Verkehrszeichen der
Schweiz. Index

Landeszeichen "Confoederatio
Helvetica" (Schweizerbund). Obligatorisch
für alle Personenwagen.
Übrige Motorfahrzeuge und Anhänger nur, wenn
sie ins Ausland fahren.
Meldungen zu Verkehrszeichen
CH 26.8.2008: Mehr Verkehrsschilder = mehr Unfälle
aus: Kassensturz: Unnötige Verkehrsschilder: Teuer und
gefährlich;26.8.2008;
http://www.sf.tv/sendungen/kassensturz/manual.php?catid=kassensturzsendungsartikel&docid=20080826-schilderwald
<Absurd,
aber wahr: Verkehrschilder führen zu mehr Unfällen. Denn viele Tafeln
sind unnötig und lenken nur ab. Davor warnen Experten. Trotzdem stellen
Gemeinden und Kantone immer mehr Schilder auf. «Kassensturz» zeigt
überflüssige Verkehrsschilder, die sogar den Fahrlehrer überfordern.
Der
Berner Fahrlehrer und TCS-Experte Peter Plüss kritisiert seit Jahren
den Schilderwald in seiner Stadt: «Alle Planungsdirektoren wollten
abrüsten und die Anzahl Tafeln halbieren. Aber es wurde immer mehr
aufgerüstet.» Hundert Millionen Franken werden pro Jahr für
Markierungen und Schilder ausgegeben. Es werden immer mehr. Beispiel
Bern: Dort stehen rund 18'000 Tafeln. Zuwachs innerhalb 10 Jahren: über
50 Prozent.
Verwirrung statt Klarheit
Der Schilderwald
wuchert im ganzen Land und beschäftigt auch die Wissenschaft. Mit Hilfe
eines Fahrsimulators erforscht Professor Lutz Jäncke an der Universität
Zürich, was beim Autofahren im Gehirn passiert. Mit dem Simulator
lassen sich viele reale Situationen nachstellen. Der Neuropsychologe
warnt vor zu vielen Schildern: «Je mehr Verkehrsschilder pro
Zeiteinheit auftauchen, desto mehr wird die Wahrnehmungskapazität auf
diese Schilder gezogen. Demzufolge bleibt für den Rest, das heisst für
den Strassenverkehr oder für Kinder, die über die Strasse laufen,
weniger übrig.»
Problematisch ist nicht nur die Anzahl der
Schilder. Viele Schilder schaffen keine Klarheit, sie verwirren. Für
den Professor ist klar: Schilder mit Zusatzangaben wie Zeiten und
Ausnahmen sind sinnlos. Ab einem bestimmten Punkt könne dieses Zuviel
an Information gar nicht mehr verarbeitet werden. «Dann werden
Kurzschlussreaktionen ausgelöst, so dass wir nicht mehr richtig
hinschauen – als hätten wir überhaupt kein Verkehrsschild gesehen»,
sagt Jäncke.
Bundesamt ist machtlos
Schilder, die man
nicht sieht, das kann nicht im Sinn des Bundesamtes für Strassen Astra
sein. Unnötige Schilder sind laut dem Strassenverkehrsrecht sogar
verboten. Verantwortlich wären primär die Kantone und Gemeinden, dem
Astra seien darum die Hände gebunden, sagt Thomas Rohrbach vom
Bundesamt für Strassen.
Neue Schilder produziert unter anderem
die Signal AG in Büren an der Aare. Der Marktführer fertigt teilweise
in Handarbeit jährlich rund 60'000 Schilder an. Sie kosten je nach
Signal und Grösse im Schnitt zwischen 100 und 200 Franken. Das sind
bloss die Herstellungskosten. Hinzu kommt der Aufwand für Transport,
Montage und allfällige Beleuchtung. Der Schilderwald geht ins Geld.
«Tafel weg» im Aargau
Unter
dem Motto «Tafel weg» reduzierte der Kanton Aargau seinen Bestand an
Schildern. Jede achte Tafel war überflüssig und wurde abmontiert. Die
Staatskasse sparte zwei Millionen Franken. «Pro Schild, das wir
weggenommen haben, und das sind doch gegen 2000, kann man mit rund 1000
Franken Einsparungen rechnen. Auch der Signalunterhalt ist entsprechend
kleiner», sagt der Aargauer Verkehrsplaner Kurt Grauwiller.
Bei
der Sicherheit gab es keine Abstriche. Grauwiller: «Wir haben nur
doppelte Signale weggenommen. Ich weiss nicht, ob dies die
Automoblisten überhaupt bemerkt haben. Aber wir hatten keine negative
Meldungen.»
Alle Schilder abmontiert
Mehr Sicherheit ganz
ohne Schilder ist das Ziel eines EU-Projekts. Mehrere Städte, so wie
das norddeutsche Bohmte, montierten gleich alle Schilder ab. Auch
Zebrastreifen und Lichtsignale sind weg. Die Verkehrsteilnehmer
reagieren verunsichert: «Sie sind überrascht, wissen nicht genau, was
auf sie zukommt. Durch die gezielte Verunsicherung wird jeder
vorsichtiger und langsamer», sagt Gemeinderätin Sabine de Buhr-Deichsel.
Die
Resultate in mehreren EU-Städten zeigen sinkende Unfallzahlen. Man muss
ja nicht gleich alle Tafeln und Signale abschrauben, aber für
TCS-Experte Plüss ist klar, die Hälfte der Tafeln muss weg: «Dann kann
eine Durchschnittsperson die Signale überhaupt wieder erfassen.»
Kassensturz, 26.08.2008>
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