil die Patienten "Gemeinsamkeiten im Schicksal" sähen. "Wir hätten auch gerne Therapiehunde, aber die sind wahnsinnig teuer." Nun also Schafe.

"Die, die schubsen, kommen nicht hierher"

"Eine harmonische Gruppe" stehe gerade auf der Wiese, erzählt Carolin Reimertz von der Arche Warder. "Die, die schubsen, kommen nicht hierher." Walachenschafe, die ursprünglich aus der slowakisch-rumänischen Ecke kommen, weiße gehörnte Heidschnucken, Moorschnucken, ein Jakobsschaf und ein Tiroler Steinschaf haben es sich im Schatten auf der saftigen Wiese am Klinikum gemütlich gemacht. Es sind in diesem Jahr geborene Lammböcke, die Besucher friedlich beschnuppern.

Von diesem Frieden profitieren die Patienten. "Es gibt traumatisierte Frauen, die wollen nicht mit uns reden", berichtet Ohlen. Bei Tieren tauten sie dagegen auf. "Sie meinen, Tiere täuschen und enttäuschen nicht wie Menschen." Für manche ist der Besuch auf der Weide fast ein Event. In der Visite erfährt Oberarzt Ohlen dann, dass ein Besuch bei den Schafen geplant ist, wo die Tiere gerade sind oder wo sie schon wieder ins Fenster geguckt haben.

Für Ohlen ist die Schafweide "auf jeden Fall ein Erfolg". Er könnte sich vorstellen, noch mehr Flächen für die Tiere zu öffnen. "Auch die Kollegen sind begeistert. Das ist eine geräuschfreie Rasenpflege." Früher dröhnten die Aufsitzrasenmäher, "und 20 Meter weiter führten wir Therapiegespräche". Schafe sind genau richtig, sagt auch Florian Friedel, Geschäftsführer des Klinikums. "Wir hatten zuerst überlegt, Ziegen zu nehmen, aber die können über die Zäune springen. Und ein Esel ist sehr laut."

Friedel ist zufrieden mit der Tierhaltung. "Da die Klinik zentral in Schleswig gelegen ist, kommt man auch näher ran an die Bevölkerung." Denn da Schleswig über keinen Tierpark verfügt, locken die Tiere auch Spaziergänger an. "Bürger mit Kindern kommen zum Gucken", hat Inke Asmussen von der Öffentlichkeitsarbeit der Klinik beobachtet. Das helfe, die Psychiatrie von ihrem Stigma zu befreien.

"Das ist ein gutes Projekt"

Im Mittelpunkt stehen aber die Patienten. In der Klinik für forensische Psychiatrie, dort, wo "suchtkranke Rechtsbrecherinnen" untergebracht sind - also Frauen, die bei Straftaten aufgrund ihrer Sucht nur eingeschränkt schuldfähig waren - freut man sich besonders über die Tiere. "Wenn die Frauen raus dürfen, kommen sie gerne zu den Tieren", erzählt Asmussen. "Sie wollen ja Beziehungen aufbauen, und Schafe haben keine Ressentiments."

Wenn der Winter kommt, kehren die Schafe zunächst zur Arche Warder zurück. Dann wird entschieden, ob sie im Frühjahr wiederkommen. Bei der Arche zeigt man sich ebenso wie die Klinik zuversichtlich. "Das ist ein gutes Projekt, weil man den Kranken hilft", sagt Lisa Iwon von der Arche. Für die Arche ist es die einzige derartige Kooperation. Auch beim Schleiklinikum kennt man kein anderes Krankenhaus mit eigener kleiner Herde, was auch daran liegt, dass nur wenige über die nötigen Flächen verfügen. Iwon jedenfalls geht davon aus, dass im Frühling wohl wieder kuschlige Rasenmäher auf der Klinikwiese weiden werden.

Martina Scheffler, dpa>

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21.1.2012: Vitamin D gegen Depression - Sonnenschein gegen Depression

aus: Welt online: Nahrungsergänzung: Vitamin D macht die Menschen glücklich
http://www.welt.de/gesundheit/article13824727/Vitamin-D-macht-die-Menschen-gluecklich.html

<Autor: Anastasia Fugger| 20.01.2012

So geht es auch: Wer genug Sonne bekommt, braucht sich über Vitamin-D-Mangel nicht so viele Gedanken zu machen.

Vitamin D soll gegen Diabetes, Knochenschwund und Krebs helfen. Experten empfehlen eine erhöhte Tagesdosis – vor allem für Ältere und gegen Depressionen.

Gerade bei dämmrigem Winterwetter leiden viele Menschen unter mangelnder Sonnenbestrahlung. Und das nicht ohne Grund. Unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit hängen direkt mit dem UV-B-Licht der Sonne zusammen. Durch den Einfluss von Sonnenlicht werden bis zu 90 Prozent des vom Organismus benötigten Vitamin D in der Haut gebildet.

Es kann aber auch über Nahrungsmittel aufgenommen werden. Vor allem fetthaltige Fische wie Hering oder Makrele können die Produktion fördern. In deutlich geringerem Maße enthalten auch Leber, Pilze und Eigelb Vitamin D. Das fettlösliche Vitamin stärkt Knochen und Zähne und soll auch als ein Schutzfaktor gegen Diabetes, Krebs und verschiedenste Herz-Kreislauf-Erkrankungen wirken. Es hat aber auch einen bedeutenden Effekt auf die Psyche des Menschen.

Hohe Vitamin-D-Werte stehen für geringeres Depressions-Risiko

Einer amerikanischen Studie aus dem Journal „Mayo Clinic Proceedings“ zufolge soll Mangel an Vitamin D direkt mit Depressionen zusammenhängen. Forscher des UT Southwestern Medical Center in Dallas (Texas) untersuchten Werte von fast 12.600 Patienten über vier Jahre. Anhand der Befunde kamen E. Sherwood Brown und seine Kollegen vom Cooper-Institut zu dem Schluss: Hohe Vitamin-D-Werte hängen direkt mit einem niedrigeren Risiko für Depressionen zusammen.

Nach Erkenntnissen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) liegt die Vitamin-D-Zufuhr hierzulande deutlich unter dem Referenzwert. Das betrifft speziell Menschen, die sich viel in geschlossenen Räumen aufhalten, und insbesondere ältere Menschen.

90 Prozent der Patienten zeigen Vitamin-D-Mangel

Laut einer Studie der Geriatrischen Rehabilitationsklinik St. Irminen in Trier sind Ältere wegen einer geringeren Vitamin-D-Syntheseleistung der Haut eine Risikogruppe. Laut Studienleiter Stefan Schilling hatten mehr als 90 Prozent der Patienten einen Vitamin-D-Mangel. „Bei älteren Menschen spielt neben der Beeinflussung des Knochenstoffwechsels insbesondere die mögliche Senkung des Sturz- und Frakturrisikos durch eine ausreichende Vitamin-D-Versorgung eine bedeutende Rolle“, sagt Schilling.

In Deutschland leiden etwa 60 Prozent der Bevölkerung unter unzureichender Vitamin-D-Versorgung. Infolge neuer Forschungsergebnisse empfahl die DGE erhöhte Referenzwerte: Der Wert liegt jetzt bei 20 Mikrogramm pro Tag.

Lichtmangel im Winter

Aufgrund der geografischen Lage in Mitteleuropa ist es während der Wintermonate auch für Jugendliche und Erwachsene schwer, ausreichende Mengen des Sonnenvitamins zu bilden. Über eine ausgewogene Ernährung nehmen wir täglich lediglich zwei bis vier Mikrogramm Vitamin D auf. Bei Kindern sind es sogar nur ein bis zwei Mikrogramm.

Die fehlende körpereigene Bildung des Vitamins muss also durch UV-B-Licht – maßvoll auch im Sonnenstudio – oder über die Einnahme von Vitamin-D-Präparaten erfolgen. Laut DGE sind speziell bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Personen zusätzliche Vitamin-D-Gaben wichtig. Mediziner empfehlen, sich auch im Winter regelmäßig in der Mittagszeit im Freien zu bewegen und mit einem Präparat nach vorheriger Bestimmung des Vitamin-D-Spiegels den Bedarf abzudecken. So bleibt man gesund und glücklich.>









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