Kontakt     zur Hauptseite     zurück

Lärm verursacht Gesundheitsschäden in vielfacher Weise

Die negativen Auswirkungen von Lärm auf Nerven, Organe und Sozialverhalten der Menschen bis zum Herzinfarkt und bis zur Lärmflucht

Zusammenfassung von Michael Palomino

Teilen mit Facebook-Freunden


-- Lärm verursacht Gesundheitskosten in vielfacher Weise. Informationen zum Strassenverkehrslärm (VCS 2003)

-- Lärm beeinträchtigt die Gesundheit. Mediendossier (Dr. Hugues Burkhalter 2003)

-- Lärmquellen: Lärmtabelle, Schlafstörungen (Dominique Hartmann, Leonardo 2004)



nach oben
Lärm verursacht Gesundheitskosten in vielfacher Weise

aus: Verkehrsclub der Schweiz (VCS): Informationen zum Strassenverkehrslärm; Kapitel 5, S. 7-8: Vielfältige Auswirkungen von Lärm; aus:  VCS-Dokumentationsstelle, Bern, November 2003, oder:  www.verkehrsclub.ch/laerm (November 2003)

Schallpegel

-- ab 30 Dezibel dBA Schalldruckpegel erfolgen psychische Beeinträchtigungen

-- ab 65 Dezibel dBA Schalldruckpegel erfolgen vegetative Reaktionen der inneren Organe

-- ab 90 Dezibel dBA Schalldruckpegel erfolgen Hörschäden

-- ab 120 Dezibel dBA Schalldruckpegel erfolgen mechanische Schäden (S.7).


Körperliche Auswirkungen von Lärm
-- Hörverlust
-- vegetative Funktionsstörung
-- Herz-Kreislauf-Probleme
-- kardiovaskuläre Symptome
-- Blutdruckerhöhung
-- Verringerung der Schlaftiefe
-- Kopfschmerzen (S.7).

Psychologische Auswirkungen von Lärm
-- Stress und dauernde Nervenbelastung, der Körper ist in dauerndem Alarmzustand und schüttet stetig Stresshormone aus
-- Nervosität
-- Niedergeschlagenheit
-- Störung von Kommunikation
-- Leistungsbeeinträchtigung
-- Verärgerung
-- psychosomatische Symptome (S.7).

Es kommt zu schleichend sich entwickelnden Krankheiten, dauerhafte Blutdruckerhöhung durch die andauernde Stresssituation, im Extremfall
-- Zunahme von Herz-Kreislauf-Erkrankungen
-- Zunahme von Herzinfarkten
-- gemäss BUWAL-Publikation "Zurechnungen von" aus dem Jahr 2002 sind 2 % aller Herzinfarkte auf Verkehrslärmbelastung zurückzuführen (S.7).


Häufigste Schäden durch Lärm: der Nachtlärm
-- Schlafstörungen durch den Strassenlärm
-- Tiefschlafstörungen
-- Traumschlafstörungen (S.7).

Psychovegetative Erschöpfungszustände
-- Depression
-- Schlafstörungen
-- Abnehmen der Leistungsfähigkeit (S.7).

Soziale Folgen bei Lärm
-- die Kommunikation wird erschwert
-- die Konzentration wird geschwächt.
-- Kinder, die an Strassen wohnen oder an Strassen zur Schule gehen, haben höheren Puls und höheren Blutdruck, schlechter Schulnoten und mehr Lernschwierigkeiten (S.7).

Entwicklung von asozialem Verhalten durch Lärm
-- Pessimismus über andere Menschen
-- Nachlassen des Hilfeverhaltens
-- Aggressionen
-- soziale Entmischung (S.7).

Kostenfolgen
Lärm verursacht also in verschiedensten Bereichen Kosten, die bis heute nicht separat bilanziert sind:
-- Lärmschutzkosten
-- Gesundheitskosten
-- Produktionsausfälle
-- raumplanerische Kosten.
-- Wertverminderung von Grundstücken an Strassen (S.7).

Externe Lärmkosten: Kosten durch Lärmflucht
-- Wohnungswechsel der Personen, die in [noch] ruhigere Gebiete ziehen
-- Kosten für längere Arbeitswege
-- Fluchtbewegungen an Wochenenden
-- gemäss BUWAL-Schätzung belaufen sich die externen Lärmkosten in der Schweiz auf ca. 2,5 Mia. Franken (S.8).




nach oben
Lärm beeinträchtigt die Gesundheit

Mediendossier des VCS von Dr. Hugues Burkhalter, Arzt, Mitglied Ärzte für Umweltschutz, Lausanne

VCS, Bern, www.verkehrsclub.ch/laerm (November 2003)


Objektiv messbare Auswirkungen von Lärm auf den Organismus:

Schlafstörungen
-- Einschlafzeit
-- Länge und Qualität des Schlafes
-- Schlafanomalien (mit Elektroenzephalogramm objektiv messbar)

Überproduktion von Stresshormonen
Cortison, Adrenalin

Störungen des vegetativen Nervensystems
-- Muskelverkrampfungen
-- ständig erhöhter Blutdruck und Puls als Stresssymptom

Todesfälle durch mehr Herzinfarkte
"In der Schweiz werden schätzungsweise 2 % der vorzeitigen Todesfälle aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Infarkte) dem Strassenverkehrslärm zugeschrieben."

Neuropsychologische Störungen
-- messbare Verminderung der Leistungsfähigkeit aufgrund lärmbedingter Schlafstörungen und während Lärmbelastungen
-- Konzentrationsprobleme
-- vermindertes Erinnerungsvermögen
-- Lernstörungen
-- Ermüdungserscheinungen.

Folgen:
-- verminderte Leistungsfähigkeit
-- Arbeitsunfälle.

Psychische Erkrankungen
-- stressbedingte Überempfindlichkeit
-- chronische Müdigkeit
-- Kopfweh
-- chronische Schmerzen
-- gestörte Libido
-- Ängstlichkeit
-- Depression
-- Reizbarkeit
-- Aggressivität

Beeinträchtigung des sozialen Lebens
-- Beziehungsstörungen
-- Lärm beeinträchtigt die Kommunikation [und vergröbert sie, so dass die Menschen psychisch abstumpfen und für feine Nuancen nicht mehr ansprechbar sind].


Gesundheitskosten durch Lärmschäden
-- Konsultationen
-- Untersuchungen
-- Behandlungen (Schlafmittel, Antidepressiva, Schmerzmittel, Herzkreislaufmittel
-- Spitalaufenthalte
-- Unfallkosten
-- Ausfälle bei den Angehörigen von Unfallopfern.

Gesellschaftliche Kosten
-- verfrühte Todesfälle
-- Arbeitsabsenzen
-- Leistungsverluste.

Schlussfolgerungen von Dr. Hugues Burkhalter: Mobilität muss ohne Motor geschehen

"Wohlstand setzt Mobilität voraus. Transporte mit Motorfahrzeugen erzeugen Lärm; die Auswirkungen der Lärmbelästigungen haben aber ihren Preis. Die staatlichen Massnahmen waren aber bisher nicht in der Lage, die Bevölkerung vor übermässigem Lärm zu schützen.

Die Zunahme des motorisierten Verkehrs geht einher mit einer wachsenden Zahl kranker Menschen und reduziertem Wohlbefinden."





nach oben

Lärmquellen: Lärmtabelle, Schlafstörungen

aus: Dominique Hartmann: Lärm gefährdet die Gesundheit; Dossier aus: Leonardo 1/2004, S.12-15, Zeitschrift des Verkehrsclubs der Schweiz VCS, www.verkehrsclub.ch/laerm (2004)

Lärmstörung

Lautstärke in Dezibel dB

Auswirkung

sehr ruhiger Garten, Lesesaal

30

Schlafstörung

 

35

Kommunikationsstörung

Wohngebiet ohne Verkehr, Kühlschrankbrummen

40

 

 

55

Grenzwert in Wohngebieten nachts

offenes Fenster an lauter Strasse, Gespräch

60

Grenzwert in Wohngebieten tagsüber

 

65

Alarmwert nachts

 

70

Alarmwert tagsüber

PKW, 1 Meter entfernt, lautes Radio

80

 

 

85

bleibende Schäden

LKW, Motorroller, U-Bahn

90

 

Autohupe, 5 Meter entfernt, Blasorchester

100

 

 

130

Schmerzgrenze

 

 

(Leonardo 1/2004, S.12)


Der Lärm ist ein Stressfaktor und stört massiv den Schlaf und das Leben

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat im Jahr 2000 Lärmrichtlinien festgelegt.

Lärm hat schwerwiegende Auswirkungen auf die Gesundheit (S.12).

Lärm ist ein Stressfaktor (S.13).

Damit man sich gut unterhalten kann, darf der Hintergrundlärm 35 dB nicht überschreiten (S.13).

"Lärm führt tatsächlich zu Schlafstörungen, wobei er sowohl die Qualität als auch die Schlafdauer beeinträchtigt." (S.14)

"Wir machen die Augen zu, um zu schlafen, nicht aber die Ohren. Das Gehör bleibt wach. [...] Bereits 30 dB können uns wecken." (S.14)

Die Forschung über den Schlaf der Kinder ist absolut inexistent:

"Während über den Schlaf Erwachsener zahlreiche Studien existieren, bleibt bezüglich Kindern noch viel zu tun, wie ein Forscher am Kinderuniversitätsspital in Brüssel betont. So wären etwas die Auswirkungen konstanter Lärmbelastung zu untersuchen oder Langzeitfolgen von Schlafmangel im Kindesalter bezüglich der Entwicklung späterer Schlaflosigkeit. Ausserdem ist noch nicht klar, ab welchem Alter ein Kind Lärmquellen unterscheiden und somit seine Reaktionen anpassen kann." (S.14)

Und die Lärmerei mit der dauernden Zunahme des Autoverkehrs führt zu einer "starken sozialen Schichtung des Wohnraumes." (S.14)

"Strassenverkehr: Er macht schätzungsweise drei Viertel aller Verkehrslärmbelastungen aus." (S.15)

Urs Jörg vom VCS:

"Wo die Lärmbelastungen hoch sind, leben häufig Bevölkerungskreise, die ganz andere Sorgen haben [...] Wo existenzielle Schwierigkeiten bestehen, wird der Lärm nebensächlich." (S.15)

"Der Lärm dringt heute immer mehr in bisher unbelastete Gebiete vor." (S.15)

Neue Strassen nützen nichts:
"Es ist den Leuten noch nicht genügend bewusst, dass neue Strassen nur zu einem nächsten Flaschenhals führen." (S.15)


nach oben








^