Teil 2
Der Ölschaden der "Zivilisation"
Die Umweltschäden durch die Erdölförderungen sind nicht
abschätzbar, und auch die Krankheiten und die Todesopfer und die toten
Tiere nicht, die durch die Ölförderung und durch Öl-Havarien entstehen
Also: Eigentlich müsste man die Ölförderung verbieten, und der
Transport von Öl auf dem Wasserweg in Tankern und Bohrplattformen auf
hoher See müssten sofort total verboten werden...
Meldungen
präsentiert von Michael Palomino
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Schwere Unfälle mit Todesopfern und Öl-Havarien durch
Unfälle mit Öl-Bohrinseln. Chronologie
Wie man sieht, ist die Ölförderung auf Öl-Bohrinseln im Meer sehr, sehr
gefährlich. Das hält die Industrie aber nicht davon ab, diese "Technik"
weiter anzuwenden, und die Regierungen erlauben die Ölförderung im Meer
mit Öl-"Bohrinseln" weiterhin. Es müsste eher heissen
Öl-"Schleuderinsel". Aber lesen Sie selbst:
aus: 20 minuten online: Vor der Küste Louisianas: Bohrinsel gesunken -
Öl strömt ins Meer; 23.4.2010;
http://www.20min.ch/news/kreuz_und_quer/story/28795989
<27. März 1980: Im Sturm
bricht einer der fünf schwimmenden Ponton- Pfeiler der norwegischen
Versorgungsinsel «Alexander Kielland» im Ekofisk-Feld in der Nordsee.
Die Insel diente als schwimmendes Hotel für die Mannschaft der
Bohrinsel «Edda». Von den 212 Mann an Bord können 123 nicht gerettet
werden. 75 werden tot geborgen, 48 bleiben vermisst. (sda) Transocean
bestätigte das Unglück am Donnerstagabend. Der Grund für das Feuer sei
nach wie vor unbekannt. Es brach ausgerechnet am «Tag der Erde» aus.
Nach der Explosion brannte die Plattform zwei Tage lang wie eine
riesige Fackel, über hundert Meter stachen die Flammen in den Himmel.
Alle Löschversuche scheiterten.>
<15. Februar 1982: Im
Atlantik vor Neufundland (Kanada) kentert die in den USA registrierte
Bohrinsel «Ocean Ranger». Alle 84 Besatzungsmitglieder kommen ums
Leben. Wegen eines Defekts war über die vorderen Ballasttanks bei
stürmischer See Wasser eingedrungen.>
<16.
August 1984: Nach einer Gasexplosion auf der Atlantik- Bohrinsel
«Enchova» vor Rio de Janeiro (Brasilien) entsteht ein Brand. 37
Arbeiter sterben, 5 bleiben vermisst.>
<25.
März 1993: Eine Explosion auf einer Erdölplattform im Maracaibo-See im
Westen von Venezuela kostet mehr als 20 Menschen das Leben.>
<18. Januar 1995:
Im Atlantik vor der Küste Nigerias sterben bei einer Explosion auf
einer Erdölplattform sechs Menschen, vier bleiben vermisst.>
<15. März 2001:
Explosionen beschädigen einen Schwimmpfeiler der damals weltgrössten
Ölplattform P-36, die etwa 120 Kilometer vor der Atlantikküste
Brasiliens liegt. Elf Männer werden getötet. Die 120 Meter hohe Anlage
mit 1,2 Millionen Liter Diesel und 300'000 Liter Rohöl in ihren Tanks
gerät in Schräglage und sinkt fünf Tage später.>
<27. Juli
2005: Vor der indischen Küste etwa 160 Kilometer westlich von Bombay
prallt ein Versorgungsschiff bei schwerer See gegen die Ölbohrinsel
«Mumbai High North». Die Plattform gerät in Brand. Elf Menschen kommen
ums Leben, zwölf weitere bleiben vermisst.>
<23. Oktober 2007: In schwerer See
stossen zwei Ölplattformen im Golf von Mexiko zusammen. 22 Menschen
werden getötet, 63 können gerettet werden. Betroffen sind die Plattform
«Usumacinta» und der kleinere Bohrturm «Kab 101». Das Unglück rund 30
Kilometer vor dem Hafen von Dos Bocas im mexikanischen Bundesstaat
Campeche ereignet sich bei Sturmböen mit Geschwindigkeiten von 130
Stundenkilometern und bis zu acht Meter hohen Wellen.>
Ecuador 2007 ca.: Erdrutsch zerstört Erdölpipeline im
Amazonasgebiet - Ölpest
aus: n-tv online: Pipeline zerstört. Ölpest im Amazonasgebiet
http://www.n-tv.de/927341.html?010320081327
Ein Erdrutsch infolge heftiger Regenfälle hat im ecuadorianischen
Amazonasgebiet eine Pipeline zerstört und eine Öl-Pest ausgelöst.
Mindestens 4000 Barrel seien unterhalb des aktiven Vulkans El
Reventador in einen Sumpf geflossen. Etwa 80 Meter der Pipeline Sote
seien zerstört, teilte der Präsident der staatlichen Erdölgesellschaft
Petroecuador, Fernando Zurita, mit. Auf einer grossen Fläche seien
schwarz-glänzende, mit Erdöl gefüllte Tümpel zu sehen, berichtete die
Zeitung "El Comercio".
Obwohl Arbeiter versuchten, die Abfliessen des Öls zu
verhindern, gelangte ein Teil den Berichten zufolge in den Fluss
Aguarico, aus dem viele Menschen Fische fangen und Trinkwasser
schöpfen. In den Regenwäldern im Osten Ecuadors ist es in den
vergangenen Jahrzehnten zu Hunderten solcher Unfälle gekommen. Auch
durch eine aufwendige monatelange Säuberungsaktion, bei der grosse
Teile
des versuchten Erdreiches abgetragen werden, kann nur etwa ein Drittel
des ausgelaufenen Öls wieder eingesammelt werden. Der Rest gelangt in
die Flüsse und ins Grundwasser. Die Bereiche der Erdölförderung gelten
inzwischen als flächendeckend verseucht.>
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Frankreich 7.8.2009: <Naturkatastrophe: Lecke
Ölpipeline verschmutzt Vogelschutzgebiet
aus: 20 minuten online; 7.8.2009;
http://www.20min.ch/news/kreuz_und_quer/story/Lecke--lpipeline-verschmutzt-Vogelschutzgebiet-31034152
In Südfrankreich ist eine Ölpipeline gebrochen. Das ausgelaufene Öl hat
ein Vogelschutzgebiet in der Ebene von La Crau (Bouches-du-Rhône)
verschmutzt.
Nach Angaben der französischen Behörden
liefen 4000 Kubikmeter Rohöl aus; es bildete sich ein rund zwei Hektar
grosser Ölteppich.
»Das ist eine ökologische Katastrophe», sagte
Umweltstaatssekretärin Chantal Jouanno in Saint-Martin-de-Crau. Das
betroffene Gebiet, das Reservat Coussouls de Crau, liegt am Rande der
Camargue, östlich von Arles und nordwestlich des Étang de Berre, eines
grossen Teiches mit Verbindung zum Mittelmeer.
Das Reservat hat
eine Fläche von 7400 Hektar. Es war 2001 zum Naturschutzgebiet erklärt
worden. Dort leben zahlreiche Arten, die aus afrikanischen
Steppengebieten dorthin gelangten, darunter tausende Vögel und
Heuschrecken.
Das Leck war am Freitagmorgen gegen 08.00 Uhr
festgestellt worden und konnte am späten Vormittag abgedichtet werden.
Helfer begannen bereits mit Aufräumarbeiten. Nach Angaben der Behörden
soll die gesamte durch Öl verseuchte Erde abgetragen werden.
Journalisten
wurden zum Unglücksort nicht vorgelassen. Sicherheitskräfte umstellten
das betroffene Gebiet wegen der giftigen Dämpfe. Die Pipeline wurde auf
einer Länge von 20 Kilometer unterbrochen.
Ursache unklar
Eine
Sprecherin der Betreibergesellschaft SPSE (Société du Pipeline
Sud-Européen) sagte, es sei unklar, wie das Leck entstanden sei. In
einem ersten SPSE-Kommuniqué war davon die Rede gewesen, dass kein
bewohntes Gebiet und keine Wasserläufe betroffen seien.
Die
Staatsanwaltschaft in Tarascon leitete am Freitag Ermittlungen ein, die
sich zunächst gegen die Betreiber der Pipeline richten.
Rohöl auch für die Schweiz
Die
unterirdische Pipeline ist 769 Kilometer lang und führt von Fos-sur-Mer
bei Marseille nach Cressier (NE), ins Elsass und nach Karlsruhe in
Deutschland. Sie war 1971 gebaut worden und liegt rund 80 Zentimeter
unter der Erde.
Jährlich werden gemäss SPSE rund 23 Millionen
Tonnen Rohöl durch die Pipeline gepumpt - fast ein Drittel des gesamten
Rohöls, das in Europa über Pipelines transportiert wird.
In
Cressier verarbeitet die Raffinerie von Petroplus das Rohöl aus der
französischen Pipeline. Die Pipeline-Betreiber versicherten, ihre
Kunden würden weiter ohne Unterbrechung beliefert. Bei Petroplus waren
die Besitzer am Freitag nicht in der Lage, die möglichen Folgen des
Pipeline-Bruches abzuschätzen.
(sda)>
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4.9.2009: <Madagaskar: Ölteppich wird zur Tragödie
für Wale
aus: 20 minuten online; 4.9.2009;
http://www.20min.ch/news/kreuz_und_quer/story/20187119
An den Traumstränden der Tropeninsel Madagaskar spielt sich ein
Umweltdrama ab. Nach der Havarie eines türkischen Frachters droht vor
allem Buckelwalen eine Tragödie. Sie sind in dem Gebiet zu ihren
Winterquartieren unterwegs.
Die Küste ist kilometerweit
ölverschmiert. Das nationale Fernsehen zeigte am Donnerstagabend erste
Aufnahmen von den pechschwarzen Stränden sowie zahlreichen toten
Meerestieren.
Auf den Bildern ragten noch Teile des zerbrochenen
und teilweise gesunkenen Frachters «Gulser Ana» aus dem Indischen
Ozean. Das Schiff hatte nach Regierungsinformationen knapp 40 000
Tonnen Phosphat und insgesamt rund 700 000 Liter Öl
geladen. Ein Grossteil davon sei ins Meer geflossen.
Die
Havarie hatte sich vor einer Woche im äussersten Süden der als
ökologisch besonders wertvoll geltenden Inselregion ereignet. In dem
unwegsamen Gelände sollen nun rund 800 Helfer versuchen, die Folgen der
Ölpest zu beseitigen.
(sda)>
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13.9.2009: Öl sprudelt durch ein offenes Bohrloch vor
Australien ins Meer und bedroht Wale und Meeresschildkröten
aus: 20 minuten online: Umweltkatastrophe: Öl bedroht Kinderstube der
Buckelwale; 13.9.2009;
http://www.20min.ch/news/kreuz_und_quer/story/-l-bedroht-Kinderstube-der-Buckelwale-14251273
<Vor Australien sprudelt seit drei
Wochen aus einem Bohrloch unkontrolliert Öl ins Meer. Rund 200
Kilometer vor der Küste sei ein Gebiet von 46 mal 130 Kilometern
verschmutzt.
Die zuständige Firma PTTEP Australasia
wollte am Sonntag mit den Bohrungen für einen neuen Tunnel beginnen. Er
soll 2,6 Kilometer unter dem Meeresboden auf den lecken Schacht treffen
und genutzt werden, um die sprudelnde Ölquelle mit Schlamm
zuzuschütten. Die Arbeiten könnten dreieinhalb Wochen dauern, teilte
die Firma mit.
Umweltschützer warnten vor einem Desaster für Wale
und Schildkröten. Nach Angaben der Umweltstiftung WWF ist die Region
eine der wichtigsten Durchzugsgebiete für Meerestiere. Für Buckelwale
sei die Küste von Kimberly die «Kinderstube».
Fischer haben nach
Angaben von Umweltschützern bereits Öl verschmierte Schildkröten
gefunden. Der australische Energieminister Martin Ferguson meinte
dagegen, es gebe keine Anzeichen für eine Bedrohung der Tierwelt.
Mit Chemikalien gegen Ölteppich
Die
Behörde für Meeressicherheit hatte tagelang von Flugzeugen aus
Chemikalien versprüht, um das Öl aufzulösen. Der Ölteppich schrumpfe
inzwischen, sagte eine Sprecherin der Behörde am Sonntag im Radio.
Chemiker
Bob Kagi von der Universität Perth kritisierte die Aktion. «Sie
versprühen die Chemikalien, um irgendetwas zu tun», sagte er. «Oft
richten die Chemikalien aber mehr Schaden an als das Öl.»
1,3 Millionen Liter
Nach
Angaben der Firma sprudelten anfangs bis zu 400 Barrel (je 159 Liter)
Öl pro Tag ins Meer. Nach dieser Rechnung sind bislang fast 1,34
Millionen Liter Öl ins Meer gelaufen.
Die Ölplattform Montara
liegt rund 700 Kilometer westlich der Stadt Darwin zwischen
Nordaustralien und Osttimor. Das Unternehmen ist eine Tochter der
nationalen thailändischen Ölfirma PTTEP. Direktor Jose Martins sagte am
Samstag in Perth, seine Firma trage alle Kosten für die
Säuberungsarbeiten.
(sda)>
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Australien 23.10.2009: Das Öl sprudelt
immer noch aus dem Bohrloch ins Meer
aus: n-tv online: Leck in Bohrloch vor Australien. WWF: Die
Natur stirbt; 23.10.2009;
http://www.n-tv.de/wissen/weltall/WWF-Die-Natur-stirbt-article560037.html
<Der Austritt von Millionen Litern Rohöl aus einem Bohrloch vor der
Nordwestküste Australiens bedroht nach Angaben der Umweltorganisation
WWF tausende Meerestiere. "Die Natur stirbt", sagte die WWF-Biologin
Gilly Llewellyn zur Lage rund um die Bohranlage West Atlas in der
Timorsee. In den vergangenen Wochen scheiterten bereits mehrere
Versuche, den Ölaustritt zu stoppen.
Die Bohranlage West Atlas: Seit Wochen treten dort Öl und Gas aus und
gefährden massiv die Umwelt.
Seit zwei Monaten treten aus dem Bohrloch in dem Nebenmeer des
Indischen Ozeans zwischen Australien und Osttimor Öl, Gas und
Kondenswasser aus. Allein bis zu 2000 Barrel Öl gelangen nach
australischen Regierungsangaben so jeden Tag ins Meer. Die Betreiber
der Plattform schätzen den Ölaustritt laut WWF auf täglich 300 bis 400
Barrel. Die Ölgesellschaft PTTEP Australasia versucht derzeit bereits
zum vierten Mal, das Leck zu stoppen.
Hunderte Delfine, Seevögel und Seeschlangen seien rund 250
Kilometer
vor der australischen Küste giftigem Öl ausgesetzt, sagte Llewellyn.
WWF-Mitarbeiter hätten mehrfach beobachtet, wie Delfine "buchstäblich
in einem Ölmeer" auftauchten. Nach Kontakt mit dem Ölfilm seien bereits
16 Seevögel verendet. Die Biologin sprach von einer "massiven
Verschmutzung", unter der vermutlich noch mehrere Generationen an
Meerestieren zu leiden hätten.
Förderung aus dem Meer ein unkalkulierbares Risiko
"Die Tierwelt dieser artenreichen Region stirbt schon jetzt,
kritisch sind aber vor allem die langfristigen Schäden, die ein solch
massiver und dauerhafter Ölaustritt verursacht", erklärte Stephan
Lutter, Experte für Meeresschutz des WWF Deutschland. In der
untersuchten Region sind nach Angaben der Umweltorganisation mindestens
fünf Arten von Meeressäugern, 17 Seevogelarten und Meeresreptilien,
darunter vom Aussterben bedrohte Schildkrötenarten der tödlichen Gefahr
ausgesetzt.
Die steigende Anzahl von Öl- und Gasförderungen auf dem Meer in
sensiblen Regionen wie der Timorsee stelle ein unkalkulierbares Risiko
für das marine Leben dar, kritisierte der WWF Deutschland. Auch mit den
Erweiterungsplänen der Förderung im Nord-Ost Atlantik und in der
Barentssee sei eine gesteigerte Unfallgefahr verbunden, die alle
nordeuropäischen Anrainerstaaten betreffe. Lutter forderte, dem
Naturschutz Priorität vor kurzfristigen Förderinteressen einzuräumen,
"um industrielle Schäden am Ökosystem Meer zu vermeiden".
AFP>
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2.12.2009: "Forschende" Ölfirmen verbreiten Krankheiten
im peruanischen Urwald
aus: 20 minuten online: Peru: Volksstamm stirbt wegen Hepatitis B aus;
2.12.2009;
http://www.20min.ch/news/kreuz_und_quer/story/18079517
<Die Volksgruppe der Candoshi aus dem Amazonas-Regenwald in Peru ist
nach eigenen Angaben durch Hepatitis B mittlerweile vom Aussterben
bedroht. "Mein Volk leidet und ist in Gefahr auszusterben", warnt
Candoshi-Chef Venancio Ucama Simon.
Nach Angaben der Candoshi grassiert die
Virus-Erkrankung bereits seit dem Jahr 2000. Ucama warf den
Gesundheitsbehörden jahrzehntelange Nachlässigkeit beim Umgang mit
Hepatitis B und anderen schweren Krankheiten vor.
Auch andere
indigene Volksgruppen wie die Shapra, die Awajun, Achuar und Huambisa
seien in Gefahr. Sie alle leben in der entlegenen Provinz Datem del
Maranon im Norden des Landes.
Notstand ausgerufen
Kurz
nach Ucamas Auftritt berief Perus Gesundheitsminister Oscar Ugarte eine
Pressekonferenz ein, um einen Gesundheits-Notstand in der Region
auszurufen. Die Regierung will die Krankheit jetzt unter Kontrolle
bringen.
Seit 2000 seien bei den Candoshi bereits 80 Menschen an
Hepatitis B gestorben, sagte eine zu der Volksgruppe gehörende
Krankenschwester. Die Krankheit sei in den 1990er Jahren ausgebrochen,
als ein Öl-Konzern
die Gegend erforscht habe.
«Vorher gab es die
Krankheit bei uns gar nicht.» Noch immer gebe es keine verlässlichen
Statistiken zur Zahl der Infizierten in ihrer Volksgruppe.
Die
aktuellste Statistik stamme aus dem Jahr 2000, hier seien 169
Infektionen verzeichnet. Ucama zufolge sind die hohen Kosten der
Hepatitis-B-Behandlung ein Grund für die Nachlässigkeit der Behörden.
Es gibt noch rund 2400 Candoshi.
(sda)>
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18.1.2010: Exon Valdez 1989: <20 Jahre nach der
Katastrophe:
Öl verschmutzt weiterhin Strände
aus: n-tv online; 18.1.2010;
http://www.n-tv.de/wissen/weltall/Oel-verschmutzt-weiterhin-Straende-article683726.html
Am 24. März 1989 läuft vor dem Hafen von Valdez an der Südküste Alaskas
der 335 lange US-Supertanker "Exxon Valdez" auf ein Riff. Bis zu 42.000
Tonnen Rohöl laufen in den Prince-William-Sund. Sie verschmutzen 2000
Kilometer Küste. Mindestens 250.000 Seevögel und Tausende weitere Tiere
verenden. Der betrunkene Skipper hatte dem unerfahrenen Dritten
Offizier das Kommando überlassen.
Zwei Jahrzehnte nach der Katastrophe des Öltankers "Exxon Valdez",
die auch Jahre später ungezählte Meerestiere tötete und gefährdet,
verschmutze das Öl weiter die Strände, berichtet ein Team um Hailong Li
und Michel Boufadel von der Temple University in Philadelphia. Ihre
Studie ist im Journal "Nature Geoscience" nachzulesen. Die Forscher
hatten in den Jahren 2007 und 2008 Strände auf Eleanor Island, Smith
Island und Knight Island entlang des Prince-William-Sund erkundet.
Nun berichten die Forscher, dass die obere von zwei
Bodenschichten
des kiesigen Küstenstreifens als Reservoir für das Öl dient. In den
natürlichen Zwischenräumen werde das Öl vor der Verwitterung geschützt
und bleibe flüssig. Unter dieser Lage findet sich eine zweite,
Grundwasser führende Schicht. Wenn der Flüssigkeitsspiegel darin sinkt,
etwa durch fehlenden Wassernachschub von Land, sinkt auch das Öl in
grössere Tiefe – und wird dort von Kapillarkräften festgehalten. Weil
kaum Sauerstoff in diesen Bereich gelange, bleibe das Öl erhalten.
Sanierung eingestellt
Die Verschmutzungen enthalten nach wie vor Chemikalien, die die
lokale Tierwelt schädigen können, berichtet das Team zudem. Bereits
1992 sei die Sanierung der Strände eingestellt worden, damals in der
Erwartung, dass das restliche Öl im Laufe der nächsten Jahre von
natürlichen Prozessen abgebaut werde. Li und Boufadel erwarten, dass es
an vielen Kiesstränden weltweit ähnliche Prozesse gibt.>
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23.4.2010: Ölschaden: Bohrinsel versinkt brennend im Golf
von Mexiko - und aus dem Bohrloch sprudelt weiter Öl

Aus dem Bohrloch der "Deepwater Horizon" sprudelt Öl, Unterwasser-Foto
vom 26.5.2010 [1]
aus: 20 minuten online: Vor der Küste Louisianas: Bohrinsel
gesunken -
Öl strömt ins Meer; 23.4.2010;
http://www.20min.ch/news/kreuz_und_quer/story/28795989
<Im
Golf von Mexiko droht eine Ölkatastrophe: Zwei Tage, nachdem eine
brennende Bohrinsel des Schweizer Unternehmens Transocean explodiert
ist, fliesst Öl ins Meer.
Im Golf von Mexiko droht eine
Ölkatastrophe: Zwei Tage nach einer schweren Explosion ist die
brennende Bohrinsel des Schweizer Unternehmens Transocean vor der US-
Küste gesunken. Experten sprechen vom schwersten Unfall dieser Art seit
drei Jahrzehnten.
Bohrinsel-Katastrophen
Das Unglück auf
der «Deepwater Horizon» ist nicht das erste seiner Art. Die bislang
grösste Katastrophe ereignete sich am 6. Juli 1988 auf der
US-Ölplattform «Piper Alpha» vor der schottischen Nordseeküste: Bei
einer Explosion starben 167 Menschen.
Dann versank die Plattform
«Deepwater Horizon», auf der über 120 Männer rund um die Uhr gearbeitet
hatten, in den blauen Fluten des Golfs von Mexiko. Für elf vermisste
Arbeiter des Ölkonzerns British Patrol BP besteht kaum noch Hoffnung.
Und wenn aus dem Bohrloch in über 1500 Meter Tiefe weiter Öl sprudelt,
droht auch eine Katastrophe für den Golf von Mexiko.
Am Freitag
war das ganze Ausmass des Schadens noch nicht abzuschätzen. Zwar sagte
eine Sprecherin der US-Küstenwache: «Im Augenblick kommt kein Rohöl aus
dem Bohrkopf.»
Ölteppich ausgebreitet
Doch allein bisher
habe sich ein langer Ölteppich ausgebreitet, der eine Fläche von 8 mal
1,5 Kilometer bedeckt. Die Gefahr einer schweren Ölverschmutzung sei
nicht gebannt.
Noch am Donnerstagabend hatte der TV-Sender MSNBC
gemeldet, es bestehe das Risiko, dass täglich rund 330 000 Gallonen Öl
ins Wasser gespült würden, das sind etwa 1,2 Millionen Liter pro Tag.
Hinzu
kommen mehr als 2,5 Millionen Liter (2100 Tonnen) Rohöl, die aus der
Plattform selbst in den Golf gelangen könnten. Zum Vergleich: Bei der
schweren Katastrophe des Tankers «Exxon Valdez» im März 1989 vor der
Küste Alaskas flossen 42 000 Tonnen aus.
Doch das eigentliche
Horrorszenario wäre, wenn ein solcher Ölteppich im Golf von Mexiko die
rund 80 Kilometer entfernte Küste von Louisiana erreichen würde. Schon
warnen Umweltschützer, die Brutstätten für Vögel seien gefährdet,
ebenfalls Garnelenkulturen.
Es sei eine massive Räumungs- und
Säuberungsaktion in Gang gesetzt worden, damit das Öl nicht an die
Küste der Bundesstaaten Louisiana, Alabama und Mississippi gelange,
hiess es weiter.
Hilfe aus dem Weissen Haus
US-Präsident
Barack Obama kündigte an, alles zu tun, um eine mögliche
Umweltkatastrophe abzuwenden. In einer Erklärung des Weissen Hauses
hiess es, Obama habe «jede erforderliche Hilfe» der Bundesregierung für
die Rettungs- und Katastrophenschutzmassnahmen zugesagt.
Transocean
verfügt über rund 140 bewegliche Bohranlagen und die grösste Flotte in
der Branche. Die ursprüngliche US-Firma hat seit 2008 ihren Sitz im
Kanton Zug. Seit Dienstag ist sie an der Schweizer Börse SIX kotiert,
ihre Aktien werden zudem weiterhin an der New Yorker Börse NYSE
gehandelt.
Die Plattform «Deepwater Horizon» wurde im Jahr 2001
gebaut. Analysten zufolge würde ein Wiederaufbau rund 600 Millionen
Dollar kosten, schreibt das «Wall Street Journal». Der Ölkonzern BP sei
zudem kurz davor gewesen, einen grossen Ölfund an der Stelle der
Plattform bekanntzugeben.
Das Unglück ereignete sich rund drei
Wochen nachdem US-Präsident Barack Obama angekündigt hatte, Öl- und
Gasbohrungen vor der US- Atlantikküste zuzulassen. Seine Pläne stossen
insbesondere bei Umweltschützern auf Widerstand.
(sda)>
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6.3.2010: Ölschaden: Unfälle auf Ölplattformen sind
regelmässig - und der Ölschiefer-Abbau ist noch viel schlimmer
aus: n-tv online: Ölbohrungen in der Tiefsee: "Es kracht halt
regelmässig"; 6.3.2010;
http://www.n-tv.de/politik/dossier/Es-kracht-halt-regelmaessig-article858921.html
<Bei
Tiefseebohrungen wird es immer wieder zu Unfällen kommen, sagt der
Erdölgeologe Wolfgang Blendinger. Ihn wundert, "dass hier viel Lärm um
eine Sache gemacht wird, die im Moment vielleicht spektakulär
erscheint, die aber bei weitem nicht so schlimm ist wie die chronischen
Verschmutzungen im Zusammenhang mit der Ölgewinnung und dem
Ölverbrauch". Der Abbau von Teersanden in Kanada sei eine viel grössere
Umweltsauerei als die Ölpest im Golf von Mexiko.
n-tv.de: Haben Sie eine Vorstellung, wie es zu dem Unglück gekommen ist?
Wolfgang
Blendinger: Bislang ist das zum grossen Teil Spekulation. Offenbar war
es ein Blowout, also ein unkontrollierter Austritt von Öl, aber es gibt
unterschiedliche Arten von Blowouts. Noch ist ja nicht einmal klar,
warum die Plattform in Brand geraten ist. Denn damit scheint es ja
angefangen zu haben: Zuerst ist der Bohrturm abgebrannt und im Meer
versunken. In der Folge oder parallel dazu gab es am Meeresboden den
Abriss, der zum Austritt von Öl führte.
Ein Ventil unten am Bohrloch, ein so genannter Blowout-Preventer, soll
versagt haben.
Auch
das ist im Moment noch Spekulation. Tatsache ist, dass etwas versagt
hat, was nicht hätte versagen dürfen. Diese Blowout-Preventer sollen
dafür sorgen, dass man bei einem unkontrollierten Austritt ein Ventil
zumachen kann. Aber natürlich ist ein Blowout-Preventer nur so gut wie
seine eigene Abdichtung. Das ist eine kniffelige Angelegenheit, man
kann diese Blowout-Preventer ja nicht im Felsen verankern, sondern nur
mit den Rohren verbinden, die ins Bohrloch gehen. Diese Verrohrung wird
teleskopartig immer dünner; dass sind einzelne Rohre, die nicht
miteinander verschraubt sind, sondern mit einer Art Beton verbunden
werden. Wenn der Beton nicht hält, kann es sein, dass der
Blowout-Preventer in die Luft fliegt.
Im Golf von Mexiko strömen täglich rund 700 Tonnen Rohöl ins Meer ...
Unfälle lassen sich nicht vermeiden: "Wir haben die Sache
schlicht und ergreifend nicht vollständig im Griff."
Das
wissen wir nicht, das kann niemand messen, weil da unten alles kaputt
ist. Das kann man nur schätzen. Und die Schätzungen reichen von 1000
Fass pro Tag im günstigsten Fall - pro Fass 159 Liter! - bis zur
169-fachen Menge. Das ist die Schätzung von BP im ungünstigsten Fall:
169.000 Fass pro Tag. Ich vermute, dass das die sogenannte
Bohrungskapazität ist, also die Menge, die vor dem Unglück aus der
Bohrung geströmt wäre, wenn man das Öl hätte ungehindert fliessen
lassen.
Glauben Sie, dass BP das Bohrloch schliessen kann?
In
den meisten Fällen ist das in der Vergangenheit auf die eine oder
andere Art gelungen. Wir haben hier allerdings erschwerte Umstände,
weil die Unglücksstelle 1,5 Kilometer unter dem Meeresspiegel liegt.
Mit Unfällen in einer solchen Tiefe gibt es keine Erfahrungen. Die
einfachste Methode, das Bohrloch abzudichten, ist vermutlich die
Kuppel, die dort aufgesetzt werden soll.
Wie funktioniert das?
Im
Prinzip ist das ganz primitive Mechanik: Da wird eine Kuppel mit einem
grossen Gewicht auf das Bohrloch gesetzt. Das Öl sammelt sich unter der
Kuppel und wird an die Oberfläche abgeleitet. Eine dauerhafte Lösung
ist das nicht, weil auf dem Meeresboden um die Bohrstelle herum alle
möglichen Unebenheiten natürlicher und auch künstlicher Art sind. Aber
es ist ein Zeitgewinn. Danach kann man eine Entlastungsbohrung starten,
um den Druck von der Unfallstelle wegzunehmen.
In so grosser Tiefe ist eine solche Kuppel noch nie auf ein leckes
Bohrloch gesetzt worden.
Da möchte ich nicht unken und sagen, dass das nicht funktioniert.
Technologisch gesehen ist das eine ganz einfache Methode.
Ist nicht zu erwarten, dass das Öl einfach irgendwann von alleine
aufhört zu sprudeln?
Wenn
so eine Ölquelle ungehindert sprudelt, dann kommt dabei nicht nur Öl
raus, sondern auch Gas und Gesteinspartikel. Die können dafür sorgen,
dass die Unfallstelle im Laufe der Zeit von selbst verstopft. Das kommt
sehr häufig vor. Man kann nur nicht vorhersagen, wann es passiert.
Sie
haben es erwähnt, das Bohrloch liegt in einer Tiefe von 1500 Metern.
Wie viel Erfahrung haben die Ölgesellschaften mit solchen Tiefen?
Gebohrt
wird in solchen Tiefen schon seit vielen Jahren. Das ist nicht
unbedingt Neuland. Trotzdem bleibt die grosse Entfernung zwischen der
Wasseroberfläche und dem Bohrloch ein Problem. Eineinhalb Kilometer
sind eine gewaltige Distanz, da kommt man nicht direkt hin, nur
indirekt, etwa mit einem Roboter. Da wird sehr deutlich, dass dieses
ganze Gerede von technologischem Fortschritt nur Geschwätz ist. Wir
haben die Sache schlicht und ergreifend nicht vollständig im Griff.
Die Ölfirmen bohren in immer grösseren Tiefen. Wird das Risiko von
Unfällen damit grösser?
Das
kann man so pauschal nicht sagen, denn die Sicherheitsvorkehrungen der
Ölfirmen werden auch immer besser. Auf der anderen Seite: Je komplexer
die Bohrungen sind, umso komplexer sind auch die Massnahmen nach einem
Unfall. Jeder Unfall läuft anders ab und hat andere Ursachen. Da kann
man keinen Plan A oder B aus der Schublade ziehen.
Also doch immer mehr Unfälle?
Es
ist nicht so, dass bald jeden Tag ein Unfall zu erwarten ist, aber es
kracht halt regelmässig. Das kann man letztlich nicht verhindern. Zumal
es häufig ganz einfache Dinge sind, die versagen. Solche Unfälle lassen
sich auch mit noch so ausgeklügelten Sicherheitsvorschriften nicht
verhindern.
Greenpeace sagt, dass nicht nur spektakuläre
Ölkatastrophen wie jetzt im Golf von Mexiko die Meere belasten, sondern
auch der alltägliche Austritt von Öl. In die Nordsee würden jährlich
20.000 Tonnen Öl geleitet, der Nordseeboden an den Plattformen sei
praktisch tot.
Ach, Greenpeace mag es gern spektakulär. Die ganz
unspektakuläre Tatsache, dass wir Tag für Tag 85 bis 86 Millionen
Barrel Öl in CO2 umwandeln, ist doch die grössere Sauerei. Dagegen ist
dieser Oilspill im Golf von Mexiko vergleichsweise lächerlich. Von der
Menge her ist das sehr wahrscheinlich auch deutlich weniger als die
Ölmenge, die 1991 in Kuwait ausgetreten ist, als die abziehenden Iraker
halb Kuwait unter Öl gesetzt haben. Das hat damals niemanden
interessiert. Und diese latenten Umweltsauereien, die beim Abbau von
Teersanden in Kanada passieren, sind summa summarum wahrscheinlich viel
grösser als das, was derzeit im Golf von Mexiko abläuft. Natürlich ist
das eine schlimme Sache, aber in ein paar Wochen haben sich alle
abgeregt.
Und dann?
Dann wird weitergemacht wie bisher.
Was ist die Alternative?
Hier
wird viel Lärm um eine Sache gemacht wird, die im Moment vielleicht
spektakulär erscheint, die aber bei weitem nicht so schlimm ist wie die
chronischen Verschmutzungen im Zusammenhang mit der Ölgewinnung und dem
Ölverbrauch. Und das droht noch schlimmer zu werden. Wir machen immer
wieder Experimente mit den sogenannten Ölschiefern: Da bleiben hoch
toxische Abfälle zurück. In grossen Mengen ist das mindestens so
problematisch wie die Teersande.
Wird Ölschiefer denn schon in grossem Stil abgebaut?
Der
Abbau der Ölsande am Fluss Athabasca in der kanadischen Provinz Alberta
erstreckt sich über ein Gebiet, das grösser ist als Bayern. Und die
Fläche wächst noch immer.
Zum Teil wird Ölschiefer in Ländern
wie China und Russland zur Stromerzeugung eingesetzt, aber in grossem
Stil wird er bislang nicht abgebaut. Aber Ölschiefer und Teersande sind
ja die immer wieder angeführte Zukunftshoffnung; darauf will man
setzen, wenn das Öl knapp wird. Die dann zu erwartenden
Umweltbelastungen werden um einiges höher sein als das, was im Golf von
Mexiko passiert. Schauen Sie sich mal Satellitenbilder von den
Tagebauen in Kanada an. Das sieht aus wie Braunkohletagebau zu
dreckigsten DDR-Zeiten - das ist eine gigantische Schweinerei.
Sind Tiefseebohrungen besser als Teersande?
Das
ist die Wahl zwischen Teufel und Beelzebub. Ich persönlich würde sagen:
Verbietet den ganzen Zirkus, wenn euch die Umwelt lieb ist. Wenn man
künstlich ins natürliche Gleichgewicht der Erde eingreift, ist das
irgendwann nicht mehr beherrschbar.
Keine Tiefseebohrungen? Ohne Öl läuft doch so gut wie nichts?
Wolfgang
Blendinger ist Professor für Erdölgeologie an der TU Clausthal und
Vorsitzender der deutschen Sektion von ASPO, der Association of the
Study of Peak Oil and Gas.
Die Mengen, die aus der Tiefsee kommen,
liegen im unteren Prozentbereich, bezogen auf die Gesamtmenge, die wir
fördern. Aber klar, wenn wir freiwillig auf ein paar Millionen Barrel
Tiefseeöl verzichten würden - was natürlich völlig utopisch ist, das
wird nie passieren -, dann steigt natürlich der Preis.
Wir könnten uns umstellen.
Sie
und ich vielleicht, auch viele andere, aber solange die
Wirtschaftsinteressen von Staaten und grossen Konzernen vom Öl
abhängen,
sehe ich da eher schwarz. Nur aus besserer Einsicht werden die nicht
das Notwendige tun.
Mit Wolfgang Blendinger sprach Hubertus Volmer>
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30.4.2010: Ölpest an US-Golfküste: Rohstoff-Roulette in
der
Tiefsee
[mit Ölplattformen und Ölbohrungen]
aus: Spiegel online; 30.4.2010;
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,692200,00.html
<Von Stefan Schultz
Die
Ölpest im Golf von Mexiko offenbart ein Dilemma der Industriestaaten:
Bohrungen in der Tiefsee sind hochriskant - doch viele Regierungen
dulden sie in der Hoffnung auf energiepolitische Unabhängigkeit.
Hamburg
- Der amerikanischen Golfküste droht eine Umweltkatastrophe ungeahnten
Ausmasses. Ein gewaltiger Ölteppich breitet sich im Golf von Mexiko
aus,
erste Ausläufer haben die Küstengewässer erreicht. Die Fischerei und
der Tourismus, zwei Branchen, die sich gerade erst von den Folgen des
verheerenden Hurrikans "Katrina" von 2005 erholt haben, erwarten neue
schwere Schäden.
Ursache der Katastrophe ist die Havarie einer
Ölplattform im Golf von Mexiko. Die "Deepwater Horizon" war nach einer
Explosion im Meer versunken, elf Menschen kamen nach derzeitigen
Erkenntnissen ums Leben. Mit der "Deepwater Horizon" hatte der
Tiefsee-Bohrspezialist Transocean für den Energieriesen BP nach Öl
gebohrt. Nach der Explosion speit der Meeresgrund nun in gut 1500 Meter
Tiefe riesige Mengen Öl. 800.000 Liter, gut 700 Tonnen, sprudeln
täglich aus drei Lecks.
Die Energiewirtschaft stellt das
Desaster vor essentielle Fragen: War die Technik zur Ölförderung in der
Tiefsee wirklich ausgereift? Waren die Sicherheitsvorkehrungen streng
genug? Oder haben Konzerne und Regierungen bei ihrer Rohstoffjagd zu
grosse Umweltrisiken in Kauf genommen?
Golf von Mexiko: Der verzweifelte
Kampf gegen das Öl
Fakt
ist: Konzerne wie Exxon Mobil Chart zeigen oder BP haben sich in den
vergangenen Jahren zu immer waghalsigeren Hochseeabenteuern hinreissen
lassen. Immer tiefer wird das Meer, in dem sie nach Öl bohren. Und am
Meeresgrund ist noch lange nicht Schluss: Dort schrauben sich die
Rohstoffsauger noch viele Meter weiter ins Gestein, um zu neuen,
unerschlossenen Ölfeldern vorzustossen.
Technische Hybris?
"Technische
Fortschritte und ein steigender Ölpreis machen die Förderung Hunderte
Meilen vor der Küste rentabel", sagt Steffen Bukold vom Beratungshaus
Energycomment. Nicht nur im Golf von Mexiko, auch vor den Küsten
Brasiliens und Angolas drängten die Bohrinseln immer tiefer vor.
Für
die Konzerne lohnt sich die Rohstoffjagd in der Tiefsee. "Zwar sind die
Investitionen immens", sagt Bukold. Im Golf von Mexiko koste eine
Bohrung bis zu 100 Millionen Dollar. "Doch die Felder, die aufwendig
erschlossen werden, sind riesengross. Die Konzerne können Öl im Wert
von
vielen Milliarden Euro fördern."
Fischer in Louisiana: "Dann kann
ich mein Geschäft zumachen"
Allerdings
bewegen sich die Energiemultis bei der Förderung hart an der Grenze des
technisch Machbaren. "In der Tiefe herrschen extreme Druck- und
Temperaturverhältnisse", sagt Bukold. "Die Umgebungsbedingungen sind
extrem." Fehler bei der Bohrung könnten schnell unbeherrschbar werden.
Noch immer seien Tiefseebohrungen ein riskantes Unterfangen.
Schon
in seichteren Gewässern ist die Offshore-Technik enorm störanfällig.
Nach Angaben der US-Regierung gab es zwischen 2001 und 2007 mehr als
1400 Unfälle auf Ölplattformen mit 41 Toten und Hunderten Verletzten.
Jetzt
ist eine Tiefseebohrung spektakulär gescheitert - und es wird zu klären
sein, ob technische Hybris die Ursache war oder menschliches Versagen.
Katastrophe historischen Ausmasses
Schon
jetzt steht fest: Die Havarie der "Deepwater Horizon" ist einer der
schlimmsten Ölunfälle in der Geschichte Amerikas. Wird das Leck nicht
bald gestopft, könnte die Katastrophe die Ausmasse der bislang
schlimmsten Ölpest übertreffen: die Havarie der "Exxon-Valdez". 1989
setzte ein betrunkener Kapitän den Tanker auf ein Riff. 40.000 Tonnen
Öl verseuchten fast 2000 Kilometer Küste.
Sprudeln die Lecks am
Meeresgrund noch gut 50 Tage weiter, wäre der bisherige Negativrekord
eingestellt. Und schnell reagieren kann BP offenbar nicht. "Das
Öl-Gas-Gemisch schiesst mit gewaltigem Druck aus der Erde", sagt
Bukold.
Die übliche Methode, die Lecks zu schliessen, sei, ein neues Loch zu
bohren und das Öl in die neue, intakte Leitung abzulenken. Doch bis der
Konzern das Material für eine neue Bohrinsel an die Unfallstelle
geschafft hat, bis diese aufgebaut ist und im Untergrund eine geeignete
neue Bohrstelle identifiziert ist - bis dahin wird wohl noch viel Öl
aus dem Untergrund sprudeln.
Von allein wird die Quelle wohl
nicht so schnell versiegen. "Die undichte Lagerstätte befindet sich
vermutlich in einem gewaltigen Ölfeld", sagt Bukold. Es gebe die vage
Möglichkeit, dass die Lagerstätte nicht mit dem gesamten Feld verbunden
sei - doch Informationen darüber habe BP bislang nicht gegeben. "Es
zeichnet sich ab, dass eher Monate denn Tage vergehen werden bis zu
einer Lösung", sagte auch Dougie Youngson, Ölanalyst bei Arbuthnot.
Umweltexperten
graut vor diesem Szenario. "Ich habe Angst", sagte David Kennedy, seit
mehr als 20 Jahren in Diensten der amerikanischen Ozean- und
Atmosphärenbehörde NOAA. "Das ist eine sehr, sehr grosse Sache." Der
schiere Umfang der Bemühungen, die zur Eindämmung der Katastrophe nötig
sind, sei "überwältigend".
Milliardenkosten für BP
Das
wird auch BP zu spüren bekommen. Für die Katastrophe muss der Konzern,
der inzwischen die Übernahme der Kosten zugesagt hat, wohl Milliarden
berappen:
* Allein die gesunkene Bohrinsel war mehrere
Hunderte Millionen Euro wert.
*
Hinzu dürften hohe Schadensersatzforderungen kommen. In der betroffenen
Region werden jährlich Meeresfrüchte und Fisch im Wert von 1,8
Milliarden Euro gezüchtet und gefangen. Krabbenfischer aus Louisiana
und Alabama haben bereits eine Sammelklage gegen BP eingereicht.
*
Die Umweltkosten sind beträchtlich. BP hat sich bereiterklärt, die
Kosten zur Beseitigung der Ölpest im Golf von Mexiko zu übernehmen.
*
Das US-Präsidialamt warnte zudem davor, dass der Ölteppich die
Schifffahrt im Golf von Mexiko massiv behindern könnte. Schiffe könnten
die Seewege nicht mehr uneingeschränkt befahren.
* Durch Förderausfälle dürften dem Konzern
Umsätze von vielen Millionen Euro entgehen.
Wie
hoch die Gesamtkosten sind, ist unklar. Insider sprechen von bis zu 14
Milliarden Dollar. Die US-Grossbank Goldman Sachs hält diese Schätzung
in einer ersten Analyse für übertrieben - und empfiehlt, weiter
BP-Aktien zu kaufen.
Tatsächlich dürfte die Katastrophe dem
Konzern die Bilanz verhageln - in Existenznöte bringen wird sie ihn
nicht: Allein im ersten Quartal verdiente das Unternehmen 5,6
Milliarden Dollar ; im Gesamtjahr 2009 nahm BP 13,9 Milliarden Dollar
ein.
Zudem erhöht die Katastrophe paradoxerweise die Margen
anderer Förderfelder. "Es gibt Grund zur Annahme, dass der Ölpreis
steigt", sagt Carsten Fritsch, Energieanalyst bei der Commerzbank.
Spekulanten dürften den Preis nach der Katastrophe in die Höhe treiben.
Entsprechend mehr Geld verdient BP an seinem Öl.
Experten erwarten keine
ernsthaften politischen Konsequenzen
Bleibt
die Frage, was die Katastrophe für die Energiewirtschaft bedeutet.
Experten sagen: vermutlich nichts. Denn die Entdeckung neuer Quellen im
sogenannten Tiber-Feld 400 Kilometer südöstlich der US-Stadt Houston
gilt nicht nur für die Konzerne als Goldgrube - auch die Regierung
setzt grosse Hoffnungen in sie.
Erst Ende März hatte US-Präsident
Barack Obama angekündigt, erstmals seit den sechziger Jahren
Ölbohrungen vor der amerikanischen Ostküste und in zusätzlichen
Gebieten im Golf von Mexiko zu genehmigen.
Jetzt setzen die USA
neue Tiefseebohrungen vorerst aus. Die Bohrarbeiten in neuen Feldern
würden erst wieder genehmigt, wenn die Ursache des Unglücks geklärt
sei, sagte Präsidenten-Berater David Axelrod am Freitag dem
Fernsehsender ABC.
Dass dieses Moratorium von Dauer ist, glauben
Experten indes nicht. "Die US-Regierung wird den Vorfall genau prüfen",
sagt Fritsch von der Commerzbank. "Es ist aber unwahrscheinlich, dass
sie die Förderung in der Tiefe auf Dauer aussetzt."
Denn die
Erschliessung der Ölfelder schafft nicht nur Arbeitsplätze, sie erhöht
auch die Unabhängigkeit Amerikas von anderen Energielieferanten. Die
grösste Industrienation der Welt führt viel Energie aus
krisenanfälligen
Staaten wie den Opec-Ländern ein.
Als wahrscheinlich gilt daher,
dass die Regierung die Sicherheitsvorschriften erhöht - und die Tiefsee
wieder für Bohrungen freigibt. Die Konzerne dürften die Ausbeutung des
Meeresbodens dann rasch vorantreiben: Erst kürzlich übernahm BP vom
US-Rivalen Devon Energy zahlreiche Ölfelder im Golf von Mexiko .
Mit jedem technisch heiklen Bohrprojekt aber wächst die Gefahr von
neuen ökologischen Katastrophen.>
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1.5.2010: Ölplattformen: Bohren bis zum Bruch
aus: Spiegel online: Explodierte Ölplattform: Bohren bis zum Bruch;
1.5.2010;
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,692427,00.html
<Teil 1: Bohren bis zum Bruch
Aus New Orleans berichtet Philip Bethge
War
ein Ventil defekt, haben Ölarbeiter bei Probebohrungen versagt?
Experten streiten über die Ursachen für die Umweltkatastrophe im Golf
von Mexiko. Die Risiken bei den Arbeiten waren bekannt, immer wieder
kommt es zu schweren Unglücken - doch die Industrie hat die Probleme
verdrängt.
In 1500 Meter Wassertiefe im Golf von Mexiko strömen
jede Minute 500 Liter Öl aus dem Meeresgrund - jetzt, gestern und auch
schon vor einer Woche - seit die Ölplattform "Deepwater Horizon" am 22.
April in der Tiefe versank. Und fast ebenso lange laborieren Experten
der Ölfirma BP mit Hilfe ferngesteuerter Unterseeroboter an einem
Bauteil herum, das mittlerweile traurige Berühmtheit erlangt hat.
Der
Blowout-Preventer ist ein Sicherheitsventil direkt über dem Bohrloch
einer jeden Bohrinsel. Eigentlich ist er dafür da, den Ölfluss im
Katastrophenfall abzuwürgen. Im Fall der "Deepwater Horizon" jedoch hat
er nicht funktioniert.
Und nun zeigt sich: Es ist nicht das erste Mal, dass es in der
Bohrbranche Probleme mit dem Ventil gibt.
Während
vor der Küste Louisianas mehr als tausend Helfer weiterhin mit dem Mut
der Verzweiflung gegen einen Ölteppich kämpfen, der mittlerweile die
Grösse Jamaikas erreicht hat, verschärft sich in den USA die Debatte
über die Ursachen des Unglücks.
Zementarbeiten am Bohrloch der
"Deepwater Horizon" werden als Auslöser der Explosion diskutiert.
Gleichzeitig konzentrieren sich die Ermittlungen auf das
Sicherheitsventil in der Tiefe. Ein Bericht der für die Ölexploration
zuständigen US-Regierungsbehörde "Minerals Management Service" von
1999, der jetzt von der US-Senatorin Maria Cantwell präsentiert wurde,
dokumentiert 117 Fälle aus dem späten neunziger Jahren, in denen der
Blowout-Preventer Probleme bereitete.
"Regelmässige Defekte"
"Festzustellen,
dass die ultimative, angeblich versagensfreie Waffe nicht funktioniert,
ist überraschend", sagte Cantwell, die als Mitglied verschiedener
Senatsausschüsse auch in den Anhörungen zur Ölpest im Golf von Mexiko
eine Rolle spielen wird. Der Report habe "regelmässige Defekte"
dokumentiert, so Cantwell. Sie fürchte, die Verantwortlichen für die
jetzige Ölpest würden versuchen, den Defekt als ein seltenes Ereignis
darzustellen. "Aber das ist nicht der Fall."
Blowout-Preventer
sind etwa 15 Meter hoch und können mehr als 200 Tonnen wiegen. Meist
drei Ventile hintereinander sollen das Bohrloch im Katastrophenfall
sicher verschliessen und so den Öl- oder Gasfluss stoppen. Während das
erste Ventil ("blind ram") das Bohrloch komplett abdichtet, versiegelt
das zweite Ventil etwaige im Bohrloch verlaufende Leitungen von aussen
("pipe ram").
Das dritte Ventil schliesslich, "shear seal"
genannt, besteht aus gehärtetem Stahl. Es zerschneidet bei Aktivierung
alles in seinem Weg, verschliesst das Bohrloch hermetisch und ist damit
der letzte Notnagel, um das Austreten von Öl oder Gas zu verhindern.>
Teil 2: Hat der
Ölplattform-Betreiber gespart?
aus: http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,692427-2,00.html
Warum
das Bauteil im Fall der "Deepwater Horizon" nicht funktionierte, bleibt
bisher reine Spekulation. Kritiker bemängeln, der "Blowout-Preventer
der Ölplattform sei nicht mit einem sogenannten akustischen Schalter
ausgerüstet gewesen. Das über Schallwellen ferngesteuerte Bauteil löst
im Katastrophenfall automatisch den Verschluss des Bohrlochs aus. In
den USA ist es bisher nicht vorgeschrieben.
Doch andere Experten
bezweifeln, dass der zusätzliche Schalter einen Unterschied gemacht
hätte. "Blowout Preventer werden immer automatisch gesteuert", sagt Tim
Robertson von der Beratungsfirma Nuka Research and Planning Group aus
Seldovia in Alaska: "Sie schliessen sich - es sei denn man sagt ihnen,
dass sie offen bleiben sollen." Der Blowout Preventer funktioniere wie
eine Lkw-Bremse, so Robertson. Ob er akustisch oder über eine
hydraulische Leitung gesteuert werde, sei dabei unerheblich.
Auch
das Argument, der Ölplattform-Betreiber Transocean habe sparen wollen
und den Schalter deshalb nicht eingebaut, hält Robertson für
lächerlich. "Wenn ich eine halbe Million Dollar pro Tag für den Betrieb
einer Ölplattform ausgebe, werde ich nicht über das Geld für einen
Notfallschalter diskutieren."
Gefährliche Risse im Zement
Der
Ölexperte glaubt, dass die Ursache des Unfalls an anderer Stelle liegen
muss. In Frage kommen etwa die Zementarbeiten, die zum Zeitpunkt des
Unglücks an der Bohrung durchgeführt wurden. Die "Deepwater Horizon"
führte im Maconco-Ölfeld eine Erkundungsbohrung durch. Das etwa 25
Zentimeter messende Bohrloch sollte gerade mit Zement abgesichert und
verschlossen werden - ein normaler Vorgang im Ölgewerbe. Zu einem
späteren Zeitpunkt wären die Bohrteams wieder angerückt, um mit der
Ölförderung zu beginnen.
Mit dem Zementieren des Bohrlochs war
die US-Firma Halliburton betraut. 20 Stunden vor dem Unglück seien die
Arbeiten allerdings vorläufig eingestellt worden, teilte das
Unternehmen mit.
Doch die Technik birgt Gefahren. Denn entstehen
beim Aushärten Risse im Zement, können Öl und Gas austreten und mit
grosser Wucht nach oben schiessen. Ein Funken reicht dann aus, um die
explosive Mischung zu entzünden.
"Es ist wahrscheinlich, dass
das Ausströmen des Gases an die Oberfläche etwas mit dem Zement zu tun
hatte", sagt der ehemalige Ölingenieur Robert MacKenzie, der heute bei
der Investmentbank FBR Captial Market arbeitet. Eine MMS-Studie von
2007 kommt zu dem Ergebnis, dass bei 18 von 39 Bohrlochexplosionen der
Zement eine Rolle spielte.
Klar ist, dass ein solcher Vorfall
katastrophale Folgen haben kann. Bohrmatsch, vermischt mit Öl und Gas,
schiesst dann aus der Tiefe nach oben. Der Druckabfall beschleunige den
Prozess.
Robertson hat einen solchen "Blowout" bereits selbst
erlebt. 1987 arbeitete er auf einer Bohrinsel südlich von Anchorage in
Alaska. Um fünf Uhr nachmittags - wiederum während Zementarbeiten am
Bohrloch durchgeführt wurden - sei plötzlich "wie aus einem
Düsentriebwerk" Gas aus der Bohrung geschossen. Die Crew wurde sofort
evakuiert. Robertson und einige andere blieben, um den Schaden zu
beheben.
Nach einigen Stunden jedoch habe sich plötzlich das
Fauchen des Gases verändert, erinnert sich der Ingenieur. Die Arbeiter
blickten nach oben. Vermutlich am Funken einer zersplitterten Lampe
hatte sich das Gas entzündet. Robertson und seine Kollegen konnten sich
retten. Die Ölplattform ging in Flammen auf und brannte für mehrere
Wochen.>
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8.5.2010: <Jede Ölkatastrophe wird zur chronischen
Belastung
aus: Tagesanzeiger online; 8.5.2010;
http://www.tagesanzeiger.ch/wissen/natur/Jede-lkatastrophe-wird-zur-chronischen-Belastung/story/22074488
<Von Martin Läubli.
Die Natur erholt sich auch nach Jahrzehnten nicht vollständig, wie das
Beispiel Exxon Valdez zeigt.
Der Ölteppich im Golf von Mexiko ist mittlerweile auf 23 000
Quadratkilometer angewachsen.
Thriller auf hoher See
Die
Nordamerikaner sprechen von Lord und Lady und meinen damit die
Kragenente mit dem schmucken Harlekinmuster. Sie ist ein unscheinbares
Tier, hat aber heute die volle Aufmerksamkeit verdient - in diesen
Tagen, in denen Tausende von Helfern versuchen, die ökologisch
sensiblen Küsten Louisianas vor dem nahenden Erdölteppich zu schützen.
Die Kragenente ist bis heute ein Opfer des Öldesasters 1989 in Alaska.
Sie steht für die chronischen Folgen nach Ölkatastrophen.
Kurz
nach der Havarie des Öltankers Exxon Valdez vor gut 20 Jahren liess die
Konzernleitung des Ölkonzerns Exxon verlauten, bereits in wenigen
Jahren würde nichts mehr an die Katastrophe erinnern. Für Daniel Esler
vom Zentrum für Wildtierökologie der amerikanischen
Simon-Fraser-Universität ist die Kragenente - neben zahlreichen anderen
Beispielen - eine weitere Bestätigung, dass Wildtiere viel länger an
den Folgen von Ölverschmutzungen leiden können als bisher angenommen.
«Wenn
das Öl die Strände von Louisiana erreicht, kann das die Reproduktion
der Meeresorganismen über längere Zeit negativ beeinflussen», erklärt
Jan Roelof van der Meer von der Universität Lausanne. Auch wenn das
Ökosystem im Golf von Mexiko nicht vergleichbar mit jenem Alaskas und
das Meerwasser hier zudem wärmer sei.
Ölalarm durch Bakterien
Der
Wissenschaftler bezieht sich auf seine Erfahrungen im
Katastrophengebiet der Exxon Valdez. Zusammen mit einem internationalen
Forscherteam hat er Proben von natürlich kohlehaltigen Meeressedimenten
im betroffenen Gebiet des Prince William Sound auf Polyaromatische
Kohlenwasserstoffe (PAK) untersucht. Das sind zum Teil langlebige und
Krebs auslösende Bestandteile von Erdöl oder Kohle.
Mithilfe
von genetisch veränderten Bakterien belegten die Wissenschaftler im
Labor: Nicht die PAKs der Kohle, sondern nur jene von Ölrückständen der
Exxon Valdez können gesundheitliche Schäden bei Organismen verursachen
- vorausgesetzt, sie sind wasserlöslich. Die Bakterien, welche die
Forscher einsetzen, sind sogenannte Biosensoren: Sie fressen quasi
Ölbestandteile und beginnen dabei zu leuchten.
Die
ausgesendete Lichtmenge gibt den Grad der Verschmutzung an. «Es gibt im
Gebiet der Havarie verschiedene Zonen, wo Erdöl in den Boden versickert
ist. Das ist heute zwar unsichtbar, kann das Ökosystem aber nach wie
vor schleichend schädigen», sagt der Lausanner Forscher Jan Roelof van
der Meer. Experten schätzen, dass etwa 80 000 Liter Öl in Form von
Asphalt und Teerklumpen im Boden der Küste Alaskas verborgen sind.
Zweifel an den Resultaten
Die
Studie hat Anfang Jahr eine Diskussion entfacht. Wissenschaftler, die
einst für Exxon arbeiteten, zweifeln die Resultate vehement an und
halten nach wie vor an der These fest: Die Ölbestandteile in den
Sedimenten, welche Tiere gesundheitlich schädigen, seien natürlichen
Ursprungs.
Zahlreiche Untersuchungen zeigen, dass es bei manchen
Tieren in Alaska chronische Vergiftungen gibt. Zu ihnen gehören auch
die Kragenenten. In einer neuen Studie in der Fachzeitschrift
«Environmental Toxicology and Chemistry» ist der Unterschied zwischen
Vögeln in verseuchten und sauberen Zonen eindeutig: Das Öl der Exxon
Valdez hinterlässt in den Lebern der untersuchten Enten heute noch
Spuren.
«Entfernen kann man nur das Öl, das bis etwa einen
Meter in den Boden dringt. Deshalb ist selbst nach zwanzig Jahren immer
noch Öl im Boden nachweisbar», sagt Jan Roelof van der Meer.
Teil des Öls verdampft
Wie
stark die Küstengebiete von Louisiana betroffen sein werden, kann
derzeit niemand abschätzen. Bis jetzt hat der Ölteppich einige
unbewohnte Inseln erreicht. Ein Teil des Erdöls wird verdampfen. «Für
Meerestiere giftige Bestandteile werden auf dem offenen Meer und auch
an der Küste durch Bakterien abgebaut», sagt Jan Roelof van der Meer.
Es braucht allerdings Wochen, bis sich grosse Bakterienstämme
angesammelt haben.
Ein anderer Teil des Öls kann sich im
Wasser auflösen. Was zurückbleibt, sind kleine Teer- und
Asphaltkügelchen, die auf den Meeresboden sinken oder an Land gespült
werden. Teer und Asphalt bauen hingegen keine Bakterien ab. Sie
verkleben die Tiere - meistens tödlich. Helfen kann nur, wenn die
Ölmasse abgespritzt oder weggewaschen wird.
Doch auch wenn alles unternommen wird wie nach der Katastrophe der
Exxon Valdez: Alle Spuren lassen sich nicht verwischen.
(Tages-Anzeiger)>
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Golf von Mexiko 12.5.2010: Haarsträubende Mängel auf der
explodierten Ölplattform
aus: Spiegel online: US-Ölpest: Schwere Sicherheitsmängel vor Explosion
der Ölplattform; 12.5.2010;
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,694602,00.html
<Reuters
Zweiter
Anlauf im Kampf gegen die Ölpest im Golf von Mexiko: Eine neue,
kleinere Stahlkuppel soll das grösste Leck am Meeresboden versiegeln.
Zugleich wurden haarsträubende Details über Sicherheitsmängel auf der
gesunkenen Bohrplattform "Deepwater Horizon" bekannt.
Washington
- Der Kampf gegen die Ölpest im Golf von Mexiko ist in eine
entscheidende Phase getreten. Der Ölkonzern BP hat eine neue, kleinere
Stahlglocke ins Meer abgesenkt, die das unablässig ins Wasser strömende
Öl weitgehend stoppen soll, sagte ein Sprecher des Einsatzstabes. Am
Mittwoch erreichte die Glocke nach Angaben eines BP-Sprechers den
Meeresgrund. Sie sei aber noch nicht über das grösste der Lecks in 1500
Metern Tiefe gestülpt worden.
Die etwa zwei Tonnen schwere
Konstruktion soll nun so bald wie möglich an ihren endgültigen Platz
gebracht werden. Dann soll ein neuer Versuch zum Absaugen des Öls
beginnen. Im besten Fall könnte die Kuppel bis zu 85 Prozent der
austretenden Flüssigkeit aufhalten. Der Behälter ist mit inneren und
äusseren Leitungen ausgestattet: zum Absaugen des Öl-Wasser-Gemischs
und
zum Einleiten von heissem Wasser und Methanol, um zu verhindern, dass
Methanhydrate die Leitungen verstopfen. Ein erster Versuch mit einer
mehr als 100 Tonnen schweren Stahlkuppel war am vergangenen Wochenende
genau deswegen misslungen.
Falls auch der Versuch mit der
kleineren Glocke schief geht, will der Plattformbetreiber Transocean
auf Gummigeschosse setzen. Golfbälle, geschredderte Reifen und ähnliche
Objekte sollen mit hohem Druck auf ein Abstellventil, den sogenannten
Blowout Preventer, geschossen werden. Das Ventil hatte sich nicht
vollständig geschlossen, als die Bohrinsel versank. Sollten auch die
neuerlichen Versuche scheitern, werde das Öl im schlimmsten Fall noch
bis August weiter ins Meer strömen, sagte US-Innenminister Ken Salazar
dem Nachrichtensender CNN.
Die Bohrinsel "Deepwater Horizon"
war vor drei Wochen nach einer Explosion gesunken. Seitdem fliessen
täglich etwa 800.000 Liter Rohöl aus zwei Lecks ins Meer. Während BP
auch auf der Meeresoberfläche mit Hochdruck am Eindämmen der Ölpest
arbeitet, gerät die Suche nach den Ursachen und Verantwortlichen des
Unglücks weiter in den Vordergrund. Der Betreiber BP, der
Plattform-Eigner Transocean und der Ölfeldausrüster Halliburton schoben
sich am Dienstag bei einer Anhörung im Senatsausschuss gegenseitig die
Schuld zu.
"Mir wurde nie gesagt, dass wir uns den anschauen sollten"
US-Politiker
und Umweltschützer machen ausserdem Behördenschlampereien für das
Unglück mitverantwortlich, berichtete die "New York Times". So habe die
für die Aufsicht der Ölförderung verantwortliche Rohstoffbehörde MMS
ohne genaue Sicherheits- und Umweltprüfungen Genehmigungen erteilt. Der
Behörde wurde in den vergangenen Jahren häufiger eine zu unkritische
Haltung gegenüber der Ölindustrie bis hin zur Bestechlichkeit
vorgeworfen.
Im konkreten Fall habe die MMS es unterlassen, den
Blowout Preventer vor dem Einsatz auf Tauglichkeit zu prüfen. Das
Ventil soll garantieren, dass kein Öl unkontrolliert aus einem Bohrloch
am Meeresboden austritt. Der Chef von BP Amerika, Lamar McKay,
bezeichnete die Vorrichtung als wichtigste Sicherungsmassnahme. "Mir
wurde nie gesagt, dass wir uns den anschauen sollten", sagte ein
MMS-Mitarbeiter bei einer Anhörung in New Orleans. Salazar kündigte an,
die Behörde massiv umzugestalten und die Zahl der
Sicherheitsinspektoren von 60 auf 300 zu erhöhen.
Unterdessen
gibt es Hinweise darauf, dass der Blowout Preventer tatsächlich defekt
war. Der demokratische Kongressabgeordnete Henry Waxmann erklärte, in
einem entscheidenden Hydrauliksystem des tonnenschweren Bauteils habe
es offenbar ein Leck gegeben. Ausserdem sei ein Sicherheitstest wenige
Stunden vor der Explosion fehlgeschlagen. Das habe das Energie- und
Handelskomitee des Senats herausgefunden.
Ölkonzerne sollen mehr in Fonds
einzahlen
Längst
läuft auch die Debatte um Schadensersatz. BP hat wiederholt erklärt,
man werde alle "legitimen" Forderungen befriedigen. Experten rechnen
mit einem Milliardenschaden für Fischer, Tourismus und Privatleute.
Rund 275 Millionen Euro hat BP nach eigenen Angaben bereits ausgegeben,
um die Ölpest-Schäden zu bewältigen.
Mit Blick auf kommende
Ölkatastrophen will US-Präsident Barack Obama die Ölkonzerne offenbar
stärker zur Kasse bitten. Die Unternehmen sollten künftig neun Cent pro
Barrel geförderten Öls in einen Sonderfonds einzahlen. Aus ihm sollen
im Unglücksfall die Bemühungen zur Bekämpfung von Ölkatastrophen mit
finanziert werden. Bislang zahlen Konzerne acht Cent pro Barrel in den
Fonds ein. Obama will laut einem Gesetzentwurf die Obergrenze für
Auszahlungen aus diesem Topf von einer Milliarde auf 1,5 Milliarden
Dollar erhöhen.
Der Entwurf, den das Weisse Haus zur Beratung
an den Kongress geschickt hat, sieht ausserdem Finanzhilfen für
Küstenbewohner vor, die wegen der Ölpest Arbeit und Einkommen
verlieren. Er beauftragt die Regierung zudem, die Kosten für diese
Ausgaben von den Verursachern der Ölpest einzutreiben. "Wir werden
aggressiv auf volle Entschädigung durch BP und andere Verantwortliche
drängen", kündigte das Weisse Haus an.
chs/dpa/ap/afp>
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Demonstration am 15.5.2010 in Zug (Schweiz) gegen Transocean gegen
Tiefseebohrungen, Transparent
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Ölschaden 19.5.2010: Die Ölpest vom Golf von Mexiko
erreicht den Golfstrom
aus: n-tv online: BP will Quelle mit Schlamm schliessen: Ölpest
erreicht
den Golfstrom; 19.5.2010;
http://www.n-tv.de/panorama/Oelpest-erreicht-den-Golfstrom-article880189.html
<Der
Ölunfall im Golf von Mexiko ist längst kein regionales Ereignis mehr.
Erste Ausläufer des Ölteppichs treffen auf die Strömung, die im
Uhrzeigersinn den Golf durchfliesst - den so genannten Loop-Current.
Damit ist nicht auszuschliessen, dass das Öl die Florida Keys erreicht
und über den Golfstrom die gesamte Ost-Küste verschmutzen könnte.
Die
Ölpest im Golf von Mexiko nimmt immer grössere Ausmasse an. Schon in
wenigen Tagen könnte es die Korallenriffe in Florida erreichen. Zudem
erwarten Wissenschaftler, dass das Öl in den Golfstrom gelangen und
dann sogar die US-Ostküste hochziehen könnte. Dann würden die langen
Strände Georgias und South Carolinas mit den vorgelagerten Inseln
betroffen sein.
Verschmutzt: Ein Greenpeace-Experte entnimmt Proben am Rand des
Mississippi.
Im
Bundesstaat Louisiana wurde derweil dickflüssiges Öl im Marschland am
südlichen Mississippi entdeckt. Die Region ist ökologisch sehr
empfindlich. "Das ist das erste Mal, dass wir so viel schweres Öl in
unseren Feuchtgebieten sehen", sagte Louisianas Gouverneur Bobby
Jindal. Wie die Zeitung "Houston Chronicle" berichtet, warnte der
Politiker in der Stadt Venice: "Wir wissen, dass da draussen noch eine
Menge dickes Öl ist, das bislang die Küste noch nicht erreicht hat."
Erste
Ausläufer des Ölteppichs seien auf die Strömung getroffen, die im
Uhrzeigersinn den Golf durchfliesst - den so genannten Loop-Current.
Das
zeigen Aufnahmen des Satelliten Envisat der Europäischen
Raumfahrtorganisation ESA. "Mit diesen Bildern aus dem Weltraum haben
wir den sichtbaren Beweis, dass zumindest Öl auf der Wasseroberfläche
die Strömung erreicht hat", erläuterte Bertrand Chapron vom
französischen Meeresforschungsinstitut IFREMER.
Öl bald in den Keys
Der
sichtbare Ölfilm auf der Oberfläche zieht sich immer mehr nach Süden in
die Länge, wo er den Kreisstrom berührt. "Es ist wahrscheinlich, dass
er binnen sechs Tagen Florida erreicht", erklärte Bertrand Chapron.
Die von der NASA veröffentlichte Satelliten-Aufnahme zeigt den
sichtbaren Verlauf des Öls.
Im
Loop-Current dürfte sich das Öl stärker mit dem Wasser vermischen. "Das
könnte den Ölfilm von der Oberfläche verschwinden lassen und uns daran
hindern, ihn weiter mit Hilfe der Satelliten zu beobachten", sagte
Chapron. "Doch die Verschmutzung wird wahrscheinlich das Ökosystem der
Korallenriffe treffen." Andere Forscher hatten schon früher gewarnt,
dass das Öl vom Unfall der Plattform "Deepwater Horizon" die
Korallenriffe der Florida Keys beschädigen kann.
Eine grosse
Menge des ausgelaufenen Öls treibt zudem unsichtbar unter der
Wasseroberfläche. Dies ist auf den Einsatz von Chemikalien
zurückzuführen. Längerfristig könnte ein Teil des Öls in den Golfstrom
gelangen und dann sogar die US-Ostküste hochziehen. Der mächtige
Golfstrom zieht aber nicht nur die Ostküste hinauf, sondern auch über
den Atlantik nach Europa. Damit ist der Ölunfall im Golf von Mexiko
längst kein regionales Ereignis mehr.
BP startet neuen Versuch am
Wochenende
Unterdessen
hat der Ölkonzern BP verkündet, die Öl-Quelle im Golf von Mexiko am
Wochenende komplett zu schliessen. Das Unternehmen werde am Samstag
oder
Sonntag versuchen, schweren Schlamm in die seit vier Wochen sprudelnde
Quelle in der Tiefe des Meeres zu pumpen, berichten US-Medien. Dabei
sollen mehr als 6000 Liter pro Minute in die Öffnungen eines
Ventilsystems gepresst werden, das über dem Hauptbohrloch installiert
ist. BP hofft, dass das Loch dadurch verstopft wird. Danach könne es
mit Zement abgedichtet werden.
Die Technik bislang nicht
angewendet worden, weil Daten über die Druckverhältnisse in dem 450
Tonnen schweren Ventil-System gefehlt hätten, sagte ein BP-Sprecher.
Die Ergebnisse eines Drucktests lägen aber nun vor. US-Innenminister
Ken Salazar sagte vor einem Senatsausschuss in Washington, die Methode
sei von Wissenschaftlern und BP-Ingenieuren als die aussichtsreichste
bezeichnet worden. Sollte dieser Versuch scheitern, werde das
Unternehmen versuchen, statt des Bohrlochs das Ventilsystem selbst zu
verstopfen. Dafür müsste das Loch unter anderem mit kleinen Gummiteilen
beschossen werden.
Probleme bei zweiter Plattform?
Aus der Luft ist das Ausmass der Katastrophe noch besser zu erkennen.
Am
22. April war die Ölbohr-Plattform "Deepwater Horizon" nach mehreren
Explosionen untergegangen. Seitdem sprudeln täglich Hunderte von Tonnen
Rohöl ins Meer. Einen Teil des Öls fängt der Plattformbetreiber, der
Konzern BP, mittlerweile ab. BP pumpt es aus einem Leck in rund 1500
Meter Tiefe hoch in einen Tanker. Die genaue Menge des auslaufenden Öls
ist aber unklar. BP gab den Wert lange mit etwa 700 Tonnen pro Tag an.
Nun würden etwa zwei Fünftel davon abgefangen. Einige Fachleute
vermuten allerdings, dass viel mehr Öl aus den Lecks sprudelt.
Die
US-Regierung prüft derweil mögliche Sicherheitsprobleme auf einer
weiteren Ölförderplattform des Konzerns BP. Salazar sagte, man gehe
Hinweisen wegen möglicher Sicherheitsbedenken auf der Plattform
"Atlantis" nach, die ebenfalls im Golf von Mexiko steht. Die Plattform,
an der BP einen Anteil von 56 Prozent hält, ist mit einer Fördermenge
von täglich 200.000 Barrel Öl eine der grössten Ölförderanlagen der USA.
Langfristige Folgen
Salazar
räumte eine Mitverantwortung der US-Regierung für die Ölkatastrophe
ein. Das Innenministerium und die ihm unterstellte Abteilung für die
Ausbeutung der Bodenschätze seien mitverantwortlich, sagte der
Minister. "In diesem Haus muss saubergemacht werden", fügte er hinzu.
Die
Meereswelt im Golf von Mexiko wird nach Einschätzung der
US-Naturschutzbehörde noch über Jahrzehnte die Folgen der Ölpest zu
spüren bekommen. Allerdings könne das volle Ausmass der Schäden wohl
niemals ganz ermittelt werden, weil die meisten betroffenen Tiere weit
von der Küste entfernt lebten.
Ein Blick aus dem Weltraum auf
den Golf von Mexiko verstärkt die Sorgen um die Auswirkungen der
Ölpest. "Wir sind vor 30 Minuten über den Golf von Mexiko geflogen und
haben Fotos von dem Ölfleck gemacht", sagte der Kommandant der
Internationalen Raumstation ISS, Oleg Kotow, dem Fernsehsender CNN. "Es
sieht sehr erschreckend aus. Es hat mir ein schlechtes Gefühl bereitet."
ppo/rts/dpa/AFP>
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Golf von Mexiko 23.5.2010: BP soll wissentlich die
verminderte Sicherheit des Bohrlochs in Kauf genommen haben
aus: Ölpest: Hat BP mit der Sicherheit gespielt? 23.5.2010;
http://www.20min.ch/news/dossier/oelpest/story/Hat-BP-mit-der-Sicherheit-gespielt--18042527
<Der
Streit um die Verantwortung für die Ölpest verschärft sich. BP soll
wissentlich die verminderte Sicherheit des Borlochs in Kauf genommen
haben.
Verantwortlicher für Bohrungen
nimmt den Hut
Der
Erdölkonzern BP habe sich dafür entschieden, an einem «vorläufigen»,
aber weniger sicheren Ventil festzuhalten, statt ein beständiges Teil
einzusetzen, berichtete die Zeitung «Washington Post» am Sonntag.
Die
Zeitung berief sich dabei auf einen von einem BP-Verantwortlichen
unterschriebenen Brief vom Oktober 2004. Das Ventil sollte eigentlich
das Bohrloch im Falle einer Explosion verschliessen, um das Auslaufen
von Öl zu verhindern.
In dem Brief erklärte Christopher Young
von der Plattform-Betreiberfirma Transocean, dass BP mit der
Unterschrift akzeptiert habe, dass das provisorische Ventil die
Widerstandskraft des Sicherheitssystems «vermindert» und damit «die
Risiken erhöht».
Ein BP-Sprecher sagte der «Washington Post»
hingegen, Transocean sei allein für die Änderungen am Bohrloch
verantwortlich. Bereits bei einer Senatsanhörung am 11. Mai hatten sich
BP und Transocean gegenseitig die Verantwortung für die
Erdölkatastrophe zugeschoben.
Bei der Explosion auf der
Ölplattform «Deepwater Horizon» am 20. April hatte das Ventil nicht
funktioniert. Laut «Washington Post» funktionierten aber auch zwei
andere beständige Ventile nicht, die ebenfalls das Bohrloch hätten
schliessen sollen.
BP räumt «Katastrophe» ein
Am Golf von
Mexiko breiten sich inzwischen immer mehr Zorn und Hoffnungslosigkeit
aus. Zum Wochenbeginn rechnen Experten mit der massiven Verseuchung
eines Küstengebiets westlich des Mississippi.
BP-Geschäftsführer
Bob Dudley räumte am Sonntag ein, dass die Ölpest «katastrophal» sei.
Es wird befürchtet, dass in den nächsten Tagen immer mehr Öl an
vorgelagerten Inseln vorbei in die zahlreichen kleinen Buchten und ins
Marschland des US-Staates Louisiana dringt.
Neuer Rettungsversuch verzögert
sich
Ein
Versuch, den anhaltenden Ölstrom ins Wasser zu stoppen, soll nach
Worten des BP-Sprechers Dudley jetzt am Dienstagabend oder am frühen
Mittwochmorgen (Ortszeit) beginnen. Dabei soll das Bohrloch durch den
Beschuss mit einer schweren Schlamm-Masse geschlossen werden.
Ursprünglich wollte BP das Manöver bereits am Sonntag starten. Nach
Angaben des Unternehmens dauern die Vorbereitungen aber länger als
gedacht, weil die Aktion kompliziert sei.
Klappt sie nicht, will
das Unternehmen die sprudelnde Ölquelle zum Verstopfen mit Golfbällen
und Gummiteilen bombardieren. Danach gebe es noch andere Möglichkeiten,
sagte Dudley dem Sender CNN. «Wir werden es immer weiter versuchen, wir
werden nicht bis August warten.»
Im August sollen die
Bohrarbeiten an zwei Nebenzugängen zum Hauptbohrloch abgeschlossen
sein. Dadurch würde BP dann eine schwere Flüssigkeit und Zement
einleiten, um die Quelle für immer zu versiegeln.
Abgepumpte Ölmenge schwankt stark
Die
aus dem offenen Bohrloch abgesaugte Ölmenge ist am Wochenende
zurückgegangen. Ein Sprecher des Ölkonzerns BP sagte der
Nachrichtenagentur AP am Sonntagmittag (Ortszeit), durch das zum
Absaugen des Öls eingesetzte Rohr seien in den zurückliegenden 24
Stunden gut 200 000 Liter geflossen. Noch am Freitag waren es fast 350
000 Liter gewesen. BP hatte allerdings schon beim Anbringen der
Rohrleitung vor einer Woche die Erwartung geäussert, dass die Menge des
abgepumpten Öls stark schwanken werde.
Entgegen einer Anordnung
der US-Umweltbehörde EPA will BP im Kampf gegen die Ölpest weiterhin
eine umstrittene Chemikalie verwenden. Das Mittel sei die beste Lösung
für den Einsatz in der Tiefe, erklärte der zuständige BP-Manager Doug
Suttles in einem Schreiben an die EPA.
(sda/ddp)>
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27.5.2010: Ölschaden: Ein Tauchgang von Phillipe Cousteau
im Golf von Mexiko zeigt den Albtraum der Zerstörung durch das Bohrloch
von "Deepwater Horizon"
aus: Basler Zeitung online: «Der absolute Albtraum»; 27.5.2010;
http://bazonline.ch/ausland/amerika/Der-absolute-Albtraum/story/19186052
<Forscher
versuchen das Ausmass der Ölkatastrophe zu beschreiben. Unter ihnen
Phillipe Cousteau, der im Golf von Mexiko auf Tauchgang war. Danach
zeigte er sich schockiert.
Vom Ausmass der Verschmutzung schockiert: Phillipe Cousteau.
Sein
Grossvater, der legendäre Meeresforscher Jacques Cousteau, wäre
entsetzt gewesen: Was Philippe Cousteau Jr. bei einem Tauchtrip im Golf
von Mexiko zu Gesicht bekam, beschrieb er schlicht als «absoluten
Albtraum». «Da gibt es ein Gemisch aus Öl und chemischen
Zersetzungsmitteln», sagte der Enkel des verstorbenen französischen
Forschers dem Sender CNN. Wie befürchtet konzentriere sich diese
«giftige Suppe» nicht nur an der Wasseroberfläche - selbst in mehreren
Metern Tiefe seien Wolken von immer kleineren Partikeln um ihn
«herumgewabert». Die Lage im Golf von Mexiko sei «sehr, sehr
alarmierend», sagte er.
Cousteau und sein Team bereiteten
ihren Tauchgang drei Wochen lang vor und trugen bei dem Trip schwere
Tauchanzüge und Helme. «Unter Wasser diese Ölpest zu sehen und zu
wissen, dass sich die Vergiftung über hunderte Meilen ausbreitet, war
eine der schlimmsten Erfahrungen meines Lebens», schreibt Cousteau in
seinem Internet-Blog. «Würden mein Vater und mein Grossvater noch
leben, hätten sie das auch getan und wären ebenso schockiert gewesen
wie ich.» Zum Versuch des Ölkonzerns BP, das lecke Bohrloch nun mit
einer Art Schlammkanone zu verschliessen, schreibt er weiter: «Auch
wenn es ihnen morgen gelingen sollte, den Ölfluss zu stoppen, wird sich
das bereits ausgetretene Öl noch weiter verbreiten.» Er könne nur
hoffen, dass die Lektion aus der Katastrophe angekommen sei.
Seltene Fischarten sind bedroht
Auch
Eric Hoffmayer, Biologe an der University of Southern Mississipi ist
gemäss CNN von den Folgen der BP-Ölkatastrophe für die Ökologie im Golf
von Mexiko entsetzt. Das auslaufende Öl sei in eine Strömungszone
gelangt, die das Öl Richtung Süden nach Kuba und an Florida vorbei bis
in den Atlantik tragen werde.
Diese Strömung sei nicht nur einer
der zwei bekannten Laichgrunde des Blauflossen-Thunfischs. Der andere
befindet sich im Mittelmeer. Die Bestände dieses Thunfisches seien in
den letzten Jahren wegen Überfischung bereits um rund 80 Prozent
zurückgegangen. Jetzt seien die Thunfischlarven, die sich in der
obersten Wasserschicht bewegen, stark gefährdet.
Das Öl wirke
sich, so Hoffmayer weiter, auch auf den grössten Fisch der Welt aus:
den seltenen Walhai. Die von der Katastrophe betroffene Region sei für
diese Art normalerweise ein wichtiger Futterplatz.
(mt)>
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27.5.2010: Ölschaden: Öl- und Gas-Plattformen
verschmutzen systematisch die Nordsee
aus:
n-tv online: Panorama: Verschmutzung der Nordsee: Greenpeace entdeckt
Ölteppiche;
27.5.2010;
http://www.n-tv.de/panorama/Greenpeace-entdeckt-Oelteppiche-article891959.html
<160 Kilometer Strand hat die
Ölkatastrophe im Golf von Mexiko bislang verschmutzt - auch in der
Nordsee könnte so etwas jederzeit passieren, warnt die
Umweltorganisation Greenpeace. Die Bohrinseln seien nicht sicher, bei
Kontrollen habe man Ölteppiche entdeckt.
"Rund um die Uhr wird Öl eingeleitet" - Bohrinsel in der Nordsee.
Öl-
und Gas-Plattformen verschmutzen die Nordsee nach Greenpeace-Angaben
schleichend. Die Umweltorganisation entdeckte während eines aktuellen
Beobachtungsflugs bei 5 von 25 untersuchten Plattformen grosse
schwimmende Ölteppiche. Insgesamt gibt es 400 Förderanlagen in dem Meer.
"Rund
um die Uhr wird schon im Normalbetrieb Öl in die Nordsee eingeleitet",
sagte Greenpeace-Meeresbiologe Christian Bussau. Die Plattformen würden
den Rohstoff nicht in reiner Form fördern, sondern eine Mischung aus
Öl, Gas und Wasser. Anschliessend werde das Wasser vom Öl getrennt und
zurück ins Meer geleitet. Laut Greenpeace enthält das sogenannte
Produktionswasser jedoch noch Restmengen an Öl. Schadstoffe daraus
könnten sich in der Nahrungskette der Meerestiere anreichern.
Besonders
scharf kritisierte Greenpeace die Ölförderung des BP-Konzerns westlich
der Shetland-Inseln. Die dortige Offshore-Förderung in 400 Metern Tiefe
berge unkalkulierbare Risiken. "Eine Öl-Katastrophe wie im Golf von
Mexiko kann sich auch in der Nordsee jederzeit ereignen", sagte Bussau.
dpa>
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31.5.2010: Auch in der Nordsee kann eine Bohrinsel
explodieren - und es wäre fast so weit gewesen - das Lottospiel am
Meeresgrund
<Teil 1: Subprime am Meeresgrund
aus: Spiegel online; 31.5.2010;
http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,697996,00.html
Von Marc Hujer, Cordula Meyer und Gregor
Peter Schmitz
Immer tiefer, immer riskanter:
Weltweit bohren Multis in der Tiefsee nach dem Rohstoff Öl. Die
Umweltkatastrophe im Golf von Mexiko zeigt: Unbehelligt von wirksamen
Kontrollen folgen die Firmen nur eigenen Interessen. Die
Sicherheitsstandards sind auch in der Nordsee nicht besser.
[Beinahe-Explosion auf der
Bohrinsel "Gullfaks C" in der Nordsee wegen Bedienungsfehler]
Es war kurz vor vier Uhr nachmittags, als plötzlich Gas aus dem
Bohrloch am Meeresgrund fauchte. Panisch versuchten die Männer auf der
Ölplattform, den Druck aus der Tiefe zu bändigen. Einige machten schon
die Rettungsboote klar.
Tags darauf sah alles noch schlimmer aus. Verzweifelt mühten sich die
Ölarbeiter, den Blowout Preventer, den letzten Schutz vor dem
unkontrollierten Herausschiessen des Öls, zu aktivieren. Rund 90 Mann
flohen von der Bohrinsel.
Nein, diese Szenen spielten sich nicht ab auf der "Deepwater
Horizon", kurz bevor sie am 20. April explodierte. Der Zwischenfall
passierte vor nicht einmal zwei Wochen, nur knapp tausend Kilometer von
der deutschen Küste entfernt. Tagelang versuchten die Techniker auf der
Bohrinsel "Gullfaks C" 200 Kilometer nordwestlich der norwegischen
Stadt Bergen, das Bohrloch mit Schlamm und Zement zu stopfen.
"Noch immer ist die Situation nicht unter Kontrolle", sagt
Frederic
Hauge, Gründer der norwegischen Umweltorganisation Bellona, der das
Szenario nach Interviews von Augenzeugen rekonstruiert hat. Grosse
Mengen giftigen Bohrschlamms seien im Loch versickert, der Kopf des
Bohrers stecke fest. Die Lage sei "ernst", konstatierte auch die
norwegische Ölaufsichtsbehörde. Der Betreiber der Plattform versichert,
inzwischen habe er die Lage im Griff.
"Es gibt viele Ähnlichkeiten zur 'Deepwater Horizon'", sagt
Hauge.
Wie dort, so sei auch auf der "Gullfaks C" schon früher Gas
ausgetreten. Und genau wie dort wurden durch einen Bedienungsfehler
gewaltige Brocken Dichtungsgummi aus dem Blowout Preventer nach oben
gepresst, sagt Hauge. "Es stimmt eben nicht, dass so ein Unfall nicht
auch in der Nordsee passieren könnte."
Das Desaster im Golf von Mexiko ist die wohl grösste
Umweltkatastrophe der US-Geschichte. Zugleich aber ist es ein Menetekel
für das, was auch in anderen Teilen der Welt passieren wird.
Hilflose Versuche des Ölkonzerns BP [- inzwischen ist im
Golf von Mexiko die dreifache Menge der Exxon Valdez ausgelaufen]
Bis zu 126.000 Tonnen Öl sind in den Golf von Mexiko gesprudelt,
das
ist mehr als das Dreifache dessen, was vor 21 Jahren aus dem Tanker
"Exxon Valdez" ins arktische Meer vor Alaska lief. Hilflos konnte die
Welt live per Webcam zusehen, wie immer mehr der tiefbraunen Brühe aus
dem Bohrloch schoss. Und hilflos muteten auch die Versuche des
Ölkonzerns BP an, das Loch mit Bohrschlamm, Zement oder gar mit
Golfbällen, Fetzen von Autoreifen, Kabeln oder anderem Müll zu stopfen.
Die Ölkonzerne kapitulieren vor der Technik, die Politik vor den
Ölkonzernen: So lautete die Lehre dieser Bilder. Die Ölmultis, das
offenbarte die Katastrophe, haben sich in einem technisch hochbrisanten
Bereich jeder effektiven Kontrolle längst entzogen.
[Kontrollen auf Bohrinseln:
unfähig, lax und korrupt - und es wird immer tiefer gebohrt]
Die Inspektoren der US-Regierung, die BP, Shell, Exxon und Co.
eigentlich überprüfen sollten, waren unfähig, lax und korrupt - eben
schlicht "fürchterlich", wie US-Präsident Barack Obama am vergangenen
Donnerstag schimpfte. Unter der Bush-Regierung hatten sich die
Inspekteure der zuständigen Aufsichtsbehörde Minerals Management
Service (MMS) mehr als Unterstützer denn als Kontrolleure von Big Oil
begriffen. Obama hatte Elizabeth Birnbaum zur neuen MMS-Chefin ernannt.
Am Donnerstag musste sie gehen, weil sich nichts an den Zuständen
geändert hatte.
Die Ölindustrie habe sich im wesentlichen "selbst reguliert",
wetterte der US-Präsident. Damit solle es jetzt vorbei sein. Aber wie
viel können seine angekündigten Verbesserungen tatsächlich ändern?
Immer tiefer dringen die Konzerne in die Ozeane vor. Immer
weiter
verschieben sie im Wettlauf um neue Quellen die technischen Grenzen.
Damit steigt das Risiko.
Nur ein paar Monate bevor die Plattform "Deepwater Horizon"
sank,
hatte sie einen neuen Weltrekord für die tiefste Ölbohrung im Meer
aufgestellt: 1250 Meter unter dem Meeresspiegel war sie noch einmal
9400 Meter in die Tiefe der Erdkruste vorgedrungen.
"Bedeutende Unsicherheit bezüglich der Leistungsfähigkeit
dieser
Systeme"
[Die Lotto-Faktoren bei Ölbohrungen im Meer: Kälte des Meerwassers,
Hitze des Öls, der Druck, und neue Protoypen-Bohrsysteme]
Die Kälte des Wassers, die Hitze des Öls und vor allem der enorme Druck
machen hier alles zum Experiment. Die Unternehmen entwickeln die
Technik, während sie mit ihr arbeiten. Die Firmen seien "abhängig von
Prototypen und neuer Technologie", konstatierten dänische Ingenieure im
vergangenen Jahr in einem Fachjournal. Es gebe "bedeutende Unsicherheit
bezüglich der Leistungsfähigkeit dieser Systeme".
Subprime am Meeresgrund: Wie die Banker mit immer riskanteren
Derivaten hantieren, so improvisieren die Ölkonzerne mit immer
gewagteren Bohrungen. Beide haben sie gehofft, dass alles schon
gutgehen werde. "Die Ölindustrie hat die Risiken von Offshore-Bohrungen
dramatisch heruntergespielt", sagt Umweltschützer Hauge. "Und den
Kontrollbehörden fehlen das technische Wissen und die Mittel."
[BP-Manager sparten an der
Sicherheit - und die "Kontrolleure" haben keine Ahnung]
Wie sehr sich die Konzerne inzwischen jeder Kontrolle entziehen,
das
wurde jetzt vor zwei Untersuchungsausschüssen des Kongresses und der
US-Küstenwache offenbar. Die Mitglieder hörten Augenzeugen, Techniker
und Manager, sie sichteten firmeninterne Dokumente. Rasch zeigte sich
dabei, wie BP-Manager an der Sicherheit sparten. Sie trieben die
Arbeiter auf der "Deepwater Horizon" zur Eile an und vertrauten
offenbar darauf, dass nichts passieren werde. Dass US-Behörden dem
Konzern mehrfach grobe Schlamperei vorgeworfen hatten, scherte dabei
wenig.>
<2. Teil: "Die haben mit unserem
Leben gespielt" [und spielen weiter mit dem Leben von Millionen
Menschen und Tieren]
aus: http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,697996-2,00.html
[Ein Bohrtag kostet 533.000 Dollar
- und die "Deepwater Horizon" war bereits 43 Tage im Verzug]
Für BP zählte nur, dass man auf der "Deepwater Horizon" wegen
technischer Schwierigkeiten hinter dem Zeitplan lag. Die Bohrung sollte
abgeschlossen, das Loch versiegelt werden. Nun bohrten die Ingenieure
schon 43 Tage länger als vorgesehen. Und für jeden Tag stellte
Transocean, der Betreiber der Bohrinsel, dem BP-Konzern 533.000 Dollar
in Rechnung. "Wir erfuhren während eines Sicherheitstreffens, dass um
die 25 Millionen im Schlamm verschwunden sind", sagt Mike Williams, der
Chefelektriker auf der Plattform. "Wenn sie anfangen, mit solchen
grossen Zahlen herumzuwerfen, dann kommt der Druck - der Druck,
schneller zu machen."
[Ein falsch berührter Schalter
lässt ein Bohrrohr durch ein geschlossenes Ventil stossen]
Vier Wochen vor dem Unglück wurde dann auch noch der Blowout
Preventer beschädigt, erzählt Williams. Ein Arbeiter habe versehentlich
einen Schalter berührt, das Bohrrohr sei daraufhin mit der Wucht
mehrerer Tonnen durch ein geschlossenes Ventil geschossen. Später
tauchten grosse Gummibrocken im Bohrschlamm auf, so Williams. "Keine
grosse Sache", habe der Vorarbeiter gesagt.
[Verschluss des Bohrlochs mit
nur einer Schutzhülle - Sparen bei der Sicherheit trotz
Milliardengewinnen in der Bilanz]
Wenige Tage vor der Explosion schien alles so weit, das Bohrloch
sollte geschlossen werden. Eine oder zwei Schutzhüllen? BP stand nun
vor zwei Optionen. Die Firma entschied sich für die einfache Version,
das, so heisst es in einem BP-Dokument, sei "die wirtschaftlichste
Variante". "Es war auch die riskantere", sagt Greg McCormack, Ölexperte
an der University of Texas in Austin. Der Arbeiter Stephen Stone ist
sicher: "Die haben mit unserem Leben gespielt."
17 Milliarden Dollar verdiente BP im vergangenen Jahr, im ersten
Quartal dieses Jahres übertraf der Konzern seinen Vorjahresgewinn noch
einmal um fast 140 Prozent. Gespart wurde trotzdem - auch und gerade,
wenn es um die Sicherheit ging.
[Das Ersetzen von schwerem
Schlamm durch Meerwasser im Bohrloch]
So war die Bohrinsel unter der Flagge der Marshall-Inseln
registriert. Die Kontrollen der Küstenwache gingen dann blitzschnell
vonstatten. Um elf Uhr morgens am 20. April, dem Tag des Unglücks, kam
es dann zum offenen Streit zwischen einem Mitarbeiter von BP, dem
Mieter der Bohrinsel, und deren Betreiber Transocean. Der BP-Mann
wollte schweren Schlamm durch leichteres Meerwasser ersetzen, das werde
die Arbeiten beschleunigen. Die Transocean-Crew protestierte.
Vergebens. "Die Mieter zahlen die Rechnung, sie bestimmen, was gemacht
wird", sagt Carl Smith, ein ehemaliger Kapitän der Küstenwache, vor dem
Ausschuss in Louisiana.
Und es gab viel zu bestimmen an diesem 20. April. Der Druck im
Bohrloch war gesunken, das sprach für ein Leck. Doch nach einem Test
gab die Mannschaft Entwarnung und füllte Wasser in das Loch.
Am Meeresboden lauerte eine grosse Gasblase
Zu dieser Zeit lauerte unten am Meeresboden längst eine grosse
Gasblase. Doch erst 51 Minuten vor der Explosion wurde das erste Leck
gemeldet, zehn Minuten später das zweite. Dann schossen zischend Gas
und Bohrschlamm nach oben. Von zwei Explosionen wurde Elektriker
Williams umhergeschleudert. "Ich dachte, ich werde genau jetzt hier
sterben", sagt er.
In dem Moment, als die letzte Notabschaltung, der sogenannte
Dead
Man Switch, versagte, brach auch das System zusammen, dem die
Ölkonzerne ihre astronomischen Gewinne verdanken. Mit dem
emporquellenden Rohöl trat die Tatsache an die Oberfläche, wie sehr die
Multis in Amerika seit Jahren machen konnten, was sie wollten.
[Die Strukturen der Korruption
bei den Aufsichtsbehörden in den "USA": MMS als alte "Kameraden" - die
Prüfberichte sind von den Ölmanagern selber geschrieben]
Der MMS, eine der grössten Aufsichtsbehörden der Welt, vergibt alle
Bohrlizenzen in den Vereinigten Staaten. Seine Aufgabe ist es,
Sicherheit und Umweltverträglichkeit der Bohrinseln zu überwachen. Doch
der MMS ist berüchtigt für seine Willfährigkeit gegenüber Big Oil.
Bezirksmanager Larry Williamson gibt zu: "Es ist doch klar. Wir
kommen alle aus den gleichen Teilen des Landes. Fast alle Inspektoren
haben einmal für die Ölfirmen da draussen auf den Bohrinseln
gearbeitet.
Manche kennen sich, seit sie Kinder waren. Sie gehen zusammen jagen,
und sie fischen zusammen."
Beamte der Behörde, so offenbarte jetzt ein Bericht des
Innenministeriums, haben sich zu Jagdausflügen und Footballspielen
einladen und mit Ölfirmenjets herumfliegen lassen. Im Gegenzug durften
Ölmanager ihre eigenen Prüfberichte ausfüllen, mit dem Bleistift. Die
Beamten zogen sie dann nur noch mit dem Kugelschreiber nach.
Wenn die MMS-Behörde einmal fachlichen Rat sucht, dann fragt sie
gern beim American Petroleum Institute an. Bezahlt wird das von der
Industrie. "Das ist so, als ob man Dracula mit der Verwaltung der
Blutbank betraute", spottet der ehemalige Ölmanager Ben van Bilderbeek.
Viele Bohrprojekte wurden ohne die vorgeschriebene
Umweltprüfung
erlaubt
[MMS-Praxis: Umweltprüfung wird
einfach nicht durchgeführt - und die Ölkonzerne schreiben mit
Schmiergeldzahlungen vor, wie geprüft wird]
Die MMS-Beamten scheuen sich nicht einmal, zugunsten der Industrie
Gesetze zu missachten: Viele Bohrprojekte wurden ganz ohne die
vorgeschriebene Umweltprüfung erlaubt.
"Der MMS ist die korrupteste, unqualifizierteste Behörde, mit
der
ich in den letzten 20 Jahren zu tun hatte. Er hat jede Absicht
aufgegeben, die Ölindustrie zu regulieren", resümiert Kieran Suckling,
Chef der Umweltorganisation Center for Biological Diversity.
Und wenn der MMS dann doch einmal strengere Standards einführen
will, lassen die Ölkonzerne eben ihre Verbindungen spielen. Allein BP
liess sich die Lobbyarbeit in Washington im vergangenen Jahr die enorme
Summe von 16 Millionen Dollar kosten.
Unter der Regierung von Präsident George W. Bush war der
Einfluss
der Ölmultis allgemein bekannt, schliesslich sassen ihre Förderer
direkt
im Oval Office: Präsident Bush entstammte einer texanischen Öldynastie,
und Vize-Präsident Dick Cheney war einst Vorstandschef der
Ölzulieferfirma Halliburton gewesen.
Im MMS aber hat der Geist dieser Ära bislang gut überdauert: An
seiner Praxis, auf Umweltprüfungen zu verzichten, hat der
Regierungswechsel nichts geändert; sogar nach der Explosion der
"Deepwater Horizon" stellte der MMS noch ein Dutzend Bohrgenehmigungen
aus.
[Systematisch nicht
kontrollierte BP - kriminelle BP ohne Lerneffekt: defekte BP-Pipeline
in Alaska - 15 Tote bei Explosion einer BP-Raffinerie in Texas City -
und läppische Bussgelder]
So lax und wohlwollend verhielten sich die Kontrolleure, dass dies
die Nachlässigkeit in den Konzernen geradezu fördern musste - kaum
irgendwo aber offenbar so systematisch wie bei BP. Über 700
Verwarnungen der US-Arbeitssicherheitsbehörde kassierten die Briten im
vergangenen Jahr. Die nächstfolgende Firma erhielt gerade einmal 8.
Und Katastrophen schienen dabei keinerlei Lerneffekt zu
erzeugen: Am
2. März 2006 flossen im grössten Ölfeld Alaskas in Prudhoe Bay fast
eine
Million Liter Öl aus einer durchgerosteten BP-Pipeline in eine Region
voller Eisbären, Eisfüchse und anderer seltener Arktisbewohner. Bereits
Jahre vorher hatten BP-Techniker auf die Mängel in der Pipeline
hingewiesen.
Nur knapp ein Jahr zuvor waren bei einer Explosion in einer
BP-Raffinerie in Texas City 15 Arbeiter gestorben. Es war das
schlimmste Industrieunglück in den USA seit mehr als 15 Jahren. Die
Überwachungsbehörde, das Chemical Safety Board, begann die grösste
Untersuchung ihrer Geschichte. Das Ergebnis: Schlamperei,
Sparmassnahmen, fehlende Sicherheitsstandards. Der zuständige
Untersuchungsleiter Don Holmstrom beklagte "ein Versagen des Konzerns
auf allen Ebenen".
Genützt haben seine Warnungen nichts - und schon gar nicht die
Bussgelder, die der MMS 2007 gegen BP verhängte. Auf der BP-Bohrinsel
"Ocean King" war es 2002 nach hohem Gasdruck zu einem Beinahe-Blowout
gekommen. Der MMS warf BP vor, in der Firma fehle es an Leitlinien für
den Notfall, die Arbeiter hätten nur mangelhaftes Wissen über das
System. BP musste Strafe zahlen: 41 000 Dollar. Das ist nicht einmal
ein Zehntel der Tagesmiete für eine Bohrinsel.
[Korrupte Kontrollpraxis von
Bohrinseln auch in Norwegen, Kambodscha, Nigeria]
Doch sind die Kontrollbehörden anderer Länder wirklich besser?
Werden die Multis in Europa enger an die Leine gelegt? "In diesem Punkt
ist die Praxis mehr oder weniger überall gleich", konstatiert der
norwegische Ölexperte Per Holand.
So schreibt die britische Ölbohr-Aufsicht lediglich vor, dass
Umwelt- und Sicherheitsrisiken "so gering wie vernünftigerweise
möglich" sind. Und Ole-Johan Faret, Sprecher der norwegischen
Ölsicherheitsbehörde, gesteht unumwunden: "Es geht darum zu überprüfen,
wie die Firmen sich selbst überprüfen."
Noch weitaus schlechter steht es um die Standards vieler anderer
Länder, vor deren Küsten ebenfalls Öl aus der Tiefe sprudelt. Die
Aufsichtsbehörde in Kambodscha operiert unter strikter Geheimhaltung.
Und vor Nigeria, so schätzen die Experten, läuft aus Bohrlöchern jedes
Jahr so viel Rohöl ins Meer wie beim Unglück der "Exxon Valdez" - die
Katastrophe als Alltag.
[Aus Bohrinsel-Unglücken in
Mexiko (1979) Schottland (1988) nichts gelernt]
Da ist es kaum verwunderlich, dass es immer wieder zu
Beinahe-Blowouts und Katastrophen kam. Im Juli 1988 starben vor
Schottland 167 Menschen auf "Piper Alpha", als Gas entwich und sich
entzündete. Nach mehreren Explosionen stand die Plattform in Flammen
und sank.
Die Mutter aller Bohrinsel-Unglücke aber ereignete sich vor 31
Jahren vor der Südküste Mexikos - nur 1000 Kilometer vom Ort der
"Deepwater"-Katastrophe entfernt. Die Techniker auf der mexikanischen
Plattform "Sedco 135" konnten damals den Druck nicht mehr regulieren,
als Bohrschlamm in Rissen neben dem Bohrloch versickerte. Wie bei
"Deepwater" versagte auch hier der Blowout Preventer. Neun Monate lang
konnte das Bohrloch nicht gestopft werden.
Selbst der legendäre Feuerteufel Paul "Red" Adair konnte den
Ölfluss
nicht stoppen. Zwei Entlastungsbohrungen blieben vergebens. Insgesamt
500 Millionen Liter Öl strömten vor Mexiko ins Meer.
Gespenstisch vertraut mutet die Chronik des Desasters an: Die
US-Küstenwache nutzte damals Absperrungen und Abschöpfer, um ihre
Küsten zu schützen, genau wie dieses Mal. Auch über einen Sandwall, wie
ihn der Gouverneur von Louisiana jetzt bauen will, wurde schon damals
diskutiert. Und genau wie heute stritten sich die US-Behörden über die
Verwendung des Ölzersetzers Corexit, den Flugzeuge im Auftrag der
Mexikaner auch seinerzeit auf dem Golf versprühten.
Immer kühnerer, immer riskanterer Vorstoss in die Tiefe
Den immer aufwendigeren, immer kühneren, immer riskanteren
Vorstoss
in die Tiefe hat die Erfahrung der "Sedco 135"-Katastrophe nicht
gebremst. Wird es nach der "Deepwater Horizon" anders sein?
[Obama will neue Sicherheit -
aber auch Brasilien will nun Ölplattformen]
Präsident Obama hat für ein halbes Jahr alle Neubohrungen im Golf
gestoppt. Auch in der Arktis und vor der Küste Virginias ist das
Schlürfen nach Öl vorerst abgesagt. Zudem will Obama die
Sicherheitsstandards verbessern. Eine Kommission soll rasch neue
Vorschriften erarbeiten.
"Unter der letzten Regierung war die Öl- und Gasindustrie der
absolute König", sagt sein Innenminister Ken Salazar und verspricht:
"Damit ist es nun vorbei."
Umweltexperte Hauge aus Norwegen ist skeptisch. Er fordert, auch
in
der Nordsee Neubohrungen auszusetzen, bis mehr über die Ursachen des
Unglücks im Golf bekannt ist.
Doch selbst wenn der Ölboom in Europa und den USA einen Dämpfer
bekäme - andernorts geht die Offshore-Euphorie unverdrossen weiter. Die
nächste Front wird gerade in Brasilien eröffnet.
800 Kilometer lange Ölfelder liegen dort vor den Küsten, 7000
Meter
tief unter Ozean und Salzschichten, zugänglich nur unter technischen
Extrembedingungen. 170 Milliarden Dollar will Brasiliens Staatsölfirma
Petrobras für die Erschliessung ausgeben. Der Konzern lässt gerade die
"P-56" bauen. Die Bohrinsel erfülle den letzten Stand der Technik,
heisst es. In wenigen Monaten werden die ersten Testbohrungen gemacht.
Die "P-56" ist so ähnlich gebaut wie die "Deepwater Horizon".>
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3.6.2010: Das BP-Öl erreicht die ersten Strände von Florida [3]
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4.6.2010: Der Ölteppich driftet mit dem Golfstrom an die
"US"-Ostküste bis nach Europa
aus: http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,698722,00.html

Der Ölteppich im Golf von Mexiko driftet an die "US"-Ostküste bis nach
Europa [4]
Die Computersimulation sagt voraus, dass der Golfstrom den Atlantik in
Mitleidenschaft ziehen wird, eventuell bis Europa:

Computersimulation des Ölteppichs vom Golf von Mexiko bis in den
Atlantik, eventuell bis Europa [5]
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8.6.2010: Norwegen verbietet Tiefseebohrungen
aus: 20 minuten online: Ölpest und die Folgen: Norwegen verbietet
Tiefsee-Bohrungen; 8.6.2010;
http://www.20min.ch/news/dossier/oelpest/story/25543180
<Norwegen
wird vor seiner Küste keine Tiefsee-Bohrungen mehr genehmigen, bis der
Hintergrund der Öl-Pest im Golf von Mexiko geklärt ist.
1|19Immer
mehr Vögel landen in den Hilfsstationen von Tierschutzorganisationen.
Weniger...Immer mehr Vögel landen in den Hilfsstationen von
Tierschutzorganisationen. Bildstrecke nochmals anschauen Bild:
Keystone/Bill HaberImmer mehr Vögel landen in den Hilfsstationen von
Tierschutzorganisationen.
Energie-Minister Terje Riis-Johansen
teilte am Dienstag mit, dass sämtliche neue Bohrungen verboten sind. Es
müsse zuerst herausgefunden werden, was die Katastrophe auf der
Bohrplattform «Deepwater Horizon» ausgelöst habe und welche Folgen dies
für die norwegischen Vorschriften habe.
Seit einer Explosion auf
der von BP betriebenen Bohrplattform im April tritt in 1,6 Kilometern
Tiefe Öl in den Golf von Mexiko aus. Es ist die schlimmste
Ölverschmutzung in der US-Geschichte.
(sda)>
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9.6.2010: Ölschaden: Autofahrer und Ölprodukte fordern
immer weitere Bohrungen - und die Politiker wollen keinen Wechsel
aus: Stern online: Ölpest im Golf von Mexiko: Wir sind alle BP;
9.6.2010;
http://www.stern.de/panorama/oelpest-im-golf-von-mexiko-wir-sind-alle-bp-1571594.html
<An
der Ölpest im Golf von Mexiko ist nicht nur BP Schuld. Es ist auch
unser unstillbarer Öldurst, der die Konzerne dazu bringt, der Erde den
letzten Rest des kostbaren Rohstoffs abzuringen. Ein Kommentar von
Niels Kruse
Ein Schiff in einem Meer aus Öl: Wut auf Ölkonzerne, die ihre Technik
nicht im Griff haben
Mit
zähem Öl verklebte Vögel, unter schwarzem Schlick begrabene Strände,
Mangroven, in denen sich das Schmiermittel der Globalisierung für immer
festzusetzen scheint: Die Bilder, die aus dem Mississippi-Delta um die
Welt gehen, sind fürchterlich. Sie machen traurig angesichts der
unvorstellbaren Schäden, die das ausströmende Öl anrichtet. Und sie
machen wütend auf Ölmultis wie BP und ihre Partnerfirmen, die nicht in
der Lage sind, Förderplattformen sicher zu betreiben.
Sich über
die Ölpest zu empören, die dem Untergang der "Deepwater Horizon"
folgte, gehört zum guten Ton, ist einfach, aber auch wohlfeil. Denn
selbst wenn korrupte Behörden unerprobte Bohrtechniken genehmigen und
Mineralölkonzerne nicht wissen, was im Fall des Unglückfalles zu tun
ist - eine Mitschuld an der Tragödie vom Golf von Mexiko trifft uns
alle.
Ob als Konsument, der im Supermarkt kiloweise Kunststoffe
kauft. Als Urlauber, der tonnenweise Kerosin in die Luft bläst. Als
Arbeitnehmer, der seinen Weg zum Job im Auto zurücklegt. Als Bürger,
der seine Regierung nicht genug zu einer Energiewende drängt. Es ist
schlicht unser Durst nach Öl, der die Nachfrage antreibt. Es ist unser
Durst, der Firmen wie BP dazu anstachelt, dem Planeten immer mehr
schwarzes Gold abzupressen - in immer größeren Tiefen, mit immer
aufwändigeren Bohrungen, mit immer unkalkulierbareren Risiken.
14 Milliarden Liter Öl werden
täglich verbraucht
Rund
86 Millionen Barrel Erdöl werden laut der Internationalen
Energieagentur, einer Unterbehörde der OECD, jeden Tag weltweit
verbraucht. Das entspricht einem Volumen von rund 14 Milliarden Litern
täglich - notwendig für Benzin und Diesel, für Medikamente, Düngemittel
und Textilien, für Verpackungen, Waschmittel und Farben. Allein für
Kunststoffe wird in Deutschland ein Viertel des Öls verwendet. Die
Kunststoffindustrie berichtet erfreut, dass ihre Umsätze seit 1950 im
Schnitt um neun Prozent gewachsen sind - pro Jahr. Auch die aktuellen
Zahlen deuten darauf hin, dass der Kunststoffhunger noch lange nicht
gestillt ist.
Das hat direkte Folgen für den Ölverbrauch, der in
Deutschland zwischen 2007 und 2008 um 4,7 Prozent gestiegen ist. In den
USA, dem größten Ölschlucker der Welt, war der Konsum zwar zuletzt
rückläufig, hat in den vergangenen Jahren aber insgesamt zugenommen.
Das gilt auch weltweit: Die Internationale Energieagentur schätzt, dass
der Bedarf um ein Prozent pro Jahr steigen wird.
Der Hauptgrund
dafür ist, dass allein der Plastikkram, der den Alltag frisch,
praktisch und bunt macht, all die Kaffeeverpackungen, der Leim und die
Druckerschwärze für Bücher, Zahnpastatuben, Kugelschreiber,
Panini-Bildchen, PET-Flaschen, CD-Rohlinge, Einkaufstüten und
Blumentöpfe aus den Fabriken in die Supermärkte und von dort in die
Stuben der Konsumenten, also zu uns allen gelangen muss. Mehr als die
Hälfte des weltweit produzierten Erdöls wird von Autos und Lkw, von
Bussen und Schiffen verbrannt - und die Gesamtmenge steigt gerade dann,
wenn es der Wirtschaft gut geht und viele Menschen viele Waren kaufen.
Wer eine blühende Wirtschaft will, muss auch eine blühende
Erdölindustrie in Kauf nehmen.
Zwei, drei Mal im Jahr grassiert
die Benzinwut
Die
Kehrseite des gewünschten Wohlstands: ein steigender Ölpreis, den die
Autofahrer am deutlichsten an der Zapfsäule zu spüren bekommen.
Deutschland gerät zwei bis drei Mal im Jahr in Benzinwut, wenn,
meistens zu Beginn der wichtigen Ferienzeiten, die Ölkonzerne die
Spritkosten hochsetzen. Zwar mag die Preisgestaltung auf fragwürdige
Weise zustande kommen - doch die Empörungswelle zeigt vor allem, dass
Treibstoff als Grundnahrungsmittel betrachtet wird, wie Bier und Brot,
dauerverfügbar und billig. Wer kann es den Ölkonzernen verdenken, dass
sie diese Nachfrage stillen wollen?
Das Problem ist nur, dass
der Rohstoff langsam ausgeht. Experten sind sich uneinig darüber, wann
genau der "Peak Oil" erreicht ist, der Punkt, von dem an nicht mehr Öl
gefördert werden kann. Einige glauben, er sei bereits 2007
überschritten worden und die Vorräte werden in den nächsten 30 bis 40
Jahren aufgebraucht sein. Die größten Rest-Ressourcen, so der aktuelle
Stand, liegen kilometertief unter den Weltmeeren, vor allem im Golf vom
Mexiko, vor Westafrika und der brasilianischen Küste. Wegen der
politisch angespannten Lage in den klassischen Petrostaaten des Nahen
Ostens bohren sich die Ölgesellschaften deshalb in 3000 Meter Tiefe
vor, um dem Volk zu geben, was das Volk wünscht.
Lesen Sie auf
der nächsten Seite: Die Zahl der Autos steigt rasant, doch alternative
Antriebe haben es weiter schwer. Die Politik greift nicht hart genug
durch, doch die Benzinpreise sind sakrosankt.>
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Golf von Mexiko 10.6.2010: Nun werden auch Menschen
krank: Übelkeit, Kopfweh, Augenentzündungen, Atembeschwerden
aus: 20 minuten online: Ölkatastrophe: Jetzt lässt die Ölpest Menschen
erkranken; 10.6.2010;
http://www.20min.ch/news/dossier/oelpest/story/15023281
<Sieben Wochen dauert die Ölpest im Golf von Mexiko schon - und
inzwischen macht sie auch Menschen krank. Diese leiden unter anderem
unter Atembeschwerden.
Mehr
als 70 Menschen suchten mittlerweile alleine in Louisiana ärztliche
Hilfe, unter anderem leiden sie unter Übelkeit, Kopfweh, entzündeten
Augen und Atembeschwerden. Das meldete die zuständige staatliche
Behörde. Acht Patienten mussten in Spitälern behandelt werden.>
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Golf von Mexiko 11.6.2010: Wo ist das Schiff mit dem
aufgesaugten Öl? - Hochkriminelle Firma BP
aus: n-tv online: Video: Wo ist das aufgesaugte Öl? Die Wut auf BP
wächst;
http://www.n-tv.de/mediathek/videos/panorama/Die-Wut-auf-BP-waechst-article918103.html
Tatsache ist, dass die kriminelle, englische Firma BP seit ca. einer
Woche behauptet, es würden täglich 2 Mio. Liter Öl mit einem
Absaugtrichter abgesaugt und in ein Schiff verladen.
Tatsache ist aber auch gemäss der "US"-Geologiebehörde, dass die
kriminelle, englische Firma BP bisher niemandem gezeigt hat, wo sich
dieses Schiff befindet, das das angeblich abgesaugte Öl aufnimmt.
Dieses Verhalten der kriminellen, englischen Firma BP lässt darauf
schliessen, dass die Angabe, es werde Öl abgesaugt, gelogen ist.
Text des Sprechers im Video:
<Es ist ein Alptraum, der da im
Golf von Mexiko vor sechs Wochen begonnen hat. Und offenbar ist alles
noch schlimmer als befürchtet. Deutlich mehr Öl als angenommen ströme
aus, sagt die US-Geologiebehörde jetzt, sechs Millionen Liter täglich.
Bis zu 380 Millionen Liter Öl könnten seit der Explosion der Plattform
ausgelaufen sein.
Und was bringt die von BP installierte Auffangglocke?
"Es kommt immer noch die gleiche Menge Öl an die Wasseroberfläche wie
zu Beginn, bilanziert der Professor von der Universität Miami.
Was auffällt, ist, bisher gibt es kein einziges Fernsehbild von
aufgesaugtem Öl oder dessen Abtransport in einem Tankschiff. Laut BP
werden aber täglich mehr als 2 Mio. Liter Öl aus dem Leck auf ein
Schiff abgepumpt. Wo ist dieses Öl?
Die Wut auf den Konzern wächst. Die betroffenen Fischer warten bisher
vergeblich auf Geld von BP, ebenso die Familien der Arbeiter, die bei
der Explosion der "Deepwater Horizon" umgekommen sind. Präsident Obama
hat die Angehörigen jetzt empfangen und versichert, er werde die Opfer
nicht vergessen. Obama hat auch die BP-Führungsspitze ins Weisse Haus
zitiert und hat dem Konzern ein Ultimatum gestellt. Bis morgen sollen
neue Pläne auf dem Tisch liegen, wie das Ölloch gestopft werden
kann.>
Schlussfolgerung: BP ist
hochkriminell
Dieses Verhalten der kriminellen, englischen Firma BP lässt darauf
schliessen, dass die Chefetagen der "hohen Krawatten" bei BP weiterhin
in einer arroganten Art und Weise meinen, sie könnten mit der
Weltbevölkerung "spielen", weil man sowieso nicht kontrollieren könne,
was da am Meeresboden passiert.
Doch, man kann durch Unterwasserkameras kontrollieren, was dort am
Meeresboden passiert, und bisher wurde weder ein Absaugtrichter noch
das Schiff mit dem abgesaugten Öl gezeigt. Es scheint alles gelogen,
und es scheint, dass diese kriminelle, englische Firma BP nicht nur
kriminell ist, sondern hochkriminell.
Michael Palomino, 11.6.2010
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Kriminelle Vertuschung am Golf von Mexiko 12.6.2010: BP
sperrt
Strände ab, um das Ausmass der Ölpest zu
vertuschen, und behauptet: "Das ist unser Öl" - die kriminelle BP
verhält sich wie eine Regierung, der die Strände gehören

BP-Logo mit Ölpest, eine kriminelle Firma (BP) spielt Roulette mit
Millionen Menschen und Tieren auf der ganzen Welt, z.B. ein
ölverschmierter Pelikan [6,7]
aus: Spiegel online: Ölpest im Golf: BP-Zensoren verschleiern die
Umweltkatastrophe; 12.6.2010;
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,700128,00.html
<Von Marc Pitzke, New York
DPA
Am
Golf von Mexiko bestimmt BP, wer die Ölpest zu Gesicht bekommt. Die
Firma blockiere die Berichterstattung über die Katastrophe, sagen
Journalisten. Mit riskanten Tricks erlangen Reporter Zugang zur
Sperrzone - ihnen bieten sich grausige Bilder.
Kelly Cobiella
kennt sich aus mit dramatischen Storys. Die Reporterin für CBS News hat
schon über Buschfeuer berichtet, über das spurlose Verschwinden der
Schülerin Natalee Holloway in Aruba und die Abberufung des
kalifornischen Gouverneurs Gray Davis. Doch im Mississippi-Delta, da
stieß sie schließlich an ihre Grenzen.
Als Cobiella mit ihrem
Kamerateam von der Südspitze des Deltas aus in See stach, um zu einem
ölverdreckten Strand zu fahren, schnitt ihnen ein anderes Boot den Weg
ab. An Bord waren fünf Arbeiter des Ölmultis BP und zwei uniformierte
Beamte der US-Küstenwache.
Die Beamten forderten Cobiella und
ihre Kollegen auf, sofort umzukehren, sonst würden sie verhaftet. "Dies
sind die Vorschriften von BP", sagte der Mann am Ruder, "nicht unsere."
Der
Vorfall vom Mai, der auf Video festgehalten wurde (siehe Video unten),
schien anfangs nur ein Einzelfall - ein Missverständnis vielleicht,
behördlicher Übereifer angesichts der eskalierenden Ölkatastrophe im
Golf von Mexiko. "Weder BP noch die US-Küstenwache haben Vorschriften,
die den Medien den Zugang zu betroffenen Gebieten verwehren würden",
erklärte Küstenwachtsprecher Rob Wyman. Bei CBS sei es um "Fragen der
Sicherheit" gegangen.
Inzwischen aber häufen sich die Klagen von
immer mehr Journalisten und Fotografen, die sich daran gehindert
fühlen, hautnah über das Desaster zu berichten. Die Beschwerden kamen
erst sporadisch, dann immer häufiger: BP und die Küstenwache
erschwerten ihnen die Arbeit an der Golfküste - offenbar, um die
schlimmsten Bilder des Öls zu zensieren oder zumindest zu kontrollieren.
AP,
die größte US-Nachrichtenagentur, hat sich der Kritik seither ebenso
angeschlossen wie "Newsweek", die "Washington Post" und die "New York
Times". Solche anekdotenhaften Vorfälle, resümierte die "Times" diese
Woche, deuteten auf ein größeres Problem: "Dass die Verantwortlichen
die Bilder vom Ölteppich filtern, die die Außenwelt zu sehen bekommt."
"Es tut mir zutiefst leid"
"Sie
versuchen, den Zugang einzuschränken", schimpft auch der demokratische
Abgeordnete Ed Markey, der BP fast täglich mit bösen Briefen zu mehr
Transparenz nötigt.
Die Medienblockade am Golf steht im krassen
Gegensatz zu der Imagekampagne, die BP zeitgleich gestartet hat.
Täglich bittet der Konzern, der in den USA längst zum Feindbild Nummer
eins geworden ist, mit ganzseitigen Anzeigen und einem TV-Spot in
Dauerrotation um Vergebung. "Es tut mir zutiefst leid", sagt BP-Chef
Tony Hayward in dem Video, das sonnige Bilder von Säuberungsaktionen
zeigt, aber keine sichtbare Spuren des Öls selbst. "Wir werden es
wieder in Ordnung bringen."
In dem 60-Sekunden-Clip, der 50
Millionen Dollar gekostet hat, versichert Hayward weiter: "Wir wissen,
dass es unsere Verantwortung ist, Sie auf dem Laufenden zu halten." Die
Aufrichtigkeit dieser Aussage ziehen jedoch immer mehr Beobachter vor
Ort in Zweifel.
Zum Beispiel Mac McClelland, ein Reporter für
das investigative Magazin "Mother Jones": McClelland wollte sich den
Schaden auf Elmer's Island anschauen, einem Dünen-Refugium für bedrohte
Tierarten in Louisiana. Die Sheriffs, berichtet er, hätten die
Halbinsel jedoch "an jeder Biegung" abgeriegelt und ihn an ein
"BP-Informationszentrum" verwiesen, wo eine BP-Vertreterin die Sperrung
so begründet habe: "Wir haben schon genug blaue Augen." Warum BP die
Hoheit über den Strand übernommen habe? Ihre Replik: "Dieses Öl gehört
BP."
Ted Jackson, Fotograf für die Zeitung "Times-Picayune" in
New Orleans, stieß auf ähnliche Hindernisse - in der Luft. Denn er
wollte den Ölteppich von einem Flugzeug aus inspizieren.
"BP will seine Darstellung in der
Presse kontrollieren"
Den
Routineantrag der Chartergesellschaft Southern Seaplane auf
Fluggenehmigung habe das BP-Lagezentrum jedoch abgelehnt. Die
Begründung, so Rhonda Panepinto, die Chefin von Southern Seaplane, in
der "Times-Picayune": "Absolut keine Medien oder Presse." Panepinto
beschwerte sich schriftlich bei ihrem republikanischen Senator David
Vitter: "BP will seine Darstellung in der Presse kontrollieren."
Vitters
demokratischer Kollege Bill Nelson spürte die Medienbeschränkungen am
eigenen Leibe. Er hatte Reporter und Kameraleute zu einem
Erkundungsflug über den Golf eingeladen. Die Mitfluggenehmigung wurde
den Journalisten jedoch am Vorabend kurzfristig versagt - nicht von BP,
sondern vom US-Heimatschutzministerium. Politiker und Medien, so die
Auskunft, würden generell nicht in derselben Maschine befördert.
Die
Küstenwache hat im Benehmen mit BP sowieso über weite Bereiche des
Golfs ein Tiefflugverbot verhängt. Privatmaschinen kommen so nicht nahe
genug an den Ölteppich heran, als dass er sich erkennen ließe. "Du
knipst aus einem Kilometer Höhe durch die Wolken", sagte Fotograf John
McCusker der "New York Times". "Da ist es schwer, den Unterschied
zwischen einem Ölflecken und dem Schatten einer Wolke zu erkennen."
Wie
aggressiv BP um die Bilderhoheit kämpft, merkte auch Matt Gutman,
Korrespondent für ABC News. Als der sich am Donnerstag an einem Strand
in Alabama, den BP-Arbeiter gerade säuberten, mit seinem Laptop zu
einem Video-Chat aufbaute, versuchte ein BP-Manager, ihn zu
verscheuchen. "Diese Bedingungen machen es unglaublich frustrierend,
hier zu arbeiten", sagte Gutman in dem anschließenden Chat. "Wohin du
auch gehst, du stößt auf Polizeibarrikaden, auf Leute, die dir
verbieten, dieses oder jenes zu tun oder mit Leuten zu reden."
BP
weist die Vorwürfe zurück - halb. "Unsere kategorische Haltung ist es,
den Medien und anderen so viel Zugang wie möglich zu geben, ohne unsere
Arbeit zu kompromittieren", erklärte BP-Sprecher David Nicholas gequält.
Heimliche Führung durchs
Katastrophengebiet
Gelegentlich
bietet die Küstenwache Reportern an, sie über den Golf zu fliegen.
Diese Flüge verlaufen allerdings unter strikter Aufsicht. "Ich
verstehe, dass es etwas Frustration geben mag", erklärte David Mosley,
der zuständige Offizier der Küstenwache. "Aber es gibt andauernde
Bemühungen, den Anfragen der Medien nachzukommen." Bisher habe man so
mehr als 400 Journalisten ausgeholfen.
AP-Chefredakteur Michael
Oreskes vergleicht die Lage seiner Leute mit Reportern, die in
Kriegsgebieten wie Afghanistan beim Militär "embedded" sind,
eingebettet. "Es herrschen ständige Anstrengungen, den Zugang zu
kontrollieren", klagte er in der "New York Times". In der Tat offeriert
die Küstenwache besagte Flüge in ihren offiziellen E-Mails als
"embedded flights".
Trotz dieser Probleme sickern mittlerweile
erschreckende Bilder und Berichte aus der Krisenzone durch. Die
Reporter schaffen das oft nur mit riskanten Tricks.
[BP-Mitarbeiter gibt "private
Führung" auf der Grand Isle vor Louisiana]
Matthew
Lysiak von den New Yorker "Daily News" scheiterte zunächst, als er
Grand Isle besichtigen wollte, eine gesperrte Düneninsel vor Louisiana.
Schließlich habe ihm ein über das Verhalten der eigenen Firma
"empörter" BP-Arbeiter eine heimliche Führung gegeben. Das Ergebnis sei
grausig gewesen.
[BP will keine tote Tiere in den
Medien sehen - "geteerte" Tiere am Strand - BP befielt, was die Polizei
zu tun hat]
Ein
Foto eines toten Delfins illustriert den Report Lysiaks. "Als wir
diesen Delfin fanden, war er mit Öl gefüllt", zitiert der Reporter den
Arbeiter. "Öl floss nur so aus ihm heraus. Es war ein verdammt
trauriger Anblick." Der Mann selbst sei entsetzt gewesen: "Es wird viel
vertuscht. Sie haben uns spezifisch angewiesen, dass sie keine Bilder
von den toten Tieren wollten. Sie wissen, dass der Ozean die meisten
Beweise wegspülen wird."
"Als ich abtauche, ist Öl das einzige, was ich sehe"
Lysiak
berichtet von Stränden, die "von geteerten Meereslebewesen übersät"
gewesen seien, "einige tot und andere, die sich unter einer dicken
Schicht Rohöl abkämpften". Als er einen zweiten Strand habe begehen
wollen, so Lysiak, hätten ihn Polizisten forteskortiert. "Sie sagten,
sie handelten auf Befehl von BP."
[Journalist Rich Matthews auf
Tauchgang: Alles ist nur noch Öl]
Andere
setzen sogar ihre Gesundheit aufs Spiel, um die Zerstörung zu
dokumentieren. AP-Reporter Rich Matthews schlüpfte in einen
Neoprenanzug und stieg ins ölverseuchte Meer vor Louisiana. "Als ich
abtauche, ist Öl das einzige, was ich sehe", erzählte er. "Zur Linken,
rechts, oben und unten. Unter dem Schlick lebt nichts mehr, aber ich
sehe tote Quallen." Auch er hält das auf Video fest.
AP-Reporter
Rich Matthew setze seine Gesundheit aufs Spiel, um die Zerstörung im
Meer zu dokumentieren. Er filmte erschreckende Bilder:
[Krimineller BP-Terror: Drohung
mit Verhaftung für Journalisten]
Arbeiter des Ölmultis BP und Beamte der US-Küstenwache fordern
Journalisten auf, umzukehren, sonst würden sie verhaftet:
Selbst
Starregisseur James Cameron ("Avatar") blitzte bei BP ab. Cameron, der
seit seiner Erkundung des "Titantic"-Wracks viel Erfahrung mit
Unterwasserkameras hat, bot sich an, die BP-Reparaturarbeiten an der
Quelle des Öllecks am Meeresboden zu filmen. BP lehnte ab. "Das ist,
als erstelle der Straftäter das Polizeivideo vom Tatort", echauffierte
sich Cameron im Sender MSNBC.
[Die kriminelle BP hat Angst vor
Boykotten - die Manipulationen der kriminellen BP, auch für Präsident
Obama]
Die
Angst von BP vor den Ölbildern kommt nicht von ungefähr. Als der
Öltanker "Exxon Valdez" 1989 vor Alaska havarierte, gingen die Fotos
toter Vögel und Fische binnen weniger Tage um die Welt. Sofort gab es
weltweite Boykotte, die Exxon finanziell schwer trafen.
Von
Anfang an versuchte BP, den Bild- und Informationsfluss zu steuern. Die
Roboter-Videokamera in der Tiefe schaltete es erst auf Druck des
Kongresses live. Das Scheitern der Operation "Top Kill" gab es erst zu,
als ihm die Reporter auf die Schliche kamen. Und als US-Präsident
Barack Obama zum zweiten Mal nach Louisiana kam, da karrte es eigens
rund 600 Aufräumarbeiter für die TV-Bilder an. Tags darauf waren die
wieder verschwunden.
Die Umweltkatastrophe im Golf von Mexiko
übertrifft die schlimmsten Erwartungen von Beobachtern: Die
US-Geologiebehörde hat ihre Prognose für die bislang ausgeflossene
Ölmenge erhöht. Der BP-Konzern erwägt nun, seinen Aktionären die
Dividende zu streichen.>
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Golf von Mexiko 13.6.2010: Es sprudeln 8 Mio. Liter Öl
pro Tag ins Meer
aus: 20 minuten online: Ölpest: Obama wendet sich an die Nation;
13.6.2010;
http://www.20min.ch/news/dossier/oelpest/story/Obama-wendet-sich-an-die-Nation-29938072
<Das
Öl sprudelt ununterbrochen - laut neuesten Schätzungen acht Millionen
Liter täglich. US-Präsident Obama stellt am kommenden Dienstagabend
Massnahmen der Regierung vor.
Die Rede an die Nation erfolgt den
Angaben zufolge nach der Rückkehr Obamas von seinem vierten Besuch in
der Katastrophenregion an der US-Golfküste, der am Montag und Dienstag
geplant ist. Der Präsident werde dabei Massnahmen der Regierung zur
Bekämpfung der Ölpest bekanntgeben. Das kündigte Präsidentenberater
David Axelrod am Sonntag in der NBC-Sendung «Meet the Press» an.
Nach
jüngsten Erkenntnissen treten aus der beschädigten Bohrleitung bis zu
acht Millionen Liter täglich aus, doppelt so viel wie bislang
angenommen.>
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Golf von Mexiko 16.6.2010: BP wollte 10 Mio. Franken
sparen und
verzichtete
auf Sicherheitstests - BP spielte mit der Welt wie in einem Spielcasino

Roulette [8]: Die kriminelle Firma BP spielt mit der Weltbevölkerung
und mit der weltweiten Fauna und Flora nachweislich Roulette. BP ist
eine kriminelle Vereinigung
aus: 20 minuten online: Sicherheitstests unterlassen - BP wollte 10
Millionen sparen; 15.6.2010;
http://www.20min.ch/news/dossier/oelpest/story/27588808
<Die
Internationale Raumstation ISS fotografierte den Ölteppich am 19. Mai
2010 aus 350 km Höhe. «Es sieht sehr erschreckend aus», sagte
ISS-Kommandant Oleg Kotov danach.
Nach dem Untergang der Bohrinsel Deepwater Horizon im Golf von Mexiko
erheben US-Politiker schwere Vorwürfe gegen BP.
Der Öl-Konzern habe aus Kosten- und Zeitdruck
mindestens fünf hoch riskante Entscheide getroffen, die das Unglück
ausgelöst haben könnten, heisst es in einem Brief zweier hochrangiger
Abgeordneter an BP-Chef Tony Hayward.
Die Opfer der Ölkatastrophe
Eine
Prüfung interner BP-Dokumente habe ergeben, dass an Material gespart
wurde und wichtige Sicherheitstests unterlassen wurden. Insgesamt habe
der Konzern durch diese Entscheide 7 bis 10 Millionen Dollar gespart,
schreiben die Demokraten Henry Waxman und Bart Stupak. Sie leiten
Ausschüsse des US-Kongresses, vor denen in dieser Woche Topmanager von
BP und anderer Ölfirmen aussagen sollen. Es geht um die Frage, wer
schuld an der grössten Ölpest in der US-Geschichte sei. Ihren
Erkenntnissen zufolge seien BP die Probleme mit Deepwater Horizon lange
vor der Katastrophe bekannt gewesen. Auch ExxonMobil-Chef Rex Tillerson
warf BP vor den Abgeordneten Versäumnisse vor: «Dieser Vorfall stellt
eine dramatische Abkehr von den Branchen-Normen bei der Tiefseebohrung
dar.»
Derweil verbreitete Präsident Barack Obama optimistische
Töne. Er werde alles tun, um die Wirtschaft in den von der Ölpest
betroffenen Staaten zu unterstützen.
(20 Minuten)>
Kommentar: BP spielt mit der Welt
wie im Spielcasino - BP liquidieren
Mit der Tatsache, dass Sicherheitstests nicht eingehalten wurden und
auf Kosten der Sicherheit "Material gespart" wurde, ist es nun
bewiesen, dass die hochkriminelle Firma BP mit der Welt spielt wie in
einem Spielcasino. Bei BP sind Spielertypen in der Führung und keine
Menschen, die die Menschen und die Natur ernst nehmen. Eine dermassen
hochkriminelle Firma muss liquidiert werden. Es gibt genügend andere
Firmen, die das Ölfeld mit anderen Ölplattformen "beruhigen" können,
und dann sollte jegliche Off-Shore-Bohrung verboten werden. Das Risiko
der Technik ist zu gross, und das Meer und das Wasser ist zu kostbar,
als dass man weiterhin damit "spielen" sollte.
Michael Palomino, 18.6.2010
-----

16.6.2010: Ölfirmen sind überhaupt nicht auf eine
Ölplattform-Havarie vorbereitet - aber die Propaganda ist gut
vorbereitet
Wieso werden bis heute Off-Shore-Bohrungen erlaubt? Aber lesen Sie
selbst:
aus: 20 minuten online: Golf-Katastrophe: Arbeiter warnte vor «Ölquelle
des Alptraums»; 16.6.2010;
http://www.20min.ch/news/ausland/story/Arbeiter-warnte-vor---lquelle-des-Alptraums--12495265
<Nicht
nur BP, auch die vier anderen führenden Ölkonzerne haben sich im Zuge
der Umweltkatastrophe im Golf von Mexiko im US-Kongress massive
Vorwürfe anhören müssen.
Von links: Rex Tillerson von
ExxonMobil, John Watson von Chevron, James Mulva von ConocoPhillips,
Marvin Odum von Shell und Lamar McKay von BP.
Keine
der fünf vorgeladenen Firmen verfüge über angemessene Pläne zur
Bewältigung eines Vorfalls, wie er sich nach der Explosion der
BP-Plattform vor gut zwei Monaten ereignete, sagte der Abgeordnete
Henry Waxman.
Das
Ausmass des Öllecks im Golf von Mexiko ist nach Angaben von
Wissenschaftlern noch grösser als befürchtet. Nach neuen Schätzungen
eines staatlichen Wissenschaftlergremiums strömen aus dem Leck zwischen
5,5 Millionen bis 9,5 Millionen Liter am Tag. Bisher lag die höchste
Schätzung bei 8,3 Millionen Liter am Tag. Die Unternehmen wiesen
lediglich «Massnahmen von der Stange» vor, von denen sich einige
bereits als nutzlos erwiesen hätten, warf der Demokrat den
Spitzenmanagern von BP, Exxon, Chevron, ConocoPhillips und Royal Dutch
Shell vor.
Die Notfall-Pläne aller Konzerne seien «praktisch
wertlos, wenn sich tatsächlich eine Ölpest ereignet», kritisierte auch
der Abgeordnete Bart Stupak.
Viel PR, wenig Umweltschutz
Er
hob insbesondere Exxon Mobil hervor. Der Konzern verfüge über eine
40-seitige Medienstrategie, die fünf Mal länger sei als sein Plan zum
Schutz der Umwelt. Exxon Mobil mache sich offenbar mehr Sorgen um die
öffentliche Wahrnehmung als um die Natur, sagte Stupak.
Exxon-Chef
Rex Tillerson sagte, dass es den Unternehmen vorwiegend darum gehe,
Ölkatastrophen zu vermeiden. Wenn sie sich dann doch ereigneten, «sind
wir nicht sehr gut aufgestellt, um damit umzugehen», räumte er ein.
Tillerson
warf BP vor den Abgeordneten Versäumnisse vor. «Dieser Vorfall stellt
eine dramatische Abkehr von den Branchen-Normen bei der Tiefseebohrung
dar», sagte er.
Die vorgeladenen Manager hörten sich regungslos
die Vorwürfe der Mitglieder des Unterausschusses im Repräsentantenhaus
an, vor dem sie Rede und Antwort zu Fragen der Sicherheit der
Ölförderung auf offener See stehen sollen. Deren Erkenntnissen zufolge
seien BP die Probleme mit der «Deepwater Horizon» lange vor der
Katastrophe bekannt gewesen. Mehr als eine Woche vor der Explosion habe
ein Mitarbeiter in einer E- Mail von einer «Ölquelle des Alptraums»
gesprochen.
Tote Experten und ausgestorbene
Walrösser
Kritik
kam unter anderem vom demokratischen Abgeordneten Ed Markey. Die
Untersuchung der Notfallpläne habe ergeben, dass diese veraltet und
teilweise unbrauchbar seien. In zwei der untersuchten Plänen sei die
Telefonnummer eines «seit langem verstorbenen Experten» angeführt,
kritisierte Markey.
BP und drei weitere Konzerne erwähnten in
den Dokumenten des weiteren den Schutz von Walrössern, «die seit drei
Millionen Jahren nicht mehr im Golf von Mexiko beheimatet sind».
Industrie unter Druck
Die
Anhörung könnte erheblich Einfluss darauf haben, wie künftig mit
Offshore-Bohrungen verfahren wird. Im Gespräch sind höhere Strafen und
verschärfte Sicherheitsvorkehrungen. Betroffen ist somit nicht nur BP,
sondern die gesamte Branche.
Die Ratingagentur Moody's hatte am
Montag erklärt, die schlimmste Ölpest in der US-Geschichte werde zu
einer noch nie dagewesenen Krise bei Firmen führen, die im Golf von
Mexico tätig sind. Auch internationale Auswirkungen sind denkbar, da
andere Länder geplante strengere US-Vorschriften womöglich übernehmen.
Bereits
jetzt hat die amerikanische Regierung wegen der Katastrophe
Tiefseebohrungen im Golf für sechs Monate untersagt. All das könnte zum
Rückzug von Firmen aus dem ölreichen Gebiet führen.
Obama überzeugt Amerikaner nicht
Doch
nicht nur die Ölkonzerne, auch Politiker geraten wegen des immer
schlimmer werdenen Desasters zunehmend unter Druck - allen voran
Präsident Barack Obama. Eine Mehrheit der Amerikaner ist laut Umfragen
der Ansicht, dass er sich nicht ausreichend genug eingebracht hat, um
der Katastrophe Herr zu werden.
Beobachter gingen davon aus,
dass Obama seine mit Spannung erwartete Rede zur Nation in der Nacht
zum Mittwoch dazu nutzen würde, auf solche Vorwürfe zu reagieren.
(sda/ddp)>
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17.6.2010:
BP-Chef
Tony
Hayward
redet
von
einer
"beispiellosen
Serie
von
Fehlern"
[9],
aber eigentlich gäbe es nur eines für diesen Mann:
100
mal lebenslängliche Gefängnisstrafe, weil er seine Firma nicht im Griff
hat und ein Desaster provoziert hat, das 100e von Jahren braucht, um
eliminiert zu werden.
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17.6.2010: Ölschäden durch die Erdölförderung in Urwäldern
aus: n-tv online: Bilderserie: Die absehbare Katastrophe: Das rapide
Schwinden der Urwälder; 17.6.2010;
http://www.n-tv.de/mediathek/bilderserien/wissen/Das-rapide-Schwinden-der-Urwaelder-article12372.html
[Ölindustrie in Ecuador verseucht
inzwischen flächendeckend Regenwaldgebiete]
<Auch die Ölindustrie trägt zur Zerstörung des einmaligen
Amazonas-Gebiets bei. Regelmässig kommt es in den Regenwäldern im Osten
Ecuadors zu einer Ölpest, wenn wieder mal eine Pipeline platzt. Die
Regionen der Erdölförderung sind mittlerweile flächendeckend
verseucht.>
[Öl und Gas fördern die
Urwaldvernichtung in den nordischen Urwäldern]
<Weitere Urwälder fallen der Öl- und Gasförderung, dem Bergbau und
dem
Bau von Wasserkraftanlagen zum Opfer.>
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Golf von Mexiko 17.6.2010: Fische fliehen vor dem Öl in
andere Buchten und Seichtgewässer
aus: Spiegel online: Fische fliehen vor dem Öl; 17.6.2019;
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,701215,00.html
<Durch die Umweltkatastrophe im
Golf von Mexiko verlieren Meeresbewohner ihre natürliche Umgebung:
Schwärme von Haien und anderen Fischen wandern vom offenen Meer an die
Küsten Floridas. Doch dort droht den Tieren ein qualvoller Tod.
Miami - Wissenschaftler haben an der Küste Floridas unerwarteten
Besuch entdeckt: Delfine, Haie und Rochen zeigen sich im flachen
Wasser, Krabben und andere Meeresbewohner sammeln sich dort zu
Tausenden. Die Forscher vermuten, dass die Tiere vor dem Öl im Golf
fliehen und saubere Gewässer in Küstennähe suchen.
"Ich halte es für sehr realistisch, dass die Tiere vom Ort der
Katastrophe flüchten, weil das marine Ökosystem dort im großen Umfang
zerstört worden ist", sagt Julian Gutt, Meeresbiologe am Alfred-Wegener
Institut für Polar- und Meeresforschung im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE.
"Um genau festzustellen, welche Wege die Tiere zurücklegen, wären
allerdings aufwendige Untersuchungen nötig." Es sei möglich, dass die
Ölverschmutzung die gesamte Nahrungskette von Algen bis hin zu
Wirbeltieren beschädigt hat - viele Tiere wanderten demnach aus, weil
sie keine Nahrung mehr finden. "Unser Mitleid bezieht sich oft nur auf
ölverschmierte Vögel, die an Land sichtbar sind. Dabei ist der Schaden
unter der Wasseroberfläche vermutlich viel größer", sagt Gutt.
Wissenschaftler wie der Meeresbiologe Larry Crowder von der Duke
University halten diese Entwicklung für alarmierend, denn in den
Küstengewässern wird es wohl eng für all die Flüchtlinge. Die Forscher
befürchten, dass der Sauerstoffgehalt im Wasser dadurch zu stark sinkt
und die Tiere massenweise sterben. Weitere Gefahren: Falls mehr Öl als
bisher in Richtung Küste treibt, wird der neue Lebensraum der Tiere
immer enger. "Dann sitzen sie in der Falle", befürchtet der Crowder.
Vor dem Öl sicher sind die Tiere an der Küste aber nicht: Der
Greenpeace-Meeresbiologe John Hocevar berichtet schon jetzt von
Dutzenden Delfinen in der Barataria Bay nahe Louisiana, die mit Öl
verschmiert seien. Kleinere Fische seien ihren natürlichen Feinden
hilflos ausgeliefert und könnten von Haien oder Seevögeln gefressen
werden.
Die besten Fänge seit Jahren
Leichte Beute sind die Meeresbewohner auch für Menschen: Einige
Gebiete, in die sich die Tiere geflüchtet haben und in denen die
Fischerei nicht verboten ist, haben sich paradoxerweise zum Paradies
für Fischer entwickelt. Während manche Fischereien wegen der Ölpest um
ihre Existenz fürchten müssen, berichten Fischer aus Panama City in
Florida von den besten Fängen seit Jahren.>
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Golf von Mexiko 18.6.2010: Die typischen BP-Fehler
bezüglich der explodierten Bohrinsel "Deepwater Horizon"
Die kriminelle Vereinigung BP hat im Golf von Mexiko derart viele
Fehler begangen, dass man eigentlich meinen würde, dass diese
kriminelle Firma sofort geschlossen wird. BP ist hochkriminell. Aber
lesen Sie selbst:

BP hochkriminell, Logo [10]
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aus: 20 minuten online: Die dümmsten
BP-Fehler; 18.6.2010;
http://www.20min.ch/news/dossier/oelpest/story/16651753
<Der
Ölkonzern BP steht von allen Seiten unter Beschuss, und das nicht zu
Unrecht. Im Zusammenhang mit der Ölpest hat er eine Reihe von
gravierenden Fehlern begangen.
Zahlreiche
Kommunikationspannen haben das Image von BP seit Beginn der Katastrophe
im Golf von Mexiko massiv besudelt. Daneben aber hat das Unternehmen
ganz konkrete, teils haarsträubende Unterlassungen begangen. Das
Magazin hat die «acht dümmsten Fehler» von BP zusammengefasst, die nach
Ansicht
von Experten zur Explosion der Bohrinsel «Deepwater Horizon» geführt
und sie noch verschlimmert haben, basieren auf Berichten in US-Medien:
1. Schlechter Rettungsplan: Der offizielle Plan zur
Bekämpfung eines Ölteppichs im Golf von Mexiko hat die
Einsatzbereitschaft von BP weit überschätzt und den möglichen Schaden
massiv heruntergespielt. Der vom US-Innenministerium 2009 genehmigte
Plan enthielt unter anderem den Namen eines toten Wissenschaftlers,
Teile davon wurden mit Bleistift verfasst.
2. Riskantes Sicherheitsventil:
Ein «Blowout Preventer», ein gigantisches Ventil, soll eigentlich
Katastrophen wie die Explosion auf der «Deepwater Horizon» verhindern.
Für dieses Projekt wählte BP jedoch ein Modell mit bekannten
Konstruktionsmängeln. Laut einer Untersuchung des US-Kongresses befand
sich der Preventer zudem in miserablem Zustand. Unter anderem war die
Batterie leer. Ausserdem verzichtete BP auf einen Akustik-Schalter im
Wert von 500 000 Dollar, mit dem ein leckes Bohrloch auch
bei einem Ausfall des Sicherheitsventils per Fernbedienung hätte
versiegelt werden können.
3. Fehlerhafte Rohre: Um Geld zu
sparen, entschied sich BP Tage vor der Explosion, nur eine einwandige
Stahlrohr-Verkleidung des Bohrlochs zu verwenden – im Bewusstsein, dass
dadurch das Risiko für Gasexplosionen zunimmt. Laut Bohrexperten
enthielten die Förderrohre im Bohrschacht zudem einen schweren
Konstruktionsfehler, der es fast unmöglich machte, eine effiziente
Betonversiegelung anzubringen.
4. Klare Warnsignale ignoriert:
Bevor die Arbeiter auf der Bohrinsel den letzten Betonverschluss
anbringen wollten, führten sie einige Tests auf Gaslecks durch. Dabei
wurde offenbar eine «sehr grosse Abnormität» übersehen, weshalb sie
entschieden, den schweren Bohrschlamm im Förderrohr durch leichtes
Meerwasser zu ersetzen. Dies verringerte den Druck, wodurch Gas
aufsteigen und die Explosion verursachen konnte.
5. Fehlender Sicherheitstest:
Ein Fachmann, der die Betonversiegelung begutachten sollte, wurde von
BP elf Stunden vor der Explosion nach Hause geschickt, ohne dass er den
entscheidenden Sicherheitstest durchführen konnte. Ein Vertreter von BP
soll zudem weitere Sicherheitsbedenken einfach bei Seite gewischt
haben, darunter den Austausch des Bohrschlamms durch Meerwasser.
6. Unklare Ölmengen:
BP hat die Menge des auslaufenden Öls konstant unterschätzt oder
heruntergespielt. Noch zwei Tage nach der Explosion am 20. April sagte
BP, es trete gar kein Öl aus. Drei Tage später hiess es, rund 1000
Barrel (160 000 Liter) pro Tag würden ins Meer fliessen.
Inzwischen beziffern die Experten die auslaufende Ölmenge auf bis 60
000 Barrel (9,5 Millionen Liter) pro Tag.
7. Alles immer schlimmer:
Die zahlreichen Versuche von BP, das Bohrloch zu versiegeln, haben nach
Ansicht von Experten das Problem noch verschlimmert. Die Steigleitung
sei dadurch beschädigt und der Ölfluss massiv erhöht worden. Das gelte
auch für den derzeit verwendeten Absaug-Trichter. Ein Fachmann der
Universität von Kalifornien glaubt, dass die inzwischen sogar 100
000 Barrel (16 Millionen Liter) pro Tag auslaufen könnten.
8. Fehlende Kapazitäten:
Der Trichter erlaubt es BP immerhin, einen Teil des Öls abzufangen. Nur
kann man es nicht verstauen. Ein Tanker, der anfangs dafür verwendet
wurde, konnte nur 18 000 Barrel pro Tag aufnehmen. Nun
hat BP eine spezielle Plattform über dem lecken Bohrloch in Stellung
gebracht, auf der Öl und Gas mit Luft vermischt und in grossen Mengen
verbrannt werden kann. Die Anlage soll bis Ende Juni 8,3 Millionen
Liter Öl auffangen könnten, etwa 90 Prozent der auslaufenden Menge.
(pbl)>
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Golf von Mexiko 20.6.2010: Austritt von 15,9 Mio. Litern
Öl täglich möglich
aus: n-tv online: Internes Dokument bringt BP in neue Schwierigkeiten;
20.6.2010;
http://bazonline.ch/ausland/amerika/Internes-Dokument-bringt-BP-in-neue-Schwierigkeiten/story/23633358
Ein
amerikanischer Abgeordneter hat einen bislang geheimen Bericht des
Konzerns veröffentlicht. Darin stehen brisante Daten zur Ölkatastrophe
– und womöglich der Beweis, dass BP nicht die Wahrheit sagte.
Aus dem defekten Bohrloch im Golf von
Mexiko könnte
deutlich mehr Öl austreten als bislang angenommen. Im schlimmsten Fall
könnten unter bestimmten Bedingungen bis zu 15,9 Millionen Liter pro
Tag ausfliessen, heisst es in einem internen BP-Dokument.
Dieses
Dokument wurde am Sonntag vom US-Kongressabgeordneten Ed Markey
veröffentlicht. Bislang wurde die maximal mögliche Menge von der
US-Regierung auf 9,5 Millionen Liter geschätzt.
BP erklärte, die Zahlen aus dem Dokument seien nicht relevant.
Sie
bezögen sich auf den Fall, dass das Absperr-Ventil am Bohrloch entfernt
worden wäre - was aber nicht geschehen sei. Markey hingegen sagte, das
Dokument werfe «die sehr beunruhigenden Fragen auf, was BP gewusst hat
und wann sie es gewusst haben». «Es ist klar, dass BP von Anfang an in
Bezug auf das wirkliche Ausmass des Öl-Lecks nicht ehrlich mit der
Regierung und dem amerikanischem Volk umgegangen ist», sagte der
Demokrat.
Zahlen immer grösser
Das Öl strömt seit
dem 20. April ins Meer. Damals war die BP- Bohrplattform «Deepwater
Horizon» nach einer Explosion gesunken. Anfangs hatte es geheissen, es
strömten wohl bis zu 59'000 Liter Öl pro Tag ins Meer, kurz darauf war
von bis zu 795'000 Litern die Rede.
Die Zahl hielt sich bis fast
Ende Mai, dann sprach die Regierung von bis zu 3 Millionen Litern. Ab
Mitte Juni gingen US-Experten von bis zu 6,4 Millionen Litern aus,
zuletzt war dann von 9,5 Millionen Litern die Rede. (oku/sda)>
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Golf von Mexiko 20.6.2010: Auch die Entlastungsbohrungen
haben Risiken
aus: Spiegel online: Umwelt: "Bottom Kill" unter dem Meer; 20.6.2010;
http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,700546,00.html
<Von Philip Bethge
Mit zwei Entlastungsbohrungen
will BP das Ölleck im Golf von Mexiko endlich stoppen. Doch die Methode
birgt Risiken. Das Öl könnte noch bis zum Spätherbst weitersprudeln.
Die Ingenieure hatten Glück im Unglück. Bis auf 3500 Meter unter
dem
Meeresgrund hatten sie ihre Bohrung getrieben, als plötzlich Gas und Öl
nach oben schossen. Doch eine Explosion blieb aus. 69 Arbeiter wurden
evakuiert. Alle kamen mit dem Leben davon.
Am Morgen des 21. August vergangenen Jahres geriet die Bohrung der
"West Atlas"-Bohrplattform in der Timorsee vor Australiens Nordküste
außer Kontrolle.
Zehn Wochen dauerte es, bis der Ölfluss gestoppt war. Rund 4300
Tonnen waren ins Meer gelaufen. Erst durch eine sogenannte
Entlastungsbohrung gelang es der thailändischen Betreiberfirma, so viel
Bohrschlamm in das Bohrloch zu pumpen, dass der Ölfluss versiegte.
Die Methode gilt auch den BP-Ingenieuren am Golf von Mexiko als
letzter Ausweg, um das immer noch sprudelnde Bohrloch der Ende April
havarierten Ölplattform "Deepwater Horizon" zu stopfen. Bereits seit
vorigem Monat werden zwei Entlastungsbohrungen vorangetrieben. BP-Chef Tony Hayward
gibt sich überzeugt, dass die Methode "letztendlich erfolgreich" sein
werde. Anfang August rechnet er damit, das Leck im Macondo-Ölfeld
endgültig stopfen zu können.
Doppeltes Problem
Doch unabhängige Fachleute warnen: Auch Entlastungsbohrungen
sind
riskant. "Es könnte mehr Öl austreten als zuvor, weil das Feld erneut
angebohrt wird", sagt etwa Fred Aminzadeh, Geophysiker an der
University of Southern California. Ähnlich äußert sich der Geochemiker
Ira Leifer von der University of California in Santa Barbara: "Im
schlimmsten Fall hätten wir es plötzlich mit zwei Lecks zu tun; das
Problem würde sich verdoppeln."
Leifer ist Mitglied eines von US-Präsident Barack Obama
eingesetzten Expertenteams, das die Menge des derzeit in den Golf von
Mexiko strömenden Öls abschätzen soll. Fast täglich korrigieren die
Geoforscher ihre Schätzung nach oben.
Die letzten Bemühungen von BP, den Ölfluss zu stoppen, hätten
die
Situation sogar noch verschlimmert, sagt Leifer. So hatten die
Ingenieure versucht, das Leck von oben abzudichten ("Top Kill"). Dies
sei jedoch gescheitert und habe das Bohrloch noch vergrößert, so
Leifer. Nun ströme das Öl fast ungebremst nach oben.
Die meisten Experten gehen deshalb inzwischen davon aus, dass
die
Entlastungsbohrungen trotz ihrer Risiken die letzte Chance sind. Das
Prinzip des Verfahrens klingt simpel: Die Ingenieure bohren senkrecht
in die Tiefe, dann schräg auf das außer Kontrolle geratene Bohrloch zu.
Haben sie es erreicht, bohren sie es von der Seite an und pumpen große
Mengen schweren Bohrschlamms hinein. Die Masse füllt die Bohrung von
unten auf und wirkt schließlich wie ein Stöpsel. Am Ende wird das
Bohrloch wie ein kariöser Zahn mit Zement verschlossen. "Bottom Kill"
heißt das Verfahren (siehe Grafik in der Fotostrecke).
Schlechte Erfahrungen mit Entlastungsbohrungen
Doch was einfach klingt, war in der Vergangenheit nicht immer
leicht
zu bewerkstelligen. Die Katastrophe in der Timorsee etwa endete mit
einem Debakel. Fünf Versuche waren nötig, um das Bohrloch im Untergrund
überhaupt zu finden. Kurz vor Schluss ging die "West
Atlas"-Bohrplattform doch noch in Flammen auf.
Auch ein anderer Fall ist ein Menetekel für BP. Im Juni 1979
verloren Ingenieure der mexikanischen Ölgesellschaft Pemex ebenfalls im
Golf von Mexiko die Kontrolle über die Explorationsbohrung Ixtoc I. Wie
jetzt im Fall der "Deepwater Horizon"-Katastrophe setzten Experten auch
damals zwei Entlastungsbohrungen.
Die erste war bereits Ende November fertig. Dennoch konnte das
Öl
erst im März 1980 abgewürgt werden, mehr als neun Monate nach dem
Unglück. 480.000 Tonnen waren ins Meer geflossen - die bislang
zweitgrößte Ölkatastrophe.
Wiederholt sich die Geschichte? Auch das Macondo-Ölfeld könnte
noch
weit über den von BP angepeilten August-Termin hinaus unkontrolliert
sprudeln. Mit weiteren "vier bis fünf Monaten" rechnet der
Pemex-Direktor Carlos Morales, der BP derzeit technisch berät. Auch
Leifer glaubt, dass sich die Katastrophe am Meeresgrund "bis zum
Spätherbst" hinziehen könnte.
Zwar haben die BP-Techniker eine der Entlastungsbohrungen
bereits
zwei Drittel des Weges in die Tiefe getrieben. Besonders schwierig sei
es jedoch, mitten im Gestein "das außer Kontrolle geratene Bohrloch zu
finden", sagt David Rensink, designierter Präsident der American
Association of Petroleum Geologists.
"Es geht darum, 4000 Meter unter dem Meeresgrund ein Bohrloch
von
etwa 18 Zentimeter Durchmesser zu treffen", sagt Rensink. Dieses beim
ersten Versuch zu schaffen, gleiche einem "Lotteriegewinn".
Stattdessen müssten die Ingenieure den Bohrkopf vermutlich
mehrfach
ein Stück zurückfahren, um die Richtung zu korrigieren, prophezeit
Rensink: "Wenn sie es in drei oder vier Versuchen schaffen, können sie
sich sehr glücklich schätzen."
"Man will ja nicht dasselbe Desaster noch einmal erleben"
Vor allem aber bereitet ihm Sorge, dass BP mit den Entlastungsbohrungen
in genau jene Gesteinsformation vordringt, deren extreme Druck- und
Temperaturverhältnisse den Unfall vom April begünstigten. Mit Gasblasen
und strömendem Öl müssen die Profis in der Tiefe rechnen. "Jede
Entlastungsbohrung muss vorsichtiger durchgeführt werden als die
ursprüngliche Bohrung", warnt Donald Van Nieuwenhuise von der
University of Houston, "man will ja nicht dasselbe Desaster noch einmal
erleben."
Trotz der Hindernisse sind sich die meisten Bohrgeologen
allerdings
einig: Am Ende wird BP mit der Methode Erfolg haben. "Ich habe noch nie
erlebt, dass das überhaupt nicht geklappt hat", sagt Van Nieuwenhuise.
Den BP-Ingenieuren stehe sehr gute Technik zur Verfügung. So ist ein
moderner Bohrstrang mit Sensoren gespickt, die ständig das umliegende
Gestein scannen. Es lässt sich problemlos um die Ecke bohren. Die
Spezialbohrschlämme sind so schwer, dass sie selbst unter höchstem
Druck stehendem Öl standhalten können. "Letztendlich wird die Methode
den Ölfluss stoppen", glaubt daher auch Rensink, "die Frage ist nur,
wann genau das sein wird."
Denn neben technischen Widernissen könnten auch drohende
Unwetter
einen schnellen Erfolg verhindern. Anfang Juni hat im Golf von Mexiko
die Hurrikan-Saison begonnen. Sie soll in diesem Sommer besonders
schwer ausfallen. Und bei starken Stürmen müssen die Bohrungen
unterbrochen werden.>
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Nordsee 23.6.2010: Leck in dänischer Ölplattform
verursacht 6 km2
grossen Ölteppich - EU will Bohrungen prüfen
aus: n-tv online: Panorama: EU will Bohrungen prüfen: In Nordsee läuft
Öl aus; 23.6.2010;
http://www.n-tv.de/panorama/In-Nordsee-laeuft-Oel-aus-article936186.html
<Durch ein Leck einer dänischen Ölplattform ist Öl in die Nordsee
gelaufen. Das Leck sei behoben, eine etwa sechs Quadratkilometer großer
Ölteppich treibe auf dem Wasser. Die EU-Kommission kündigt an, die
Praxis der Bohrungen in der Nordsee überprüfen zu wollen.
Aus einer dänischen Öl-Plattform in der Nordsee ist Öl ins Meer
gelaufen. Das Leck sei mittlerweile aber wieder geschlossen, das Öl
werde die Küste wohl nicht erreichen, teilte die Umweltschutzbehörde in
Kopenhagen mit.
Der Ölteppich habe eine Größe von sechs Quadratkilometern, etwa
820
Barrel Öl (1 Barrel = 159 Liter) seien ausgetreten. Der Bohrturm der
dänischen Fracht- und Ölgesellschaft A.P. Moller-Maersk arbeitet im
Auftrag des staatlichen Unternehmens DONG Energy.
EU prüft Öhlbohrungen
Die EU-Kommission erwägt derweil strengere Sicherheitsauflagen
für
Bohrungen in der Nordsee. Derzeit prüft Energiekommissar Günther
Oettinger angesichts der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko die
Notfallpläne der in der Nordsee tätigen Ölkonzerne und nimmt die
Haftungsregeln für mögliche Unfälle unter die Lupe. "Sollten wir
Schwachstellen finden, werden wir sie beseitigen", sagte eine
Sprecherin der Kommission.
Oettinger hat die Manager der in der Nordsee aktiven Ölkonzerne
für
den 14. Juli nach Brüssel eingeladen. Im Herbst könnte die Kommission
dann konkrete Gesetzesvorschläge machen. "Ich will sicherstellen, dass
die notwendigen Gesetze da sind und angewendet werden", hatte Oettinger
gesagt. Die Industrie müsse alles tun, um einen ähnlichen Unfall zu
vermeiden. Nach Kommissionsangaben stehen in der Nordsee rund 400
Ölförderanlagen. Bislang ist es Sache der Mitgliedsstaaten, die
Arbeiten auf den Bohrinseln zu kontrollieren.
Auch das EU-Parlament macht Druck. Die Abgeordneten haben einen
europäischen Entschädigungsfonds gefordert, aus dem im Ernstfall
Schäden beglichen werden können. Dieses Thema ist nicht neu: Bereits
vor Jahren war nach der großen Havarie des Tankers "Erika" ein solcher
Fonds im Gespräch, wurde aber nie eingeführt.
rts/dpa>
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Golf von Mexiko 23.6.2010: Unterwasser-Roboter beschädigt
die Auffangkappe
aus: Blick online: Neue BP-Pannen im Golf von Mexiko: Auffang-Kappe
defekt - Helfer kamen ums Leben; 23.6.2010;
http://www.blick.ch/news/ausland/auffang-kappe-defekt-helfer-kamen-ums-leben-149723
<Washington - Die Kappe, die das ausströmende Öl im Golf von Mexiko
auffangen sollte, ist defekt. Ein Unterwasser-Roboter ist mit ihr
zusammengestossen. Zugleich kamen zwei Helfer ums Leben.
Neue Panne im Kampf gegen die Ölpest im Golf von Mexiko: Wegen
technischer Probleme habe BP heute das Auffangen des Öls unterbrochen,
teilte der Einsatzleiter der US-Regierung, Admiral Thad Allen, mit.
Es
gebe Probleme mit einer Abzugsöffnung der Kappe, nachdem anscheinend
einer der Unterwasser-Roboter mit ihr zusammengestossen sei, sagte der
Admiral. Nun könnten sich Kristalle bilden, die die Auffangvorrichtung
verstopfen könnten.
Ähnliche Schwierigkeiten hatten bereits vor
Wochen einen der ersten Versuche zunichtegemacht, das ausströmende Öl
direkt über der Quelle aufzufangen.
Helfer erschossen?
Zudem
kamen heute zwei Helfer ums Leben. Eines der beiden Todesopfer sei bei
einem Schwimmunfall ertrunken. Der andere Mann habe eines der
eingesetzten Privatboote gesteuert, sagt Allen. Dem US-Fernsehsender
CNN zufolge gibt es Berichte, nach denen der Helfer durch einen Schuss
ums Leben kam.>
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Golf von Mexiko 2.7.2010: Hochkriminelle BP schüttet
einfach Sand auf die ölverseuchten Strände
aus: http://www.20min.ch/news/ausland/story/21113699, Bilderstrecke
Die Firma BP treibt ihre Kriminalität am Golf von Mexiko nun auf die
Spitze. Zeugen berichten am 2.7.2010, dass BP einfach Sand über die
ölverseuchten Strände schüttet.

Golf von Mexiko 2.7.2010: Augenzeugen berichten, BP schütte an gewissen
Stränden einfach Sand über das Öl [11]
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Nigeria 5.7.2010: <Pipelines, Diebstahl, Sabotage: Die
ganz alltägliche Ölpest [seit 50 Jahren]
Die Strände von Nigeria sind seit Jahrzehnten mit Öl verseucht. Das
Land hat seit 50 Jahren die Ölpest.
aus: 20 minuten online; 5.7.2010;
http://www.20min.ch/news/ausland/story/20971159
von Jon Gambrell, AP
- Während die Welt gebannt auf die BP-Katastrophe im Golf von Mexiko
starrt, gehört die Ölpest in Nigeria seit 50 Jahren zum Alltag. Wer ist
verantwortlich?
Wie
Blutspuren ziehen sich die braunen Flecken den einsamen Strand beim
Fischerdorf Iwuo-Okpom entlang. Erdöl treibt die Wirtschaft Nigerias an
und macht seine Strände kaputt. Regelmässig schwappt es an Land, sagen
die Dorfbewohner, ruiniert ihren Fang und ihren kargen Lebensunterhalt.
Wie Blutspuren
ziehen sich die braunen Flecken den einsamen Strand beim Fischerdorf
Bodo entlang.
Während die Weltöffentlichkeit gebannt auf die BP-Katastrophe im
Golf von Mexiko starrt, gehört die Ölpest in Nigeria zum Alltag. Seit
50 Jahren fördern hier ausländische Konzerne das leicht zu
raffinierende nigerianische Öl. Nach Schätzung von Umweltschützern sind
seither zwei Milliarden Liter davon ins Nigerdelta geflossen - das ist
ungefähr einem Tankerunglück wie bei der «Exxon Valdez» jährlich
vergleichbar.
Schwarzes Rohöl verpestet die Sümpfe, die Mangroven
und Wasserläufe im Nigerdelta, ein Gebiet etwa so gross wie Portugal.
Doch wer ist verantwortlich, wer müsste saubermachen? Die Antworten
sind so trübe wie das Wasser.
6800 Ölunfälle in 25 Jahren
«Sie
zahlen, wenn in ihrem eigenen Land etwas ausläuft. Alle diese Ölfirmen
kommen aus Ländern der Weissen», sagt Pastor Samuel Ayadi, der für die
Fischer spricht. «Aber in unserem Land, da lassen sie die Fischer
leiden.»
Nigerias Aufstieg zur Ölmacht begann 1956 mit der ersten
erfolgreichen Bohrung von Royal Dutch Shell im Nigerdelta. Andere
Konzerne folgten, darunter Chevron und Exxon Mobil, Total und Eni. Alle
arbeiten mit der staatlichen nigerianischen Ölgesellschaft zusammen.
Die
OPEC beziffert die tägliche Fördermenge auf zwei Millionen Barrel. Nach
amtlichen Angaben gab es in Nigeria von 1976 bis 2001 6800 Ölunfälle,
bei denen fast 500 Millionen Liter beziehungsweise drei Millionen
Barrel Öl ausliefen. Umweltschützern zufolge ist darin noch nicht die
Menge enthalten, die in entlegenen und gefährlichen Gebieten sowie bei
Überfällen Radikaler austritt, die ein grösseres Stück des Kuchens für
die Deltaregion fordern.
«Alles wird schwarz»
Von Iwuo-Okpom aus, einem
Küstenort mit 7000 Einwohnern, ist am Horizont eine winzige Flamme zu
sehen: eine Bohrinsel von Exxon Mobil. Hier an der Atlantikküste kam es
im Januar 1998 zu einem der schwersten Ölunfälle Nigerias, als aus
einer geborstenen Mobil-Pipeline sechs Millionen Liter ins Meer liefen.
Der Ölteppich breitete sich bis zur 200 Kilometer entfernten
Millionenstadt Lagos aus.
Tade Amuwa räuchert in Iwuo-Okpom
Fische. Die in Ortsnähe gefangenen liessen sich schlecht verarbeiten,
klagt die 35-Jährige. «All das Zeug, alles wird schwarz», sagt sie und
zeigt auf öldurchtränktes Treibholz und mickrige, verfärbte Fische.
Die
nigerianische Tochterfirma von Exxon Mobil erklärt, sie habe Ölflecken
der letzten Zeit mit Lösungsmitteln besprüht, doch sei
«bedauerlicherweise etwas Öl an die Küstengebiete gelangt». Auch seien
den Einheimischen Arbeitsverträge angeboten worden, beim Säubern zu
helfen. Die Dorfältesten sagen, sie wüssten nichts davon.
Keine Vögel, keine Fische
Über 7000 Kilometer
Pipelines laufen durch das Delta, manche jahrzehntealt, verrostet und
anfällig. Nicht alle Öllecks sind den Konzernen anzulasten. Seit 2006
greifen militante Gruppen die Leitungen an, verschleppen Ölarbeiter und
kämpfen gegen Regierungssoldaten. Aus Furcht vor Überfällen und
Entführungen zögern die Firmen, Personal zu den Lecks zu schicken.
Häufig sind die Beschäftigten auf die Bohrinseln oder militärisch
bewachte Unterkünfte beschränkt.
Im Ogoniland probten die
Einheimischen in den 90er Jahren den Aufstand und verjagten die
Ölfirmen. Doch immer noch verlaufen Shell-Pipelines durch das
Sumpfgebiet im Delta. In Bodo City im Ogoniland triefen bei Ebbe die
freiliegenden Mangrovenwurzeln vor Öl. Es gibt keine Vögel am Himmel,
keine Fische im Wasser. «Die sind eingegangen», sagt Mike Vipene, ein
Jugendvertreter des Orts. «Die kommen nicht wieder.»
Raffinerie im Busch
Die Einheimischen geben einer
lecken Shell-Pipeline die Schuld. Das Unternehmen möchte sich zu
Einzelfällen nicht äussern. Einem Umweltbericht der Firma zufolge waren
nahezu alle Fälle austretenden Öls vergangenes Jahr, über 15 Millionen
Liter, auf Sabotage zurückzuführen.
In entlegenen Gegenden werden
Pipelines öfters von kriminellen Banden angezapft. Amtlichen
Schätzungen zufolge stehlen sie bis zu 15 Prozent des Öls aus dem
Delta. Es wird für den Schwarzmarkt verschifft oder gleich im Busch
raffiniert und am Strassenrand als Treibstoff verscherbelt. Das Motiv
der Diebe ist ganz einfach, sagt Young Kibara von der Bewegung für das
Überleben des Ogoni-Volks: «Armut - jeder will überleben.»
Vom Konflikt zur Krise zum Krieg
Im Gegensatz zu den
Diebstählen haben die Überfälle in den vergangenen Monaten nach einem
Amnestieangebot der Regierung nachgelassen. Der neue Präsident Goodluck
Jonathan stammt selbst aus dem Delta und hat versprochen, sich
vorrangig um eine Friedenslösung zu kümmern. Doch die Amnestie scheint
an Zugkraft zu verlieren, und die vom Öl Betroffenen verlangen
weiterhin Entschädigung.
Der Dorfvorsteher von Iwuo-Okpom, Okon
Sunday, verlangt von Exxon Mobil Milliardensummen für seine Gemeinde.
Wenn die Entschädigungsforderungen nicht ernst genommen würden, werde
das unausweichlich zu Gewalt führen, warnt er: «Da wird ein Konflikt
zur Krise, eine Krise zum richtigen Krieg.»>
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16.07.2010: Die Ölschäden in der ganzen Welt werden zum
Teil vergessen
aus: Spiegel online und Manager-Magazin: Ölpest: Big Oil und die
vergessenen Lecks; 16.7.2010;
http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,706955,00.html
<Von Kai Lange
Jiri
Rezac / GreenpeaceBP hat eine Stahlglocke über dem Leck im Golf von
Mexiko platziert - und meldet erstmals einen Etappensieg im Kampf gegen
die Ölpest. Unterdessen laufen weltweit große Mengen Öl und Gas
unkontrolliert aus - und vergiften seit Jahren die Umwelt, weil sich
kaum jemand für diese Lecks interessiert.
Hamburg - "Alle
hoffen, dass BP das Ölleck endlich schließt", sagt Christian Bussau.
Der Teamleiter für Sonderprojekte bei Greenpeace Deutschland verfolgt
die Tests der Stahlglocke über dem Ölleck im Golf von Mexiko
erwartungsvoll. "Die spannende Frage ist, ob BP es schafft, auch auf
die öffentliche Diskussion einen Deckel zu setzen und aus den
Schlagzeilen zu kommen."
Bussau spricht aus Erfahrung. Seit
15 Jahren ist er mit Kollegen der Umweltschutzorganisation Greenpeace
an Orten unterwegs, wo Öl oder Gas in großen Mengen unkontrolliert
austritt - und Abhilfe nicht in Sicht ist, weil es kaum öffentlichen
Druck auf die vor Ort verantwortlichen Förderunternehmen gibt.
Um
die Folgen dieser chronischen Umweltvergiftung zu besichtigen, müsse
man nicht erst nach Westafrika in das berühmt-berüchtigte Nigerdelta
fahren, wo auslaufendes Öl seit Jahrzehnten das einst fruchtbare Land
zerstört. Im kanadischen Alberta, wo sämtliche Big Player der
Ölindustrie aktiv sind, sind durch den Abbau der Ölsande riesige
Giftseen und tote Flächen entstanden. In Westsibirien laufen jährlich
laut Schätzungen von Umweltorganisationen mehr als 600.000 Barrel Öl
aus dem maroden Pipeline-Netz aus, das Öl unter anderem nach
Deutschland bringt.
Auch vor der deutschen Küste gehört
Umweltverschmutzung zum Tagesgeschäft: "Die rund 400 Förderplattformen
in der Nordsee stehen in einem Ölteppich - das gehört zum
Normalbetrieb", sagt Bussau. Mitten in der Nordsee, östlich von
Schottland, findet sich zudem eine der größten Methangasquellen
Europas: "Die Folgen eines Blowouts. Hier tritt seit 20 Jahren Gas
aus", sagt Bussau. Die einzige Chance, diesen Prozess weltweit zu
stoppen, seien schärfere Auflagen und regelmäßige Kontrollen. Doch
danach sieht es derzeit noch nicht aus, wie eine Tour durch zahlreiche
Förderstätten zeigt.>
<2. Teil: Westsibirien: Öl für
Deutschland fließt durch marode Pipelines
http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,706955-2,00.html
Der
Großteil der Öl- und Gasexporte Russlands werden in Sibirien gefördert
- auf einer Fläche, die mehr als 20-Mal so groß ist wie die
Bundesrepublik. Doch das riesige Pipeline-Netz, durch das das Öl nach
Deutschland und Westeuropa fließt, ist marode: Mehr als 100.000 Tonnen
Rohöl pro Jahr laufen nach Schätzungen von Greenpeace allein durch die
amtlich registrierten Havarien und Pipeline-Brüche aus. Die
Dunkelziffer dürfte weitaus höher sein.
"Es ist ein riesiges,
veraltetes Netz. Russland hat das Problem zwar erkannt, die Altlasten
aber noch lange nicht bewältigt", sagt Bussau. Die veralteten Leitungen
halten die extremen Temperaturschwankungen in der Region nicht aus:
Immer wieder reißen Schweißnähte, so dass regelmäßig "ganze
Landschaften in Öl stehen", berichtet der Greenpeace-Mitarbeiter.
Der
BP-Konzern ist gemeinsam mit dem russischen Ölförderer TNK in der
Region aktiv. TNK-BP ist nach Rosneft und Lukoil der drittgrößte
Ölkonzern in Russland. Man setze neue Technologien ein, um den Zustand
der Leitungen zu verbessern, heißt es bei TNK-BP. Die Zahl der Lecks
sei in den vergangenen fünf Jahren stark zurückgegangen. Nach
Einschätzung von Bussau bleibt jedoch noch viel zu tun: Allein in den
Samotlor-Ölfeldern in Westsibirien, die zu den größten der Welt zählen,
müssten noch Tausende Kilometer Pipelines ausgetauscht werden. "Seit 60
Jahren wird dort Öl gefördert, und seit 60 Jahren läuft dort Öl
aus.">
3. Teil: Ölsande in Kanada: Das
schmutzigste Öl der Welt
http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,706955-3,00.html
Der
US-Kongress hat BP-Chef Tony Hayward bei einer Anhörung in Washington
wegen der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko an den Pranger gestellt.
Doch auch den schärfsten Kritikern war bewusst, dass die USA noch viele
Jahre vom Öl abhängig bleiben werden und die großen Energiekonzerne in
der Vergangenheit kaum kontrolliert wurden. Während die Abgeordneten BP
beschimpfen, treibt die US-Regierung den Bau einer weiteren Pipeline
von Texas nach Alberta voran: Dort, im westlichen Kanada, werden durch
den Abbau von ölhaltigen Sanden täglich riesige Mengen Treibhausgase
und giftige Abwasser freigesetzt.
Von Kanada bis zur Nordsee: Wo Öl weltweit unbeachtet ausfließt
"Die
Ölsande in Kanada haben für die USA strategische Bedeutung. Sie bieten
die zweitgrößten Ölreserven der Welt, alle Big Player der Ölindustrie
sind dort aktiv", sagt Christoph van Lieven, Ölexperte bei Greenpeace.
Das Öl muss in einem aufwendigen Verfahren zunächst mithilfe von heißem
Wasser aus dem Sand ausgewaschen werden: Bei dem Verfahren entstehen
pro Tag 300 bis 500 Millionen Liter Produktionsabwässer, von denen rund
elf Millionen Liter im Boden versickern, schätzt von Lieven. Bei der
Ölgewinnung aus Ölsand werden zudem große Mengen Treibhausgase frei.
Nach Einschätzung von Umweltverbänden ist das aus Ölsand gewonnene Öl
das "schmutzigste Öl der Welt".
Rund um die Förderstätte Fort
McMurray sind aus der Luft riesige Seen aus toxischen Abwässern zu
besichtigen, die Tierwelt ist nach Angaben von Greenpeace bereits zu 80
Prozent reduziert. Vogelscheuchen sollen die verbliebenen Vögel von den
Fördergebieten fernhalten. Obwohl die Ölgewinnung aus Sand auch für die
Fördergesellschaften vergleichsweise teuer ist, bleiben sie vor Ort
aktiv: "Für den Börsenwert eines Ölkonzerns spielt die Höhe der
Reserven eine wichtige Rolle ", sagt van Lieven. In Kanada sei
inzwischen ein Industriegebiet von der Größe Englands entstanden. "Wenn
der Abbau der Ölsande so weitergeht, wird Kanada in fünf Jahren das
Land mit dem höchsten CO-2-Ausstoß der Welt sein.">
<4. Teil: Nigerdelta: Shell und
die Umweltkatastrophe in Südnigeria
http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,706955-4,00.html
Seit
50 Jahren wird in der einst fruchtbaren Region des Nigerdeltas im Süden
Nigerias Öl gefördert. Einer der wichtigsten Akteure vor Ort ist der
Shell-Konzern. Seit Jahren läuft aus dem maroden, 6000 Kilometer langen
Pipeline-Netz immer wieder Öl aus. Hinzu kommen Sabotageakte
unterschiedlicher Rebellengruppen: Sie zapfen Ölleitungen an oder
sabotieren Pipelines, teils aus Protest gegen die Ölförderung, die den
Fischern die Lebensgrundlage zerstört hat, und teils aus anderen
politischen Motiven.
Nach Schätzungen von Umweltorganisationen
verschmutzen pro Jahr rund 13 Millionen Barrel auslaufendes Öl das
Nigerdelta - das entspricht etwa der Menge Öl, die 1989 aus der Exxon
Valdez ins Meer auslief, als der Tanker vor Alaska auf ein Riff lief.
Shell versucht inzwischen, die Lage schon aus eigenem Interesse zu
stabilisieren. Doch ein großer Teil des Geldes, das der Ölkonzern an
die Regierung zahlt, versickert in den Taschen korrupter
Regierungsbeamter wie das Öl im Boden des Deltas. Die Region wird sich
nach Einschätzung von Greenpeace von 50 Jahren chronischer
Verschmutzung kaum erholen können.
"So lange es nichts oder so
gut wie nichts kostet, die Umwelt zu verschmutzen, wird sich kaum etwas
ändern", sagt Greenpeace-Aktivist van Lieven. Kosten durch
Umweltschäden hätten in der Kalkulation der Förderkonzerne bislang nur
einen verschwindend geringen Anteil. Während die Kosten für BP durch
die Ölpest im Golf von Mexiko immens ausfallen dürften, habe Shell in
Nigeria bislang nur wenig zu befürchten: Die meisten
Schadensersatzforderungen hat der Konzern bislang erfolgreich
abgewehrt.>
<5. Teil: Nordsee: Ölschwaden
und der vergessene Blowout
http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,706955-5,00.html
Das
Wort "Blowout" erreichte erst durch den Untergang der Deepwater Horizon
und die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko traurige Berühmtheit. Doch
bereits 1990 sorgte die englische Ölfirma Mobil North Sea Limited
mitten in der Nordsee für einen Blowout, als sie auf der Suche nach Öl
eine unter Überdruck stehende Gasblase anstach. "Der Überdruck entlud
sich durch das Bohrgestänge, doch die Bohrinsel ist damals im Gegensatz
zur Deepwater Horizon nicht explodiert", berichtet Greenpeace-Experte
Bussau. Die Bohrungen wurden sofort eingestellt, die Bohrinsel
abgezogen - und seit 20 Jahren strömen gewaltige Mengen Methan aus dem
unverschlossenen Leck am Meeresgrund aus.
Nachfolger der
Mobil-Organisation wurde im Dezember 1999 der Ölkonzern Exxon. Die
britische Regierung hat die Untersuchung des Gaslecks bereits vor
Jahren eingestellt - es bestehe keine Gefahr für die Umwelt, heißt es.
Doch aus diesem Bohrloch entweichen nach Berechnungen des Instituts für
Meereswissenschaften an der Uni Kiel etwa 25 Prozent des gesamten
Methanausstoßes der Nordsee.
"Es ist eine der größten
Methangasquellen Europas. In den Seekarten sind entsprechende
Warnhinweise eingezeichnet", berichtet Bussau. Während Verbraucher
versuchten, die CO-2-Belastung durch umweltbewusstes Verhalten zu
senken, ströme dort das als Treibhausgas weitaus wirksamere Methan
weiterhin ungehindert aus.
Methangas ist unsichtbar. Deutlich
sichtbar sind jedoch die Ölschlieren, die sich um die rund 400
Ölförderplattformen in der Nordsee legen. Seit 1995 überfliegt Bussau
regelmäßig die Förderanlagen in der Nordsee, zuletzt im Mai 2010. "Die
Plattformen stehen bei ganz normalem Betrieb in einem Ölteppich - denn
nachdem das geförderte Gemisch aus Öl, Wasser und Gas getrennt worden
ist, wird das ölhaltige Restwasser wieder abgelassen." Eine bessere
Filterung wäre für die Fördergesellschaften aufwendig und teuer.
Solange es keine entsprechenden Auflagen gebe, sei eine chronische
Verschmutzung der Umwelt die günstigere Lösung.>
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China 21.7.2010: Ölteppich im Gelben Meer nach Explosion
einer Ölpipeline in Dalian
aus: Basler Zeitung online: Der Ölteppich im Gelben Meer breitet sich
aus; 21.7.2010;
http://bazonline.ch/ausland/asien-und-ozeanien/Der-lteppich-im-Gelben-Meer-breitet-sich-aus/story/13048880
<Hunderte
Boote nehmen nach der Pipeline-Explosion im chinesischen Hafen von
Dalian an den gefährlichen Säuberungsaktionen teil. Im Hafengebiet
spielen sich dramatische Szenen ab.
Im
Nordosten von China bedroht ein 430 Quadratkilometer grosser Ölteppich
Meerestiere und Strände. Das Büro für Maritime Sicherheit in der
Hafenstadt Dalian warnte am Mittwoch vor einer grossen Gefahr für die
Wasserqualität im Gelben Meer. Auslöser der Umweltkatastrophe war eine
Pipeline-Explosion vor fünf Tagen.
Hunderte Boote nahmen an den
Säuberungsaktionen teil. Dabei wurde ein 25-jähriger Feuerwehrmann
getötet, als eine Welle ihn über Bord spülte. Strände in der Nähe von
Dalian wurden geschlossen, als das erste Öl die Küste erreichte, wie
die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Die
Umweltschutzorganisation Greenpeace veröffentlichte Fotos, die
ölverschmierte Felsbrocken an Stränden und Einsatzkräfte bei der Arbeit
zeigten.
Säuberungsarbeiten dürften länger dauern
Wie
viel Öl genau austrat, war nicht bekannt. Das staatliche Fernsehen
berichtete von einer Schätzung von 1500 Tonnen, was etwa 1,5 Millionen
Liter entsprechen würde. Obwohl sich der Ölteppich weiter ausbreitete,
erklärten die Behörden, es laufe kein Öl mehr ins Meer.
Das
ausgetretene Öl solle innerhalb von fünf Tagen aufgenommen werden,
sagte der stellvertretende Bürgermeister von Dalian, Dai Yuli, am
Dienstag der Xinhua. Ein Vertreter der Meeresbehörde erklärten dagegen,
es dürfte schwierig sein, die Säuberungsarbeiten in der doppelten Zeit
abzuschliessen.
Ursache unklar
Der Auslöser der
Pipeline-Explosion war unklar. Am Freitagabend schossen bis zu 30 Meter
hohe Flammen in die Luft. Die Feuerwehr benötigte mehr als 15 Stunden,
um den Brand zu löschen. Der Hafen von Dalian ist der zweitgrösste für
Rohölimporte in China. (jak/dapd)>
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Golf von Mexiko 23.7.2010: Alarmsignale der "Deepwater
Horizon" waren ausgeschaltet, damit niemand in der Nacht geweckt würde
Die Verantwortungslosigkeit und Arroganz bei der Ölförderung scheint
wirklich zum Kotzen, wenn man den folgenden Artikel liest. Es wird
einfach alles in Kauf genommen, und die Arbeiter sollen dabei ruhig
schlafen, statt dass eine Nachtwache organisiert würde, die abschätzt,
ob ein Alarm ein Fehlalarm ist oder nicht. Aber lesen Sie selbst:
aus: n-tv online: Alarm auf Plattform manipuliert; 23.7.2010;
http://www.n-tv.de/panorama/Alarm-auf-Plattform-manipuliert-article1116726.html
<Die Arbeiter sollten nicht schon „um drei Uhr morgens“
durch einen
Fehlalarm geweckt werden. Deshalb schalten Manager auf „Deepwater
Horizon“ die Alarmsignale aus – und die BP-Bohrinsel im Golf von
Mexiko
versinkt nach einer Explosion im Meer. Derzeit naht ein Tropensturm und
zwingt zum Abbruch der Arbeiten am lecken Bohrloch.
Auf der im Golf von Mexiko nach einer Explosion versunkenen
Bohrinsel „Deepwater Horizon“ wurde offenbar schon Monate vor dem
Unglück ein wichtiger Alarm
deaktiviert. Bei einer Anhörung in New
Orleans zur Klärung der Unglücksursache sagte der leitende
Elektrotechniker der Bohrinsel, Mike Williams, Manager auf der
Plattform hätten die Alarmsignale ausschalten lassen, damit die
Arbeiter nicht „um drei Uhr morgens“ durch einen Fehlalarm geweckt
würden.
Die vom britischen Erdölkonzern BP betriebene Bohrinsel war am
20.
April nach einer Explosion gesunken und hatte die größte Ölkatastrophe
in der Geschichte der USA ausgelöst. Bei der Explosion kamen elf
Arbeiter ums Leben.
Die Sensoren des
Alarms, der vor Feuer oder einer hohen
Konzentration giftiger oder explosiver Gase warnt, hätten zwar
funktioniert, die Alarmsignale seien aber blockiert worden, sagte der
Techniker. Er habe dies vor einem Jahr zum ersten Mal
bemerkt.>
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Golf von Mexiko 23.7.2010: BP-Schweine wollen den
Wissenschaftlern einen
Maulkorb umhängen - krimineller geht es nicht mehr
BP spielt sich weiterhin wie eine Weltregierung auf. Aber irgendwann
ist es genug der Manipulationen im Erdölgeschäft. Die
BP-Verantwortlichen werden als Schweine erkannt, und gehören eigentlich
in den Zoo, aber sicher nicht in die Führungsetage einer Weltfirma. Da
wollten die Verantwortlichen von BP Forscher anstellen, aber die
Untersuchungsergebnisse sollten so lange geheimgehalten werden, bis die
"US"-Regierung den Schadenersatz festgelegt hat. Schlimmer gehts
nimmer, und deswegen ist die Formulierung "BP-Schweine" legitim.
Und: Es ist anzunehmen, dass die Praktiken bei BP kein Einzelfall sind,
sondern dass andere Ölkonzerne in gleicher Manier verfahren. Man kann
als Konsument nur noch eines tun: sich von allen Erdölprodukten
lossagen, Solaranlage und Erdwärme einrichten, Velo fahren, so wenig
wie möglich Plastik kaufen etc. Die Erdölfirmen müssen von der Welt
verschwinden, und es müssen Ersatzprodukte her. Aber lesen Sie selbst,
wie BP nun auch die Wissenschaft manipulieren will:
aus: n-tv online: Panorama: Angst vor Schadenersatz-Forderungen: BP
unterwandert US-Universitäten; 23.7.2010;
http://www.n-tv.de/panorama/BP-unterwandert-US-Universitaeten-article1117246.html
BP soll wegen der Ölpest im Golf von Mexiko Wissenschaftler angeheuert
haben, sie jedoch zum Schweigen über ihre Forschungsergebnisse
verpflichten - bis die US-Regierung die Höhe des Schadenersatzes
festgelegt hat. Der britische Öl-Konzern dementiert.
Angesichts erwarteter Klagen wegen der Ölpest im Golf von Mexiko
soll der britische BP-Konzern versucht haben, das Schweigen von
Experten zu erkaufen. Hier habe ein Großunternehmen umfassend versucht,
sich Stillschweigen zu sichern, sagte Cary Nelson vom Amerikanischen
Verband der Professoren im britischen Rundfunksender BBC.
Von BP angebotene Verträge verlangen laut BBC von
Wissenschaftlern,
dass sie ihre Forschungen im Auftrag des Konzerns nicht
veröffentlichen. Sie dürften zudem über die enthaltenen Daten
mindestens drei Jahre lang nicht sprechen - oder jedenfalls bis zu dem
Zeitpunkt nicht, an dem die US-Regierung die Schadenersatzzahlungen
wegen der Katastrophe abschließend festlege.
Reihenweise Experten unter Vertrag
An Universitäten entlang der Golfküste seien reihenweise
führende
Wissenschaftler von BP-Vertretern angesprochen worden, berichten
US-Medien. Für Beratertätigkeiten neben ihrer Arbeit an den Hochschulen
bietet der Ölkonzern demnach 250 Dollar - pro Stunde. Im Gegenzug
verpflichten sich die Unterzeichner, auch vor Gericht keine
Forschungsergebnisse preiszugeben.
"Es geht BP nicht darum, dass wir für sie aussagen, sondern dass wir
nicht gegen sie aussagen", wird ein führender Wissenschaftler zitiert.
Mehrere Universitätsverwaltungen geben den Meldungen nach an,
Mitarbeiter von ihnen hätten die angebotenen Beraterverträge
unterschrieben.
BP dementiert Klausel
Der BP-Konzern gab in einer Erklärung an die BBC zwar an, mehr
als
ein Dutzend Wissenschaftler mit Fachkenntnissen zum Golf von Mexiko
angeheuert zu haben. Das Unternehmen erlege Forschern aber "keine
Beschränkungen dabei auf, über wissenschaftliche Daten zu reden".
Bop Shipp, der Leiter der Meeresforschung an der Universität von
South Alabama, sagte dem Sender jedoch, Anwälte von BP hätten ihn
angesprochen und seine ganze Abteilung gewollt. Als er die Grundregeln
festgelegt habe, dass alle Daten der Wissenschaftsgemeinschaft frei
zugänglich sein und unabhängig überprüft werden müssten, seien die
BP-Vertreter schnell wieder abgezogen. "Wir haben nie mehr von ihnen
gehört."
rpe/AFP>
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Arktis und Alaska 23.7.2010: Eskimos wollen keine
Ölbohrungen vor ihren
Küsten in der Arktis und vor Alaska
aus: Cronicaviva online: Esquimales rechazan exploración petrolifera;
23.7.2010;
http://www.cronicaviva.com.pe/index.php/mundo/america/699-esquimales-rechazan-exploracion-petrolifera-video
<Durch das gigantische Auslaufen von Rohöl im Golf von Mexiko lehnen
nun
viele Eskimos die Erforschung von Ölfeldern an der arktischen Küste und
vor Alaska ab, denn sie sehen, dass damit grosse Gefahren verbunden
sind, die ihre Lebensform zerstören kann.
Das Thema ist umstritten, denn gemäss eines Berichts der britischen BBC
World meinen viele Bewohner Alaskas, die keine Eskimos sind, dass die
Erdölreserven für die Wirtschaft wichtig seien und unterstützen
deswegen Shell bei der Erdölsuche am Meeresgrund.
Diejenigen, die die Erforschung von Erdölfeldern unterstützen, meinen,
dass nur die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt werden müssten.>
(orig. Spanisch:
<Esquimales rechazan exploración petrolífera.
Tras
el gigantesco derrame de crudo en el Golfo de México, numerosos
esquimales rechazan la exploración petrolífera en la costa del Océano
Ártico, en Alaska, temerosos de que su forma de vida se destruya.
El tema es
polémico porque, de acuerdo
al informe de la cadena británica BBC Mundo, muchos habitantes de
Alaska, no esquimales, creen que las reservas de combustible son
importantes para su economía y apoyan la exploración de Shell en busca
de petróleo en el fondo marino.
Los que apoyan
la explotación petrolífera creen que solo es necesario reforzar las
medidas de seguridad.>)

Golf von Mexiko: 24.7.2010: Cheftechniker Mike Williams:
"Der Alarm war abgestellt" - andere Mitarbeiter behaupten, Alarmsignale
gehört zu haben
aus: n-tv online: Explodierte Ölplattform: "Der Alarm war
abgestellt"; 24.7.2010;
http://www.n-tv.de/panorama/Der-Alarm-war-abgestellt-article1122971.html
Bei einer Befragung durch US-Ermittler
sagt ein Techniker von der
"Deepwater Horizon", der Alarm auf der gesunkenen Ölplattform sei schon
seit einem Jahr abgestellt gewesen. In der Nacht der Katastrophe habe
es keinen Alarm gegeben. Ein Unwetter stoppt derweil den Kampf gegen
die Ölpest.
Auf der im Golf von Mexiko gesunkenen Ölplattform "Deepwater
Horizon" war nach Darstellung eines Technikers ein Notalarm mit Absicht
abgestellt worden. Die Manager der Ölplattform hätten verhindern
wollen, dass die Mannschaft nachts durch einen Fehlalarm geweckt werde,
sagte Plattform-Cheftechniker Mike Williams vor Ermittlern im
US-Bundesstaat Louisiana. Der Alarm hätte die aufsteigende Wolke
entflammbaren Methangases melden können, so Williams.
Nach seiner Darstellung war das Alarmsystem so eingestellt, dass
aufsteigende Gase zwar registriert wurden, jedoch kein akustisches oder
sichtbares Signal losging. Williams sagte, er habe dies bereits vor
etwa einem Jahr entdeckt und sich daraufhin nach dem Grund erkundigt.
Als Erklärung habe man ihm gesagt, "dass sie nicht wollten, dass die
Leute um drei Uhr morgens wegen falschen Alarms geweckt werden". In der
Nacht des Feuers sei kein Alarm zu hören oder zu sehen gewesen. Bei der
Explosion der Plattform am Abend des 20. April starben elf Menschen.
Im Gegensatz zu Williams haben jedoch mehrere Mitarbeiter des
Bohrturms gegenüber Ermittlern angegeben, Alarmsignale gehört zu haben.
Transocean, das die Plattform für BP betrieb, teilte mit, der Alarm sei
nach üblicher Praxis eingestellt gewesen.
-----

Libyen-Bucht 24.7.2010: Die BP-Schweine machen "weiter
so":
Tiefseebohrung vor Libyens Küste
Statt die Sonnenenergie voranzutreiben - BP hat doch eine
Sonnenenergiefirma ("BP Solar", siehe hier:
http://www.bp.com/sectiongenericarticle.do?categoryId=9071&contentId=7038231)

BP solar, Logo [12]
|
und da war doch vor zwei Tagen
gerade ein Sonnenflugzeug 2 Wochen in der Luft gewesen
(http://www.n-tv.de/wissen/weltall/Solarflugzeug-wieder-gelandet-article1122526.html)
-

Da hat doch ein unbemanntes Solar-Segelflugzeg einen 2-wöchigen Flug
hingelegt [13]
also, statt
dass BP die Sonnenenergie mit der eigenen FIrma vorantreibt, betreiben
die BP-Schweine nun
auch
noch Tiefseebohrungen im Mittelmeer, wobei man genau im Mittelmeerraum
jegliche Sonne zur Verfügung hätte, um Sonnenenergie zu betreiben, und
so würde das Risiko von Umweltverschmutzung auf quasi 0% sinken. Aber
das wollen die BP-Schweine scheinbar nicht sehen, und Gadhafi macht
mit. Man
fragt sich, wann die BP-Chefs endlich umdenken, und man merkt, dass die
"BP Solar" nur Fassade ist, und Denken und die Minimierung von Risiko
ist bei BP nicht gefragt. Aber lesen Sie selbst:
aus: n-tv online: Guter Draht nach Libyen: BP bohrt im Mittelmeer;
24.7.2010;
http://www.n-tv.de/politik/BP-bohrt-im-Mittelmeer-article1124601.html
<Schon bald sollen die Bohrungen des
britischen Ölkonzerns vor der
libyschen Küste beginnen. Ob das etwas mit der Freilassung des
Lockerbie-Attentäters Megrahi aus schottischer Haft zu tun hat, prüft
derzeit der US-Senat.
Der britische Energiekonzern wird in wenigen Wochen mit einer
Ölbohrung vor der libyschen Küste beginnen. Die Tiefseebohrung erfolge
im Golf von Sirte, berichtet die "Financial Times". BP hatte die Rechte
zur Erschließung des riesigen Öl- und Gasfeldes demnach 2007 erworben.
Zuletzt hatte es Spekulationen gegeben, die Geschäfte des britischen
Energiekonzerns mit Libyen könnten bei der vorzeitigen Freilassung des
libyschen Lockerbie-Attentäters Abdelbasset Ali Mohammed el Megrahi aus
schottischer Haft eine Rolle gespielt haben.>
Diese Tiefseebohrung vor Libyen ist sogar tiefer als diejenige vor dem
Golf von Mexiko. Jeder gesunde Menschenverstand sagt: Spinnts dene? -
Und die Antwort ist: Ja, denen Idiote spinnts:
Libyen-Bucht 24.7.2010: BP-Schweine wollen Tiefseebohrung
in 1750 m Tiefe realisieren, 250 m tiefer als im Golf von Mexiko
BP behauptet, im Mittelmeer würden bessere "Sicherheitsstandards"
gelten als im Golf von Mexiko. Wieso ist denn für BP das Meer nicht
überall gleich viel Wert? BP ist nicht nur eine hochkriminelle, sondern
auch eine rassistische Vereinigung. Wieso darf diese Firma überhaupt
noch existieren? Aber lesen Sie selbst die Details, was da vor Libyen
geplant ist:
aus: 20 minuten online: Trotz Ölpest: BP bohrt nach Öl vor Libyen;
24.7.2010;
http://www.20min.ch/news/ausland/story/21113699
<Ungeachtet der Katastrophe im Golf von Mexiko will BP
nächste Woche mit Tiefseebohrungen im Mittelmeer beginnen. Nach
der Ölpest im Golf von Mexiko will der Energiekonzern BP die nächste
Tiefseebohrung im Mittelmeer vor der Küste Libyens starten. Die USA
werfen BP vor, die vorzeitige Freilassung des libyschen
Lockerbie-Attentäters Abdel Basset al- Megrahi vor einem Jahr
vorangetrieben zu haben, um das Millionengeschäft zu starten.
Greenpeace-Proteste gegen BP in Österreich am 22. Juli
2010: "bp raus aus der Tiefsee. Greenpeace" (Bild: Reuters) [14]
Al-Megrahi wurde wegen einer Krebserkrankung im Endstadium von
Schottland begnadigt. Zur Begründung hiess es damals, seine Tage seien
gezählt. Er lebt heute in seiner Heimat. Bei dem Attentat auf ein
Pan-Am-Flugzeug nahe dem schottischen Lockerbie waren 1988 insgesamt
270 Menschen ums Leben gekommen, unter ihnen 189 US-Bürger.
Der
Konzern bestätigte, der britischen Regierung unter Premierminister Tony
Blair damals zu einer schnellen Einigung über einen Gefangenenaustausch
geraten zu haben.
«Die Bohrungen werden
in wenigen Wochen
beginnen», sagte BP- Sprecher David Nicholas am Samstag der
Nachrichtenagentur dpa und bestätigte damit einen Bericht der
«Financial Times». Die
Quelle soll spätestens in einem halben Jahr
erschlossen sein.
Auch Erdgas
In dem Feld soll es
grosse Mengen Erdöl und bis zu 850 Millionen Kubikmeter Erdgas geben.
Der Energiekonzern wies Sicherheitsbedenken über die neue
Tiefseebohrung zurück.
Die Bohrung erfolgt in der Mittelmeerbucht
Grosse Syrte. Etwa 200
Kilometer westlich der Hafenstadt Bengasi liegt
die Quelle in rund 1750
Metern Tiefe.
Damit wird dort 250
Meter
tiefer nach den beiden Energierohstoffen gebohrt als bei der
Tiefseebohrung im Golf von Mexiko. In dem Randmeer löste die
Explosion
der Bohrinsel «Deepwater Horizon» am 20. April mit elf Toten die noch
andauernde Ölpest aus, die grösste Naturkatastrophe vor der US-Küste.
«Keine Parallelen»
Zwischen
den beiden Bohrfeldern gebe es allerdings keine Parallelen, betonte
BP-Sprecher Nicholas. Hohe Sicherheitsstandards seien vor Libyen
gewährleistet.
«Wir haben weltweit viele Bohrungen durchgeführt
und dort nun zusätzliche
Vorsichtsmassnahmen getroffen, darunter eine
vollständige Kontrolle der Ölbohrplattform vom Typ «Noble», die wir
nutzen werden», sagte Nicholas. Die Quelle ist laut BP in einer
Gesteinsformation mit geringer Durchlässigkeit eingeschlossen.
Die
Rechte für die Erschliessung der Ölquelle hatte BP vor drei Jahren von
Libyen für 900 Millionen Dollar gekauft. BP-Chef Tony Hayward
bezeichnete den Deal als bis dahin grösste Einzelinvestition.
BP
hatte seine Ölgeschäfte in Libyen 1971 einstellen müssen, weil
Machthaber Muammar al-Gaddafi die britischen Besitztümer
verstaatlichte. BPs Partner bei der neuen Quelle ist die staatliche
Libyan Investment Corporation, die 15 Prozent der Erträge erhält.
(sda)>
Schlussfolgerung: Hochkriminelle
Vereinigung BP
BP ist, was Naturschutz angeht, somit eine kriminelle Vereinigung, die
wissentlich alle Meere mit Ölpest bedroht, statt endlich die
Sonnenenergie mit quasi 0% Umweltrisiko zu privilegieren. BP spielt
weiter mit dem Leben von Millionen Menschen und Tieren in
hochkrimineller Art und Weise.
Die hochkriminelle Vereinigung BP muss
verboten werden. Leider gibt es scheinbar keinen anderen Weg für BP,
denn ein Umdenken bei dieser Firma ist nicht sichtbar geworden.
Ausserdem wäre ein generelles, weltweites Verbot für Tiefseebohrungen
angebracht, und die konsequente, weltweite Förderung der Sonnenenergie
ebenfalls.
BP hat ja eine Solarfirma. Wieso tut man das dann nicht? Weil die hohen
Kravatten Öl-Idioten sind, und weil man noch nicht für alle Öl-Produkte
Ersatzprodukte hat.
Michael Palomino, 25.7.2010
-----

Golf von Mexiko 26.7.2010: BP vergoldet dem kriminellen
Chef Hayward noch den
Abgang mit 14 Millionen Euro - und der Kriminelle bleibt bei BP
Kriminelle Firma schenkt dem kriminellen Chef eine Abfindung von 14
Millionen Euro. Das gibt es, bei der hochkriminellen Firma BP, und die
Gesetze lassen dies zu, und die Umwelt hat keine Rechte. Es ist absolut
pervers, und der kriminelle Chef Hayward kommt keinen Tag ins
Gefängnis, sondern bleibt auch noch bei BP. Aber lesen Sie selbst:
aus: 20 minuten online: 14 Mio. Euro Abfindung: BP-Chef Hayward geht
mit voller Brieftasche; 26.7.2010;
http://www.20min.ch/news/dossier/oelpest/story/BP-Chef-Hayward-geht-mit-voller-Brieftasche-19484910
<von Robert Barr, AP
- Nach schlechten Krisenmanagement und verbalen Ausrutschern steht der
umstrittene BP-Chef Tony Hayward kurz vor seiner Ablösung. Er bekommt
14 Millionen Euro Abfindung und «sein Leben zurück».
Tony Hayward wird wohl bei BP bleiben.
Die
«Financial Times» berichtete, der Konzernchef werde im Amt bleiben,
während an einer dauerhaften Abdichtung des Öllecks durch
Entlastungsbohrungen gearbeitet wird. Am Wochenende soll bereits über
die Bedingungen des Abgangs verhandelt worden sein.
Versiegelung von Ölleck
Anfang August geplant
Mehr als drei Monate nach Beginn des Öl- Dramas im Golf von Mexiko
rückt eine endgültige Versiegelung der Quelle näher. Am 2. August solle
damit begonnen werden, Schlamm und Zement von oben in das Bohrloch zu
pumpen, teilte der Einsatzleiter der Regierung, Admiral Thad Allen, am
Montag mit.
Etwa fünf Tage später sei geplant, die Quelle durch eine
Entlastungsbohrung, an der während der vergangenen Wochen gearbeitet
worden war, quasi von unten ebenfalls mit Zement endgültig zu
versiegeln.
Selbst wenn das Problem-Bohrloch letzten Endes gestopft ist, sei
aber noch über Wochen damit zu rechnen, dass Öl an Land geschwemmt
werde, sagte Allen weiter. Als das Drama im Golf begann, habe es auch
vier bis sechs Wochen gedauert, bis das Öl das Ufer erreicht habe.
Bei dem für den 2. August geplanten Manöver, das Experten «Static
Kill» nennen, sollen Schlamm und Zement nach den Worten Allens von oben
so tief wie möglich in das Bohrloch gepresst werden, das seit Mitte des
Monats provisorisch mit einer Kappe verschlossen ist.
Etwa fünf Tage danach sei der sogenannte «Bottom Kill» geplant, bei
dem Zement über die Entlastungsbohrung in die Quelle gepumpt wird. In
den nächsten Tagen seien entsprechende Vorbereitungen vorgesehen.
Laut einem Bericht der «Times» geht Hayward mit Abfindungen und
Pensionszahlungen in Höhe von insgesamt zwölf Millionen Pfund (14
Millionen Euro). Ein BP-Sprecher hatte noch am Sonntag erklärt, der
Konzernchef geniesse weiterhin das Vertrauen des Aufsichtsrats.
Dass
BP Hayward, der wegen seines miserablen Krisenmanagements und diverser
unglücklicher Aussagen heftig kritisiert wurde und für die
Öffentlichkeit zum Gesicht der Ölpest geworden ist, loswerden muss,
gilt unter Experten als ausgemacht.
«Um einen Schlussstrich
ziehen zu können, brauchen sie einen neuen Vorstandschef», sagte
Börsenmakler David Battersby von Redmayne Bentley Stockbrokers.
Haywards Ablösung sei reine Beschwichtigungspolitik von BP gegenüber
den USA, meinte David Cumming, Aktienchef Grossbritannien bei der
Versicherungsgruppe Standard Life Investments. Der Konzern wolle den
Druck der Medien und aus Washington mindern und sein Ansehen in den USA
wieder aufbauen.
Hayward bleibt bei BP
Kreisen
zufolge soll der 53-Jährige aber im Konzern bleiben: Er werde ab
Oktober einen Posten bei TNK-BP erhalten, einem Joint Venture in
Russland, hiess es am Montag. Hayward, der auf dem Höhepunkt der Krise
erklärt hatte, er wolle «sein Leben zurück», wird der Wechsel
britischen Medienberichten zufolge mit 14 Millionen Euro versüsst.
Der
Vorstand des britischen Ölkonzerns traf sich am Montag in London, um
über die Personalie zu beraten. Hayward selbst stieg nach der Sitzung
in einen silbernen Lexus und brauste davon, ohne mit der wartenden
Presse zu sprechen. Die BP-Aktie schnellte am Montagmittag in New York
in Erwartung einer Ankündigung fast fünf Prozent nach oben. In London
schloss sie um 4,6 Prozent höher bei 416,95 Pence.
Vor
Markteröffnung in London erklärte der Konzern in einer
Börsenmitteilung, noch keine endgültige Entscheidung zum Wechsel an der
Führungsspitze getroffen zu haben. Auch stünden die Belastungen durch
die Ölpest noch nicht fest. Am (morgigen) Dienstag veröffentlicht BP
die Bilanz für das zweite Quartal. Es wird allgemein erwartet, dass der
Schadenersatz bereits in die Halbjahresbilanz einfliessen wird.
Analysten rechnen mit vorläufigen Rückstellungen bis zu 30 Milliarden
Dollar (rund 23 Milliarden Euro). Vergangene Woche hatte das
Unternehmen die bislang aufgelaufenen Kosten mit annähernd vier
Milliarden Dollar beziffert, aber eingeräumt, dass eine Gesamtsumme
noch nicht abzusehen sei.>
Kommentar: Der wirkliche
Schlussstrich
Der Schlussstrich unter die Katastrophe am Golf von Mexiko ist erst
dann gezogen,
-- wenn BP nicht mehr existiert
-- wenn alle Tiefseebohrungen verboten und eingestellt werden
-- wenn für alle Erdölprodukte Ersatzprodukte gefunden und erforscht
worden sind.
Michael Palomino, 26.7.2010
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Und es hört nicht auf im Golf von Mexiko: Ein neues Bohrloch ist defekt:
27.7.2010: <Neuer Ölteppich: Schiff rammt Bohrloch im
Golf von Mexiko
aus: 20 minuten online; 27.7.2010;
http://www.20min.ch/news/dossier/oelpest/story/29305113
Im Golf von Mexiko ist es zu einem weiteren Unfall mit einer
Ölplattform gekommen.
Vor
der Küste des US- Bundesstaats Louisiana rammte am Dienstag ein Schiff
ein Bohrloch in der Barataria Bucht, wie die Küstenwache mitteilte.
Neben Gas, das in die Luft entweiche, sei auch Öl ins Meer
ausgetreten. Der Ölteppich habe bislang eine Ausdehnung von 1,6
Kilometern und sei knapp 50 Meter breit.
Die Küstenwache richtete
eine Sicherheitszone um die Unglücksstelle ein, damit andere Schiffe
das Öl nicht weiter ausbreiteten. Als Besitzer des Bohrlochs sei das
Unternehmen Cedyco identifiziert worden. Ein Sprecher von Cedyco war
zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.
Die Küste von
Louisiana ist in weiten Teilen bereits mit Öl verschmutzt, das in den
vergangenen drei Monaten aus dem Leck der explodierten BP-Plattform
«Deepwater Horizon» in mehr als 1500 Metern Tiefe ausgetreten war.
(sda)>
Kommentar
Wahrscheinlich ist ein solcher Vorfall, dass ein Schiff ein Bohrloch
"rammt", etwas "ganz Normales". Man sollte einfach auf jegliche
Ólbohrungen im Meer verzichten und endlich auf Sonne umsteigen. Die
Südstaaten der "USA" und Mexiko haben doch genug Sonne, oder?
Michael Palomino, 27.7.2010
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Es geht weiter so mit dem teuflischen Öl, das fast alle haben wollen,
das aber fast alles verschmutzt am Schluss. Wann kommt denn endlich die
Energie-Wende mit Sonne, Wind und Erdwärme, und Ersatzprodukte für die
Ölprodukte?
China 30.7.2010: <Greenpeace greift China an: Ólpest
schlimmer als gedacht
aus: n-tv online; 30.7.2010;
http://www.n-tv.de/panorama/Oelpest-schlimmer-als-gedacht-article1173541.html
Die Umweltschutzorganisation Greenpeace befürchtet, dass das
wahre
Ausmaß der Ölpest im Gelben Meer weitaus größer ist, als von der
chinesischen Regierung bislang angegeben. Nach Angaben der
Umweltschützer flossen seit
der Explosion zweier Pipelines im Hafen von
Dalian im Nordosten des Landes vor zwei Wochen zwischen 60.000 und
90.000 Tonnen Rohöl ins Meer - bis zu sechzig Mal mehr als die
offiziellen Zahlen angeben. Den chinesischen Behörden zufolge flossen
bislang 1500 Tonnen Öl ins Meer.
Die Ölpest in China sei "eine der 30 schlimmsten in der
Geschichte",
sagte Greenpeace-Experte Richard Steiner. "Wenn unsere Schätzungen
stimmen, ist das Ausmaß größer als bei der Exxon-Valdez-Ölpest in
Alaska 1989", sagte Steiner, der sich in den vergangenen Tagen vor Ort
ein Bild von der Katastrophe gemacht hatte. Seinen Angaben zufolge
könnte die Ölverschmutzung auch die Küste Nordkoreas bedrohen. Die fehlende Luftüberwachung
des Ölteppichs mache eine genaue Einschätzung
der Lage allerdings schwierig.
Die beiden Pipelines des größten staatlichen Ölkonzerns
China
National Petroleum waren am 16. Juli in der Hafenstadt Dalian in
der
Provinz Liaoning explodiert. Bis sich die Umwelt von der Ölpest erholt,
könnten nach Einschätzung von Greenpeace bis zu zehn Jahre vergehen.
AFP>
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Golf von Mexiko 1.8.2010: Ölpest mit Unmengen giftiger
Chemikalien
bekämpft [mit "Ausnahmegenehmigungen der Küstenwache für "Epa": Das Öl
wird in kleine Tröpfchen verwandelt und verteilt]
Man fragt sich, wo bleibt die Forschung nach Ersatzprodukten für die
Erdölprodukte. Aber nein, die BP-Kriminellen haben die Chemikalie "Epa"
benutzt, um den Ölteppich unsichtbar zu machen. Sie meinen, so löse man
Probleme. Aber lesen Sie selbst:
aus: Spiegel online; 1.8.2010;
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,709541,00.html
<AP
Welches
Risiko gehen BP und die US-Regierung im Kampf gegen die Ölpest ein? Ein
Abgeordneter hat jetzt Brisantes herausgefunden: Trotz eines
weitreichenden Verbots der Umweltbehörden wurde giftige Chemie auf
hoher See versprüht - die Küstenwache erlaubte es mit
Ausnahmegenehmigungen.
New Orleans - Eigentlich hat die
US-Umweltbehörde Epa
den großflächigen Einsatz von Anti-Öl-Chemikalien
im Golf von Mexiko verboten. Zu groß schien die Gefahr durch die
giftigen Substanzen. Doch jetzt kommt heraus: Das Verbot war offenbar
weitgehend wirkungslos - weil der Konzern BP zuhauf
Ausnahmegenehmigungen bekam.
In den vergangenen Wochen seien
Hunderttausende Liter giftiger Chemikalien zur Bekämpfung der Ölpest
eingesetzt worden, sagte Edward Markey, Chef des Unterausschusses für
Energie und Umwelt im US-Abgeordnetenhaus. Die US-Küstenwache habe das
über Sondergenehmigungen zugelassen - obwohl das Epa-Verbot vom 26. Mai
nur wenige Ausnahmen vorsah.
Die Küstenwache habe BP innerhalb
von 48 Tagen nach Erlass des Verbots den Einsatz der umstrittenen
Substanzen insgesamt 74-mal erlaubt. BP habe an vielen Tagen 20.000 bis
40.000 Liter davon versprüht, sagte der Demokrat Markey nach Prüfung
von Unterlagen des Unternehmens. Das Verbot sei dadurch faktisch
bedeutungslos geworden. In einem Brief an den US-Krisenkoordinator der
US-Regierung, Thad Allen, beklagt Markey ein "Flächenbombardement des
Ozeans mit diesen Chemikalien".
Insgesamt sind seit Beginn
der
Ölpest am 20. April gut 6,8 Millionen Liter Chemikalien eingesetzt
worden - etwa 3 Millionen davon nahe dem Leck am Meeresboden.
Umweltexperten befürchten ökologische Langzeitschäden insbesondere
wegen der Verwendung unter Wasser, daher hatte die Epa die
Einschränkungen verfügt.
Die Stoffe lösen das Öl
nicht auf,
sondern verwandeln es nur in eine Menge kleinerer Tröpfchen, die dann
vom Wasser umschlossen werden. Ein Prinzip, das man zu Hause
beim
Abwaschen mit Spülmittel kennt. Neben den direkten Umweltauswirkungen
der Substanzen sorgt das auch dafür, dass sich das Öl über einen
größeren Bereich der Wassersäule verteilt.
Einleitung von Schlamm und Zement
ab Dienstag geplant
Inzwischen
arbeitet BP an den letzten Vorbereitungen zur Versiegelung des lecken
Bohrlochs. Seismische und akustische Tests in der Nähe des lecken
Bohrlochs sollten "die Intaktheit des Bohrlochs" sicherstellen und
mögliche Unregelmäßigkeiten in dem Gebiet aufspüren, erklärte die
Firma. Der steigende Druck im Bohrloch spreche dafür, dass das Öl sich
nicht an anderen Stellen seinen Weg ins Meer bahne.
BP will am
Dienstag mit der Versiegelung des Bohrlochs mit Bohrschlamm und Zement
anfangen. Bei der static kill genannten Methode soll das Füllmaterial
durch die Verschlusskappe in das Bohrloch eingefüllt werden, mit der
das Bohrloch Mitte Juli vorerst verschlossen worden war. Die
Versiegelungsarbeiten verzögerten sich nach Angaben von
Krisenkoordinator Allen, weil rund um das Bohrloch die Folgen des
Tropensturms "Bonnie" beseitigt werden mussten.
BP-Vizechef Kent
Wells sagte, es habe seit der Anbringung der Verschlusskappe vor zwei
Wochen keine Anzeichen für weitere Lecks gegeben. Das stimme ihn
zuversichtlich für die Versiegelung. Außerdem wolle BP zusätzlich zu
static kill noch eine zweite Versiegelungsmethode namens bottom kill
anwenden. Dabei soll auch ein Entlastungsbohrloch mit Schlamm und
Zement verfüllt werden. Das Entlastungsbohrloch soll laut Wells in acht
bis zehn Tagen bis zu dem ursprünglichen Bohrloch reichen, Ende August
könne dann seine Versiegelung beginnen.
Die Ölpest hatte sich
nach der Explosion der BP-Ölbohrplattform "Deepwater Horizon" am 20.
April ausgebreitet. Seitdem traten Schätzungen zufolge 3 bis 5,3
Millionen Barrel Öl aus. Krisenkoordinator Allen will demnächst eine
genauere Aufstellung des ausgelaufenen und des aufgefangenen Öls
vorlegen.
"Wir werden für Jahre hierbleiben"
Der
designierte BP-Chef Bob Dudley sicherte bei einem Besuch in dem von der
Ölpest betroffenen Bundesstaat Mississippi zu, dass sich sein
Unternehmen langfristig an der Bewältigung der Umweltkatastrophe
beteiligen werde. "Wir werden für Jahre hierbleiben", sagte er. Für
Arbeitslose an der Golfküste schaffe BP einen
100-Millionen-Dollar-Fonds.
Das Entfernen von Schutzbarrieren im
Meer und der Einsatz von weniger Reinigungsteams an den Stränden seien
"absolut kein Rückzug", versicherte Dudley, der im Oktober die
Konzernführung von dem in die Kritik geratenen Tony Hayward übernehmen
soll.
Louisiana hat inzwischen einen Teil seiner Fischgründe
wieder freigegeben. Der kommerzielle Fang von Fischen und Garnelen in
den Gewässern östlich der Mündung des Mississippi sei wieder möglich,
teilten die Fischereibehörde des Bundestaates und die
US-Lebensmittelbehörde FDA mit. Wegen der Ölkatastrophe hatten die
US-Behörden für mehr als ein Drittel ihrer Gewässer im Golf von Mexiko
ein Fischfangverbot erlassen.
Als Konsequenz aus der
Umweltkatastrophe im Golf von Mexiko will das US-Repräsentantenhaus die
Regeln für die Ölförderung verschärfen. Der am Freitagabend
verabschiedete Gesetzentwurf sieht strengere Sicherheitsstandards für
Tiefseebohrungen vor, außerdem sollen die verantwortlichen Unternehmen
in Zukunft unbeschränkt für Schaden haften. Die Zustimmung des Senats
steht allerdings noch aus.
chs/afp/apn>
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Golf von Mexiko 3.8.2010: Es war die grösste Ölpest der
Geschichte der "USA" - und das Öl ist nun in den Sandstränden drin
aus: 20 minuten online: Ölpest: Spuren im Sand; 3.8.2010;
http://www.20min.ch/news/dossier/oelpest/story/31639451
Die
Ölpest im Golf von Mexiko scheint überstanden, doch das ausgelaufene Öl
ist nicht einfach weg. Meeresschützer haben es gesucht – und gefunden.
OFS-Cheftaucher
Matt
Ferraro
erläutert
den
Fund. Jetzt
steht es fest:
Die Explosion der Bohrinsel «Deepwater Horizon» hat die
grösste Ölpest der Geschichte verursacht. Rund 780 Millionen Liter
Rohöl sind in den Golf von Mexiko geströmt. Der Ölteppich allerdings
hat sich weitgehend aufgelöst. Wissenschaftler warnen, das Öl befinde
sich unter der Wasseroberfläche und werde weiterhin die Umwelt
belasten. Allerdings findet man nicht nur dort Spuren der Katastrophe.
OFS-Cheftaucher Matt
Ferraro erläutert den Fund. (Video: AP/20 Minuten Online)
Taucher der Meeresschutz-Organisation Ocean Futures
Society
(OFS) besuchten am Wochenende auf Wunsch des stark betroffenen
Landkreises Plaquemines die US-Südküste im Bundesstaat Louisiana, um
die Folgen der Ölpest für die Umwelt zu untersuchen. Im Wasser fanden
sie wenig, dafür umso mehr an Land, wie OFS-Cheftaucher Matt Ferraro
erklärte: «Als wir die Küste absuchten, fanden wir kleine Löcher im
Sand. Wenn man neben diesen Löchern auftritt, fühlt sich der Sand
matschig an, und es tritt Öl aus.»
Selbst an vermeintlich
gesäuberten Stränden ist das Schlimmste also nicht überstanden. Für
Matt Ferraro kein Wunder: «Mikroben mögen einen Teil des Öls fressen,
doch es handelt sich um die grösste Ölpest der Geschichte, und wir
haben keinen Grund anzunehmen, dass es schneller verschwinden wird als
in früheren Fällen.» Gegründet wurde die Ocean Futures Society von
Jean-Michel Cousteau, dem Sohn des legendären Meeresforschers
Jacques-Yves Cousteau.
(pbl)>
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Golf von Mexiko 4.8.2010: Ölpest: Das Loch ist gestopft
[und das nächste folgt sogleich...]
aus: 20 minuten online; 4.8.2010;
http://www.20min.ch/news/ausland/story/26151943
Mehr als drei Monate nach der Bohrinsel-Explosion im Golf von Mexiko
hat BP offenbar erfolgreich das lecke Bohrloch verschlossen: "Static
kill" habe das "gewünschte Ergebnis" erbracht.
Ölkatastrophe
im
Golf von Mexiko: Elf Menschen starben, tausende von Vögeln und
Fischen sind verendet, über 700 Millionen Liter Öl sind ins Meer
geflossen.
Ölkatastrophe
im
Golf von Mexiko: Elf Menschen starben, tausende von Vögeln und
Fischen sind verendet, über 700 Millionen Liter Öl sind ins Meer
geflossen.
Bei
der Operation «Static kill» wurde mit hohem Druck Schlamm und Zement in
das seit Mitte Juli provisorisch abgedichtete Bohrloch gepumpt. Der
Druck des Bohrlochs werde durch den eingepumpten Schlamm
«kontrolliert», hiess es in der Mitteilung des britischen
Energiekonzerns BP. Damit sollen das Öl und Gas im Loch in ihr
Reservoir zurückgedrängt werden. Nun soll der Schlammpfropfen mit
Zement gefestigt werden.
Der «finale Akt» zur Versiegelung steht noch an: Die Ingenieure
wollen auch das Öl-Reservoir in etwa vier Kilometern Tiefe unter dem
Meeresboden verschliessen. Bei dieser «Bottom Kill» genannten Operation
sollen ebenfalls Schlamm und Zement in die Steigleitung gepumpt werden.
Das geschieht durch eine seitliche Entlastungbohrung, die seit Mai
gebohrt wird.
Mit dem «bottom kill» will BP Mitte August
beginnen. Nach der Explosion der BP-Ölbohrplattform «Deepwater Horizon»
am 20. April waren aus dem lecken Bohrloch nach US-Regierungsangaben
rund 780 Millionen Liter (4,9 Millionen Barrel) Rohöl ausgelaufen.
Damit ist die Katastrophe der
grösste Ölunfall aller Zeiten.
Gemäss Forschern wurde bei der aktuellen Katastrophe nicht einmal ein
Fünftel (800 000 Barrel) des ausgetretenen Öls aufgefangen und auf
Schiffe abgepumpt.
(sda/ddp)>
Kommentar: Der WWF versagt total
Das nächste offene Borhloch wird folgen, das ist eigentlich
vorprogrammiert, denn die Tiefseebohrungen hören ja nicht auf, sondern
gehen weiter. Die Regierungen und die Richter sind bis heute nicht
bereit, den Planet Erde vor diesem Wahnsinn der Tiefseebohrungen zu
schützen, und das nächste Loch und die nächste Ölpest folgt sogleich,
es ist nur eine Frage der Zeit. Dabei hat die Wissenschaft den Auftrag,
die Sonnenenergie, Windenergie und Erdwärme rentabel zu machen und
Ersatzprodukte für die Erdölprodukte zu finden. Der WWF versagt total,
und der Ölschaden nimmt weiter seinen Lauf.
Michael Palomino, 4.8.2010
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Golf von Mexiko 5.8.2010: Und es geht weiter mit
Problemen auf den
Ölplattformen
aus: 20 minuten online: Sicherheitsberichte: Unfall-Serie auf
Transocean-Plattformen; 5.8.2010;
http://www.20min.ch/finance/news/story/29543690
<Das
Ölbohrunternehmen Transocean hatte ernsthafte Probleme mit mehreren
Plattformen im Golf von Mexiko. Dies zeigen vertrauliche Berichte.
Die
«Development Driller II» war eine der untersuchten Bohrinseln. Derzeit
wird sie von BP für die Entlastungsbohrungen am Unglücksort eingesetzt.
Zweites Quartal: Ölpest vermiest
Transocean das GeschäftBörse: Transocean erstmals im SMI
geführtSchmutzfink im SMI: Plattformbesitzer kommt in beste
BörsenkreiseÖlpest: Explosion der Bohrinsel gibt weiter Rätsel
aufÖlpest: Betreiberin sorgte sich um SicherheitTransocean hat seinen
Sitz in Zug und gilt damit als Schweizer Unternehmen, im Juni wurde die
Aktie in den Swiss Market Index (SMI) aufgenommen. Weltweit betreibt
das Unternehmen 139 Ölbohrplattformen, 14 davon im Golf von Mexiko. Mit
einigen gab es offenbar Probleme, die so ernsthaft waren, dass
Transocean rund einen Monat vor der Katastrophe auf «Deepwater Horizon»
bei der Risikomanagement-Organisation Lloyd’s Register eine
Untersuchung seiner Aktivitäten in Nordamerika in Auftrag gab.
Demnach
kam es zu «einer Serie von ernsthaften Unfällen und
Beinahe-Zwischenfällen», weshalb Transocean die Sicherheitskultur auf
vier Bohrinseln, darunter «Deepwater Horizon», sowie im Hauptquartier
in Houston untersuchen liess. Die vertraulichen Berichte liegen der
«New York Times» vor. Die Ergebnisse bestätigen nicht nur die bereits
bekannten Probleme, sondern werfen auch ein neues Licht auf die noch
immer ungeklärte Frage, warum die Unglücks-Plattform nach der Explosion
am 20. April gesunken ist.
Probleme mit Ballast-System
Demnach
gab es auf «Deepwater Horizon» schon früher Probleme mit dem
Ballast-System, das die Bohrinsel stabilisiert und auf dem Meer
schwimmen lässt. Im Mai 2008 musste Transocean sogar mehr als 70
Arbeiter evakuieren, weil die Plattform Schlagseite bekommen hatte. Die
Frage ist laut «New York Times» deshalb von Bedeutung, weil es ohne den
Untergang von «Deepwater Horizon» nach der Explosion «möglicherweise
nie zu einem Leck» und damit zur verheerenden Ölpest gekommen wäre.
Als
Gründe für die Sicherheitsprobleme auf den vier Bohrinseln erwähnt der
Bericht unter anderem einen Mangel an erfahrenen Arbeitern und
Aufsehern sowie «eine erstickende Bürokratie», die durch das Management
an Land verfügt wurde. Rund 43 Prozent der befragten Arbeiter
erklärten, sie hätten Angst vor Repressalien, wenn sie Probleme
meldeten. Im Fall von «Deepwater Horizon» waren es sogar 54 Prozent.
Einige Arbeiter behaupteten, das Unternehmen vernachlässige den
Unterhalt, um Geld zu sparen.
«Der Sicherheit und dem Unterhalt
verpflichtet»
Ein
Sprecher von Transocean schrieb der «New York Times», das Unternehmen
sei der Sicherheit und dem Unterhalt verpflichtet und habe deshalb
vorsorglich unabhängige Untersuchungen in Auftrag gegeben. Der
Unterhalt von «Deepwater Horizon» habe den Standards «entsprochen oder
sie übertroffen». Dank der vorausschauenden Politik habe «Deepwater
Horizon» sieben Jahre in Folge «ohne Vorfall mit Zeitverlust oder
grösseres Umwelt-Ereignis» betrieben werden können. Worum es sich bei
den «ernsthaften Unfällen und Beinahe-Zwischenfällen» handelte, wollte
der Sprecher nicht erläutern.
Tatsächlich enthalten die Berichte
auch positive Punkte. So sei die Führung der Bohrinseln von den
Arbeitern insgesamt gelobt worden. 87 Prozent erklärten, sie hätten
genügend Zeit, um ihre Arbeit nach den Regeln und Abläufen zu
erledigen. Dennoch dürften die Dokumente nach Ansicht der «New York
Times» die Diskussion darüber ausweiten, wer für die Explosion am 20.
April und die 11 toten Arbeiter verantwortlich ist. Bislang konnte sich
Transocean der Empörung weitgehend entziehen, sie richtete sich primär
gegen BP. Doch das US-Justizministerium will die Rolle aller
beteiligten Firmen untersuchen.
Plattform für BP im Einsatz
Eine
der Bohrinseln, die von der Untersuchung erfasst wurden, ist derzeit am
Unglücksort im Einsatz. Die «Development Driller II» wurde von BP für
eine der beiden Entlastungsbohrungen gemietet, mit denen das
Unglücks-Leck endgültig gestopft werden soll. Wo die beiden anderen
Plattformen im Einsatz sind, ist laut «New York Times» unklar.
(pbl)>
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Golf von Mexiko 5.8.2010: Ölpest verringert sich dank
Bakterienreichtum
aus: 20 minuten online: US-Bericht verwirrt: Wie sich eine Ölpest in
Luft auflöst; 5.8.2010;
http://www.20min.ch/news/dossier/oelpest/story/28082548
<von
Seth Borenstein, AP - Erstaunlich: Der grösste Teil der Ölpest im Golf
von Mexiko ist schon wieder verschwunden. Sagt zumindest die
US-Regierung. Experten zweifeln daran.
Ölkatastrophe im Golf
von Mexiko: Elf Menschen starben, tausende von Vögeln und Fischen sind
verendet, über 700 Millionen Liter Öl sind ins Meer
geflossen.
Dass
das Öl aus den Augen ist, heisst allerdings nicht, dass die Gefahr
gebannt oder der Golf wieder sauber wäre. Selbst bei mikroskopisch
kleinen Spuren können die schädlichen Folgen des Bohrinselunglücks noch
Jahre anhalten, wie ein führender Wissenschaftler der Bundesbehörden
warnt.
Robert Gibbs, rechts, und Jane Lubchenco erklären die Ansicht der
US-Regierung.
Annähernd
70 Prozent des ausgetretenen Öls hat sich den Angaben zufolge auf
natürliche Weise oder mit Hilfe von Chemikalien aufgelöst, wurde
abgefackelt, abgeschöpft oder aufgefangen, so dass fast nichts mehr zu
sehen ist - zumindest an der Oberfläche. Am gleichen Tag wie dieser
Bericht kam die Erfolgsmeldung, dass das Leck mit Bohrschlamm
abgedichtet werden konnte.
Nur noch knapp 200 Millionen Liter Öl
schwimmen den Angaben der Meeresschutzbehörde NOAA und des Geologischen
Diensts zufolge noch im Meer. Das sind etwa 31 Prozent der
ausgelaufenen und nicht aufgefangenen 651 Millionen Liter. Aber auch
immer noch fast fünf Mal so viel, wie bei dem Tankerunglück der «Exxon
Valdez» 1989 ausströmte.
Nichtsdestoweniger zeigte man sich im
Weissen Haus vorsichtig optimistisch. «Ich glaube, man kann ziemlich
sicher sagen, dass viele der Weltuntergangsszenarien, über die wir
gesprochen haben, nicht eingetreten sind und nicht eintreten werden»,
sagte Regierungssprecher Robert Gibbs.
Dass die schwarze Brühe
sich so einfach in Luft auflöst, hat mit der Selbstreinigungskraft des
Golfs mit seinem reichen Vorkommen an Bakterien zu tun, die das Öl
vertilgen. Dazu kommt, dass Öl in Meerwasser verdunstet und sich binnen
etwa einer Woche auf die Hälfte des ursprünglichen Volumens auflöst,
wie auch Kritiker bestätigen.
«Wissenschaftlich geraten»
Die
amtlichen Berechnungen beruhen auf Messungen der rund 68 Millionen
Liter Öl, die verbrannt oder abgeschöpft wurden. Die übrigen Zahlen
sind «wissenschaftlich geraten», wie NOAA-Wissenschaftler Bill Lehr
einräumt. Öl, das sich aufgelöst hat, lasse sich eben nicht messen.
Genau
das macht ja anderen Wissenschaftlern Sorgen. «Das ist ein wackeliger
Bericht. Je öfter ich ihn lese, desto unzufriedener bin ich mit der
Gründlichkeit der Darstellung» sagt der Ozeanografie-Professor Ian
MacDonald aus Florida. «Hier werden grosszügige Annahmen getroffen.»
NOAA-Chefin
Jane Lubchenco räumt ein, dass die Zahlen um bis zu zehn Prozent
danebenliegen können. Dem Wissenschaftler Ed Overton, der den Bericht
gegengelesen hat, ist nicht ganz wohl dabei, dass die NOAA einen
exakten Prozentsatz des Ölanteils angibt, der noch im Meer schwappt.
Zutreffender wäre seiner Ansicht nach eine Spanne von etwa 150 bis 227
Millionen Litern.
Trotzdem findet er, der Bericht sei
überwiegend gute Arbeit. Ein grosser Teil sei dem Golf selbst zu
verdanken: Das Gewässer sei «unglaublich widerstandskräftig».>
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Golf von Mexiko 12.8.2010: Texas klagt gegen
Bohrmoratorium ab 150 m Tiefe - wo bleibt der gesunde Menschenverstand?
Texas ist ein Sonnen-Staat und hätte ein Potential von Millarden
Kilowattstunden an Sonnenenergie. Aber was macht die Texas-Regierung?
Sie will mehr riskante Ölbohrungen im Golf von Mexiko. Die Regierung
von Texas scheint von Blindheit geschlagen. Aber lesen Sie selbst:
aus: 20 minuten online: Ölpest: Texas klagt gegen Bohrmoratorium;
12.8.2010; http://www.20min.ch/news/dossier/oelpest/story/29152644
<Das
zeitweilige Verbot, im Golf von Mexiko nach Öl zu bohren, ist für den
Bundesstaat Texas «eine unbegründete, willkürliche und kapriziöse
Politik».
Arbeiter auf einer Bohrinsel bei Port Fourchon, Louisiana (11. August
2010).
Der
US-Staat Texas klagt gegen das von der Bundesregierung in Washington
verfügte Ölbohrmoratorium im Golf von Mexiko. Die am Mittwoch vom
texanischen Generalstaatsanwalt Greg Abbott bei einem Bundesgericht in
Houston eingereichte Klage wirft US-Innenminister Kenneth Salazar und
anderen Bundesbehörden vor, das Moratorium am 12. Juli ohne Absprache
mit Texas als einem der betroffenen Golfküstenstaaten verhängt zu haben.
Bildstrecken Ölteppich vor der US-Küste Infografik Ausgelaufenes Öl im
Golf von MexikoUmwelt-Katastrophen
Washington
reagierte damit auf die gewaltige Ölpest nach dem Untergang der
Ölbohrplattform «Deepwater Horizon» am 20. April. Ölbohrungen tiefer
als 150 Meter sind seitdem untersagt.
Abbott nennt das Verbot in
seiner im Auftrag von Gouverneur Rick Perry eingereichten Klage «eine
unbegründete, willkürliche und kapriziöse Politik, die den Küstenorten
Schaden zufügen wird». Eine Sprecherin des Washingtoner
Innenministeriums, Kendra Barkoff, bezeichnete das Moratorium dagegen
als «einfach gesunden Menschenverstand», wollte sich aber nicht näher
zu der Klage äussern.
(ddp)>
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16.8.2010: <Tiefseebohrungen: Obama beschliesst strenge Umweltauflagen
aus: Spiegel online; 16.8.2010; http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,712161,00.html
Eine solche Katastrophe soll
sich nicht wiederholen: Als Reaktion auf die Ölpest im Golf von Mexiko
hat US-Präsident Obama eine neue Meerespolitik angekündigt -
Bohrvorhaben in der Tiefsee unterliegen jetzt strikten Auflagen.
Washington - Die US-Regierung will mit neuen Gesetzen versuchen, die
Umwelt und die Meere zu schützen. Als Reaktion auf die schwere Ölpest
im Golf von Mexiko sollen in den USA neue Bohrvorhaben in der Tiefsee
nur noch erlaubt werden, wenn strikte Umweltauflagen eingehalten
werden.
US-Präsident
Barack Obama
kündigte am Montag die neue Meerespolitik an. Auch Flachwasserbohrungen
sind davon betroffen. Jedem Vorhaben muss demnach ein ökologisches
Gutachten vorausgehen. Bis Ende November gilt zudem ein generelles
Moratorium für Tiefseebohrungen.
Außerdem werde an der Einrichtung einer unabhängigen
Überwachungsbehörde und an noch strengeren Regeln für Ölbohrungen
gearbeitet, sagte der Leiter der Behörde für Rohstoffverwaltung (MMS),
Michael Bromwich. Dies habe zum Ziel, dass das Land und die Industrie
künftig auf Katastrophen mit einem Ausmaß wie der Ölpest im Golf von
Mexiko vorbereitet seien, erklärte Bromwich.
Zuvor kam der Rat für Umweltqualität im Weißen Haus zu dem Ergebnis,
dass dem britischen Ölkonzern BP Ausnahmeregelungen gewährt wurden, die
auf überholten Dokumenten basierten. Die von BP geleaste Bohrinsel
"Deepwater Horizon" war am 22. April nach einer Explosion gesunken,
große Mengen Rohöl strömten aus mehreren Lecks. Die ökologischen und wirtschaftlichen Folgen sind fatal.
Der Ölkonzern BP hat jetzt 52 Millionen Dollar für die Behandlung
psychischer Folgeerkrankungen im Zusammenhang mit der Ölpest
bereitgestellt. Mit dem Geld sollen unter anderem eine Telefon-Hotline
für Hilfesuchende sowie Projekte zum Kampf gegen Depressionen,
Angstzustände und andere Stresserkrankungen finanziert werden, kündigte
der Chef von BP America, Lamar McKay, an.
Ausgezahlt würden die Mittel in den von der Umweltkatastrophe
betroffenen US-Bundesstaaten Louisiana, Mississippi, Alabama und
Florida. Die Ölpest und ihre Folgen hätten in der Region "ein großes
Maß an Stress und Sorgen" verursacht, sagte McKay. "Wir wollen
sicherstellen, dass die Betroffenen Hilfe erhalten."
lgr/AP/AFP>
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Golf von Mexiko 19.8.2010: <Studie weist 35 Kilometer lange BP-Ölfahne nach> [unterirdisch]
aus: Spiegel online; 19.8.2010; http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,712791,00.html
![Golf von Mexiko 19.8.2010, Wasser blau und Ölwasser braun: Das Öl bzw. Ölwasser befindet sich in 1100 bis 1300 Metern Tiefe [15] Golf von Mexiko 19.8.2010, Wasser blau und Ölwasser braun: Das Öl bzw. Ölwasser befindet sich in 1100 bis 1300 Metern Tiefe [15]](oelschaden-d/015-golf-v-mexiko-wasser-blau-u-oelwasser-braun.jpg)
Golf von Mexiko 19.8.2010, Wasser blau und Ölwasser braun: Das Öl bzw. Ölwasser befindet sich in 1100 bis 1300 Metern Tiefe [15]
<Bilder aus der Studie von Woods Hole Oceanographic Institution (WHOI):
Das Meeresforschungsinstitut belegt, was bereits vermutet wurde - dass
das Öl aus der "Deepwater Horizon"-Katastrophe keinesfalls
"verschwunden" ist. [Das Wasser in 1100 bis 1400 Metern Tiefe ist braun statt blau...]
(http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-58410.html)
Bei der Vorstellung der Ergebnisse am Donnerstag in Washington: Im Golf
von Mexiko wurde eine Ölschwade von mindestens 22 Meilen (rund 35
Kilometer) Länger gefunden.
(http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-58410-2.html)
Die Wissenschaftler Rob Munier (links) und Christopher M. Reddy (2. von
links) sprechen über ihren Fund: Forscher der Universität von Georgia
warnten in dieser Woche, es werde noch Jahre dauern, bis das Öl
abgebaut sei. Die US-Regierung hatte in voreiligen Schätzungen davon
gesprochen, dass bereits ein Großteil des ausgelaufenen Öls
"verschwunden" sei. Die aktuelle Untersuchung weckt neue Zweifel.
(http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-58410-3.html)
AFP
US-Wissenschaftler haben im Golf
von Mexiko einen riesigen unterseeischen Ölschwaden entdeckt, der aus
dem BP-Leck stammen soll. Es ist der erste konkrete Hinweis, dass das
Öl nicht wie angegeben zum Großteil zersetzt wurde - die Studie weckt
damit Zweifel an offiziellen Angaben.
Washington - 35 Kilometer lang und zwei Kilometer breit ist die
Ölfahne, die durch den Golf von Mexiko wabert. Rund 900 Meter unter der
Wasseroberfläche entdeckten Experten des Meeresforschungsinstituts
Woods Hole Oceanographic Institution (WHOI) den Schwaden aus einem
Öl-Wasser-Gemisch, dessen Existenz bislang nur vermutet worden war. Er
soll aus dem kürzlich geschlossenen BP-Bohrloch stammen.
Die im Fachmagazin "Science" veröffentlichte Untersuchung widerlegt mit
dem konkreten Fund optimistische Regierungsangaben. Drei Viertel der
rund 780 Millionen ausgelaufenen Liter Rohöl seien bereits
verschwunden, lautete kürzlich eine umstrittene Schätzung der US-Wetter- und Ozeanbehörde NOAA.
Bislang hatten Wissenschaftler diese Angaben zwar deutlich
kritisiert. Am Dienstag berichteten etwa Forscher der Universität von
Süd-Florida, sie hätten noch am Grund eines Meeresgrabens Hinweise auf
Ölpartikel gefunden. Wie andere Kritiker blieben sie jedoch einen
Nachweis schuldig, dass dieses Öl tatsächlich durch den Untergang der
Bohrplattform "Deepwater Horizon" im April ins Meer gelangte.
"Wir haben die Existenz der Ölfahne im Golf von Mexiko nicht nur
belegen können", sagte jetzt der Autor der neuen Studie, Richard
Camilli, "sondern auch ihren Ursprung und ihre Zusammensetzung
bestimmen können." Die Fahne bestehe nicht aus reinem Rohöl. Das Öl sei
vielmehr in verschiedene Komponenten wie etwa Benzol, Ethylbenzol und
Toluol zerfallen und habe sich mit Wasser vermischt. "Die Fahne ist
nicht so dick wie Schokoladensirup", sagte Mitautor Christopher Reddy.
"Das heißt aber nicht, dass sie nicht schädlich für die Umwelt wäre."
Öl zersetzt sich nur sehr langsam
Das Vorhandensein der Fahne lasse vermuten, dass Spuren des
ausgetretenen Öls "länger im Ozean bleiben werden als gedacht", heißt
es in der Studie. Die Forscher beobachteten aber auch, wie
ölzersetzende Bakterien zu einem natürlichen Verschwinden des Stoffen
beitrügen. Die langsame Geschwindigkeit dieses biologischen Prozesses
allerdings mache Sorgen, erklärten die Experten. Das dauere rund zehn
Mal länger als an der Oberfläche, sagte Ben Van Mooy, einer der Autoren
der Studie. Die Untersuchung beruht auf Daten, die Ende Juni auf einer
Forschungsexpedition gesammelt wurden.
Unterdessen verzögert sich die endgültige Verschließung des
Bohrlochs weiter. Zunächst müsse nach einer Reihe von Tests noch ein
neues Sicherheitsventil über der Öffnung platziert werden, sagte
US-Krisenkoordinator Thad Allen am Donnerstag vor Journalisten.
Erst danach könne mit der als "Bottom Kill" bezeichneten Methode
fortgefahren werden. Dabei sollen durch Entlastungsbohrungen Schlamm
und Zement am unteren Ende der Bohrleitung eingeführt werden. Das
Manöver könne vermutlich in der Woche nach dem Labor Day begonnen
werden, der dieses Jahr auf den 6. September fällt. Ursprünglich sollte
der "Bottom Kill" bereits Mitte August beginnen.
Umweltsorgen der US-Bürger lassen deutlich nach
Vier Monate ist der Vorfall inzwischen her, der sich zur größten
Ölkatastrophe aller Zeiten ausgewachsen hat - und die Umweltsorgen der
Amerikaner nehmen wieder deutlich ab. Seit vor zwei Wochen ein Erfolg
der wichtigen Aktion "Static Kill" gemeldet wurde, halbierte sich einer
Umfrage zufolge der Anteil der Menschen, für die die Ölpest noch ein
"extrem wichtiges" Thema ist.
Die Katastrophe habe noch für 30 Prozent der mehr als 1000 befragten
Amerikaner diese Priorität, teilte Deutschlands größter Marktforscher
GfK am Donnerstag in Nürnberg mit. Im Juni erreichte ihr Anteil noch 60
Prozent. Zugleich fürchteten im August nur noch 21 Prozent Auswirkungen
auf die eigene Familie, nach 40 Prozent im Juni. Trotz allem
befürworten laut der Studie fast die Hälfte der Befragten weiter
Tiefseebohrungen vor der US-Küste.
can/AFP/apn/Reuters>
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19.8.2010: <Mit Zucker gegen die Ölpest: Gelatoren binden Öl im Wasser>
aus: n-tv online; 19.8.2010; http://www.n-tv.de/wissen/Gelatoren-binden-Oel-im-Wasser-article1305741.html
Die Folgen einer Ölpest sind katastrophal, jüngstes Beispiel ist der
Austritt von Öl im Golf von Mexiko. Entsprechend dringend ist die Suche
nach Möglichkeiten, Öl aus verseuchten Gewässern zu entfernen.
Wissenschaftler finden nun eine Variante, die auf Zucker basiert.
Amerikanische Wissenschaftler
um George John haben ein neuartiges Geliermittel entwickelt, das Öl zu einem
Gel verfestigt, aus dem es später leicht wieder zurückgewonnen werden kann. Wie
die Wissenschaftler vom City College of New York und der University of Maryland
in der Zeitschrift Angewandte Chemie berichten, basiert ihr Gelator auf natürlichen
Zuckerverbindungen.
Alle bisher entwickelten Substanzen, die ausgelaufenes Öl selektiv aus Wasser herausholen
und einschließen sollen, haben mit verschiedenen Nachteilen und Problemen zu kämpfen.
Man unterscheidet zwischen Dispergiermitteln, die das Öl emulgieren, festen Pulvern,
die das Öl adsorbieren, und Geliermitteln, die das Öl in Form eines Gels verfestigen.
In der Vergangenheit wurden dazu üblicherweise Polymere eingesetzt, die sich jedoch
nur schwer mit zähflüssigen Öltypen mischen und die Rückgewinnung des gebundenen
Öls ist eine sehr aufwändige Angelegenheit.
Preiswert, ungiftig und mehrfach verwendbar
John und seine Kollegen schlagen nun auf eine neue Klasse von Gelatoren vor, die
auf natürlich vorkommenden Zuckeralkoholen und Fettsäuren basieren. "Sie sind
kostengünstig, leicht herzustellen, nichttoxisch und bioabbaubar", erläutert
John die besonderen Vorteile. Gelatoren sind so aufgebaut, dass ihre Moleküle in
einem Selbstorganisationsprozess zu einem dreidimensionalen Netz aus Fasern aggregieren.
Dieses Netz saugt die Ölmoleküle regelrecht auf, dabei quillt es zu einem Gel mit
einem enormen Fassungsvermögen auf.
Die Forscher mischten verschiedene Öltypen, von Rohöl über Diesel und Benzin bis
zu organischen Lösungsmitteln, mit Wasser und gaben dann wenige Tropfen des neuen
Gelators zu. Sofort bildete sich ein Gel und trennte sich von der Wasserphase. Das
Gel wird dabei so fest, dass es den Testkolben wie ein Pfropfen verschloss. Er ließ
sich umdrehen, ohne dass Flüssigkeit auslief. "Im Falle einer Ölpest könnte
das Gel relativ einfach von einer Wasseroberfläche abgesammelt werden", sagt
John. Durch einfache Destillation unter Vakuum ließ sich das gebundene Öl anschließend
vollständig aus dem Gel freisetzen. Nicht nur das Öl, auch der Gelator ist nach
der Trennung wieder einsatzbereit.
idw>
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Spanien 24.8.2010: Die Helfer bei der Ölpest in Spanien
von 2002 haben heute Atemprobleme, Lymphozyten-Veränderungen mit
erhöhtem Krebsrisiko
aus: Basler Zeitung online: Ölpest-Helfer mit Atemproblemen; 24.8.2010;
http://bazonline.ch/wissen/medizin-und-psychologie/lpestHelfer-mit-Atemproblemen/story/30776271
<Die
Helfer, die an den Säuberungsarbeiten bei der schlimmsten Ölpest in der
Geschichte Spaniens im Jahr 2002 beteiligt waren, haben laut einer
Studie Atembeschwerden. Und weitere Symptome.
Waten in Ölschlamm: Einge der tausenden Helfer, die halfen, die Folgen der Tanker-Havarie zu beseitigen.
In der am Dienstag in der US-Fachzeitschrift «Annals of Internal
Medicine» veröffentlichten Studie wurden zwischen September 2004 und
Februar 2005 insgesamt 501 Fischer untersucht, die an den Arbeiten nach
der Havarie des Tankers Prestige vor der spanischen Küste beteiligt
waren. Weitere 177 Fischer, die nicht teilnahmen, wurden ebenfalls
begutachtet.
Laut den Ergebnissen der spanischen Forscher zeigten
die Rettungshelfer häufiger Symptome von Atemwegsproblemen und
chromosomale Veränderungen der Lymphozyten, die zu den weissen
Blutkörperchen gehören. Durch eine solche Chromosomen-Veränderung
tragen diejenigen, die an den Säuberungsarbeiten teilnahmen, der Studie
zufolge auch ein erhöhtes Krebsrisiko.
Warnung vor möglichen Gesundheitschäden
Die
Wissenschaftler schlussfolgern, dass die Rettungsarbeiten «offenbar
gesundheitsschädliche Folgen» hatten, verwiesen indes darauf, dass
nicht gesichert sei, dass die Störungen direkt von dem Öl kamen, dem
die Helfer ausgesetzt waren. Daher könne nicht eindeutig auf
Konsequenzen anderer Ölkatastrophen geschlossen werden, erklärten die
Wissenschaftler mit Blick auf die derzeitige Ölpest im Golf von Mexiko.
Gleichwohl forderten sie die Behörden auf, künftig Massnahmen zu
schaffen, um die Gesundheit der Helfer sicherzustellen und sie auch
nach einem Einsatz medizinisch zu begleiten.
Der liberianische
Tanker Prestige war am 19. November 2002 vor der spanischen Westküste
gesunken. Rund 64.000 Tonnen stark schwefelhaltigen Schweröls hatten
daraufhin tausende Kilometer Atlantikküste in Spanien, Frankreich und
Portugal verpestet. Mehr als 300.000 Helfer waren bei den
Säuberungsarbeiten im Einsatz. (raa/afp)>
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Der Ölschaden in der Arktis wird vorbereitet:
23.8.2010: Oel- und Gassucher in der Arktis von Dänemark - Greenpeace-Protest wird von Dänemark militärisch abgewehrt
aus: Ölbohrungen in der Arktis: Dänen stoppen Greenpeace-Schiff; 23.8.2010;
http://www.n-tv.de/politik/Daenen-stoppen-Greenpeace-Schiff-article1333641.html
<Der
britische Energiekonzern Cairn Energy prüft vor der grönländischen
Insel Disko, ob sich dort Öl- und Gasbohrungen drohen. Greenpeace
bezeichnet die Tiefseebohrungen in diesem Gewässer als zu gefährlich.
Erkundungen der Umweltschützer werden verhindert.
Die Esperanza wird von der dänischen Marine gestoppt.
Ein
Erkundungsschiff der Umweltschutzorganisation Greenpeace ist auf dem
Weg zu einer Ölbohrinsel in der Arktis von der dänischen Marine
gestoppt worden. Die Dänen hätten damit gedroht, das Schiff "Esperanza"
zu stürmen und seinen Kapitän festzunehmen, sollte es in eine
Sicherheitszone eindringen, teilte Greenpeace in London mit. Vor der
Küste der grönländischen Insel Disko prüft der britische Konzern Cairn
Energy, ob dort nach Öl und Gas gebohrt werden kann. Mögliche Quellen
liegen rund 500 Meter tief.
Die Umweltschützer bezeichneten die
Tiefseebohrungen in diesem Gewässer als zu gefährlich. Sollte es wie im
Golf von Mexiko ein Leck an der Quelle geben, habe der Betreiber der
Bohrinsel etwa im Winter unter der dicken Eisdecke keine Möglichkeiten
zur Eindämmung einer Ölpest. Das Gewässer sei Lebensraum vieler
geschützter Tiere. Nach der Ölpest im Golf von Mexiko müssten
Tiefseebohrungen aufhören, forderte Greenpeace. An Bord der "Esperanza"
sind 30 Umweltschützer.
Der britische Energiekonzern wies die
Proteste von Greenpeace zurück. Die Arbeiten seien sicher, sagte eine
Sprecherin von Cairn. "Wir sind auf Einladung der Regierung im
Einsatz." Grönland gehört zu Dänemark, ist aber innenpolitisch autonom.
dpa>
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31.8.2010: <Vor Grönland: Greenpeace stört Ölbohrung> in der Baffin-Bucht
aus: 20 minuten online; 31.8.2010; http://www.20min.ch/finance/dossier/erdoel/story/Greenpeace-stoert--lbohrung-11190675
<Aktivisten
sind am Dienstag in der eisigen Baffin-Bucht auf eine Ölplattform
geklettert und haben damit Erkundungsbohrungen gestoppt.
Mit
der Aktion sollte laut Greenpeace die Suche nach Öl und Gas in den
ökologisch hochempfindlichen arktischen Gewässern gestört werden.
«Statt die Ölkonzerne auf die Jagd nach den allerletzten Öltropfen in
den empfindlichsten Gewässern der Welt gehen zu lassen, sollten die
Regierungen in aller Welt auf den Ausbau umweltfreundlicher
Energietechnik setzen», sagte der dänische Greenpeace-Sprecher für
Klimafragen, Jon Burgwald.
Die Aktivisten der Organisation waren nach eigenen Angaben von ihrem
Schiff «Esperanza» 175 Kilometer vor der Disko-Insel vor der Westküste
Grönlands auf Gummiboote umgestiegen. Dann hätten sich vier Aktivisten
an Polizei-Booten vorbei Zugang zu einer Bohrinsel des Unternehmens
Cairn Energy in der Baffinbucht verschafft und einige Zelte im Unterbau
der Plattform errichtet.
An den als erfolgversprechend geltenden
Bohrungen vor Grönland sind so gut wie alle grossen Ölkonzerne
beteiligt. Das Unternehmen BP hat sich in diesem Monat als Reaktion auf
die Katastrophe im Golf von Mexiko von der heftig umstrittenen Ölsuche
zurückgezogen.
(sda)>
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1.9.2010: Ein Öltanker entsorgt sein Altöl in Westindien
vor den Traumstränden der Insel Goa - und nun haben die Strände eine 15
cm dicke Ölschicht
Die Methoden der Ölindustrie kennen keine Gnade. Es wird alles verschmutzt was geht. Aber lesen Sie selbst:
aus: 20 minuten online: Skrupellos: Öl vor indischen Traumstränden entleert; 1.9.2010;
http://www.20min.ch/news/kreuz_und_quer/story/22533753
<Ein Schiff hat vor der beliebten Destination Goa
tonnenweise Altöl im Meer entsorgt. Eine 15 Zentimeter dicke Schicht
Teerklumpen bedeckte die Strände.
Bereits
im Jahr 2000 wurden die Strände in Goa durch Öl verschmutzt. Auf dem
Bild ist ein Tanker zu sehen, der ein Korallenriff gerammt und
Motorenöl verloren hatte. Im Vordergrund Geräte, nachdem Arbeiter den
Strand von Candolim-Calangute gereinigt hatten (13. September 2000).
Ölverschmutze
Strände in der westindischen Touristenmetropole Goa. Die indische
Marine und die Küstenwache versuchten am Mittwoch, den unbekannten
Umweltsünder aufzuspüren. Das Schiff habe vermutlich vor etwa drei
Tagen verbranntes Öl abgelassen, sagte der Umweltminister des
Unionsstaats Goa, Aleixo Sequeira.
Von den Teerklumpen besonders betroffen waren populäre
Urlauberstrände wie Colva, Candolim und Calangute. Arbeiter versuchten,
die klebrige Masse einzusammeln, allerdings wurden nach Angaben eines
Vertreters des Tourismusbüros ständig neues Öl angespült. Die
Touristensaison beginnt im Oktober.
(ddp)>