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Artensterben und Ausrottung: Die Tiere verschwinden immer mehr
Die Ausrottung von Pflanzen- und Tierarten durch Siedlungsbau, Strassenbau und Strassenverkehr ist bis heute gratis und straffrei
Absolute Bedrohung herrscht für alle Amphibienarten...
Laubfrosch: Kantonsschule Romanshorn: http://www.ks8590.ch/phbe/amphibienexkursion.html
Solange die Zerstörung von Lebensraum von Pflanzenarten und Tierarten bis zur Ausrottung gratis ist, wird der Siedlungsbau, der Strassenbau und der Strassenverkehr weiter "rentieren". Solange der Holocaust an Pflanzen und Tieren in den Bilanzen der Siedlungsplaner und Verkehrsplaner nicht vorkommt, und solange keine Strafen im Gesetz für die Ausrottung von Pflanzen und Tieren vorgesehen sind, wird ihn auch niemand merken wollen.
Die Warnungen über die Ausrottungen von Pflanzenarten und Tierarten werden einfach nicht ernst genommen. Der Flächenverbrauch geht täglich weiter (in der Schweiz vier Fussballfelder pro Tag), und der Holocaust an Pflanzenarten und Tierarten kommt in den Bilanzen weiterhin nicht vor...
Und weitere Faktoren wie der Klimawandel, Überfischung und Armut etc. führen zu weiteren Lebensraumverschiebungen, mit entsprechenden Aussterbungsraten, die bis heute straffrei begangen werden. Die Banken lassen sterben...
Michael Palomino
Dezember 2005
Inhalt
- Täglich sterben bis zu 130 Pflanzen- und Tierarten aus - Gutachter fordern zehn bis 20 Prozent Naturschutzfläche weltweit (nano online 14.9.2000)
- Artensterben: Ursachenforschung - Die grossen Killer (Greenpeace Magazin (GPM) 1/2005)
- Ökostudie belegt dramatisches Artensterben (C6-Magazin 20.5.2005)
- Artensterben beschleunigt sich dramatisch (Tages-Anzeiger 13.12.2005)
- Frösche sterben wie die Dinosaurier - wegen einem Pilz "Chytrid" (Blick 15.2.2007)
- 2007: Nur noch 1000 Tiger in Indien (ARD Teletext 24.5.2007)
- 2007: Rekordzahl bedrohter Vogelarten (ARD Teletext 24.5.2007)
- 2010: Pestizide reduzieren Artenvielfalt um 50% (n-tv 12.2.2010)
Täglich sterben bis zu 130 Pflanzen- und Tierarten aus - Gutachter fordern zehn bis 20 Prozent Naturschutzfläche weltweit
nano online / ap, 14.9.2000
Täglich sterben weltweit bis zu 130 Pflanzen- und Tierarten aus. Deshalb forderte der "Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen" am Mittwoch in Berlin, statt derzeit 5,3 Prozent zehn bis 20 Prozent der weltweiten Landfläche unter Naturschutz zu stellen. Die zwölf Gutachter sehen in ihrer jüngsten Studie dringenden Handlungsbedarf für die internationale Politik. Die Entwicklungschancen künftiger Generationen stünden auf dem Spiel. Unersetzliche Ökosysteme wie der tropische Regenwald oder Korallenriffe seien in ihrem Bestand gefährdet.
Die stellvertretende Vorsitzende des Beirats, Juliane Kokott, verwies auf neueste Untersuchungen, wonach ein weltweites Schutzgebietssystem, das etwa 15 Prozent der weltweiten Landfläche umfasse, insgesamt rund 50 Milliarden Mark jährlich kosten würde. Heute würden bereits mehr als zwölf Milliarden Mark für den Erhalt von Schutzgebieten ausgegeben. Die Finanzierung der verbleibenden Milliarden durch die internationale Gemeinschaft sei keine unmögliche Aufgabe. "Durch Abbau und Umbau von umweltschädlichen Subventionen, etwa für die Landwirtschaft, könnten entsprechende Mittel freigesetzt werden", sagte Kokott.
Als "entscheidendes Manko" der internationalen Biosphärenpolitik nannte die Professorin die mangelnde wissenschaftliche Beratung. Zunächst sollte geprüft werden, inwieweit dieser Mangel durch eine engere Vernetzung vorhandener Gremien behoben werden könne. Wahrscheinlich sei aber der Aufbau eines "Zwischenstaatlichen Ausschusses für biologische Vielfalt" nötig. In einem solchen Gremium könnten alle führenden Wissenschaftler zusammengeführt werden, wie dies in der Klimapolitik bereits erreicht worden sei. Kokott plädierte dafür, "Nichtwissen und Nichtpräsenz in der Öffentlichkeit" über das Artensterben anzugehen. Sie kritisierte, dass an den internationalen Konferenzen über Klimaschutz Bundesminister teilnähmen, während zu den Treffen zur Biodiversität aber nur die Staatssekretäre reisten. Trotzdem sei sie optimistisch, dass der Beirat "langfristig auch gewisse Früchte" seiner Arbeit ernten kann.
Die Studie zur Erhaltung und nachhaltigen Nutzung der Biosphäre nahmen die parlamentarischen Staatssekretäre Simone Probst (Umwelt) und Wolf-Michael Catenhusen (Forschung) entgegen. Sie erklärten: "Wir beobachten mit grosser Sorge den Verlust der genetischen Vielfalt, das Aussterben von Arten und ganzen Lebensgemeinschaften und die Belastung und Verarmung von Ökosystemen und Landschaften." Den Empfehlungen des Rates trage die Bundesregierung in weiten Bereichen bereits Rechnung. So werde die Novelle des Bundesnaturschutzgesetzes eine Reihe der Anregungen aufgreifen. In Deutschland sei ein Biotopverbundsystem für mindestens zehn Prozent der Landesfläche vorgesehen.
Greenpeace Magazin (GPM) 1/05
Artensterben: Ursachenforschung - Die grossen Killer
Vom mächtigen Gorilla bis zum unscheinbaren Frosch: 7226 Tierarten sind weltweit vom Aussterben bedroht (und das ist nur die Zahl der bekannten Arten). Die Vielfalt des Lebens schwindet in beispiellosem Tempo. Zwar sind die Ursachen bekannt — doch angesichts globaler Armut und ungebremsten Wirtschaftswachstums gibt es keine einfachen Lösungen für komplexe Ursachen.
ZERSTÖRTE LEBENSRÄUME: Ob an Land oder im Meer – nichts bedroht die Artenvielfalt stärker als der immer schneller fortschreitende Verlust der letzten Wildnis: von Urwäldern, von intakten Korallenriffen und Unterwasserbergen, von unberührter Savanne oder Tundra, von Feuchtgebieten oder Bergwelt. Jeweils 86 Prozent der vom Aussterben bedrohten Säugetier- und Vogelarten und sogar 88 Prozent der Amphibienarten auf der Roten Liste sind vom zerstörerischen Vordringen des Menschen in jeden Winkel der Erde betroffen.
EINGESCHLEPPTE ARTEN: Sie überqueren die Meere im Ballastwasser grosser Schiffe, sie überwinden Grenzen in Obst- und Gemüsekisten – oder sie werden von Menschen absichtlich in die Umwelt entlassen: fremde Arten. Mal sollten gezielt ausgesetzte Arten Schädlinge bekämpfen, mal wurde ein Pflanzen- oder Tierfreund ihrer überdrüssig und setzte sie in der Natur aus (siehe auch "Invasion der Frankenfische", Seite 87). Mangels natürlicher Feinde können sich solche Invasoren dann häufig ungehindert ausbreiten und werden so selbst zur Gefahr – vor allem auf Inseln, auf denen häufig Arten leben, die es nur dort gibt. Durch den anschwellenden internationalen Handel und Verkehr wird das Problem weiter anwachsen, urteilen Experten.
ÜBERNUTZUNG (FISCHEREI / JAGD): Urwaldbäume für Bauholz oder Papier, Haifischflossen für die Suppe oder traditionelle chinesische Medizin, Gorillas (siehe kleines Foto unten) und Schimpansen als Mahlzeit für hungrige Bautrupps – die Liste der Beispiele für die katastrophale Übernutzung der Natur durch den Menschen ist lang. Und oft sind diese Beispiele durch eine gemeinsame Ursache verknüpft: Armut. So ist in vielen afrikanischen Ländern die Nachfrage nach "Bushmeat" (also Wildtieren) drastisch gestiegen, weil Fischereiflotten aus den Industrieländern – häufig auch aus europäischen Häfen – die Meere leer fangen. Andere Proteinquellen können sich die Armen nicht leisten – und auch die bald nicht mehr, mangels Masse. Auch indirekt werden Arten zu Opfern von Jagd und Überfischung: So sind zum Beispiel viele Vogelarten und Meeressäuger bedroht, weil die Fischerei ihre Beute dezimiert hat.
ÜBERDÜNGUNG: Eine weitgehend unbekannte Bedrohung der Artenvielfalt sind die Emissionen aus intensiver Landwirtschaft, Kraftwerken oder dem Verkehr. Substanzen wie Nitrat oder Phosphor entweichen aus Feldern, Schornsteinen oder Auspufftöpfen – und regnen zum Beispiel auf Trockenrasen, Feuchtwiesen und Hochmooren nieder. Diese Überdüngung lässt die auf nährstoffarme Standorte spezialisierten Pflanzen- und Tierarten schwinden. Wenige "Allerweltsarten" setzen sich durch. Drastische Folgen hat auch die "Eutrophierung" der Gewässer. Die Düngerfracht aus den Flüssen etwa löst in den Meeren Algenblüten aus, die dort alles Leben ersticken.
KETTENREAKTION: An jeder bedrohten Art hängen oft noch weitere, die für ihr Überleben auf eben dieses Tier oder diese Pflanze als Nahrung, als Symbiose-Partner oder Wirt angewiesen sind. Zu den 15.589 bedrohten Tier- und Pflanzenarten müssen deshalb mindestens weitere 6300 Arten gezählt werden, die selbst noch nicht auf der Roten Liste stehen, hat ein internationales Forscherteam bei ersten Analysen herausgefunden.
KLIMAWANDEL: Noch finden sich auch Wissenschaftler, die eine Erwärmung der Erdatmosphäre als Segen für die Artenvielfalt betrachten. Doch für die Mehrheit der Forscher überwiegen die Nachteile – und der Klimawandel wird zur wachsenden Gefahr. Besonders wegen der Vielzahl der Effekte: Synchronisierte Lebensrhythmen zwischen Jägern und ihrer Beute, die Wanderzeiten der Zugvögel, die Verbreitungsgebiete von Arten und ihrer Feinde – alles kann aus dem Lot geraten. Zudem drohen einzigartig artenreiche Lebensräume komplett verloren zu gehen, wie die südafrikanische Kap-Flora oder die tropischen Korallenriffe, die extrem unter Wärmestress leiden. Der steigende CO2-Gehalt der Atmosphäre hat aber auch noch weitere, wenig beachtete Folgen: Zunehmend wächst dadurch der Säuregehalt der Meere, was das Plankton schädigt, das erste Glied in der marinen Nahrungskette. Die Folgen des Klimawandels wurden sogar schon in mehr als 4000 Metern Meerestiefe registriert, wo noch zahllose Arten ihrer Entdeckung harren – wenn sie nicht vorher ausgestorben sind.
"Mit jeder Art, die wir verlieren, reisst eine Kette des Lebens, die über 3,5 Milliarden Jahre gewachsen ist."
Jeffrey McNeely, Chef-Wissenschaftler der IUCN (World Conservation Union)
FROSCH ALS KASSANDRA
Keine andere Gruppe im Tierreich ist derart bedroht wie die Amphibien. Eine Studie von 500 Wissenschaftlern aus 60 Ländern zeigt, dass allein seit 1980 neun Arten sicher und 122 möglicherweise ausgestorben sind. Bei 427 stehe der Exitus unmittelbar bevor. Auch wenn sich die genauen Gründe unterscheiden und zum Teil umstritten sind, lässt sich das Massensterben auf eine Ursache zurückführen: den Menschen. Manche Amphibien verschwinden, weil sie als Delikatesse verzehrt oder zu Medizin verarbeitet werden. Anderen versetzt die Zerstörung ihres Lebensraums durch Abholzung und Klimawandel den Todesstoss. Darüber hinaus spielen Chemikalien eine grosse Rolle. Für den Biologen Joseph Kiesecker von der Pennsylvania State University gleichen Amphibien damit der antiken Seherin Kassandra, die drohendes Unheil vorhersagte: Weil die Tiere auf Umweltveränderungen besonders sensibel reagieren, kündigten sie an, wohin die Reise auch für die Menschheit gehen könnte.
INVASION DER FRANKENFISCHE
Mit Gift und Strom kämpfen amerikanische Naturschützer gegen den Schlangenkopffisch, der aus China stammt und sich nun an der US-Ostküste, in Florida sowie in den Grossen Seen breit zu machen droht. Die Presse hat den mit äusserst scharfen Zähnen bewaffneten Räuber schon "Frankenfisch" getauft, weil er unter Wasser wahre Gemetzel anrichtet. Zur Not robbt der einen halben Meter lange Vielfrass sogar an Land, um dort Frösche, Vögel oder kleine Säugetiere zu vertilgen. Die Invasion begann vor zwei Jahren in einem See in Maryland, wo ein Mann zwei Schlangenkopffische ausgesetzt hatte, die binnen kurzer Zeit das gesamte örtliche Ökosystem ins Wanken brachten. Obwohl man das Wasser des Sees vergiftete, tauchen sie in immer mehr Gewässern auf, sogar in den Grossen Seen. Schon wurde ein erster im Hafen von Chicago gesichtet. Deshalb wollen die Behörden nun das Hafenbecken kurzzeitig unter Strom setzen. Der Elektroschock würde sämtliche Fische betäuben und an die Oberfläche treiben lassen — vielleicht die letzte Gelegenheit, um unter den Räubern aufzuräumen.
DIE BILANZ DES SCHRECKENS
844 Arten hat der Mensch in den letzten 500 Jahren von der Erde verschwinden lassen, darunter 129 Vogelarten. 103 verschwanden in den letzten 200 Jahren – das ist 50-mal schneller als durch natürliche Ursachen erklärlich wäre. Alle 21 Albatrosarten weltweit sind bedroht, 1996 waren es 3. Hauptgrund: Langleinenfischerei, die insgesamt 83 Vogelarten bedroht. Insgesamt gelten zur Zeit 15'589 Arten (Pflanzen und Tiere aus verschiedenen Rote-Liste-Kategorien) als vom Aussterben bedroht – darunter 7226 Tierarten; im Jahr 1996 waren es 5205.
Jede 4. Säugetier- und jede 8. Vogelart könnte schon in naher Zukunft verschwunden sein. Bei den Amphibien gelten 33%, bei Land- und Süsswasserschildkröten sogar 50% der Arten als bedroht. 86% der bedrohten Säugetier-, 86% der Vogel- und 88% der Amphibienarten sind vom Verlust ihres Lebensraums oder von dessen Niedergang betroffen. Insgesamt schreitet das Artensterben gegenwärtig 100- bis 1000-mal schneller voran, als aus evolutionären Gründen erklärlich.
Die Verlorenen: [Urwälder verschwinden - der Mensch erfindet die Agrarsteppe]
Das Drama der Urwälder, deren Verschwinden in den Tropen uns so entsetzt, fand auch hierzulande statt, liegt aber länger zurück: Über Jahrtausende wurden Wälder zu Ackerland und Forsten getrimmt, Moore und Sümpfe trockengelegt, Wildtiere gejagt und ausgerottet. Im 20. Jahrhundert verwandelte die industrialisierte Landwirtschaft mit Dünger, Giften und Flurbereinigung den grössten Teil Deutschlands in eine artenarme Agrarsteppe. Strassen und wuchernde Siedlungsgebiete zerschnitten das Land in Parzellen, für viele Arten zu klein zum Überleben. 12 Säugetier-, 16 Brutvogel-, 34 Schmetterling-, 29 Bienen- und 20 Webspinnenspezies gelten als "ausgestorben oder verschollen", hunderte als bedroht ("Rote Liste gefährdeter Tiere Deutschlands"). Zwar verschwinden zur Zeit nur noch wenige Arten - wer bis heute überdauert hat, hat sich mit den Bedingungen arrangiert oder kommt mit wenig Platz aus. Doch für Entwarnung besteht kein Anlass: In der Fläche ist die Artenvielfalt auf ein Minimum geschrumpft - und die Bestände vieler Vogelarten, vor allem der Wat- und Wiesenvögel, befinden sich weiter im Sinkflug.
UMWELT 20.05.2005Ökostudie belegt dramatisches Artensterben
http://www.c6-magazin.de/news/artensterben/000577.php
Das Aussterben von Tierarten auf der Erde hat dramatische Formen angenommen. Nie zuvor schwand die Artenvielfalt auf unserem Planeten so schnell wie in der Gegenwart. Dies geht aus einer in Nairobi veröffentlichten "Millennium Ökosystemstudie" ("Millennium Ecosystem Assessment") hervor. Der Ökostudie zufolge sind seit Beginn des industriellen Fischfangs bereits etwa 90 Prozent des weltweiten Fischbestandes verschwunden. Ausserdem seien ein Drittel der Amphibien und ein Fünftel der Säugetiere vom Aussterben bedroht.Klaus Töpfer, Direktor des UN-Umweltprogramms, das die Ökostudie mit organisiert hatte, erklärte, wenn die Wälder und Korallenriffe mit Museen und Universitäten vergleichbar wären, dann würde deren Zerstörung als "grober Vandalismus" gelten. Den Verlust der Artenvielfalt bezeichnete er als "wirtschaftlichen Selbstmord".
Die Ökostudie warnt eindringlich, die Menschheit beraube sich notwendiger Leistungen der Natur. Dazu gehörten beispielsweise die natürliche Reinigung von Luft und Wasser und der Schutz vor Naturkatastrophen. In der Ökostudie heisst es, ein intakter Hektar Mangrovensumpf sei mehr als 1.000 US-Dollar (umgerechnet 792 Euro) wert. Lege man diesen Hektar trocken, um ihn landwirtschaftlich zu nutzen, falle sein Wert auf 200 Dollar.
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Tamedia AG, 08:09 | Dienstag, 13. Dezember 2005; http://www.tages-anzeiger.ch/dyn/news/newsticker/571704.html
Artensterben beschleunigt sich dramatisch
WASHINGTON - Das Artensterben beschleunigt sich dramatisch: Mittlerweile sind gemäss einer Studie drei Mal so viele Arten bedroht, wie in den vergangenen 500 Jahren bereits ausgestorben sind.
Der Mensch habe die Aussterberate um das 100- bis 1000-fache über das natürliche Mass hinaus getrieben, berichten US-Forscher in den "Proceedings" der amerikanischen Akademie der Wissenschaften. Die Biologen untersuchten solche Arten, für die es weltweite Daten gibt.
Dazu zählen Säugetiere, Vögel, Amphibien, einige Reptilien und als einzige Pflanzengattung Nadelhölzer. Die meisten der demnach 794 bedrohten Arten leben jeweils nur noch an einem Ort.
Seit dem Jahr 1500 sei die Ausrottung von 245 Arten aus diesen Gruppen verzeichnet, berichten die Forscher um Taylor Ricketts von der Umweltstiftung WWF: "Die festgelegten Arten machen nur ein Bruchteil aller aus, die durch das menschliches Handeln vom Aussterben bedroht sind."
Die Forscher identifizierten 595 Zentren bevorstehenden Aussterbens, die jeweils als einzige verbliebene Heimat für bedrohte Arten dienen. Die Mehrzahl dieser letzten Refugien sei nicht genug geschützt. Nur ein Drittel sei derzeit abgesichert.
An den übrigen Plätzen sollten dringend Schutzmassnahmen ergriffen werden, um den Verlust der Spezies zu verhindern, heisst es in dem Artikel: "Die grosse Mehrheit dieser Plätze liegt in Entwicklungsländern. In vielen Fällen ist ihre Rettung nicht ohne substanzielle Hilfe aus den Industrieländern möglich."
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Frösche sterben wie die Dinosaurier - [wegen einem Pilz "Chytrid"]
BLICK online, 15.02.2007
http://www.blick.ch/news/tierwelt/artikel56131
ATLANTA – Gibts bald keine Frösche mehr? Ein Pilz tötet die Amphibien überall auf der Welt. So alarmierend ist das Sterben, dass Forscher jetzt eine «Frosch-Arche Noah» einrichten wollen.
Wo die Frösche früher noch quakten und glucksten, ist es jetzt still geworden. Die Frösche in den Teichen und Tümpeln sind tot. Schuld daran ist ein tödlicher Pilz, der so genannte Chytrid. Er befällt die feuchte Froschhaut und verstopft die Poren. Die Amphibien trocknen aus.
Wissenschaftler vergleichen das weltweite Froschsterben bereits mit dem Verschwinden der Dinosaurier. Die Zahlen sind alarmierend: Bis zu 170 Arten sind dem mysteriösen Parasiten in den vergangenen zehn Jahren bereits zum Opfer gefallen, weitere 1900 sind von der Ausrottung bedroht!
«Das ist ein Beispiel für eine Krankheit, die eine ganze Tierart befällt, etwa alle Säugetiere, alle Vögel oder alle Fische», erklärt der Herpetologe Joseph Mendelson vom Zoo in Atlanta. Gemeinsam mit Wissenschaftlern aus aller Welt berät er über Rettungsmassnahmen. Die Zeit drängt: Von Australien bis Costa Rica sind inzwischen zahlreiche Arten verschwunden, und auch in Japan wurden vergangenen Monat die ersten kranken Frösche entdeckt.
Die Herkunft des tödlichen Amphibienpilzes ist weitgehend unklar. Die Forscher vermuten seinen Ursprung jedoch in Afrika: Der dort lebende Krallenfrosch trägt den Parasiten auf seiner Haut, ist aber immun gegen dessen tödliche Wirkung. Seit Jahrzehnten wird die Spezies für Forschungszwecke in alle Welt verschifft. So könnte sich auch der Pilz auf anderen Kontinenten verbreitet haben.
Bis ein wirksames Mittel gegen das Massensterben gefunden ist, wollen Amphibienforscher Mendelson und seine Kollegen kleine Populationen bedrohter Froscharten unter Quarantäne stellen. Die Initiative «Amphibienarche» ruft Aquarien, Zoos und botanische Gärten in aller Welt dazu auf, jeweils mindestens 500 Exemplare einer gefährdeten Art zu säubern und bei sich aufzunehmen. «Die Menschen wären absolut dumm, wenn sie dieser Sache keine Aufmerksamkeit schenken würden», betont Mendelson.
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2007: Nur noch 1000 Tiger in Indien
aus: ARD Teletext, 24.5.2007, Tafel 513
In Indien leben vermutlich nur noch rund 1000 Tiger - das ist etwa ein Viertel dessen, was noch im Jahr 2003 geschätzt wurde. Das berichtete das staatliche Wildlife Institute of India.
Zusammen mit weiteren Umweltschützern hatte das Institut die Tiere 2006 in 16 Reservaten in mehreren Bundesstaaten gezählt. 2003 kamen die Forscher bei ihrer Suche noch auf 3700 Tiere. Die unterschiedlichen Zahlen könnten aber auch auf falsche Zählungen vor drei Jahren zurückzuführen sein, so die Experten. Vor 100 Jahren gab es noch 40'000 Tiger."
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2007: Rekordzahl bedrohter Vogelarten
aus: ARD Teletext, 24.5.2007, Tafel 517
"Mehr als zehn Prozent aller Vogelarten und damit so viele wie nie zuvor sind weltweit vom Aussterben bedroht. Das berichtet die Schutzorganisation Bird-Life International in Cambridge. Zusätzlich zu diesen 1221 fallen 812 Arten in die Kategorie "nahezu bedroht". Damit müssten 2033 der insgesamt rund 10'000 bekannten Vogelarten geschützt werden, warnte BirdLife.
Die grösste Bedrohung für die Vögel sei der Verlust der Lebensräume - 86 Prozent der gefährdeten Arten seien davon betroffen."
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12.2.2010 Pestizide reduzieren Artenvielfalt um 50%
aus: n-tv online: Welt & All: Eindeutiges Ergebnis Spritzmittel halbieren Artenvielfalt; 12.2.2010; http://www.n-tv.de/wissen/weltall/Spritzmittel-halbieren-Artenvielfalt-article724676.html
<Die in der Landwirtschaft eingesetzten Spritzmittel sind nach einer europaweiten Studie der Hauptgrund für einen massiven Rückgang der Artenvielfalt auf Ackerböden und deren Umgebung. Während auf einem ökologisch bearbeiteten Feld rund 1000 verschiedene Arten vorkämen, seien es auf einem mit Pestiziden behandelten Acker nur noch rund halb so viele, sagte Professor Teja Tscharntke von der Universität Göttingen. Der Agrarökologe hat an der Untersuchung in acht west- und osteuropäischen Ländern teilgenommen.
Pflanzenschutzmittel wird auf einem Feld versprüht.
Für die Studie seien 150 Weizenfelder in Deutschland, den Niederlanden, Schweden, Irland, Spanien, Polen, Estland und Frankreich untersucht worden, sagte Tscharntke. Diese Äcker befänden sich in den unterschiedlichsten Regionen, seien verschieden groß und auf verschiedene Weise bestellt worden. Ziel der Untersuchung sei es gewesen, die Wirkung einzelner Faktoren auf die Vielfalt von Pflanzen und Tieren - vor allem Käfer und bodenbrütende Ackervögel - festzustellen.
Wer Artenvielfalt will, muss auf Spritzmittel verzichten
Die Wissenschaftler haben zum Beispiel die spezielle Lage der Felder, den Charakter der Landschaft, die Bodenbeschaffenheit, die Nähe zu anderen Biotopen und besonders die Art des Landbaus und des damit verbundenen Einsatzes verschiedener Geräte und Substanzen bewertet. Das Resultat sei eindeutig, sagte Prof. Tscharntke: Der Hauptgrund für die Verringerung der Tier- und Pflanzenvielfalt seien Spritzmittel wie Insektizide oder Fungizide.
Die organische Bewirtschaftung auch einzelner Äcker ohne Pestizide wirke sich dagegen positiv auf die Vielfalt der Pflanzen und Laufkäfer aus. Brutvögel dagegen profitierten kaum. Denn ebenso wie viele Säugetiere, Tag-Schmetterlinge oder Bienen bewohnten sie größere Landschaftsbereiche. Sie seien deshalb auch negativ betroffen, wenn in der Nachbarschaft organisch bewirtschafteter Felder Pestizide eingesetzt werden. Tscharntkes Schlussfolgerung: "Wer Artenvielfalt will, muss auf den Einsatz von Spritzmitteln weitestgehend verzichten".
dpa >
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