Velotour
2003
Basel - Besançon - Dole - Dijon - Troyes - Melun - Paris -
Nancy - Strasbourg - Basel
Teil 1: Basel - Dole - Troyes - Melun
von Michael Palomino
Der Reisekalender:
Schnell von Basel aus über die
französische Seite nach Porrentruy. So kann man den lästigen Col des
Rangiers zwischen Delémont und Porrentruy umfahren.
Porrentruy ist eine absolute Pflastersteinstadt, schrecklich. Dann
gings nach Porrentruy nochmals hoch und dann steil ins Doubs-Tal hinab.
Erster
Campingplatz war dann Isle sur le Doubs. Die Velotour begann
erfolgversprechend.

Der Camping von Isle sur le Doubs, Quittung
Und dann ging's weiter auf kleinen
Strassen und Feldwegen dem Doubs entlang nach Besançon, eine Stadt, die
man immer auf der
schweizer Karte sieht, aber kaum jemals besucht, und die Partnerstadt
von Freiburg i.Br. Die Stadt enttäuscht von den Bauten und Menschen her
nicht, aber auf den Stadtplänen
fehlen Brücken, fehlen Wege, fehlen sogar Durchgänge durch die Hügel,
die extra angelegt worden sind etc.
Der Zeltplatz von Besançon liegt an
der Ausfallstrasse und hat nur zu ca. 1/3 ruhige
Plätze. Und an den Doubs darf man nicht, weil immer behauptet wird, man
könne darin ertrinken. Der Campingplatz liegt also am Doubs, aber ein
hoher Zaun verhindert den Zugang. Dafür soll man ins Schwimmbad gehen
gleich nebenan. Als Camping-Benutzer bekommt man sogar einen
Gratis-Eintritt, aber das Schwimmbad hat fast keine Bäume auf der
Wiese. Dafür stehen die Autos auf dem Schwimmbad-Parkplatz unter
grossen Bäumen im
Schatten. Die Auto-Gesellschaft hat in Frankreich leider immer noch
Vorrang: Autos haben Schatten, die Menschen nicht...

Besançon, der Camping in Chalezeule, Quittung für zwei Nächte (2003)
Die Stadt Besançon hat ein gelbes,
poliertes Kalkpflaster, das bei
Regen absolut glatt wird. Es kann einfach niemand bei Regen auf der
Strasse laufen oder fahren. Das haben die Verantwortlichen scheinbar
nie merken wollen, und die ganze Stadt ist gelb und bei Regen nicht
betretbar...
Besançon - Dole
Dann weiter nach Dole, dem Doubs
entlang, und dann ging das nicht mehr, da musste man doch auf die
Hauptstrasse. Noch nie gesehen diese schöne Stadt, und das war eine
Erholung, nur 40 km. Leider war
August, und fast alle Franzosen waren am Meer. Also, die Stadt war fast
leer. Die Lage von Dole ist idyllisch, wenn man den Lärm der dauern
hyperaktiven
Algerier einmal ausser Acht lässt, die wie andere Gastarbeiter oft
keine Psychologie kennen und somit auch oft ihre Energien einfach an
einem Töff auslassen.
Von Norden her empfängt einem in Dole
ein wunderbarer grosser Brunnen, ich würde sagen, eine "fontaine
merveilleuse", die im Winter etwa so eisig wird wie die Figuren des
Tingueli-Brunnens:
Der Text übersetzt: "Bilder vom Jura... 39100 Dole,
Hauptstadt er einstigen Grafschaft,
Geburtsstadt von Pasteur; Brunnenskulptur (Bronze-Edelstahl): "Der
Doubs und die vier Sphären"; Abendbild im Winter; Entwurf und
Realisation von Pierre Duc, um das neue Jahrtausend zu verdeutlichen."

Dole, Ansichtskarte mit dem Brunnen im Winter, Rückseite
Und dann entdeckt man die Altstadt,
noch völlig intakt. Hm, man kann sich nur vorstellen, was für ein Filz
hinter solchen Fassaden steckt, so wie in jeder Stadt mit ca. 40.000
Einwohnern.

Dole, die Sicht vom Doubs-Kanal mit den Schiffen auf die Altstadt mit
der Kathedrale, sowie Spazierwege am Kanal entlang
Die Fotos auf der Ansichtskarte: "La Collégiale, Place aux Fleurs
(Blumenplatz), Bastion St-André
(Heilige Andreas-Festung), Canal des Tanneurs, Canal du Rhône au Rhin
(Rhein-Rhone-Kanal), und der Hafen

Dole, Ansichtskarte, Rückseite mit der Beschreibung der Fotos
Der Stadtplan von Dole
Dole imponiert wirklich mit viel
Fluss und Wald rundherum, wie die nächste Karte zeigt:

Karte von Dole mit Umgebung
Noch einige Eindrücke aus Dole:
Den malerischen Blick vergisst man
nicht so schnell. Die Dominanz der Kirche erschreckt aber schon, wenn
man an die Hintergründe denkt...

5. Dôle, Altstadt mit Kathedrale am Doubs

Der Prospekt von Dole mit den Fotos, Teil 1 |

Der Prospekt von Dole mit den Fotos, Teil 2 |
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Der Camping in Dole liegt steil unter
der Altstadt direkt am Doubs an einem Fliesswasserbecken.
Früher war es das öffentliche Schwimmbad, heute ist es am
zerfallen, weil Dole einen Aquaparc gebaut hat. Dies war im Jahr 2003.
Wie die Situation heute
ist, ist mir nicht bekannt. Es war ein wunderschönes Erlebnis. Der
Camping war auch einer der teuersten...
9 Euro für eine Nacht im
Einerzelt mit Velo, das war ein ganz schön happiger Preis...
Dole-Dijon
Und dann ging es nach Dijon, in eine Stadt, die voller Grosspflaster
ist. Also, als Rollstuhlfarer sollte man nicht in Dijon wohnen. Dijon
hat einen See mit einem kleinen Sandstrand angelegt. Der Camping heisst
dann auch "Camping du Lac", liegt aber nicht am See. Am See selbst, ca.
10 Minuten mit dem Velo zu fahren, ist man dann sehr enttäuscht, denn
die Hauptstrasse nach Paris führt dem See entlang, mit vielen
Lastwagen. Jetzt müsste man nur noch die Hauptstrasse in den Erdboden
versenken...

Das war der billigste Campingplatz
der Tour.
Dijon - Châtillon-sur-Seine
Nach einem sanften Aufstieg nach
Dijon zur Quelle der Seine erreicht man
der Seine entlang schliesslich Châtillon-sur-Seine, mit einem
Campingplatz, den man nur zu Fuss
erreichen kann, so steil ist die Anfahrt. In Châtillon-sur-Seine war es
so, dass einer der Flussarme ausgetrockcknet war.
Ich begegnete auf der Tour übrigens immer wieder älteren Franzosen, die
mir die Wahrheit vom Zweiten Weltkrieg erzählten. Wenn man die Leute
nur geschickt darauf anspricht, dann kommt jeweils ein ganzer
"Wasserfall" hervor von Erlebnissen. Die Franzosen haben ausser der
Résistance Deutschland im Zweiten Weltkrieg kaum als Kriegsgegner
empfunden. Die Situation wurde mit der Zeit einfach immer schlimmer,
was zu einer Leidenszeit führte, die erst mit dem Ende des Krieges zu
Ende war...

Der Stadtplan von Châtillon
Neben dem Camping ist das Schwimmbad.
Das war ein genüssliches Bad zur
Entspannung.

Châtillon sur Seine, das Schwimmbad
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Châtillon sur Seine, Camping |
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Châtillon-sur-Seine - Troyes
Dann ging's weiter der Seine entlang
bis Troyes, eine Stadt, die im
Autozeitalter völlig steckengeblieben scheint, wo der Zentralplatz
schief
steht, und wo ich in der Stadt keinen einzigen Velostreifen gefunden
habe, kaum Veloparkplätze und auch kaum Stangen, um das Velo
anzubinden. Dafür war neben
dem Zeltplatz gleich ein ALDI, um die Notversorgung einmal wieder
richtig aufzufüllen.

Der Campingplatz von Troyes, der Prospekt, Vorderseite

Der Campingplatz von Troyes, der Lageplan

Quittung des Campingplatzes von Troyes für eine Nacht, 9 Euro 50 Cents.
Für diese rückständige Stadt
verlangt man in Troyes für ein Einerzelt und ein Velo 9 Euro 50. Der
Zeltplatz war ja durchaus modern eingerichtet...
Troyes - Melun
Und weiter ging's, die Seine entlang.
Die Seine ist bis Paris übrigens
blitzsauber gehalten. Das Wasser kann man trinken...
Nach einem Abstecher nach Fontainebleau mit der Sichtung eines
langweilig gepflanzten "königlichen Parks" gings nach Melun über die
Hauptstrasse, wo ich fast meine Schirmmütze verloren hätte.
Der Campingplatz von Melun ist sehr
familienfreundlich, mit Spielplatz
etc. Als ich dort war, hatten die sogar ein künstliches Schwimmbecken
aufgestellt, und gleich neben dem Zeltplatz gibt es eine kleine
Badestelle an
der Seine, die ich mir natürlich nicht entgehen liess.

Der Camping von Melun, die Quittung über 8 Euro 35 Cents für eine Nacht