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Konjunkturbarometer und Prognosen

Meldungen

präsentiert von Michael Palomino


Basler Zeitung, Logo

Greenspan: Unterhosenabsatz = Konjunkturbarometer

aus: www.bazonline.ch: Die Unterhosen-Theorie des Alan Greenspan; 10.4.2009;
http://bazonline.ch/wirtschaft/konjunktur/Die-UnterhosenTheorie-des-Alan-Greenspan/story/21646200

<Von Martin Kilian, Washington.

Der frühere Chef der amerikanischen Notenbank behauptete, am Absatz von Männerunterhosen könne man den Verlauf der Konjunktur ablesen. Jetzt zeigen neue Zahlen, dass er Recht hatte.
 
Zeigt laut Greenspan die Rezession an: Der flaue Absatz von Männer-Unterhosen.

Geben Sie es zu: Als Alan Greenspan, der Impresario der innigen Marktanbetung, inmitten wackelnder Banken und verdampfender Aktienwerte im Vorjahr vor einem Kongressausschuss den Offenbarungseid leisten musste - er habe sich «getäuscht» in seinem Glauben an die Selbstregulierungskraft des Marktes, so der Maestro damals – empfanden Sie Schadenfreude. Schliesslich sass der amerikanische Ex-Notenbanker kleinlaut auf seinem Stuhl und leistete Abbitte.

Selbst der konjunkturelle Absturz aber kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass Greenspan genialische Züge anhaften. Denn wie ein Spürhund schnupperte der Zentralbanker stets nach ungewöhnlichen wirtschaftlichen Indikatoren, um den Puls der amerikanischen Wirtschaft zu fühlen. So glaubte Greenspan etwa, dass der Umsatz amerikanischer Reinigungsgeschäfte extreme Aussagekraft besass: Beim geringsten Anzeichen einer Konjunkturabschwächung trügen die Menschen weniger Hemden und Kleider zur Reinigung.

Das Letzte, was es zu kaufen gilt

Noch beeindruckender aber war Greenspans Glaube an die ökonomische Signalwirkung der männlichen Unterhose. Das jedenfalls offenbarte er dem amerikanischen Wissenschaftsjournalisten Robert Krulwich in einem Interview im September 2007. «Wenn man über alle Kleidungsstücke in einem Haushalt nachdenke, dann sei die männliche Unterhose das privateste», erinnerte sich Krulwich. «Deine Kinder brauchen Kleider, deine Frau braucht wechselnde Kleider, die Kinder wachsen, du brauchst etwas Neues zum Tragen – aber das allerletzte, was du kaufen musst, sind Unterhosen. Männer tragen ihre Unterhosen, bis sie auseinanderfallen», so Greenspan zu Krulwich.

Unterhosen waren mithin ein besonders zuverlässiges Wirtschaftsbarometer, weshalb der Notenbanker ihren Absatz akribisch verfolgte. Fiel der Verkauf, standen die Zeichen wahrhaft auf Sturm, schlussfolgerte Greenspan. Und denken Sie nur: Gestern vermeldete der Marktforschungsriese Mintel, der Verkauf männlicher Unterhosen werde dieses Jahr in den Vereinigten Staaten um geschätzte 2,3 Prozent sinken. Noch im November 2008 hatte Mintel für 2009 einen Absatzanstieg von 2,6 Prozent prognostiziert.

Zwischenzeitlich ist die Wirtschaft natürlich in einen tiefen Graben gefallen, was indes nicht bedeutet, dass amerikanische Männer einfach ohne Unterhosen leben. Nein, sie tragen die alte und bereits vergilbte Unterwäsche der Rezession wegen einfach länger - wie Alan Greenspan vermutete.
(bazonline.ch/Newsnetz)









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