Der Klimawandel mit Klimaerwärmung und die Auswirkungen Teil 1

17.11.2005: Auto, Fabriken und
Ölheizung danke schön! Der
Klimawandel bewirkt Wassermangel und Überschwemmungen in Mitteleuropa
aus:
Tages-Anzeiger 17.11.2005:
Die Welt im Klimawandel - Auswirkungen deutlich zu
spüren; Internet:
http://www.tages-anzeiger.ch/dyn/news/newsticker/562272.html
[Schneeschmelze
tritt früher ein
- Wassermangel im Sommer]
<LONDON - Mehr als ein Sechstel
der
Weltbevölkerung wird in den
kommenden Jahrzehnten im Sommer von Wasserknappheit bedroht sein. Die
Klimaerwärmung führt dazu, dass die Schneeschmelze immer früher
eintritt.
Aufgrund fehlender
Speichermöglichkeiten droht ein Grossteil des
Wassers ungenutzt ins Meer zu fliessen. Auch in Westeuropa werden die
Pegelstände früher steigen und im Sommer häufiger und länger auf
niedrige Werte fallen.
Über diese und weitere
Auswirkungen
der Klimaerwärmung berichten
US-Forscher in zwei Übersichtsartikeln des Fachblatts "Nature". Demnach
bekommt die Menschheit in einer wärmeren Welt auch vermehrt
gesundheitliche Probleme.
Mehr
Krankheiten
durch
Insektenübertragung
Die Forscher um Jonathan Patz von
der
University of Wisconsin in
Madison befürchten mit steigenden Temperaturen eine stärkere
Verbreitung von Insekten, die Krankheiten übertragen, und höhere
Ernteausfälle.
Schon heute sterben laut der
Weltgesundheitsorganisation (WHO)
jährlich etwa 150 000 Menschen an den direkten oder indirekten
Folgen des Klimawandels.
Gemäss den Klimamodellen steigen
die
Temperaturen am Rhein bis zur
Mitte des Jahrhunderts um ein bis knapp zweieinhalb Grad. Die Erwärmung
werde dazu führen, dass der Wasserstand des Rheins immer mehr von den
Regenfällen abhängen wird, berichten die Forscher um Tim Barnett von
der Scripps Institution of Oceanography in La Jolla.
Hochwasser im
Winter -
Trockenheiten im Sommer
Im Winter wird es häufiger
Hochwasser
geben, Trockenperioden im
Sommer werden öfter auftreten und länger anhalten. Industrie,
Landwirtschaft und die Haushalte werden sich dann in den Sommermonaten
die knappen Ressourcen teilen müssen, berichten die Forscher weiter.>
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Gletscher schmelzen
doppelt so schnell wie erwartet
aus: gmx, 17.2.2006;
http://www.gmx.net/de/themen/nachrichten/deutschland/umwelt/1943598.html
<Grönlands Gletscher schmelzen
wesentlich schneller als erwartet.
Messungen im Südosten der Insel hätten ergeben, dass sich die Schmelze
in den vergangenen fünf Jahren verdoppelt habe, berichteten Forscher in
der neuen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins "Science".
Sie vermuten den Klimawandel als
Ursache für die Beschleunigung des
Schmelzprozesses. Damit änderten sich nach Angaben der Wissenschaftler
aber auch die Vorhersagen zum Anstieg des Meeresspiegels:
Nach den neuen Berechnungen trägt
das geschmolzene Eis pro Jahr 0,5
Millimeter zum weltweiten Anstieg des Meeresspiegels um drei Millimeter
bei. Grönlands Eisfläche ist fast so gross wie Mexiko; sollte das Eis
komplett schmelzen, stiege der Meeresspiegel weltweit um rund sieben
Meter an.>
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Die Meerestiere wandern mit der Packeisgrenze und
entfernen sich von den Küsten - Aussterben der Rentiere
aus: Prisma: Beringia - Klimaalarm in der Arktis;
NDR, 11.4.2006, 23:30-00:15
Zusammenfassung:
-- die Walrösser und die Eisbären wandern der Packeisgrenze nach und
ziehen vom Festland weg, so dass die Bewohner keine Walrösser oder
Eisbären mehr jagen können und ein Hauptteil der Nahrung wegfällt
-- die Wale wandern dem Plankton nach, das nur in kühlen Meeren
auftritt, und wenn das Meer immer wärmer wird, halten sich die Wale nur
noch dort auf, wo das Meer noch kühl ist, also treten sie an den Küsten
nicht mehr auf und fallen als Nahrung für die Bevölkerungen der Arktis
ebenfalls weg
-- in der Arktis fällt erstmals Nassschnee, und in den Nächten bildet
der Nassschnee am Boden eine Eisschicht. Als Folge können die Rentiere
im Winter nicht mehr nach Gras scharren und die Herden verhungern zu
grossen Teilen.
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Meer kann weniger CO2
absorbieren
aus: ARD Teletext, 24.5.2007,
Tafel 518
<Der Klimawandel schwächt die
Aufnahmefähigkeit des Südpolarmeers für
das umweltschädliche Kohlendioxid. Damit steige auch der Anteil des
Treibhausgases in der Atmosphäre stärker als bisher angenommen, hiess
es in einer im Wissenschaftsjournal "Science" veröffentlichten Studie,
an der auch das Max-Planck-Institut Jena beteiligt war.
Nach den Berechnungen der
Forscher absorbierte das Südpolarmeer seit
1981 pro Jahrzehnt 5 bis 30 Prozent weniger CO2 als vorhergesehen.
Gleichzeitig sei der Ausstoss von CO2 auf [um] 40 Prozent gestiegen.>
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Kohlendioxid-Ausstoss steigt schnell
aus: ARD Teletext,
24.5.2007,
Tafel 518
<Der weltweite
Kohlendioxidausstoss steigt schneller als befürchtet. Nach einer Studie
kletterte der Ausstoss von 2000 bis 2004 drei Mal so schnell wie in den
1990-er Jahren. Er wuchs damit stärker als in den schlimmsten Szenarien
des UN-Klimarats Ende der 1990-er Jahre vorausgesagt wurde.
Das berichtet ein internationales
Forschungsteam in den "Proceedings" der US-Akademie der Wissenschaften.
Die Zuwachsrate ist demnach am stärksten in sich schnell entwickelnden
Ländern wie China.>
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Klimawandel für die "USA":
Die Stadt New York wird ein
Venedig, Floridas Grundwasser wird versalzen - und mehr Sturmschäden
aus: Klimawandel in
den USA. Land unter an der
Wall Street; n-tv online, Montag, 24. September 2007
http://www.n-tv.de/856754.html
<Die Südspitze von Manhattan
steht unter Wasser, die Strände
Floridas
sind im Meer verschwunden und gigantische Flutbarrieren versuchen das
Schlimmste zu verhindern: Wissenschaftlern zufolge werden das die
Probleme der USA in 100 Jahren sein. In dieser Zeit soll der
Meeresspiegel um rund einen Meter steigen und würde dann den Küsten
etwa 65.000 Quadratkilometer Land überfluten - eine Fläche etwa von der
Grösse Bayerns.
"Es wird ein Meter sein und es
gibt nichts was wir dagegen
tun können. Die Frage ist nur wann", sagt der Klimatologe Andrew Weaver
von der Universität Victoria, einer der führenden Autoren des jüngsten
Berichts des Weltklimarats (IPCC). Manche Experten sagen einen Anstieg
um einen Meter innerhalb von 50 Jahren voraus, andere hoffen, es
könnten noch 150 Jahre vergehen. Die meisten der mehr als zwei Dutzend
von der Nachrichtenagentur AP befragten Klimaexperten gehen jedoch
davon aus, dass es in 100 Jahren soweit sein wird.
Die prognostizierten Folgen
basieren auf Küstenlandkarten der
US-Universität Arizona und Daten des Geologischen Dienstes, einer
wissenschaftlichen Behörde des US-Innenministeriums. Danach wird an der
Börse in der New Yorker Wall Street Land unter sein, die U-Bahn-Röhren
der Metropole werden regelmässig überflutet. Auch das Fliegen dürfte
schwieriger werden: Die Landebahnen von New Yorks Flughafen La Guardia
werden nur noch für Wasserflugzeuge infrage kommen, und auch der
grösste
Flughafen, John F. Kennedy, liegt nahe am Atlantik.
"Der Anstieg des Meeresspiegels
wird stärkere Auswirkungen
auf die Bevölkerung und die Infrastruktur haben als alles andere, das
ich mir ausmalen kann", erklärte der Küstengeologe des Geologischen
Dienstes, Jeffress Williams. In New York diskutieren Staats- und
Regierungschefs seit Montag auf Einladung der Vereinten Nationen über
Strategien gegen die globale Erwärmung, zum Ende der Woche will
US-Präsident George W. Bush eine separate Konferenz in Washington zu
dem Thema abhalten.
Den Wissenschaftlern zufolge
werden jedoch Programme zur
Reduktion der Treibhausgase, die jetzt noch beschlossen werden, an der
Prognose nichts ändern. Deswegen müssen sich die Küstengebiete der USA
Überlebensstrategien zurechtlegen.
Es gibt nur drei Auswege:
-- Das Einfachste wäre es, küstennahe
Landstriche aufzugeben. Das würde allein in New York und Florida
bedeuten, milliardenschweres Immobilienvermögen und den Lebensraum von
tausenden Menschen zu zerstören.
[Gleichzeitig würden andere Landstriche an Wert gewinnen, die in
mittlerer Nähe zum Meer auf einer gewissen Höhe liegen].
-- Daher kommt an diesen Stellen wohl
eher künstlicher Schutz vor den Fluten in Frage: Gigantische Dämme,
Schleusen und Flutbarrieren müssten errichtet werden - ein System
vergleichbar der aufwendigen Flutkontrolle in den Niederlanden. Der
finanzielle und technische Aufwand wird aber nur an wenigen besonders
bevölkerten Orten möglich sein, nicht entlang der gesamten, tausende
Kilometer langen US-Küste. Die Politik muss entscheiden, welche
Landstriche aufgegeben werden.
-- Die dritte Strategie besteht darin, Land
aufzuschütten und Neubauten höher zu legen - ein konstanter Kampf gegen
das Wasser.
Mit einem höheren Meeresspiegel
werden auch Stürme und
Hurrikans gefährlicher, weil sie Flutwellen weiter landeinwärts treiben
werden. Ganze Stadtteile von New York oder San Francisco könnten bei
einem grossen Sturm schnell überflutet werden. Die Reste von New
Orleans, die bis dahin noch nicht im Wasser verschwunden sein werden,
dürften dann schon von kleineren Hurrikans stark bedroht sein. Florida
steht der US-Umweltschutzbehörde (EPA) zufolge vor dem Problem der
Versalzung des Grundwassers. Dies würde die Trinkwasserversorgung stark
gefährden, warnt die Behörde.
Der Anstieg wird den Experten
zufolge progressiv
fortschreiten. So langsam, dass die Politik ihn auch noch eine Weile
ignorieren kann, fürchtet der Küstengeologe Williams. Es sei wie beim
Wasserkochen auf dem Herd: "Wenn Sie den Finger anfangs in den Topf
stecken, gewöhnen sie sich an die Hitze", erklärt der Forscher des
Geologischen Dienstes. Irgendwann fängt das Wasser dann zu kochen an."
>
[Und das ganze Szenario gilt für
alle Küstenregionen der Welt].
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Experten schlagen Alarm: Walross-Invasion in Alaska
aus: n-tv online; 7. Oktober
2007; http://www.n-tv.de/862603.html
<Im plötzlichen Auftreten
tausender Walrosse an der Nordwestküste
Alaskas sehen Umweltschützer eine dramatische Konsequenz des
Klimawandels. Denn normalerweise leben die Walrosse, insbesondere
Muttertiere mit ihren Jungen, in dem Gebiet im Sommer und Herbst auf
dem arktischen Packeis. Doch in diesem Sommer hat sich das Eis so weit
nach Norden zurückgezogen wie noch nie, weit nördlich des äusseren
Kontinentalschelfs, einem flachen, artenreichen Gebiet in der Bering-
und Tschuktschensee.
Dort suchen sich die Walrosse
normalerweise ihre Nahrung aus
Muscheln, Schnecken und anderen Bewohnern des Meeresgrunds. Nun mussten
sie sich entscheiden zwischen Eisflächen über tiefen Gewässern - tiefer
als die rund 190 Meter, die sie tauchen können - und dem Lebensraum an
der Küste. Tausende wählten die felsigen Strände. "Es sieht für mich so
aus, als ob die Tiere ihr Verbreitungsgebiet verlegen, um Beute zu
finden", sagt Tim Ragen, Direktor der US-Bundeskommission für
Meeressäuger. "Die grosse Frage ist, ob es ihnen gelingt, dort genügend
Beute zu finden, wo sie danach suchen."
Nach Zahlen des Nationalen
Schnee- und Eisdatenzentrums der
Universität von Colorado in Boulder lag das Ausmass der Eisfläche im
September um 39 Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt von 1979
bis 2000. Der leitende Wissenschaftler Mark Serreze sagt, der Rückgang
sei möglicherweise nicht mehr aufzuhalten. Bis zum Sommer 2030 sei das
Polarmeer vielleicht ganz eisfrei.
Seit Juli verliessen mehrere
tausend Walrosse das Packeis und zogen an
einen knapp 500 Kilometer langen, abgelegenen Küstenstreifen zwischen
Barrow und Cape Lisburne. Die US-Wildtierbehörde sieht eine
unmittelbare Gefahr darin, dass tieffliegende Flugzeuge, Boote oder
sich nähernde Eisbären Panik unter den Walrossen auslösen könnten. Wenn
eine Herde plötzlich zum Wasser stürzt, könnten Jungtiere von den rund
900 Kilogramm schweren erwachsenen Tieren erdrückt werden.
Und auch auf der
russischen Seite der Tschuktschensee haben
Experten ein ähnliches Phänomen unter Walrossen beobachtet. Langfristig
befürchten die Experten Stress bei der Nahrungssuche, wenn die Tiere
auf einen Küstenstreifen konzentriert anstatt auf tausende Kilometer
Eisfläche verteilt leben.
"Jeder einzelne muss sich anstrengen"
Walrosse brauchen entweder Eis oder Land, um sich auszuruhen. Anders
als Seehunde können sie nicht unbegrenzt schwimmen und müssen nach der
Nahrungssuche ruhen. Früher, sagt Kommissionsdirektor Ragen, nutzten
die Walrosse den Rand des Packeises wie ein Förderband. Während der
Eisrand im Frühjahr und Sommer schmilzt und sich nach Norden bewegt,
haben die Kälber eine Fläche, auf der sie sich ausruhen können, während
die Mütter nach Futter tauchen. Für Walrosse an Land gibt es kein
Förderband. "Wenn sie über weitere Strecken schwimmen müssen, kostet
das mehr Energie. Dann haben sie weniger Energie für andere Dinge."
Deborah Williams, die während der Amtszeit des früheren US-Präsidenten
Bill Clinton im Innenministerium als Sonderassistentin für Alaska
zuständig war, sagt, während ihrer Zeit bei der Regierung von 1995 bis
2000 sei der Rückgang der Eisfläche auf dem Meer und seine Auswirkungen
auf die Tiere noch nicht einmal zur Sprache gekommen. "Deshalb ist das
so atemberaubend. Es ist alles schneller passiert, als irgendjemand
vorhersagen konnte. Deshalb muss dringend gehandelt werden", sagt
Williams, heute Präsidentin der gemeinnützigen Organisation Alaska
Conservation Solutions.
Und Kommissionsleiter Ragen
sagt: "Das
Hauptproblem, den Lebensraum Eis zu erhalten, liegt weit ausserhalb
unserer Einflusssphäre. Um die Dinge wieder umzukehren, muss sich
tatsächlich jeder Einzelne anstrengen.">
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26.11.2009: Inseln werden versinken, z.B. Malediven,
Salomonen, Tuvalu, Carteret-Inseln vor Papua-Neuguinea, 2000
indonesische Inseln gefährdet etc.
aus: n-tv online: Christiane Oelrich, dpa: Dossier: Inseln
versinken. Nasse Sitzung als Hilfeschrei; 26.11.2009;
http://www.n-tv.de/politik/dossier/Nasse-Sitzung-als-Hilfeschrei-article607520.html
Zuerst versalzt das Trinkwasser, und dann wird die ganze Insel bei
jeder Flut langsam aber sicher vom Meer weggespült. Sie glauben das
nicht? Hier sind die Fakten:
Der zu erwartende Anstieg des
Meeresspiegels: 59 cm bis zum Jahr 2100 - Aktion der Malediven
<Der Weltklimarat warnt vor einem Anstieg des Meeresspiegels bis zum
Jahr 2100 um bis zu 59 Zentimeter. Andere Klimaexperten fürchten sogar
mehr als das Doppelte. Für Inseln wie die Malediven wäre das das Ende.
Viele der rund 200 bewohnten Koralleninseln würden verschwinden. [...]
Wenn der Meeresspiegel weiter steigt, sind die 1200 Inseln der
Malediven in 100 Jahren weg.>
Als Aktion hat sich das Kabinett der Malediven am 17. Oktober 2009 eine
Unter-Wasser-Sitzung veranstaltet, mit einem Appell an die
Industrieländer:
<"Wir appellieren an die Völker der Welt, die grossen und die
kleinen, die hoch und die tief gelegenen, die reichen und die armen,
sich an den Händen zu fassen und die CO2-Emissionen zu verringern",
steht darin. "Wenn die Malediven jetzt nicht gerettet werden können,
dann glauben wir kaum, dass es für den Rest der Welt noch Hoffnung
gibt", sagte Präsident Nasheed. [...] Nasheed sucht deshalb schon nach
einer neuen Bleibe für seine 385.000
Landsleute.>
Der Präsident der Malediven meint, er könne mit einer Touristensteuer
in den Küstenschutz investieren. Und mit manchen Umsiedlungen von den
besonders niedrig gelegenen Atollen müsse bereits jetzt begonnen
werden.
Weitere viele Inseln werden
verschwinden - Wanderungsströme nach Neuseeland - Indonesien-Projekt
Betroffen sind nicht nur die Malediven, sondern auch Inseln in der
Karibik und vor allem Inseln im Pazifik:
<Auf den Salomonen-Inseln
brechen die Küsten
weg, auf Tuvalu [...]
mit seiner Maximalhöhe von vier Metern [...] zittern die Einwohner bei
jeder Flut und von den Carteret-Inseln
vor
Papua-Neuguinea
mussten die ersten der 2700
Bewohner nach jahrelangem Kampf gegen die immer schlimmeren
Überschwemmungen ihre Heimat für immer verlassen.>
Hier werden Kulturen zerstört, und die Industriestaaten tun so, wie
wenn nichts wäre. Manche Einwohner von Tuvalu sind bereits nach
Neuseeland ausgewandert:
<Von Tuvalu mit einer Maximalhöhe von vier Metern flüchten
auch schon einige der 12.000 Einwohner. In Auckland in Neuseeland
wächst schon jetzt eine Exil-Gemeinde der Inselbewohner.>
Indonesien plant bereits die Besiedlung von Inseln mit
Klimaflüchtlingen, als "nachbarschaftliche Hilfe", denn die Hälfte der
17.000 indonesischen Inseln ist noch unbewohnt. Gleichzeitig sind aber
auch 2000 indonesische Inseln gefährdet, bleiben also noch 15.000, und
eigene Umsiedlungsprogramme, so die Angaben des Generaldirektors im
Fischereiministerium, Syamsul Maarif.
Schlussfolgerung
Es werden neue Völkerwanderungen stattfinden, was die "Wissenschaftler"
der Industrieländer wohl "interessant" finden werden, ohne die Tragik
zu begreifen, die die Industrie in der Welt verursacht...
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28.11.2009: Alarm am Nordpol: Das Eis trägt die Eisbären
nicht mehr - [Rückgang des mehrjährigen Eises im Nordpolarmeer von 90%
auf 17%]
aus: 20 minuten online; 28.11.2009;
http://www.20min.ch/news/dossier/klimakrise/story/Das-Eis-traegt-die-Eisbaeren-nicht-mehr-21427957
<Das Eis am Nordpolarmeer ist nach Erkenntnissen eines kanadischen
Forschers inzwischen sehr, sehr dünn und brüchig geworden. Eine
Katastrophe für die Eisbären, die bereits ihre Jungtiere fressen.
David Barber von der Universität von
Manitoba erklärte am Freitag, das dauerhafte Eis auf dem Nordpolarmeer,
das normalerweise auch den Sommer überstehe und das der Lebensraum der
Eisbären sei, gebe es fast gar nicht mehr.
Arktis-Forscher auf der
ganzen Welt waren aufgrund von Satellitenbildern davon ausgegangen,
dass das arktische Eis sich wieder etwas erholt und ausdehnt. Das
dicke, mehrjährige Eis sei aber verschwunden und durch eine dünne
Eisschicht ersetzt worden, die die Eisbären nicht trage, erklärte
Barber. Die Eisbären könnten nur noch in einem kleinen Bereich leben,
in dem es das mehrjährige Eis gebe. «Je weiter wir nach Norden kamen,
desto weniger Eisbären gab es», sagte Barber, der gerade von einer
Expedition in der Beaufortsee zurückgekehrt ist.
Barber sagte,
das normalerweise bis zu zehn Meter dicke Eis sei von dem
Forschungsschiff mühelos durchbrochen worden. Das Team habe dann einen
Punkt erreicht, wo alle dachten, dass das Eis stabil sei. Gerade als
eine Gruppe aussteigen wollte, brach es auseinander. «Ich konnte
zusehen, wie innerhalb von fünf Minuten das ganze mehrjährige Eis
auseinanderbrach. Das Gebiet war rund 16 Kilometer gross.» Das Eis
könne auch nicht mehr den rauen Wellen und Stürmen widerstehen, weil es
mit einer Rate von 70 000 Quadratkilometern pro Jahr
schmelze. Früher habe mehrjähriges Eis bis zu 90 Prozent des
Nordpolarmeeres bedeckt, erklärte Barber. Jetzt seien es noch 17
Prozent. Wo es früher zehn Meter dick war, sind es jetzt noch
höchstens
zwei Meter.
Andere Forscher berichteten am Freitag, das
zurückgehende Eis zwinge Eisbären offenbar vermehrt Jungtiere
anzugreifen und zu essen. In mindestens sieben Fällen sei in der Nähe
von Churchill in der kanadischen Provinz Manitoba beobachtet worden,
wie erwachsene Eisbären Jungtiere gegessen hätten, erklärte der Biologe
Ian Stirling. Es gebe Hinweise, dass die Tiere nicht getötet worden
seien, weil sich die erwachsenen Eisbären mit der Mutter paaren
wollten. Das Eis in der Hudson Bay, von dem aus die Eisbären Robben
jagten, sei einige Wochen später als sonst gekommen, sagte Stirling
weiter.
(ap)>
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7.12.2009: Der Meeresspiegel steigt, und das Meer frisst
weltweit die Strände weg
Der vorliegende Artikel über das Meer, das die Strände auf Hawaii
wegfrisst, kann auf die gesamte Welt bezogen werden. Mit den Stränden
verschwinden dann auch Touristen, Mönchsrobben oder Meeresschildkröten.
aus: 20 minuten online: Hawaii: "Der
Strand ist einfach weg"; 7.12.2009;
http://www.20min.ch/news/wissen/story/25068844
<von Audrey McAvoy, AP
Geologen schlagen auf Hawaii Alarm: Die Strände auf den
Touristeninseln verschwinden unter anderem wegen des steigenden
Meeresspiegels. Eine beunruhigende Aussicht für die Region, die vom
Tourismus lebt. Der Kampf scheint verloren zu sein.
Der überschwemmte Strand von Lanikai in Honolulu.
Jenn Boneza erinnert sich noch gut an
die Zeit, als der weisse Sandstrand in der Nähe ihres Hauses in Kailua
auf Hawaii breit genug zum Bau von Sandburgen war. «Das war wirklich
ein schöner Strand», sagt die 35-jährige Mutter von zwei Kindern. «Und
jetzt ist er einfach weg.» Was mit Teilen des Strandes in Kailua, einem
wohlhabenden Vorort von Honolulu, passiert ist, zeichnet sich auch an
vielen anderen Stellen auf den hawaiianischen Inseln ab.
Auf der
Hauptinsel Oahu ging laut Geologen bereits ein Viertel der Sandstrände
verloren, auf Kauai sind 70 Prozent der Strände von Erosion betroffen.
Die Fachleute befürchten, dass sich das Problem in den kommenden
Jahrzehnten deutlich verschärft, wenn die Meeresspiegel durch den
Klimawandel schneller ansteigen. Dann könnten vermutlich nur noch
einige Strände bewahrt werden, der Rest müsse abgeschrieben werden,
sagt Dolan Eversole, Küstengeologe an der Universität von Hawaii.
Der
Verlust so vieler Strände ist für die Region eine beunruhigende
Aussicht. Denn viele Touristen kommen wegen eben jener sandiger
Küstenstreifen, zum Sonnenbaden und für Strandspaziergänge. Diese
Urlauber geben jährlich 11,4 Milliarden Dollar (7,6 Milliarden Euro)
auf Hawaii aus, der Tourismus ist damit der wichtigste Arbeitgeber des
tropischen US-Staats. Auch der Natur würde ein Verschwinden der Strände
schaden, denn viele Tiere und Pflanzen verlören wichtigen Lebensraum.
Die Hawaiianische Mönchsrobbe, eine gefährdete Art, bringt ihre Jungen
auf dem Strand zur Welt und säugt sie dort. Die Grüne
Meeresschildkröte, ebenfalls gefährdet, legt ihre Eier in den Sand.
Der
Geologieprofessor Chip Fletcher sagt, Forscher auf Hawaii hätten noch
keinen beschleunigten Anstieg des Meeresspiegels im Rahmen des
Klimawandels festgestellt. Die Erosion sei auf eine ganze Reihe von
Faktoren zurückzuführen, darunter ein historischer, langsamer Anstieg
des Meeresspiegels, der vermutlich bereits im 19. Jahrhundert begonnen
habe. Zu den weiteren Ursachen zählen Stürme und menschliche Einwirkung
wie der Bau von Uferdämmen, Molen und das Ausbaggern von
Flussmündungen. All dies stört den natürliche Fluss des Sandes.
Kampf zum Teil bereits verloren
Doch in den kommenden
Jahrzehnten wird zusätzlich ein schnellerer Anstieg des Meeresspiegels
durch die Erderwärmung erwartet, der die Erosion beschleunigen wird. In
hundert Jahren dürfte der Meeresspiegel um mindestens einen Meter höher
liegen als heute, die See weiter in die heutigen Küstengebiete
vordringen. Professor Fletcher zufolge sind in den gesamten USA 60 bis
80 Prozent der Küste ständig von Erosion betroffen. In Hawaii kommt das
aber stärker zum Tragen, weil Wirtschaft und Alltagsleben so stark von
den Stränden abhängen.
Der Staat bemüht sich nach Kräften, den
Sand zu halten. Im Touristenviertel Waikiki unterstützt er ein Projekt
von Hotels, mit dem für zwei bis drei Millionen Dollar Sand aus dem
Meer an den Strand gepumpt werden soll. Für verschiedene Strände seien
aber unterschiedliche Strategien nötig, sagt Sam Lemmo vom staatlichen
Büro für Umweltschutz und Küstengebiete. Im teuren Lanikai oder in Ewa
Beach auf Oahu sei der Kampf bereits verloren, da es dort bereits
Uferdämme gibt und der Strand bereits stark erodiert ist. Dasselbe
gelte vermutlich für Gebiete in Strandnähe, wo Strassen und andere
wichtige Infrastruktureinrichtungen verlaufen und bereits Dämme
bestehen oder noch gebaut werden müssen.
Bau von Dämmen verschärft Probleme
Dämme schützen zwar
einzelne Anwesen vor dem heranrückenden Wasser, aber sie fördern die
Erosion in der Umgebung, da dort keine Wellen mit Nachschub an Sand
mehr ankommen. Bislang unbebaute Küste möchte der Staat daher schützen.
Erst kürzlich wollte ein Bauunternehmer aus Florida Luxuswohnungen auf
Sanddünen im Norden Oahus bauen. «Da sind wir praktisch durchgedreht,
haben unser gesamtes Waffenarsenal aufgebaut und sie dazu gekriegt, von
dem Plan abzurücken», sagt Lemmo. «Wir arbeiten hart daran, neue
Bauprojekte von diesen Gegenden fernzuhalten.»
Die Universität
von Hawaii erarbeitet einen Plan zum Strandmanagement für Kailua, der
einen Anstieg des Meeresspiegels um einen Meter berücksichtigt. Der
Staat hofft, dass diesem Projekt weitere spezifische Pläne für andere
Strandabschnitte folgen. In Kailua könnte eine Selektionsstrategie zum
Tragen kommen. Dort, wo auch schon Präsident Barack Obama mit seiner
Familie Urlaub machte, stehen viele Luxusvillen, einen Damm gibt es
nicht. Professor Fletcher schlägt vor, einzelne Abschnitte auszuwählen,
wo ein Umweltfonds dann fünf oder sechs zusammenhängende Grundstücke
kauft. Die Gebäude darauf würden abgerissen, und das Gelände dürfte vom
Strand erobert werden.
Wenn die Erosion weitere Bereiche von
Kailua erreiche, würden mit Sicherheit Forderungen nach dem Bau von
Dämmen laut. «Das wird ein sehr wichtiger Moment», sagt Fletcher. «Wenn
wir dem ersten Haus erlauben, einen Damm zu errichten, verurteilen wir
vermutlich den gesamten Strand über den Zeitraum einiger Jahrzehnte zum
Untergang. Die Alternative könnte sein, einige Abschnitte der Küste in
Kailua festzulegen, wo der Strand leben soll.»>
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8.12.2009: Neue Karte der Risikoländer mit hohem
Wetterrisiko
aus: Basler Zeitung online: Wo das Wetter am meisten Tote fordert;
8.12.2009;
http://bazonline.ch/wissen/natur/Wo-das-Wetter-am-meisten-Tote-fordert/story/26852575
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Karte der Risikoländer mit tiefem oder hohem Wetterrisiko 2009 [1]
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Also kann man sich aussuchen, wo man am sichersten wohnt: Sicher nicht
in China oder in den "USA" . Von "extremen Wetterereignissen" 1990 bis
2008 waren am stärksten betroffen (rot-schwarz eingezeichnet):
1. Bangladesch; 2. Myanmar (Burma); 3. Honduras; 4. Vietnam; 5.
Nicaragua; 6. Haiti; 7. Indien; 8. Dominikanische Republik; 9.
Philippinen; 10. China.
Es folgen in einer nächsten Abstufung (rot eingezeichnet): "USA",
Spanien, Italien, Iran, Mozambique, Tajikistan, Mongolei, Nepal
Es folgen in einer nächsten Abstufung (orange eingezeichnet): Mexiko,
Kuba, Jamaika, Ecuador, Peru, Bolivien, England, Frankreich, Schweiz,
Deutschland, Österreich, Rumänien, Slowenien, Kroatien, Madagaskar,
Jemen, Oman, Afghanistan, Pakistan, Indonesien, Thailand, Kambodscha,
Südkorea, Papua-Neuguinea.
Es folgen in einer nächsten Abstufung (dunkelgrau eingezeichnet):
Kanada, die restlichen Staaten Mittelamerikas und der Karibik,
Kolumbien, Brasilien, Chile, Argentinien, Uruguay, Guayana, Holland,
Belgien, Osteuropa ohne Rumänien, Balkan ohne Bosnien, Kroatien und
ohne Albanien, Ukraine, Lettland, Russland, Kirgistan, Türkei,
Malaysia, Australien, Neuseeland, Marokko, Algerien, Niger, Sudan,
Äthiopien, Angola, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Südafrika.
Es folgen in einer nächsten Abstufung (hellgrau eingezeichnet):
Paraguay, Surinam, Island, Irland, Norwegen, Schweden, Finnland,
Dänemark, Litauen, Estland, Weissrussland, Bosnien, Aserbeidschan,
Armenien, Kasachstan, Usbekistan, Turkmenistan, Laos, Naher Osten, fast
ganz Afrika.
Keine Daten sind vorhanden aus: Französisch-Guayana, Grönland,
West-Sahara, Irak, Somalia, Kaschmir, Nordkorea.
Aber lesen Sie selbst:
<Schwere
Stürme, Überschwemmungen und Erdrutsche kosten Jahr für Jahr
hunderttausende Menschen das Leben. Eine Analyse zeigt, welche Länder
besonders betroffen sind.
Bangladesh, Burma und Honduras waren in den vergangenen Jahre am
stärksten von Wetterkatastrophen betroffen. Das geht aus dem Globalen
Klima-Risiko-Index 2010 hervor, den die Organisation Germanwatch auf
dem Klimagipfel in Kopenhagen veröffentlicht hat.
Alle Daten
basieren auf dem Natcatservice des Rückversicherers Munich Re von 1990
bis 2008. Unter den zehn ersten bedrohten Ländern ist kein einziges
Industrieland. «Die Ergebnisse unterstreichen die besondere
Verwundbarkeit der armen Länder durch Klimarisiken», schreibt
Germanwatch in dem Report.
Ausschlaggebend für hohe Platzierungen
sind Opferzahlen und volkswirtschaftliche Schäden, die in den
vergangenen 18 Jahren infolge extremer Wetterereignisse eintraten.
Verheerender Wirbelsturm Nargis
Bangladesh
stehe vor allem wegen eines tropischen Wirbelsturms von 1991 mit
140'000 Toten an erster Stelle. Das Land werde zudem auch
kontinuierlich von Unwettern heimgesucht. Es habe aber auch schon
reagiert und etwa höher gelegene Sicherheitshütten gebaut, was die
Todeszahl bei Stürmen und Fluten reduziere, sagte Studienautor Sven
Harmeling.
In Burma seien 95 Prozent der Todesfälle und
Zerstörungen auf den Zyklon Nargis von 2008 zurückzuführen. Der
Wirbelsturm war demnach das mit Abstand folgenschwerste Unwetter des
vergangenen Jahres. Der Klima-Risiko-Index von 2009 führte das Land
noch nicht unter den Top Ten, infolge der Katastrophe steht es nun auf
Platz zwei. Den volkswirtschaftlichen Schaden für Burma beziffert die
Studie auf vier Milliarden Dollar.
Grosse Wetterkatastrophen nehmen zu
Die
USA belegen wegen der vielen Hurrikane Platz 18. Hurrikan Ike, der 2008
ganze Landstriche in den USA verwüstete, richtete mit 38 Milliarden
Dollar einen in der Summe deutlich höheren volkswirtschaftlichen
Schaden an als der Zyklon Nargis. Die Zahl der Opfer ist mit 168
Menschen allerdings nicht mit denen des Tropenwirbelsturms zu
vergleichen.
Trotz Ike sind die USA nicht unter den zehn
führenden Nationen des Klima-Risiko-Index vertreten. Wie die
Umweltorganisation betont, zeigt die Gegenüberstellung auch, dass in
entwickelten Ländern wie den USA, wo die Infrastruktur teuer und
flächendeckend ausgebaut ist, schnell hohe Schadenssummen auflaufen.
Weniger hohe Schadenssummen können aber arme Länder bereits stärker
zurückwerfen, wenn sie einen bedeutenden Anteil des
Bruttoinlandsprodukts ausmachen.
Zwar sei nicht alles auf den
Klimawandel zurückzuführen, doch es sei nachweisbar, das die Zahl
besonders grosser weltweiten Wetterkatastrophen zugenommen habe,
erläuterte Studienautor Harmeling. Auch die Schäden seien gestiegen,
was nicht nur an der dichteren Besiedlung liege.
Sorge vor immer extremeren Wetterereignissen
Weil
Wissenschaftler eine Erwärmung des Planeten mit einem Anstieg extremer
Wetterereignisse gleichsetzen, betont Germanwatch, dass ausgerechnet
die ärmsten Länder der Erde bereits heute besonders stark unter
Flutkatastrophen, Wirbelstürmen oder Hitzewellen leiden. Gleichzeitig
gehören sie nicht zu den Nationen, die hohe Treibhausgasausstösse zu
verantworten haben.
Auf dem Klimagipfel in Kopenhagen
verhandeln die Regierungsvertreter von 192 Ländern deswegen auch über
Transferleistungen der reichen Nationen an die Entwicklungsländer. Mit
dem Geld könnten beispielsweise Schutzdeiche bezahlt werden, um die
Folgen der Erderwärmung abzumildern. (bru)>
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Sache der Existenz
«Das
ist eine Sache des Überlebens», sagte der Delegierte von Tuvalu, Ian
Fry, im Namen anderer Inselgruppen, die bei einer weiteren globalen
Erwärmung von Überflutung bedroht sind. «Wir haben keine Zeit mehr für
eine weitere Verschleppung», sagte Fry.
Der Antrag von Tuvalu
wurde unter anderem von Grenada und den Salomonen unterstützt. Das
ölreiche Saudiarabien stellte sich jedoch entschieden dagegen, ebenso
die aufstrebenden Wirtschaftsmächte China und Indien. Die Delegationen
aus den reichen Industriestaaten meldeten sich nicht zu Wort.
Klimaschützer für Tuvalu
Die
dänische Konferenzleiterin Connie Hedegaard sagte daraufhin, ihre
Entscheidung zum Antrag von Tuvalu sei «sehr schwer und zugleich sehr
einfach». Da eine Annahme die Zustimmung aller Konferenzteilnehmer
erfordert hätte, lehnte Hedegaard es ab, den Antrag zur weiteren
Behandlung an eine «Kontaktgruppe» weiterzuleiten.
Am
Mittwochabend drängten daraufhin mehrere hundert junge
Klimaschutzaktivisten aus aller Welt in die Eingangshalle des
Konferenzgebäudes und riefen in Sprechchören «Tuvalu» und «Hört auf die
Inseln!» Auch die Umweltorganisation Greenpeace protestierte gegen die
Ablehnung des Antrags von Tuvalu.
(ap)>
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Klimagipfel Kopenhagen 8.12.2009: Küstenschutz mit
Bambuszäunen und Mangrovensetzlingen - das Rezept von Vorapol
Dounglomjan zur Rückgewinnung von Stränden
aus: n-tv online: Landgewinnung auf Thailändisch: Aquafarmer trotzt dem
Meer; 8.12.2009;
http://www.n-tv.de/politik/klimagipfel/Aquafarmer-trotzt-dem-Meer-article630118.html
<Als das Meer seinen Besitz bedroht, wird Vorapol Dounglomjan aktiv:
In kurzen Abständen rammt er Bambuspfähle [in Form von Bambuszäunen] in
den Boden und holt sich sein Land zurück.
Der Erfinder der Landrückgewinnung mit
Bambuszäunen und Mangrovensetzlingen
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Vorapol Dounglomjan aus
Khok Kham (Portrait) [2], entwickelte in Zusammenarbeit mit der
Chulalongkorn-Universität ein neues Küstenschutzsystem mit Bambuszäunen
und Mangrovenpflanzungen.
(Foto: picture-alliance/ dpa)
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Selbst ist der Mensch:
Vorapol Dounglomjan betreibt Küstenschutz auf seine Art (mit Bambuszäunen) [3]
(Foto: picture-alliance/ dpa)
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[Landverlust und Rückeroberung von 50
Hektar Land in drei Jahren]
Als die Welt noch in Ordnung war, lebte der Thailänder Vorapol
Dounglomjan in Strandnähe am Golf von Thailand rund 40 Kilometer
südlich der Hauptstadt Bangkok, umgeben von üppigem Mangrovenwald. Als
die Welt noch in Ordnung war, hatten seine Familie und die 70 anderen
im Dorf Khok Kham ein Auskommen als Krabben-, Krebs- und Muschelfarmer.
Jetzt sind nur noch die Fundamente seines Elternhauses bei Ebbe im
seichten Wasser zu sehen. Die Mangroven sind weg, das Land auch. Ihre
Lebensgrundlage ist bedroht.
Erst kam die Erosion durch rücksichtslosen Raubbau an der Natur,
und
das Meer schluckte die Küste Stück für Stück. Dann kamen heftige und
häufigere Fluten, die weiter und wütender ins Land drangen als je
zuvor. Einen Küstenstreifen einen Kilometer breit verlor das Dorf in
etwa 20 Jahren. Die Einwohner mussten ihre Häuser immer weiter
zurücksetzen. "Ein Paradebeispiel dafür, wie der Klimawandel bereits
gestörten Ökosystemen den Rest geben kann", sagt Bill Schaedla, Leiter
des Thailand-Büros der Umweltstiftung WWF. Doch Vorapol hat dem Meer
getrotzt. Mit Bambuszäunen als Wellenbrecher holt er das Land Meter für
Meter zurück - in drei Jahren schon 50 Hektar. Nebenbei hat er damit
ein bezahlbares System entwickelt, um vom Klimawandel bedrohte Küsten
zu schützen. Sein Beispiel macht inzwischen in ganz Asien Schule.
Wasser fliesst langsamer ab
[Steinwälle verhindern Fische - Sandsäcke halten nicht - Bambuszäune
und neue Mangrovensetzlinge sind die Lösung]
Bambuszäune dienen als Wellenbrecher.
"Ich habe zuerst versucht, die Küste durch einen Steinwall zu
schützen, aber dann kommen ja auch keine Fische mehr in Strandnähe",
sagt Vorapol. "Dann haben wir es mit Sand gefüllten Säcken versucht -
die halten nicht." Dann kam ihm die Idee mit den Bambusstangen, wie
Muschelfarmer sie benutzen, um Muscheln daran anzusiedeln und zu
züchten. Vor der Küste von Khok Kham ragen jetzt auf zwei Kilometern
mehrere Reihen Bambusstangen im Abstand von 50 Metern aus dem
Sandboden. Bei Ebbe sieht man dazwischen dicken Schlick. Es blubbert
und wuselt, lauter Krebse und Kleintiere sind dort unterwegs - ein
gutes Zeichen, dass sich hier wieder Leben ansiedelt. Vorapol hat
überall Mangrovensetzlinge gepflanzt. Sie sind erst einen Meter hoch,
aber immerhin. In zehn Jahren dürften sie ihre volle Höhe von 15 bis 20
Meter erreichen und mit ihren Wurzeln den Boden halten.
Jeder Zaun ist etwa einen halben Meter breit. Dicht an dicht
stehen
die vier, fünf Meter hohen Bambusstangen mit einem Durchmesser von etwa
zehn Zentimetern. Helfer rammen sie mit Muskelkraft zur Hälfte in den
weichen Boden. Bei Flut stehen sie fast ganz im Wasser. Die Wellen
bringen Sedimente mit, und weil das Wasser durch die Bambuszäune
langsamer abläuft als sonst, können sich Sedimente und Nährstoffe aus
dem Wasser am Boden absetzen.
Meeresschutzdirektor beeindruckt
vom Küstenschutz
[Der Direktor für Meeresschutz Pinsak Suraswadi und die
Chulalongkom-Universität]
Als ich vor sechs, sieben Jahren damit anfing, haben mich die
Leute
für verrückt erklärt", sagt der pfiffige Aquafarmer und lacht. Doch
witzig waren die Anfänge nicht. Einmal war er der Verzweiflung nahe:
"Ein paar Bambusstangen kamen los, ich wollte sie festhalten und bin
mit ihnen aufs Meer hinausgetrieben", sagt Vorapol. "Da habe ich mich
einfach treiben lassen und wollte aufgeben." Ein Fischer fand den
Farmer an die Bambusstangen geklammert und rief ihn in die Wirklichkeit
zurück.
Und dann wendete sich das Blatt. Pinsak Suraswadi, Direktor für
Meeresschutz im Umweltministerium, kam vor fünf Jahren nach Khok Kham,
um die Erosion in Augenschein zu nehmen. Vorapols Ein-Mann-Show zum
Küstenschutz beeindruckte ihn. "Wir haben ja auch keine Patentlösung,
um die Erosion zu stoppen", sagt er bei einem Besuch in Khok Kham.
"Unsere Aufgabe ist es deshalb, vielversprechende Ideen der Anwohner zu
unterstützen." Pinsak holte die Chulalongkorn-Universität an Bord, die
Material prüfte und Modelle entwickelte.
Betroffene sind bessere
Problemlöser
Dann gab es auch Geld für Vorapol, der so verbissen war, seinen
Landbesitz an der Küste zu retten, dass er Anteile an einer Firma
verkaufte, um seine Experimente zu finanzieren. Wie und mit welcher
Finanzierung sich Menschen in Entwicklungsländern an den Klimawandel
anpassen können, ist auch Thema des Klimagipfels von Kopenhagen.
[Die Vorgeschichte: Abholzung
der Mangrovenwälder und Anlegen flacher Krabbenteiche]
Vorapol räumt ein, dass seine Familie zu dem Problem beigetragen
hat. Wie andere im Dorf haben sie Mangrovenwälder abgeholzt und flache
Teiche für Krabbenfarmen angelegt. Wenn die Teiche durch Ablagerungen
für die Krabbenzucht unnütz wurden, legten die Farmer neue Teiche an.
Die verlassenen Ödflächen verleibte sich das Meer schnell ein. Der
Klimawandel führt im Golf von Thailand zu häufigeren und heftigeren
Fluten - das beschleunigte den Prozess noch. Pinsak sieht zwei
Lektionen in Vorapols Anstrengungen: Betroffene sind oft bessere
Problemlöser als Wissenschaftler, und sie können auch bei der Suche
nach Anpassungsmassnahmen zum Schutz gegen die Folgen des Klimawandels
hervorragende Ideen liefern.
Christiane Oelrich, dpa>
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8.4.2010: Kühe schaden dem Klima nicht
aus: Stern online: Treibhausgas-Emissionen: Die Kuh ist gar nicht so schlimm fürs Klima; 8.4.2010; http://www.stern.de/wissen/natur/treibhausgas-emissionen-die-kuh-ist-gar-nicht-so-schlimm-fuers-klima-1556767.html
Schaden
grasende Kühe dem Klima? Weniger als bisher angenommen, fanden deutsche
Forscher jetzt heraus. Denn obwohl pupsende Tiere Methan freisetzen,
kann die Viehhaltung den Ausstoß eines anderen klimaschädlichen
Treibhausgases sogar senken.
Pupsen, Rülpsen und Blähen - grasende Kühe schaden dem Klima weniger als bisher angenommen
Deutsche
Forscher sind der Meinung, dass die Auswirkungen von Viehhaltung auf
den Klimawandel deutlich überschätzt werden - denn grasende Kühe können
den Ausstoß des klimaschädlichen Lachgases reduzieren. Die
Wissenschaftler des Instituts für Meteorologie und Klimaforschung
Atmosphärische Umweltforschung (IMK-IFU) am Karlsruher Institut für
Technologie (KIT) hatten die Viehhaltung ein Jahr lang in der Inneren
Mongolei untersucht und berichten nun im britischen Fachjournal
"Nature" darüber.
Lachgas (N20) zählt neben Kohlendioxid (CO2)
und Methan zu den wichtigsten Treibhausgasen. "Ein Kilogramm N20 ist
rund 300 Mal treibhauswirksamer als die gleiche Menge CO2", erläutert
Klaus Butterbach-Bahl. Sein Team betrieb im menschenleeren und bis zu
minus 40 Grad Celsius kalten Steppengebiet der Inneren Mongolei mehrere
Messstationen. Es fand dabei heraus, dass auf Flächen, die nicht der
Viehhaltung dienen, über das Jahr verteilt größere Mengen an Lachgas
entstehen als auf beweideten Steppenflächen.
Kühe reduzieren Lachgas-Emissionen
"Bisherige
Kurzzeituntersuchungen übersehen, dass die Abgabe bedeutender
Lachgasmengen aus Steppenböden an die Atmosphäre ein natürlicher
Prozess ist", erklärt Butterbach-Bahl. Ein großer Teil der natürlichen
Lachgas-Emissionen entfalle auf die Tauwetter-Periode im Frühjahr.
Viehhaltung
reduziere die Abgabe von Lachgas an die Atmosphäre, so die
Wissenschaftler. Denn grasen Rinder die Fläche ab, kann Wind den Schnee
leichter transportieren, wodurch die Schneehöhe niedriger bleibt als in
unbeweideten Gebieten. Die Böden sind im Winter schlechter isoliert und
um bis zu zehn Grad kälter. Außerdem bleiben sie wegen der geringeren
Schneemenge beim Tauwetter im März trockener. "Kälte und Trockenheit
hemmen dann mikrobielle Aktivitäten in der Tauperiode", sagt
Butterbach-Bahl. "Als Folge gibt das Erdreich bedeutend weniger Lachgas
ab." Er geht davon aus, dass aufgrund falscher Daten die
Lachgas-Emissionen auf großen Flächen bislang um rund 72 Prozent
überschätzt werden.
Rülpsen setzt Methan frei
Ihre Ergebnisse
sehen die Wissenschaftler allerdings nicht als Hoffnungsschimmer im
Kampf gegen den Klimawandel: "Unsere Arbeit zeigt lediglich, dass noch
viel Forschungsarbeit notwendig ist, um die Quellen für atmosphärisches
Lachgas wirklich zu verstehen", sagt Butterbach-Bahl. Auch starke
Viehhaltung stelle keine Lösung dar. Denn wenn Rinder rülpsen und
Blähungen haben, setzen sie in großen Mengen das Treibhausgas Methan
frei - was in der neuen Studie nicht berücksichtigt wird.
Die
Empfehlung der Wissenschaftler: "Ein Heuschnitt im Herbst könnte die
Grashöhe und somit die winterliche Schneehöhe genauso wie die
Lachgas-Emissionen in der Tauperiode verringern" schlägt
Butterbach-Bahl vor. "Außerdem wissen wir einfach noch nicht genug. Die
natürlichen Systeme sind mehr oder weniger nie studiert worden, erst
recht nicht über die Dauer eines ganzen Jahres."
DPA>
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9.4.2010: Klimafolgen: Häuser abreissen an Frankreichs
Atlantik-Küste
aus: n-tv online: Gefährdete Orte am Atlantik: Paris will Hausbesitzer
enteignen; 9.4.2010;
http://www.n-tv.de/panorama/Paris-will-Hausbesitzer-enteignen-article815922.html
<Auswirkungen
des Klimawandels erreichen immer mehr Orte auch in Europa. In
Frankreich sollen jetzt tausende Häuser abgerissen werden, denen kein
Schutz vor dem Atlantik gewährt werden kann. Die Hausbesitzer sollen
notfalls enteignet werden.
Erst hat der Sturm "Xynthia" in
Februar schwere Schäden im Westen Europa verursacht, jetzt planen
französische Behörden über 1500 Häuser in hochwassergefährdeten
Gebieten abzureißen. Dagegen formiert sich massiver Widerstand.
Die Feriensiedlungen in der Nähe von La Rochelle gehören zu den
gefährdeten Regionen.
Der
französische Staat habe "willkürlich" Bereiche ausgewiesen, die
angeblich in der Gefahrenzone an der Atlantikküste liegen, sagte
Thierry Demaegdt, Vorsitzender einer Bürgerinitiative in der
westfranzösischen Gemeinde Charron. 15 Bürgermeister des
Verwaltungsgebiets Charente-Maritime warfen den Behörden vor, über den
Kopf der Bevölkerung hinweg zu entscheiden.
Durch den Sturm
"Xynthia" waren in Frankreich im Februar 53 Menschen ums Leben
gekommen. Allein im Badeort La Faute-sur-Mer in der Nähe der Hafenstadt
La Rochelle starben 29 Menschen. An den Deichen wurden viele Bewohner
im Schlaf von dem Hochwasser überrascht und ertranken teils in ihren
Häusern.
Jetzt sollen insgesamt 1510 Häuser in den Gebieten
Vendée und Charente-Maritime abgerissen werden. Die Eigentümer sollen
entschädigt werden - im Schnitt erhalten sie 250.000 Euro. Notfalls
will der Staat die Eigentümer aber auch enteignen, um den Abriss zu
ermöglichen.
dpa>
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1.6.2010: <Welt & All: Klimawandel verringert
Zuflüsse - Ostsee wird salziger
aus: n-tv online; 1.6.2010;
http://www.n-tv.de/wissen/weltall/Ostsee-wird-salziger-article900424.html
<Der Klimawandel wird die Wasserzuflüsse in die Ostsee
insgesamt
schmälern und das Meer damit salziger werden lassen. Das berichtet ein
Team um Daniel Hansson von der Universität im schwedischen Göteborg.
"Das könnte erhebliche Konsequenzen für die empfindlichen Ökosysteme
der Ostsee haben”, teilte Hansson mit. Bislang dachten viele Forscher
eher, dass das Gegenteil eintreten würde: Mehr Niederschläge würden
demnach den Zufluss erhöhen und den Salzgehalt verringern.
Das Team hatte zahlreiche verschiedene Klimadaten aus den
vergangenen 500 Jahren ausgewertet. Damit konstruierte die
Arbeitsgruppe des Instituts für Geowissenschaften eine Historie des
Wasserzuflusses in das flache Meer. Dabei zeigte sich, dass in wärmeren
Zeiten weniger Süßwasser in die Ostsee floss. Die Resultate sind im
"International Journal of Climatology” veröffentlicht. Wenn das Klima
in Zukunft wärmer werde, könnte sich dies wiederholen.
Bei alldem gebe es aber regionale Unterschiede. "Im Norden
gelangt
mehr Süßwasser in die Ostsee. Im Süden des Gebietes ist das Gegenteil
der Fall." Die Gründe: Der Klimawandel hat in den Regionen
unterschiedliche Änderungen des Niederschlags zur Folge. Insgesamt
läuft weniger Süßwasser in die See. In dem flachen, vielfach brackigen
Wasser leben viele Organismen, die sich an diesen speziellen Lebensraum
angepasst haben. "Eine salzigere See wird für einige Tiere und Pflanzen
von Vorteil, für andere wiederum problematisch sein, was das ganze
Ökosystem verändern könnte”, erklärte Hansson.
dpa>
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13.7.2010: <Versauerung der Ozeane: Plankton verändert
sich stark [und damit wahrscheinlich auch die Freisetzung
klimarelevanter Gase]
aus: n-tv online; 13.7.2010;
http://www.n-tv.de/wissen/weltall/Plankton-veraendert-sich-stark-article1049961.html
Meeresforscher haben die Versauerung der Ozeane simuliert und ein
beunruhigendes Ergebnis erzielt: Die Meeresversauerung wirkt unerwartet
stark auf den Anfang der Nahrungskette, das Plankton.
Eines der
größten europäischen Experimente zu den Folgen der Ozeanversauerung
geht zu Ende.
Unter Leitung des Kieler Leibniz-Institut für Meereswissenschaften
(IFM-GEOMAR)
haben Forscher aus zwölf Nationen auf Spitzbergen sechs Wochen lang
untersucht,
welche Auswirkungen steigende Kohlendioxidkonzentrationen auf die
Lebensgemeinschaft
im Meer haben. Ein erstes Ergebnis: Die Versauerung hat unerwartet
gravierende Folgen
für das Phytoplankton, das am Anfang der Nahrungskette steht. Die
Wissenschaftler konnten starke Veränderungen der Planktongemeinschaften
wahrnehmen, die erhebliche Auswirkungen auf die Freisetzung
klimarelevanter Gase haben könnten.
Auswertung der Daten in Kiel
Die Folgen
für das Ökosystem und die Rückwirkung auf das Klima werden nun
untersucht. "Wir
erwarten einen Riesensprung in der Erforschung der Ozeanversauerung",
sagte
der Kieler Meeresbiologe Prof. Ulf Riebesell. Die zur Untersuchung
genutzten Mesokosmen
- die "größten Reagenzgläser" der Welt - werden in den nächsten Tagen
abgebaut und sollen am 22. Juli mit dem Greenpeace-Schiff "Esperanza"
Kiel erreichen. Dann beginnt auch die umfangreiche Auswertung der
gesammelten Daten
im Labor.
Um die Auswirkungen
der Ozeanversauerung unter realen Bedingungen zu untersuchen, hatten
die Wissenschaftler
neun 17 Meter hohe Mesokosmen im Kongsfjord vor Ny-Ålesund im
Nordwesten Spitzbergens
verankert. Diesen "Reagenzgläsern", von denen jedes eine Wassersäule
von
etwa 50 Kubikmetern einschließt, wurde Kohlendioxid (CO2) in
verschieden hoher Konzentration
zugesetzt. "Wir haben Bedingungen simuliert, wie sie in 20, 40, 60
Jahren und
weiter in der Zukunft zu erwarten sind, wenn die Emissionen im
bisherigen Maß fortschreiten",
erklärte Riebesell.
CO2 lässt Wasser versauern [und in
kalten Gewässern mehr, also an den Polen mehr]
Die Ozeane
speichern einen großen Teil des von Menschen verursachten Kohlendioxids
und wirken
damit der Erderwärmung entgegen. Seit Beginn der Industrialisierung
haben sie den
Angaben zufolge bereits so viel CO2 aufgenommen, dass der Säuregrad des
Wassers
um 30 Prozent gestiegen ist. Polargebiete reagieren besonders sensibel
auf diesen
Versauerungsprozess, da kaltes Wasser mehr Kohlendioxid aufnehmen kann.
dpa>
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19.7.2010: Koralleninseln wachsen mit dem steigenden Meer
mit - Beispiel Malediven
<1. Teil: Das wachsende Paradies
aus: Spiegel online: Umwelt: Das wachsende Paradies; 19.7.2010;
http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,707319,00.html
Von Gerald Traufetter
Koralleninseln wie die Malediven
gelten als die ersten Opfer des Klimawandels. Doch sind die Archipele
wirklich vom Untergang bedroht? Ein Team von Geologen geht vor Ort
einem faszinierenden Verdacht nach: Können die Strände mit dem
Meeresspiegel ansteigen?
Für viele Gelehrte existieren nur zwei Arten von Materie:
lebende
und tote. "Das macht das Denken so schön einfach", sagt Paul Kench.
Inseln etwa zählen gemeinhin zur Sphäre des Unbelebten, und weil der
Geologe von der Universität in Auckland die Fachwelt vom Gegenteil
überzeugen will, paddelt er mit seinen Schwimmflossen im smaragdgrünen
Wasser des Indischen Ozeans.
Mit fünf Forscherkollegen ist Kench auf die Malediven gereist.
Gemeinsam wollen sie das wahre Wesen der Tropenarchipele ergründen.
Kench: "Diese Inseln sind wie ein Organismus, der wächst, sich ständig
verändert und manchmal auch vergeht."
Der neuseeländische Forscher hat diesen ungewöhnlichen Körper
mit
Sensoren gespickt, um sein Wachstum zu vermessen. Alle wollen sehen,
wie er das macht, und so tauchen sie mit ihren Masken und Schnorcheln
ein in die wundersame Unterwasserwelt der Lagune. Flache, runde Formen
lösen sich ab mit Zacken und merkwürdigen Kugeln, gemustert wie
Gehirne. Vor ihnen liegt ein Wald aus Korallen, deren Skelette aus Kalk
das Riff bilden. Die Inseln verdanken ihre Existenz dem Leben und
Sterben dieser Tiere.
Inmitten der bizarren Landschaft wird ein Rohr sichtbar, so lang
wie
ein Unterarm. Es steckt zwischen zwei Tischkorallen. Kench hebt den
Daumen, die anderen Taucher nicken: Sie haben eine der von ihm
aufgestellten Sedimentfallen entdeckt. Darin sammeln sich die
Kalkpartikel abgestorbener Korallen, jene Körner also, aus dem die
Traumstrände des Urlaubsparadieses aufgebaut sind.
Die Menge der aufgefangenen Sedimente verrät, wie viel
Sandnachschub
die Korallen für das Wachstum der Inseln liefern. "Durch diese
Messung", erklärt Kench nach dem Tauchgang, noch ein wenig nach Luft
schnappend, "wollen wir eine möglichst exakte Bilanz hinkriegen."
Diese Frage zu klären ist nicht nur von akademischem Interesse.
Wie
viele andere Atollinseln gelten die Malediven als bedrohtes Paradies.
Die globale Erwärmung lässt den Meeresspiegel ansteigen. Wehrlos den
Fluten ausgesetzt, so das düstere Szenario, sind die Archipele dem
Untergang geweiht.
"Doch diese Vorstellung ist viel zu simpel", widerspricht Kench
-
und dem Neuseeländer ist natürlich bewusst, welche Sprengkraft seine
Aussage hat.
Ähnlich wie die Eisbären auf ihren schmelzenden Schollen sind
die
untergehenden Inselparadiese zu Symbolen des Klimawandels geworden.
Medienwirksam hatte Malediven-Präsident Mohamed Nasheed Ende
vergangenen Jahres unmittelbar vor dem Klimagipfel von Kopenhagen eine Kabinettssitzung unter Wasser abgehalten:
"Wenn
wir
die
Welt
retten
wollen,
dann schlage ich vor, mit den
Malediven zu beginnen."
In diesem aufgeheizten Klima mahnen Kench und seine Mitstreiter
vor
vorschnellen Schlüssen. Erst im vorigen Monat veröffentlichte Kench
zusammen mit Arthur Webb von der Pacific Island Applied Geoscience
Commission auf Fidschi eine Studie, deren Ergebnisse ganz anders waren
als erwartet.
Die Geomorphologen hatten alte Luftaufnahmen aus dem Zweiten
Weltkrieg mit aktuellen Satellitenaufnahmen verglichen. Überraschender
Befund: Die meisten der untersuchten Atollinseln sind in den letzten
Jahrzehnten größer geworden oder zumindest unverändert geblieben -
obwohl der Meeresspiegel bereits um zwölf Zentimeter angestiegen ist.
Sofort nach Veröffentlichung wurde die Studie in den politischen
Kampf um die Erderwärmung hineingezogen. Klimaaktivisten zweifelten an
der vermeintlich frohen Botschaft. Die Skeptiker des vom Menschen
verursachten Klimawandels werteten sie wiederum als Beleg, dass die
Aufregung um die Erwärmung vollkommen überflüssig sei.
Die Wissenschaftler sind über diese Polarisierung unglücklich.
"Wir
nehmen den Klimawandel sehr ernst", betont Kench. "Aber um die
tatsächlichen Folgen für die Atolle richtig vorherzusagen, müssen wir
doch erst einmal verstehen, wie sie auf den künftigen Anstieg des
Meeresspiegels wirklich reagieren."
Bislang greift die Klimafolgenforschung auf ein recht einfaches
Modell zurück, und danach hätten die Inseln längst schrumpfen müssen.
Trotz seiner Schwächen wird das Modell noch immer benutzt, auch in
Studien für den Bericht des Uno-Weltklimarats IPCC kam es zum Einsatz.
Kench und seine Mitstreiter, die ihre Atollforschungsgruppe REEForm
nennen, wollen es endlich verwerfen.
Gemessen an der öffentlichen Aufmerksamkeit, ist der
Wissensstand
über die Dynamik der Koralleninseln erschreckend gering. Geomorphologen
wie Kench, die sich mit den Wachstumsprozessen von Atollen auskennen,
sind eine Seltenheit: In ihrer kleinen Reisegruppe ist die Hälfte aller
weltweiten Fachleute versammelt.
Der einzige Einheimische der Expedition ist Ibrahim Naeem,
Direktor
der maledivischen Umweltbehörde. Der 38-Jährige führt die Forscher über
die Koralleninseln. Den ersten Stopp legen sie auf einem Eiland ein,
das nicht größer ist als ein Fußballfeld. Den Namen kann keiner auf dem
Boot aussprechen: Bodukaashihuraa. Drei Palmen stehen auf dem
unbewohnten Flecken Erde.
Begrüßt werden sie von Mückenschwärmen. Doch im Forschungsfieber nehmen
das die Landgänger nicht wahr. Lohnt es sich hier, mit einem Bohrer
durch das Riff zu stoßen, um eine Sedimentprobe zu nehmen? Zusammen mit
dem australischen Geologen Scott Smithers macht sich Kench ans Werk.
Die beiden Forscher haben schon so manches Loch ins Atoll
gebohrt.
Durch die Untersuchung solcher Proben fanden sie heraus, wann die
Malediven in ihrer heutigen Form entstanden sind: vor rund 4000 bis
5000 Jahren.
Die Korallen, denen die Inseln ihre Existenz verdanken, siedeln
auf
unterseeischen Bergstümpfen, den Überresten versunkener Vulkane. Ihre
Skelette aus Kalk sind das Baumaterial der Atolle. Auf den Malediven
bilden sie rundherum ein Riff, das kontinuierlich emporwächst, bis es
an einigen Stellen aus dem Wasser ragt. Wellen und Strömungen zermahlen
die abgestorbenen Korallen und türmen das Sediment aus den
Korallengärten zu Stränden und Inseln auf.>
<2. Teil: "Stürme sind die
wahren Baumeister der Inseln" [und der Papageifisch hilft auch noch mit
beim Aufbau der Inseln]
aus: http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,707319-2,00.html
Kench, der mit seinem durchtrainierten Oberkörper mehr nach
Surfer
als nach Hochschullehrer aussieht, schnappt sich eine Schaufel. Er
treibt sie in den lockeren Sand direkt hinter dem Strand. Die Wurzeln
eines jungen Banyanbaums durchziehen den Boden. Schon nach ein paar
Spatenstichen ist der Aufbau der Insel klar. Wie ein Sandwich wechseln
sich graue und sandgelbe Schichten ab. Nach einem Meter hat Kench ein
halbes Dutzend dieser Schichten freigelegt.
Grau, so erklärt er, seien die Reste verwitterter Pflanzen; und
gelb
sei Korallensand, der von einem schweren Sturm über die Insel
hinweggespült wurde. "Stürme sind die wahren Baumeister der Inseln",
sagt Kench. Selbst Naturkatastrophen wie der Tsunami im Jahr 2004, dem
auf den Malediven mindestens 82 Menschen zum Opfer fielen, zerstörte
die Inseln nicht - im Gegenteil: Der Tsunami ließ sie sogar wachsen.
Kench: "An einigen Stellen messen wir bis zu 30 Zentimeter Zuwachs!"
Schon in früheren Epochen haben sich die Inseln als überaus
widerstandsfähig erwiesen. Als etwa nach der letzten Eiszeit die
Gletscher schmolzen, behaupteten sich die Malediven gegen die
steigenden Fluten - dank der immer weiter wachsenden Korallen. Zur Zeit
von Christi Geburt, so lesen es die Forscher aus den
Sedimentbohrkernen, muss das Wasser sogar schon einmal höher als heute
gestanden haben. "Die eigentliche Konstante im Leben der Korallenriffe
ist der ständige Wandel", sagt Smithers.
Doch werden die Inseln auch den künftigen, wohl rascheren
Anstieg
des Meeresspiegels überleben? Mit zunehmender Erwärmung könnten die
Wasserpegel jährlich um mehr als einen halben Zentimeter steigen. Am
Ende des Jahrhunderts würden die Weltmeere laut IPCC damit über einen
halben Meter höher als zu Beginn der Industrialisierung stehen.
Sand fürs Inselzentrum
Die steigenden Fluten spülen das Sediment immer höher hinter dem
Strand auf, so die Theorie der Forscher. Sorgen bereitet ihnen eher das
Innere der Inseln, wo der Korallensand nicht so leicht hingelangt.
Wächst das Inselzentrum langsamer als der Rand, dann liegt es relativ
zum steigenden Meeresspiegel immer niedriger. Siedeln dort Menschen,
könnten ihre Häuser häufiger von Springfluten unter Wasser gesetzt
werden. Durch Aufschüttung von Sand ließe sich das aber verhindern.
Nun kommt auch der Biologe Bernhard Riegl vom National Coral
Reef
Institute in Florida von einem Tauchgang zurück. Er hat das
Korallenriff inspiziert, die Kinderstube der Atolle. "Alles hängt davon
ab, wie gut die Korallen auch in Zukunft weiterwachsen", sagt der
46-Jährige. Denn mit steigender CO²-Konzentration in der Erdatmosphäre
nimmt der Säuregehalt der Meere zu, was wiederum die Kalkskelette der
Korallen auflöst.
Außerdem setzt extreme Hitze vielen Korallen zu. "Sie leben hier
äußerst angepasst, nur ein oder zwei Grad höhere Wassertemperatur, und
sie bleichen aus", warnt Riegl. 1998 etwa war ein besonders warmes
Jahr, die Temperaturen im Indischen Ozean waren höher als sonst. "Am
Ende waren die Korallen vieler Riffe komplett zerstört", berichtet der
Biologe. Wird es als Folge des Klima-wandels im Wasser immer wärmer,
könnte es schlecht um die Korallen bestellt sein.
Andererseits sind Korallen auch recht anpassungsfähig. "Dort
unten
habe ich eine Korallenart gesehen, die gibt es auch im Persischen
Golf", so Riegl. Dort hat sie sich an wärmere Temperaturen gewöhnt.
"Sie hält dort zehn Grad wärmeres Wasser aus als ihre Artgenossen hier."
Riegl hat auf seinem Tauchgang noch eine weitere interessante
Beobachtung gemacht. In großer Zahl sichtete er im Korallengarten
Papageifische. Die Forscher wissen mittlerweile, welchen entscheidenden
Anteil die Grätentiere beim Aufbau der Tropeninseln haben.
Exkremente lassen die Insel wachsen
"Sie knabbern die Algen von den Korallen, nehmen dabei aber auch
immer etwas Kalk von deren Oberfläche mit", erklärt Riegl. Wenn sie die
Masse verdauen, scheiden sie den Kalk aus. Wellen spülen ihn an die
Strände. Der aus Österreich stammende Forscher: "Ihre Exkremente lassen
die Inseln wachsen."
Doch Papageifische landen häufig in Fischernetzen. "Viel von
ihrer
Zukunft haben die Menschen hier selbst in der Hand", sagt Riegl.
Exemplarisch lässt sich das auf einer weiteren Insel studieren, die von
dem Forschertrupp erkundet wird. Auf dem winzigen Flecken Land leben
600 Menschen, zumeist Fischer, allesamt strenggläubige Muslime. Sie
haben ihre weiße Kappe auf, eilen in die Moschee in der Mitte der
Insel. Der Muezzin ruft zum Freitagsgebet.
Die Forscher sind derweil Zivilisationssünden auf der Spur. "Was
ist
denn das da für Seegras?", fragt Kench den einheimischen Umweltbeamten
und erntet zunächst ein Lächeln, dann ein Zucken mit den Schultern.
Laien mögen das wuchernde Gras, dessen Blätter mit den anbrandenden
Wellen hin und her wedeln, für idyllisch halten. Nicht so die strengen
Wissenschaftler, die nährstoffreiche Abwässer als Ursache vermuten.
"Ein hervorragender Dünger, ideal für die Pflanzen, aber schlecht für
das Atoll", urteilt Webb.
Der Mann von den Fidschi-Inseln gibt eine kurze
Freiluftvorlesung in
Küstenmanagement: "Das Seegras fängt viel zu früh den Sand auf, der von
draußen vom Korallenriff hergespült wird." Folglich erreiche der
Korallensand nicht den Strand, wo er gebraucht werde, um die Insel zu
stabilisieren. "Um die Malediven zu schützen", ergänzt Kench, "muss
zunächst mal alles unterbleiben, was das natürliche Wachstum der Inseln
gefährdet."
Von Nachteil sind Wellenbrecher, aber auch lange Hafenmauern,
die
den Transport des Korallensandes blockieren. Die moderne Zivilisation
mit ihren Bauwerken aus Beton, die auf immer mehr Südsee-Inseln die
traditionellen Holzhütten verdrängen, verträgt sich nicht gut mit dem
wechselvollen Charakter der Inseln - ebenso wenig wie Urlauberhotels.
"Doch das Rad der Zeit lässt sich nicht mehr zurückdrehen", sagt Kench
und empfiehlt deshalb, das Augenmerk nicht auf den Schutz des Strandes
zu richten. Der wächst im Idealfall ohnehin mit den Fluten.
"Willkommen auf einer künstlichen Insel"
"Sinnvoller wäre es, das tieferliegende Innere der Insel
aufzuschütten", so Kench. Wer dort unbedingt bauen wolle, sollte die
Häuser auf Pfähle stellen. "Wird die Insel in einem Sturm überspült,
ist nicht gleich alles kaputt."
Umweltmanager Naeem hört ungerührt zu. Auf den Malediven hat man
längst andere, brachiale Maßnahmen ergriffen, um die eigene Zukunft zu
sichern.
Ein Schnellboot bringt die Forscher auf eine Insel, deren
kantige
Form wenig gemein hat mit dem, was die Natur sonst im Indischen Ozean
erschafft. Als sie sich Hulhumalé nähern, bemerken sie die stählernen
Spundwände mit einer Krone aus Beton. "Willkommen auf einer künstlichen
Insel", begrüßt sie Naeem stolz.
Im Bus bewegen sich die Wissenschaftler über breite
Asphaltstraßen,
auf denen noch gar keine Autos fahren. Vier Stockwerke hohe
Mietskasernen tauchen auf, bepinselt in Orange und Grün. Alle sind sie
ordentlich durchnummeriert, eine Vorstadtidylle mit frisch gepflanzten
Palmen.
Familien von der übervölkerten Hauptinsel Malé sollen nach
Hulhumalé
umziehen. Aber Naeem rechnet auch mit einem Ansturm von entlegenen
Atollen, weil die Menschen den Verlockungen einer gekachelten Küche und
eines Mopeds vor der Haustür erliegen werden.
Jede Menge Platz soll es natürlich auch für all jene geben,
deren
Land tatsächlich untergeht. Denn auch die von Ingenieurshand
geschaffene Insel kann wachsen - nicht mit Hilfe von Korallen, sondern
mit Hilfe von Kränen.
Naeem: "Wenn uns das Wasser bis zum Hals steigt, ziehen wir die
Spundwände einfach noch 'nen Meter höher.">
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28.7.2010: <Die Ozeane sind zu warm - immer weniger
Plankton
aus: n-tv online; 28.7.2010;
http://www.n-tv.de/wissen/weltall/Immer-weniger-Plankton-article1153666.html
<Der Phytoplankton-Gehalt der Meere hat im vergangenen
Jahrhundert in
fast allen Regionen der Erde abgenommen. Ursache sei vor allem die
Erwärmung der Ozeane, berichten Forscher in der britischen
Wissenschaftszeitschrift "Nature". Die nachlassende
Phytoplankton-Produktion - jährlich im Durchschnitt etwa ein Prozent
der weltweiten Masse - verändere nicht nur die marinen Ökosysteme,
sondern auch die Erträge der Fischereiwirtschaft.
Phytoplankton sind winzige Lebewesen in den Meeren, die
Photosynthese betreiben. Dazu gehören etwa Kiesel- und Grünalgen,
Dinoflagellaten und Cyanobakterien. "Das Phytoplankton ist der
Treibstoff der Meere. Ein Rückgang des Phytoplanktons beeinflusst
alles, was in der Nahrungskette höher steht, den Menschen
eingeschlossen", schreiben die Forscher. Das Phytoplankton macht etwa
die Hälfte der gesamten auf der Erde produzierten organischen Materie
aus. Zudem bildet es mehr als die Hälfte des Sauerstoffs in der
Atmosphäre.
Satellitenmessungen seit Ende der 1970er Jahre hatten auf
Schwankungen im Phytoplankton-Gehalt der Meere hingewiesen, letztlich
aber kein einheitliches Bild geliefert. Deshalb bezogen die kanadischen
Forscher Daniel Boyce und Marlon Lewis von der Dalhousie University
(Halifax) sowie Boris Worm vom Potsdam Institut für
Klimafolgenforschung jetzt mehr und ältere Daten in ihre Untersuchung
ein. Es handelte sich dabei um Messungen des Chlorophyll-Gehalts der
Meere. Chlorophyll ist ein Pigment, das alle Phytoplankton-Organismen
besitzen; daraus lässt sich die Phytoplankton-Biomasse ableiten. Das
Team um Boyce analysierte insgesamt fast 450.000 Messdaten aus dem
Zeitraum von 1899 bis 2008.
Das Ergebnis: In acht von zehn Ozeanregionen hat das
Phytoplankton
im 20. Jahrhundert abgenommen. Dabei sank der Gehalt mit steigender
Oberflächentemperatur, besonders in den Tropen und Subtropen.
Vermutlich komme es infolge der Erwärmung zu einer stärkeren
Schichtung in der Wassersäule. Dadurch würden die Nährstoffe nicht mehr
so gut von den unteren Schichten nach oben verteilt und das Wachstum
des Phytoplanktons lasse nach, erläutern die Forscher.
dpa>
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Südostasien 29.7.2010: <Massive Korallenbleiche
alarmiert Experten
aus: Spiegel online; 29.7.2010;
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,709164,00.html
<Geschädigte Korallen (vor Australien):
"Weitreichende Bleiche ist alarmierend"
Das Korallendreieck in
Südostasien ist rund 15-mal so groß wie Deutschland -
und offenbar in
großen Schwierigkeiten. Umweltschützer berichten, dass in der Region
massenhaft Korallen sterben. Zum Teil gehen auch Arten zu Grunde, die
bisher als besonders widerstandsfähig galten.
Singapur - Der Mechanismus ist bedrohlich: Wenn das Meer wärmer
wird, dann werden viele Korallen krank und sterben ab. Das liegt daran,
dass kleine Einzeller an der Oberfläche der Korallen, sogenannte
Zooxanthellen, unter Stress abgestoßen werden. Das Problem: Bei der
Aktion gehen auch die Korallen zugrunde. Übrig bleibt nur das helle
Kalkgehäuse, Wissenschaftler sprechen von einer Korallenbleiche.
In Südostasien tritt das Problem nun in einem großen Gebiet gehäuft
auf. Experten sind alarmiert: Von Malaysia über die Philippinen bis
Indonesien seien im sogenannten Korallendreieck die Bestände bedroht,
berichtet die Umweltschutzorganisation WWF. Seit März hätten 50
Experten und Organisationen über sterbende Korallen in der Region
berichtet. In manchen Gebieten seien alle besonders gefährdeten Arten
betroffen - darunter auch solche, die sich bislang als besonders
resistent erwiesen hätten.
Im Korallendreieck, dessen Fläche etwa 15-mal so groß ist wie
die
von Deutschland, gibt es so viele verschiedene Korallen- und Fischarten
wie nirgends sonst auf der Welt. Drei Viertel aller bekannten
Korallenarten leben dort.
Nach Einschätzung der US-Ozean- und Wetterbehörde NOAA ist die
Korallenbleiche die schlimmste seit 1997/98, als weltweit 16 Prozent
aller Riffe abstarben. "In Südostasien hat es noch keine
Korallenbleiche dieses Ausmaßes gegeben", sagt Sebastian Ferse vom
Zentrum für Marine Tropenökologie in Bremen im Gespräch mit SPIEGEL
ONLINE. "Das ist besonders problematisch wegen
der
hohen
Biodiversität
dort." Ferse arbeitet daran, Ersatzteile
für
beschädigte
Korallenriffe
im
Labor
herzustellen.
"Irgendwann ist die Schmerzgrenze erreicht"
Malaysia hat nach Angaben des WWF schon zwei Tauchgebiete bei
den
Tropeninseln Tioman und Redang teilweise geschlossen, weil die Korallen
dort zu angegriffen sind. Der massive Ausbau des Tourismus auf den
Inseln hat vermutlich zur Belastung der Korallen beigetragen.
Ferse geht davon aus, dass lang anhaltender Stress zu dem
massiven
Korallensterben geführt hat: Schadstoffeinleitung ins Wasser,
chronische Überfischung und die Zerstörung von Habitaten seien die
Ursachen. "Irgendwann ist die Schmerzgrenze erreicht", sagt der
Wissenschaftler.
Vor den philippinischen Küsten in Anilao und Nasugbu sei es zu Bleichen
gekommen. Vor Taytay seien Korallen, die normalerweise grün und braun
seien, nun pink, orange und gelb, berichten die WWF-Experten - ein
Anzeichen für bevorstehendes Ausbleichen. Auch
hier
hat
es
in
der
Vergangenheit
immer wieder Berichte über
Umweltsünden gegeben.
In Indonesien seien unter anderem die Küsten von Sabang, Aceh,
Padang und das Inselgebiet vor Jakarta betroffen.
"Die weitreichende Bleiche ist alarmierend, weil das
unmittelbaren
Einfluss auf die Gesundheit der Meere hat", sagte Richard Leck, ein
Klimaexperte im WWF-Programm für das Korallendreieck. "Die Fischgründe
der Weltmeere ernähren Millionen von Menschen."
chs/dpa>
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2.8.2010: <Indiz für den Klimawandel: Wärmepilz jetzt
auch in Bayern
aus: n-tv online; 2.8.2010;
http://www.n-tv.de/wissen/Waermepilz-jetzt-auch-in-Bayern-article1182326.html
Forscher sehen in der Entdeckung einer seltenen Pilzart im
Nationalpark Bayerischer Wald einen Hinweis auf die Folgen der
Erderwärmung. Der "Wollige Scheidling" (Volvariella bombycina) sei
nun
erstmals
in
der
gesamten
Bayerwald-Region nachgewiesen worden,
teilt die Nationalparkverwaltung mit.
Dies ist für die Pilzforscher ein Indiz für die Veränderung der
Natur durch den Klimawandel. Der Grund dafür ist, dass der
wärmeliebende Pilz längere Perioden mit höheren Temperaturen braucht,
um Fruchtkörper zu bilden. Doch der Bayerische Wald gehört durch seine
Höhenlage eigentlich zu den eher kälteren Gebieten.
dpa>
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7.8.2010: Prognose: Klimawandel reduziert Urwälder
Also, die Logik sagt, dass sich die Klimazonen verschieben werden, und
somit auch die Urwälder "verschoben" werden. Das heisst, es wird an den
alten Stellen weniger Urwald geben, und es wird neuer Urwald an neuen
Stellen entstehen. Aber dies steht nicht im Artikel, sondern es wird
nur über die Reduktion von Urwald geklagt:
aus: n-tv online: Wissen: Tropische Regenwälder in Bedrängnis:
Simulation zeigt Erschreckendes; 7.8.2010:
http://www.n-tv.de/wissen/Simulation-zeigt-Erschreckendes-article1217491.html
<Dem
Ökosystem Regenwald steht ein tiefgreifender Wandel bevor. Im
schlimmsten Fall sind im Jahr 2100 nur noch 18 Prozent des weltweiten
Bestandes erhalten.
Im Kongobecken sind es vor allem die Kettensägen, die den Regenwald
bedrohen.
Eine
Simulation von Forschern um Greg Alsner von der Carnegie Institution
zur Entwicklung des Regenwaldbestandes kommt zu einem erschreckenden
Ergebnis: In 90 Jahren könnte der weltweite Bestand dramatisch gesunken
sein. Bei der Simulation haben die Forscher Satellitenbilder, Angaben
zum Einschlag von Bäumen sowie Vorhersagen zum Klimawandel einbezogen.
Je nach kalkuliertem Szenario könnten im Jahr 2100 nur noch 18 bis 45
Prozent der heutigen Regenwälder vorhanden sein. Die Ergebnisse werden
im Journal "Conservation Letters" publiziert.
Die tropischen
Wälder Südamerikas, Südostasiens und Afrikas beherbergen mehr als die
Hälfte der Tier- und Pflanzenarten, erklärt Alsner. Die Kombination aus
Klimawandel und Abholzung zwinge sie zur Anpassung, verdränge oder töte
sie. Der Berechnung liegen außer den Satelliten- und
Holzeinschlagsdaten 16 verschiedene Klimamodelle zugrunde. Diese haben
jeweils unterschiedliche Auswirkungen auf verschiedene Lebewesen.
Einige gedeihen unter den neuen Umständen besser und verdrängen
schwächer werdende Arten, andere kommen mit den neuen Bedingungen gar
nicht klar und verschwinden.
In Zentral- und Südamerika könnte
der Klimawandel zwei Drittel des Waldes verändern – dabei wären 80
Prozent des Amazonasbeckens in irgendeiner Weise betroffen. Im Bereich
des zentralafrikanischen Kongobeckens geht der Druck besonders von den
Kettensägen aus, deren Einsatz zwischen 35 und 74 Prozent der Region
betreffen könne. Die Untersuchung zeige deutlich, dass den Ökosystemen
ein tiefgründiger Wandel bevorstehe, heißt es bei den Forschern.
dpa>
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Hier kommt die neue Sintflut:

Pakistan 8.8.2010: Die Monsun-Verschiebung setzt fast
halb Pakistan unter Wasser - und ganze Dörfer werden unter
Schlammlawinen begraben - und Fluten in China
Dies
konnte doch fast jeder voraussehen: Die Monsun-Regenfälle verschieben
sich aufgrund des Klimawandels auch gegen Norden, und Gebiete, die
bisher kaum Regen hatten, werden neu nun ebenfalls beregnet. Die
Auswirkungen sind katastrophal, denn die Regierungen sind nicht
vorbereitet und es gibt kaum breite Flussbetten, sondern das Wasser
schafft sich nun neue Flussbetten, testet die Berge, und wo die Erde
nicht hält, kommt es zu Schlammlawinen, die ganze Dörfer unter sich
begraben. Die Regierungen sind nicht vorbereitet, und Pakistan, ein
Taliban-Partner in Afghanistan, ruft nun ausgerechnet die NATO um Hilfe
an. Das heisst: Politisch ist die Regierung Pakistans eigentlich auch
begraben. Und irgendwann werden auch die NATO-Soldaten in Afghanistan
mit Naturkatastrophen konfrontiert, denn auch dort ist man - nicht
vorbereitet auf Monsune. Aber lesen Sie selbst:
aus: Spiegel online: Flutkatastrophe: Pakistan fleht Nato um Hilfe an;
8.8.2010; http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,710786,00.html
<AP
Pakistan
kämpft mit der schlimmsten Flutkatastrophe seiner Geschichte. Mehr als
1770 Menschen sind ertrunken, jetzt soll die Nato helfen. Auch in
anderen Regionen Asiens wüten Unwetter: In China kamen 130 Menschen
durch Schlammlawinen ums Leben, in Indien starben fünf Touristen bei
einer Sturzflut.
Islamabad/Neu Delhi - Noch ist die Regenzeit in
Pakistan nicht vorbei. Jederzeit können weitere schwere
Monsun-Regenfälle die Lage im pakistanischen Katastrophengebiet
verschärfen. Dabei ist das Ausmaß des Flutdesasters nach Einschätzung
des Uno-Sondergesandten Jean-Maurice Ripert schon jetzt "viel schlimmer
als erwartet."
Die Vereinten Nationen rechnen mit
Wiederaufbaukosten in Milliardenhöhe. Schon die Nothilfe für die
Betroffenen werde mehrere hundert Millionen Dollar kosten, sagte Ripert
an diesem Sonntag. Der Wiederaufbau der zerstörten Häuser und
Infrastruktur könne Milliarden Dollar verschlingen. Die Folgen könne
man sich nur allzuleicht ausrechnen: Die pakistanische Wirtschaft werde
monatelang geschwächt sein, fürchtet der Uno-Gesandte. "Die Situation
ist wirklich sehr besorgniserregend." Laut pakistanischen Schätzungen
sind rund 15 Millionen Menschen von der Flutkatastrophe betroffen.
In
der Erinnerung gebe es in Pakistan "kein vergleichbares Drama", sagte
Ripert. Es seien die größten Fluten, die es jemals in dem Land gab.
Zwar habe die internationale Gemeinschaft schnell und effektiv auf die
Flutkatastrophe reagiert. Die Unterstützung müsse aber weitergehen.
Allerdings sei die Hilfe bei einer Flutkatastrophe wesentlich
schwieriger als etwa bei einem Erdbeben - wie jenem in Nordpakistan
2005.
Erdrutsche begraben mehrere Dörfer
Denn eine Flut
wie die jetzige hat verschiedene lebensbedrohliche Konsequenzen: Nicht
nur, dass Menschen in den Wassermassen ertrinken können, auch gewaltige
Erdrutsche haben verheerende Auswirkungen. So gingen Erdrutsche am
Samstag auf zwei Dörfer in der Region Gilgit-Baltistan nieder, wie die
örtlichen Behörden meldeten. Allein im Dorf Kumra seien dabei 37
Menschen ums Leben gekommen, weitere 16 im Dorf Ghanche. 25 Menschen
würden noch vermisst. Laut den Regierungsbehörden ist die Zahl der
Toten inzwischen auf über 1770 gestiegen.
Pakistan: Kampf ums Überleben
Der
pakistanische Premierminister Yousuf Raza Gilani rief die
Staatengemeinschaft am Sonntag erneut zur Hilfe auf. Er sagte, sein
Land habe nicht die Kapazität, um die Katastrophe zu bewältigen.
Heftiger Regen im nordpakistanischen Katastrophengebiet behinderte am
Sonntag die Rettungsarbeiten. Hubschrauber mussten am Boden bleiben.
Zudem rissen die Fluten Straßen, Brücken und Kommunikationsleitungen
mit sich fort. Die Streitkräfte haben dennoch inzwischen mehr als
100.000 Menschen aus den Fluten retten können.
Der
Informationsminister der am schwersten betroffenen Provinz
Khyber-Pakhtunkhwa, Mian Iftikhar Hussain, sagte: "Unsere
Rettungsaktivitäten sind schon durch den Mangel an verfügbaren
Ressourcen beschränkt. Mehr Regen macht die Dinge schlimmer für uns."
Doch ein Ende der Regenfälle ist nicht in Sicht: Die
Meteorologiebehörde teilte mit, die Regenfälle im Norden des Landes
würden bis Dienstag dauern und könnten weiteres Hochwasser auslösen.
Nato soll Hilfe leisten
Pakistan
bat auch die Nato um Hilfe im Kampf gegen die Folgen der
Überschwemmungen. Am Samstag gab die Nato in Brüssel an, der Nato-Rat
habe ein spezielles Koordinationszentrum des Bündnisses für
Katastrophenhilfe beauftragt, sich um Hilfe für Pakistan zu kümmern.
Vor allem werde es dabei darum gehen, den Lufttransport von Hilfsgütern
und Rettungsmaterial zu organisieren.
Der pakistanische
Präsident Asif Ali Zardari setzte unterdessen ungeachtet scharfer
Kritik seine Europareise fort. Bei einer Veranstaltung der
Pakistanischen Volkspartei in Birmingham sagte Zardari, seine Reise
nach Großbritannien sei ein Erfolg, er habe Zehntausende Pfund für die
Hochwasser-Opfer eingeworben. Das sah ein Teilnehmer der Veranstaltung
anders: Aus Wut auf den Präsidenten bewarf ein Mann den Staatschef mit
seinen Schuhen.
Zardari wurde nicht getroffen. Der Schuhwerfer
wurde von der Polizei abgeführt. Nach seiner Freilassung sagte der
72-jährige Shamim Khan dem pakistanischen Sender Geo TV: "Genug ist
genug. Ich spreche für die Millionen Pakistaner. Das ist die Stimme
derer, die in Pakistan weinen und hungern." Das Bewerfen mit Schuhen
gilt in der islamischen Welt als Ausdruck höchster Geringschätzung.
Schlammlawine in China wälzt Stadt
nieder
Sintflutartige
Regenfälle haben auch in China zu einer Katastrophe geführt: 130
Menschen sind in der Nacht auf Sonntag ums Leben gekommen, nachdem
Schlammlawinen und Überschwemmungen im Nordwesten des Landes eine Stadt
niedergewalzt haben. Die Zahl der Opfer könnte aber noch steigen: Am
Abend wurden nach Angaben der Behörden noch fast 1300 Menschen unter
den Schlamm- und Geröllmassen vermutet.
Überflutung in China: Zehntausende flüchten vor den Wassermassen
Besonders
stark betroffen war demnach der Landkreis Zhouqu im autonomen
tibetischen Bezirk Gannan. Ministerpräsident Wen Jiabao reiste in die
von steilen Berghängen geprägte Region, um sich selbst ein Bild der
Lage zu machen. Nahe der Stadt Zhouqu stauten Geröllmassen den durch
ein enges Tal strömenden Fluss Bailong auf. Der heftige Regen ließ die
Wassermassen über die Ufer treten. Sie erfassten die Stadt und lösten
weitere Erdrutsche aus.
Rettungskräften zufolge ist der Einsatz
schweren Geräts wegen des Schlamms und Gerölls unmöglich. Sie
versuchten, den Flusslauf freizusprengen. In einigen Teilen der
40.000-Einwohner-Stadt stand das Wasser bis zu drei Stockwerke hoch.
Auch ein Pumpwerk wurde zerstört.
Fünf Trekking-Touristen in
Sturzflut gestorben
"Viele
einstöckige Häuser wurden ausgelöscht und nun warten wir und müssen
sehen, wie viele Menschen es aus ihnen heraus geschafft haben", sagte
ein Kaufmann. "Wir hatten schon vorher Erdrutsche, aber niemals etwas
so Schlimmes." Die Anwohner würden versuchen, ihre Familien zu finden.
Xinhua zufolge wurden knapp 3000 Soldaten und Hunderte Mediziner in das
Gebiet entsandt.
In diesem Jahr sind in der Volksrepublik
bereits mehr als 1400 Menschen bei Überschwemmungen ums Leben gekommen.
Viele Gebiete wurden komplett zerstört - vor allem in Zentral- und
Südchina.
Auch Nordindien ist von der Unwetterkatastrophe in
Asien betroffen. In der Trekking-Region rund um das nordindische Ladakh
kamen fünf Touristen in einer Sturzflut ums Leben. Weitere 80 Ausländer
sind von anschwellenden Flüssen eingeschlossen, darunter auch Deutsche.
cib/dpa/apn/Reuters>
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8.8.2010: Hochwasser in Ostdeutschland - immer noch
nichts dazugelernt
Der
Klimawandel bringt ein wärmeres Klima, dies provoziert mehr
Feuchtigkeit, es steigt mehr Feuchtigkeit über den Ozeanen auf, die
Wolken tragen mehr Regen und lassen mehr Regen über dem Land ab, und so
werden die Fluten immer grösser und die Flüsse brauchen mehr Platz.
Alles klar? Man müsste also die Flussbetten verbreitern, man müsste
Reserve-Kanäle schaffen etc. Alles klar? Aber einige Regierungen in
Europa merken das einfach nicht
und meinen, die Flüsse würden sich "normalisieren". Nein, die Politik
hat immer noch nichts dazugelernt. Die Wahrheit ist: Die Flüsse
brauchen wegen des Klimawandels und wegen des höheren Regen-Aufkommens
viel mehr Platz, und wenn nicht, dann schaffen sie sich eben Platz, und
alle Städte an Flüssen werden angsam aber sicher zerstört, wie am
folgenden Beispiel zu sehen ist. Am selben Ort war ja schon 2002 ein
Hochwasser an derselben Stelle, ein "Jahrhunderthochwasser". Nun, alle
9 Jahre vergeht ein Jahrhundert. Aber lesen Sie selbst:
aus: Spiegel online: Überschwemmungen in Ostdeutschland: Brandenburg
fürchtet die Flutwelle; 8.8.2010;
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,710775,00.html
<In
Sachsen sind 1400 Menschen vor den Überschwemmungen geflohen, ganze
Dörfer stehen unter Wasser. Jetzt schwappt die Hochwasserwelle weiter:
Die Behörden in Brandenburg befürchten Rekord-Pegelstände an Spree und
Neiße - und es soll weiter regnen.
Hamburg - In Sachsen sind die
Retter noch im Einsatz, dass Wasser steht so hoch wie nie zuvor seit
Beginn der Aufzeichnungen vor rund hundert Jahren - da bedrohen die
Wassermassen schon Regionen weiter flussabwärts: In Brandenburg
fürchtet der Krisenstab des Spree-Neiße-Kreises Hochwasser für den
Anfang der Woche.
Am Pegel Spremberg der Spree im Süden
Brandenburgs sei am Sonntag die niedrigste Alarmstufe eins ausgerufen
worden, teilte das Landesumweltamt nach einer Krisensitzung mit. Dort
werde in der neuen Woche die Stufe drei erwartet. Das bereite ihm
"große Sorge" sagte der Präsident des Landesumweltamtes, Matthias
Freude. Die Talsperre Bautzen sei durch einen Zulauf von 120
Kubikmetern pro Sekunde bereits übervoll. Das Wasser floss über eine
Entlastungsanlage in nördlich gelegene Ortsteile.
An der
Talsperre Spremberg sei in den vergangenen Wochen wegen Bauarbeiten
Wasser abgelassen worden. "Das gibt jetzt die Chance, die
Hochwasserwelle für zwei bis drei Tage zu speichern", sagte Freude nach
einer Amtsmitteilung. Bis Dienstagmorgen soll die Baustelle am Auslauf
der Talsperre Spremberg geräumt sein. Dann würden größere Wassermengen
in Richtung Spreewald abgegeben. "Das werden Wassermengen sein, die die
Spree seit vielen Jahren nicht gesehen hat", so Freude.
Helfer besser ausgebildet und
ausgerüstet als im Jahr 2002
Meteorologen
warnen vor neuen Regenfällen. Robert Scholz vom Deutschen Wetterdienst
in Offenbach erklärte, von Westen ziehe bereits ein neues Schauerband
auf die Region zu, in der Summe werde es aber nicht so viel regnen wie
in den vergangenen Tagen. Die Wetterlage vom Wochenende sei ähnlich der
gewesen, die im August 2002 zum Jahrhunderthochwasser geführt hatte.
Damals waren allein in Deutschland 21 Menschen ums Leben gekommen,
Häuser stürzten ein, gewaltige Flächen wurden überschwemmt.
Deutlich
wurde am Wochenende, dass die Region aus der Flut von 2002 gelernt hat.
So waren die Helfer besser ausgebildet und ausgerüstet. Beim Deutschen
Roten Kreuz (DRK) etwa gebe es seither speziell ausgebildete
Luftretter, sagte Michael Birkner, Landesleiter der Wasserwacht in
Sachsen. Die Einsätze vom Wochenende wie der in Görlitz seien der erste
Ernstfall für diese Helfer gewesen. In Sachsen, Berlin und Brandenburg
gebe es 25 solcher Spezialkräfte.
Nach schweren Regenfällen
mit Rekordmengen bis zu 160 Liter pro Quadratmeter binnen zwei Tagen
und dem Bruch einer Staumauer in Polen überschwemmten die Wassermassen
der Neiße und anderer Flüsse angrenzende Ortschaften.
Im
Dreiländereck Deutschland/Polen/Tschechien gab es mindestens elf Tote.
Im sächsischen Neukirchen waren am Samstag beim Auspumpen eines Kellers
die Leichen von zwei Männern und einer Frau im Alter zwischen 63 und 74
Jahren gefunden worden. Sie hatten nach Polizeiangaben versucht, ihr
Hab und Gut vor den eindringenden Wassermassen zu retten und waren
dabei ertrunken. In Tschechien ertranken fünf Männer. Drei weitere
Hochwassertote wurden in Polen gemeldet.
Welterbe Fürst-Pückler-Park
bedroht
Erheblich
verschärft hatte sich die Lage nach dem Bruch einer Staumauer am
polnischen Fluss Witka bei Radmeritz. Binnen kurzer Zeit war "Land
unter" im deutschen Grenzgebiet.
Der Pegel der Neiße in
Görlitz erreichte am Sonntagvormittag mit 7,07 Metern einen Höchststand
- normal sind 1,70 Meter. Danach sank der Pegel allmählich wieder; am
Sonntagabend lag er bei 6,47 Metern. Für die Spree in der Lausitz galt
die höchste Hochwasserwarnstufe 4. Im Bereich der Elbzuflüsse kam es
neben Hochwasser auch zu Erdrutschen.
Besonders kritisch war
die Lage am Sonntagabend im sächsischen Bad Muskau. Der zum
Unesco-Weltkulturerbe gehörende Fürst-Pückler-Park, das Alte Schloss
und der Markt könnten überschwemmt werden, sagte Andreas Johne vom
Katastrophenstab Landkreis Görlitz.
In Görlitz sind am Montag
die Schulen und die Kindertagesstätten geschlossen. Das Wasserwerk
stellte den Betrieb ein, Bewohner müssen sich Wasser in Behältern
abholen. Außerdem waren etwa 5.000 Bürger ohne Strom, wie die Stadt
mitteilte. Die Bundespolizei unterstützte Einsatzkräfte mit
Hubschraubern.
Mehr als 1400 Menschen mussten im ganzen
Bundesland evakuiert werden. Das Deutsche Rote Kreuz war mit mehr als
hundert Kräften im Einsatz, darunter Luftretter mit Spezialausbildung.
Der
sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich, der sich am Sonntag in
der Sächsischen Schweiz und Görlitz informierte, stellte finanzielle
Hilfe des Landes und der Kommunen für die Hochwasseropfer in Aussicht.
Mit den gewaltigen Schäden des Jahrhunderthochwassers vor acht Jahren
sei das jetzige nicht vergleichbar, es seien "die richtigen Lehren"
gezogen worden.
Für Informationen zum Hochwasser wurde ein Bürgertelefon geschaltet mit
den Nummern 03588/285940 und 03588/285941.
lis/AFP/dpa>
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Und hier kommt das Walsbrand-Inferno

Russland 8.8.2010: Waldbrände
um Moskau -
Waldbrandsmog in Moskau
Vielleicht sind diese grossen
Waldbrände in Russland eine Ankündigung, dass sich trockene Klimazonen
verschieben. Gleichzeitig hat Russland in den letzten 20 Jahren viel
Wald vernichtet, und Auenwälder wurden wahrscheinlich auch zerstört.
Dabei ist es so, dass Auenwälder ja vor Waldbrand schützen. Aber das
begreifen die Planungsbüros und Ingenieurbüros der Regierungen nicht...
aus: n-tv online: Panorama: Rund
840 Brände in Russland: Erste
Diplomaten reisen ab; 8.8.2010;
http://www.n-tv.de/panorama/Erste-Diplomaten-reisen-ab-article1226226.html
<Giftiger
Qualm durchzieht die Straßen Moskaus. Polen, Österreich und Kanada
ziehen als erste diplomatisches Personal ab. Mehrere Länder, darunter
Deutschland, warnen vor nicht notwendigen Reisen in das Gebiet. Erste
Moskauer ergreifen die Flucht ins Ausland.
In Moskau sank die Sichtweite
wegen des giftigen Qualms teilweise auf
unter 50 Meter.
Wegen
des giftigen Qualms von den Torfbränden rund um Moskau sind die ersten
Diplomaten aus der russischen Hauptstadt abgereist. Polen, Österreich
und Kanada hätten einige Mitglieder ihres diplomatischen Personals und
deren Familien in die Heimat geschickt. Das berichtete der Radiosender
"Echo Moskwy".
Mehrere Länder, darunter
Deutschland und die USA,
raten von nicht notwendigen Reisen in die russischen Wald- und
Torfbrandgebiete ab. Der Anteil von giftigem Kohlenstoffmonoxid in der
Luft hat den zulässigen Grenzwert in Moskau um mehr als das Sechsfache
überschritten. Vor allem chronisch Kranke, ältere Menschen sowie Kinder
sollten die betroffenen Regionen meiden. Russlands oberster Amtsarzt
Gennadi Onischtschenko kritisierte die Reisewarnungen als
"unfreundlichen Akt".
Mindestens 50
Menschen sterben
Hunderttausende Feuerwehrmänner,
Soldaten und Freiwillige kämpfen gegen
die Flammen.
Der
giftige Qualm in Moskau wird immer dichter, und die Waldbrände in
Russland breiten sich trotz internationaler Hilfe weiter aus. Zwar
seien in mehreren Regionen die Waldbrände gelöscht worden, teilte das
Zivilschutzministerium nach Angaben der Agentur Interfax mit. Aber in
den vergangenen 24 Stunden brachen den Angaben zufolge auch mehr als
250 neue Brände aus.
Landesweit weiterhin etwa 840
Wald- und
Torfbrände. Sie breiteten sich auf eine Fläche von fast 200.000
Hektar
aus. Zum Vergleich: Das Saarland ist rund 260.000 Hektar groß.
In
der Hauptstadt sank die Sichtweite wegen des Rauchs der Torfbrände in
der Umgebung stellenweise auf unter 50 Meter. Die Feuer sollten nun
rund um die Uhr bekämpft werden, sagte Vize-Zivilschutzminister
Alexander Tschuprijan. Bislang seien die Brände nachts lediglich
kontrolliert worden.
Moskauer
ergreifen die Flucht
Wegen
des Dauersmogs durch die schweren Brände in Russland flüchten immer
mehr Moskauer ins Ausland. Pauschalreisen an beliebte Ziele wie
Ägypten, Montenegro oder in die Türkei seien ausverkauft, teilte der
russische Reiseveranstalterverband mit. Das tun allerdings nur
diejenigen, die es sich leisten können, während ein Großteil der
Bevölkerung wie schon seit Ende Juli weiter unter Hitze und Smog leidet.
Eine
Gruppe gläubiger Christen prozessiert durch den Ort Kriusha, rund 270
Kilometer südöstlich von Moskau. Sie bitten Gott um Regen.
In
die Hauptstadt zurückkehren musste Bürgermeister Juri Luschkow, dem die
Moskauer übelnehmen, dass er lange lieber im Urlaub blieb anstatt sich
um die Brandkrise zu kümmern. Luschkow hatte seine bisherige
Abwesenheit mit der Behandlung einer "Sportverletzung" an einem
unbekannten Ort gerechtfertigt.
Deutschland
liefert
Atemschutzmasken
Unterdessen
schickte Frankreich ein Löschflugzeug nach Russland. Italien bot
ebenfalls an, mehrere Maschinen zur Verfügung zu stellen. Aus Polen
waren 155 Feuerwehrleute auf dem Weg nach Russland. Deutschland liefert
auf Bitten Russlands 100.000 Atemschutzmasken nach Moskau, außerdem
Schläuche, Pumpen sowie Motoraggregate. Die Hilfslieferungen sollen am
Montag ankommen.
Das Innenministerium dementierte
jedoch, dass
auch deutsche Helfer in Moskau eingetroffen seien. Das hatte Interfax
unter Berufung auf einen namentlich nicht genannten Mitarbeiter des
Zivilschutzministeriums gemeldet. Nach offiziellen russischen Angaben
sind unter anderem Rettungskräfte aus Italien, Polen und Bulgarien im
Einsatz gegen die Feuerwalze.
Nach offiziellen Angaben starben
bislang mehr als 50 Menschen infolge der Wald- und Torfbrände. Hunderte
Verletzte liegen in Krankenhäusern, Tausende sind auf der Flucht vor
den Flammen. Russische Hilfsorganisationen schätzen, dass die Zahl der
Toten weit höher liegt. Kremlchef Dmitri Medwedew spendete aus eigener
Tasche knapp 9000 Euro für die Brandopfer. Hohe Beamte sollten sich
daran ein Beispiel nehmen, sagte Medwedews Sprecherin Natalia Timakowa.
Qualm auch in
der Metro
Ärzte
in Moskau warnten vor erheblichen gesundheitlichen Problemen. Hunderte
Menschen ließen sich wegen Beschwerden in Kliniken behandeln. Der Rauch
drang auch in die bis zu 85 Meter tiefen Schächte der weltberühmten
Metro.
Einfache Atemschutzmasken seien
keine Hilfe, warnte der
Moskauer Experte Leonid Lasebnik. Die Bevölkerung wurde daher
aufgerufen, nach Möglichkeit zu Hause zu bleiben oder gleich die Stadt
zu verlassen. Auf den internationalen Flughäfen kam es wegen der
schlechten Sicht zu langen Verspätungen, mehrere Flüge wurden in andere
Städte umgeleitet. Der Smog werde nicht vor Mittwoch kommender Woche
abziehen, sagten Meteorologen.
Jahrhundert-Dürre
und
Rekord-Hitze
Rund
um das atomare Forschungszentrum in Sarow etwa 400 Kilometer östlich
von Moskau schlugen Soldaten und Feuerwehrleute eine acht Kilometer
lange und 150 Meter breite Brandschneise. Die Lage sei unter Kontrolle,
teilte das Zivilschutzministerium mit.
Landesweit kämpften
Hunderttausende Feuerwehrleute, Soldaten und Freiwillige mit teils
primitiven Mitteln gegen die verheerende Feuersbrunst. Dicker Rauch
behinderte die Löscharbeiten aus der Luft. Russland erlebt derzeit eine
Jahrhundert-Dürre und eine Rekord-Hitze mit Temperaturen um 40 Grad.
dpa>
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18.8.2010: <Weltweit drastische Verluste - Weniger Mangroven als erwartet>
aus: n-tv online; 18.8.2010; http://www.n-tv.de/wissen/Weniger-Mangroven-als-erwartet-article1300796.html
<
Sie gehören zu den produktivsten und wichtigsten Ökosystemen der Welt:
Mangrovenwälder. Mangroven passen sich den extremsten Bedingungen an.
Doch sie sterben aus: Derzeit gibt es weltweit nur noch Mangroven auf
einer Fläche, die doppelt so groß ist wie Bayern.
Der Verlust von Mangroven ist höher als der von tropischen Wäldern im Inland oder von Korallenbänken.
Die Mangrovenwälder der Welt sind rund zwölf Prozent kleiner als
bisher geschätzt. Den Schwund zeigen neue Satellitenbilder, die von
einem Team internationaler Wissenschaftler der US-Geologiebehörde
United States Geological Survey (USGS), der Vereinten Nationen und der
Raumfahrtbehörde NASA ausgewertet wurden.
Derzeit gibt es nur noch 137.760 Quadratkilometer Mangroven, rund
12,3 Prozent weniger als bisher angenommen, heißt es in der Studie, die
im Fachjournal "Global Ecology and Biogeography" erschienen ist. Das
entspricht nur in etwa der doppelten Fläche Bayerns.
Mangrovenwälder bestehen aus Bäumen, Palmen und Büschen, die in
tropischen und subtropischen Gezeitenzonen rund um den Äquator wachsen.
Sie gehören zu den produktivsten und biologisch wichtigsten Ökosystemen
der Welt. Sie passen sich den extremsten Umweltbedingungen an und
gedeihen sowohl bei hohem Salzgehalt als auch in sengender Hitze.
Menschliche Einflüsse, sowie häufige Stürme dezimieren die Wälder
jedoch zunehmend. Der Verlust von Mangroven ist demnach weltweit höher
als der von tropischen Wäldern im Inland oder von Korallenbänken.
Wälder in schlechtem Zustand
"Der derzeitigen Schätzung zufolge gibt es heute nur noch halb so
viel Mangrovenwälder wie früher und viele davon sind in einem
schlechten Zustand", sagte Chandra Giri vom USGS. 35 Prozent der
Mangroven sollen zwischen 1980 und 2000 vernichtet worden sein. Das
habe einen enormen Einfluss auf die Küsten, für die Mangroven bis dahin
ein natürlicher Schutz gegen Wirbelstürme und Tsunamis darstellten,
erläuterte Giri.
Die verbliebenen Mangroven verteilten sich auf 118 Länder und
Gebiete. Asien besitzt 42 Prozent der weltweiten Mangrovenwälder,
Afrika 21 Prozent, Nord- und Mittelamerika 15 Prozent, Ozeanien 12
Prozent und Südamerika 11 Prozent.
dpa>
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2.9.2010: Russ nimmt Sonnenwärme auf und erwärmt die Luft
- Forscher Mark Jacobson meint, mit Russvermeidung liesse sich die
Klimaerwärmung abschwächen
Diese Botschaft ist auch an alle ärmeren Länder gerichtet, wo die
Regierungen bis heute meinen, eine schwarze Auspufffahne sei "nicht so
wichtig", z.B. in Peru. Aber lesen Sie selbst:
aus: n-tv online: Filter gegen Erderwärmung: Forscher hält Russ für Klimakiller; 2.9.2010;
http://www.n-tv.de/wissen/Forscher-haelt-Russ-fuer-Klimakiller-article1405596.html
<Wenn weltweit gar kein Ruß mehr produziert würde, könnte die Temperatur
der Arktis um bis zu 1,7 Grad sinken. Das berechnet ein Experte der
Stanford University in Kalifornien und plädiert für Rußfilter und
Elektroautos.
Rußvermeidung ist der beste und schnellste Weg, das Eis der Arktis
zu schützen. Diesen Schluss zieht Mark Jacobson von der Stanford
University in Kalifornien aus einem Computermodell. Werde jeglicher Ruß
aus der Verbrennung von Kohle, Öl und Benzin weggefiltert, lasse sich
die Lufttemperatur innerhalb von 15 Jahren um 0,3 bis 0,5 Prozent
senken. Dieser Wert könne sich noch verbessern, wenn der Ruß aus der
Holz- und Dung-Verbrennung wegfalle.
Ruß sei nach Kohlendioxid
der zweitstärkste Treibhausfaktor, berichtet Jacobson im "Journal of
Geophysical Research". Doch herkömmliche Klimamodelle unterschätzten
den Ruß-Effekt. "Ruß unter Kontrolle zu bringen, könnte die einzige
Methode sein, die Erwärmung der Arktis in den nächsten zwei Jahrzehnten
deutlich zu reduzieren", meint Jacobson.
Rußpartikel nehmen Sonnenstrahlen auf
Der Forscher hat in den vergangenen 20 Jahren ein Computermodell zu
Klima, Luftverschmutzung und Wetter entwickelt, speziell um den
Einfluss von Ruß zu analysieren. Die schwarzen Rußpartikel nehmen die
Sonnenstrahlen direkt auf. Sie erwärmen sich dadurch und damit auch die
sie umgebende Luft. Zusätzlich absorbieren sie von der Erde
reflektierte Sonnenstrahlen, wie auch die Treibhausgase dies tun.
Doch die Rußpartikel haben laut Jacobson nicht nur einen
Klimaeffekt: 1,5 Millionen Menschen sterben pro Jahr an rußbedingten
Krankheiten, und weitere Millionen leiden an Atemwegerkrankungen oder
Herzkrankheiten – vor allem Menschen in Entwicklungsländern, wo viel
Holz zum Kochen und Heizen genutzt wird.
Ruß belastet Gesundheit und Klima
Werde weltweit gar kein Ruß mehr produziert, könnte die Temperatur
in Teilen der Arktis um bis zu 1,7 Grad Celsius sinken, berechnete der
Autor. Im vergangenen Jahrhundert habe sich die Arktis um 2,5 Grad
erwärmt - dort steigt die Temperatur besonders rasch.
Da Ruß nur kurz in der Atmosphäre verweile und dann ausgewaschen
werde, habe eine Verminderung einen schnellen Effekt. Treibhausgase
verbleiben dagegen oft Jahrzehnte in der Atmosphäre. Jacobson plädierte
für den weltweiten Einbau von Rußfiltern in Fahrzeugen oder gleich den
Einsatz von Elektroautos. Könnten mehr Haushalte in Entwicklungsländern
mit Strom versorgt werden, habe das neben dem Klimaeffekt zusätzlich
einen großen gesundheitlichen Nutzen.
dpa>
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3.9.2010:
Untergangs-Tourismus in Tuvalu - die Südseeinsel steht vor dem
Untergang und die Touristen kommen - aber die Bevölkerung hat ganz
andere Sorgen: Konserven statt frischer Fisch
aus: Spiegel online: Südseeinsel Tuvalu: Trip mit Katastrophen-Flair; 3.9.2010;
http://www.spiegel.de/reise/fernweh/0,1518,715383,00.html
<Von Anke Richter
Die winzige Inselgruppe Tuvalu
könnte in wenigen Jahrzehnten versinken, wenn der Meeresspiegel weiter
steigt. Darum tummeln sich hier Katastrophen-Touristen und
Klimaforscher, die Uno schickt viel Geld - doch selbst ein
Staatssekretär gibt zu: "Wir sensationalisieren das Thema."
Was sie in das viertkleinste Land der Welt führt? "Iko", erklärt
eine junge Japanerin dem Beamten an der Passkontrolle lächelnd. Sie
schwitzt in der Hitze des Bretterverschlages. Iko? "Eco-Tourist", sie
nickt. Drei Tage hat die Studentin, um Südseekultur mit
Katastrophen-Flair zu erleben. 3800 Dollar hat sie für den Kurzausflug
bezahlt: einmal im Leben nach Tuvalu, bevor es verschwunden ist.
Zweimal in der Woche landet ein Flugzeug aus Fidschi auf dem Atoll
Funafuti, das wie eine Kette aus Smaragden im Ozean liegt. Reisende
verirrten sich bis vor kurzem kaum hierher. Jetzt kommen immer mehr
Fremde. Scharen von Forschern und Helfern nehmen ein Volk unter die
Lupe, das es angeblich bald nicht mehr geben wird. Die Insulaner, die
neben der Flughafenbaracke warten, würdigen die Besucher kaum eines
Blickes. Zu viele haben sie in den letzten Jahren kommen und gehen
sehen. Was den Rest der Welt plötzlich nach Tuvalu zieht, lässt vor Ort
die meisten kalt: das Untergangsszenario durch den Anstieg des
Meeresspiegels.
Die Japanerin und ihre Reisegruppe checken ins einzige Hotel der
Insel ein. Hinter der Terrasse gammelt Müll zwischen den Steinen. Es
stinkt nach Fäkalien. Im lauwarmen Wasser der Lagune liegen zerbrochene
Flaschen und Blechdosen. Öko und Tourismus - nichts liegt diesem
schwülen, trägen Ort auf den ersten Blick ferner.
5000 Menschen leben dicht an dicht auf den weniger als drei
Quadratkilometern von Fogafale, der bewohnten Insel des Atolls
Funafuti. Die restlichen 5000 Tuvaluaner verteilen sich auf die
weiteren Atolle und Inseln, die nur per Schiff zu erreichen sind.
Beton statt Kokospalmen
Fast ein Drittel von Fogafale füllt die geteerte Landebahn aus.
Kokospalmen wurden gefällt, um Platz für schlichte Betonhäuschen zu
machen. Dazwischen drängen sich Wassertanks, Satellitenschüsseln und
Schweinegehege. Nirgendwo ist man mehr als einen halben Kilometer vom
Ufer entfernt.
Mit dem Flugzeug ist auch ein amerikanischer Wissenschaftler
gelandet. Er ist schon zum dritten Mal hier. Fragebögen will er diesmal
verteilen. Außerdem braucht er noch einen Fischer. "Und irgendwas mit
Kultur. Alte Leute oder so." Die Climate-Change-Beauftragte von Tuvalu
telefoniert und organisiert die Interviews. Es sind immer die gleichen
Gestalten, die als Darsteller im Klimawandel-Drama dienen müssen. Denn
wer in diesen Zeiten beruflich nach Tuvalu reist, hat stets ähnliche
Anliegen: eine Studie, ein Interview, ein Projekt. Da niemand in Tuvalu
direkte Not leidet, wirkt der Einsatz umso bemühter.
Die Japaner brechen zur ersten Besichtigung auf. "Erosion" heißt die
Sehenswürdigkeit am Ufer. Je höher und stärker die Flut, desto
entblößter sind hier die Wurzeln der Bäume. Wie gefällte Riesen liegen
graue Palmen auf dem Korallenkies. Leichenberge, zum Gruseln. Winzige
Digitalkameras glitzern in der Nachmittagssonne.
Nirgendwo hat Tuvalus Schicksal so viel Medienecho gefunden wie in
Japan. Jedes Jahr im Februar, wenn die jährliche Springflut droht und
Teile der Insel kurzfristig unter Wasser stehen, rückt pro Woche ein
asiatisches Kamerateam an. "Sie filmen immer das Gleiche, sie stellen
immer die gleichen Fragen", sagt Shozo Tsunashima, der für eine
japanische NGO in Tuvalu arbeitete. "Doch der ganze Hype geht komplett
an der Wirklichkeit vorbei."
Die erhoffte Katastrophen-Stimmung wird den Besuchern nicht geboten.
Ob bei den Jugendlichen auf ihren klapperigen Mopeds, die amüsierte bis
verlegene Blicke wechseln, oder den Frauen, die am Ufer Kleidung
waschen und ratlos die Schultern zucken: Die Fragen nach der momentanen
Stimmungslage will keiner mehr hören.
Religion gegen Flutangst
Daran ist nicht zuletzt die Religion schuld. Tuvalu ist zutiefst
christlich. In der Bibel verspricht Gott Noah, keine weitere Flut auf
die Erde zu senden. Vor allem bei den Älteren lässt der Glaube die
Furcht vor einer Überschwemmung nicht zu. "Erst wenn ich nie mehr einen
Regenbogen sehe", so hat es mal einer der alten Männer ausgedrückt,
"werde ich mich gegen den Klimawandel wappnen." In ihrem kleinen Büro
neben dem Internetcafé koordiniert Pasemeta Talaapa die
Entwicklungshilfe der EU. "Niemand hier fühlt sich akut bedroht - das
ist Unsinn. Wir wollen alle einfach nur ein normales Leben führen",
sagt die resolute Dame.
Die aktuellen Probleme seien ganz andere: Alkohol, Diabetes, Gewalt.
Umweltverschmutzung, Überbevölkerung. Korruption. Dass alle nur auf
Almosen warten. "Wer geht denn noch fischen oder pflanzt etwas an?" Sie
klingt resigniert. "Eine Dose zu öffnen ist leichter." Die Situation
von Tuvalu in den Zeiten des Klimawandels, so beschrieb es ein
Beobachter, sei die eines Krebspatienten im Endstadium, der sich um
Aids sorge. Die "Coca-Kolonialisierung" hat auf die Lebensqualität der
Tuvaluaner eine unmittelbar schädlichere Auswirkung als der
CO2-Ausstoß. Doch davon hört man auf der internationalen Tribüne wenig.
Stattdessen wird der mediale Mitleidskreuzzug geführt. Die
Propaganda-Maschine läuft. Vor vier Jahren behauptete der damalige
Premierminister Tuvalus vor der Uno-Vollversammlung, die klimatische
Bedrohung sei für sein Volk "eine langsame und heimtückische Form von
Terrorismus". Einer seiner Vorgänger sprach vom "Genozid durch
Umweltzerstörung".
Polemik ist die beste Waffe im Kampf um Aufmerksamkeit. "In 50
Jahren heimatlos" ist das Mantra, das Tuvalus Oberste stets
herunterbeten - auch wenn diese Prophezeiung ernsthaften Schätzungen
nach unhaltbar ist. Aber wer streitet schon mit Ertrinkenden um 100
oder 200 Jahre?>
2. Teil:
"Wir sensationalisieren das Thema" [und verdienen damit Geld - die geziehlte Streuung von Untergangslügen]
aus: http://www.spiegel.de/reise/fernweh/0,1518,715383-2,00.html
<In
den vergangenen 60 Jahren sind viele der Inseln jährlich sogar um zwei
Millimeter gestiegen, statt zu sinken. In der gleichen Situation wie
Tuvalu sind all die anderen flachen Atolle, deren höchste Erhebungen
keine fünf Meter betragen. Doch niemand schlägt in Tokelau, Kiribati
oder auf den Marshall-Inseln Alarm - was auch daran liegt, dass die
Tuvaluaner die ersten mit Internetzugang waren. Mit dem Verkauf der
"tv"-Domain wurde der Beitritt in die Uno gezahlt.
Afafoa Irata, Staatssekretär im Außenministerium, gibt freimütig zu:
"Wir sensationalisieren das Thema." Was er sich davon verspreche? "Geld
und Pässe." Denn die Emigration in reiche Nachbarstaaten ist auch dann
für viele Insulaner attraktiv, wenn keine Evakuierung droht. Wer
darüber negativ berichte, so Irata, komme auf eine schwarze Liste.
Am zweiten Tag der Untergangstour geht es für die japanischen
Besucher einmal per Boot quer über die Lagune nach Tepuka Savilivili,
an den Ground Zero der Südsee: ein Flecken, kahl wie eine
Mondlandschaft. Nur ein Stück Styropor bleicht in der Sonne auf den
Korallen. Drei Zyklone machten im Jahr 1997 die Vegetation des
Inselchens zunichte. 200 Dollar kostet die Fahrt nach Tepuka
Savilivili, am Katastrophen-Tourismus lässt sich gut verdienen.
An allem ist plötzlich der Klimawandel schuld
"Natürlich ist der Klimawandel ein riesiges Problem", sagt Arthur
Webb, Küsten-Spezialist bei der geowissenschaftlichen Organisation
Sopac in Fidschi. "Aber das ist nicht alles, was in Tuvalu passiert. Es
ist nur ein Teil davon." Er spricht über Tiden-Zyklen, die über
Jahrzehnte und Jahrhunderte verlaufen. Über Erosion als natürlichen
Prozess, den es immer schon gab: Das Meer nimmt Strand an einer Stelle
weg und häuft ihn woanders wieder an. "Atolle verändern sich ständig.
Da wird so vieles durcheinandergebracht. Alles heißt jetzt plötzlich climate change."
Die schlimmsten Schandflecken Tulavus sind die borrow pits -
Löcher am Straßenrand von der Größe eines Tennisplatzes. Sie wurden im
Zweiten Weltkrieg von den Amerikanern gegraben und nie wieder
aufgefüllt. Jetzt sind sie giftige, brackige Müllkippen und für
Funafuti momentan eine größere ökologische Katastrophe als ein
Ansteigen des Meeresspiegels. Die Hydrologie des Bodens ist dadurch
schwer gestört. Im versalzenen Grundwasser sterben Pflanzen ab. Aber
solche Fakten sind im PR-Krieg nicht unbedingt erwünscht. Sopac-Experte
Webb sieht es pragmatisch: "Tuvalus starke Stimme hilft der ganzen
Pazifikregion. Die Bedrohung ist real."
Es ist Abreisetag auf Funafuti. Die Japanerinnen kaufen vor der
Flughafenbaracke Muschelketten und fotografieren sich gegenseitig. Der
kalifornische Wissenschaftler strahlt, schüttelt Hände. Die Fragebögen
für die Datenbank seien so gut wie fertig, verkündet er. Ein großer,
schwerer Mann im frisch gebügelten Hawaiihemd checkt sein Gepäck ein:
Der Finanzminister Tuvalus muss zu einer Konferenz nach Brüssel. Danach
wird er sich um den "Global Environmental Fund" kümmern, den die
Vereinten Nationen den 14 vom Klimawandel betroffenen Pazifikstaaten
als Geldspritze zukommen lassen. Wie viel davon erhält Tuvalu? "Wir
sollten an der Spitze stehen", sagt der Minister.
Das Flugzeug landet. Es spuckt wieder Weiße aus. Ein Fotograf, eine
Soziologin, zwei Volunteers, die Bäume pflanzen wollen. The show must
go on.>
Wachsende Inseln im Pazifik
-- die Inseln wachsen zum Teil, weil Korallenschutt an die Küsten treibt
(http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-55558-2.html)
-- Inseln werden an einigen Teilen kleiner, wachsen aber an anderen Stellen, so die Inseln Paava und Fualifeke
(http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-55558-3.html)
-- auch ein Atoll im Inselreich Tuvalu hat in den letzten 60 Jahren an Fläche gewonnen
(http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-55558-4.html)
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13.9.2010: Grönland wird immer mehr eisfrei, wärmer, fruchtbarer und ein bisschen wohnlich
aus: Tagesanzeiger online: Dieses Land macht der Klimawandel reich; 13.9.2010;
http://www.tagesanzeiger.ch/wissen/natur/Dieses-Land-macht-der-Klimawandel-reich/story/22484912
<Waldbrände,
Fluten, Schlammlawinen: Viele Länder leiden zunehmend unter dem
Klimawandel. Wetterextreme scheinen sich zu häufen. Doch für ein Land
wird dadurch der Weg zu ungeheuren Bodenschätzen frei.
Auf
Grönland scheint das Ende der Eiszeit in Sicht. Den Süden der
Rieseninsel am Polarkreis hat der Klimawandel bereits erfasst. «Wir
können hier mittlerweile Kartoffeln anbauen und Freiland-Erdbeeren
heranziehen», sagt der Leiter der Landwirtschaftlichen Versuchsanstalt
in Upernaviarsuk, Anders Iversen.
«Seit fünf Jahren ist der Fjord
hier gar nicht mehr zugefroren», sagt die Einheimische Etta Lyberth.
«Vor zehn Jahren konnten wir ihn im Winter noch mit dem Motorschlitten
überqueren.» Vielen Einheimischen ist diese Entwicklung jedoch durchaus
recht.
Bessere Geschäfte
«Die Touristensaison wird
länger, wir können bessere Geschäfte machen», argumentiert etwa
Bootsführer Erninnguaq, der aus dem Dorf Nanortalik Schiffstouren zu
den Gletschern Sermeq und Sermitsiaq anbietet. An diesem südlichsten
Ende der rund 2000 Kilometer langen Inlandeiskappe Grönlands sind die
Folgen des Klimawandels nicht zu übersehen.
«Bis vor rund 100
Jahren ist der Gletscher noch gewachsen, jetzt zieht er sich jedes Jahr
um etwa 15 Meter zurück», hat der pensionierte Lehrer Niels Tækker
Jepsen beobachtet. Die Durchschnittstemperaturen seien binnen weniger
Jahre um rund zwei Grad gestiegen. «Diesen Sommer hatten wir mehrfach
Temperaturen über 30 Grad Celsius.»
Die Inuit kamen um 1400 von
Alaska übers Eis nach Grönland, als die Wikinger vor der beginnenden
kleinen Eiszeit in Nordeuropa und Amerika flohen. Jahrhunderte lang
lebten sie - ideal an die Kälte angepasst - als Jäger und Fischer.
Heute ist ein grosser Teil der rund 55'000 Grönländer abhängig von
staatlicher Hilfe der einstigen Kolonialmacht Dänemark.
Streit wegen Uran - [und andere Bodenschätze werden freigelegt - abbauen oder nicht]
«Für
Grönland ist es deswegen eine Riesenchance, dass der Klimawandel den
Weg zu den ungeheuren Bodenschätzen frei macht», ist der Unternehmer
Rasmus Rasmussen überzeugt. Er gehört zu den Experten, die ein riesiges
vermutetes Erzvorkommen oberhalb des Hafen von Narsaq untersuchen.
«Durch den Erzabbau könnten hier 2000 neue Arbeitsplätze entstehen»,
ist sich Rasmussen sicher.
«Der Klimawandel kann unsere
Gesellschaft spalten», warnt hingegen der grönländische Philosoph und
Theologe, Finn Lynge. Ein Grund dafür: In der geplanten Erzmine wird
auch Uran vermutet. Dessen möglicher Abbau teilt das Dorf schon jetzt
in zwei unversöhnliche Lager.
«Das für Grönland typische
Gemeinschaftsgefühl ist zerbrochen. Selbst wenn die Mine nicht gebaut
wird, hat sie jetzt bereits irreparable Schäden angerichtet», sagt
Lynge. Ähnliche Diskussionen werden auch in anderen Orten geführt, an
denen das schmelzende Eis den Zugriff auf die ungeheuren Bodenschätze
zulässt.
Gletscherwasser verkaufen - [eine "grüne Entwcklung" für Grönland - Gemüseanbau - Gletscherwasserverkauf]
«Dieses Land
steht mit dem Klimawandel vor einer tiefgreifenden Veränderung und
sucht nach der Richtung, in die es sich entwickeln kann», so Lynge. Das
von der sozialistischen Partei «Inuit Ataqatigiit» geführte Parlament
setzt grosse Hoffnungen auf eine «grüne» Entwicklung Grönlands.
Neben
dem Ausbau eines «sanften» Tourismus für Naturbegeisterte und
Outdoor-Aktivisten könnte die Landwirtschaft dazu zählen. Die 52
Schaffarmer an der Südküste sollen künftig auch Gemüse anpflanzen. Dank
des Klimawandels seien die Sommer dafür mittlerweile lang genug,
berichtet Landwirt Iversen. Allerdings sei es in den letzten drei
Jahren während der ersten Sommerwochen extrem trocken gewesen.
Unternehmer
Rasmussen hat deswegen bereits eine ganz andere Geschäftsidee im
Zusammenhang mit dem Klimawandel entwickelt. Nahe der grönländischen
Hauptstadt Nuuk liess er für zehn Millionen US-Dollar eine Fabrik zum
Abfüllen von schmelzendem Gletscherwasser errichten. (bru/sda)>
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14.9.2010: <Kein Eis mehr da - Walrosse stürmen Alaska> - und vielleicht kommen auch bald die Eisbären an Land
Es ist ja den Industriestaaten egal, was das Klima macht. Den Umbau der
Gesellschaft von Autonationen in Velonationen haben die Grünen weltweit
verpasst, viele "demokratische" Wahlsysltem lassen erst gar keine
grünen Parteien an die Regierungsbeteiligung (sehr "demokratisch"), und
die "USA" sind jetzt dann bald 10 Jahre lang nur mit Kriegen
beschäftigt - und das Klima wird immer wärmer und wärmer. Die Strände
werden nun auch von Tieren aufgesucht, wenn das Eis wegschmilzt, und
die Tiere werden nicht um Erlaubnis fragen. Aber lesen Sie selbst:
aus: n-tv online; 14.9.2010; http://www.n-tv.de/wissen/Walrosse-stuermen-Alaska-article1489881.html
<Zwischen Russland und Alaska gibt es im Sommer kein Eis mehr - für die
Walrosse heißt es, dass der Weg zum Futter weiter wird. Für die
Gemeinden an der Küste von Alaska heißt es, dass sie sich an die
Walrosse gewöhnen müssen.
Zehntausende Walrosse flüchten sich in Alaska an Land, weil
ihnen die Eisschollen unter dem Bauch wegschmelzen. Die amerikanische Behörde
US Geological Survey schätzt die Zahl der Riesensäuger, die derzeit Strände am
Nordpolarmeer und an der Beringstraße bevölkern, auf wenigstens 10.000 bis 20.000.
Zu den Orten, die von der Invasion betroffen sind, gehört
auch das 234-Einwohner-Dorf Point Lay. "Ich lebe jetzt schon 37 Jahre
hier. Aber so etwas habe ich noch nicht gesehen", sagte der Chef der
örtlichen Feuerwehr, Bill Tracey, der Zeitung "Alaska Dispatch".
Das Pazifische Walross (Odobenus rosmarus divergens) sucht
seine Nahrung - Kleintiere wie Muscheln, Schnecken und Krebse - auf dem
Meeresboden. Es taucht bis zu 250 Meter tief und nimmt bis zu 50 Kilo am Tag zu.
Zum Verdauen ruhen sich die Kolosse anschließend auf Eisschollen aus -
zumindest taten sie das in der Vergangenheit.
Futter ist weiter weg
Jetzt aber gibt es im Sommer kein
Eis mehr in der Wasserstraße zwischen Russland und dem Nordwestzipfel von
Nordamerika, stellen die US-Forscher fest. Das heißt, die Tiere müssen sich
zwischen der Nähe zum Futter und einem Platz zum Schlafen entscheiden. Unter
der Umstellung dürften vor allem die Jungtiere leiden, die noch nicht so weit
schwimmen können. Betroffen sind auch die Mütter. Sie lassen ihren Nachwuchs
die ersten zwei Jahre nicht aus den Augen.
Gefährdet sind die Jungtiere auch an Land. Walrosse sind
schreckhaft. Bricht Panik aus, etwa durch Flugzeuglärm, werden Junge auf der
Flucht ins Wasser leicht von den ausgewachsenen Tieren erdrückt. Eine andere
Gefahr scheinen Kommunen wie Point Lay bisher gebannt zu haben. Dem "Alaska
Dispatch" halten sich Jäger zunächst noch an den Appell, die Tiere nicht
zu schießen.
Schon 2007 und 2009 hatten sich Walrosse in ihrer Not in die
Nähe von Alaskas Zivilisation gewagt. Ihre Anzahl machte jedoch nur einen
Bruchteil der Landgänger dieses Sommers aus. Die Einwohner von Point Lay
befürchten, dass die Überreste der erdrückten Jungtiere weitere "Besucher" anlocken könnten: Auch Eisbären kämpfen angesichts des schwindenden Polareises
ums Überleben und sind auf jeden Bissen angewiesen.
dpa>
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24.9.2010: Ein "riesiger Fladen salzarmen Wassers
im Nordatlantik" soll 1968-1972 eine Abkühlung des Atlantiks und eine
kleine Klima-Umkehr bewirkt haben
aus: Spiegel online: Siebziger Jahre: Meereskälte soll Klimawende ausgelöst haben; 24.9.2010;
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,719166,00.html
<Von Axel Bojanowski
REUTERS
Ozean: Plötzliche Kühlung
Rätselhafter Kälterückfall: In
den siebziger Jahren legte die Erwärmung eine Pause ein.
Klimasimulationen machten Schwefelwolken verantwortlich. Doch nun zeigt
sich, dass Ozeane den Temperatureinbruch ausgelöst haben könnten - sie
kühlten 1968 rapide ab.
Anfang der siebziger Jahre machte die Klimaerwärmung Pause und die
Welttemperatur fiel einige Jahre lang. Forscher erklärten die Abkühlung
damit, dass Fabriken vermehrt Schwefeltröpfchen ausgestoßen hatten: Die
Teilchen legten sich als Schleier um die Erde und blockierten das
Sonnenlicht. Dass es bald wieder wärmer wurde, lag am zunehmenden
Ausstoß von Treibhausgasen. Auf dieser Theorie basieren die
Computermodelle, mit denen das Klima der Zukunft simuliert wird.
Jetzt stellt sich heraus: Die Theorie ist unvollständig. Eine
plötzliche Abkühlung der Ozeane auf der Nordhalbkugel habe entscheidend
zum Fallen der Lufttemperaturen beigetragen, berichtet ein
internationales Forscherteam im Wissenschaftsmagazin "Nature".
Das Phänomen war bisher übersehen worden - die Temperaturmessungen
unterliegen Unsicherheiten. Es habe viel Zeit gekostet, mögliche
Fehlinterpretationen der Daten auszuschließen, zitiert ein weiterer "Nature"-Artikel Phil Jones von der University of East Anglia in Großbritannien, einen Mitautor der Studie.
Gigantische Energiemenge entzogen
Die Wissenschaftler um John Wallace von der University of Washington
haben Temperaturdaten der Meere analysiert und eine erstaunliche
Entdeckung gemacht: Von 1968 bis 1972 fielen die Meerestemperaturen auf
der Nordhalbkugel um 0,3 Grad Celsius - eine erhebliche Abkühlung
angesichts der betroffenen Wasserschicht von mehreren hundert Metern:
Den Ozeanen wurde eine gigantische Energiemenge entzogen. Vor allem,
dass die Kühlung so plötzlich kam, sei überraschend, betonen die
Forscher.
Das Ereignis fiel zusammen mit einer Abkühlung der Luft, die bislang
mit den Sonnenlicht abweisenden Abgaswolken aus Fabriken erklärt wurde,
den sogenannten Aerosolen. Doch dieser Schleier könne den Ablauf der
Ereignisse nicht erklären, meinen Wallace und seine Kollegen:
Vermutlich habe der Umschwung der Meerestemperaturen einen erheblichen
Beitrag geleistet, schreiben die Forscher in "Nature". Für diese These
spricht, dass sich die gleichzeitige Klimawende ebenfalls vor allem auf
der Nordhalbkugel abspielte.
Der Einfluss der Aerosol-Wolken wäre demnach geringer als
angenommen. Auch als Auslöser der Meereskälte kämen sie kaum in Frage,
meinen die Autoren der "Nature"-Studie. Die Abkühlung der Ozeane auf
der Nordhalbkugel sei allzu abrupt verlaufen, um von allmählich
aufziehenden Aerosolen bewirkt worden zu sein.
Kalter See im Meer
Möglicherweise lässt sich der ozeanische Temperatursturz mit einem
anderen Mysterium erklären, das die Wissenschaft seit geraumer Zeit
bewegt: Von 1968 bis 1982 trieb ein riesiger Fladen salzarmen Wassers
im Nordatlantik. Sein geringer Salzgehalt machte ihn leichter als das
übrige Meerwasser und sorgte dafür, dass er quasi wie ein See im Ozean
trieb. Vermutlich habe ein langjähriger Schub Gletscherschmelze aus
Grönland die sogenannte Große Salzanomalie ausgelöst, meinen Experten.
Womöglich stehe das Ereignis in Zusammenhang mit der plötzlichen
Abkühlung, erklärt nun der Klimatologe Gavin Schmidt in "Nature".
Indes: Was dort im Einzelnen geschehen sei, müsse noch erforscht
werden.
Das derzeit diskutierte Szenario wäre etwa folgendermaßen
abgelaufen: Von Grönlands Gletschern stürzt Ende der sechziger Jahre
vermehrt Schmelzwasser in den Nordatlantik und legt sich wie ein Deckel
aufs Meer. Zum einen kühlt das Schmelzwasser von selbst das Meer. Zum
anderen hemmt es den Golfstrom, der warmes Wasser aus den Tropen in den Norden schwemmt. Die Folge: Auch die Luft kühlt ab.
Das Szenario kann allerdings kaum erklären, warum sich gleichzeitig
der Nordpazifik abkühlte - wenn auch nicht so stark wie der nördliche
Atlantik. Die Wissenschaftler jedenfalls werden ihre Klimasimulationen
verfeinern müssen. Die neue Studie hat gezeigt: Der Einfluss der Ozeane
ist größer als angenommen.>
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29.9.2010: Längere Allergie-Saison wegen Klimawandel
aus: Stern online: Volkskrankheiten: Klimawandel wird zur Plage für Allergiker; 29.9.2010;
http://www.welt.de/wissenschaft/volkskrankheiten/article9956985/Klimawandel-wird-zur-Plage-fuer-Allergiker.html
<Die Saison für Allergiker droht durch die Erderwärmung immer länger zu
werden. Ein Berliner Forscher erklärt, woran das liegt.
-
In Deutschland leiden rund 18 Millionen Menschen unter Heuschnupfen,
Tendenz steigend. Inzwischen schniefen und keuchen manche Allergiker
fast das ganze Jahr. Daran ist der Klimawandel nicht ganz unschuldig
Viele Menschen können dem Klimawandel auch gute Seiten abgewinnen. Zum
Beispiel, dass die Herbstmonate wärmer werden. Für Allergiker hat das
allerdings fatale Folgen. „Die Verbreitung und die Zusammensetzung der
Pollen zeigen Veränderungen, bedingt durch wärmere Winter- und
Herbstmonate“, sagte Professor Karl-Christian Bergmann vom
Allergiezentrum des Berliner Universitätsklinikums Charité. „Eine Folge
ist, dass die „Saison“ für die Heuschnupfenpatienten früher beginnt und
später endet.“
„Zum Teil schon Mitte Dezember geht es los mit
den Haselnusspollen. Und dadurch, dass Kräuterpollen wie Beifuß oder
Ambrosia länger fliegen, hört die Saison für einige erst Ende Oktober,
Anfang November auf“, sagte Bergmann der Nachrichtenagentur dpa. „Das
gab es früher so nicht: Ende Januar, Anfang Februar ging es los und
Anfang Oktober war Schluss.“
Bergmann ist auch Vorsitzender des Vereins „Deutscher Lungentag“.
Die bundesweite, dezentrale Veranstaltung rückt in diesem Jahr den
Heuschnupfen in den Mittelpunkt. Motto: „Neues von der Klimabörse -
Hochkonjunktur für Allergien“. In rund 200 Praxen und Kliniken gibt es
am 2. Oktober Lungentests, Sauerstoffmessungen, Vorträge und
Informationen. „Meist kommen 50.000 bis 65.000 Besucher.“
Nach Bergmanns Angaben steigt auch die Zahl der
Pollen-Asthmatiker. „Die Pollen wirken zusammen mit anderen Stoffen,
die mit in der Luft sind. Pollen können sich etwa mit Rußpartikeln vom
Dieselmotor zusammentun. Wenn diese Kombination eingeatmet wird, hat
sie eine wesentlich stärkere Wirkung für die Allergie, als wenn ich die
Stoffe getrennt einatme.“
Zudem gebe es Pollen neuer Pflanzen in
Deutschland, zum Beispiel der Ambrosia-Pflanze aus Amerika. Dazu kommt
das Glaskraut aus Italien. „Und Olivenpollen, weil immer mehr
Olivenbäume hier angebaut werden, etwa in Holland. Es kann auch sein,
dass Pollen aggressiver, allergener geworden sind. Da wissen wir noch
längst nicht alles“, räumte Bergman ein.
Neu ist auch, dass häufiger Menschen im Seniorenalter erstmals
Heuschnupfen bekommen. „Vor Jahrzehnten bekamen die meisten als Kind
oder Jugendlicher diese Allergie. Heute kommen 70-Jährige zu uns in die
Charité und wir stellen einen ganz frischen Heuschnupfen fest“,
wunderte sich der Allergie-Experte. „Das ist neu und ungewöhnlich.“
„Neu beim Heuschnupfen ist auch, dass viele
Patienten zugleich einige Kern- und Steinobstsorten oder Gemüse nicht
mehr vertragen.“ Zum Beispiel könnten einige Menschen, die gegen
Birkenpollen allergisch seien, auf einmal keinen Apfel mehr essen,
berichtete Bergmann. „Bei ihnen schwillt die Zunge an, die
Mundschleimhaut brennt, ein starker Juckreiz ist da. Diese
Unverträglichkeit hat mittlerweile jeder zweite Heuschnupfenpatient in
Deutschland.“ Es sei aber unklar, ob diese sogenannte
„Kreuzreaktivität“ etwas mit dem Klimawandel zu tun habe.
„Die langfristig beste Lösung ist heute die Immuntherapie, entweder als
Spritze oder als Tablette oder als Tropfen“, sagte Bergmann. „Das aber
nur, wenn man es früh, am besten in den ersten fünf Jahren nach dem
Auftreten der Krankheit macht.“ Nach 20 Jahren sei die Krankheit kaum
noch zu verändern. „Leichtere Fälle sind mit Medikamenten gut zu
behandeln, die man nur bei Bedarf nimmt, die Antihistaminika.“
dpa/cc>
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Schweiz 9.9.2010: Längere Trockenperioden bringen Probleme in
Karstgebieten - erhöhte Temperaturen lassen die Gletscher verschwinden
aus: Beobachter online, Ausgabe 7/2010: Wasser: Die Schweiz droht auszutrocknen; 9.9.2010;
http://www.beobachter.ch/natur/forschung-wissen/klima-wetter/artikel/wasser_die-schweiz-droht-auszutrockenen/
- <Text: Stefan Stöcklin
Die
Zukunft wird trocken: Die Gletscher werden wegen der Klimaerwärmung
verschwinden, und es wird weniger regnen. Forscher ergründen die
Wasserreserven der Schweiz, um Konflikten um deren Nutzung vorzubeugen.
Wer
diesen Sommer eine Gartenparty plante oder ein Open Air besuchen
wollte, brauchte Wetterglück. Selten hat es so oft geregnet: In
Walenstadt durchkreuzte ein Sturm die Premiere des Musicals «Die
Schwarzen Brüder», in Zürich tanzten wegen der Nässe «nur» 650' 000 an
der Street Parade, und in Basel musste das beliebte Rheinschwimmen
abgesagt werden – zum zweiten Mal in 30 Jahren. «Was ist mit dem
Sommer los?», fragten sich viele. Auch die Klimaforscher stutzten –
allerdings aus dem gegenteiligen Grund: wegen Trockenheit.
Die erste Hälfte des Julis war hierzulande eine der wärmsten
überhaupt und im Süden und Westen viel zu trocken. Das hatte Folgen,
zum Beispiel im Waadtland am Fusse des Juras: Die Hitze hielt an, der
Regen blieb aus, und das Flüsschen Venoge verkam zum traurigen Rinnsal,
sein Oberlauf trocknete aus. Die Behörden schränkten den Wasserkonsum
ein: Die Landwirte durften kein Wasser abpumpen, um ihre Reben zu
bewässern – und sogar das Trinkwasser wurde rationiert. Ein Vorbote
dessen, was uns der Klimawandel noch bescheren wird.
Wenige Tage nach dem Ende der Wassernot beugt sich der
Hydrogeologe Pierre-Yves Jeannin, 45, über die wichtigste Quelle der
Venoge. Sie liegt in einem Waldstück etwas oberhalb des Dörfchens
L’Isle. Seit den Trockentagen hat es kräftig geregnet, und der
Chaudron, wie die Hauptquelle heisst, schüttet aus einer Felsöffnung
wieder beachtliche Mengen Wasser. «Ich schätze, 800 Liter pro
Sekunde», sagt Jeannin mit geübtem Blick auf das Wasser, das aus einer
Öffnung im moosbewachsenen Karstgestein schiesst. Säuberlich trägt er
den Wert auf einer Karte ein, dann gehts hinauf, einem trockenen
Flussbett entlang zu Le Puits, einer weiteren Venoge-Quelle, die erst
zu sprudeln beginnt, wenn der Chaudron überläuft. Doch Le Puits ist
trocken, wie das leere Flussbett vermuten liess – und dies schon seit
einiger Zeit, worauf der grüngelbe Moosbewuchs schliessen lässt.
des Grundwasservorrats der Schweiz
befinden sich in Karstgebieten – 120 Kubikkilometer Wasser. Dabei nimmt
Karst nur 20 Prozent der Landesfläche ein, vor allem im Jura, in den
Voralpen und in einigen Alpenregionen. Karstgegenden sind unterirdisch
wasserreich, oberirdisch dagegen anfällig für Trocken-heit. Regenwasser
fliesst im Karst rasch ab – und schafft im löslichen Gestein Dolinen,
Höhlen und Schächte. Karst-wasser verschmutzt leicht und muss in der
Regel gereinigt werden, bevor es geniessbar ist.
Dass
sich der Wassermangel gerade hier bemerkbar macht, überrascht wenig:
Das Einzugsgebiet der Venoge-Quelle liegt in einem Karstgebiet. «Karst
ist anfällig auf Trockenheit», sagt Jeannin. Regenwasser versickert
rasch und verschwindet in unterirdischen Gängen und Höhlen. Karst
macht 20 Prozent der Landesfläche aus und ist vor allem im Jura, in den
Voralpen und Teilen der Alpen weitverbreitet. Die Situation in diesen
Gegenden ist paradox: An der Oberfläche hat es wenig Wasser, im
Untergrund sehr viel. «Gut die Hälfte der gesamten Grundwasserreserven
der Schweiz liegen in Karstgebieten, geschätzte 120 Kubikkilometer
Wasser, fast doppelt so viel wie in den Gletschern», sagt Jeannin. Eine
gewaltige Menge angesichts der Tatsache, dass die Schweizer Haushalte
und das Kleingewerbe gerade mal einen halben Kubikkilometer
Trinkwasser pro Jahr verbrauchen. Doch diese Karstreservoire sind wenig
bekannt und schlecht erschlossen. Das Abfluss- und Grundwassersystem
dieser Gebiete ist kaum erforscht. Jeannin hat es sich zur Aufgabe
gemacht, diese Lücken zu schliessen. Quelle für Quelle sucht er mit
seinem Team ab und notiert die Abflussmengen. Ziel ist eine
Gesamtschau, die die geologischen Verhältnisse im Untergrund mit
einbezieht.
Mit
Niederschlägen und Zuflüssen gelangt etwa gleich viel Wasser ins Land,
wie abfliesst und verdunstet. Die Reserven betragen ein Vielfaches des
jährlichen Durchflusses.
![Die Wasserbilanz für die Schweiz mit Zufluss, Verbrauch und Abfluss, Grafik [4] Die Wasserbilanz für die Schweiz mit Zufluss, Verbrauch und Abfluss, Grafik [4]](http://www.beobachter.ch/fileadmin/dateien/bilder-editionen/Natur/07-10/Wasserbilanz.gif) |
Die Wasserbilanz für die Schweiz mit Zufluss, Verbrauch und Abfluss, Grafik [4]
(Quelle: trinkwasser.ch/Landeshydrologie Schweiz; Infografik: Beobachter/DR)
Der Zufluss an Wasser besteht aus Niederschlag (60,1 Mrd. m3) und aus Zuflüssen aus dem Ausland (13,1 Mrd. m3), macht total 73,2 Mrd. m3.
In der Schweiz bestehen zudem Grundwasserreserven von 240 Mrd. m3, und gebundenes Wasser in Gletschern von 65 Mrd. m3.
Jährlich
wird 1 Mrd. m3 als Trinkwasser und für die Landwirtschaft genutzt. Das
ist doch gar nicht so viel, wenn man die 73,2 Mrd. m3 Zufluss
berücksichtigt.
Unter Abfluss des Wassers fällt die Verdunstung (20 Mrd. m3) und der Abfluss ins Ausland (53,5 Mrd.m3).
|
Scheinbar ist die Rückbehaltung des Wassers irgendwie falsch organisiert oder noch nicht gut organisiert.
In dieser Grafik fehlt ausserdem natürlich die Angabe, wie verschmutzt
das Wasser ist, wenn es in die Schweiz kommt, und wie verschmutzt das
Wasser ist, wenn es die Schweiz verlässt, z.B. mit
Medikamentenrückständen. Aber das ist ein "Geheimthema"... |
Karst
ist Jeannins Leidenschaft. Seit seiner Jugend erforscht er das
verwitterungsanfällige Gestein, zunächst als Hobbyhöhlenforscher, dann
als Wissenschaftler an der Uni Neuenburg. Als Hydrogeologe betreibt er
das Schweizerische Institut für Speläologie und Karstforschung (Siska)
in La Chaux-de-Fonds.
Jetzt, wo klar wird, dass im Wasserschloss Schweiz Wasser zur
Mangelware wird, wächst das Interesse am Karst und an Jeannins
Kenntnissen. Im Auftrag des Kantons Waadt und im Rahmen des Nationalen
Forschungsprogramms (NFP) 61 arbeitet er an einem Karstinventar, vor
allem in von Trockenheit bedrohten Regionen wie dem Waadtland, dem Jura
oder dem Wallis, aber auch in anderen Gegenden wie bei Flims, wo ein
Strassentunnel durch Karstgestein getrieben wurde. «Die Suche nach
Quellen und ihren Verbindungen ist Detektivarbeit», sagt Jeannin. Denn
im Karst ist oft nicht klar, wo das Wasser, das abfliesst, wieder
rauskommt. Um Notsituationen im Sommer vermeiden zu können, müssen
diese Wassergänge bekannt sein.
Die Hitzewellen und Trockenphasen des vergangenen Sommers dauerten
hierzulande im Unterschied zu Gebieten in Südeuropa oder Russland nur
wenige Tage. Sie sind lediglich eine kleine Kostprobe von dem, was
Klimaforscher für die Jahre ab 2050 für die Schweiz erwarten. Die
Prognosen sind im Bericht «Klimaänderung und die Schweiz 2050» des OcCC
aufgelistet, einem vom Bundesrat beauftragten beratenden Organ für
Fragen der Klimaänderung. Gegenüber 1990 werden die mittleren
Temperaturen demnach um 1,8 bis 2,8 Grad ansteigen. Gebietsweise kann
die Erwärmung deutlich von den Mittelwerten abweichen und sogar vier
Grad betragen. Für die Winter werden um acht bis elf Prozent mehr
Niederschläge erwartet, für die Sommer dagegen um bis zu 19 Prozent
weniger. Das bedeutet zum Beispiel für Sion in den Monaten Juli und
August je 20 Liter weniger Regen pro Quadratmeter, und dies bei einem
eh schon trockenen Klima. Der Feuchtigkeitsgehalt im Boden wird
abnehmen, und die Grundwasserbildung wird reduziert. Die Verdunstung
hingegen nimmt zu. Wasser wird im Sommer vielerorts zum knappen Gut.
Gefährdet sind Karstregionen im Jura und das Umfeld von Flüssen, die
vom Schmelzwasser der Gletscher abhängen. Die trockenen Aussichten sind
der Grund, weshalb der Bund dieses Jahr ein millionenteures Programm
zum Thema Wassernutzung gestartet hat, in dessen Rahmen das Thema
Trockenheit unter verschiedenen Blickwinkeln bearbeitet wird. Zwar gebe
es in der Schweiz grosse Wasserreserven, sagt Programmleiter Christian
Leibundgut. Aber um deren Verteilung werde in Zukunft hart gerungen.
«Wir müssen uns auf diese Änderungen vorbereiten.»
Andreas
Bauder, 41, steht am Fusse des Furkapasses bei Gletsch und blickt
hinauf zum Rhonegletscher. Über die nackte Felskante fliesst viel
Wasser – und das ist eine schlechte Nachricht. Um acht Uhr morgens im
August schwitzt der Gletscher schon stark. Eine Stunde später steht
Bauder bei der ersten von 15 Messstationen auf dem knapp acht Kilometer
langen Eisfeld. Der schwindende Eisgigant ist das Studienobjekt des
Glaziologen von der ETH Zürich. Aus dem Eis ragt eine Aluminiumstange,
die einen Empfänger des Satellitennavigationssystems trägt. Auf den
Bruchteil eines Millimeters genau kann Bauder damit verfolgen, wie sich
die Eisoberfläche bewegt. Mit einem einfachen Taschenmeter misst er
den Stangenabschnitt, der seit der letzten Messung durch abschmelzendes
Eis freigelegt wurde. Die Zahl lässt aufhorchen: «In einer Woche sind
30 Zentimeter des Gletschers geschmolzen», sagt Bauder. Die
Gletscherzunge wurde allein im Juli 2,5 Meter kürzer.
Die Oberfläche des Eises ist noch leicht gefroren, es gurgelt und
gluckert bereits, kleine Wasserströme bilden sich. Bauder steigt
höher, von Messpunkt zu Messpunkt. Er kontrolliert die Installationen
und ersetzt oberhalb des Eises, auf der Flanke des Gletschers, ein
weiteres Messgerät, das die Bewegung des Eises rund um die Uhr erfasst.
Bauder will den Volumenverlust des Gletschers so genau wie möglich
vermessen und eine Bilanz der Eismassen erstellen. Rund zwei
Kubikkilometer gefrorenes Wasser liegen noch in diesem Bergkessel, aber
unten im Zehrbereich schmilzt mehr ab, als oben im Nährgebiet
nachwächst.
Wie viel Eis geht wann und wo verloren? Wie verändert sich das
Volumen? Wie bewegt sich das Eis im Innern? «Wir verstehen noch vieles
nicht», sagt Bauder. Weil der Rhonegletscher seit über hundert Jahren
vermessen und beobachtet wird, eignet er sich als Modellfall zum
besseren Verständnis.
der Ackerflächen
in der Schweiz werden bewässert, Tendenz steigend. Die Wassermenge, die
die Bauern auf ihre Felder giessen, entspricht rund einem Viertel des
jährlichen Trinkwasserverbrauchs. Gibt es genügend Wasser, steigert der
Klimawandel den Ertrag, denn Wärme und Kohlendioxid (das auch ein
Pflanzennährstoff ist) fördern das Wachstum. Doch bei steigenden
Temperaturen wird auch der Wasserverbrauch um ein Vielfaches steigen.
Naturschützer schlagen schon jetzt Alarm: Die Bewässerung von Weiden in
den Voralpen reduziert die Pflanzenvielfalt.
Gegen
Mittag wird das Schmelzwasser unüberseh- und -hörbar. Wasserströme
schlängeln sich über den Gletscher, vereinigen sich und verschwinden
in einem grossen Loch. Der Boden des Schlunds ist von oben nicht
auszumachen, doch angesichts der Tatsache, dass der Rhonegletscher an
der mächtigsten Stelle gut 400 Meter dick ist, kann das Loch tief
hinunterreichen. Ein beklemmendes Gefühl macht sich breit. Das Eis
ächzt und knarrt, links und rechts reiht sich Spalte an Spalte,
dazwischen dreckiger Schnee, von Staub und Schmutz bedeckt, die das
Schmelzen beschleunigen, weil sich die dunkle Oberfläche stark
aufheizt. Unterhalb der Gletscherzunge wächst der Schmelzwassersee. Er
nährt den Wasserfall, den man von Gletsch aus sehen kann.
Vergleicht man den Gletscher mit alten Darstellungen, kann man sich
den Eisverlust drastisch vor Augen führen – auf alten Bildern reicht
die Zunge noch fast bis nach Gletsch hinab, mehrere hundert Meter
weiter als heute. Auch die Eisgrotte, die an schönen Tagen Hunderte von
Touristen zum Gletscher lockt, macht den Rückzug des Gletschers
deutlich. Die Höhle hat sich immer weiter vom Hotel Belvédère entfernt
und schmilzt an warmen Sommertagen sichtbar weg. Notdürftig versuchen
die Betreiber, das Eis mit weissen Abdeckungen vor der Sonne zu
schützen.
Der
Water Exploitation Index (WEI) gibt den Wasserverbrauch als Prozentsatz
der erneuerbaren Wasserreserven an. Der Index schwankt von Jahr zu Jahr
aufgrund der Niederschläge. Länder mit einem WEI von mehr als 40
Prozent leiden unter extremer Wasserknappheit.
|
Wasserverbrauch
in Relation zu den erneuerbaren Wasserreserven, Karte von Europa [4]
(Quelle: SAM 2010; Infografik: Beobachter/DR)
0-9,9% Verbrauch der erneuerbaren Wasserreservern pro Jahr: Norwegen,
Schweden, Finnland, Estland, Lettland, Litauen, Dänemark, Luxemburg,
Slovakei, Ungarn, Österreich, Slowenien, Schweiz, Irland, Portugal
10-19,9% Verbrauch der erneuerbaren Wasserreservern pro Jahr: Polen,
Holland, Tschechien, Frankreich, Rumänien, Griechenland, Türkei
20-29,9% Verbrauch der erneuerbaren Wasserreservern pro Jahr: England,
Schottland, Nordirland (Grossbritannien), Deutschland, Italien,
Mazedonien
30-39,9% Verbrauch der erneuerbaren Wasserreservern pro Jahr: Belgien, Spanien, Bulgarien
40-49,9% Verbrauch der erneuerbaren Wasserreservern pro Jahr: Zypern
|
Die
düstere Zukunft des Rhonegletschers steht stellvertretend für das
Schicksal der rund 1500 Gletscher in den Schweizer Alpen, die gemeinsam
ein Volumen von zirka 65 Kubikkilometern haben. Andreas Bauder rechnet
aufgrund von Modellberechnungen damit, dass vom Rhonegletscher –
immerhin der fünftgrösste Gletscher der Schweiz – bis Ende des
Jahrhunderts nur noch ein kleiner Rest hoch oben auf über 3000 Metern
Höhe übrigbleiben wird. 90 Prozent seiner Masse werden bis dann wegen
der Klimaerwärmung abgeschmolzen sein. Der kleinere Silvrettagletscher
hingegen dürfte bereits im Jahr 2070 ganz verschwunden sein.
In einer kürzlich veröffentlichten Studie kamen ETH-Glaziologen zum
Schluss, dass die grössten 59 Alpengletscher zwischen 1999 und 2008
bereits zwölf Prozent ihres Volumens oder neun Kubikkilometer verloren
haben. Allein im Hitzesommer 2003 ging ihr Eisvolumen um 3,5 Prozent
zurück. «Man muss vorsichtig sein mit Prognosen, aber die kleinen
Gletscher dürften bis 2100 verschwinden. Bei den grösseren ist mit
Überbleibseln in grosser Höhe zu rechnen», so Andreas Bauder.
des Rhonegletschers werden bis 2100 wegschmelzen.
Vom mächtigen Eisfeld wird nach Prognosen von Glaziologen der ETH nur
ein Bruchteil von weniger als zehn Prozent in grosser Höhe
übrigbleiben. Ähnlich wird es den anderen grossen Gletschern wie dem
Aletsch- oder dem Gornergletscher ergehen. Kleinere Gletscher werden
wohl ganz verschwinden. Wie sich die Klimaerwärmung im Detail auswirkt,
untersucht der Glaziologe Andreas Bauder am Rhonegletscher (Foto). Im
August schmolzen innerhalb einer Woche 30 Zentimeter der Eisdecke ab.
Die
Flüsse unvergletscherter Gebiete leiden deutlich stärker unter
Trockenheit, wie der Hitzesommer 2003 zeigte. Doch zwischen der
Gletscherschmelze und dem künftigen Wassermangel im Sommer gibt es
einen direkten Zusammenhang. Gehen die Gletscher zurück, werden die
Speicher kleiner, die im Sommer den Schnee vom Winter als Wasser
abgeben, dann, wenn der Bedarf am grössten ist.
Das ist einer der Gründe, wieso für das Gebiet Crans-Montana (siehe
Artikel zum Thema «Wer bekommt wie viel?») im Detail erforscht wird,
was passieren wird, wenn der Plaine-Morte-Gletscher verschwindet. Fehlt
dieses Wasserreservoir, sind Konflikte zwischen Bauern, Einwohnern,
Touristen und Naturschützern programmiert: Ein Verteilkampf zeichnet
sich ab, bei dem jeder versuchen wird, möglichst viel Wasser zu
ergattern und das begehrte Gut auf seine Mühlen zu leiten.
«Einschneidende Kompromisse werden nötig sein», prophezeit
NFP-61-Leiter Christian Leibundgut.
Das
Salzwasser der Meere macht gut 96 Prozent des Wassers auf unserem
Planeten aus. Ein grosser Teil des Süsswassers ist gefroren, nutzbar
ist nur ein kleiner Teil.
![Grafik des weltweiten Salzwassers, Süsswassers, und des brauchbaren, nutzbaren Süsswassers [4] Grafik des weltweiten Salzwassers, Süsswassers, und des brauchbaren, nutzbaren Süsswassers [4]](klimawandel-auswirkungen-d/salzwasser-suesswasser-brauchbares-wasser-grafik-weltweit.gif) |
Grafik des weltweiten
Salzwassers, Süsswassers, und des brauchbaren, nutzbaren Süsswassers
[4] (Quelle: SVGW; Infografik: Beobachter/DR)
| 1'350'955'400 km3 | Salzwasser | | 243'64'100 km3 | Eis, Schnee, Firn | | 10'530'000 km3 | Grundwasser | | 93'100 km3 | Seen und Flüsse | | 28'000 km3 | Bodenfeuchte, Sümpfe | | 12'900 km3 | Atmosphäre | | 1100 km3 | Lebewesen | | 1'385'984'600 km3 | Total | <
|
<
Ein
Sektor, der massiv unter Druck kommen wird, ist die Landwirtschaft, die
in vielen Regionen schon heute nicht ohne Bewässerung auskommt. Zwei
Fünftel der Ackerfläche und ein Viertel der gesamten landwirtschaftlich
genutzten Fläche sind bereits «bewässerungsbedürftig», rechnet Jürg
Fuhrer von der Forschungsanstalt Agroscope in Reckenholz vor. Vor allem
im Rhonetal, im Bieler Seeland, in der Region Broye VD oder im
Ostschweizer Thur-Gebiet werden die Felder bewässert.
Laut einer aktuellen Umfrage giessen Bauern wegen Trockenheit
jährlich rund 144 Millionen Kubikmeter Wasser auf ihre Felder, was
einem Viertel des Trinkwasserverbrauchs der Schweiz entspricht. Ein
Maisfeld beispielsweise braucht 400 Liter pro Quadratmeter. Ein Wert,
der in trockenen Regionen nicht erreicht wird.
Gemäss den Szenarien für 2050 wird es künftig viel häufiger
Sommerdürren geben. «Je nach Region und Kultur wird die Bewässerung
verstärkt werden», sagt Jürg Fuhrer. Er rechnet damit, dass der
Wasserbedarf der Landwirtschaft in extremen Trockenjahren um das Zwei-
bis Vierfache gegenüber heute steigen wird. Ein Wert, der noch deutlich
höher ausfallen könnte, je nachdem, wie effizient die Bauern bewässern.
Alternativ könnten die Landwirte vermehrt Kulturpflanzen anbauen, die
weniger Wasser benötigen, wie beispielsweise Hirse, Bohnen oder Gerste.
Sicher ist: Die Landwirtschaft wird den Wasserkonsum massiv antreiben
und einen Konflikt mit den Naturschützern verstärken, der schon heute
schwelt. Denn die Bewässerung kann je nach Situation die Artenvielfalt
auf Wiesen beeinträchtigen oder so viel Wasser aus Flüssen verbrauchen,
dass zu wenig für die Fische bleibt.
Der Hydrogeologe Pierre-Yves Jeannin ist überzeugt, dass im Karst
gelagertes Wasser den Bauern helfen wird, ihren steigenden Bedarf zu
decken. Zunächst müssen diese Reserven aber erst einmal bekannt sein.
Jeannin beugt sich über seine Karte und schüttelt den Kopf:
«Unglaublich, wie fehlerhaft die aktuellen Angaben sind.» Anlass für
seine Verstimmung ist eine Quelle im Dörfchen Genolier oberhalb von
Gland VD. Laut Karte müsste hier ein ergiebiger Bach sprudeln, doch im
Bachbett windet sich ein mageres Rinnsal. Umgekehrt im benachbarten
Montant: Statt ein paar Tropfen – wie eingezeichnet – fliessen hier
beachtliche Mengen von gut und gerne 1000 Litern pro Sekunde weg. «Die
Karte ist ganz falsch», sagt Jeannin. «Allein im Kanton Waadt sind die
Abflussmengen von mindestens zwei Dritteln der rund 15'000
Quellfassungen schlecht dokumentiert», schätzt er. Eine Folge davon
ist, dass Ressourcen und Verbrauch schlecht aufeinander abgestimmt
sind.
beträgt der Anteil beschneiter Pisten
in der Schweiz im Durchschnitt. In vielen Skigebieten ist er höher. Die
Bergbahnen verbrauchen rund 10'225 Liter Wasser pro Jahr und
beschneiten Pistenkilometer.
Diese
Erfahrung hat auch Susanna Wicki gemacht. Die Bäuerin lebt in Les Bois
in den Freibergen, einem Hochplateau im jurassischen Karstgebiet. Ihr
fehlte Ende der neunziger Jahre im Sommer zunehmend Wasser, erzählt
sie, so dass sie Mühe hatte, den Bedarf für Haus und Hof aus der
eigenen Quelle zu decken. «Jeweils im Sommer versiegte die Quelle
nahezu, statt 400 Liter pro Minute lieferte sie nur noch zwei.» Den
anderen Bauern der Region ging es nicht besser. Susanna Wicki drängte
die Behörden jahrelang, eine neue Leitung zu legen. Seit gut fünf
Jahren wird nun Wasser aus dem entfernten und tiefliegenden Vallon de
St-Imier nach Les Bois hochgepumpt.
Typisch Karst: Unten im Tal tritt das oben versickerte Regenwasser
an die Oberfläche, und es gibt Wasser im Überfluss. Für den Mangel auf
dem Plateau macht Pierre-Yves Jeannin Klimawandel und Übernutzung
verantwortlich. «Trockene Sommer, der neu erstellte Golfplatz,
erweiterte Bauzonen und Gärten erhöhen den Wasserbedarf.» Ein
Nutzungskonflikt, an den wir uns gewöhnen müssen. Auch im Wasserschloss
Schweiz>
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7.10.2010: <Erwärmung: Korallen werden weltweit bleich - ihr Absterben droht>
aus: Welt online; 7.10.2010;
http://www.welt.de/wissenschaft/article10126186/Korallen-werden-weltweit-bleich-ihr-Absterben-droht.html
<Weltweit stehen die Korallen wegen hoher Wassertemperaturen unter enormem Stress. Meeresschützer sind alarmiert.
-
Korallenbleiche an einer Steinkoralle (Acropora) in den Gewässern vor Sumatra
Von Christiane Oelrich
Erschreckende Bilder aus dem Meer alarmieren Korallenforscher: bis zu
90 Prozent ausgeblichene Korallenbänke in den Gewässern Thailands,
bleiche Riffe vor der Küste Sumatras und jetzt auch in der Karibik. Die
hohen Wassertemperaturen der vergangenen Monate sind die Ursache.
Bleiche Korallen sind anfällig für Krankheiten und drohen abzusterben.
Das hätte verheerende Folgen, weil die Korallenbänke vielen Fischarten
als Kinderstube dienen. „Korallen leben in Symbiose mit bestimmten
Algen. Die Korallen halten die Algen wie Gefangene und zwingen sie,
Zucker zu produzieren“, sagt Clive Wilkinson vom Zentrum für Riff- und
Regenwaldforschung in Townsville in Australien. „Wenn die
Wassertemperaturen zu hoch sind, werden die Algen giftig. Dann spucken
die Korallen sie praktisch aus. Die Korallen leben zwar noch, aber es
fehlt ihnen der Zucker, sie werden anfällig für Krankheiten, haben
keine Energie zum Laichen und sterben ab.“ Die Algen sorgen auch für
die leuchtenden Korallenfarben. Ohne Algen sind sie blass.
Wilkinson leitet ein Institut, das den Zustand der Korallen
weltweit regelmäßig ermittelt – das Global Coral Reef Monitoring
Network (GCRMN). Er ist alarmiert. „Das könnte so schlimm werden wie
1998“, sagt er. Damals gingen 16 Prozent der Korallen weltweit
verloren. In diesem Jahr lagen die Temperaturen wieder deutlich und vor
allem über Wochen über dem Durchschnitt.
„Das hat in Südostasien zu extrem schwerer Bleiche geführt“, sagte Mark
Eakin, Direktor des Korallenprogramms der US-Ozeanbehörde NOAA Anfang
September in einemVortrag. „Es war schwer, dort überhaupt noch Korallen
zu finden, die nicht geblichen sind.“ Weltweit gesehen war es von
Januar bis August dieses Jahres genauso heiß wie im Rekordjahr 1998 –
0,67 Grad über dem Mittel des 20. Jahrhunderts.
Noch
Schlimmeres befürchtet er jetzt für die Karibik: „Da ist die Situation
richtig ernst“, sagte Eakin. „Nur ein paar schwere Stürme könnten noch
dafür sorgen, dass unsere düstere Vorhersage nicht eintrifft.“
Hurrikans kühlen das Wasser ab. Das Barrier Reef in Australien ist mit
dem dort bevorstehenden Sommer auch in der Gefahrenzone. „Wir haben
aber in diesem Jahr viel Regen und rechnen mit Zyklonen“, sagt
Wilkinson.
Korallen sind Nesseltiere, die fast ausschließlich in tropischen
Gewässern leben. Die Kalkskelette der Steinkorallen bilden
kilometerlange Riffe. In den Nischen und Mulden leben Krebse, Seesterne
und andere Kleintiere. Viele Fische nutzen Korallenbänke als
Kinderstube, weil ihre Kleinen sich dort vor Raubfischen verstecken
können. „Die Riffe sind die Grundlage für komplexe
Nahrungsmittelketten“, sagt Wilkinson. „Fische, die an Korallenriffen
leben, sind eine bedeutende Nahrungsmittelquelle für mehr als eine
Milliarde Menschen“, schätzt die US-Ozeanbehörde. Es gebe viele
Auslöser für eine Korallenbleiche, sagt Eakin. „Aber wenn das Phänomen
so großflächig auftritt wie jetzt, kann das nur an höheren
Wassertemperaturen liegen.“
Anzeige
<a href="http://ww251.smartadserver.com/call/pubjumpi/10034/(wissen_story)/6916/1286512979780/">
<img src="http://ww251.smartadserver.com/call/pubi/10034/(wissen_story)/6916/1286512979780/" border="0" alt=""/>
</a>
Seit 1979 gab es nach Angaben der NOAA sieben Bleichen – alle
temperaturbedingt. Wilkinson hat auch keinen Zweifel am Einfluss des
Klimawandels. „Bei der großen Korallenbleiche 1998 sprachen noch viele
von einem Jahrtausend- Vorkommen, bei der Bleiche in der Karibik 2005
wieder – und jetzt schon wieder? Da kann doch etwas nicht stimmen.“
Schnelle Lösungen gibt es nicht. In Australien gab es Experimente mit
Schattendächern für Korallenriffe. „Das kann ein Tauchbetrieb an einem
kleinen Riff machen, wo es seine Gäste immer hinbringt“, sagt
Wilkinson. „Aber großflächig – unmöglich. Wer hat denn die vielen
Milliarden Dollar, die dafür nötig wären?“ Weil inThailand in diesem
Jahr aus so vielen Korallenbänken die Farbe gewichen ist, erkunden nun
manche Tauchclubs mit ihren Gästen eher Wracks am Meeresboden.
Der konsequente Schutz des Meeres sei das einzige, was die Korallen
retten kann. Ohne Reduzierung der Treibhausgase, die für die Luft- und
Meereserwärmung verantwortlich sind, gehe es nicht, sagt Wilkinson.
Allerdings hat der Wissenschaftler einen Hoffnungsschimmer: So wuchsen
auf der Hälfte der Riffe, die ihre Korallen bei der Bleiche 1998
verloren hatten, wieder Korallen nach.
„Auf den Malediven waren praktisch alle Korallen tot“, sagt er. „Ein
paar Jahre später siedelten sich dann doch wieder junge Korallen an –
ein paar überlebende Korallen hatten erfolgreich Larven produziert“,
sagt er. „Aber das ist wie nach einemWaldbrand: Die schnell wachsenden
Arten kommen als erste zurück und breiten sich aus. Die langsam
wachsenden Arten, die aber oft robuster sind, haben es schwer. Es ist
nachher nie mehr so wie vorher.“
dpa>
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1.12.2010: <Der Klimawandel ist schuld: Eisbären müssen länger hungern> - weil das Meer langsamer zufriert
aus: n-tv online; 1.12.2010;
http://www.n-tv.de/wissen/Eisbaeren-muessen-laenger-hungern-article2051861.html
<Im offenen Wasser sind Ringelrobben viel zu schnell, um einem Eisbären
zum Opfer zu fallen. Holt eine Ringelrobbe aber kurz Luft in einem
Eisloch, dann kann der Bär zugreifen. Das setzt jedoch voraus, dass das
Meer zugefroren ist.
Churchill liegt an der kanadischen
Ostküste und ist für sein alljährliches Eisbärenspektakel bekannt. Die
Tiere kommen
dorthin, um auf das Zufrieren des Meeres zu warten. Dieser Zeitpunkt
verschiebe
sich infolge der globalen Erderwärmung immer weiter, sagt WWF-Sprecher
Roland Gramling. Und damit verändert sich auch der Eisbär-Tourismus.
Nach Angaben
des WWF haben sich Reisen zu den Tieren in Churchill
im Kalender deutlich nach hinten verschoben. Bislang lagen die Termine zwischen
Ende Oktober und Anfang November, nun würden die Touren Ende November angeboten.
Eisbären fressen vor allem
Ringelrobben. Diese können sie nur auf einer Eisdecke fangen - wenn die Beutetiere
kurz zum Luftschnappen in einem Eisloch auftauchen. Im offenen Wasser sind die Robben
viel zu schnell für ihre Verfolger. Weil die vor Churchill gelegene Hudson Bay immer
später zufriert, müssen die Eisbären nun unfreiwillig länger fasten. "Die Jagdphase
wird kürzer, die Hungerphase länger", sagte Gramling.
Diesmal keine
Drillings-Mutter
Seit 30 Jahren misst die
Umweltschutzorganisation die Wurfgröße und das Gewicht der Polartiere. Letzteres
sei im Mittel um 20 Prozent zurückgegangen, berichtet WWF-Artenschutzexperte Stefan
Ziegler, der erst vor kurzem in Churchill war. Auch gebe es einen Trend zu weniger
Nachwuchs. "Diese Tendenz macht uns Sorgen." Früher hätten die Forscher
in dem Küstenort häufig Eisbären mit drei Jungen gesehen, in diesem Jahr wurde keine
einzige Drillings-Mutter gesichtet. "Wenn die Mütter nicht mehr so viel angefuttert
haben, nisten sich nicht so viele Eizellen ein", erklärt der Artenschutzexperte.
Die Forscher vermuten zudem,
dass die Mütter ihren Nachwuchs beim Schwimmen nun häufiger auf den Rücken nehmen,
weil sie durch die Eisschmelze deutlich längere Strecken im Meer zurücklegen müssen.
Dies konnten die Wissenschaftler jedoch nicht mit Zahlen belegen. Die kleinen Bären
seien so durch die Körperwärme der Mutter geschützt und nur teilweise im kalten
Wasser. Darin könnten sie sonst nicht überleben, weil sie noch nicht genug Körperfett
aufgebaut haben.
dpa>
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3.12.2010: <Schmelze ist nicht aufzuhalten: Schweizer Gletscher verschwinden>
aus: n-tv online; 3.12.2010; http://www.n-tv.de/wissen/Schweizer-Gletscher-verschwinden-article2070406.html
Schweizer Gletscher werden
in naher Zukunft weiter schrumpfen, selbst wenn sich das Klima nicht mehr erwärmen
würde. Das schreiben Forscher der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich
im Fachmagazin "Journal of Geophysical Research". Die Wissenschaftler
erklären die zukünftige Schmelze damit, dass die Reaktion von Gletschern den Klimaveränderungen
um Jahrzehnte bis Jahrhunderte hinterherhinkt.
Nach Angaben der ETH werden
das Wachstum und das Zurückschmelzen der Schweizer Gletscherzungen seit über 100
Jahren genau verfolgt. Die Forscher haben diese Aufzeichnungen genutzt, um die Änderungen
des Eis-Volumens von zwölf Gletschern des Alpenstaates zu rekonstruieren. Zudem
entwickelten sie ein Modell, mit dem sich berechnen lässt, wie sich Niederschlag
und Temperatur auf die Länge und das Volumen der Gletscher auswirken. Wie die Forscher
berichten, stimmten ihre Berechnungen sehr genau mit Luftaufnahmen und alten Karten
überein.
Die Analyse zeige weiterhin,
dass die unterschiedlichen Längenänderungen der Gletscher nur von ihrer Größe und
Steilheit abhängen. Demnach könnten sich steile Gletscher bei von nun an konstantem
Klima zwar nach einigen Jahrzehnten stabilisieren, flache und große Gletscher würden
aber auch nach hundert Jahren noch an Masse und Volumen verlieren. Unter der prognostizierten
anhaltenden Erwärmung des Klimas werde diese Reaktion noch stärker und schneller
eintreten, schreiben die Forscher.
dpa>
Teil 2