Mandalas sind Kreisbilder um einen Mittelpunkt.
Um diesen
Mittelpunkt,
diesen "Ur-Punkt" der Ruhe und aller Energie, dreht sich unser Leben:
die Schallwelle als Mandala-Kreis: in Form des "Worts" bei den
Christen: "
Am Anfang war das
Wort" (gesprochene Schallwelle), in Form des Klangs bei den Indern
(Klan-Schallwelle), oder auch als Licht (Lichtwelle).

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Edgar
Degas: Sängerin mit Handschuh mit offenem Mund beim Gesang.
Der Mund ist das Mandala, und der Klang, die Schallwelle, die
herauskommt, kommt aus dem Mittelpunkt, aus dem Urpunkt.
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Dieser "Ur-Punkt" kann mit Zeit und Raum versehen zur Kugel werden.
Bei den Indern werden Zeit und Raum auch die beiden Täuscher genannt.
Nach der
Mitte zu leben bedeutet also, ohne Täuschung und nach der Welle zu
leben: die
Welle des Schalls, des Lichts.
Auch bei den früheren Hochkulturen, den Indianern, Inkas, Mayas u.a.
werden
Mandalas in Riten oder in Indien in T'ai-Chi-Zeichen von Ying-Yang
verehrt.
Teile der "Wissenschaft" sehen die Welt als eine Folge eines
"Urknalls" und das Weltall dehnt sich weiter aus. Die Galaxien sind
schweifförmig angeordnet. All das deutet wieder auf ein Mandala mit
einem
Zentrum hin: in weltraummässigen Dimensionen.

Tanz
in Indien im Mandala-Kreis |

Tai-Chi- / Yin-Yang-Symbol |
Jedes Atom hat gleichsam einen Kern und ist somit ein Mandala um diesen
Kern.
Der Mensch besteht aus Atomen, somit aus Schwingungen und aus Mandalas:
Der
Mensch ist ein Mandala, wie jedes Wesen. Energie kommt und geht und
kommt
wieder. Im Osten sind Tempel in Mandalaform gebaut. Auch die Pyramiden
bezeichnen denselben Mittelpunkt.
Mandalas: Atomstruktur - Menschen - Tempel
und Pyramide
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Atomstruktur mit Zentrum,
ein dreidimensionales Mandala
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Frau mit Mandalas, die die Männer so schön finden: Kopf, Mund, Busen,
Bauch, Bauchnabel |
Frau
mit schönen Arsch-Mandalas, was die Männer so schön finden |
Mann mit Kopf- und Arsch-Mandalas: Das finden auch viele Frauen
schön |
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Asien: Myanmar / Burma: Tempel in Mandala-Form |

Pyramide in Ägypten, die den Mittelpunkt bezeichnet |
[Wir können also sagen: Alle menschlichen, tierischen und
pflanzlichen Körper sind lebendige Mandalas, und sie sind sehr
attraktive Mandalas, wenn sie gesund erhalten werden.
Aber da sind die Religionen, die den Genuss der körperlichen Mandalas
ablehnen, und wenden den Geist in die Abstraktion der Kirchenfenster
und Moscheenfenster...].
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Zwei "Weltreligionen" und die Mandalas: Die
Kirchenfenster
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Kirchenrosette
in mit weissem Zentrum in Oechterding
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Zwei "Weltreligionen", Christentum und Islam,
machen sich
seit
dem offiziellen Jahr 800 n.Chr. das Leben schwer (andere Zeitrechnungen
kommen auf
andere
Jahreszahlen, siehe Chronologiekritik). Sie glauben
beide an
einen Gott, jedoch durch verschiedene
Propheten. Die Kreuzzüge brachten nicht nur Tod und Vernichtung,
sondern auch
die Idee der Mandalas in Form der kirchlichen Rosettenfenster und die
neue
Spitzbogenarchitektur nach Europa.
Der reiche Templer-Orden verweigerte
die Gefolgschaft
zum Kreuzzug gegen die Karthager und schuf stattdessen erste grosse
Kirchen und
liess die Kathedralen und Rosetten sogar nach bestimmten Richtungen
"orient-ieren": zuerst im "romani-schen" Radfenster mit
weissem Zentrum als Summe aller Farben, wo das Licht durchscheint, das
den
Menschen der Bibel stetig blendet.
In der "Gotik" kam es dann zur
höchsten Ausdrucksform des Mandalas in Rosettenform: Licht, Farbe und
Form
wurden zur Einheit verbunden und manchmal auch Labyrinthe als
Lebenswegsymbolik
auf den Fussböden der Kathedralen angebracht. Der Chor der Kirche wurde
meist
in Richtung Osten (Orient) gebaut, also "orient-iert". Dahlke nimmt
an, dass die Templer mit diesen Bauten eine Versöhnung zwischen Ost und
West
erreichen wollten. Dies ist jedoch bis heute nicht bewiesen.
| Beispiel
von Rosetten: Strassburg und Chartres, Labyrinth in Chartres |
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Chartres,
Westrosette mit jüngstem Gericht
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Chartres, Labyrinth am Westende der Cathédrale |
Die Rosetten: Mandalas in Kombination
mit Symbolik
In das Zentrum der Rosetten kamen in der
Hochgotik
Abbildungen wie
Rosen
als Zeichen der Liebe, Darstellungen von "Jesus", T'ai-Chi-Zeichen
oder sogar ein Stierkopf in Anspielung des Labyrinths von Minotaurus.
Um die
Mitte wurde die polare Welt der Schöpfung dargestellt. Die Glastechnik
erreichte einen bis heute nicht mehr erreichten Stand. Die Farben
verändern
sich je nach Sonnenstand und die Fenster des Randes werfen das Licht
auf den
Mittelpunkt zurück. Somit steht das Zentrum als göttliche Energie
wahrhaftig im
"Brennpunkt des Geschehens" und des Universums: der Same des Lebens.
Kirchenrosetten mit Motiven im Zentrum
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Rosette
mit Rosenblume im Zentrum als Zeichen der Liebe, Strassburg, Münster |

Rosette
mit Jesuskind im Zentrum, Speyer, Gedächtniskirche |
Der Islam selbst verbietet bildliche Darstellungen. In seinen Mandalas
sind
folglich nur symbolische Darstellungen zu finden.
Farb-, Form- und Zahlensymbolik ergänzen die Darstellungen: Rot für
Wärme,
Feuer, Mut und geistige Aktivität, Blau für Kühle, Tiefe, Ruhe und
Weisheit,
Violett als heilige Farbe, die "den Weg in die Mitte" zwischen Blau
und Rot anregen soll (heute noch bei Messgewändern), Gold für die
Darstellung
der "goldenen Mitte", des Logos' und des Sonnenlichts, bei den Mayas
und Inkas der Sonne geweihte Gegenstände, Gelb als Farbe des Lichts
oder Neides
und Verrats, Weiss als das Höchste, die Farbe aller Farben, Grün als
Farbe der
Hoffnung und des Wachstums (v.a. bei den Indianern und beim Islam),
Schwarz als
Abwesenheit aller Farben für die absolute Reduzierung, Tod und
Unterwelt, durch
die jeder Mensch hindurchtreten muss.
| Rot und Blau sind als
Kombination
in den
christlichen Kirchen häufig und ergeben in der Kombination die
kirchliche Farbe
violett. |

Chartres, Rosette in Rot-Blau und mit Violett
|
| Rot und Schwarz in
Kombination dagegen sind die "Farben des
Teufels", der Anarchisten und bei den Navajo-Indianern die Farben des
Zerstörungsgottes. |

Navajo-Mandalateppich
in Gelb-Rot-Schwarz |
Auch die Formen in den Mandalas haben ihre Symbolkraft: Bei der
östlichen Welt
steht das Viereck für die viereckige, polare Welt, der Kreis für die
göttliche
Form, die der Einheit verpflichtet ist.
Im Islam gilt der Kreis als
"das
Gesetz", der Radius als "der Weg" in die Mitte, und das Zentrum
als "der Punkt", die "Wahrheit", der "Logos", das
"Wesentliche". Die indischen "Tattvas" unterscheiden fünf
Grundschwingungen, aus der die gesamte Schöpfung entsteht: Das Viereck
für
Erde, das Dreieck für Feuer, der zunehmende Halbmond für Wasser, der
Kreis für
Luft und das Zentrum als Akasha-Prinzip.
Die Zahlensymbolik ist z.T. kirchlich wie esoterisch bestimmt, und
mittels
dieser Zahlensymbolik werden die Mandalas der Kirchen gestaltet und
eingeteilt:
über 52 Wochen zu 12 Aposteln, die 12 Tierkreiszeichen, die 8 Winde,
die 7
Künste, die 4 Elemente, Evangelien, Temperamente etc. Je nach
Darstellung
werden die Abläufe nach verschiedenen Himmelsrichtungen ausgerichtet:
"orient-iert". In den Kirchenrosetten kommen die verschiedenen
Zahlensysteme zur Anwendung: Das Zweier-System des Yin-Yang, das
Dreier-System
der Gunas oder der Primärfarben, das Vierer-System der Elemente oder
der
Typenlehre, das Fünfer-System der chinesischen Elementenlehre, das
Zehnersystem
der arabischen Zahlen, das Zwölfersystem der Astrologie oder das
22er-System
der Kabbala.
Weitere Mandalas in der Natur und
Hausform
Wir finden weitere Mandalas und
mittelpunktbetonte
Kreisformen in
der Natur
in Früchten, in Kernen und Samen, im Auge, im Regenbogen, in den
Jahresringen,
in den Schneesternen, in Blumenblüten, Spinnennetzen und
Schneckenhäusern.
Jede
Hütte, jedes Zelt war ursprünglich rund, und die Kirche der Basilika
sowie der
griechisch-orthodoxe Tempel verbinden heute noch die eckige Hausform
als Symbol
für die bipolare äusserliche Welt mit der zum Zentrum weisenden Kuppel
als
Symbol für die seelisch-einheitliche Welt.
Kuppelbauten mit Betonung des Zentrums
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Rundhüttee
in Zaire als Mandala |

Basilika als Kuppel (Symbol für die Seele) im Viereck (Symbol für die
Aussenwelt), z.B. die Sankt-Stephan-Basilika in Budapest |

Griechisch-orthodoxe
Kirche als Kuppel (Symbol für die Seele) im
Viereck (Symbol für die Aussenwelt), z.B. in Capernaum / Kfar Nahum |
Beim Davidstern sind es das Dreieck des Makrokosmos und das Dreieck des
Mikrokosmos, die sich in den Farben rot und blau durchdringen, zum
göttlichen
Violett.
Das Hitler-Kreuz, die "Swastika" ist ebenfalls aus der östlichen
Mandala-Tradition entnommen und stellt einen Mandala-Wirbel dar. Die
Hitler-Clique missbrauchte selbst die ursprünglichsten Lebenskräfte,
kehrte die
Swastika um und machte sie so vom Glücksbringer zum Symbol für
Teufelswerk der
Zerstörung.
Das Ausmalen von Mandalas als heilender Vorgang der
Meditation
Wie sollen wir nun die Mandalas ausmalen in
einer Zeit, in
der jede
Minute
"kostbar" ist, in der wir mit Internet um den Globus klicken können
und eine Nachricht von heute schon morgen nicht mehr wahr ist? Werden
sich auch
"erwachsene" Menschen je dazu bewegen lassen, sich wieder Farbe und
Papier hinzugeben, was von Vielen als kindisch abgetan wird?
Kinder malen - Erwachsene malen
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Kinder malen im Liedergarten
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Kinder malen mit den Eltern ein Spielfass an, mit neuen Mandalas an den
Seiten |
Mandala zeichnen oder auch nur ausmalen hat seinen Sinn. Wir werden im
Mittelpunkt geboren, sind mit dem polaren Leben konfrontiert und finden
nach
einschneidenden Ereignissen, der Katastrophe, zum Mittelpunkt der
Ausgeglichenheit. Die Rückkehr zur Besinnung findet sich in der
Geschichte des
"verlorenen Sohnes", in der Predigt zur Umkehr von Johannes dem
Täufer, in der Wandlung vom Saulus zum Paulus etc. Die Katastrophe
(griech. hé
katastrophé = Umkehr) ist es, die den verirrten Menschen wandeln lässt
und zur
"Umkehr", zur Erkenntnis und Erlösung bringt.
Das
Mandala ist uns dabei "Hilfs-mitte-l". Der Vorgang fängt mit
Betrachten des Mittelpunktes an, der Rose oder dem "Jesus", geht mit
dem Abschweifen an die Ränder weiter und geht über eine Gesamtansicht
wieder in
den Mittelpunkt: die "Medi-tation", der "Weg in die Mitte"
(medium, lat.), die "Reise".
Es gibt so viele Möglichkeiten zu meditieren, wie es Menschen gibt. Das
Ausmalen und Gestalten, das Beten und Beschwören nach Mandalas sind
somit nur
wenige der möglichen Formen, die z.T. beträchtliche Heilungserfolge im
Energiehaushalt des Menschen erzielen. Ein Mandala auszumalen kann
somit - wenn
es ohne Ehrgeiz und mit der notwendigen Ruhe passiert - ein geistig und
energetisch heilender Vorgang werden: von der Mitte gegen aussen
(entspricht
dem Entstehen der Schöpfung), oder vom Rand gegen die Mitte hin gemalt
(entspricht dem eigenen Heimweg vom Chaos in die Mitte). Das
Konstruieren von
Mandalas vom Rand aus dürfte dabei eher schwierig sein.
Man kann das Ego nicht loslassen, ohne es kennengelernt zu haben. Das
Ziel soll
der Mittelpunkt sein, die Hoffnung und das Streben nach Erfahrung der
Ein-Sicht
in das "Rad des Lebens" durch Einswerden mit dem
"Ur-Punkt". |

Lebensrad-Mandala,
z.B. ein tibetisches Lebensrad |
Das Mandala-Leben der Indianer und die
westliche Industriewelt im Kapitalismus
Bei den Indianern ist es Tradition, mit der
Natur im Einklang
zu
bleiben,
aus ihr zu lernen und von kleinen auf grosse Zusammenhänge zu
schliessen. Dazu
braucht es nicht einmal die Kenntnis von Buchstaben oder Schrift. Sonne
und
Mond sind bei den Indianern gleichberechtigt.
Sonnenschein - Mondschein
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Strahlende Sonne, z.B. im Südschwarzwald |

Mondschein, z.B. an einem dänischen Fjord |
Weiss wird von der Esoterik als die perfekte Farbe als Schnittfarbe
aller
Farben angesehen. Dazu ergibt sich die Parallele zur weissen Rasse: Der
weisse
Mensch Europas liess sich von der Entdeckung des Columbus 1492 blenden.
Europas
Männer plünderten das "El Dorado" auf dem "neuen
Kontinent", statt bei sich selber ihr geistiges "El Dorado" -
ihr eigenes geistiges Zentrum - zu finden. Mit der Erfindung der
Maschine
verfiel der westliche Mensch dann gänzlich dem Glauben, die Natur sogar
besiegen zu können. Er setzte
sich
selbst auf den Mittelpunkt und plündert bis heute weiter die ganze
Welt.
Der weisse Mann beraubt die Erde
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Der weisse Mensch beraubt die Erde, z.B. durch Kohle-Tagebau |

Der weisse Mensch beraubt die Erde, z.B. Goldmine Serra Pelada |
Die polare Welt drohte, die Harmonie, den Logos, zu ersticken. Der
westliche
Waffen-Egoist begann, die Mandala-Kulturen auszurotten und zu berauben.
Religionen und Heilmethoden wurden verboten und als "teuflisch"
dargestellt.
Der weisse Mann ermordet Menschen der
Mandala-Kulturen und Heilerinnen
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Der weisse Mann zerstört Mandala-Kulturen: Gehängte Indianer |
Der weisse Industrie-Mensch verbrennt die Heilerin: Hexenverbrennung,
Darstellung um ca. 1500 von Hans Baldung |
Damit kam es zur einseitigen rationalen Entwicklung: Die
linke,
analytische Gehirnhälfte wurde seit der Einführung des Kapitalismus
(16.Jh.)
weiter gefördert, die rechte, gefühlsbetonte und künstlerische
Hirnhälfte
weiter im Bewusstsein zurückgedrängt und z.T. völlig an den Rand
gedrängt.
Gleichzeitig wurde es dem Waffen-Egoisten zur Aufgabe, immer einen
Schritt
voraus zu sein, damit er "unbesiegbar" bleibe und die Macht behalte.
Die Weisheit in den Kathedralen verkommt seither zum
Besichtigungsobjekt und
die Labyrinthe in den Kirchen sind zerstört oder mit Stühlen verstellt.
Die
Kirche erstarrt in sitzender Position.