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DIE HÖLLE IST DA - und alle schauen zu

41. Selbstmordraten

von Michael Palomino (2008)

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Die Ursache für Selbstmordgedanken - die Unterschiede zwischen den Gesellschaften

Wenn die Hölle im Leben so gross wird, dass die Menschen das Leben nicht mehr für lebenswert erachten, so kommen Selbstmordgedanken auf.

Wenn die Menschlichkeit in einem Land dermassen reduziert ist, dass die Menschen sich nicht mehr geliebt und geschätzt fühlen, so kommen Selbstmordgedanken auf.

Wenn gewisse Menschen in einem Staat zu viel Macht haben und andere Menschen gezielt unterdrücken, falsche Gerüchte streuen, Mobbing betreiben, oder Menschen gezielt über die Hetzpresse-Maschine angreifen, dann kommen Selbstmordgedanken auf.

Wenn Menschen in der Kindheit und Jugend nicht lernen, den Mittelweg zwischen Sieg und Niederlage zu finden, wenn die Menschen als Kind oder Jugendliche nicht lernen, Niederlagen als Lernprozesse zu begreifen, so empfinden Siegertypen das Leben bei einer Niederlage nicht mehr als lebenswert, und es kommen Selbstmordgedanken auf.

Wenn die Menschlichkeit in einem Land dermassen reduziert ist, dass keine Anlaufstellen für Krisenbewältigung existieren, oder wenn ein Staatssystem sogar derart sarkastisch ist und denkt, dass Menschen mit Problemen lieber sterben sollen, als dass ihnen geholfen wird, weil sie selber "Schuld" seien, dann kommen Selbstmordgedanken auf.

Wenn die Familienverbindungen nicht mehr existieren, wenn die Menschen sich bei Problemen alleine und verlassen fühlen, wenn die Menschen keinen Mut mehr haben, über ihre Probleme zu reden, und wenn die Familienmitglieder, denen es gut geht, Hilfe verweigern, dann kommen Selbstmordgedanken auf.

Grafiken für Europa 2008

Selbstmordraten der Männer in Europa 2008 gemäss WHO (aus 20 minuten online, 6.3.2008)
Selbstmordraten der Männer in Europa 2008 gemäss WHO
(aus 20 minuten online, 6.3.2008)
Selbstmordraten der Frauen in Europa 2008 gemäss WHO (aus 20 minuten online, 6.3.2008)
Selbstmordraten der Frauen in Europa 2008 gemäss WHO
(aus 20 minuten online, 6.3.2008)

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28.5.2009: Die genauen Selbstmordraten - Selbstmordrate in der Schweiz bleibt hoch

aus: 20 minuten online: Trend: Zahl der Selbstmorde geht langsam zurück; 28.5.2009;
http://www.20min.ch/news/schweiz/story/22400143

<Die Zahl der Selbstmorde in der Schweiz ist seit 1991 von über 1500 auf 1300 pro Jahr zurückgegangen. Vor allem Männer verüben weniger Suizid. Punkto Selbsttötung mit Schusswaffen hält die Schweiz einen traurigen Europarekord.

Schweiz hat immer noch relativ hohe Suizid-Rate

In der Schweiz kamen 2006 auf 100 000 Einwohner im Durchschnitt 17,3 Suizide, 1991 lag diese Rate bei knapp 23. Im europäischen Vergleich hat die Schweiz eine relativ hohe Selbstmord- Rate.

Vergleichbar ist diese etwa mit jener Frankreichs. Österreich liegt mit 15, Deutschland mit 12 und Italien mit 7 Suiziden auf 100 000 Einwohner klar darunter, wie aus Statistiken der WHO hervorgeht (die Zahlen Österreichs und Deutschlands beziehen sich allerdings auf 2007/08, jene Italiens auf 2002).

An der Spitze, mit 30 bis 40 Suiziden pro 100 000 Einwohner und Jahr, liegen Litauen, Weissrussland und Russland, gefolgt von Slowenien, Ungarn und Kasachstan (25 bis 26).

Nach Informationen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben jährlich rund eine Million Menschen durch Selbsttötung.

Dies geht aus dem neuesten Newsletter des Schweizerischen Gesundheitsobervatoriums Obsan hervor. Während die Zahl der Suizide bei Frauen seit 1990 um 400 pro Jahr schwankt, ging sie bei Männern von 1140 (1991) auf 863 (2006) zurück.

Diese Trends sind auch in anderen Ländern zu beobachten. Die Ursachen des stetigen Rückganges der Suizidraten sind unklar, heisst es in der Obsan-Publikation.

Mehr Suizide als tödliche Verkehrsunfälle

In der Schweiz sterben so dreimal mehr Menschen durch Selbstmord als durch Verkehrsunfälle. Nach Kreislauf- und Krebserkrankungen sowie Unfällen stehen Suizide an vierter Stelle punkto Anzahl verlorener potenzieller Lebensjahre.

Das Suizidrisiko wächst mit dem Alter. Im mittleren Alter zählt Suizid zu den häufigsten Todesursachen.

Männer begehen häufiger Selbstmord, Frauen mehr Selbstmordversuche. Aus hochgerechneten Zahlen der Agglomeration Bern lässt sich ableiten, dass im Mittelwert der Jahre 2004 bis 2006 schweizweit über 6000 Selbstmordversuche unternommen wurden. 17,6 Prozent dieser Versuche führten zum Tod.

Männer wählen meist Selbstötungsmethoden, die mit grosser Wahrscheinlichkeit den Tod bringen wie Erhängen oder Erschiessen. Frauen wählen häufiger Medikamente oder bringen sich Schnittverletzungen bei.

Erschiessen ist häufigste Suizid-Methode bei Männern

In keinem anderen europäischen Land begehen so viele Menschen Suizid mittels Schusswaffen. Im Mittel der Jahre 2004 bis 2006 verübten rund 250 Männer Selbstmord mit der Schusswaffe, das sind mehr als ein Viertel aller Selbstmorde von Männern.

Bei etwa einem Drittel dieser Suizide wird hierzu die Ordonanzwaffe der Armee benutzt. In vielen Ländern zeigte sich, dass durch gesetzliche Waffen-Regelungen eine Reduktion der Suizide erzielt werden konnte, schreibt das Obsan.

Rund 90 Prozent der Personen, die Selbstmord verüben, litten an einer psychiatrischen Störung wie Depression, Schizoprenie oder Alkohol- oder Drogenkrankheit.

Grosse regionale Unterschiede

Bei den Suiziden bestehen grosse regionale Unterschiede. Besonders hohe Raten verzeichnen Appenzell Ausserrhoden und Schaffhausen (über 35 Suizide auf 100 000 Personen im Mittelwert der Jahre 2000 bis 2006), besonders tiefe das Tessin (knapp 16). Der schweizerische Schnitt liegt bei 25,4.

Anders als etwa England verfügt die Schweiz über kein nationales Suizidpräventionsprogramm. Nur wenige öffentliche Gelder fliessen in die Suizidprävention.

Schweiz hat immer noch relativ hohe Suizid-Rate

In der Schweiz kamen 2006 auf 100 000 Einwohner im Durchschnitt 17,3 Suizide, 1991 lag diese Rate bei knapp 23. Im europäischen Vergleich hat die Schweiz eine relativ hohe Selbstmord- Rate.

Vergleichbar ist diese etwa mit jener Frankreichs. Österreich liegt mit 15, Deutschland mit 12 und Italien mit 7 Suiziden auf 100 000 Einwohner klar darunter, wie aus Statistiken der WHO hervorgeht (die Zahlen Österreichs und Deutschlands beziehen sich allerdings auf 2007/08, jene Italiens auf 2002).

An der Spitze, mit 30 bis 40 Suiziden pro 100 000 Einwohner und Jahr, liegen Litauen, Weissrussland und Russland, gefolgt von Slowenien, Ungarn und Kasachstan (25 bis 26).

Nach Informationen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben jährlich rund eine Million Menschen durch Selbsttötung.

Quelle: SDA/ATS>


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In den ersten sechs Monaten dieses Jahres habe es bereits 88 bestätigte oder vermutete Suizide von Soldaten der US- Streitkräfte gegeben, teilte das US-Verteidigungsministerium am Donnerstag (Ortszeit) mit.

Im Vorjahreszeitraum waren es demnach 67 Fälle. Die Angaben scheinen Befürchtungen ranghoher Armeevertreter zu bestätigen, wonach die Zahl der Suizide in diesem Jahr den traurigen Rekord vom vergangenen Jahr noch übersteigen könnte.

2008 hatten 128 US-Soldaten sich das Leben genommen, im Jahr davor waren es noch 115. Das Pentagon erklärte, in 54 der 88 Fälle im ersten Halbjahr habe es sich ganz sicher um Suizide gehandelt. In den übrigen 34 Fällen werde ein Selbstmord zwar vermutet, sei aber bislang noch nicht erwiesen.

Allerdings hätten sich in der Vergangenheit rund 90 Prozent der Verdachtsfälle auch tatsächlich als Suizide herausgestellt. Nach Angaben der US-Armee ist die Selbstmordgefahr unter männlichen Soldaten zwischen 18 und 27 Jahren, die in Kampfeinsätzen stecken, besonders hoch.

(sda)>

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Die dargebotene Hand:

In persönlichen Krisensituationen hilft die dargebotene Hand - und das rund um die Uhr. Die Telefonberatung ist unter der Rufnummer 143 erreichbar. Weitere Informationen finden Sie hier.

Deutschland steht unter Schock: Ihr Natigoalie stürzte sich mutwillig vor einen fahrenden Zug. Er soll unter starken Depressionen gelitten haben, hinterliess einen Abschiedsbrief, so hiess es heute bei einer Pressekonferenz.

Giftige Äpfel im vermeintlichen Paradies

Die Wahl der Selbsttötung auf diese Art und Weise - für junge Männer fast typisch: «Bei Heranwachsenden und jungen Erwachsenen sind Stürze und Eisenbahnsuizide häufiger als bei älteren Menschen», schreibt Vladeta Ajdacic-Gross, Soziologe und wissenschaftlicher Oberassistent an der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich in seiner Dokumentation «Fakten über Suizid».

Über mangelnde Arbeit kann sich der Zürcher Forscher leider nicht beklagen: Die Schweiz liegt mit ihrer Selbstmordrate im europäischen Vergleich im oberen Mittelfeld. Dies, obwohl unser Land objektiv betrachtet ein Paradies ist: Hungern muss hier niemand, die Verdienstmöglichkeiten sind überdurchschnittlich, die Landschaft vielerorts traumhaft schön. Und doch, das Paradies hängt trotz des Wohlstands für einige Menschen voller giftiger Äpfel – oder vielleicht gerade deswegen? «Wichtiges wie Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit, Rücksicht, Ethik, Sozialverträglichkeit und Gemeinsinn weicht in unserer Gesellschaft viel zu häufig der Oberflächlichkeit», meint Dr. Lorenz Richner. Dem Berner Psychiater zufolge orientieren wir uns zu sehr an «Werten, die nicht sinnstiftend sind und schon gar nicht dazu führen, dass man als Person geliebt wird.»

Zwischen «Lebenswillen und suizidalen Phantasien»

So kommt es dazu, dass sie im Sog von Stress und Reizüberflutung allzu häufig übersehen werden: Menschen, die ihr eigenes Leben nach anhaltendem Leidensdruck selbst auslöschen. Diese 50 – 60 Prozent der begangenen Suizide durchleben vor ihrem endgültigen Entschluss häufig ein ständiges Wechselbad der Gefühle, «eine Gratwanderung zwischen Lebenswillen und suizidalen Phantasien und Impulsen», so beschreibt es Ajdacic-Gross. Weniger häufig seien hingegen von langer Hand geplante Selbsttötungen – sogenannte Bilanzsuizide. Sie treffen auf rund 10 bis 15 Prozent aller Fälle zu.

Psychotherapeutische Fachpersonen wissen Rat

Bei schweren Depressionen oder anderen psychischen Störungen sei es den «Betroffenen oft nicht möglich, lösungsorientiert zu denken», sagt Richner. Deshalb ist es wichtig, in schwierigen Lebenssituationen eine psychotherapeutische Fachperson aufzusuchen (siehe Info-Box), um so gemeinsam nach diesen Lösungen zu suchen. Ein Weg aus dem Irrgarten der dunklen Gedanken, den es für jeden Betroffenen gibt. Doch nicht jeder sucht von sich aus Hilfe. Umso wichtiger ist es, im eigenen Umfeld auf etwaige Auffälligkeiten zu achten.

Verdächtige Ruhe

Die Warnsignale können laut dem Experten ganz unterschiedlich sein: Sie reichen von Rückzug, untypisch ruhigem Verhalten bis hin zu ausgesprochenen Selbstmorddrohungen. Richner rät unbedingt dazu, auf die betroffene Person zuzugehen: «Grundsätzlich sollte man sich nicht scheuen, seine Befürchtungen auszusprechen – das nötige Fingerspitzengefühl vorausgesetzt». Wer sich nicht getraut ein solches Krisengespräch anzugehen, kann im Zweifelsfall Rat bei einem Arzt suchen, idealerweise einem Psychiater.>


Kommentar
Glück hängt von Verstandenwerden ab. Wenn in einem Land der Egoismus überwiegt, so steigen die Selbstmordraten. Das lösungsorientierte Denken kann durch autogenes Training gefördert weden, um aus negativen Teufelskreisen herauszufinden, bzw. autogenes Training kann helfen, von negativen Gedanken loszukommen. Eventuell hilft auch ein Berufswechsel oder ein Aufenthalt in einem anderen Land, um den Horizont zu erweitern und neue Erlebnisse zu haben, die neu motivieren.

Michael Palomino, 11.11.2009

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20 minuten online, Logo

2009 wird zu einem traurigen Rekord-Jahr für die US-Streitkräfte, sagte Heeres-Vizestabschef Peter Chiarelli. Demnach hat es die höchste monatliche Selbstmordrate im Januar und Februar gegeben, danach lagen die Zahlen niedriger. Das lasse die Vermutung zu, dass Massnahmen zur Erkennung und Behandlung psychologischer Probleme zu greifen begännen, sagte der General.

Seit im Zuge der Afghanistan- und Irakkriege immer mehr Fälle von posttraumatischen Stresserscheinungen bekanntgeworden sind, werden US-Soldaten ermutigt, Hilfe zu suchen und ihr Problem nicht unter den Teppich zu kehren. So werden Heimkehrer von Kriegsschauplätzen jetzt gezielt befragt, um etwaige mentale Probleme herauszufinden.

Allerdings sind nach den Worten von Chiarelli die Motive für die Selbstmorde so komplex und vielschichtig, dass es schwer sei, sie einem grösseren Trend zuzuordnen. So sei ein Drittel der aktiven Soldaten, die sich bisher in diesem Jahr das Leben genommen hätten, nie in einer Kriegszone eingesetzt gewesen.

(sda)> -----

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Berlin 23.11.2009: Karatelehrer erschlägt seine Freundin - und erhängt sich dann im Gefängnis

aus: n-tv online: Panorama: Karatelehrer erhängt sich. Suizid in der U-Haft; 23.11.2009;
http://www.n-tv.de/panorama/Suizid-in-der-U-Haft-article602105.html

<JVA Moabit in Berlin

Erneut hat sich in Berlin ein Untersuchungshäftling das Leben genommen. Das bestätigte Justizsprecher Bernhard Schodrowski. Es ist der dritte Suizid eines Berliner Untersuchungshäftlings in wenigen Wochen.

Es handelt sich bei dem Mann um einen 45 Jahre alten Kampfsportlehrer, der im Mai in Berlin seine Freundin tot geprügelt haben soll. Seit vergangener Woche wird ihm im Kriminalgericht Moabit der Prozess gemacht; für Montag war der zweite Prozesstag angesetzt.

Der 45-Jährige hat sich im Gefängnis in Moabit erhängt. Zu Prozessbeginn am vergangenen Mittwoch hatte er geschwiegen. Vor Gericht wurde aber das Protokoll einer früheren Vernehmung verlesen. Darin gab der Inhaber einer Kampfsportschule zu, mit einem Kampfstock auf seine 24-jährige Lebensgefährtin eingeprügelt zu haben. Er habe sie aber nicht töten wollen. Die Frau lag mehrere Tage tot in dem Sportstudio, bis ein Kampfsportschüler die Polizei alarmierte.

In seiner Vernehmung hatte der Karatelehrer von seinem Entsetzen über seine Gewalttat gesprochen. Er habe apathisch zwei Tage neben seiner Freundin verharrt und sich dann Tabletten und Alkohol besorgt, um sich das Leben zu nehmen. Auch dem Sportschüler, der später die Polizei alarmierte, soll der 45-Jährige am Telefon von Selbstmordabsichten erzählt haben.

Erst in der vergangenen Woche hatte sich ein 68-Jähriger im Untersuchungsgefängnis das Leben genommen. Er soll versucht haben, seine Frau und seine Ex-Frau zu töten. Vor vier Wochen hatte sich ein 20-Jähriger getötet, der wegen versuchter Erpressung des Internet-Netzwerks Schüler VZ in Haft saß.

dpa>

Kommentar: Der Suizidgefährdete im Gefängnis...
Es ergeben sich einige Fragen:
-- der Mann war schon selbstmordgefährdet, wie aus der Vernehmung zu entnehmen ist, wieso wurde er dann ins Gefängnis gebracht und nicht in die geschlossene Psychiatrie?
-- wieso war es in der JVA möglich, sich zu erhängen, wenn der Mann nachweislich suizidgefährdet war und dies der Justiz bekannt war?

Aber die Justiz fragt bekanntlich nur dann, wenn es für die Justiz "interessant" und gewinnbringend ist...

Michael Palomino, 23.11.2009

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20 minuten online, Logo

28.7.2010: Selbstmordrate steigt bei Waffenbesitz

aus: 20 minuten online: Studie: Waffenbesitz erhöht Suizidgefahr; 28.7.2010;
http://www.20min.ch/news/kreuz_und_quer/story/18174764

<Sind Schusswaffen im Haus vorhanden, werden diese auch häufig für Selbstmorde benutzt. Vor allem die Zentralschweiz ist betroffen.

Überdurchschnittlich viele Suizide mit einem Gewehr oder einer Pistole werden in den Kantonen der Zentralschweiz, Basellandschaft und Bern verübt.

Dies geht aus einer Studie der Universität Zürich hervor. Der Zusammenhang von Schusswaffenbesitz und Suiziden mit Schusswaffen in den Kantonen der Schweiz sei erstmals untersucht worden, teilte die Universität vom Mittwoch mit.

Wie der Vergleich der Forscher um Vladeta Ajdacic-Gross von der Psychiatrischen Universitätsklinik zeigt, bringen sich in den Kantonen Uri, Ob- und Nidwalden, Schwyz, Glarus, Aargau, Bern und Basellandschaft überdurchschnittlich viele Menschen mit einer Schusswaffe um.

In diesen Kantonen sei in vielen Haushalten eine Schusswaffe vorhanden, heisst es weiter. In den Kantonen Basellandschaft, Uri, Nidwalden und Obwalden beispielsweise in über 45 Prozent der Haushalte.

Weniger Waffen - unter 25 Prozent - gibt es in den Haushalten der städtischen Kantone Basel-Stadt und Genf sowie der Kantone Waadt und Neuenburg. Dementsprechend gering ist dort der Anteil der Schusswaffen-Suizide. Insgesamt wurden in der Schweiz zwischen 1998 und 2007 13 410 Selbstmorde begangen, davon 3169 mit einer Schusswaffe.

Vor allem Männer

Wie Ajdacic-Gross erklärt, werden Pistolen oder Gewehre besonders häufig bei impulsiven Suiziden oder Suiziden unter Alkoholeinfluss verwendet. «Eine Waffe ermöglicht es, den Handlungsimpuls schnell umzusetzen», wird der Forscher in der Mitteilung zitiert.

Kurzschlusssuizide nach Schicksalsschlägen und akuten Krisen seien besonders stark von der unmittelbaren Verfügbarkeit eines schnellen und tödlichen Mittels wie eben einer Schusswaffe abhängig. Gelegenheit mache offensichtlich nicht nur Diebe, sondern auch Selbstmörder, so Ajdacic-Gross.

Vor allem Männer greifen zur Waffe (32,6 Prozent der Suizide) währenddem bei den Frauen nur 3,4 Prozent der Suizide mit einer Waffe verübt wurden.

Bis zu 100 Suizide verhindern

Mit geeigneten Massnahmen könnten in der Schweiz - vorsichtig geschätzt - jährlich bis zu 100 Suizide verhindert werden, heisst es in der Studie. Auch Organisationen wie die Armee, Polizeikorps, Schützen- und Jägerverbände sollten Präventionsmassnahmen zum Selbstschutz ihrer Mitglieder treffen.

In der Schweiz sank der Anteil der Suizide mit Schusswaffen zwischen 1998 und 2007 von 30 auf 19 Prozent. Gleichzeitig ging der Anteil der Haushalte mit Schusswaffen von 38 auf 28 Prozent zurück. Laut einer australischen Studie verüben Schusswaffenbesitzer aber nicht nur häufiger Suizid mit einer Schusswaffe, sondern haben eine generell höhere Suizidrate als Nichtwaffenbesitzer.

Initiative «Für den Schutz vor Waffengewalt»

Die Studie unterscheidet nicht zwischen Privat- und Armeewaffen, wie es bei der Universität auf Anfrage hiess. Zu Waffen muss sich das Schweizer Volk voraussichtlich im Februar 2011 an der Urne äussern. Dann dürfte die Abstimmung über die Initiative «Für den Schutz vor Waffengewalt» stattfinden.

Die Initiative wurde im Februar 2009 mit 107 000 Unterschriften eingereicht. Hinter dem Begehren stehen SP, Grüne, mehrere Jungparteien, Gewerkschaften, GSoA, Friedensorganisationen, Frauenverbände, Kirchen sowie die Ärzte-Vereinigung FMH.

Die Volksinitiative verlangt gemäss Homepage unter anderem, die Militärwaffe aus dem Kleiderschrank zu entfernen. Wer Waffen besitzen, tragen und gebrauchen will, muss dafür den Bedarf nachweisen und die erforderlichen Fähigkeiten mitbringen. Die Volksabstimmung könnte am 13. Februar 2011 stattfinden.

Der Nationalrat lehnte die Initiative im Juni mit 103:66 Stimmen bei sechs Enthaltungen ab. In der Herbstsession dürfte sich der Ständerat damit befassen.

(sda)>

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Tagesanzeiger online, Logo

Schweiz 28.7.2010: <Wo es am meisten Suizide mit Schusswaffen gibt

aus: Tagesanzeiger online; 28.7.2010;
http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Wo-es-am-meisten-Suizide-mit-Schusswaffen-gibt/story/23402233

Sind Schusswaffen im Haus vorhanden, werden sie auch häufig für Selbstmorde benutzt. Eine neue Studie der Universität Zürich zeigt, in welchen Regionen des Landes dies am häufigsten geschieht.

Überdurchschnittlich viele Suizide mit einem Gewehr oder einer Pistole werden in den Kantonen der Zentralschweiz, Basellandschaft und Bern verübt. Dies geht aus einer Studie der Universität Zürich hervor. Der Zusammenhang von Schusswaffenbesitz und Suiziden mit Schusswaffen in den Kantonen der Schweiz sei erstmals untersucht worden, teilte die Universität vom Mittwoch mit.

Wie der Vergleich der Forscher um Vladeta Ajdacic-Gross von der Psychiatrischen Universitätsklinik zeigt, bringen sich in den Kantonen Uri, Ob- und Nidwalden, Schwyz, Glarus, Aargau, Bern und Basellandschaft überdurchschnittlich viele Menschen mit einer Schusswaffe um.

In über 45 Prozent der Haushalte

In diesen Kantonen sei in vielen Haushalten eine Schusswaffe vorhanden, heisst es weiter. In den Kantonen Basellandschaft, Uri, Nidwalden und Obwalden beispielsweise in über 45 Prozent der Haushalte.

Weniger Waffen - unter 25 Prozent - hat es in den Haushalten der städtischen Kantone Basel-Stadt und Genf sowie der Kantone Waadt und Neuenburg. Dementsprechend gering ist dort der Anteil der Schusswaffen-Suizide. Insgesamt wurden in der Schweiz zwischen 1998 und 2007 13'410 Selbstmorde begangen, davon 3169 mit einer Schusswaffe.

Vor allem Männer

Wie Ajdacic-Gross erklärt, werden Pistolen oder Gewehre besonders häufig bei impulsiven Suiziden oder Suiziden unter Alkoholeinfluss verwendet. «Eine Waffe ermöglicht es, den Handlungsimpuls schnell umzusetzen», wird der Forscher in der Mitteilung zitiert.

Kurzschlusssuizide nach Schicksalsschlägen und akuten Krisen seien besonders stark von der unmittelbaren Verfügbarkeit eines schnellen und tödlichen Mittels wie eben einer Schusswaffe abhängig. Gelegenheit mache offensichtlich nicht nur Diebe, sondern auch Selbstmörder, so Ajdacic-Gross.

Vor allem Männer greifen zur Waffe (32,6 Prozent der Suizide) währenddem bei den Frauen nur 3,4 Prozent der Suizide mit einer Waffe verübt wurden.

Bis zu 100 Suizide verhindern

Mit geeigneten Massnahmen könnten in der Schweiz - vorsichtig geschätzt - jährlich bis zu 100 Suizide verhindert werden, heisst es in der Studie. Auch Organisationen wie die Armee, Polizeikorps, Schützen- und Jägerverbände sollten Präventionsmassnahmen zum Selbstschutz ihrer Mitglieder treffen.

In der Schweiz sank der Anteil der Suizide mit Schusswaffen zwischen 1998 und 2007 von 30 auf 19 Prozent. Gleichzeitig ging der Anteil der Haushalte mit Schusswaffen von 38 auf 28 Prozent zurück. Laut einer australischen Studie verüben Schusswaffenbesitzer aber nicht nur häufiger Suizid mit einer Schusswaffe, sondern haben eine generell höhere Suizidrate als Nichtwaffenbesitzer.

Initiative «Für den Schutz vor Waffengewalt»

Im Februar 2009 wurde die Initiative «Für den Schutz vor Waffengewalt» mit 107.000 Unterschriften eingereicht. Hinter dem Begehren stehen SP, Grüne, mehrere Jungparteien, Gewerkschaften, GSoA, Friedensorganisationen, Frauenverbände, Kirchen sowie die Ärzte-Vereinigung FMH.

Die Volksinitiative verlangt unter anderem, die Militärwaffe aus dem Kleiderschrank zu entfernen. Wer Waffen besitzen, tragen und gebrauchen will, muss dafür den Bedarf nachweisen und die erforderlichen Fähigkeiten mitbringen. Die Volksabstimmung könnte am 13. Februar 2011 stattfinden. (sam/sda)>



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Fotonachweis

-- Karten Europa 2008: http://www.20min.ch/news/newsticker/ vom 6.3.2008


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