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DIE HÖLLE IST DA - und alle schauen zu

30. Verstümmelung Frauenbeschneidung

Meldungen

präsentiert von Michael Palomino

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Schweden 2006: Somalier wird verurteilt, die Tochter in Afrika zur Beschneidung gezwungen zu haben 

<STOCKHOLM – Wegen Beschneidung seiner Tochter ist ein gebürtiger Somalier in Schweden zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Der 41-Jährige mit schwedischer Staatsangehörigkeit wurde für schuldig befunden, während eines Besuchs in Mogadischu im Januar 2005 die Beschneidung des damals 13 Jahre alten Mädchens forciert zu haben. Er habe seine Tochter bei dem Eingriff selbst festgehalten, hiess es in der Anklage. Das Gericht in Göteborg befand den Mann ferner schuldig, seine Tochter zu der Reise nach Somalia gezwungen zu haben. Zusätzlich zu der Haftstrafe wurde er dazu verurteilt, dem Mädchen Schadensersatz in Höhe von 346.000 Kronen (55.000 Franken) zu leisten. Beschneidungen von Frauen gelten in Schweden schon seit 1982 als Straftat. Dennoch war dies das erste Mal, dass ein solcher Fall vor einem schwedischen Gericht verhandelt wurde.>

Schlussfolgerung
Der Somalier will sich nicht in Europa integrieren, sondern er will die Lebensformen aus Afrika nach Europa importieren. Die Integrationsarbeit hat absolut versagt.

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"USA" 2006: Äthiopier wird wegen Klitorisentfernung verurteilt

aus: Tochter mit Schere Klitoris entfernt, 1.11.2006

<LAWRENCEVILLE (USA) – Im vermutlich ersten US-Strafprozess um Genitalverstümmelung bei einem kleinen Mädchen ist ein äthiopischer Einwanderer verurteilt worden. Die Geschworenen in Lawrenceville im US-Staat Georgia befanden den 30-Jährigen am Mittwoch der schweren Körperverletzung und Misshandlung schuldig. Er hatte nach Überzeugung der Anklage 2001 seiner damals zweijährigen Tochter mit einer Schere die Klitoris entfernt. Die weibliche Genitalverstümmelung wird der Menschenrechtsorganisation Terre des Femmes zufolge vor allem in Afrika praktiziert, kommt aber auch auf der arabischen Halbinsel und in Teilen Asiens vor. Die Praxis wird über ethnische, kulturelle und religiöse Grenzen hinweg angewandt.>

Schlussfolgerung
Der Äthiopier will sich nicht in den "USA" integrieren, sondern er will die Lebensformen aus Afrika in die "USA" importieren. Die Integrationsarbeit hat absolut versagt.


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<13-jährige Ägypterin stirbt bei Beschneidung
KAIRO – Ein 13 Jahre altes Mädchen in Ägypten ist bei der Beschneidung gestorben. Der Todesfall in der Provinz Gharbija ist bereits der zweite binnen zwei Monaten. Der Fall kam der unabhängigen Tageszeitung «Al Masri al Jum» zufolge auf, als der Vater des Mädchens am Freitag einen Totenschein beantragte und darin einen natürlichen Tod vermerkt haben wollte.

Gegen ihn nahm die Staatsanwaltschaft Ermittlungen auf, ebenso gegen den Arzt, der die Operation durchführte. Sein Krankenhaus sei geschlossen worden, berichtete die staatliche Zeitung «Al Gomhoria» weiter. Im Juni war ein zwölfjähriges Mädchen an den Folgen der Genitalverstümmelung gestorben. Der Fall hatte öffentlich Empörung ausgelöst, die Regierung verbot daraufhin die Beschneidung von Mädchen endgültig.

Laut einer UNICEF-Studie aus dem Jahr 2003 waren 97 Prozent aller verheirateten Frauen beschnitten. Einer kürzlich veröffentlichten Untersuchung des ägyptischen Gesundheitsministeriums zufolge ist davon jedes zweite Mädchen zwischen zehn und 18 Jahren betroffen.>

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<Die Zürcher Staatsanwaltschaft hat gegen ein Elternpaar wegen der Genitalverstümmelung ihrer Tochter ein Strafverfahren eingeleitet. Es ist das erste Mal, dass dieser Strafbestand im Kanton Zürich vor Gericht kommt.

Die beiden aus Somalia stammenden 45-Jährigen hatten ihr damals zweijähriges Mädchen vor elf Jahren an ihrem Wohnort im Zürcher Oberland beschneiden lassen, wie die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich heute mitteilte.

Die Eltern des Opfers waren am vergangenen 22. Oktober in Untersuchungshaft genommen und nun wieder freigelassen worden. Sie sind weitgehend geständig. Nicht gefasst worden ist die Person, die die Beschneidung durchgeführt hat.

Laut dem zuständigen Staatsanwalt Michael Scherrer ist der Name zwar bekannt, es handle sich aber um einen häufigen Namen, der nicht gesichert sei. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die erfahrene Person weitere Beschneidungen durchgeführt hat. Sie sei den Eltern von jemandem des entsprechenden Kulturkreises empfohlen worden. Zu der Festnahme der Eltern war es gekommen, weil ein Arzt die Verstümmelung bei einer ärztlichen Kontrolle festgestellt und Meldung erstattet hatte.

Es handelt sich um die erste Eröffnung eines Strafverfahrens wegen schwerer Körperverletzung im Zusammenhang mit einer Beschneidung im Kanton Zürich.

Quelle: AP>

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Barbarische Mädchenbeschneidung alle 11 Sekunden

Immer wieder sterben Mädchen dabei an dem hohen Blutverlust und Infektionen, erklären die Hilfsorganisationen anlässlich des «Internationalen Tags gegen Genitalverstümmelung» am Freitag.

«Man redet nicht gern über das Thema, weil es unangenehm ist, aber für viele afrikanische Frauen ist dieses grausame Ritual leider noch immer Alltag», sagt Cumar, die mit 13 Jahren nach Deutschland kam. 1996 gründete sie hier den Verein «stop mutilation» und widmet sich seitdem dem Schicksal beschnittener Frauen.

Drei Millionen Beschneidungen im Jahr

Im Durchschnitt alle elf Sekunden müssen laut Terres des Femmes Mädchen zwischen 4 und 13 Jahren erdulden, dass sogenannte Beschneiderinnen Teile ihrer Klitoris und der inneren Schamlippen abtrennen. Im schlimmsten Fall wird die verbliebene Haut bis auf eine winzige Öffnung zugenäht, um die Jungfräulichkeit der Mädchen vor der Ehe zu garantieren.

Auch das Kinderhilfswerk UNICEF schätzt, dass jährlich drei Millionen Mädchen in mindestens 26 Ländern Afrikas und im Jemen an ihren Genitalien beschnitten werden - obwohl die schmerzvolle Prozedur inzwischen fast überall verboten wurde.

Quelle: AP>

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Spiegel online, Logo

Beschneidungs-Gegnerin von Beschneiderinnen gefoltert

aus: spiegel online: GENITALVERSTÜMMELUNG: Rache der Beschneiderinnen; 15.2.2009

http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,607291,00.html [1]
http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,607291-2,00.html [2]

<Von Barbara Hans und Christian Teevs

Bedroht und nackt durchs Dorf getrieben: Verfechter der Genitalverstümmelung haben in Sierra Leone eine Journalistin malträtiert. In Afrika ist die Beschneidung von Frauen und Mädchen grausamer Alltag - auch in Deutschland sind rund 20.000 Frauen beschnitten.

Hamburg - Manja Balama-Samba steht noch immer unter Schock, wenige Tage nach ihrem Horrortrip. "Ich bin mit meinen Nerven am Ende", sagt die Journalistin am Telefon zu SPIEGEL ONLINE. Seit kurzem ist sie zurück in Freetown, der Hauptstadt Sierra Leones. Balama-Samba sagt, sie sei immer noch in Gefahr, doch schweigen will sie nicht.

Mit drei Kolleginnen wurde die Radio-Reporterin vor einer Woche verschleppt und gezwungen, sich auszuziehen. Ihre gesamte Ausrüstung wurde zerstört. Danach musste Balama-Samba nackt durch die Strassen Kenemas laufen, eine Stadt im Osten Sierra Leones, rund 200 Kilometer von Freetown entfernt. "Ich hatte riesige Angst und flehte die Entführerinnen an, mich gehen zu lassen", erzählt Balama-Samba.

Doch erst nach Protesten des Journalistenverbandes wurden sie und ihre Mitstreiterinnen von Polizisten befreit. Eine Bondo-Geheimgesellschaft von Beschneiderinnen statuierte ein Exempel an der Journalistin, sie sollte ihrer Ehre beraubt werden. In Radiosendungen hatte sie zuvor kritisch über Genitalverstümmelungen berichtet - zuletzt am Internationalen Tag "Null Toleranz gegen Genitalverstümmelung". Offen bekannte sich am Montag die Chefin der Bondo-Gruppe, Haja Massah Kaisamba, zu der Verschleppung. Die Frauen seien "in Gewahrsam genommen worden, weil sie sich im Radio unvorteilhaft geäussert haben", sagte sie.

Kaisamba ist eine von etwa 50.000 Beschneiderinnen in dem kleinen westafrikanischen Land. Sierra Leone hat fünf Millionen Einwohner. Die Geheimbünde sind stark wie nirgendwo sonst in Afrika, ihre Mitglieder geniessen ein hohes gesellschaftliches Ansehen und verdienen überdurchschnittlich. Sierra Leones Politiker trauen sich bislang nicht, kritisch gegen die mächtigen Vereinigungen vorzugehen.

Doch nach dem Verbrechen vom Wochenende hoffen Menschenrechtsaktivisten auf eine Verbesserung der Lage. Die Organisation Reporter ohne Grenzen mahnte in einer Erklärung, "die schändlichen Taten beschädigen in hohem Mass das Image Sierra Leones". In mehreren Treffen mit den regionalen Paramount Chiefs, den Oberhäuptern in der Provinz, wollen Menschenrechtler nun über das Verbrechen von Kenema und die Genitalverstümmelung sprechen.

Balama-Samba ist allerdings skeptisch. Bislang habe die Polizei nichts unternommen, in einer Presseerklärung bestreitet Kenemas Polizeichef sogar, dass sie nackt durchs Dorf getrieben wurde. Auch bei ihrer Berichterstattung habe sie das Einverständnis des Gemeindeoberhauptes gehabt, sagt Balama-Samba, dennoch sei sie entführt und misshandelt worden.

94 Prozent der Frauen in Sierra Leone sind beschnitten

Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind bis zu 140 Millionen Frauen weltweit beschnitten. In Sierra Leone sind es laut Uno-Angaben 94 Prozent der Frauen und Mädchen im Alter von 15 bis 49 Jahren. Die Beschneidung bedeutet unvorstellbare Qualen, wird häufig mit Rasierklingen oder Glasscherben vorgenommen - und führt nicht selten zum Tod.

Laut Terre des Femmes werden alle elf Sekunden auf der Welt einem Mädchen gewaltsam die Klitoris und Teile der Schamlippen abgeschnitten. Die Frauenrechtsorganisation geht davon aus, dass allein in Deutschland rund 20.000 betroffene Frauen leben. Hinzu kommen die Frauen, die illegal hierzulande leben oder aber die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen.

20.000 Frauen in Deutschland - das ist nur die Untergrenze, schätzt Terre des Femmes.

4000 Mädchen unter 15 Jahren sind ausserdem dem Risiko ausgesetzt, illegal in Deutschland oder aber in den Ferien im Herkunftsland der Eltern verstümmelt zu werden - teilweise auch dann, wenn die Eltern die grausame Praxis ablehnen, sich aber beispielsweise die Grossmutter als Hüterin der Tradition versteht und ein Mädchen beschneiden lässt, während die Eltern abgelenkt sind.

"Das Thema Genitalverstümmelung ist in Europa vor allem ein Thema durch die Migration. Mit dem Überschreiten der Grenze hört das Problem nicht automatisch auf", sagt Franziska Gruber, Referentin gegen die weibliche Genitalverstümmelung bei Terre des Femmes. In den vergangenen Jahren hat die Organisation in verschiedenen Fällen Anzeigen gegen Arztpraxen erstattet, die illegal Beschneidungen in Deutschland durchführen sollen. Alle Verfahren mussten aus Mangel an Beweisen schliesslich eingestellt werden.

Zumeist wird die Beschneidung bei Mädchen im Alter bis 15 Jahre vorgenommen. Die gesundheitlichen und psychischen Folgen sind dramatisch: ständige Entzündungen im Genitalbereich, Inkontinenz, starke Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, hohe Gefahr von HIV-Infektion. Bei der Menstruation kann das Blut nicht abfliessen, bei einer Geburt ist das Leben von Mutter und Kind in Gefahr. [1]


Ann-Marie Caulker sagt, sie werde bis zum Ende ihres Lebens gegen Genitalverstümmelung kämpfen. Die 39-Jährige leitet eine lokale Frauenrechtsorganisation in Freetown, die Katanya Women's Development Association. Sie hat die Qualen selbst durchlitten, als kleines Mädchen wurde sie von ihrer Stiefmutter gewaltsam beschnitten. Seit Tagen verhandelt sie mit den Paramount Chiefs über Konsequenzen aus den Übergriffen auf die Journalistinnen. "Ich hoffe, wir können etwas erreichen", sagt Caulker, die selbst schon beinahe einmal Opfer von Racheaktionen der Beschneiderinnen wurde.

Doch über Nacht werden sich die Beschneidungspraktiken in Sierra Leone kaum ändern lassen. Christiane Braun arbeitet an einer Studie über Genitalverstümmelungen in dem westafrikanischen Land und sagt, die Beschneidung sei nicht nur ein Teil afrikanischer Kultur, sondern auch ein bedeutender Wirtschaftsfaktor: "Menschenrechtler müssen äusserst vorsichtig vorgehen", sagt Braun, die an der Universität Erlangen studiert und derzeit ihre Magisterarbeit in Freetown schreibt - Thema: "Die Ökonomie der Beschneidung". Die Geheimbünde seien eine Möglichkeit für Frauen, der Herrschaft der Männer zu entfliehen. Beschneiderinnen verdienen recht gut, während Frauen im traditionellen Familienbild Sierra Leones nur die Rolle der Hausfrau zukommt.

"Es nutzt nichts, nur mit den Frauen zu sprechen"

Die Hilfsorganisationen reden daher bei ihrer Arbeit in den Dörfern und Provinzen nicht von Genitalverstümmelung, sondern versuchen, mit den Frauen über die katastrophalen Folgen der Beschneidung zu reden, erklärt Braun. "Vor allem wird über die Gefahr von HIV-Infektionen und die Rolle der Frau in der Gesellschaft gesprochen."

"In der Aufklärungsarbeit ist es wichtig, alle Gruppen mit einzubeziehen. Es nutzt nichts, nur mit den Frauen zu sprechen und sie über die gesundheitlichen Folgen aufzuklären", ergänzt Terre-des-Femmes-Aktivistin Gruber. Ihre Organisation führt gemeinsam mit Unicef und der WHO Aufklärungsprojekte in Afrika durch. Was nützt die Aufklärung der Frauen, wenn eine Mutter befürchten muss, ihre Tochter nicht verheiraten zu können, weil sie nicht beschnitten ist - und als Hure beschimpft wird?

Aus traditioneller Sicht gelten beschnittene Frauen als besonders rein, besonders gesund und besonders anständig. Gruber: "Ein Dorf muss kollektiv beschliessen, die Genitalverstümmelung aufzugeben."

In Ländern, die Genitalverstümmelungen unter Strafe gestellt haben - wie Burkina Faso und Ägypten - lässt sich eine andere, nicht weniger beunruhigende Entwicklung feststellen: Eltern, die es sich leisten können, lassen ihre Töchter in Arztpraxen beschneiden - unter Narkose und hygienischen Bedingungen. Die Praxis der Beschneidung wird medikalisiert - nicht selten stellen Ärzte die medizinische Notwendigkeit des Eingriffs fest. Die es laut WHO nicht gibt.

Mehrere Mädchen sind in den vergangenen Monaten nach dem Eingriff in einer Arztpraxis gestorben.

Ausserdem gibt es beispielsweise in Sierra Leone die Tendenz, Mädchen unmittelbar nach der Geburt oder aber in den ersten Lebensjahren beschneiden zu lassen - um die nicht selten tödlichen Folgen besser verschleiern zu können.

Mit AFP, Reuters> [2]

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16.3.2009: Genitalverstümmelung soll in der Schweiz auch dann strafbar sein, wenn sie in einem Land ausgeführt wurde, wo sie noch nicht strafbar ist

aus: 20 minuten online: Neuer Straftatbestand: Härteres Vorgehen gegen Genitalverstümmelung; 16.3.2009;
http://www.20min.ch/news/schweiz/story/Haerteres-Vorgehen-gegen-Genitalverstuemmelung-12041554

<Der Nationalrat will härter gegen die weibliche Genitalverstümmelung vorgehen: Neu soll in der Schweiz die Verstümmelung weiblicher Genitalien auch dann strafbar sein, wenn sie in einem Land begangen wird, in dem sie nicht strafbar ist.

Genitalverstümmelung soll als spezifischer Straftatbestand gesetzlich verankert werden. Die nationalrätliche Rechtskommission hat einen entsprechenden Vorentwurf zur Änderung des Strafgesetzbuchs in die Vernehmlassung geschickt, wie die Parlamentsdienste am Montag mitteilten.

Heute sei die Rechtslage nicht für alle Formen von Genitalverstümmelung einheitlich. Damit einhergehende Abgrenzungs- und Beweisschwierigkeiten sollen mit der Einführung des neuen Straftatbestands überwunden und zudem soll ein eindeutiges Signal der Ächtung dieser gravierenden Menschenrechtsverletzungen gesetzt werden, wie es zur Begründung hiess.

Verstümmelungen weiblicher Genitalien, die im Ausland begangen wurden, sollen in der Schweiz auch dann bestraft werden können, wenn sie am Tatort nicht strafbar sind. Die Vernehmlassung dauert bis zum 22. Juni.

Quelle: AP>

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Schaffhauser Regierung plädiert für Verbot von Genitalverstümmelung im StGB

aus: 20 minuten online: Genitalverstümmelung soll offiziell strafbar werden; 2.6.2009;
http://www.20min.ch/news/schweiz/story/14933062

<In seiner Vernehmlassung an das Eidg. Justiz- und Polizeidepartement teilt der Regierungsrat mit, dass er diese Bestrebungen unterstützt, weil der Tatbestand der Körperverletzung für eine Bestrafung in solchen Fällen oft nicht ausreiche.

Strafbar soll dabei auch der Täter sein, der die Tat im Ausland begangen hat. Dabei soll unberücksichtigt bleiben, ob die Tat am Tatort strafbar ist.

Quelle: SDA/ATS>

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«Niemand hatte einen Verdacht, als er ein Seil nahm und in Richtung Viehgehege ging», sagte der Bruder des Mannes dem Blatt. Der Familienvater hatte der Dorfgemeinschaft mit einer «Lektion» gedroht, sollte eines seiner Kinder gegen seinen Willen beschnitten werden.

Hunderte fliehen

Der siebenfache Vater gehörte zur Volksgruppe der Massai, bei denen die Beschneidung zehn- bis 13-jähriger Mädchen den Übergang in die Welt der Frauen markiert. Jedes Jahr fliehen Hunderte Mädchen in Kirchen und Schulen, um dem Ritual zu entkommen.

In den vergangenen Jahren haben Menschenrechtsgruppen zusammen mit Stammesgemeinschaften Alternativriten erarbeitet, um den Mädchen die gefährliche und schmerzhafte Verstümmelung zu ersparen.

Doch nach wie vor bestehen viele Eltern und Stammesälteste auf der Einhaltung der Tradition, bei der den Mädchen Schamlippen und Klitoris mit Rasierklingen oder Messern entfernt werden.

(sda)>

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Deutschland 12.2.2010: Gesetzentwurf gegen Mädchenbeschneidung

aus: n-tv online: Politik: Eingang ins StrafgesetzbuchHarte Strafe für Beschneidung; 12.2.2010;
http://www.n-tv.de/politik/Harte-Strafe-fuer-Beschneidung-article725041.html

<Deutschland sagt der weltweit praktizierten Genitalverstümmelung bei jungen Mädchen und Frauen den Kampf an. Jährlich fallen weltweit drei Millionen Mädchen dieser Form der Gewalt zum Opfer.

Das Logo des Vereins "Stop Mutilation" (Stoppt Beschneidung), der Frauen und Mädchen vor Genitalbeschneidung retten will.

Die Beschneidung von Frauen und Mädchen soll nach dem Willen des Bundesrats härter bestraft werden. Die Länderkammer votierte mehrheitlich dafür, einen entsprechenden Entwurf in den Bundestag einzubringen. Baden-Württemberg, Hessen, Bayern, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz hatten den Entwurf im Dezember in den Bundesrat eingebracht. Demnach soll Genitalverstümmelung als eigener Straftatbestand in das Strafgesetzbuch aufgenommen werden, wobei künftig mindestens zwei Jahre Haft drohen sollen.

In Deutschland leben schätzungsweise 20.000 Frauen, die eine Beschneidung erlitten haben. Weiteren 4000 Mädchen und Frauen aus Zuwandererfamilien drohe dieses Schicksal bei einem Ferienaufenthalt im Herkunftsland, begründeten die Länder ihren Vorstoß. Vor allem in afrikanischen Ländern seien Genitalverstümmelungen weit verbreitet, meist aus religiösen Gründen.

Im Ausland begangene Taten sollen nach deutschem Recht verfolgt werden können, wenn das Opfer ständig in Deutschland wohnt. Außerdem soll die Verjährungsfrist erst beginnen, wenn die Opfer volljährig werden.>

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20 minuten online, Logo

16.12.2010: Schweiz will die weibliche Beschneidung ausdrücklich verbieten - Gesetzesvorschlag

aus: 20 minuten online: Genitalverstümmelung: Härtere Strafen für weibliche Beschneidung; 16.12.2010;
http://www.20min.ch/news/schweiz/story/Haertere-Strafen-fuer-weibliche-Beschneidung-12318314

<Die Verstümmelung der Genitalien von Frauen und Mädchen soll in der Schweiz ausdrücklich verboten werden. Es drohen nun bis zu zehn Jahre Gefängnis.

Der Nationalrat war sich am Donnerstag einig, ein Signal zu setzen und hiess am Donnerstag die nötigen Änderungen des Strafgesetzbuches gut, mit 162 gegen 2 Stimmen.

Der Rat und der Bundesrat stimmten überein, dass die Verstümmelung weiblicher Geschlechtsorgane in allen Formen geahndet und bestraft werden sollte. Dies soll auch der Fall sein, wenn in der Schweiz lebende Personen die Tat im Ausland begehen und diese dort nicht strafbar ist.

Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren

Das Strafmass liegt zwischen einer Geldstrafe von mindestens 180 Tagessätzen und zehn Jahren Freiheitsstrafe. Vertreterinnen und Vertreter aller Fraktionen wollten ein Zeichen setzen gegen die schmerzhafte und mit hohen Risiken verbundene Prozedur. Wer sie habe erdulden müssen, leide das ganze Leben lang darunter.

Bei der juristischen Feinarbeit schieden sich die Geister: SP, CVP/EV/glp, Grüne, BDP, FDP unterstützten den Vorschlag der Rechtskommission (RK), einen neuen Artikel ins Strafgesetzbuch einzufügen. Damit könnten alle Formen von Genitalverstümmelung geahndet und angemessen bestraft werden, sagte RK-Präsidentin Anita Thanei (SP/ZH).

SVP für härtere Strafe

Die SVP dagegen wollte einen neuen Passus in den Artikel 122 (Schwere Körperverletzung) schreiben und eine einjährige Freiheitsstrafe als Mindeststrafe festlegen. Nur mit harten Strafen liessen sich Genitalverstümmelungen glaubwürdig bekämpfen, sagte Pirmin Schwander (SVP/SZ) dazu. Die SVP kam aber nicht durch.

Täter ist, wer die Genitalien einer Frau oder eines Mädchens verstümmelt, unbrauchbar macht oder in anderer Weise schädigt. Das gilt auch, wenn die betroffene Person damit einverstanden ist. Kosmetische Eingriffe wie Piercings und Tätowierungen sollen dabei straffrei bleiben.

Die Verjährungsfrist für Genitalverstümmelungen beträgt 15 Jahre. Ist das Opfer zur Tatzeit noch nicht 16 Jahre alt, soll die Ahndung bis zum vollendeten 25. Altersjahr des Opfers möglich sein. Die auf eine parlamentarische Initiative von Maria Roth-Bernasconi (SP/GE) zurückgehende Vorlage geht nun in den Ständerat.

Bestrafung schon möglich

Weibliche Genitalverstümmelung kann in der Schweiz bereits bestraft werden: 2008 verurteilte das Zürcher Obergericht zum Beispiel ein somalisches Elternpaar wegen schwerer Körperverletzung zu einer bedingten zweijährigen Freiheitsstrafe. Es hatte 1996 in der Schweiz seine Tochter beschneiden lassen.

Weltweit haben 100 bis 140 Millionen Frauen und Mädchen verstümmelte Genitalien, wie das Hilfswerk World Vision unter Berufung auf die Weltgesundheitsorganisation WHO schreibt. Genitalverstümmelung werde häufig als Initiationsritual verstanden und vielfach unter hygienisch bedenklichen Bedingungen und ohne Narkose durchgeführt.

Das sehr schmerzhafte Ritual besteht aus der Beschneidung der Klitoris-Vorhaut, der Entfernung der Klitoris oder dem Beschneiden der Schamlippen. Als Folge der Einwanderung kommt sie auch in Industriestaaten vor. In der Schweiz sind nach Schätzungen des UNO- Kinderhilfswerk UNICEF rund 6700 Frauen und Mädchen betroffen.

(sd)>

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Basler Zeitung online, Logo

4.1.2011: Weniger Mädchenbeschneidung dank dem Hilfswerk "Menschen für Menschen"

Die Mädchenbeschneidung in Afrika ist ein riesiges Tabu, aber nicht mehr so riesig wie auch schon.

aus: Basler Zeitung online: "Wir konnten ein Tabu brechen"; 4.1.2011;
http://bazonline.ch/leben/gesellschaft/Wir-konnten-ein-Tabu-brechen-/story/28579159
<Von Christof Münger.

Almaz Böhm, die Frau von Karlheinz Böhm, kämpft in Äthiopien gegen Mädchenbeschneidung. Und erklärt, warum sich die Männer dort gar nicht um dieses Thema kümmern.

[...]

Die Äthiopien-Hilfe der Böhms

Der Schauspieler Karlheinz Böhm (82) hat Menschen für Menschen 1981 gegründet. Grundstock der Stiftung waren 1,2 Millionen Mark, die nach einer Wette bei der Fernsehsendung «Wetten, dass ...?» zusammengekommen waren. Heute leitet Böhm das Hilfswerk gemeinsam mit seiner Frau. Almaz Böhm (46) stammt aus Jijiga im Osten Äthiopiens. Als Agrarexpertin arbeitet sie auch vor Ort. Menschen für Menschen engagiert sich ausschliesslich in Äthiopien in den Bereichen Landwirtschaft, Bildung, Gesundheit und Rechte der Frau. Davon profitierten bisher vier Millionen Menschen.

Sie setzen sich sehr gegen Mädchenbeschneidung und Mädchenheirat ein. Mit welchem Erfolg?
Nur schon, dass wir diese grossen Tabus brechen konnten, ist ein Erfolg. Wir haben in Äthiopien wunderbare Traditionen, aber auch viele schädliche. Und die sind so schädlich, dass man sie früher nie benannt hat. Sogar in der Familie nicht. Grotesk ist, dass die Beschneidung von Frauen durchgeführt wird, um für das Mädchen einen besseren Platz in der Gesellschaft zu bekommen. Ausserdem soll gewährleistet werden, dass der Mann, der dann das Mädchen bekommt, der erste ist, der es berührt. Deshalb kümmern sich die Männer gar nicht um die Mädchenbeschneidung. Sie wissen zwar davon, reden aber nicht darüber.

Gibt es heute weniger Beschneidungen?
Ja, auch weil die Führer der Muslime und der Orthodoxen, der beiden grössten Religionen Äthiopiens, sich hinter unsere Kampagne stellten. Sie hatten lange debattiert, ob nun die Mädchenbeschneidung tatsächlich nicht im Koran und der Bibel angeordnet sei. Dann kam es zu einer Kundgebung mit den Medien, und die Glaubensführer sagten, die Mädchenbeschneidung sei eine schädliche Tradition und habe nichts mit Religion zu tun. In jenem Moment stand eine Frau auf und sagte: «Das sagt ihr uns erst heute?» Da antworteten die Religionsführer: «Ihr habt uns ja nie gefragt.» Die Imame wie die Priester wussten Bescheid. Doch selbst sie hatten sich nicht getraut, das Tabu zu brechen.

Wie kann man als europäische Hilfsorganisation solche Tabuthemen ansprechen?
Wir werden in Äthiopien nicht als europäische Organisation wahrgenommen, sondern als äthiopische. Und Karl wurde immer als Partner gesehen. Er sprach wochenlang mit den Bauern unter den Bäumen. Die Menschen spürten, dass er sie kennen lernen wollte. Dann erzählten sie von ihren familiären Problemen. Deshalb konnte er als Ausländer Tabus ansprechen. Vielleicht war es sogar notwendig, dass das eine unabhängige Person tat. Zudem war er ein Mann.

Hätten Sie die Mädchenbeschneidung nicht ansprechen können?
Ich hätte mich nicht getraut. Ich wurde so erzogen, dass man eine Tradition nicht infrage stellt. Alles stimmte, was die Eltern, die Grosseltern und die Urgrosseltern sagten. Diskutiert wurde nichts. Jetzt weiss ich, dass es möglich ist, eine Kultur infrage zu stellen. Und heute wage ich es, Tabus wie die Mädchenbeschneidung anzusprechen.

Äthiopien gehört trotzdem noch zu den ärmsten Ländern und scheint nicht vom Fleck zu kommen.
Doch, es geht wirtschaftlich besser als vor 20 Jahren. Und heute gehen mehr Kinder zur Schule als damals. Viele Erwachsene können nicht lesen, aber bei den Kleinen ist es besser.

Gemäss einem Bericht von Human Rights Watch benutzt die äthiopische Regierung Hilfsgelder, um die Opposition zu unterdrücken. Wer nicht die Regierungspartei unterstützt, bleibt aussen vor. Haben Sie ähnliche Erfahrungen gemacht?
Nein. Der HRW-Bericht bezieht sich auf die Entwicklungshilfe, die direkt an den Staat fliesst, sei es von der Weltbank, den USA oder Grossbritannien. Von uns geht kein Geld an die Regierung. Wir gehen erst auf die Behörden zu, wenn wir von den Bewohnern eines Dorfes gehört haben, dass sie zum Beispiel eine Schule brauchen.

Äthiopien hat in Sachen Menschenrechte einen schlechten Ruf. Wie können Sie mit dieser Regierung zusammenarbeiten?
Menschen für Menschen war stets unabhängig von Politik, Religion und Wirtschaft. Als Karl erstmals nach Äthiopien kam, herrschte eine Militärdiktatur. Das war noch schlimmer als jetzt. Er sagte zu den Behörden: «Meine Hilfe für die Menschen ist bedingungslos. Meine einzige Bedingung ist, dassSie mir keine Bedingung stellen.» Und das haben sie kapiert. Wenn wir aber in die Bildung investieren, fördern wir auch die Demokratie.

Es gibt Ökonomen, die fordern, dass die Entwicklungshilfe eingestellt werde, weil sie Afrika ärmer und korrupter mache. Was meinen Sie?
Das betrifft vielleicht die staatliche Entwicklungshilfe. Wir als private Organisation arbeiten direkt mit den Äthiopiern. Entwicklungshilfe, die von innen kommt, funktioniert hundertprozentig.

Trotzdem ist das Misstrauen gegenüber Hilfsorganisationen gross.
Es ist schade, dass alle Hilfswerke in einen Topf geworfen werden. Es gibt auch in der Wirtschaft und der Politik gute und schlechte Beispiele. Zu sagen, alle Wirtschaftsführer seien Gauner, ist auch ungerecht. Wir haben 254 Schulen gebaut. Pro Jahr erhalten Hunderttausende Kinder dadurch eine Chance.

Eine letzte Frage: Weshalb reden Sie von Karl und nicht von Karlheinz, wenn Sie Ihren Mann meinen?
(Lacht.) Es ist einfacher. Kein Mensch sagt Karlheinz. Es ist ein so langes Wort. Wie «Tages-Anzeiger». Jeder sagt Karl. Für uns ist er Karl. (Tages-Anzeiger)>

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7.1.2011: Genitalverstümmelung in Deutschland - und die Beschneiderin aus Afrika wird extra eingeflogen - oder das Mädchen wird nach Afrika "gebracht" - und die Behörden merken es nicht

Was an dieser Meldung verwundert, ist vor allem, dass es eine Meldung über Deutschland ist, die in einer schweizer Zeitung steht. Eigentlich sollten die deutschen Zeitungen hier den Innenminister attackieren, denn der Innenminister scheint irgendwie ahnungslos, und der Verteidigungsminister auch: Er verteidigt sein Land gegen die Beschneiderinnen nicht. Aber lesen Sie selbst:

aus: Basler Zeitung online: "Was hier mit Kindern geschieht, ist skandalös"; 7.1.2011;
http://bazonline.ch/leben/gesellschaft/Was-hier-mit-Kindern-geschieht-ist-skandaloes/story/25553053

<Genitalvertümmelungen bei Mädchen und Frauen sind in Deutschland offenbar weiter verbreitet, als in der Öffentlichkeit bekannt. Beschneiderinnen werden in gewissen Fällen hierfür extra eingeflogen.

Nicht nur in Afrika ein Problem: Eine Rasierklinge, die für Genitalverstümmelungen benutzt wird.

Nach Hochrechnungen der Frauenrechtsorganisation Terre des Temmes müsse davon ausgegangen werden, dass allein im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen mehr als 5'600 Mädchen und Frauen von Genitalbeschneidungen betroffen oder bedroht seien, sagte Landesgesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) in Düsseldorf.

Meist würden Mädchen im Alter zwischen vier und zwölf Jahren zur Beschneidung nach Afrika gebracht, in anderen Fällen würden Beschneiderinnen nach Deutschland eingeflogen, sagte die Betreiberin der landesweit einigen Beratungsstelle zu Genitalverstümmelungen, Jawahir Cumar.

Oft werden für Beschneidungen hygienische oder kulturelle Gründe angeführt. Die Eingriffe sind mit starken Schmerzen verbunden und können zu schweren körperlichen und psychischen Schäden führen. «Was hier mit Kindern in einem Alter geschieht, in dem sie eigentlich beschützt werden müssen, ist skandalös», sagte Steffens.

Hotline für Betroffene und Opfer

Mit der am Freitag freigeschalteten anonymen Telefonhotline soll eine neue Beratungsmöglichkeit angeboten werden. Zielgruppen seien sowohl Betroffene selbst als auch deren Angehörige, Erzieher, Lehrer oder Ärzte, sagte Steffens. Betrieben wird die Hotline vom Verein «Aktion weisses Friedensband».

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass im Jahr 2008 weltweit zwischen 100 und 140 Millionen Frauen und Mädchen an den Genitalien beschnitten waren. Auch in Europa sind Schätzungen zufolge Hunderttausende Frauen betroffen. Verbreitet ist die Praxis vor allem in Afrika, wo in einzelnen Ländern bis zu 99 Prozent der weiblichen Bevölkerung beschnitten werden. Alle zwei Sekunden würde auf der Welt ein Mädchen beschnitten, sagte Cumar.

[Und Anzeigen gibt es einfach keine]

In Deutschland ist die Beschneidung eigentlich verboten. Strafverfahren gebe es aber nicht, weil die meist Minderjährigen ihre Eltern nicht anzeigten und sich Betroffene oft auch nicht darüber im Klaren seien, dass Genitalverstümmelungen etwas Unnormales seien. (jak/dapd)>

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Lenzburg (Schweiz) 1.12.2011: Der irakische Vater fragte die Ärztin, ob sie auch seine Tochter beschneiden könne - strafbar

aus. 20 minuten online: Genitalverstümmelung: Junge Aargauerin sollte beschnitten werden; 1.12.2011;
http://www.20min.ch/news/schweiz/story/29039370

<von Annette Hirschberg
- Eine muslimische Konvertitin und ihr irakischer Mann suchten eine Ärztin, um ihre 11-jährige Tochter zu beschneiden. Jetzt wurden sie vom Bezirksgericht Lenzburg verurteilt.

«Machen Sie auch Beschneidungen von Mädchen?»: Der Stiefvater wurde wegen Vorbereitungshandlungen zur Beschneidung verurteilt.

«Sie sind doch Ärztin? Machen Sie auch Beschneidungen von Mädchen?», fragte eine Person am Telefon eine muslimische Ärztin. Die Ärztin verneinte sofort vehement. Darauf sagte die Person: «Ich suche jemand, der das für meine Tochter machen würde.» Die Ärztin verneinte erneut und beendete empört den Anruf.

So ähnlich soll sich am Abend des 13. Juni 2007 ein 39 Sekunden dauerndes Gespräch zwischen einem Elternteil der im Aargau wohnhaften Familie G. und einer Spitalärztin aus der Ostschweiz abgespielt haben. Aufgrund dieses Telefonats wurden die Eltern fünf Tage später von der Aargauer Polizei abgeholt und die damals 11-jährige Tochter Fatma für 6 Monate in einer Pflegefamilie untergebracht. Seither muss sie halbjährlich von einem Gynäkologen kontrollieren lassen, ob ihre Genitalien unversehrt sind.

Eltern stellen den Sachverhalt anders dar

2010 wurden die Eltern des Mädchens wegen Vorbereitungshandlungen zu schwerer Körperverletzung per Strafbefehl zu einer bedingten Geldstrafe und einer Busse von 200 und 400 Franken verurteilt. Weil die Eheleute Burim und Dorothea G. dieses Urteil nicht hinnehmen wollen, standen sie am heutigen Donnerstag, 1. Dezember, vor dem Bezirksgericht Lenzburg.

Aus Sicht des Staatsanwaltes ist erwiesen, dass der Ehemann und Stiefvater der 11-Jährigen, der damals 32-jährige Iraker Burim G., bei der Ärztin angerufen hat. Die Ärztin und deren Ehemann, wollen beide «eine männliche Stimme mit ausländischem Akzent» erkannt haben. Die Eltern stellen den Sachverhalt aber anders dar: Von Anfang an behauptete die damals 49-jährige Mutter, sie habe das Telefonat gemacht. Sie habe eine tiefe Stimme und werde oft für einen Mann gehalten.

Ein Familienleben nach strengen islamischen Regeln

Auch den Inhalt des Gesprächs stellt die Familienmutter, eine zum Islam konvertierte Schweizerin mit deutschen Wurzeln, anders dar. Sie habe sich aus pädagogischen Gründen bei der Ärztin über die Beschneidung und deren Problematik erkundigen wollen. «Meine Tochter zu beschneiden war in diesem kurzen Gespräch kein Thema.» Und: Sie sei gegen Beschneidung. Dem hält die Gerichtspräsidentin ein Zitat aus einem Brief entgegen, den Dorothea G. an den leiblichen Vater von Fatma geschrieben hatte. Dort schrieb sie: «Aus diesem und nur aus diesem Grund fragte ich die Ärztin, ob sie meine Tochter beschneiden würde.»

In der Befragung vor Gericht wird klar, dass Familie G. nach strengen muslimischen Prinzipien lebt. An Schullagern durfte Fatma kaum je teilnehmen. Ging sie mit, musste gewährleistet sein, dass sie dreimal täglich beten kann. Vom Schwimmunterricht wurden das Mädchen und ihre zwei Brüder meist dispensiert. Zu Hause wurden intensiv islamische Rituale gelebt. Der Lehrer von Fatma berichtete zudem, dass sie bereits als 11-Jährige am Ramadan fastete und in der Schule keine christlichen Lieder singen durfte.

«Religiöse Neugier» und «pädagogisches Interesse»

Für den Anwalt des Ehepaars hat seine Mandantin glaubhaft dargelegt, dass sie und nicht ihr Mann der Ärztin angerufen hat. Ihre Tochter zu verletzen habe sie nie im Sinn gehabt. Das Gericht glaubt hingegen, dass Burim G. das Telefonat vom 13. Juni 2007 getätigt hat und verurteilt ihn wegen Vorbereitungshandlungen zu schwerer Körperverletzung zu einer bedingten Geldstrafe von 150 Tagessätzen à 90 Franken und einer Busse von 400 Franken. Dorothea G. erhält wegen Irreführung der Rechtspflege eine bedingte Geldstrafe von 40 Tagessätzen à 10 Franken und eine Busse von 200 Franken. Der Anwalt des Ehepaars kündigt an, das Urteil weiterzuziehen.

Alle Namen sind geändert.>



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