37.
Piraterie mit der Globalisierung
Piraterie zur See oder im Internet, es gibt gewisse Leute die meinen, Piraterie lohne sich
Meldungen
präsentiert von Michael Palomino
Die
Globalisierung bringt eine neue Piraterie
Je mehr die Globalisierung und die globalen
Gewinne unter dem Schutze des Bankgeheimnis und im Schutze der
Bankenparadiese wie Monaco, Bahamas etc. zunehmen, desto ärmer werden
die breiten Schichten. In einigen Regionen entwickelt sich als
Gegenwehr eine neue Piraterie. Die Piraterie ist der Versuch, dem Elend
zu entfliehen. Den Reichen der Welt ist das egal, denn sie chartern
nach einem gekaperten Schiff einfach ein neues Schiff, und reisen tun
sie sowieso mit dem Flugzeug...
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16.10.2007: <Räuberei auf hoher See: Piraterie nimmt zu
n-tv online, 16.10.2007; http://www.n-tv.de/866586.html
Die Piraterie auf den Weltmeeren hat in den ersten neun Monaten 2007
gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 14 Prozent zugenommen. Insgesamt
habe es 198 Überfälle auf Schiffe gegeben gegenüber 174 im Jahr davor,
hiess es in einem Bericht des Internationalen Meeresbüros (IMB), einer
Sonderabteilung der Internationalen Handelskammer. Demnach wurden 15
der attackierten Schiffe entführt, 63 Seeleute wurden in Geiselhaft
genommen und drei getötet.
Am gefährlichsten ist die Lage in den Gewässern Indonesiens,
wie das IMB weiter mitteilte. Dort wurden von Januar bis September 37
Piratenüberfälle registriert, was gegenüber dem Vorjahr allerdings
einen leichten Rückgang bedeutete. Einen drastischen Anstieg gab es
indessen vor den Küsten Somalias und Nigerias, wo sich die Piraterie
auf jeweils 26 Fälle verdreifachte. Das IMB rief die
Schifffahrtsgesellschaften auf, diese Küstenabschnitte nach Möglichkeit
zu meiden.>
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Räuberei am Bodensee: Steckborn
23.11.2009: <Bootsmotoren gestohlen - Verdächtiger verhaftet
aus: 20 minuten online; 23.11.2009;
http://www.20min.ch/news/stgallen/story/Bootsmotoren-gestohlen---Verdaechtiger-verhaftet-22649647
In den vergangenen 15 Monaten sind im Hafen von Steckborn mehrere
Dutzend Bootsmotoren gestohlen worden. Nun scheint die Diebstahlserie
aufgeklärt: In der Slowakei ist ein Mann verhaftet worden.
In der Nacht vom 20. auf den 21.
Oktober sind in Steckborn 14 Bootsmotoren entwendet worden. Eine Spur
der Thurgauer Kantonspolizei führte via Schaffhausen in die Slowakei.
In
der Tatnacht war von einer Patrouille des Grenzwachtkorps in
Schaffhausen ein Mann mit diversen Bootsmotoren in seinem Fahrzeug
kontrolliert worden. Statthalter Roger Forrer vom Bezirksamt Steckborn
hat inzwischen gegen den Verdächtigen einen Haftbefehl erlassen.
An
dessen Wohnort in der Slowakei wurde bereits eine Hausdurchsuchung
durchgeführt, wobei einige Motoren aus Steckborn sichergestellt werden
konnten.
Auslieferung nicht möglich
Nun soll geklärt
werden, ob der Mann auch an weiteren Diebstählen beteiligt war. In den
vergangenen 15 Monaten waren im Steckborner Hafen mehrmals Bootsmotoren
entwendet worden. Insgesamt wurden rund 30 Motoren gestohlen, sagt
Forrer auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Er rechnet mit mehreren
Tätern.
Eine Auslieferung des Angeschuldigten in die Schweiz ist
laut Forrer nicht möglich. Er prüft aber, ob er in die Slowakei reist,
um den Mann vor Ort zu befragen und allenfalls die Bootsmotoren zu
beschlagnahmen.
(sda)>
Kommentar
Es gibt viele Gründe, die Landesgrenzen und die Zollkontrollen
beizubehalten, u.a. wegen der Piraterie.
Michael Palomino, 23.11.2009
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14.1.2010: <Höchster Stand seit sechs Jahren: Immer
mehr Piratenangriffe
aus: n-tv online; 14.1.2010;
http://www.n-tv.de/politik/Immer-mehr-Piratenangriffe-article679241.html
Die Zahl der Piratenangriffe auf hoher See hat im vergangenen Jahr
den höchsten Stand seit sechs Jahren erreicht. Wie das Internationale
Schifffahrtsbüro (IMB) mit Sitz in Malaysia am Donnerstag mitteilte,
wurden 2009 insgesamt 406 Vorfälle registriert, 2008 seien es 293
gewesen. Zugleich gingen die Piraten im vergangenen Jahr weitaus
gewalttätiger vor.
Erst am Neujahrstag kaperten Piraten die "Pramoni" und den Autofrachter
"Asian Glory".
Laut dem IMB wurden im vergangenen Jahr 49 Schiffe entführt, bei 84
Schiffen wurde der Versuch unternommen. Zudem seien 120 Schiffe
beschossen worden. Insgesamt seien 1052 Besatzungsmitglieder als
Geiseln genommen, acht von ihnen getötet und 68 verletzt worden.
Eine internationale Armada bemüht sich seit Monaten vor allem
vor Somalia darum, die Angriffe von Piraten einzudämmen.
AFP>
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26.5.2010: Somalische Piraten stehen in Holland vor
Gericht - und können nach der Strafe z.T. in Holland leben - perverser
geht es nicht
aus: 20 minuten online: Rotterdam: Holland macht Piraten den Prozess;
25.5.2010;
http://www.20min.ch/news/dossier/piraten/story/25748196
<Der erste Prozess gegen mutmassliche somalische Piraten in Europa
ist am Dienstag in Holland eröffnet worden.
Mit
dem Verfahren wollen die Niederlande einen Beitrag für den
internationalen Kampf gegen die Seeräuberei am Horn von Afrika leisten.
Vor
dem Amtsgericht in Rotterdam müssen sich fünf Somalier im Alter von 25
bis 45 Jahren verantworten. Sie sollen Anfang 2009 einen unter der
Flagge der Niederländischen Antillen fahrenden türkischen Frachter mit
einem Raketenwerfer und anderen Waffen angegriffen haben.
Diese
Vorwürfe seien praktisch nicht zu beweisen, erklärte einer der
Verteidiger. «Das ist nicht mehr zu überprüfen, denn das Boot, in dem
die Männer sassen, liegt auf dem Meeresgrund», sagte Rechtsanwalt Jan
Ausma.
Das Boot war am 2. Januar vorigen Jahres von der
türkischen Besatzung des Frachters «Samanyolu» mit Leuchtmunition in
Brand geschossen und dadurch versenkt worden. Ein dänischer
Marinehelikopter fischte die Somalier aus dem Wasser.
Vier
Wochen später lieferte Kopenhagen sie an die niederländische Justiz
aus. Ihnen drohen Gefängnisstrafen von bis zu zwölf Jahren. Der Prozess
ist auf fünf Tage angesetzt. Das Urteil soll am 16. Juni fallen. Dass
die Somalier nach Verbüssung einer eventuellen Strafe in ihre Heimat
zurückkehren, gilt in den Niederlanden als unwahrscheinlich.
Einer
von ihnen habe bereits erklärt, er werde Asyl beantragen, berichtete
der Sender NOS. Nach niederländischem Recht können die Männer auch im
Falle einer Verurteilung nicht abgeschoben werden, da das völlig
zerrüttete Bürgerkriegsland Somalia als zu gefährlich gilt.
Im
vergangenen Jahr zählte das Internationale Schifffahrtsbüro (IMB) vor
den Küsten Somalias 215 Piratenüberfälle, weltweit waren es 409. Die
meisten Piraten, die in den vergangenen Jahren von ausländischen
Kriegsschiffen gefangengenommen wurden, kamen später wieder frei - aus
Mangel an Beweisen oder weil die örtlichen Gefängnisse überfüllt und
die Gerichte überlastet waren.
In Somalias Nachbarland Kenia
wurde bisher mehr als 110 Piraten der Prozess gemacht. Im Jemen
verurteilte ein Gericht vor einer Woche sechs Piraten zum Tode. Sie
hatten versucht, einen jemenitischen Öltanker zu kapern.
(sda)>
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4.6.2010: Holland liefert somalische Seeräuber an
Deuetschland aus
aus: n-tv online: Politik: Seeräuber-Prozess in Hamburg - Holland
liefert Piraten aus; 4.6.2010;
http://www.n-tv.de/politik/Holland-liefert-Piraten-aus-article906341.html
<In Hamburg soll somalischen Piraten der Prozess gemacht werden, die
an Ostern ein deutsches Schiff überfallen haben. die niederländische
Justiz stimmt nun der Auslieferung der zehn Seeräuber zu, es wäre der
erste Piratenprozess seit 400 Jahren.
Die Niederlande liefern zehn mutmaßliche Piraten aus Somalia an
Deutschland aus. Das entschied das Amtsgericht in Amsterdam. Damit
kommt es demnächst in Hamburg zum ersten Seeräuber-Prozess nach rund
400 Jahren.
Die Richterin Ans Davids wies Beschwerden der Somalier gegen die
beabsichtigte Überstellung an die Hamburger Staatsanwaltschaft als in
allen Punkten unbegründet zurück. Die deutsche Justiz habe hinreichend
demonstriert, dass sie tatsächlich für die Strafverfolgung der
mutmaßlichen Seeräuber zuständig ist und die Verdächtigen in
Deutschland ein faires rechtsstaatliches Verfahren erwartet.
Die Niederlande hatten das deutsche Schiff befreit.
Die Auslieferung könne nun innerhalb von zehn Tagen erfolgen,
erklärte die Richterin. Ein Berufungsverfahren dagegen sei nach
niederländischem Recht nicht möglich.
Überfall Anfang April
Den Somaliern wird vorgeworfen, Anfang April 500 Seemeilen vor
der
Küste Somalias das deutsche Containerschiff "Taipan" gekapert zu haben.
Sie waren am Ostermontag von einem niederländischen Marinekommando
überwältigt und festgenommen worden.
Aufgrund eines Haftbefehls der Staatsanwaltschaft Hamburg wurden
sie
nach Holland geflogen, um von dort in die Bundesrepublik gebracht zu
werden. Dagegen hatten die Somalier auf Anraten niederländischer
Pflichtverteidiger Widerspruch eingelegt.
dpa>
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Nigeria 3.7.2010: Piraten überfallen deutsches Schiff -
das Schiff ist befreit, 12 Seeleute fehlen
aus: Basler Zeitung online: Piraten entführen zwölf Seeleute; 3.7.2010;
http://bazonline.ch/panorama/vermischtes/Piraten-entfuehren-zwoelf-Seeleute/story/22336710
<Vor
der Küste Nigerias haben Piraten ein unter deutscher Flagge fahrendes
Schiff überfallen. Das Schiff ist befreit worden, doch mehrere
Besatzungsmitglieder werden vermisst.
Piraten haben vor dem Nigerdelta ein unter deutscher
Flagge fahrendes Schiff angegriffen und dabei zwölf Seeleute entführt.
Das teilte am Samstag ein Sprecher der nigerianischen Marine mit.
Kommodore David Nabaida sagte der Nachrichtenagentur AP, die Piraten
hätten die «BBC Palonia» am Freitag gegen 20 Uhr geentert. Einem
Besatzungsmitglied hätten sie ins Bein geschossen. Das Schiff sei
inzwischen von der nigerianischen Marine sichergestellt worden. Nach
den Angreifern und den Verschleppten werde gesucht.
An Bord
befanden sich Seeleute aus Deutschland, Lettland, Litauen, Russland und
der Ukraine. Ob auch Deutsche unter den Entführten sind, wurde nicht
mitgeteilt. Bei dem Verletzten handelte es sich um einen ukrainischen
Seemann. Er wurde ins Krankenhaus eingeliefert, Lebensgefahr bestand
nicht. «Es werden alle Anstrengungen unternommen, um die Verschleppten
zu befreien», sagte Nabaida.
Immer mehr Angriffe
Nach
seinen Worten hat die Marine bereits einen Verdacht, wer hinter dem
Angriff stecken könnte. Piratenüberfälle auf Schiffe im Golf von Guinea
kommen immer häufiger vor, vor allem vor der nigerianischen Küste. Erst
am 27. Juni hatten zwölf Piraten in Schnellbooten einen
Schüttgutfrachter vor dem Nigerdelta angegriffen. Beim Versuch, das
Schiff zu entern, schossen sie auf die Besatzungsmitglieder und
verletzten einen Seemann leicht, wie die Internationale
Seefahrtsbehörde (IMB) mitteilte. Die Besatzung wehrte den Angriff ab.
Allein
2009 wurden 28 Mal Schiffe vor der Küste Nigerias überfallen. Die IMB
geht davon aus, dass rund 30 weitere Angriffe nicht gemeldet worden
sind, weil Schiffseigner zum Beispiel befürchten, dass ihre
Versicherungsbeiträge erhöht werden könnten. (oku/dapd)>
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4.7.2010: <Nigeria: Entführte deutsche Seeleute
sind frei
aus: Spiegel online; 4.7.2010;
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,704588,00.html
Glückliches
Ende im Entführungsdrama vor der westafrikanischen Küste: Nach zwei
Tagen sind zwei von Piraten verschleppte deutsche Seeleute und zehn
Kameraden aus Osteuropa wieder frei.
Lagos - Alle zwölf Geiseln sind frei und niemand ist verletzt.
Diese
gute Nachricht gab am Sonntag ein Sprecher der nigerianischen Marine
bekannt. Die freigelassenen Männer schienen in gutem Gesundheitszustand
zu sein. Ob für ihre Freigabe ein Lösegeld gezahlt wurde, wollte der
Sprecher nicht sagen. Das Auswärtige Amt
in Berlin hatte am
Wochenende einen Krisenstab gebildet, um die Freilassung der Geiseln
voranzutreiben. [...]
An Bord befanden sich Seeleute aus Deutschland, Lettland, Litauen,
Russland und der Ukraine.>
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23.7.2010: Da sind noch mehr Profiteure in der Piraterie
als nur die Piraten: Versicherungen, Werften, Sicherheitskräfte etc.
Es klingt unglaublich, aber von der Piraterie profitieren nicht nur die
Piraten, sondern scheinbar auch Werften, Sicherheitskräfte und
Versicherer. Die Piraterie gilt sogar als "wirtschaftlicher Anreiz",
und mit Lösegelderpressung lässt sich viel Geld verdienen, das dann im
Land in Umlauf kommt. Gleichzeitig können die Versicherer die Prämien
erhöhen, und es werden neue Versicherungen eingeführt wie Kidnapping-
und Lösegeldversicherungen. Werften dürfen beschädigte Schiffe
reparieren, und Sicherheitsleute sind ebenfalls vermehrt gefragt. Und
viele Kapitäne wollen ihr Schiff gar nicht verteidigen und wollen kein
Verfahren, sondern bezahlen einfach und melden nicht einmal den
Überfall, denn sie wollen kein Verfahren, das Zeit kosten würde, und
höhere Prämien wollen sie auch nicht. Für die betroffenen Länder ist es
attraktiver, einen gewissen Stand der Piraterie zuzulassen, als die
Piraterie zu bekämpfen...
Aber lesen Sie selbst:
aus: 20 minuten online: 80 Prozent der Beute gehen in den Westen;
23.7.2010;
http://www.20min.ch/news/dossier/piraten/story/10875501
Man schaue sich zuerst genau die Infografiken an: Man kann bald
nirgendwo mehr gefahrenfrei auf dem Meer fahren:
Infografik: Piratenverseuchte Meere
![Grafik über die weltweite Piraterie 1994-2009 [1] Grafik über die weltweite Piraterie 1994-2009 [1]](37_piraterie-d/grafik-piraterie-weltweit-1994-2009.PNG)
Grafik über die weltweite
Piraterie 1994-2009 [1]
Piratenverseuchte Gewässer:
Globalisierung, Verarmung und das Versagen
von staatlichen Institutionen [meist durch Korruption, Discothek,
Party, Sex, Drogen und Alkohol] haben der Piraterie in einigen
Weltgegenden eine Renaissance beschert. Zahl der registrierten
Piratenangriffe auf Handelsschiffe: 1994: 90; 1995: 188; 1996: 228;
1997: 247; 1998: 202; 1999: 300; 2000: 469; 2001: 335; 2002: 370; 2003:
445; 2004: 329; 2005: 276; 2006: 239; 2007: 263; 2008: 293; 2009: 406.
Der Golf von Darién ist falsch eingezeichnet und ist bei Panama und
Kolumbien. Dort herrschen seit Jahrzehnten Guerrilleros aus Kolumbien,
die auch den Durchgang von Panama nach Kolumbien blockieren.
|
Infografik: Piraten an der
Küste von Somalia
Grafik über die Piraterie an
der Küste von Somalia und an der Küste des Jemen im Golf von Aden
2003-2008 mit Piratenstützpunkten (Symbol des Totenkopfs mit Knochen)
und mit Orten der Überfälle (rote Punkte) [2]
Piratenüberfälle in der Region von Somalia und im Golf von Aden vor der
Küste des Jemen: 2003: ca. 18; 2004: ca. 10; 2005: ca. 15; 2006: ca.
17; 2007: ca. 24; 2008: ca. 83. |
<von Elisabeth Rizzi
- Schiffe kapern ist ein lukratives Geschäft rund um den Golf von Aden
– und zwar nicht nur für die Piraten. Werften, Sicherheitskräfte und
Versicherer zählen auch zu den Profiteuren.
Im
Golf von Aden sind die Piratenangriffe im ersten Halbjahr 2010
zurückgegangen. Das internationale Meeresbüro (IMB) führt den Rückgang
von 86 im ersten Halbjahr 2009 auf heuer 33 Überfälle auf den
verbesserten Geleitschutz zurück. Doch die Piraten sind alles andere
als zurückgedrängt: «Neben dem Golf von Aden müssen auch die somalische
Küste, das Rote Meer, das Arabische Meer und der Indische Ozean zum
Einsatzgebiet der Piraten gezählt werden», warnt Brigitte Meier,
Mediensprecherin von Swiss Re. Der Schweizer Rückversicherer ist selbst
von Schadenzahlungen bei Piratenangriffen betroffen.
Trotz
Erfolgsmeldungen der internationalen Gemeinschaft - die Piraterie
dehnt sich wegen wirschaftlicher
Anreize weiter aus.
Tatsächlich hat die Zahl der Überfälle übers ganze Gebiet
betrachtet
deutlich zugenommen, nämlich von 100 im ersten Halbjahr 2009 auf 160 im
ersten Halbjahr 2010. Und Experten erwarten eine weitere Verschärfung
der Situation. «Das Modell der Lösegelderpressungen macht
nicht nur in
Somalia Schule, sondern auch in Westafrika», beobachtet Michael
Eichmann, Hochsee-Experte vom Bundesamt für wirtschaftliche
Landesversorgung. Er befürchtet, dass sogar kriminelle Organisationen
in Südafrika auf den Geschmack kommen könnten.
Satte Gewinne für Versicherer
Eine
diese Woche publizierte Studie des Deutschen Instituts für
Wirtschaftsforschung (DIW) erklärt die Attraktivität des Marktes. Das
Fazit: Nicht nur die Somalier selbst profitieren von der Seeräuberei.
Laut Studienautorin Anja Shortland gehen nur 20 Prozent der
Piraterieerträge nach Somalia. Der Rest bleibt im westlichen
Wirtschaftskreislauf.
Insbesondere die Versicherer machen gute
Gewinne, stellt Shortland fest. Sie könnten aufgrund des Risikos die Prämien erhöhen,
während gleichzeitig die Wahrscheinlichkeit für einen
Schadenfall dennoch relativ klein bleibe. Deshalb würden sie von den
Schiffseignern keine Sicherheitsvorkehrungen verlangen, welche die
Kaperung der Schiffe erschweren würden.
Bis 60 000 Franken für Durchfahrt [durch den Golf von Aden]
Ein Schweizer
Reeder, der nicht namentlich genannt sein will, bestätigt, die
Versicherungsprämien seien im Zug der zunehmenden Lösegeld-Piraterie
deutlich gestiegen. Insbesondere im Golf von Aden sei die
Versicherungssumme letztes Jahr zwischenzeitlich hochgeschnellt. Die
Reeder hätten teilweise zwischen 30 000 und 60 000
Franken pro Passage für die Deckung von Kidnapping- und
Lösegeldforderungen hinblättern müssen.
Inzwischen
habe sich die Situation wegen des Erfolgs des internationalen
Marineverbandes Atalanta wieder etwas entspannt. Allerdings: «Bis zu
den grossen Lösegelderpressungen, die im Jahr 2008 begannen, waren Kidnapping- und
Lösegeldversicherungen für die Schiffseigner gar kein
Thema. Das brauchte es ganz einfach nicht», so der Reeder. Profiteure
des Booms bei diesen Produkten sind insbesondere die grossen
Schiffsversicherer in Grossbritannien und Deutschland. Die grossen
Schweizer Versicherungen sind dagegen nicht in diesem Feld tätig.
Schiffseigner fördern das Geschäft
Die
Hände reiben sich auch die Werften.
Denn sie kriegen zusätzliche
Aufträge, wenn sie von Piratenangriffe havarierte Schiffe reparieren
müssen. Ebenfalls ein lukratives Einkommen bietet die Piraterie der Sicherheitsbranche.
Auch die Schiffseigner tragen das Ihre zum
Problem bei. Noch immer finden es laut Shortland rund 20 Prozent der
Kapitäne zu mühsam, den international empfohlenen und überwachten
Transitkorridor zu benützen. Und viele Schiffer seien nicht einmal
gewillt, ihre Fahrzeuge mit billigem Stacheldraht auszurüsten, um
Angriffe zu erschweren. Im Gegenteil: Brigitte Meier von der Swiss Re
beobachtet sogar, dass immer mehr Reeder im Stillen Lösegeld zahlen und
so das Geschäft noch ankurbeln. «Besonders in nigerianischen Gewässern
werden viele Vorfälle nicht gemeldet.» Schuld sei die Angst vor
steigenden Versicherungsprämien oder die Sorge um langwierige und den
Transport verzögernde Ermittlungsarbeiten.
Wirtschaftliche Anreize motivieren Freibeuter
Für
Shortland ist deshalb klar: «Im Moment ist die Piraterie rund um
Somalia in einem Stadium gefangen, in dem das Geschäft mehr
wirtschaftliches Potenzial bietet, denn eine ökonomische Bedrohung
ist.» Abgesehen von den internationalen staatlichen und militärischen
Bemühungen seien die Anreize für die wirtschaftlichen Schlüssel-Akteure
grösser, den Status Quo zuerhalten, denn wirklich gegen die Piraterie
anzukämpfen.>
Schlussfolgerungen von Michael
Palomino: Es gibt da Parallelen zwischen den "USA" und der Piraterie
vor allem in islamischen Ländern - und der Konsument zahlt den Schaden
Das Phänomen der Piraterie ist inzwischen weltweit verbreitet, und die
Piraterie hat ein gutes Vorbild: die "USA", die seit dem 11. September
2001 sich weltweit wie Piraten aufführen, mit erfundenen Flugzeugen,
mit erfundenen Kriegsbegründungen, mit willkürlichen Entführungen und
Gefangennahmen, und mit Erpressungen im Sinne des alten englischen
Kolonialismus. Die Piraterie entwickelt sich auf der Welt also nach dem
Grundsatz "Wie du dir, so ich mir". Leider ist im Artikel nicht
angegeben, was für Schiffe jeweils angegriffen und gekapert werden. Es
dürfte sich hauptsächlich um Schiffe der NATO-Länder handeln, die mit
den kriminellen "USA" kollaborieren, und bei den Ländern, die Piraterie
haben, handelt es sich zum grossen Teil um islamische Länder rund um
den Äquator.
Schlussendlich werden die Mehrkosten für die Piraterie einfach dem
Konsumenten in Europa und in den "USA" überwälzt. Das heisst: Die
Piraten haben eigentlich eher ein Freibillet für ihre Aktivitäten, als
dass sie den Kampf fürchten müssten.
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Seychellen 26.7.2010: <Zehn Jahre Haft: Gericht auf
Seychellen
verurteilt Piraten [11 Piraten aus Somalia]
aus: 20 minuten online; 26.7.2010;
http://www.20min.ch/news/dossier/piraten/story/17897020
Ein
Gericht auf den Seychellen hat elf somalische Piraten wegen eines
Angriffs auf ein Boot der Küstenwache im vergangenen Dezember zu zehn
Jahren Haft verurteilt.
Piraten sind auf den Seychellen verurteilt worden.
Es
war das erste Urteil auf den Seychellen gegen Seeräuber aus dem von
Bürgerkrieg zerrütteten Somalia, wie der britische Sender BBC am Montag
berichtete. Derzeit warten weitere 29 mutmassliche Piraten auf den
Seychellen auf ihren Prozess.
Bisher wurden die meisten Seeräuber in der kenianischen
Hafenstadt
Mombasa vor Gericht gestellt. Kenias Justizbehörden forderten in den
vergangenen Monaten jedoch einen Stopp der Überführung mutmasslicher
Piraten, da die Gefängnisse in dem ostafrikanischen Land bereits
überfüllt sind und viele Untersuchungshäftlinge auch bei geringfügigen
Vergehen oft monatelang auf ihren Prozess warten.
Somalia selbst hat seit 1991 keine funktionierende Verwaltung
und kann die Piraten daher nicht selbst vor Gericht stellen.
Die
Seeräuber vor der somalischen Küste haben derzeit knapp 20 Schiffe in
ihrer Gewalt. Wegen der Patrouillen internationaler Kriegsschiffe im
Golf von Aden haben sie ihre Angriffe zunehmend auf den Indischen Ozean
ausgeweitet und wiederholt Schiffe im Umkreis der Seychellen
angegriffen.
(sda)>
-----

15.8.2010: <Vier Schiffe ausgeraubt: Piraten vor irakischer Küste aktiv
15. August 2010 22:40;
Akt: 15.08.2010 22:46
aus: http://www.20min.ch/news/kreuz_und_quer/story/31620189
Piraten
haben vor der irakischen Küste vier Handelsschiffe ausgeraubt. Die
Überfälle ereigneten sich in der Nähe der Hafenstadt Basra, einem
wichtigen Umschlagplatz für Erdöl.
Überfallen
wurden Schiffe aus den USA, Antigua, Nordkorea und Syrien, wie die
US-Marine am Sonntag mitteilte. Die Angriffe ereigneten sich bereits am
vergangenen Sonntag.
Im Fall der amerikanischen «Sagamore» hätten sich zwei mit
Schnellfeuergewehren bewaffnete Männer in der Nähe eines Ölterminals in
den frühen Stunden Zutritt an Bord verschafft, hiess es weiter. Die
Räuber nahmen Computer, Handys und Geld von den Besatzungsmitgliedern
mit und flohen. Die Überfälle auf die anderen Schiffe seien unter
ähnlichen Umständen erfolgt.
Der Leiter der irakischen
Hafenbehörden, Salah Abdud, berichtete später von der Festnahme zweier
Iraker. Die irakische Marine habe ein Boot entdeckt, in denen einige
der geraubten Gegenstände gefunden worden sei.
(ddp)>
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Internetpiraterie 8.9.2010: 10 Festnahmen und
Beschlagnahmung von rund 50 Computern wegen illegaler Verbreitung von
Filmen und TV-Serien
aus: n-tv online: Technik: Gross-Razzia in 13 Ländern: Polizei schnappt Internet-Piraten; 8.9.2010;
http://www.n-tv.de/technik/Polizei-schnappt-Internet-Piraten-article1444271.html
<Bei großangelegten Razzien
gegen Internet-Piraten in 13 europäischen Ländern, darunter Deutschland, hat die
Polizei zehn Verdächtige festgenommen und rund 50 Computer beschlagnahmt. Die vier
Netzwerke im Visier der Fahnder hätten Filme und TV-Serien illegal über das Internet
verbreitet und so Milliardenschäden angerichtet, teilte die federführende belgische
Polizei in Brüssel mit. Sie waren "verantwortlich für 80 Prozent
aller neuen illegal online gestellten Filme auf Niederländisch", fügte ein
Sprecher der Brüsseler Staatsanwaltschaft hinzu.
Sieben der zehn Verdächtigen,
bei denen es sich um die mutmaßlichen Anführer handelte, wurden den Angaben zufolge
in Belgien festgenommen, die anderen in Norwegen, Polen und Schweden. Fünf von ihnen
wurden in Belgien wegen Zugehörigkeit zu einer kriminellen Vereinigung, Internet-Piraterie,
Informatik-Betrugs und Computer-Hackings in Haft genommen. Auch die europäische
Polizeibehörde Europol war an dem Einsatz beteiligt.
Es habe sich meist um brandneue
Filme gehandelt, die in Europa noch gar nicht auf dem Markt gewesen seien, sagte
der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Die Verluste der Industrie würden "auf
rund 30 Millionen Euro pro Jahr in Belgien und sechs Milliarden Euro jährlich weltweit
geschätzt". Die Banden hätten für ihre Aktivitäten auch Computerserver von
Universitäten oder Krankenhäusern missbraucht, ohne dass deren Besitzer dies bemerkten.
AFP>
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Indonesien 18.10.2010: <Die Piraten im südchinesischen
Meer werden immer aggressiver> - vor Somalia werden die Pirater dank
EU-Patrouillen weniger
aus:
Tagesanzeiger
online;
18.10.2010;
http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/asien-und-ozeanien/Die-Piraten-im-suedchinesischen-Meer-werden-immer-aggressiver/story/19397745
<Die
Lage im südchinesischen Meer spitzt sich zu. Die Zahl der
Piratenangriffe vor Indonesien hat sich verdreifacht. In Somalia
dagegen scheinen die Patrouillen der EU-Mission zu wirken.
Das schreckt die Piraten ab: Portugiesische Soldaten kontrollieren vor Somalia ein verdächtiges Schiff.
Von
Januar bis September verdreifachte sich die Zahl der Attacken im
südchinesischen Meer auf nunmehr 30. Vor der indonesischen Küste stieg
die Zahl der Piratenangriffe im selben Zeitraum von sieben auf 26. Die
Zunahme der Angriffe sei auf eine Reduzierung der Patrouillen durch die
indonesische Marine zurückzuführen, sagte Noel Choong, Leiter des
malaysischen Büros.
Die Zahl der Attacken durch somalische
Piraten im Golf von Aden ist von 100 in den ersten neun Monaten 2009
auf 44 im gleichen Zeitraum dieses Jahres gefallen. Verantwortlich für
den Rückgang waren die Überwachung der Gewässer durch eine
internationale Marine-Flotte sowie die ungünstigen Wetterverhältnisse.
Nach dem Ende der Monsun-Zeit Mitte September könnte die Zahl der
Piratenangriffe nun jedoch wieder zunehmen, warnte die Organisation.
Frachter «MV Daisy» am Sonntag befreit
Wie
ein Sprecher der EU-Mission «Atalanta» am Montag mitteilte, ist der im
April vor der somalischen Küste entführte Frachter «MV Daisy» am
Sonntag freigegeben worden. Die Besatzung aus 21 philippinischen
Seeleuten sei in guter gesundheitlicher Verfassung. Über die Höhe des
Lösegelds machte der Sprecher keine Angaben.
Weltweit ist die
Zahl der Piratenangriffe auf Schiffe seit Anfang des Jahres leicht
zurück gegangen. Wie das Londoner International Maritime Bureau am
Montag mitteilte, sank die Zahl der Angriffe von 306 in den ersten neun
Monaten 2009 auf 289 im gleichen Zeitraum dieses Jahres. Während das
malaysische Büro der Organisation eine Zunahme der Attacken im
südchinesischen Meer beobachtet hat, gingen die Angriffe im Golf von
Aden zurück. (pbe/dapd)>
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Somalia-Küste 24.10.2010: Lösegelder für westliche
Gefangene machen Piraten reich - und so wird Piraterie für arme Fischer
attraktiv
Man / frau fragt sich, wie lange sich die Europäische Union und
"Amerika" noch von Piraten vor Somalia terrorisieren lassen. Das
Problem wird irgendwie bagatellisiert. Aber lesen Sie selbst:
aus: n-tv online: Panorama: Piraterie vor Somalia: Westliche Gefangene sind ein Volltreffer; 24.10.2010;
<Wieder halten Schiffsentführungen vor der Küste Ostafrikas Deutschland
in Atem. Für die Piraten sind Gefangene aus dem westlichen Ausland
besonders wertvoll - sie können auf hohe Lösegeldsummen hoffen.
Die jungen somalischen Fischer träumen vom schnellen Geld. Viele
haben ihre Netze gegen Kalaschnikow und Enterhaken eingetauscht und
sich einer der Piratenbanden angeschlossen. In Hobyo oder Haradhere,
bekannten Piratenhäfen in der halbautonomen somalischen Region
Puntland, hat die Jugend täglich vor Augen, dass eine erfolgreiche
Piratenkarriere Reichtum und Ansehen bringt. Teile der bisher
erpressten Lösegelder wurden in teure Geländewagen, Schmuck oder Häuser
gesteckt. Von diesen Dingen kann ein einfacher Fischer sein Leben lang
nur träumen.
Als Lottogewinn für Piraten gilt die Gefangennahme eines Schiffs mit
europäischen oder amerikanischen Seeleuten an Bord - wie etwa den
deutschen Kapitän des am Wochenende gekaperten Flüssiggastankers
"York". Auch die Piraten, die am Sonntag die zur Bremer Beluga-
Reederei gehörende "Beluga Fortune" in ihre Gewalt gebracht haben,
rechnen sich eine gute Verhandlungsposition aus. Anders als die
Seeleute von den Philippinen, aus Bangladesch oder der Ukraine erhalten
westliche Gefangene in der Regel reichlich Medien- Aufmerksamkeit, und
in den Heimatländern wird auf eine zügige Lösung gedrängt.
Millionengeschäft für Piraten
Das Foto zeigt den Frachter MS "Beluga Felicity" - das baugleiche
Schwesterschiff "Beluga Fortune" wurde - mit zwei deutschen
Staatsbürgern an Bord - entführt.
Die Regierung der Region Puntland fordert seit Jahren, den Piraten
kein Lösegeld zu zahlen und damit denjenigen, die auf eine kriminelle
Karriere auf See hoffen, den Wind aus den Segeln zu nehmen. Doch in der
Regel werden sich Piraten und Schiffseigner immer dann relativ zügig
einig über das Lösegeld, wenn entweder westliche Seeleute betroffen
sind oder der Wert der gekaperten Ladung besonders hoch ist.
"Die Piraterie ist ein Millionengeschäft, und die eigentlichen
Seeräuber sind da noch die kleinsten Fische", sagt Lieutenant Colonel
Per Klingvall, Sprecher der EU-Antipiratenmission "Atalanta".
Mittelsleute, die die Verhandlungen mit den Reedereien führen und
Hintermänner, die lohnende Beute auskundschaften, werden zwar nie mit
einer Waffe in der Hand gesichtet, profitieren aber ebenso von der
Seeräuberei.
Auch wenn ständig etwa 30 Kriegsschiffe im Golf von Aden im
internationalen Schifffahrtskorridor patrouillieren - ein Risiko
bleibt. Ralf Nagel, Hauptgeschäftsführer des Verbandes Deutscher
Reeder, spricht von einer täglichen Lebensbedrohung. "Seit mehr als
zwei Jahren sind im Durchschnitt ständig 400 Seeleute verschiedener
Nationen in der Gewalt von Geiselnehmern. Das wäre so, als wenn jedes
Jahr 20 Großflugzeuge von Luftpiraten entführt und zur Erpressung von
Lösegeld festgehalten würden", sagte Nagel, der am Sonntag erneut mehr
Einheiten von Marinesoldaten oder Bundespolizisten an Bord von
Handelsschiffen forderte.
Zunahme von Piratenangriffen erwartet
Nun, da sich die Monsunsaison dem Ende nähert, dürfte die Zahl der
erfolgreichen Piratenangriffe sogar wieder zunehmen. In den
vergangenen, stürmischen Monaten scheuten die Seeräuber die
küstenfernen Gebiete des Indischen Ozeans, wo sie sich sicher vor
internationalen Kriegsschiffen fühlen können.
Doch selbst wenn Piraten auf frischer Fahrt von "Atalanta"-
Seeleuten oder anderen Marinesoldaten geschnappt werden, können sie
sich inzwischen wieder sicher fühlen. Denn Kenia hat vor wenigen Wochen
das mit der EU und anderen Staaten geschlossene Justiz- Abkommen
beendet. Es führt damit keine Prozesse mehr gegen Piraten, die von
"Atalanta"-Schiffen gefangen wurden. Das Nachbarland Somalia hat solch
ein Abkommen erst gar nicht abgeschlossen.
Eva Krafczyk, dpa>
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Schiffli versäncke vor Somalias Küste 27.10.2010: NATO-Kriegsschiffe zerstören Piratenschiffe - Beispiele Dänemark und "USA"
aus: 20 minuten online: Somalia: Dänen versenken Piratenschiff; 27.10.2010;
<Ein
dänisches Kriegsschiff hat im Golf von Aden ein mutmassliches
Mutterschiff somalischer Piraten geentert. Anschliessend sprengte und
versenkte die dänische Marine das Schiff.
Die
«Esbern Snare» habe am Dienstag vor der Küste Somalias das verdächtige
Piratenschiff geentert und sechs Personen vorübergehend festgenommen.
Die Dänische Marine hat grosse Mengen von Waffen und Treibstoff
sichergestellt, sagte ein Sprecher am Mittwoch.
Die US-Navy zerstört ein mutmassliches Piratenschiff vor Djibouti (10. April 2010).
Die sechs Piraten seien nach ihrer Festnahme auf das somalische
Festland gebracht und dort freigelassen worden, teilte die dänische
Marineführung weiter mit. Um sie länger festzuhalten, habe es keine
rechtliche Grundlage gegeben, da sie keinen Verstoss gegen das Gesetz
begangen hätten.
Die sogenannten Piraten-Mutterschiffe sind in
der Regel Frachter, die kleine Schnellboote transportieren, mit denen
andere Schiffe angegriffen werden. Die «Esbern Snare» ist Teil der
NATO-Mission «Ocean Shield», die sich gegen die Übergriffe somalischer
Piraten im Golf von Aden richtet.
(sda)>
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Somalia 6.11.2010: 9 Millionen Dollar für Piraten statt Strafe
Es ist absolut unverständlich, wieso die Supermächte wie China oder EU
oder "USA" sich vor Somalia nach wie vor von Piraten terrorisieren
lassen. Aber lesen Sie selbst:
aus: n-tv online: Politik: Neun Millionen Dollar für einen Frachter - Piraten erhalten Rekordsumme; 6.11.2010;
http://www.n-tv.de/politik/Piraten-erhalten-Rekordsumme-article1873366.html
<Somalische Piraten haben für die Freilassung eines Frachters
nach eigenen Angaben ein Rekordlösegeld in Höhe von neun Millionen Dollar (rund
6,4 Millionen Euro) erhalten. Das unter der Flagge von Singapur fahrende Schiff
"Golden Blessing" sei am Samstagmorgen freigelassen worden, nachdem
seine Kollegen das Geld erhalten hätten, sagte der Pirat Abdi Yare in der somalischen Hafenstadt
Hobyo der Nachrichtenagentur AFP am Telefon. Das Geld sei aus einem
Hubschrauber abgeworfen worden und die Seeräuber hätten es unter sich
aufgeteilt.
Andere Piraten im Hafen von Hobyo, einem der wichtigsten Zufluchtsorte
der Seeräuber, bestätigten die Zahlung und die Höhe der Summe. Zuvor hatte das
chinesische Verkehrsministerium mitgeteilt, dass die "Golden Blessing"
bald freikommen werde. Einzelheiten wurden nicht genannt. Der Frachter mit 19
chinesischen Matrosen an Bord war im Juni vor der Küste Somalias entführt worden.
Er war auf dem Weg von Saudi-Arabien nach Indien.
Schwerbewaffnete Piraten in Schnellbooten setzen dem internationalen
Schiffsverkehr am Horn von Afrika heftig zu. Wochenlange Entführungen und hohe
Lösegelder sind keine Seltenheit. Für den Öltanker "Sirius Star"
waren im Januar 2009 unterschiedlichen Quellen zufolge zwischen drei und acht
Millionen Dollar gezahlt worden, für das Schiff "Maran Centaurus" im
Januar 2010 zwischen 5,5 und neun Millionen Dollar.
AFP>
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14.11.2010:
Englisches Paar war 388 Tage in den Händen von somalischen Piraten -
angeblich bis 1 Mio. Dollar Lösegeld - fast 500 Geiseln und 20 Schiffe
bleiben noch in somalischen Piratenhänden
Die Industriestaaten lassen sich weiter von den somalischen Piraten auf
der Nase herumtanzen. Der Schaden, den die Piraten anrichten, scheint
immer noch nicht gross genug. Wer aber mit einer Yacht vor Somalia
kreuzt wie das englische Ehepaar, ist wirklich selber Schuld.
Aber lesen sie selbst:
aus: Spiegel online: Nach 13 Monaten unter Piraten: Glücklich, noch am Leben zu sein;
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,729072,00.html
Sie sind abgemagert und stark
geschwächt, aber unendlich erleichtert: Zwei Briten konnten nach mehr
als einem Jahr in Gefangenschaft von somalischen Piraten freikommen.
Über das gezahlte Lösegeld gibt es widersprüchliche Angaben.
Nairobi - Nach 388 Tagen in der Hand somalischer Piraten ist ein
britisches Paar jetzt in Kenia in Sicherheit. Paul and Rachel Chandler
trafen am Sonntag zunächst in der somalischen Hauptstadt Mogadischu ein
und wurden dort von Ministerpräsident Mohamed Abdullahi Mohamed
empfangen. Er versicherte, seine Regierung habe alles Menschenmögliche
getan, um die beiden in ihre Heimat zurückzubringen. Gegen ein Lösegeld
waren die beiden am Sonntagmorgen freigekommen.
Sie seien ziemlich abgemagert, aber ansonsten gehe es ihnen gut, sagte
der 60 Jahre alte Paul Chandler dem Sender BBC. "Wir sind glücklich,
noch am Leben zu sein", sagte seine Frau Rachel laut einem Bericht des
"Independent" bei einer Pressekonferenz in Mogadischu. "Und wir sind so
froh, unter anständigen, normalen Menschen zu sein, unter Menschen aus
Somalia und der ganzen Welt, die keine Kriminellen sind. Denn wir haben
ein Jahr mit Kriminellen verbracht, und das ist kein besonders großes
Vergnügen."
Die Eheleute wurden am 23. Oktober 2009 vor Ostafrika von Bord
ihrer Yacht "Lynn Rival" verschleppt. Versuche unter anderem der
britischen Regierung, die Freilassung der beiden zu erreichen, blieben
lange Zeit erfolglos.
Die somalischen Behörden machten unterschiedliche Angaben zum
gezahlten Lösegeld. Bei einem gescheiterten Befreiungsversuch vor
einigen Monaten waren bereits 400.000 Dollar an die Piraten geflossen.
Die Summe war offenbar von Verwandten des Paares aufgebracht worden, da
die britische Regierung prinzipiell kein Lösegeld zahlt.
Nach Angaben von Stammesältesten erklärten sich die Piraten nun zur
Freilassung bereit, nachdem sie weitere 320.000 Dollar Lösegeld
erhalten hatten. In abweichenden Berichten ist von Zahlungen von bis zu
einer Million Dollar die Rede. Das Geld soll von Privatleuten sowie der
somalischen Regierung stammen. Das Außenministerium in London
kommentierte den Fall zunächst nicht.
Britisches Frühstück in Adado
Gegen 4 Uhr morgens kamen die beiden nach Angaben der somalischen
Regierung frei. In der Stadt Adado wurden sie zunächst in ein sicheres
Haus gebracht, konnten duschen und frische Kleidung anziehen. Nach
einer 90-minütigen Schlafpause sei ihnen ein "britisches" Frühstück mit
Rührei serviert worden.
Die Chandlers bestiegen dann ein Flugzeug, das sie nach Mogadischu
brachte. Von dort flogen sie weiter in die kenianische Hauptstadt
Nairobi, wo sie am Nachmittag landeten.
Ein somalischer Arzt, der das Paar auch in der Gefangenschaft
regelmäßig besuchte und auch an den Bemühungen zu ihrer Freilassung
beteiligt war, erklärte, die beiden bräuchten jetzt Behandlung durch
einen Spezialisten. "Sie brauchen eine Beratung und Ruhe, um sich von
diesen Umständen zu erholen, unter denen sie die letzten 13 Monate
gelebt haben", sagte der Arzt Abdi Mohamed Elmi. "Sie scheinen jetzt in
Ordnung zu sein und waren heute Morgen glücklich." Das Paar ist seit
fast 30 Jahren verheiratet und war vor vier Jahren frühzeitig in Rente
gegangen. Seitdem verbrachten sie etwa sechs Monate pro Jahr auf See.
Die Familie der Chandlers veröffentlichte ein Statement, in dem sie
somalischen und britischen Behörden für ihre Hilfe dankte. Rachel und
Paul seien guten Mutes, obwohl die Erfahrung sie extrem ermüdet und
ausgelaugt habe. Britische Freunde des Paares sagten der BBC: "Es ist
kaum vorstellbar, was sie durchgemacht haben. Das war eine schlimmere
Strafe, als die meisten Verbrecher ertragen müssen - wir werden so
glücklich sein, wenn wir sie wiedersehen."
Somalische Piraten haben auch nach der Freilassung des britischen
Paares noch fast 500 Geiseln und mehr als 20 Schiffe in ihrer Gewalt.
Sie verlangen üblicherweise Lösegeld in Millionenhöhe.
Seit Jahren machen somalische Piraten die Gewässer vor der Ostküste
Afrikas unsicher. Daran konnte auch ein internationaler Marine-Einsatz,
an dem sich auch Deutschland beteiligt, bislang kaum etwas ändern.
Dabei profitieren die Piraten von einem Machtvakuum in Somalia in Folge
eines seit Jahren tobenden Bürgerkriegs.
sto/dapd/Reuters/dpa>
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9.12.2010: Somalische Piraten kaperten ein Schiff voller
sowjetischer Panzer T72 für den "christlichen" Südsudan - und liessen
sich 3,2 Millionen US-Dollar auszahlen
aus: 20 minuten online: Wikileaks-Enthüllung: Piraten, Panzer und die "tickende Zeitbombe"; 9.12.2010;
http://www.20min.ch/news/dossier/wikileaks/story/Piraten--Panzer-und-die--tickende-Zeitbombe--15360919
<Vor
zwei Jahren kaperten somalische Piraten einen mit Panzern beladenen
Frachter. Dank Wikileaks weiss man nun, für wen die brisante Ladung
bestimmt war.
Als die somalischen Piraten am 25.
September 2008 den ukrainischen Frachter «Faina» enterten, erlebten sie
eine gehörige Überraschung: An Bord befanden sich 32 Kampfpanzer vom
sowjetischen Typ T-72, 150 Granatwerfer, sechs Fliegerabwehrkanonen und
Munition. Nach fast fünf Monaten und der Zahlung eines Lösegelds von
3,2 Millionen Dollar kam die «Faina» frei und erreichte am 12. Februar
2009 ihr Ziel, den Hafen Mombasa in Kenia.
Unklar blieb, für wen die Ladung bestimmt war. Die kenianische
Regierung behauptete, sie habe die Waffen in der Ukraine gekauft. Doch
dies schien wenig glaubwürdig, vielmehr wurde die Regionalregierung im
Südsudan, die von der ehemaligen Rebellenorganisation SPLA gebildet
wurde, als Empfängerin vermutet. Die SPLA im schwarzen, christlichen
Südsudan hatte während fast 50 Jahren einen blutigen Bürgerkrieg gegen
den arabisch-muslimischen Norden des Landes geführt, der erst 2005 mit
einem prekären Frieden endete.
Mehrere Waffenlieferungen
Die
von der Website Wikileaks veröffentlichten Dokumente von US-Diplomaten
zeigen nun: Der Verdacht war nicht nur berechtigt, es handelte sich
auch um die letzte von mehreren geheimen Waffenlieferungen an den
Südsudan. Als die «Faina» gekapert wurde, seien bereits 67 T-72-Panzer
geliefert worden, berichtet die «New York Times». Die Regierung von George W. Bush habe Bescheid gewusst und die Waffenkäufe toleriert.
Mit
dem Machtwechsel in Washington kam es auch zu einem Kurswechsel.
Vertreter der neuen Regierung Obama gaben in einer «geheimen»
Mitteilung an die US-Botschaft in Nairobi der Sorge Ausdruck, dass die
Waffenlieferungen einen «destabilisierenden Effekt» für die ganze
Region haben könnten. Sie drohten der kenianischen wie der ukrainischen
Regierung mit Sanktionen. Worüber die Kenianer entsprechend irritiert
waren. Präsident Mwai Kibaki sei «persönlich ausgesprochen verärgert»,
heisst es laut «Spiegel Online» in den Dokumenten.
Abstimmung am 9. Januar
Die
Enthüllung erfolgt zu einem heiklen Zeitpunkt, denn am 9. Januar wird
die Bevölkerung im Südsudan über die Unabhängigkeit vom Norden
abstimmen – eine Bedingung aus dem Friedensvertrag von 2005. Erwartet
wird ein klares Ja, weshalb sich sowohl die SPLA wie auch die
Zentralregierung in Khartoum für einen neuen Bürgerkrieg rüsten. Selbst
US-Aussenministerin Hillary Clinton sprach kürzlich von einer
«tickenden Zeitbombe».
Die von der «Faina» geladenen Panzer
befinden sich offenbar immer noch in Kenia. Ob sie nach der Abstimmung
in den Südsudan geliefert werden, ist unklar, das US-Aussenministerium
wollte gegenüber der «New York Times» dazu nicht Stellung nehmen.
Allerdings wurden die Sanktionsdrohungen gegen Kenia und die Ukraine
aufgehoben. Ein demokratischer US-Abgeordneter klagte, die Regierung
Obama habe «keine klare Doktrin gegenüber dem Sudan».
(pbl)>
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7.1.2011: Piraten beeinträchtigen die Meteorologen: Die
Schiffe senden Daten nur verzögert oder gar keine Daten mehr, um den
Piraten keine Positionen zu liefern
aus: 20 minuten online: Gefahr auf hoher See: Piraten - die neuen Feinde der Meteorologen; 7.1.2011;
http://www.20min.ch/news/dossier/piraten/story/29356107
<von Antonio Fumagalli
- Weil moderne Seeräuber die Weltmeere unsicher machen, können
Wetterdaten nicht mehr überall erfasst werden. Dies hat Auswirkungen –
auch in der Schweiz.
Diese
mutmasslichen Piraten konnten von britischen Soldaten gestellt werden.
Oft gelingen die Überfälle aber - mit Auswirkungen, die sogar die
meteorologische Forschung betreffen.
Es
gibt Abschnitte auf hoher See, die auch der abgebrühteste Kapitän nur
mit einem mulmigen Gefühl durchfährt. Der Golf von Aden zwischen dem
Horn von Afrika und der arabischen Halbinsel gilt als solche
Hoch-Risiko-Passage, ähnlich gefährlich ist die Strasse von Malakka in
Südostasien. Erst Anfang dieser Woche haben somalische Piraten vor der
omanischen Küste ein algerisches Schiff gekapert, insgesamt befinden
sich derzeit mindestens 28 Schiffe und 654 Geiseln in deren Gewalt.
Doch Besatzungsmitglieder und Schiffsbesitzer sind nicht die
einzigen Opfer der Seeräuber. Auch Meteorologen und Ozeanographen sind
direkt von den Machenschaften der Piraten betroffen. Denn: Jedes
grössere Schiff, das ins offene Meer sticht, übermittelt neben seinen
Koordinaten auch meteorologische Messwerte wie Windgeschwindigkeit,
Luftdruck und Temperatur, welche von den Experten dann wiederum für
Prognosen verwendet werden.
Brisant: Diese Daten können ohne weiteres im Internet – beispielsweise bei der amerikanischen Wetter- und Ozeanographiebehörde – eingesehen werden. «Sailwx.info» stellt die exakten Schiffspositionen gar auf einer Weltkarte dar.
Kein Wunder hielten Elizabeth Kent und Peter K. Taylor vom englischen
Ozeanographiecenter in einer wissenschaftlichen Arbeit von 2006 fest:
«Mit der erhöhten Angst vor Piraterie sehen die Reeder die Übermittlung
von Positionsinformationen immer häufiger als erhöhtes
Gefahrenpotenzial.»
Fette Beute dank präziser Kennung
Die
Piraten hatten also einfaches Spiel, insbesondere, da sie dank den
Funk-Rufzeichen – einer Art Autokennzeichen für Schiffe – sogar
erkennen konnten, woher der Tanker stammte und wohin er steuerte.
Sprich: Wie gross die Wahrscheinlichkeit war, eine fette Beute
einzuheimsen. Diesem zusätzlichen Risiko wollten sich die Kapitäne
nicht länger aussetzen und machten Druck auf die nationalen
Wetterbehörden. Auf öffentlich zugänglichen Seiten ist seither nur noch
das unverfängliche Rufzeichen «ship» vermerkt, die US-Behörden
deklarieren den Schritt offiziell mit «security reasons».
Hal
Mueller, Betreiber der Ortungsseite «Sailwx.info», ging sogar noch
einen Schritt weiter: Seit sich die Piratenangriffe häuften,
veröffentlicht er die Schiffsdaten in gewissen Regionen entweder gar
nicht mehr oder nur noch mit Zeitverzögerung. «Ich respektiere damit
den klaren Wunsch von Schiffsbetreibern», schreibt Mueller auf Anfrage.
Beeinträchtigung für Mittelfrist-Vorhersage
Für die
Schifffahrt ist das grösste Sicherheitsrisiko damit gebannt. Die
Wetterforscher stehen allerdings vor einem Problem: «Weil mit den
meteorologischen Daten auch die Position des Schiffs gesendet wird,
stoppen viele Kapitäne bei der Fahrt durch Hoch-Risiko-Gebiete die
Übermittlung oder senden die Werte erst mit einigen Tagen Verspätung»,
sagt Ozeanograph Shawn Smith von der Florida State University gegenüber
20 Minuten Online. Dies führe zu künstlichen Datenlöchern bei den
Meteodaten: «Für die Früherkennung der indischen Monsune ist die
Erfassung der Winde über dem Golf von Aden entscheidend. Theoretisch
kann es sein, dass die Vorhersage durch die Piraterie beeinträchtigt
wird», so Smith.
Man muss aber nicht nach Indien reisen, um vom
Phänomen der Datenausfälle betroffen zu sein – auch für die Schweiz ist
das Piraterieproblem durchaus von Relevanz: «Auf unsere
Kurzfristwettervorhersage hat es keinen Einfluss. Fehlende Werte können
aber bereits die Prognose über vier, fünf Tage verschlechtern», sagt
Meteorologe Alex Rubli von MeteoSchweiz. Die Wettermodelle würden einen
regionalen Fehler in einer Art Kettenreaktion auf andere Gebiete
weiterleiten, was dann zu Ungenauigkeiten führe. In globaler Hinsicht
dürfe man die Beeinträchtigung allerdings nicht überbewerten: «Die
Gefahrengebiete sind verhältnismässig klein. Zudem hat die
Satellitentechnik in den letzten Jahren grosse Fortschritte gemacht.
Dies schwächt das Piraterieproblem etwas ab», so Rubli.
Gekidnappte Wetterbojen
Neben
den Wetterdaten von Hochseeschiffen gibt es eine zweite Datenquelle auf
hoher See: Wetterbojen. Und auch diese bereiten den Meteorologen
Kopfschmerzen: «Es gibt zwei Hauptprobleme: Erstens will in den von
Piraterie bedrohten Regionen keine Schiffsbesatzung die Bojen aussetzen
und warten. Zweitens werden bereits ausgesetzte Bojen immer wieder
zerstört», sagt Eric Lindstrom, Klimaexperte bei der NASA in
Washington. Dies geschehe weniger aus Mutwilligkeit, sondern aufgrund
wirtschaftlicher Überlegungen: «Rund um eine Boje bildet sich ein Art
Mini-Ökosystem, das Fische anzieht. Und Fische ziehen Fischer an, die
ihre Schiffe dann an den heiklen Messgeräten befestigen», so Lindstrom.
Einmal sei aber auch eine E-Mail mit folgendem Inhalt eingetroffen:
«Hallo. Ich habe eine von euren Bojen und bin bereit, sie
zurückzugeben. Wie viel seid ihr zu zahlen bereit?»>
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Indischer
Ozean 9.2.2011: Piraterie weitet sich auf zentrale Seewege aus - die
somalischen Piraten organisieren "Mutterschiffe" mit Angriffen bis zu
1600 km von der Küste entfernt
aus: Spiegel online: Entführter Supertanker: Reeder sehen zentrale Seewege gefährdet; 9.2.2011;
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,744593,00.html
<REUTERS/ Enesel
Tanker "Irene SL": 270.000 Tonnen Rohöl geladen
Die Entführung der "Irene SL" im
Indischen Ozean alarmiert Reedereien. Der Supertanker hat Öl im Wert
von 200 Millionen Dollar geladen, rund ein Fünftel des täglichen
Imports der USA. Schiffsbesitzer sehen in dem Angriff eine neue
Qualität der Piraterie.
London - Die
Entführung eines griechischen Supertankers
markiert nach Ansicht der Tankschifffahrts-Vereinigung Intertanko eine
signifikante Veränderung des Piratenproblems im Indischen Ozean. Diese
"Krise" könne die zentralen Schifffahrtswege gefährden, teilte die
Vereinigung an diesem Mittwoch in London mit.
Bewaffnete Piraten hatten die "Irene SL" 360 Kilometer vor der Küste
Omans in ihre Gewalt gebracht. Der 333-Meter-Supertanker mit 25
Besatzungsmitgliedern hat Rohöl im Wert von etwa 200 Millionen Dollar
an Bord. Er war auf dem Weg in den Golf von Mexiko. Die griechische
Reederei Enesel teilte mit, derzeit gebe es keinen Kontakt mit dem
Schiff. Wohin der Tanker nun steuert, ist unklar.
Laut Intertanko hat die "Irene SL" zwei Millionen Barrel Öl
(270.265 Tonnen) geladen. Das sind etwa 20 Prozent des täglichen
Rohölimports der USA.
"Die Piraterie-Situation gerät im gesamten Indischen Ozean außer
Kontrolle", sagte Joe Angelo von Intertanko der Nachrichtenagentur
Reuters. Wenn Piraterie im Indischen Ozean ungehindert weitergehe,
werde der Ölnachschub in die USA und den Rest der Welt erheblich
gestört.
Der Schifffahrtsindustrie zufolge passieren mehr als 40 Prozent der
weltweiten Öltransporte zu Wasser den Golf von Aden und den Indischen
Ozean. Dort besteht große Gefahr der Angriffe von Piraten, die
zunehmend gut ausgestattet sind. Eine Sprecherin der internationalen
Anti-Piraterie-Taskforce sagte, dass Piraten Mutterschiffe nutzen und
manche Angriffe bis zu 1600 Kilometer von der somalischen Küste
entfernt stattfinden.
Tanker für Piraten besonders attraktiv
Die Piraten verdienen durch Lösegelder Millionen Dollar. Tankschiffe
sind für sie wegen des Öls an Bord besonders lukrativ. Trotz erhöhter
Präsenz schaffen es die Seestreitkräfte mehrerer Länder nicht, die
Angriffe zu unterbinden - die Distanzen sind einfach zu groß.
Trotz eines internationalen Marineeinsatzes gegen Piraterie am Horn von
Afrika sind in den vergangenen Monaten wieder zahlreiche Schiffe
gekapert worden. So hatten somalische Piraten erst am Dienstag einen italienischen Öltanker im Indischen Ozean in ihre Gewalt gebracht.
Vor zwei Wochen kaperten Piraten die "Beluga Nomination"
einer deutschen Reederei und verschleppten das Schiff vor die
somalische Küste. Ende Dezember war ein deutscher Chemietanker nach
fast acht Monaten in der Gewalt von Piraten freigekommen - gegen ein
Lösegeld von 5,5 Millionen Dollar.
Nach Angaben des Außenministeriums in Seoul wurde ein
südkoreanisches Schiff mit insgesamt 43 Besatzungsmitgliedern am
Mittwoch von Piraten freigelassen. Die "Keummi 305" fuhr von Somalia
aus in Richtung internationaler Gewässer. Das Schiff wurde vor vier
Monaten vor der kenianischen Insel Lamu entführt. Über eine mögliche
Lösegeldzahlung wurde zunächst nichts bekannt.
ulz/dpa/Reuters/AP>
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23.2.2011: "Neue Regeln": Nun werden Besatzungen erschossen
aus: Spiegel online: Ermordete Segler: "Die Piraten agieren immer brutaler"; 23.2.2011;
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,747348,00.html
<Von
Simone Utler
Die Piraterie im Indischen Ozean
hat eine neue Eskalationsstufe erreicht: Seeräuber haben auf einer
Segelyacht vier US-Amerikaner erschossen. Die EU sieht neue
Machtstrukturen als Ursache für den Mord, Piraten sprechen von "neuen
Regeln". Deutsche Reeder sind alarmiert.
Hamburg - Am Freitag hatten Seeräuber die 48-Fuß-Yacht "Quest" im
Indischen Ozean gekapert. Die US-Marine schickte umgehend vier
Kriegsschiffe, mit den Kidnappern wurde über Lösegeld verhandelt, erst
über Funk, dann kamen den Militärs zufolge zwei der Piraten sogar zu
Verhandlungen an Bord.
Doch
am Dienstagmorgen eskalierte die Situation.
Völlig unerwartet, mitten in den Verhandlungen, sei von der Yacht eine
Granate abgefeuert worden, gefolgt von Schusssalven. So schildert es
die US-Navy. Der BBC zufolge sprachen Piraten von einem ersten Angriff
der amerikanischen Marine, wobei zwei Seeräuber getötet worden sein und
die anderen erst dann auf die Geiseln geschossen hätten.
Spezialeinheiten der US-Marine stürmten das Segelschiff, einige der
Piraten kamen mit erhobenen Händen an Deck. Doch da waren die vier
Geiseln schon schwer verletzt, sie starben wenig später.
Der Angriff auf die "Quest" ist ein weiterer Beleg für eine beängstigende Entwicklung der
Piraterie im Indischen Ozean:
Die Piraten gehen immer aggressiver vor. Seit langem verwenden sie
Granatwerfer, Maschinengewehre und Messer bei ihren Angriffen - bislang
aber achteten sie auf ihr teuerstes Pfand, die Geiseln.
"Die Piraten agieren immer brutaler, sie setzen verstärkt auf
Gewalt", sagte der Sprecher der European Naval Force (EU Navfor), Paddy
O'Kennedy, SPIEGEL ONLINE. Geiseln würden insgesamt schlechter
behandelt und zunehmend systematisch gefoltert. "Damit wollen sie
anscheinend den Druck auf die Reeder erhöhen, um schneller und mehr
Lösegeld zu erhalten", so der EU-Experte.
Zahl der Geiseln seit 2007 vervierfacht
Im Indischen Ozean vor Somalia liegen die gefährlichsten Wasserwege
der Welt: Dem Internationalen Schifffahrtsbüro (IMB) zufolge ereigneten
sich dort im vergangenen Jahr rund 90 Prozent aller weltweit
registrierten Piratenüberfälle. Demnach wurden 2010 vor der somalischen
Küste 49 Schiffe gekapert und 1016 Seeleute verschleppt.
Entführungen sind zu einem lukrativen Geschäft geworden: Die Zahl
der Geiselnahmen ist dem Verband der Deutschen Reeder zufolge seit 2007
dramatisch gestiegen. Während damals knapp 300 Seefahrer in der Gewalt
von Piraten waren, waren es 2010 fast 1200. Das entspricht einer
Zunahme um das Vierfache. Die Zahl der Geiselnahmen pro Jahr ist von 18
auf 53 gestiegen.
Die "Quest" war zum Zeitpunkt der Entführung südlich des Oman
unterwegs, in einem durchaus als gefährlich geltenden Gebiet. An Bord
war ein Ehepaar aus Kalifornien, das seit Dezember 2004 rund um die
Welt segelte. Scott und Jean A. waren Prediger, die Bibeln an Schulen
und Kirchen in abgelegenen Orten auf den Fidschi-Inseln, in Alaska,
Neuseeland, Mittelamerika und Französisch Polynesien verteilten. Bei
den beiden anderen getöteten Geiseln handelte es sich um ein
befreundetes Paar aus Seattle. Die Yacht-Eigner galten als erfahrene
Segler - und Abenteurer.
Den Militärangaben zufolge waren insgesamt 19 Seeräuber an dem
Überfall beteiligt. Zwei Piraten starben während der Feuergefechte, 15
wurden gefangen genommen. Zudem seien die Leichen zweier weiterer
Piraten auf der Yacht entdeckt worden, die nach ersten Erkenntnissen
bereits geraume Zeit tot waren. Die Todesursache der Männer war
zunächst nicht bekannt.
Geiseln zu töten "ist nun Teil unserer Regeln"
Kam es zu einer Meinungsverschiedenheit zwischen den Piraten an
Bord? Eskalierte die Situation? Oder wollten die Seeräuber mit der
Ermordung der Geiseln ein Zeichen setzen?
Nach Informationen von AP wollen die Piraten künftig generell eine
härtere Gangart einschlagen. Geiseln zu töten "ist nun Teil unserer
Regeln", zitierte die Nachrichtenagentur einen Somalier, der sich Muse
Abdi nennt. "Künftig wird jeder, der versucht, Geiseln aus unseren
Händen zu befreien, nur noch Leichen einsammeln", so Abdi. Es werde nie
wieder vorkommen, dass Geiseln gerettet und Piraten ins Gefängnis
gesteckt würden.
Vor rund einer Woche war in New York ein somalischer Pirat zu 33 Jahren Haft verurteilt worden. Der Mann war an der
Entführung der "Maersk Alabama" 2009
beteiligt gewesen. Damals hatten Scharfschützen drei weitere Piraten
getötet, die mit dem entführten Kapitän des Frachters zu entkommen
versuchten. Ein Pirat, der sich Bile Hussein nennt, sagte der AP, wenn
die USA Lösungen und Sicherheit für ihre Bürger auf den Ozeanen
wollten, müssten sie inhaftierte Somalier freilassen.
EU-Sprecher O'Kennedy sieht eine Ursache für die zunehmende Gewalt
darin, dass die Angriffe nicht mehr von jungen, ungebildeten Fischern
spontan durchgeführt würden: "Es scheint immer mehr organisierte
kriminelle Banden im Hintergrund zu geben." Auf die zunehmende Gewalt
müsse die Schifffahrtsindustrie mit probaten Mitteln zur
Selbstverteidigung reagieren, wie Stacheldraht, besserem Ausguck,
Schutzräumen und Manövern. Eine Bewaffnung sei jedoch keine Lösung.
Auch der Verband Deutscher Reeder (VDR) sieht eine neue Qualität der
Bedrohung - spätestens seit der Entführung der "Beluga Nomination". Die
Sicherheit, dass die Geiseln lebend freigelassen würden, gebe es nicht
mehr. "Die Lebensbedrohung für die Seeleute hat zugenommen", sagte
Hauptgeschäftsführer Ralf Nagel SPIEGEL ONLINE. Aber es werde sicher
dabei bleiben, dass die Piraten weiter auf Geiseln als Einnahmequelle
abzielten.
Die "Beluga Nomination" mit ihren zwölf Besatzungsmitgliedern aus der Ukraine, Russland, Polen und den Philippinen
war Ende Januar von somalischen Piraten im Indischen Ozean gekapert worden.
Das Schiff liegt nach Angaben der Bremer Reederei vor der Küste
Somalias, man habe Kontakt zur Crew und den Entführern, so eine
Sprecherin am Mittwoch. Bei der Attacke der Piraten waren mehrere
Besatzungsmitglieder getötet worden.
Der Reederverband präsentierte am Mittwoch im Verkehrsausschuss des
Bundestags Vorschläge für einen besseren Schutz der Schifffahrt. Zum
einen müsse die Schutzzone ausgeweitet werden. Die Sicherung des
Korridors am Golf von Aden durch Flottenverbände von Nato und EU sei
erfolgreich, decke aber nur rund zehn Prozent des gefährdeten Gebiets
ab, so Nagel. Zum anderen sollten auf besonders bedrohten
Handelsschiffen bewaffnete Sicherheitskräfte eingesetzt werden - die
aber unbedingt unter staatlicher Hoheit stehen müssten.
mit Material von AP>

22.2.2011: <Somalia: Piraten töten vier Amerikaner>
Diese Aktion muss im Zusammenhang mit dem Irak-Krieg und
Afghanistan-Krieg gesehen werden, wo die Amerikaner laufend schludlose
Kinder und Frauen und Alte töten. Das wird aber im Artikel nicht
erwähnt, sondern die "amerikanische" Kriegsregierung kann nun wieder
"Solidarität" von den NATO-Verbündeten einfordern. Aber lesen Sie selbst:
aus: 20 minuten online; 22.2.2011; http://www.20min.ch/news/dossier/piraten/story/Piraten-toeten-vier-Amerikaner-14992320
<Sie
waren auf Weltreise und wurden vor der Küste Omans von somalischen
Piraten entführt. Nun wurden die vier Geiseln von den Seeräubern
erschossen.
Phyllis
Macay (links) und Bob Riggle (Aufnahme von 2005) sind zwei der vier
Amerikaner, die von somalischen Piraten ermordet wurden.
Auf
der von Piraten im Indischen Ozean entführten US-Segeljacht «Quest» hat
sich eine Tragödie abgespielt: Wenige Tage nach der Entführung der vier
US-Bürger an Bord töteten somalische Piraten am Dienstag alle Geiseln.
Kurz vor einem Befreiungsversuch der US-Marine am Morgen seien auf dem
gekaperten Schiff «Quest» Schüsse gefallen, die von den US-Soldaten
erwidert worden seien, teilte das Verteidigungsministerium in
Washington mit.
Als die US-Soldaten die Jacht stürmten, hätten sie feststellen
müssen, dass die vier Geiseln tot waren. Die Soldaten töteten zwei
Piraten und nahmen 13 weitere fest; auf dem Schiff fanden sie zwei
weitere tote Piraten.
Vor dem missglückten Rettungsversuch waren
Verhandlungen über die Freilassung der Geiseln geführt worden. Das
Weisse Haus teilte mit, Präsident Barack Obama habe am Samstag dem
Einsatz von Gewalt zur Beendigung des Geiseldramas zugestimmt, sofern
«eine unmittelbare Gefahr» für die Segler bestehe.
Aussenminsterin
Hillary Clinton sagte, die «schreckliche Tat» zeige deutlich, dass die
internationale Gemeinschaft noch stärker gegen die Gefahr der Piraterie
am Horn von Afrika vorgehen müsse.
Opfer waren auf Weltreise
Die
«Quest» war am Freitag rund 450 Kilometer vor der Küste Omans entführt
und seither von der US-Marine verfolgt worden. Sie gehörte dem
US-Rentnerehepaar Jean und Scott Adam, das seit sieben Jahren um die
Welt segelte. Gemäss einem Eintrag von Dezember auf ihrer Internetseite
wollten sie nach Cochin in Indien als nächstes den Hafen Salalah in
Oman ansteuern. Über die beiden US-Bürger, die sich zusammen mit dem
Ehepaar Adam auf der Jacht aufhielten, wurde nichts bekannt.
Nach
Angaben von Ecoterra International, einer Organisation zur Überwachung
der Piraterie, befinden sich derzeit rund 40 Schiffe mit 800 Seeleuten
in der Gewalt somalischer Piraten. Dabei handle es sich vorwiegend um
Frachter, doch seien in der Vergangenheit auch wiederholt private
Jachten entführt worden. Die Piraten versuchen in beiden Fällen,
Lösegeld zu erpressen.
(sda)>
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Lima: <Veinte piratas asaltaron buque japonés en el Callao>
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Lima 20 Piraten greifen japanisches Schiff in Callao an
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http://www.cronicaviva.com.pe/index.php/crimen/52-crimen/14620-veinte-piratas-asaltaron-buque-japones-en-el-callao-video
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Domingo, 06 de Marzo de 2011 01:32
La
embarcación japonesa “Kenyo-Maru II’”, anclada a tres millas del puerto
del Callao, fue asaltada por unos 20 delincuentes, quienes
sorprendieron y redujeron a los 30 tripulantes, en horas de la
madrugada, confirmó la Capitanía de Puertos.
El comandante AP José Chávez Campodónico, señaló que los maleantes
irrumpieron en la nave entre la 1 y 4 de la madrugada, para llevarse
equipos de comunicación, material de desarme y objetos personales de
los ocupantes de la embarcación, que no pudo mandar alertas porque sus
equipos de comunicación fueron desconectados.
Señaló que esta sería la tercera ocasión en que esa banda comete sus fechorías mar adentro. (ECHA) |
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6.3.2011
Das japanische Schiff "Kenyo-Maru II", das 3 Meilen vor dem Hafen von
Callao ankerte, wurde von ungefähr 20 Kriminellen angegriffen, die die
30 Mann Besatzung im Morgengrauen überraschten, so die Angabe der
Hafenleitung.
Der Kommandant AP José Chávez Campodónico gab an, dass die Kriminellen
zwischen ein und vier Uhr in der Nacht in das Schiff eingedrungen sind,
um die Kommunikationsaursüstung, Ausrüstungen und persönliche
Gegenstände der Besatzung zu entwenden. Einen Alarm zu senden, war
nicht möglich, weil die Kommunikationssysteme abgehängt waren.
Er sagte, dass dies der dritte Raub dieser Bande gewesen sei. (ECHA)
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Somalia 28.3.2011: Mit Bazookas gegen Öltanker
aus: Spiegel online: Piraten feuern mit Bazookas auf Öltanker; 28.3.2011;
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,753697,00.html
Auf
dem Weg vom Sudan nach Singapur ist ein Tanker von Piraten unter
Beschuss genommen und entführt worden. An Bord befinden sich 29
Besatzungsmitglieder.
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Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie
angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum
Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
Mogadischu - Mit Panzerabwehrraketen und Handfeuerwaffen
attackierten Seeräuber am Montagmorgen den Tanker einer in Kuwait
ansässigen Reederei. Wie die EU-Anti-Piraten-Mission "Atalanta"
mitteilte, wurde das unter der Flagge der Vereinigten Arabischen
Emirate fahrende Schiff von zwei Booten aus angegriffen.
Im östlichen Teil des Golfs von Aden, rund 250 Seemeilen südöstlich von
Salala, ging die "MV Zirku" den Piraten ins Netz, hieß es auf der
Website der EU Navfor. Es war zunächst nicht klar, ob das Schiff
beladen war oder nicht.
Die Besatzung besteht den Meldungen zufolge aus 17 Pakistanern,
einem Iraker, einem Philippiner, einem Inder, drei Jordaniern, drei
Ägyptern, einem Kroaten und zwei Ukrainern. Über ihr Schicksal ist
bisher nichts bekannt.
Immer wieder entführen Piraten vor Somalia bis hinunter nach
Madagaskar Schiffe, um mit hohen Lösegeldforderungen Kasse zu machen.
Erst im vergangenen Monat war ein US-Supertanker mit einer Ladung im
Wert von 200 Millionen Dollar entführt worden.
ala/Reuters/AFP>
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6.8.2011: Die Piraterie wird immer schlimmer: <"Immer brutaler, effektiver" - Kapitäne erwarten Piratenangriffe>
aus: n-tv online; 6.8.2011;
http://www.n-tv.de/politik/Kapitaene-erwarten-Piratenangriffe-article3992546.html
<Der Generalsekretär der Internationalen Schifffahrtskammer warnt vor
brutalen Angriffen von Piraten im Golf von Aden. Seit 2005 seien etwa
60 Seeleute ums Leben gekommen. Die Bundeswehr kündigt
Vorsichtsmaßnahmen an und verstärkt die Marine am Horn von Afrika mit
mehreren Schiffen.
Die internationale Schifffahrt sieht sich von einer neuen
Angriffswelle brutaler Piraten bedroht. Nach dem Abflauen der
gegenwärtigen Monsunwinde sei mit verstärkten Attacken im Golf von Aden
zu rechnen, sagte Peter Hinchliffe, der Generalsekretär der
Internationalen Schifffahrtskammer (ICS). "Die Piraten werden immer
brutaler, die Angriffe effektiver, die geforderten Summen höher",
erklärte er. Wegen zahlreicher rechtlicher Unklarheiten beim Kampf
gegen die Piraterie sei es sinnvoll, einen internationalen Gerichtshof
unter dem Dach der UN einzurichten, der speziell für Piraten zuständig
wäre. "Das ist nicht unbezahlbar, aber der politische Wille ist nicht
ausgeprägt."
Deutschland verstärkt Präsenz
Indes hält die Bundesregierung die Verstärkung der Militärmission
gegen Piraten am Horn von Afrika für notwendig.
Verteidigungs-Staatssekretär Rüdiger Wolf verwies auch auf ein höheres
Engagement des Welternährungsprogramms, dessen Transporte die
Marineeinheiten vorrangig schützen sollen. Experten äußerten sich
skeptisch zum Einsatz privater Sicherheitsdienste.
Wolf sagte, es habe im ersten Halbjahr 2011 bereits rund 160
Angriffe von Piraten auf Handelsschiffe gegeben im Vergleich zu
insgesamt 230 Attacken in den Jahren 2009 und 2010. Die Bundeswehr
hatte zuvor mitgeteilt, die Deutsche Marine werde ab Anfang September
die EU-geführte Anti-Piraten-Operation "Atalanta" mit einer zweiten
deutschen Fregatte verstärken. Das Schiff "Köln" werde Ende August aus
Wilhelmshaven auslaufen, um zusammen mit der Fregatte "Bayern" an der
Abwehr von Piratenangriffen teilzunehmen. Zu dem "Atalanta"-Verband
gehören zudem Schiffe aus Spanien, Portugal und Griechenland sowie
Flugzeuge zur Seefernaufklärung.
60 tote Seeleute
ICS-Generalsekretär Hinchliffe lobte einerseits die Aktivitäten vor
allem der europäischen Staaten zur Bekämpfung der Piraten durch
militärischen Schutz. Andererseits hätten bislang alle Maßnahmen nicht
ausgereicht, um die Piraterie zurückzudrängen, weder die passiven
Schutzvorrichtungen auf den Schiffen noch die Kriegsschiffe der
Staaten. Angesichts vieler Krisen in der Welt, etwa in Libyen, habe das
Piraterie-Thema bei vielen Regierungen keine hohe Priorität. "Als ab
2005 die Zahl der Überfälle stark anstieg, war es sehr mühsam für uns,
überhaupt Gehör zu finden", sagte Hinchliffe. Seitdem seien rund 60
Seeleute im Zusammenhang mit Piraterie ums Leben gekommen, hunderte
hätten monatelang unter schwierigsten Bedingungen als Geiseln gelebt.
Notwendig sei es, die Mutterschiffe der Piraten anzugreifen und sie
vom offenen Meer zurück an die Küsten zu drängen. "Das ist ein
kriminelles Geschäft, das wir so in der Geschichte noch nicht erlebt
haben", sagte der Chef der Schifffahrtskammer. In der sind über
nationale Verbände rund 80 Prozent der Welt-Handelstonnage organisiert.
dpa/AFP>
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17.8.2011: Deutschland will gegen Piraten schwerbewaffnete Sicherheitsfirmen einsetzen
aus: Spiegel online: Kampf gegen Piraten: Schwerbewaffnete Söldner sollen deutsche Schiffe schützen; 17.8.2011;
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,780816,00.html
<Von Matthias Gebauer
Somalische Seeräuber gefährden
den Welthandel - die Bundesregierung arbeitet deshalb an einem neuen
Konzept für den Schutz deutscher Schiffe: Einsätze privater
Sicherheitsfirmen sollen erleichtert werden, auch mit schweren Waffen.
Berlin - Im jahrelangen Streit um den besseren Schutz deutscher
Handelsschiffe vor Piraten deutet sich eine Lösung an. Die Koalition
peilt für den Herbst ein Gesetz an, das den Einsatz privater
Sicherheitsfirmen zur Abwehr der vor allem am Horn von Afrika
marodierenden Banden ermöglichen soll. Das war aus Regierungskreisen in
Berlin zu erfahren. Eine Bewachung der Schiffe durch die
Bundespolizisten oder die Bundeswehr hält die Regierung dagegen weiterhin für nicht machbar.
Zurückgewiesen wurden an diesem Mittwoch weitgehende Aussagen des Unions-Sicherheitsexperten
Hans-Peter Uhl.
Der CSU-Politiker hatte in einem Interview gesagt, die Koalition werde
bereits zügig nach der Sommerpause einen Gesetzentwurf vorlegen, der
den Einsatz privater Sicherheitsfirmen auf deutschen Schiffen
ermögliche. Der Bund wolle gleichzeitig die Zuverlässigkeit der
eingesetzten Firmen prüfen. Aus der Koalition heißt es dazu nun, die
Aussagen seien voreilig. Zwar gebe es Beratungen, die in diese Richtung
gingen. Eine Einigung gebe es aber bis jetzt noch nicht.
Der federführende Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium,
Hans-Joachim Otto
(FDP), bestätigte aber den Tenor der Beratungen. "Die Tendenz geht
weltweit dahin, sich gemeinsam für private Sicherheitskräfte zu
öffnen", sagte der Koordinator der Bundesregierung für die maritime
Wirtschaft. Eine abschließende Entscheidung sei zwar noch nicht
gefallen, die "Ampeln" dafür seien "von Rot auf Gelb gestellt, aber
noch nicht auf Grün". Aus Koalitionskreisen hieß es, man sei
zuversichtlich, rasch eine Regelung zu finden.
Änderung im Waffenrecht
Bereits vor Monaten hatte die Bundesregierung eine Kommission aus
Experten mehrerer Ministerien gebildet, die intensiv mit den deutschen
Reedern verhandelt. Seit Jahren verlangen die Reeder einen besseren
Schutz deutscher Schiffe, lange schwebte ihnen die temporäre
Stationierung von Soldaten oder Polizisten auf den Tankern und
Containerschiffen vor. Den Einsatz privater Sicherheitsfirmen lehnten
die Reeder lange ab, da sie die Kosten für Söldner auf den Schiffen
scheuten. Zudem wären diese nicht befugt, schwere Waffen an Bord zu
bringen.
Genau an diesem Punkt will die Koalition nun ansetzen. Im Gespräch sind
neue Regelungen im Waffenrecht, die den Einsatz von Sicherheitsfirmen
mit schweren Waffen ermöglichen soll. Da die weltweit agierenden
Agenturen - etwa die Nachfolgerfirma des skandalumwitterten
US-Unternehmens Blackwater oder die Firma Dyncorps - jedoch
undurchschaubar und schwer kontrollierbar sind, will die
Bundesregierung bei der Auswahl der Firmen ein Mitspracherecht haben.
Angedacht ist eine Überprüfung geeigneter Firmen durch die Bundespolizei.
Enorme Konkurrenz und harter Preiskampf
Das Piratenproblem hält die Reeder nicht nur in Deutschland seit
Jahren in Atem. Auch wenn in den vergangenen Monaten eher wenig über
Seeräuber zu lesen war, machen diese weiterhin die internationalen Seewege unsicher.
Sie entern Schiffe und
erpressen Lösegeld in Millionenhöhe
. Dutzende Frachter samt Besatzung befinden sich weiterhin in der Hand
von Piraten, die meisten davon vor der somalischen Küste.
Ob sich die Reeder bei einer gesetzlichen Lösung umgehend für einen
besseren Schutz ihrer Schiffe durch private Sicherheitsfirmen
entscheiden, bleibt abzuwarten. In der internationalen
Seetransportbranche herrscht großer Konkurrenzdruck und ein harter
Preiskampf. Selbst wenn der Einsatz von ausgebildeten
Schiffs-Bodyguards möglich wäre, würden wohl nicht alle Reeder auf
diese kostspielige Variante zurückgreifen.>
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14.9.2011: Piraten nun auch vor Westafrika: 2 Öltanker sind in Piratenhand
aus: n-tv online: Schifffahrt: Piraten entern zwei Öltanker vor Westafrika; 14.9.2011;
http://www.n-tv.de/ticker/Piraten-entern-zwei-Oel-Tanker-vor-Westafrika-article4307056.html
<Johannesburg (dpa) - Piraten haben zwei
Öl-Tanker vor der westafrikanischen Küste geentert und 23 Matrosen
entführt. Das teilte die Internationale Seefahrtsbehörde mit. Die
beiden Schiffe seien etwa 62 Seemeilen von der Küste Benins überfallen
worden. Die Piraten kaperten den Angaben zufolge einen der beiden
Tanker und verschwanden mit den 23 Seeleuten an Bord. Die Crew des
zweiten Tankers habe sich in einem Maschinenraum einschließen können
und später die Kontrolle über ihr Schiff wiedererlangt.
Quelle: n-tv.de / dpa>
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5.10.2011: Piraterie an Kenias Küste: <Reisewarnung des Auswärtigen Amts: Lamu-Archipel in Kenia meiden>
aus: n-tv online; 5.10.2011;
http://www.n-tv.de/reise/Lamu-Archipel-in-Kenia-meiden-article4456746.html
<Urlauber sollten derzeit nicht zum Lamu-Archipel in Kenia reisen. Auf
den Inseln bestehe eine erhöhte Gefahr, Opfer von Überfällen
somalischer Banditen und Piraten zu werden, warnt das Auswärtige Amt in
Berlin.
Das Auswärtige Amt rät von allen Reisen in Orte ab, die näher als
100 Kilometer zur Grenze zu Somalia liegen. Anlass: Am 1. Oktober wurde
eine Französin aus ihrem Privathaus auf Manda Island gegenüber Lamu
Island in Kenia verschleppt, vermutlich nach Somalia.
Zuvor wurden zwei britische Touristen am 11. September in einer
Ferienanlage nördlich von Lamu überfallen. Der Mann wurde getötet, die
Frau wahrscheinlich ebenfalls nach Somalia entführt. Bei beiden
Überfällen kamen die Angreifer mit Schnellbooten über das Meer.
Die
Altstadt von Lamu mit ihren schmalen Gassen und der alten
Suaheli-Architektur gehört zum Unesco-Weltkulturerbe. Das Archipel
liegt rund 350 Kilometer nördlich von Mombasa.
dpa>
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13.10.2011: Gericht in Somalia lässt 60 Seeräuber frei
aus: Spiegel online: Dubiose Freilassung in Somaliland: Richter lässt Dutzende Piraten laufen; 13.10.2011;
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,791499,00.html
<Von Horand Knaup, Nairobi
Saniertes Gefängnis von Hargeisa: Über 60 inhaftierte Seeräuber auf freiem Fuß
Der Kampf gegen die Piraterie
erleidet einen schweren Rückschlag: Das ostafrikanische Somaliland hat
über 60 Seeräuber aus dem Gefängnis entlassen - offenbar ist
Schmiergeld geflossen. Bei der Uno spricht man von einem
"Monster-Debakel", EU-Länder stoppen ihre Hilfszahlungen.
Es sollte ein Mustergefängnis werden. Rund 1,5 Millionen Dollar
hatte die Uno in die Haftanstalt von Hargeisa investiert, der
Hauptstadt von Somaliland. Auch Deutschland investierte einen
sechsstelligen Betrag. Im Gegenzug erwarteten die Geber von der Justiz
Somalilands, ein Problem der internationalen Schifffahrt zu lösen: Sie
sollte Piraten besser aburteilen und - bei erwiesener Schuld -
einsperren.
Doch das Vorhaben ist gescheitert. Somaliland hat von
seinen ehemals 88 inhaftierten Piraten über 60 freigelassen. All die Hoffnung, die mit dem Gefängnisprojekt verbunden war - vergebens.
Die näheren Umstände der Freilassung sind noch unklar. Sicher ist
nur, dass Geld geflossen ist - an den vorsitzenden Richter des
regionalen Berufungsgerichts in Hargeisa, an den Direktor der frisch
renovierten Haftanstalt und an Gefängnisbeamte, die den Inhaftierten
gute Führung attestiert hatten. Angeblich sollen 5000 Euro pro Pirat
bezahlt worden sein. Von wem das Geld kam, weiß keiner - fest steht,
dass die Seeräuber nun weg sind.
Somaliland, das frühere Britisch-Somalia, hatte sich 1991 von
Somalia abgespalten. Von der internationalen Gemeinschaft ist es nie
diplomatisch anerkannt worden, trotzdem unterstützen Uno und EU viele
Projekte in dem Land. Umso schmerzlicher ist der Rückschlag im Fall der
freigelassenen Seeräuber.
Viele von ihnen sollten eigentlich Haftstrafen von bis zu 20 Jahren
verbüßen, nun verschwanden sie unmittelbar nach ihrer Freilassung in
Richtung des benachbarten Puntland, einem anderen Teilstaat des
zerfallenden Somalias.
Anfangs war die Euphorie noch groß
Dabei hatte alles so gut angefangen. Im März waren Dutzende
Journalisten in Somalilands Hauptstadt Hargeisa eingeflogen, hatten
sich im neu renovierten Gefängnis umgeschaut, Fischer und Piraten
interviewt, auch den Innen- und Justizminister des Landes. Der
Uno-Offizielle Juri Fedotov sprach "von einem Modell nicht nur für
Somalia, sondern für die gesamte Region".
Mit dem Geld des Westens waren Werkstätten eingerichtet, Wärter
wochenlang geschult worden; zum ersten Mal hatten die Aufseher davon
gehört, dass Strafgefangene Rechte haben. Die Justiz in Hargeisa war
ebenfalls unterstützt worden, mit Aufnahmegeräten, Kopierern und
reichlich Büromaterialien.
Teil der Abmachung war, dass Somaliland nicht nur selbst Piraten
aburteilt, sondern auch Seeräuber bei sich aufnimmt, die in anderen
Ländern verurteilt worden waren - auch solche, die nicht aus Somaliland
stammen. Dazu gab es ein Übereinkommen zwischen den Seychellen und der
somalischen Übergangsregierung in Mogadischu, und auch die autonome,
aber nicht anerkannte Regierung von Somaliland hatte zugestimmt.
Die Uno spricht von einem "Monster-Debakel"
Dass nun so viele Piraten einfach aus dem Gefängnis entlassen
wurden, empört Uno und EU. Zwar hat Somaliland umgehend den
Vorsitzenden Richter gefeuert, der die Entscheidung zu verantworten
hatte. Trotzdem spricht man bei der Uno von einem "Monster-Debakel".
Die Niederlande und Großbritannien haben sofort jede weitere Zahlung
für die Strafverfolgung und Justiz für Somaliland eingestellt.
Ganz überraschend kam der Schwenk der Somaliländer indes nicht.
Schon im März bei der Übernahme des neuen Knasts hatte der damalige
Justizminister Moammir Aar laut und deutlich verkündet: "Wir nehmen nur
Leute an, die auch aus Somaliland stammen. Wir haben die Kapazitäten
nicht, und im Übrigen sollte jedes Land die Strafverfolgung für seine
Landsleute selbst übernehmen." In der Euphorie, einen neuen Partner
gefunden zu haben, hatte die internationale Gemeinschaft diese Bedenken
damals einfach ignoriert.
Nun, nach der Freilassung der verurteilten Seeräuber, hat sich das
Verhältnis von EU und Uno zu Somaliland nicht gerade verbessert.
Trotzdem will man die Hoffnung nicht aufgegeben, das Piratenproblem
zumindest regional zu lösen: Die Zusammenarbeit konzentriert sich jetzt
eben auf das benachbarte Puntland. Dort, in Bosaso und in Garowe,
werden zwei baufällige und völlig überfüllte Haftanstalten renoviert.
Puntland ist durchaus ein geeigneter Partner, denn ein Großteil der vor
Somalia agierenden Piraten stammt von hier. Im Gefängnis von Bossaso
sitzen derzeit über 200 festgenommene und abgeurteilte Piraten ein.
Drei Länder profitieren
Das halbautonome Somaliland wird den Groll der westlichen Geber
verschmerzen. Die Regierung hat sich schnell nach neuen Partnern
umgeschaut - und das mit Erfolg. Mit China und Äthiopien handelte
Präsident Ahmed Silanyo vor wenigen Wochen ein mehrere Milliarden
Dollar schweres Dreiecksabkommen aus, das viel Geld ins Land spülen,
Somaliland aber auch Souveränitätsrechte kosten wird. Die Chinesen
wollen nicht nur den Hafen von Berbera ausbauen, sondern ihn auch
betreiben. Die Regierung Somalilands erhofft sich davon, den
Konkurrenten Dschibuti auszustechen und viel Handelsverkehr ins eigene
Land umzuleiten, denn weit über 70 Prozent aller nach Afrika
importierten Waren sollen aus China stammen.
Zudem wollen die Chinesen in das vom Meer abgeschnittene Äthiopien eine
Gas- und eine Ölpipeline legen, im Hafen von Berbera eine Raffinerie
bauen und auch die Straße von Berbera nach Äthiopien umfassend
erneuern.
Profitieren werden von dem Dreiecksdeal mutmaßlich alle drei
Partner: Äthiopien bekommt eine zweite Hafenoption und ist nicht mehr
allein vom Zugang nach Dschibuti abhängig, das die Umschlaggebühren
bisher fast nach Belieben diktieren konnte. Die Chinesen, die für die
kommenden 25 Jahre im äthiopischen Ogaden nach Öl und Gas bohren
dürfen, verfügen in ein paar Jahren über einen Stützpunkt am
strategisch wichtigen Eingang zum Roten Meer. Allein in die Förderung
von Öl und Gas wollen sie rund vier Milliarden Dollar investieren.
Zudem bestellten die Äthiopier in China neun Handelsschiffe, die von
Berbera aus operieren sollen.
Somaliland schließlich bekommt praktisch umsonst eine bessere
Infrastruktur und zudem für den Betrieb der Pipelines
Durchleitungsgebühren. Auch die Treibstoffversorgung des Landes dürfte
damit auf Dauer gesichert sein. Dass die Regierung in Hargeisa dafür
einen Teil ihres Selbstbestimmungsrechts preisgibt, wird sie sich wohl
überlegt haben.>